behindert werden, da jede neue Kommission wieder anderslautende Anweisungen gibt.
Eine Lokomotivenfabrik in Charkow ift z. B. während des letzten halben 3abr?5 von den Vertretern von nicht weniger den 19 verschiedenen amtlichen Stellen und Organisationen besucht worden. die insgesamt 33mol einen detaillierten 3iu lpektionsgang durch das Unternehmen gemalt haben. Noch toller war das Erlebnis des Bergwerks ^Budjonny", das eines Tages den Besuch eines sehr selbstbewußt und herrisch auftretcnden „Inspektors" erhielt, der nicht die mindeste blasse Ahnung vom Grubenbetrieb besah und. wie sich hinterher herausstellte. von Berus Archivar war und sich durch eine Veröffentlichung über die — Sittenlosigkeit der Klostermönche im mittelalterlichen Rußland in bolschewistischen Kreisen einen Rainen gemacht hatte. Demnächst, so beendet der Korrespondent seinen aufschlußreichen Artikel, werden unsere Geschützfabriken in amtlichem Auftrag von — Konditoren kontrolliert werden.
Wirtschaft.
Konjunktur-Hückgang und Banken.
Zum erstenmal deuten jetzt auch die Monatsbilanzen der Banken für Ende M a i daraus hin. daß unter dem Einfluh der Dämpfung der Konjunktur und der damit verbundenen geringeren wirtschaftlichen Tätigkeit eine Berlangsamung desBonkgeschäf- tes mit Handel und Industrie eingetreten ist. Wenn auch die Veränderungen der Bilanzzisfern für Ende Mai. insgesamt betrachtet, gegenüber den entsprechenden des Monats April noch nicht sehr bedeutsame Veränderungen aufzuweisen haben. so tritt doch ganz klar und offensichtlich dieser Rückgang des wirtschaftlichen Tätigkeitsgrades in Erscheinung, eine Tendenz, die sich in den Monatsbilanzen der Banken für Ende Juni noch stärker ausprägen wird. Auf der Aktivseite fällt das langsamere Tempo der Kreditorenerhöhung auf, besonders die Verschiebung der Fristen bzw. Fälligkeiten der einzelnen Kreditorengruppen. Die innerhalb 7 Tagen fälligen Kreditoren weisen einen sehr starken Rückgang auf, und bei ihnen tritt, da sie zum weitaus größten Teil die als Einlage gegebenen Betriebsmittel der Industrie, die für eine kurze Frist frei sind, darstellen, die allgemeine im Zv- fammenhong mit dem Konjunkturrückgang fühlbare finanzielle Anspannung zutage. Auch die langbesristeten Einlagen mit einem mehr als dreimonatigen Fälligkeitstermin haben eine nicht unbeträchtliche Verminderung erfahren. Roch deutlicher prägt sich der Rückgang der Konjunktur bei den Wechselziffern und vor allem bei den Debitoren aus. Die Wechselbestände der Großbanken, einschließlich der übrigen, haben um nicht weniger als 38 Mill. Mk. gegenüber dem April abgenommen, wobei noch zu berücksichtigen bleibt, daß die Gesamtzahl der Banken eine Erhöhung erfahren hat. Diese Abnahme der Wechselbestände läuft parallel der rückläufigen Bewegung innerhalb des Wechselportefeuilles der Reichsbank und bildet somit ein bedeutsames Symptom für den verminderten Geschäftsumfang, da es sich in der Hauptsache um Handelswechsel handelt. Bei den Debitoren ist zum erstenmal seit der Stabilisierung nach einer fortlaufenden Steigerung zeitweise großen Ausmaßes ein Rückgang. wenn auch vorläufig ein geringer, um 27 Mill. Mk. eingetreten. Dieser dürste einerseits • mit geringerer Kreditbeanspruchung der Wirtschaft Zusammenhängen, deutet aber andererseits, .wenn man berücksichtigt, daß die Banken in ihrer Diskontpolitik zurückhaltender ae- l worden, auch darauf hin, daß die Banken selbst mit Rücksicht auf die labile Äon- F junkturlage vorsichtiger zu disponieren begonnen hoben. Daß unter diesen Umständen eine Der- ’ besserung der Liquidität der Banken infolge Der- mehruny die Ueberleitung ihrer Gelder, auch der neuen, tn die liquiden Anlagen eingetreten ist, ift selbstverständlich. Die Besserung ift erfreulich insofern, als die deutschen Danken, insbesondere die Großbanken, damit ihre Position im internationalen Geldverkehr gestärkt haben.
Hermann Wronker A. - G., Frankfurt o. M. Die Generalversammlung erledigte die Regularien für das Geschäftsjahr 1927. Nach Abschreibungen von 63 920,25 Mark (i. D. 75 328,90 Mark) verbleibt einschl. eines Gewinnvortrages aus dem Jahre 1926 in Höhe von 108 940 Mark ein Reingewinn von 409 462,63 Mark (214 920,30 Mk.). Daraus werden 8 v. H. Dividende aus 1 130 000 Mk. für das ganze und auf 670 000 Mk. für das halbe Geschäftsjahr verteilt; der Reserve werden 133 900 Mark und dem Unterstützungsfonds 5000 Mark zuge- wiefen. 143 553,93 Mark werden auf neue Rechnung vorgetragen.
• Abschluß der Amerika» Anleihe der Frankfurter Gasgesellscho ft. Durch Vermittlung der Darmstädter- und Rationalbank Kommanditqesellschaft auf Lllticn, der Firma Dclviuck. Schicklcr & Cie. und der Firma I. Drcyfus £ Cie. sind die ron der Frankfurter Gasgefellschaft mit der Firma Brown. Brothers & Cie.. Rcunork fVertreter Dr. Röß- ler-Berlin) geführten Verhandlungen über eine 6.5 prozentige Anleihe in Höhe von 3 Millionen Dollar zu einem grundsätzlichen Abschluß gekommen. Der Auszahlungskurs ist 94 Prozent. Treuhänderin ist die Darmstädter- und Rationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien
«Frankfurter Börse
Frankfurt a. M.. 28. Iuni. Ten-, enz. zurückhaltend. --- Die feste Haltung des heutigen Vormittogsrerkehrs infolge des feiten Verlaufs der gestrigen Reuyorker Börse imb des Rach- laksens. trenn auch nut im geringen Umfange, der Arbeitslosigkeit im deutschen Reiche konnte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs nicht weiter fortsehen. Da immer noch keine Klärung in der innerpolitischen Lage festzustellen ist. übte die Spekulation größere Zurückhaltung und «chritt verschiedentlich zu Abgaben. Das herauskommende Material wurde nur zögernd ausgenommen, so daß die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich war. Im Grund- ton der Börse war jedoch eine gewisse Wider stau dssähigkeit nichi zu verkennen. Das Geschäft war nut klein und beschränkte sich meist auf die gestern schon bevorzugten Werte. So machte «ich nach der 'Vernachlässigung an der gestrigen Abendbörse wieder für Kali- aktien Interesse geltend. Aschersleben konnten bei ziemlich regem Geschäft 2,75 Prozent anziehen. Westeregeln gewannen 1 Prozent, auch Zellstoff Aschaffenburg waren bevorzugt und 2,75 Prozent gebessert. Waldhof waren bei kleinerem Geschäft nur gut behauptet. Am Dankcnmarkt waren Reichsbank mit 4.5 Prozent und DancUbank mit 0,50 Prozent bevorzugt. Dresdner Dank vernachlässigt und 1 Prozent schwächer. Von Schisf- sahrtsweiten waren Norddeutscher Lloyd 1 Prozent erhöht. Arn Farbenmarkt tonnten I.-G.- Farben nur geringes Geschäft entwickeln. Gefragt waren am Elektromarkt Siemens mit plus 1,50 Prozent, Elektrische Lieferung mit plus 0,75 Proz. AEG. 0,75 Proz. niedriger Am Rentenmarkt war das Geschäft still. Deutsche und ausländische Renten blieben behauptet. Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr klein, die Tendenz neigte eher nach unten. Für die führenden Werte waren zumeist Kursabschwä- ch ungen bis zu 1 Proz. festzustellen. Nur Siemens waren etwas gefragt und erneut 1 Proz. gebessert. Obwohl der Geldmarkt weiter ziemlich flüssig blieb, wurde der Sah im Hinblick auf den bevorstehenden Zahltag auf 7 Proz. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dollar 4.1847. gegen Pfund 20.408, London Kabel 4.8760, Paris 124.05. Madrid 29.50. Mailand 92,74. Holland 12,1025.
Berliner Börse.
Berlin, 28. Iuni. Die im heutigen Dor- Mittagsverkehr noch herrschende Unsicherheit hinsichtlich der Regierungsbildung war zum offiziellen Beginn geschwunden, da verlautete, daß es geglückt sei, eine Kabinettsliste, allerdings ohne Wirth und Brauns, zusammenzustellen. Wieder war der Orderseingang nur gering. Bei den Banken konnte man aber ein zunehmendes Interesse sei tens der Privatkundschaft feststellen, so daß im Anschluß an das Ausland der freundliche Grundton bestehen blieb. Die ersten Kurse eröffneten zumeist mit 1« bis 2prozentigen Besserungen. Etwas lebhafter ging es in Spezialwerten zu, die bis zu 6 Prozent höher notierten. Bevorzugt waren auch heute wieder Feldmühle und die übrigen Zell» stofspapiere, ebenfalls Siemens. Bei letzteren stimulierte die Bestätigung der Verhandlungen mit der Stadt Berlin betr. eines neuen Kraftwerkes. Schwächer lagen Tietz mit minus 3,75 Prozent, da der Verkauf des Schapiro-Paketes überraschend kam. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer zumeist behauptet. Mexikaner und Türken etwas schwächer. Pfandbriefmarkt still. Der Geldmarkt war im allgemeinen wenig verändert. Vielleicht ist im Zusammenhang mit dem morgigen Zahltag eine kleine Versteifung eingetreten, die aber im üblichen Rahmen, besonders, wenn man den Halbjahrsultimo berücksichtigt. bleibt. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent, Geld über Ultimo 8 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel ca. 7 Prozent. Im Verkaufe zunächst weiter befestigt, ließ das Geschäft, abgesehen von Spezialwerten, später wieder nach. Die Kursgestaltung war uneinheitlich. und meist waren die Kurie schwächer. Rur Siemens konnten weitere 2 Prozent an-
ziehen. Kaliwerke konnten 1 bis 2 Prozent gewinnen.
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Frankfurt a. M, 28. Iuni. Der Frankfurter Prodicktenmaitt verkehrte in unverändert ruhiger und stiller Haltung. Die Preise sink/ im allgemeinen gut behauptet, nur Weizen- und Reggcnmehl gaben je 0.25 Mk. nach. Es würde.', notiert: Weizen 26.75 Mark; Roggen 2850; inl Hafer 27.75 bis 28.25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24.25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 36.75 bis 37.25: Roggenmehl 38.25 bis 39: Deizenkleie 13.85: Roggenkleie 16,25 bis 16,50 Mk. Tendenz ruhig
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Frankfurt a. M . 28 Iuni. A u f t r ic b: 78 Rinder, 1017 Kä.ber. 108 Schafe. 335 Schweine. Es wurden notiert. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 72 bis 77 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71: geringe Kälber 54 bis 64 — Schafe: Maftlämmer und jüngere Mast- hämmel kWeidemaft- 50 bis 54: iStallmast) 44 bis 49. - Schweine Fettschweine über 300
Pfund Lebendgewicht 64 bis 68. vollf'e'. eyrge Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 66 bis 70; von etwa 160 bis 240 Pfund 68 bis 72: fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 65 bis 70 Mk. Marktverlauf Kälber und Schafe bei sehr ruhigem Handel ausverkauft. Schweine schleppend, geräumt.
Schwurgericht Gießen.
• Gießen. 27. Iuni. Unter dem Vorsitze des Landgerichtsrats Hirsch wurde heute gegen den Kaufmann Heinrich Seipel von Staden wegen Brandstiftung verhandelt.
Am 10. Ianuar 1928. abends gegen 7^ ? Uhr. wurde in dem Laden des Angellagtrn ein Brand entdeckt und gelöscht, ehe er allzusehr um sich greifen konnte. Seipel wurde alsbald verhaftet; er bestritt damals und auch heute, das Feuer angelegt zu haben. Mobiliar und Warenvorräte waren überversichert; Seipel hatte aber die Prämie für 1926 27 erst nach Pfändung und die für 1927 28 überhaupt noch nicht bezahlt; die Versicherung lies trotzdem weiter. Die Prämie bezahlte Seipel am Tage nach dem Brand. In dem Hause befanden fich auch Möbel und Wäsche eines Amerikaners, die versteigert werden sollten; daß Seipel fich hieran vergriffen hatte, war nicht festzustellen. Am Mittag des 10. Ian. hatte er bei der Inventaraui stellung dieser Sachen mitgewirkt und dann mit der im Hause wohnenden Frau H. gesprochen. Rach deren Bekundungen war er dann noch zweimal in ihrer Küche gewesen, und zwar allein. Später war er noch in seinem Laden, schloß dielen ab. verwahrte die Fenster mit den Läden und fuhr nach Stammheim, wo er wohnte. Rach kurzer Zeit merkte Frau daß Rauch aus dem Laden kam und rief ihren Mann zu Hilfe. Dieser schlug mit Hilfe anderer Fenster und Türe ein, und der Brand konnte gelöscht werden. Am nächsten Morgen entdeckte Frau H„ daß die in ihrer Küche stehende, vorher noch, zu ein Viertel volle Spiritusflasche geleert war; sie und ihre Angehörigen hatten den Spiritus nicht verbraucht. Seipel bestritt entschieden, allein in der Küche gewesen zu sein. Kurzschluß konnte nicht in Frage kommen, da die Lampen noch nach dem Brandausbruch gebrannt hatten.
Auf Grund dieser Feststellungen beantragte Staatsanwalt Fischer eine Zuchthausstrafe von 1 Iahr 3 Monaten. Rechtsanwalt Schröder beantragte die Freisprechung.
Das Gericht erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 1 I a h r. Es hielt für erwiesen, daß Seipel vorsätzlich den Brand angelegt habe, wenn auch das Motiv hierzu nicht mit völliger Sicherheit festgestellt werden konnte.
Große Strafkammer Gießen.
' Gießen, 26. Iuni. Ein schon sehr häufig vorbestrafter Arbeiter aus Zotzenbach hatte im Laufe der Iahre 1919 bis 1922 mehrere Einbrüche in die hiesige Heil- und Pflegeanstalt verübt. Das Gericht erster Instanz hatte ihn deshalb zu einer Gesamtzuchthausstrafe von sechs Iahren verurteilt? Hiergegen hatte er Berufung eingelegt. Im Laufe der Verhandlung stellte fich nun heraus, daß dem Angeklagten doch weitgehend mildernde Umstände zugebilligt werden mußten. Einmal war der Wert der gestohlenen Gegenstände (es handelte fich meistens um Kleider von Patienten) nicht sehr grob, dann aber muhte berücksichtigt werden, daß der Angeklagte ein geistig minderwertiger Mensch ist. der ütftigenö in Rot gehandelt hat. Das Gericht gab deshalb seiner Berufung insoweit statt, als
es die erstinstanzliche Zuchthausstrafe tn eine Gefängnisstrafe von vier Iahren und drei Monaten umwandelte. Außerdem wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Iahren aberkannt.
Wegen Verleitung zum Meineid hatte ein Landwirt aus Herbstein vom Gericht erster Instanz eine Zuchthausstrafe von einer- Iahre und drei Monaten, sowie fünf Iahre Ehrverlust erhalten. Auf die nichtöffentliche Berufungsverhandtung hin hielt die Strafkammer das erftrichterliche Urteil aufrecht und verwarf die Berufung des Angeklagten.
Ein Schuhmacher aus Alsfcid war auf die Anklage, verschiedene Sittlichkeitsdelikte begangen zu haben, vom Bezirksschöffengericht Gießen frei gesprochen worden. Aus die Berufung der Staatsanwaltschaft hin hob die Strafkammer das erstinstanzliche Urteil in nichtöffentlicher Sitzung auf und erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gefamtgefängnis- strafe von sieben Monaten.
Amtsgericht Gieß/n.
* Gießen, 22. Iuni Am 1. Februar d. I. Hab neue hessische Aussührungsvorschriften »um Diehseuchengesetz in Kraft getreten. U. a. sind danach mit der Eisenbahn beförderte Klaucn- ticre beim Entladen amtstierärztlich zu untersuchen. Die Besitzer oder Begleiter der Tiere haben von dem Eintreffen einer Untersuchungs- Pflichtigen Sendung spätestens zwölf Stunden vor der Ankunft dem zuständigen beamteten Tierarzt Mitteilung zu machen. Bon dieser Bestimmung gibt es einige Ausnahmen So bedarf es einer Untersuchung nicht, wenn die Tiere ohne Umladung über eine Strecke von 50 Kilometer befördert wurden, was durch eine bahnamtliche Bescheinigung auf dem Frachtbrief nachzuweisen ist. Kommen jedoch die Tiere von einem Rutz- viehmarkt, so bedarf es auch bei Strecken unter 50 Kilometer einer amtstierärztlichen Untersuchung. Einer Untersuchung bedarf es jedoch nicht, wenn durch eine amtstierärztliche Bescheinigung auf dem Frachtbrief nachgewiesen wird, daß die Tiere am gleichen Tage bereits untersucht worden sind. Entsprechendes gilt bei Viehtransporten zu Schiff ober mit dem Auto. Da diese Vorschriften dem Schutze gegen die Viehseuchen dienen, muß auf ihre Befolgung insbesondere von feiten der Dichändler im Interesse des heimischen Viehbestandes mit besonderer Strenge gesehen werden. Die beiden an- geklagten Viehhändler hatten Rinder vorn ®iebener Viehmarkt verladen. Die Tiere waren am gleichen Tage untersucht, wurden aber ohne die amtsticrärztliche Bescheinigung ausgeladen. Wegen Verstoßes gegen obige Vorschriften wurden sie daher zu Geld st rasen von je 15 Mark verurteilt.
Bneflasten der Jköoffwn.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung.)
21. R. 100. Gewerbe st euer : Für die Haupt- Veranlagung für 1928 ist der Steuersatz noch unbestimmt. Für den oorläiifig angesorderten Betrag sind die Unterlagen aus dem Rechnungsjahr 1925, die damals aber verschieden waren, noch maßgebend. Einkommen st euer : Bei dem System der festen Abzüge hat der Arbeitnehmer inödifnl ■ l i ch einen Betrag von 24 Mark für sich selbst, 2,40 Mark für feine Ehefrau und 2,40 Mark für das erste Kind steuerfrei. Bei monatlicher Zahlung lind nach dem System der festen Abzüge für den Arbeitnehmer selbst monatlich 100 Mark, für seine Ehefrau 10 Mark und für das erste Kind eoenfall» 10 Mark steuerfrei.
Letzte Nachrichten.
Das Kompromiß
zwischen Zentrum und SoKaldemotraien.
Berlin, 28. Iuni. (III. Drahtbericht des Gießener Anzeigers.! Der kompromißvorschtug für die Neubildung der Negierung sieht vor, daß da» Zentrum in dem provisorischen Kabinett nur durch den Abgeordneten v. Guerard vertreten ist, der da» Berkehrsministeriuni und das Ministerium für die besetzten Gebiete übernehmen soll. Herr o. Guerard wäre in diesem Kabinett sozusagen der Verbindungsmann de» Zentrums. Das Arbeit» m i n i st e r t u in soll durch den Adg. Misset ($. p. D.) beseht werden, während da» Justizministerium durch den Abg. 5 ä n g e r ($. p. D.) besetzt werden soll. Diese» Kompromiß gilt nur bi» zum herb st.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdislonl 7 Prozent, Lombardzinssuß 8 Prozent
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