Nr >50 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger <General-Anzeiger für Gberheßen)
Donnerstag, 28. Juni (928
Zehn Jahre Gießener Hochschulgesellschast
Ao. 21. 5tbniai 1983 waren 10 Jahre verflogen leit dem Jjae der eine Anzahl toeitMidrabei Biänner ber Btrtf<t>dft und Vertreter der Wtf- lenlcftc.ft unserer Stadt Gießen im •toben Hör- faal brr 7)lcd^inischen Xhntf zur ®rüelhmfl der t>tehcB»*r »ochlchuIgeielNchaft lGesellschaft von Freunden und Jdtberrrn der Universität Bietzen, -usommensührte. In jener Sitzung, am 21. Februar 1918. wurde eine lat vollbracht tue in der Geschichte der Hessischen Londesuniver- ’ität und der Prvvinzlalhauptßadt Gießen für alle Ieilcn an hervorragender Stelle oermerft werden wird Die w,ss. nlchaitl'che und geistige Lothtlle. zu der sich Damal» Männer der Wirtschaft von Gieren und Umgegend unter Alltzllse r on Mitgliedern der Landesu nverfttat zusammenschlossen, rerdient es mit Recht, daß ihr heute, nach bar Vollendung des ersten Dezenniums eines reich gesegniken Wirkens, die Aufmerksamkeit der Oeffentllchtelt in Gießen, In ganz Hessen und weit darüber hinaus zugewandt wird.
In der Grundungsrersammlung der Gießener Hochschulgelellschaft vom 21 Februar 1918 wurden folgende Herren in den Vorstand durch Iu- ruf «wählt Geh. Kommerzienrat 8m m ei i u » Iusttzvot Grünewald. Geh Kommerzienrat Heichelheim. Kommerzienrat Klingspor. sämtlich ron Gießen, Fabrikbesitzer Dr. Leitz. Wetzlan die Untoersität entsandte in den Vorstand die Herren- Geh. Hosrat Prof Dr. Be- h a g he l. Geb Medizinalvat Pros. Dr. Strahl- Der Vorstand wühlte zu seinem Vorsitzenden Iustizrai Grünewald, zu dessen Stellvertreter Geh. Hosrat Pros. Dr. Vebaghel, zum Schatzmeister Geh. Kommerzienrat Heichelheim. zu dellen Stellvertreter Kommerzienrat Klingfpor Der Verwaliungsrat berief al» Vorsitzenden an seine Spitze den Obcrtüraer- meister Keller, al» dellen Stellvertreter Geh. .Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüge r, al» Schrift- »ützrer Pros Dr. Horn, als Stellvertreter Fabrikant Mar V L n n i n a e r.
Der Gründung der Gießener Hochschulgesell- schast wurde weithin im Hessenlande die stärkste Sympathie entaegcngedracht. Diese sand ihren Ausdruck «chon darin, daß Vertreter de» Staate», der Stadt Gießen und VNtglleder des Land- kaaes der Gründungsversammluna beiwohnten, daß ferner der Grorh-rzoa die Initiative zur Gründung der Hochschulgelc lischest lebhaft bc- grüßte Das ftarfc Vertrauen, da» der Gießener Hochichulaesellschast vom Veginn ihre» Wirkens an in reichem Maße entgegenaedracht wurde, hat ntemal» im Laufe de» ersten Jahrzehnt» de» Vestehen» dieser Vereinigung der Freunde unserer LandesuniversiiLt eine Enttäuschuna erfahren 3n bereitwilliger Weise hat die Gießener Hochichulgesellichaft allezeit den Wünschen der Dozenten resp des Senats Rechnung getragen. Wo e» ihr aus eigenen Mitteln nicht möglich war. die erforderliche Hilfe bringen zu kdnnen, da b»it sie dank ihrer weitreichenden Beziehungen Kräfte mobil gemach» und Möglichkeiten erschlossen. die dem Dienste unserer Universität zugesübrt wurden In einer Fell bitterer deutscher Avt in» Leben gerufen, trotz der furchtbaren Stürme der ersten Vachkriegsjahrv. besonder» der yrrltötenhei, Inflcrtfonszeit. haben e» die tat- frohe Schafsen»trait der Vorstandsmitglieder der Hochschulacsellschast und die Opfersreudigkeit ihrer Mlialieder zu Wege gebracht, daß der wissenschaftlichen Arbeit in der geistigen Zentra lwerl statt unsere» Hellenlandes notwendige» Rüstzeug zugeführt wurde, ja sogar ein neuer Lehrstuhl errichtet werden konnte. Die furchtbare Rot de» Staate» mochte e» diesem bald nach dem unglücklichen Ausgang de» Äticflifl unmöglich, für den Lehrbetrieb und die Forschung an der Landesuniversität über den verengerten Stal hinaus weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Mit den Wannern der Wilseuschast bedauerten auch die verantwortlichen Organe de» Staate» den Mangel an wirtschaftlicher Kraft, unter dem der Hochschulbetrieb zu leiden hatte. Da wa-r es nun die Hochfchulgesellschaft. die mit
allen ihren Kräften und Möglichkeiten zur Stütze und zur Weiterentwicklung der willen- ichaitlichen Arbeu und der Ausbildui'.g de» ata- demischen Vachwuchie» eintraf. Wertvolle Biblio- t beken wurden lpti ihr angel auf I und den llni- verlitätsinstituten übereignet, wiisen'chaftllche Apparate der verschiedensten Art für untere Kliniken und andere Institute der Universität wurden ertrorber, oder von hochherzigen Per- fönlichleiten gestiftet. Den englischen und roma- nifchen Seminar wurden die Geldmittel für die Beschaffung ausländischer Literatur zur Verfügung gestellt, die Ausgrabungen wichtiger vorgeschichtlicher Fundstätten wurden finanziert. Unterstützungen für den Druck wissenschaftlicher Werte gewährt, lurzum Überall da. wo die staatliche Fürsorge nicht Helsen kon'te. wurde die Hochschul- aefellschast sreudige Helferin und Förderin zum Vesten der Lanbesuncrersität und aller ihrer Glleder 6» würbe zu weit führen, alle Sinzel- heiten de» Geleisteten in dieser Fürsorge für unsere Lande»universilät hier auszuführen: Die obigen kurzen Veifpielc deuten aber u!>erzeuzend genug an. haft die Gießener Hochfchulgesellschaft ihrer frei übernommenen Aufgabe nach bester Möglichkeit gerecht geworben ist
Die Männer viefer Gefeilschaft beschränkten sich aber nicht nur baraus. der Arbeitsgranblaze unserer Gießener Gelehrten und ihrer Schüler immer neue Kräsrigung zuzuführen. sondern sic dehnten genläß der Satzungen ihre Ausgabe auch au» auf die Herstellung lebendiger Fiihlung- nähme zwischen Willenschaft und Volk. Iu diefern Iwecke ermöglichte die Hochichulgefellschaft Tor- tTOfl»teifen nach den verschiedensten Gegenden untere» Heisenlande». und Gelehrte unserer Stan- 6e»nnirn1ität waren es, die sich in anerkennen»- werter Weise zahlreich zu diesen Vorträgen zur Verfügung stellten, um dadurch do» Werk der Förderung und Stützung unserer Universität mit vollbringen zu helfen. Durch diese gemeinsame Arbeit von Gelehrten und Hochswulgesellscha't ist ein breiter und segensreicher Strom wissen- schastlicber Bereicherung ton Gießen au» in die verschiedensten Teile unsere» Lande» hinnusge- gangen. Vene Sympathien wurden dadurch in weiten Vevöllerungsschichten für unsere Landes- univerfität und für die Hochschulgescllschast geweckt. Sympathien, die sich dann auch in erfreulicher Weife zu pralrifchen Taten ouswirklcn. Aus diesem Tätigkeitsgebiete der Hochschulge- sellfchaft und ihrer Helfer aus dem Gießener Gelehrtenkreise seien nur erwähnt die wiederholten Vorträge in Al-feld, Friedberg und Büdingen, die Hochschulwochcn wahrend dreier aufeinanderfolgender Jahre in Mainz, Vorträge in Alzey, Vingen und Oppenheim. Die wertvoll diese Vorträge für die Sache der deutschen Dillenschast und des deutschen Geiste» waren, lehrt der lebhafte Beifall, den die Deranstal- tunflen überall fanbei,. IMe für diese Zwecke der Hochlchulgefellfchaft zur Verfügung stehenden Mittel find natürlich sehr bescheiden, deshalb haben rerlchiedene Orte die BortraaSkoften selbst aufgebracht. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, boh in terschredcncn Siäbten durch die Initiative rühriger Anhänger Ort»- ober BtzirkSgruppen gebildet wurden. Aatürllch erhöhen starke trogfähigc Ort»gruppen die Möglichkeit der Abyalluna interessanter Vorträge. S» ist ersreulich, daß trotz mancherlei Hem- mim gen von außen auch gerade in Worms eine starke Ortsgruppe besteht.
Vach dem Ableben de» ersten Vorsitzenden. Iustizruts Dr. h. c. Grünewald, ging Die Leitung der Gießener Hochschulgefellfchaft im Dezember 1925 auf Provinzialdireltor Graes über. Als stellvertretender Vorsitzender wirkt seit der Gründung der Geselllchaft noch heute Geheim erat Prof. Dr. B e h a g h e l. Do» Schrist- fübrtramt versiebt Dr Dbtticher, da» Amt de» Schatzmeisters wird von Qöanfbi rettet Grieß bau er au»geübt. An der Spitze de» Verwaltungsrats stets der Präsident der Industrie- und Hanktelskovwier Gießen, Kommerzien-
BlelirinnöeiifieüenSWern.
^omdti von Sdgar Wnttacc.
Copyright by Wilhelm 3o(bmann, Verlag, Leipzig.
Nachdruck verboten.
4t Fortsetzung.
impf nicht Ich gebe
wagend, „bai nicht Immer L __________ .
Sie nicht Coro Selforb selber gesprochen. Möglich —" er lächelte ein geisterbleiches Lächeln —, „bah mein Mandant das aony Gebäude Ihrer Anklage mtt einem einzigen Dort erschüttert."
mit grüner Tinte geschrieben!"
Havelock beseiichtcte die trockenen Lippen. Dick sah, wie er fett seine Daumen in ben zusammen- gepreßten .nänben ocrkeumpst hielt. Er muhte, es ging um seinen Aale, und noch wollte er den Kamps nicht aufgeben.
zu/ sagte er langsam, jedes Wort ab- ,tz der schein gegen mich spricht, «der behalfen die Indizien recht. Noch haben trb Selforb selber gesprochen. M'
«In i'adirln
Da bewegte bei Gesänge,« jum ersten Mal dis Lippen.
Hyvothefen," brachte er mühsam hervor, „Hypo- thefenr
.Die Schreibsachoerstäiidigen werden beweisen, ob es Hypothesen sind ober nicht. Ader ich brauche diesen Beweis gar nicht. Ich habe die grünen Flecke an Ihrem Finger gesehen, vorgestern, als ct< mir Selforb» »riet au» Kairo zeigten, der angeblich eben eingetroffen war. Merkwürdige» Zusammen, fretten, Herr Anwalt — — Selforb» Brief war
„Worten Sie nicht auf Lord Selforb", tagte Dick und reckte sich zu seiner ganzen Größe auf. „Lord Selford ist toll*
Da sprang Havelock auf, und er fühlte die Hände der Beamten nicht, di« ihn iesthiellen.
..(Er ist--?
CEr kam nicht weiter.
„CEr ist tot/ bornierte Ihn Dick Marlin nieder, „und ich kenne sein Schicksal! Sie haben ihn bleiern Teufel in Menschengestalt, Sie haben ihn efofetti für seine furchtbaren Experimente überantwortet — und bafür allein ko,innen Sie an den Galgen!"
Havelock wankte. Totenbleich, mit geöffneten Lippen stand er da, unwillkürlich irrte feine Hand zum Halse. Da merkte er, daß die Schlussel fort waren.
Mit ausgestrecktem Arm hielt sie ihm Dick entgegen.
Havelock machte eine Bewegung, wie um sie ihm zu entreißen, doch die Beamten waren stärker al» er.
Da fiel ihm der Kopf in den Nacken. Aste Adern traten» an seinem ml le hervor, seine Glieder wurden steif wie Hotz. Pfeifend entflog ihm der Atem. Das dauerte einen Moment. Dann richtete er stch auf, legte die Hände an den Innenflächen der we- lenfe zusammen und tagte mit erloschenem Auge: ..Fesseln Sie mich? Ich weiß, wenn Ich geschlagen bin. Ich habe mein Spiel iwrlorrn." ,
Seine Lippen schloßen sich, und Dick, der chu an- sah, wußte, dost er dis zu seinem Ende, dem bitteren und doch viel zu milden Ende, schweigen würbe.
31.
..Sieben Schlosser — liehen Sästussel", tagte Dick nachdenkllch, al» er mit Kapitän Sneed am frühen Morgen die Gräber der Selford» aufsuchte. Eody befaß einen, Mrs. Cody den anderen, ber Gartner Silva ben dritten. Havelock unb Staletti als 5)äup- ter der Derfchwörung hatten die anderen vier. Wenn 3talctu geborgen Ist, können mir die Tür zur eiiuindzwonzigsten (Bnibfammcr öffnen."
Sie mußten eine Stunde warten, bann kehrte die Rettiingsmannfchast mit bret verdeckten Bahren aus hem Steinbruefj zurück. Tom Eawlcr schritt mit gesenktem Kopf neben her Leiche seines Bruder». Dick hielt ibn einen Moment an unb sagte leise:
..Nicht wahr, (faroler, Sie befudjen mich? Miß Lansdown möchte Ihnen persönlich danken. Und machen Sie lich keine Gedanken um Ihr« Zukunft! Dafür wird gesorgt."
Ton, Lawler nickte ftumm, drückie Dick krampfhaft die Hand imb verfchwaiib im Walde. Dick hatte nichts von seinem Bekenntnik gesagt, nie würbe lemanb erfahren, daß Staletti schon ror dem Sturz in die Tiefe getötet worben war.
Einer der Männer, der bei ber Bergung der verunglückten geholfen hatte, brachte Dick bte beiden feuchten Schlüffe!
Er stieg ah erster bte steile Trepve brr Toten- gruft hinab. Die Tür der dritten (Braofammcr stand offen. Dick trat hinein unb beleuchtete ste Ein vier» eckiges Loch gähnte im Boden.
„Dos ist der Stollen, ber unter dem Hügel hin« burd) bis jun, yerreechau» führt und unter dem Kamin des Spielzimmers endet. Wahrfcheinllch war es das einzig« Gemach im Schloß feiner Väter das Selford besuchen durfte — des ?tachts. wenn alles schlief. So kitte Staletti wohl im Anfang fein Heimweh belämpft, unb da Lord Selforb ein Sind blieb, auch wie er heranwuchs, ließ er »ich die einzige magere Freude feines trüben Dafeius nie wieher nehmen. Al» Staletti Miß Sansdown» Flucht entdeckl«, befenb sich sein Zögling grrabe im Schloß.
rat Schirmer Xlntcr der Führung biescr Herr«' denen die beratenbr Mitarbeit ft art intcneiherter Mitglieder des Vorstandes und Teroaltungerat» eine wertvolle Stütze ift. darf man eine weitere rege Arbeit ber Hoch*chulgeiell- lchait zum Vesten unserer Hellischen Landesun.- verfitäf unb ter deullchen W.'fenfchaff erwaNen
3u ihren bedeutfamen Leistungen für unsere Lanke»unirer'ität wurde die Gießener Hoch- l<bulfl#fcllM)alt ir. früheren Jahren befähigt durch hochherzige Stillungen ihrer Freunde unb Gön- ner. bflmber» au» den Kreisen ber x^nbustrie. Die wachsenden wiNschäftiichen echwierigletten unb hie zunehmenden Lasten durch die Gefetzge- düng in Reich unh Staat haben aber leibet auch die flinuahmeguelkn der Hrchichuiaefeilschait gegen srüher aelchmäler! Daher muß da« Werl ba» in früheren Jahren auf verhältnismäßig schmaler Valis aufgebaut war. für die Iukunlt ein breiteres Fundament erhalten, bannt ben Orforbcmiffen unterer Lanbesuntveriität auch "gefraft des Staate» hinaus in her gebührenden Welle entsprochen werden kann Mochten sich in unterem .^eftenlanbe recht viele Bürger unb Bürgerinnen stnben die im Rahmen ber Gießener Hochschulgetellschast tatfroh mit- zuhelfen bereit lind zur gedeihlichen Aufwärtsentwicklung unterer Landesuniversttäf. zur gründ- lichtten Schulung unteres alademitchen Rachwuch-
le» unb zur Bereitung einer besseren Iuluntt untere» Volke» durch die Iwrnefung \-r geistigen Kräfte in unterem Votksfbrper ®» wäre erfreulich wenn in oem Jubel fahre der Hochlchu!- gesellfchaft recht viel«, letzt "vch bette,teftehenfre Kreife kurch ihren V.itr,N dieser Getelllch.llt ihie Anerkennung bezeugen würden Bon den aL.» bemitchen 5Xreiten unb von Leuten deren Ldh.e und Tochter hte ihuverfitat b. "chen. hallen wir e» eigentlich für telbtircrftünblich baß lle Ihrer Bildungsstätte dcn llcti en lähittchen Tribut zollen soweit es ihnen irgend möglich Gl Ab, r auch ander« Krefte die in der vrhaltuiig unb Stärkung unterer BNbungsstälten eine gewim.- bringenbe Kapitalanlage unseres Volkes erblicken, sollten nach Mögiichlett beitreten unh damit den Willen zur Hebung Deutschlands bekunden Ga: c besonder» wurden wir es begrüfien. wenn die Stubenlenldiah b, r Hochlchu'getellschaf, au» Ai - erfennung für die Unterh.tnunq der Wissenschaft, für die Hebung der Feischung zu dem Jubiläum eine Entschließung mifn-ih n I uaie wonach |tbtr Ltudiercnde sich v«rpslichte,. in iet>«m chemester einen Ufinen Beitrag abzuführen. Da» wäre wobt dos ’dx'i’ft« Gescheut v't Jubelfeier her Hochschulgesell schalt unb die Anerkennung Ihrer selbstlosen Vestrebunge.i von einer Lette, die e» ganz besonders vigeht Stemit wurden unsere Studenten nur ihren Äommiluontn an manchen anderen deutschen Hochschulen folgen
Geschichten aus aller Well.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Hann thal.Wasflinglon und dtcParMvcniic.
(h) R « uVork.
Hier, sechs K#tl>cii Krasfwag. n sausten blt Park Avenue zu Tkeuyork auf unb ab. Gin kleiner stämmiger Italiener iKrtudife wiederholt, zwilchen den Autos hinburchzulchlupfcn. Der Ver- kebrspott.zitt bemerkte es und rief ihm gutmütig zu
.Gib dir keine Mühe. Tony, es gelingt bi r doch nicht!"
Als die Lichter von Grün zu Not wechselten, slufcte die Meng« der Fiißganger über Den Fahr- domm. Und zu dem vorük^rgehenben Italiener tagte der Schutzmann.
.Hanni bat zog über die Alpen und Washington setzte über ben Delaware, aber in ben Verkehr der Bark Avenue hälfe sich keiner von beiden gewagt."
Auch eine Heldentat
(—) Paris.
Der Pariser Kunstmaler Maurir« B t a in I n d erlebte nach feiner Sturm- und Drangpenod« die bei schäftenden Künstlern ,richt gerade seltene sogenannte „innetz Wandlung und kam au ber Ucberzeugung, baß alle», wo» er in früheren vielten gemalt halle, völlig wertlos sei unb seinem fltnstlcrllckvn Ruse nur schaden könne Blaminck llogie fnbonn bem Kunsthändler, bei dem feine Gemälde in Kommillion waren, fein Leid, ohne jedoch auf Verständnis zu stoßen Im Gegeuleisl Ter tüchtig« Kaufmann stellte anhand feiner Bücher fest, baß die noch nicht verkauften Bilder de» Künstler» einen Wert von etwa dreimal hunberlionfend Franken repräsentierten und beteuerte, die Bilder unter diesem Prei'e auch nicht verschleudern zu wollen. Blaminck war im höchsten Grade beftürzt. ör mußte feine Werke toieberbefommen, um fein .Gewissen" zu beruhigen. Der Infall war dem Mann mit der .Wandlung" hold: sein Onlel fegneie da» Ottiiche unb hinterlieft ihm lefne schdne Villa Kurz ent1d>loffen Pcrfautle Bla- minck da» Grbaut für —- dreimal hunberttautenb Franken unb ließ für die> Summe durch einen Agenten feine eigenen Bilder laufen. Dann baute er in feinem Atelier einen regelrechten Scheiterhaufen auf und oerbfannte alles, was er in fünfzehn Jahren gefchalfen. Auf die Frage ob er denn Meten fonderbaren „Mord' nicht bereue, antwortete Blaminck feinen Freunden: .Olein, denn ich bin fest davon überzeugt, baß
Staletti ,m,ßte ihn unb Johnny Eawler zurück- kaffen, um sich zunächst einmal felber in Sicherheit zu bringen und die Papiere In feinem Hause zu nernichten. Die beiden großen httflosen Kinder hoben sich dann mit Tom Eawler in dieser Grob- fautuur versteckt. Wahrscheinlich hielt er hier Wache, während ste sich ins Schloß schlichen, um Selfords Spielieng zu holen."
Dick trat mit enreb aus der <8rabfanuiKr heraus, und do» Licht feiner Lampe fiel auf die schwere Tür om Ende des Gange». Schkuisel noch Schfüfsei schob Dick in do» passende Schloß und ließ es zu- rückschnoppen. Als dos siebente Schloß geöffnet war, schwano dle Tür langsam auf. Eine eilige Woberluft schlug ihnen entgegen. Dick trat sofort an die Steinurne heran und hob den Deckel auf. In der Urne befand sich eine schmale Stahlkassettc. Sonst mar die Hammer teer. Sie trugen die Kos- fette hinaus, oerfchiossen das Tor unb durchschritten ben Park. Sie verweilten einen Moment vor den rauchenden Trümmern de» Herrenhauses, auf bi« noch immer di« spärlichen Güsse ans ben Schläuchen der Feuerwehr fielen, unb begaben sich bann in Do» Pförlneryaus. um bie Kassette zu offnen. E» dauerte eine Weile, bis ber Deckel aiilqebrochen rrar, unb bann fanb sich nichts darin als cm« schmal« Roll«, bie sich beim Entfalten al» Älaften- heft entpuppte, mit e» bie Schulkinder zu ihren Aufsätzen benu^en. Die Seiten waren eng beschrieben. Beide Manner erkannten fofort Eadys Hand- idfrift.
.Jjefen Sie vor, Martin", bnt Sneed. „Ste fön- nen Handschriften bester entziffern als ,ch."
Da schlug Dick Martin b,e erste Seite auf unb begann die merkwürdige Geschichte brr Irr mit den sieben Scßlösiern.
32.
^Diese Niederschrift stammt von Henry Eostton Bertram, genannt Bertram Eody, und geschih mit Willen unb Zustimmung derjenigen Personen, hi« ihre Namen imtcr do» Dokument gesetzt haben. Sie wurde in ber Rocht zum s. Marz l^ll!; besällosten, um zu oerhiudern, daß im Falle einer Entdeckung einer ber Unterzeichneten sich mif Kosten feiner Gefährten entlasten könnte.
Gregory, vlseount otltarb starb am 1s. Rovern- btt des Jahres 19<Xi. Er war stets ein Sonderling gewesen, doch hotten sich feine Eigentümlichkeiten in den letzten Jahren vor feinem lobe so gesteigert, bah er auf bi« firc Idee verfiel, seine getarnten Besitzungen fluffig jn machen und bas Gelb in ber Grabkmnmer zu verderben, in dem der Gründer
ich im In le reffe der l u n st v c r st ä n d i- gen Menlchheit gehandelt l;alx " ...
zi'rd .stni kdoti
(f) Londo n.
D«i Gelegenheit eines Diners, ba» unlängst in London ZN Sirren de» in önglanb weile.,den großen Aulomobilsabrikanlen gegeben wurde, fcle.t tord ein« Ansprache, die au» genau nur 33 sage beeiunbbreihig — Wörlern bestand. Das schien ihm als olonomischen Amerikaner lang genug. Da er in seiner Rhetorik allo <t> sparlim war. sahen lich andere Festteittiehnicr g«»wungee. uiu so ausgievigcr au» »ich h-rauszupcyen, und einer von ihnen erwarb sich b-ibe, mangels geeigneteren Slossrs — ba» Vcrbienl' die neueste .hvrd-Anelbole zu erzählen, die seibsl den von Ratur etwa» lauertopsischen Helden der Geschichte zum Lachen brachte.
Ford fuhr einst in feinem gewohnten Ford- Kleinauto in der Umgebung von Detroit spazieren. al» er an einer Wegbiegung einen schweren unb eleganten Wogen an traf ber Vanne halle Besitzer und Chauffeur bemühten sich im Sckweike Ihres An^e ichte» vergelten/, kos Nicki che Gefährt wieder in Gang zu bringen. Ford lieft tein .Wägelchen' holten stieg au» und reparierte hl wenigen Minuten höchst persönlich dos fremde Äutomovil. Der hvcherfreule Veiitzcr rückte solort eine Dollarnote, um fiä den, lieivnswür- tzigcn Helfer in Anerkennung seiner fabeflofen Arbeit zum Präsent u machem. aber Ford wehrte lächelnd ob mit den Worten:
. Danke sehr, nicht terr. Aber ich habe 3elb mehr als genug!"
.Co. for entgegnete perpler der andere. „ 2lbec zum Teufe!, wenn dem wirklich fo ist. warn m fahren Sie dann in einem Ford?"
Ter Archivar im Bergwerk
(i) Riga.
Dec Korrespondent b;c Moslauer .Prawka" in Lharkow luclbct seinem Blatte in einem ausführlichen Artile', daß in der letzten 3<lt von ben v«rschledens.cn üibuflrieLen >ln:«incbu;«n in der Ukraine immer lautere und gctornifd)» lere Proles e gegen bie überljanbiiebmenbt Heimsuchung durch Kontrolltor, Missionen der verschiedenslen Art und Zusamnientetzung erhoben werden. Tiefe behördlichen Vernche 'ind fo zahlreich unb |j langwteria. daß bi? Unternehmen in iftrcr Arbeit auf geh alten und !o ac
ber Familie beigesetzt worben wai unb in der er selber begraben ju werben wünschte. Er lieft bohre bie alte Tur. Die einem Uinbruri) faum nüber« stauben hätte, abbreeften unb nac.j ihrem Muster bei ber »zirma Rizini in '.Wailanb ein« Tur au» Stahlbeton Herstellen. Auch bicse Tur batte sieden Schlöffec. Die li.bcn Schlussel wollte Lord Selsor, unter Heben Teska ment »Vollstreckern verteilen, bi* gehalten fein fällten, sic seinem Solin an (chkiu 25. (flcburisiogc ausziihänbigei'. Aul biefe lltzeijc hoffte er, seinen Erben tagfeidj vor Ucherporleilunq unb Iniunbtorheiten zu bewahren. Er weihte Dir. Havelock in seinen Plan ein, unb selbst als fein Necht»vertretet ihm bebeutete, boß ein solche^ Ber. fahren bem Erblehengesetz tuibersprache, hielt er tah baran fest unb vertraut- sich auch bem italienischen Arzt Doktor ötolfiri an, bem er feine Viel« gung geschenkt hatte, unb ber baher ein häufiger Gast auf Selforb Manor «ar.
Lord Selforb war schon seil längerer Feit ein unverbesserlicher Alkoholiker gewesen, unh Drei Wochen vor seinem lobe erlitt er einen heftigen Anfall von Delirium trement. Der Anfall ioar kaum vorüber, do Irof Mr. Havelock cm. um ihm ein Geständnis zu machen, ifr hotte an der Borte spekuliert unb babei |o schwere Verluste trillten, boß er sich in seiner Verzweiflung am Gelbe feiner Klienten vergriffen hatte, (fr mußte auf Befragen zugeben, daß auch Lord Selforb unter ben Leid- tragenden sei. Nun stünde er vor bem Ruin, unb er bäte seinen Mandanten fntefäOm, ihn vor her Schande einer gerichtlichen Verfolgung zu bewahren. Die fehlende Summe betrug zehntauteno Pfund, aber obschon Lord Sesforh allein an Jahrein - fünften ein Mehrfaches dieses Betrage» bezog, sand er fich nicht bereit, den an ihm begangenen ver- trauen-brnch zu verzeihen, vielmehr drohte er ernst- lich, Havelock selber den (berichten au',ltefern zu wollen. Die Ausregung vieler Auseinandersetzung erwies sich jedoch ata zu groß für feinen vom An- 'all bereit» gcfchevächten 9orprr. Er erlitt einen Schlaganfall und mußte beiknnungrlas in sein Bett ««tragen werben. Dabei leisteten Elisabeth Eawler, die Haushälterin, und ein portugiesischer Gärtner nennens Silna tätige Hilfe. Doktor Staletti würbe gleich gerufen, unb unter teinra eifrigen Bemühungen lehrte £»rt) Selforb noch einmal ins Bemußrfein Zurück In heftigem Ion wicberhotte er feine Be- (djulbigungcn gegen Havelock, fo baß bellen ver- «ften nunmehr außer Lord Selforb noch drei anderen Perßmen bekannt ioar.
(Schluß folgt)


