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gab. so viele Herren vom Verbände begrüßen zu dürfen. Lein besonderer Gruß gelte den neu in den 2. E. angenommenen Turnerschaften Rhenopolatia. Frankfurt, und Arminia, Gießen.

Nachmittags um 4 Ufjr stellte man sich zum F e ft z u a am Bahnhof aus. Bon hier aus be­wegte sich der Zug durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt unter reger Anteilnahme der Bürger zum Markt, wo anschließend ein D ä m - merschoppen statkfand. Vertreter der Stadt und des Ofsizierkorv- waren zugegen. Professor Völz in g, Gießen (A. v. Hasso-Raffoviae), richtete mahnende Worte an die jungen V. Ter und forderte sie auf, im Geiste der gefallenen Brüder, denen der Verband kürzlich auf dem Greifenstein ein ragendes Heldenenrcnmal in Gestalt eines neueroauten Bergfrieds errichtet hat, im späteren Berufe ihre ganze Kraft der gedeihlichen Zukunft unseres Volkes und Vater­landes zu weihen.

Der Turnerschastertag fand am Sonntagmorgen mit einem gemeinsamen Frühschoppen sein Ende.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen.

a. Klein-Linden, 27.3uni. Unter starker Beteiligung auch aus benachbarten Orten ver­anstaltete der hiesige Schützenklub ..Vo­land" (Vorsitzender Lokomotivführer Friedrich Stein) an den vier lehien Sonntagen aus seinem Schießstand ein P r e i S s ch i e h e n. Cs wurden auf die Zwölfer-Vingscheibe je drei Schuß abgegeben, die höchst erreichte Ringzahl betrügt 35 Ringe und wurde von drei Schützen erzielt. Die letzten Preise gingen ab mit 31 Hingen. Die Verteilung der wertvollen Preise, meistens nütz­liche Haushialtungsgegenstände, wurde am Sonn­tagabend im Verein-lokal, dem Turnerheim, vor­genommen und hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 35 Ringen Friedrich Stein. 2., mit 35 V, Johannes Köhler, Hoche'beim: 3., mit 35 V., August Pfeiffer: 4.. mit 31 V, Heinr. Keudel: 5.» mit 34 R, Wilhelm Wagner-, 6., mit 33 V., Wilhelm Volkert: 7., mit 33V., Wilh. Erle: 8., mit 33V., Gottfr. Ben de- roth: 9., mit 33 R., Ludw. Schwarz, Gießen: 10., mit 32 V., Heinrich Friedrich: 11., mit 32 R., Altenheime r, Lützellinden , 12., mit 32 R., Karl Otto: 13.. mit 32 R.. Walter Müller: 14., mit 32 V., Heinrich Mohr, 15., mit 32 R., Ludwig Hildebrand: 16.,mit 31 V., Albert Deibel: 17., mit 31 V., Wilhelm Magnus, Grohen-Linden.

L W le s eck, 27. 3uni. Der Gemeinde- r a t beschäftigte sich in feinen letzten drei Sitzungen mit dem Haushaltungsplan f ü r 1928. Die verschiedenen Rubriken wurden erläutert, bei einzelnen Posten war die Aus­sprache sehr rege, nur kam der Gemeinderal manchmal auf Gebiete, die mit dem Voran­schlag nicht- zu tun hatten. Rubrik 1 und 2 wurden ohne Aussprache angenommen. Ein An­trag zu Rubrik 3, die Obstbaumpflanzungen auf die Hälfte au vermindern, wurde abgelehnt. Heber die Schäferei entspann sich eine längere Aussprache, doch wurden die Anträge, die eine Aenderung herbeiführen wollten, abgelehnt. Del der Rubrik 22, Allgemeine Verwaltung, konnte Bürgermeister Schomber mi Heilen, daß die Einnahmen bedeutend höher sein konnten, wenn die Gemeinde die Gebührensätze erheben würde, die zulässig feien; aber aus sozialen Gründen würden in den meisten Fällen keine Gebühren erhoben, da e8 sich meistens um Bescheinigungen handle, die sür Erwerbslose, Sozialrentner und dgl. Personen ausgestellt würden. Gin Ge- t.meinderatsmitalied wünschte den Bezug einiger Zeitungen zu streichen, damit der Etat sich t>er- 'ringerc. In der Einnahme beim Kap. Oesfent- , liche Sicherheit wurden die Einkünfte aus Be- ' kanntmachungen vermißt und dementsprechend ein Antrag angenommen, daß sämtliche Einkünfte dem Gemeinderechner zuzuführen sind, deren Wert inan mit 200 Mari einsetzte. Einem Rachtwächter wurde gestattet, im Rebenamt den Fleischbeschauerposten zu versehen. Ein Mitglied deS Gemeinderats wollte die Rachtwächterposten wie früher im Rebenamt vergeben, was jedoch abgelehnt wurde, da sich gerade diese Einrichtung sehr gut bewährte. veffentliche Gesundheits­pflege und Wohifahrtseinrichtungen wurden mit

zwei kleinen Erhöhungen Voranschlagsgemäh an­genommen. Ein ganzer Sitzung-abend wurde auf Rubrik 29, evangelische Kirch«, verwendet, und trotzdem konnte der Gemeinderat zu keinem Ergebnis gelangen, ihn nun vollkommene Klar- beit zu schaffen, wurde eine Kommission gewählt, die mit dem Kirchenvorstand eine Aussprache bzw. eine Einigung erzielen soll, da es der Ge­meinde nicht möglich ist. die von der Kirche angeiorderten Summen zu decken, die in diesem Jahre weit höher find, als in früheren Jahren. Ein Antrag, die für Unterhaltung der Straßen vorgcfchene Summe von 12 000 Mk. auf 10 000 Mark zu ermäßigen, fand Annahme. Gefordert wurde hierbei die Beseitigung der Schlaglöcher in den Straßen und die Instandsetzung der Korn­blumenstraße: die Beiöebiltung des bisherigen ZustandeS in dieser Straße ist auf die noch nicht fertiggestelltcn Hausanschlüsie von der Kanali- fation zurückzusühren. da sich die Anwohner weigern, die HauSanschlüsse auf eigene Kosten herzustettrn. Ein Antrag, dem Faselwärter an­statt 250 nur 100 Mk. Zulage zu bewilligen, wurde abgelehnt Der vorgesehene Betrag von 1000 Mk. zur Errichtung eine- Ehrenmals für die Gefallenen wurde dahin geändert, daß dieser Betrag auf 3000 Mk. erhöht wurde und zum Bau einer Turnhalle bienen soll, die zu gleicher Zeit das Ghrenmal für die Gefallenen wird. Sie angesetzte Summe von 500 Mk. für einen Wiesen­wärter wurde gegen einige Stimmen angenom­men. Da der Gemeinderat mm der Meinung war. daß die Beratungen jetzt doch noch nicht zum Ziele führen, wut.de die Schlußberatung des Boranschl gs auf später ve tagt

-s- Alten-Buseck, 27.Juni. Dieser Tage fand die Versteigerung des Heugrases der Gemeindewiesen statt. Besonders hohe Preise wuroen für die Grasnutzungen jenseits des Saubringer Passes gelöst, da zahlreiche Käu­fer aus den benachbarten Orten erschienen waren. Im Durchschnitt reichten die Dersteigerungspreise weit über Oie vorjährigen hinaus. Fast die doppelten Ergebnisse erzielten die trocken gele­genen Wiesen, wo bas Gras in guter Qualität zu finden ist. Saures Futter, das von feuchten Wiesengründen geliefert wird, war für billiges Geld zu haben. GS wurden durchschnittlich be­zahlt für: 1 Grasstück, meist 2500 Geviertmeter, geringerer Güte 2040 Mark, mittlerer 4560 Marl, für solche in guter Lage bis zu 80 Mark. Einzelne ausgesuchte Stücke, die alljährlich von denselben Käufern beliebt waren, kamen sogar über 100 Mark hinaus. Für die Höhe der dies­jährigen Preise dürste wohl der Umstand maß­gebend sein, daß der Kleeschnitt soweit beendet und kleinere Landwirte die gesteigerten Gras- nutzungen meist zur Orünftttterung benötigen.

t Treis a. b. Lda., 27. Juni. Eine hiesige Frau sand auf dem Felde zwei aneinandergebun­dene schlapp gewordene Kinderballons, an denen eine Ansichtskarte von Köln befestigt war, mit der Angabe der Adresse des Absenders. Rach dem Inhalt der Karte waren die Ballons am 24., abends 8 Uhr. in Köln aufgelassen wor­den. Der Absender bittet den Finder um Angabe von Zeit und Ort der Auffindung unb verspricht ihm ein Geschenk. (!)

Z 2lllendorf a. d. Lumda , 27. Juni. Am Sonntag wurde hier das zweite diesjährige Mif - s i o n s f e ft in der Kirche gefeiert. Im Bormittags- gottesdienst predigte Missionar L a n g h o l d von der Hermannsburger Mission. Im Nachinittags- gottesbienft, der wegen des prachtvollen Wetters im Freien auf dem Platze vor der Kirche abgehalten wurde, sprach außer Missionar Langhold noch Pfarrer Helder von Dorlar. Außerdem wirkte im Nachmittagsgottesdienst noch der Po- saunenchor mit. Noch beiden Gottesdiensten wurde eine Kollekte zum Besten der Hermannsburger Mission erhoben.

rx) Beltershain, 27. Juni. Am Sonntag fand auf Veranlassung des Landwirtschaftsamts Grünberg ein Feldrundgang in unsrer Ge­meinde statt. Es wurden die Winter- und Sommer­felder sowie die Wiesenflächen besichtigt und an Ort und Stelle Fehler der Bodenbearbeitung, Düngung und Pflege der Aecker besprochen. Die Winter­frucht steht im allgemeinen recht gut. Die Gerste, teilweise auch Hafer, stehen etwas dicht. Die Ver­unkrautung der Aecker mit Ackersenf, Hederich, Kamille u. a. tritt in diesem Jahre besonders hervor. Die Hackfrüchte konnten einer Beurteilung noch

Königliche Markensammler.

Don M. Büttner.

Kaum eine andere Beschäftigung ist in ähn- lichem Maße zugleich eine Liebhaberei der Kö­nige und der Bürger wie das (Brief märten- sammeln. Kann man sich doch nicht nur mit fürstlichen, sondern auch bereits mit den be­schränkten Mitteln des »gewöhnlichen Sterb­lichen" pfftlateliftische Freuden bereiten I So schwierig eine leidlich zuverlässige Vollszählung der weltumspannenden Sammlerinternationale wäre, so verhältnismäßig einfach erscheint die --- zeitgemäß ausgedrückt statistische Erfassung der Marlensreunde unter den Fürsten. In dieser Beziehung dürste heute kaum noch mit unbe­kannten Größen zu rechnen sein.

Läßt man die Inhaber der Throne Europas Revue passieren, so muß zweifellos zuerst Kö­nig Georg V. von England als Be­sitzer der größten fürstlichen Markensammlung genannt werden. Der britische Monarch begann bereits als junger Seekadett sich sür Postwert- ^ichen zu interessieren unb konnte auf seinen Reisen von 1879 bis 1882 noch unwahrschein­lich billig Marken erwerben, die heute zu den seltensten und teuersten zählen. Die Sammlung Könia Georgs, die sich auf Groß-Britannlen und dessen Dominions und Kolonien beschränkt, gilt alS die schönste unb vollständigste aus diesen Gebieten. Zahlreiche Stücke wurden zu hohen Preisen im Markenhandel und in öfsenlUchen Auktionen erworben. Aber trotz der runden Summe von 3000 Pfund Sterling, die der König, wie inan sich erzählt, als Höchstgrenze für seine jährlichen philaielistlschen Ausaaben festgesetzt bat. gelingt eS nicht Immer, dafür alle ter- lockenden oder gewünschten Seltenheiten in seinen Besitz zu bringen so manche wird ihm durch boUarftatle amerikanische Sammler entführt.

Die Markenschätze deS britischen Herrschers, deren Wert auf mehr als 2 Millionen Mark bemessen wirb, werden in einem besonders schö­nen Raum des Buckingham-PalasteS aufbewahrt unb von Sir Edward Dennp Bacon, dem trüberen Präsidenten ber Königlichen philateli. Nischen Gesellschaft, sachverständig verwaltet. Manche Viertelstunde ber Mutze bringt hier ber. König zu. der einmal geäußert hat r Markenstudium sei eine- ber größten Ver­gnügen seines Lebens. Zu den kostbarsten Rar - täten ber köni^ichen Sammlung gehören u. a.

die in Wasserfarben ausgesührten Originalent- toürfe für die ersten Briefmarken der Welt, die Rowland Hill, der große englische Post- reformator, 1840 dem Schatzamt einreichte, ferner die Originolzeichnung des Malers M u I r ea b t) für die ersten frankierten Briefumschläge, dann die beiden berühmten Mauritius-Marken mit ber unrichtigen InschriftPost Office, die heute zusammen mit weit über 100 000 Mark bewertet werben, die 4 Pence von Westaustralien 1834 mit kopfstehendem Schwan, heute ein »seltener Vogel" im Werte von ungefähr 20 000 Mark, unb andere Kostbarkeiten.

Auch der englische Thronfolger, der Prinz von Wales, ist feit Jahren eifriger Marken­sammler, widmet sich aber auch den Postwert­zeichen anderer Länder. Er besitzt u. a. eine vollständige Sammlung ungebrauchter Marken Liberias unb eine prächtige Zusammenstellung ber Wertzeichen Frankreichs und seiner vielen Kolonien. Von seiner Weltreise, auf ber ihm zu Ehren wiederholt MarkenauSstellungen ver­anstaltet wurden, lehrte der Prinz natürlich mit einer reichen philatelistischen Ernte heim.

König Alfons von Spanien ist ebenfalls feit langem Markenfammlcr und intereffiert sich besonders für die Postwertzeichen Spaniens. Por­tugals. Frankreichs und der Kolonien dieser Länder. Für ihn wurden, lediglich zur Vervoll­ständigung seiner Sammlung, besondere Rach­drucke der portugiesischen Kolonialmarken berge- stellt. König Gustaf von Schweden, ber Präsident des Schwedischen phllatelistischen Ver­eins ist, besitzt eine die ganze Welt umfassende Sammlung, in der besonders ausführlich die Alt-Europa- bzw. Alt-Deutschland-Marken be­rücksichtigt sind. Auch ber schwebische Kronprinz ist Philatelist. Zu den gekrönten Markenlleb- habern gehören ferner König Albert von Belgien, ebenso wie Königin Elisa­beth und der belgische Kronprinz Leo­pold, Königin Maud von Rorwegen. König Alexander von Jugoslawien, die italienische Königin Elena unb ihr Sohn, der Prinzvon Piemont. während der König selbst Münzfammler ist. Der kürzlich verstorbene König Fcrbinanb von Ru­mänien beschäftigte sich bis in die letzten Tage hinein mit feinen Briefmarken Als ihn ein Besucher fragte, ob ihn diese Beschäftigung nicht zu «ehr anfticngc. erwiderte ber König, eS fei ihm im Gegenteil ein solches Vergnügen, dach er so weit komme, dabei sogar seine Lewen

wenig unterzogen werden. Die Kartoffeln sind infolge des Fühlen Wetters nach dem Sofien noch im Wachstum zurück, das trockene, warme Wetter wird aber das Wachstum fördern und die Lücken ausfüllen. Die Futterrüben wurden in der Reihe zu weit gepflanzt. Eine engere Pflanzweüe in der Reihe ist im Interesse der Rentabilität non der Ackereinheil erstrebenswert. Die Diesenflächen sind noch verbesserungsbedürftig. Sachgemäße Pflege, Dün fiung und Bc- und (tntrocijjerung sind für Dauer- utterflächen unerläßlich. Die vom Landwirtfchafts- amt Grünberg in unserer Gemeinde angelegten Düngungsversuche, je einer zu Gerste, Hafer, Wiese und Weizen, wurden besichtigt und demon­striert. Roch dem Rundgang hielt der Rundgangs- leiter, Dr. Setzer, in der Gastwirtschaft von Hch. (Erb einen Vortrag überBetriebswirtschaftliche Fragen nach der Heu- unb Körnerernte". the Aus spräche stellte Unklarheiten richtig. Bürgermeister Hornmann dankte zum Schluß im Namen der er­schienenen Landwirte dem Landwirtjchaftsamt Grün­berg. insbesondere Dr. Setzer, für diese lehr­reichen Veranstaltungen und gab der Hoffnung Aus­druck, daß derartige Rundgänge und Vorträge öfters in unserer Gemeinde ftattfmben möchten.

)( Lich, 27. Juni. Stiftspkarrer Schorle mm er wurde auf Grund einer Arbeit über altkirchliche Kollekiengebcte und einer mündlichen Prüfung von der theologischen Fakultät der ßanbesunioerfität zum Lic. theoL promoviert.

Xlrci* Büdingen.

§ Büdingen, 27. Juni. Die Le i m ba chschen uno Zipp scheu Basaltwerke, die zwischen Büdingen und Rinderbügen gelegen sind, bringen bas geförderte Steinmaterial auf dem hie­sigen Bahnhof zur Berladung. Dabei berühren die AahrAeugc auf ihrem Hin- und Rückweg mehrere Strotzen der Stadt, darunter auch die enge Ober- gaffe. Seitdem nun die Werke dazu übergegangen sind, Lastwagen mit zwei und b r e i An­hängern einzustellen, bie den Abtransport zu wiederholten Malen am Tage vornehmen, hat sich eine starke (Erregung unter der in Mitleidenschaft gezogenen Anwohnerschaft breit gemacht. Sie fand ihren Rieberschlag in einer intStern" abgeyal- tenen Protest Versammlung, bei ber bie Spitzen ber KreiS- unb Stadtbehörden zugegen waren. In ber Versammlung wurden lebhafte Klagen laut, baß. von ber ungeheuren Staub- plage ganz abzusehen, durch bie fortgesetzten Er­schütterungen Risse unb Sprunge in ben Häusern zu beobachten wären, so bah mit ber Zeit noch ernstere Beschädigungen auftreten müßten. Außerdem störe der Lärm unb bas Ge­töse, die schon in ben frühsten Morgenstunden einzufehen pflegten, ungemein unb vertrieben bie Fremben aus bet Stadt. Es sei dringend ge­boten, rasche Abhilfe zu schaffen. Obwohl man allseits bie Klagen als berechtigt anerkannte unb auch bie Abänberungsvorschläge (Bau einer Teileisenbahnstrecke in Richtung Rinderbügen, Schaffung einer ^Imgehungsstraße) als zweck­mäßig fanb, konnten doch von keiner Seite Zu­sicherungen gemacht werden, weil jegliche Geld­mittel sehlten, eines ober bas andere ber vor- geschlagenen Projekte auszuführen. Man faßte schließlich eine Resolution, die ben Standpunkt ber Versammlung zum Ausdruck brachte. Sie soll an die maßgebenden Stellen weitergeleitet werden. Die Verwirklichung des Eisenbahnpro- jekteS Büdingen Rinderbügen - Ke­fenrod Ober-Seemen, über da- schon so oft geschrieben wurde, könnte alle Klagen zum Verstummen bringen. Aber auch eS scheitert an ber heutigen Unmöglichkeit ber Ausbringung der nötigen Geldmittel.

711 b b a , 27. Juni. Hier besteht seit einigen Wochen eine sog. Verwaltungsschule, in der Gehilfen von Spar- unb (SetneinbctaUen, Krankenkaffen, Bürgermeistereien und sonstigen nicht staatlichen Aemtem für die neu eingesührte unb für die Vorstände ber betreffenden Stellen vorgefchriebene Verwaltungsprüfung vorbereitet werden. An dem hiefigrir Kursus beteiligen sich 18 junge Leute aus Ridda, Büdingen, Ortenberg. Gedern u. a. O. Der älnterricht findet in der hiesigen Realschule Samstagnachmittags statt und sott neun Monate lang dauern. Voraussetzung ist, daß die Teilnehmer eine ordnungsmäßige Lehrzeit bei einer der in Betracht kom­menden Behörden bestanden haben. Haupt­fächer sind Gefeheskunde, Kassen- unb Derwal-

tungswesen, die bis setzt von AmtSgerichtSraj Dr. A n b r a e (Ortenberg), OberverwaltungS- Inspektor Gottmann (Oftenbach), Oberstadt- Inspektor D e d m a n n (Offenbach) und Äaffen- keamte Krenkel (Büdingen) eingehend behan­delt werden.

? Ridda. 27. Juni. Zum 1. Juli verläßt Lehrer D o m m die hiesige Volksschule. um in den Ruhestand zu treten. Heber 42* Jahre wirkte er hier mit vorbildlicher Pflichttreue im Dienst der Heranwachsenden Ju­gend, der er. dank seines Lehr^efchickS unb warmen Herzens, mehr noch als Führer und Förderer fein konnte. Selbst die schwierigsten Lchulverhäktnifse jahrzehntelang zählte feine Schulklasse 80 und mehr Schüler vermochten nicht, feinen Arbeitseifer zu lähmen unb seine Arbeitskraft vorzeitig zu brechen. Mit gleich- bleibender Lehrfreudigkeit erfüllte er seinen Be­ruf biS zur letzten Dienststunde in der er Lehr­buch und Schreibfeder aus der Hand geben mußte. Eine ehrende Abschiedsfeier, die von b<r Stadt, der Schule und feinen ehemaligen Schu­lern geplant war, lehnte er bescheiden ab. ttie er nie für geräuschvolle Feiern yu^aben war. Still, wie es feinem Wesen uno Wirken ent­spricht. wird er mit Ablauf dieser Woche auS dem Dienst scheiden. DaS einmütige Gefühl der Dankbarkeit unb Verehrung geleitet ihn in den Ruhestand, unb herzliche Wünsche zu einem fried­vollen unb sonnigen Lebensabend finden in dem ganzen Städtchen ihren Widerhall.

Kohden, 26. Juni. Gestern mittag stieß hier auf der Örtsstraße mitten im Dorf bas Perfo- ntnauto eines Kaufmanns aus Ortenberg mit einem Motorradfahrer, einem Bäcker aus Ridda, zusammen. Zum Glück wurde ber Rad­fahrer zur Seite geschleudert, und kam mit einem Nervenschock davon. Nur diesem Umftanb hat er es au verdanken daß ihm nicht beide Beine ab- gequetscht wurden. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert.

KreiS Schotte«.

h. Schotten, 27. Juni. AuS dem G e meinberat. Der neue Voranschlag für V j. 1 928, vom Finanzausschuß voraeprüft. wurde unbeanstandet angenommen. Da der Rechnungsabschluß der ®emeinbctcc,mung von 1926 mit einem ilebcrfdjufe von etwa 35 000 Mark abschließt, wirkt sich dieS günstig für den neuen Voranschlag aus. Aus ben städtischen Gebäuden werden etwa 9700 Mk. vereinnahmt, bie Ausgaben betragen 5300 Mk. Die Grund­stücke bringen über 7000 Mk., der Wald über 21 000 Mk. ein, Iagovacht 1400 Mk. Für He­bung ber Markte ist ein größerer Betrag vor­gesehen. An Wassergelb erhebt bie Stadt etwa 11 000 Mk. Die Kosten ber allgemeinen Verwal­tung belaufen sich auf 22 000 Mk. Für baS neue Krankenhaus Ist ein Betrag von etwa 10 000 Mark vorgesehen zur Verzinsung der aufgenom­menen Schuld. 2500 Mk. werden für öffentliche Gesundheitspflege verausgabt, 8000 Mk. für Ar­menpflege. Für Volks- unb Realschule wendet die Stadl 20 000 Mk. auf. Für die Kirche ist ein Zuschuß von 1500 Mk. vorgesehen. Zur Unter­haltung ber Straßen sink) 11000 Mk. notwendig. Für die öffentlichen Anlagen, Turnhalle usw. stehen 3000 Mk. zur Verfügung. Soziale Für­sorge erfordert 11000 Mark zur Unterstützung ber Sozial- unb Kleinrentner Zur Verbilligung ber von Oer Stadt genehmigten Daubarrehen sind 2000 Mk. in Ausgabe eingestellt. Die Ein- nahmen an Reichssteueranteilen betragen etwa 22 000 Mark. Die Gemeindeumlagen wurden auf 39 500 Ml. festgesetzt. Der nähere Steuerans- schlag wird noch besonders geregelt Der Ge- melnberat bewilligte dem Dienenzuchtverein an­läßlich seiner großen Ausstellung, bie vom 28. bis 30. Juli in ber Turnhalle stattsindet, einen wertvollen Ehrenpreis. Üeber bie Frage der Deckung des Defizits ber Kirche soll eine Besprechung mit dem Kirchenvorftanb ftattfin ben. Die Errichtung eine# Selbstanschlusj- amte« für ben Fernsprechverkehr steht in naher Aussicht. Mit ben Fernsprechteilnehmern soll verhandelt teerben, bamit biese ben verlangten Zuschuß von 10 000 Mk. mit garantieren unb decken Helsen. Den Echloßweiher will die Stabt auf Angebot hin vom Staat erwerben. Für bie Gewährung einiger Daudarlehen übernimm! die Stabt biß zur Eintragung dec Dauhtzpothek dem

zu vergessen. Auf den Thronen außerhalb Eu­ropas ift als leidenschaftlicher Markenfreund ber König Fuad von Aegypten zu nennen, aus dessen Anregungen man die vielen ReuauSgaben seines Landes zurückführt, endlich im Fernen Osten der junge Kaiser von Japan oder einige der Herrscher Indiens, wie desr Mahara­dscha von Gwalior, ber Rajab von Sarawak, älebrigenß war auch König Wilhelm III. von Holland, ber Vater ber jetzigen Königin Wil­helmine, ein stark interessierter Sammler: seine an Seltenheiten der holländischen und Kolonial­marken besonders reiche Sammlung wurde 1924 gelegentlich einer Ausstellung im Haag gezeigt.

Ein bekannter Mariensammler ist der frühere König Manuel von Portugal, der jetzt in England lebt unb dessen Markenschätze Mll- lionenwerte darstellen sollen. Als er feiner Zeit bei dem Umsturz flüchten mußte, fiel seine Sammlung den Revolutionären als Beute in die Hände, und erst den Bemühungen des eng­lischen Botschafters dessen verständTriSvotter philateliftischer Landesvater wohl einen Wink gegeben hatte -- gelang eS, dem portugiesischen Exkönig wieder zu seinem kostbaren Markenbe­sitz zu verhelfen. Die Sammlung soll in erster Linie die wertvollen ältesten PoftwertAeichen Portugals und seiner zahlreiche Kolonien in prächtiger Erhaltung umfassen.

Endlich sei daran erinnert, daß Zar Niko­laus II. ton Rußland einer der größten Briefmarkensammler war. Seine auhervrdenllich reiche Sammlung konnte dem Zugriff der Revo­lutionäre entzogen werden und soll nach ben Vereinigten Staaten gelangt sein. Der Zar war ein sehr eifriger Philatelist unb widmete sich nach Möglichkeit täglich für einige Zeit feiner LieblingSbeschästigung. Daß er sich nahezu jeder. Dammlerwunsch erfüllen unb fast jede überhaupt verkäufliche Seltenheit beschaffen konnte, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Ein wertvoller Bestandteil der einstigen 3arenfammlung, eine vollständige Zusammenstellung ber sogenannten Romanow-Jubiläumsausgabe von 1913 mit allen Probedrucken usw., tourbe vor kurzem in Lon­don zum Verkauf angeboten, ohne daß sich ein genügend zahlungskräftiger Sammler gefunden hätte.

So haben wir nachgewiesen, daß baS Marken­sammeln ein wahr hall königliches Vergnügen ist, und eS wäre mithin der Fall denkbar, daß einmal «m besonders leidenschaftlicher Phila­

telist unter ben Monarchen wie einst Shake­speares König Richard für ein Pferd -- seinen Thron für eine Briefmarkensammlung bergeben möchte!

Hochschulnachnchten.

Der biesiährige (zehnte) Qkrtretertag deS Deut­schen Akademischen Assistentenver- b an des findet am 29., 30. unb 31. Juli in Breslau statt. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Berichte deS Vorstandes und der Ge­schäftsführung: .1) Bericht deS Vorsitzenden: d) Bericht des Schriftführers: c) Bericht des Kassenwarts: d) Bericht deS Geschäftsführers. 2. Berichte der Landesverbände. 3. Anträge des Vorstandes, der Landesverbände, Ortsgruppen unb Fachgemeinfchaften. 4. Haushaltsplan. 5. Verschiedenes. Der durch die Emeritierung von Prof. A. Pröbsting au ber Universität Köln erledigte Lehistuhl der Augenbeilkunde ift dem ordentlichen Professor Dr. Aurel v. Szily in Münster i. W. angeboten worden, v. Sziltz ist 1880 zu Budapest geboren, studierte in Buda­pest unb Freiburg i. 05., arbeitete längere Zeit anatomisch unb embryologisch und widmete sich seit 1906 der Augenheilkunde besonders als Assi­stent von Arenseld an der Freiburger Augen­klinik. 1910 erhielt v. Szily in Freiburg i. B. die venia legendi für Augenheilkunde. 1924 Über­nahm er daS Ordinariat unb die Leitung ber neu eröffneten Univerfttätsaugenklinik in Mün­ster i. W. v SzllyS Arbeiten betreten u. a.: nor­male Entwicklungsgeschichte unb Mißbildungs- lehre, experimentelle Dachologie und vathvlogischc Anatomie deS Auge», klinische Ophthalmowgie. Der durch daS Ableben des Professors Älar Schcler an der Universität Köln erledigte Lehrstuhl der Philosophie ist dem ordentlichen Professor Dr. Ernst Lass i re r in Hamburg angeboten worden. Der auS DreSlau gebürtige Philosoph ist Schüler von Hermann Lohen unb Paul Ratorp unb zählt zu ben bedeutendsten Vertretern der .Marburger Schule", die baS Kantische Ged^ntcnfr stem in nationalem Sinne umgestaltet unb auf bie verschiedensten Gebiete unserer Zeit anzuwenben sucht. Lassirer promo­vierte In Marburg unb habilitierte sich 1906 in Derlin. 1919 Übernahm Eassirer bie neuerrich- tete orbentliche Professur sür Philosophie an der hamburgischen Llniversität. Lassirrrv Arbeite» find erkeiuitntstheoretischen unb historischen haltS.