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Sermann Büller verhandelt Welter.

Berlin, 28. 3unL (1DTB. Juntfprud).) Abge­ordneter Blüfler-Jtanlen erslattele heute Vormittag 9.30 Uhr dem Herrn Reichsprasibenlen Be- richt über feine im Laufe des gestrigen Abends und der heutigen Morgenstunden mlf Vertretern des Zentrums geführten weiteren Besprechungen in der 3rage der Zusammensetzung der Reichsregie­rung. Abg. Müller-Iranken wird mit Einverständ­nis des Reichspräsidenten seine Verhandlun­gen aus der in diesen Besprechungen neu begonnenen Basis sortsehen. Er hostt im Lause des heutigen Nachmittags dem Herrn Reichspräsidenten seine endgültigen Vor­schläge über die Besetzung der einzelnen Minister- Posten machen zu können.

Zwischenbilanz.

Berliner Prcsscstimmen zum Stand der Regierungoverhandlungen.

Berlin, 28. 3unl. (£11.) Während die »Tagl. Rundschau" kommentarlos über den Derlaus der gestrigen Verhandlungen Hermann Wällers be­richtet, beschäftigt sich von den übrigen Blättern vor allem dieGermania" sehr ausführlich mit der Lage. 3n einemZwischenbilanz" über- schrieb.ven dir titel bemerkt sie. daß man, wenn man der Sache auf den Grund gehe, leider zu der Feststellung genötigt wird, daß der Zu- sarnrnenbruch der Verhandlungen zurückzufübren ist auf die eigenartige Mentalität, die man dem Zentrum gegenüber an den Tag gelegt hat. Das Zentrum sei mit dem Wunsche der Dizekanzlerschast hervor- getreten, nachdem feststand, daß ein Kabinett der Persönlichkeiten gebildet werden sollte. Es sei ohne weiteres einleuchtend, daß diese Forde­rung in dem Augenblick berechtigt war, wo in einem lraktionSmäßig nicht gebundenen Kabinett die politischen Kräfte bei den übri­gen Parteien zusammengeballt wur­den. Die Sozialdemokratie würde, falls die Wünsche des Zentrums auf die Vizekanzler- schast oder ein hochwertiges Ministerium nicht erfüllt werden, im Reich mit dem Kanzler, den Reichstagspräsidenten und den wichtigsten Mini­sterien eine führende Stellung Ionel)oben. 3m Hinblick auf die Vertretung der D. V. durch Strcsernann und EurtiuS müsse es um so unverständlicher anmuten, wenn diese be­scheidene Forderung des Zentrums nicht erfüllt worden ist. Die Vermutung, daß es sich um rein persönliche 3ntereffen handelt, scheine sich zu bestätigen. Wenn sich Herr Stresernann des Weges über das Reichspräsidentenbureau bedient habe, um eine mißliebige Lösung zu verhin­dern, so müsse man dies betonen, daß es sich um Wirth gehandelt habe. DaS Blatt fragt, ob eS in der Sozialdemokratie selbst Politiker gebe, die einen Eintritt Wirths in das Kabinett nicht wünschten, weil sie glauben, daß dadurch ihre persönlichen 3nteressen gefährdet sind. Die Tore seien auch heute noch nicht gesperrt, ob­wohl man nicht wisse, welche Lösungen jetzt an* gestrebt werden sollen. DaS Zentrum habe sich nicht an die Wand drücken lassen können.

DerVorwärts" schreibt, daß daS Verhal­ten des Zentrums am Mittwoch dicht an eine Krise deS parlamentarischen Sy­stems herangesührt habe. Daß Dr. Wirth ohne die schöne Pfauenfeder des Vizekanzlers nicht habe mitspielen wollen, sei tief bedauerlich. Wirth oder Severin g! Schicksalstragödie oder Prozeßkomödie? Seit drei Wochen wisse das Zentrum, daß es für die Sozialdemokratie nur einen 3nnenmlnifkt gebe: Severing. Die Sozialdemokratie habe durch das Fallenlassen ihres Widerspruches gegen Wirch als Vlz<ckan^- ler und chre Bereitwilligkeit, daS Finanzmini­sterium herzugeben, mehr als Mögliches zu einer Verständigung getan ... DieVos s. Ztg." betont, daß nach dem Verhandlungsbericht der sozialdemokratischen Fraktion allgemein der Ein­druck besteht, daß sich die Zentrumsfraktion in den Personalsragen innerlich vielfach verrannt hatte und kaum noch zurück konnte, nicht zum mindesten aber habe das Verhalten Dr. Wirths dazu beigetragen, der durch sein Festhalten an einer falsch ausgefahten Prestige­politik nicht nur die Zentrumsfraktion in eine wenig beneidenswerte Situation hineinmanöv­riert. sondern auch die Sozialdemokratie in der schärfsten Form brüskiert hat.

Kabinettswechsel in polen.

Rücktritt PilsudskiS vom Amt deS Ministerpräsidenten.

Warschau. 27.3uni. (WD.) Heute nach­mittag um 1,30 Hbr hat Ministerpräsident Mar­schall Pilsudski dem Präsidenten der Repu­blik daS Rücktrittsgesuch des gesamten Kabinetts überreicht. Der Präsident der Republik hat die Demission angenommen und den bis­herigen ftetlbcitvetcnben Ministerpräsidenten, Prosesfor Dr. Kasimir Bartel, zum Minister­präsidenten ernannt. Auf Vorschlag des Minister­präsidenten Bartel hat der Präsident der Repu­blik als Minister deS neuen Kabinetts die Mi­nister d?s vorigen Kabinetts mit zwei Ausnahmen ernannt. An Stelle deS bisherigen llnterrichtsministerS Dobrucki wurde zum linier- richtSminister der bisherige Direktor des poli­tischen Departements des 3mienmlnifterium6. Kasimir Switals ki. und an Stelle des bis­herigen VerkehrsministerS Ramocki der 3ngc- nieur Alfred Kühn zum Verkehrsminister er­nannt. Marschall Pilsudski übernimmt im neuen Kabinett daS Kriegsministerium.

Die Umbildung der polnischen Regierung und der Rücktritt PilsudskiS vom Ministerpräsidium ist als eine Einleitung zum wahrscheinlichen end­gültigen Ausscheiden PilsudskiS aus dem politischen Leben überhaupt an» zusehen. Der KrankheitSzustand des Marschalls hat sich so weit verschlechtert, daß er zunächst mindestens auf drei bis vier Monate eine Kur durchmachen und sich von feder politi­schen Tätigkeit fernhalten muß. Die Lage ist weiterhin dadurch verschärft worden, daß auch der neue Ministerpräsident Bartel sofort einen mindestens sechswöchiaen Gr» holungs urlaub antreten muß. Die Ver­tretung Bartels wird der ArbettSmintster M o raczewski übernehmen, während man an- nimmt, daß die Leitung deS Krieg-mii lk.-riums

dem General Sofnkowfki übertragen wird.

Besonders die Ernennung Switalskis zum llnterrichtsminister hat bei den nationalen Minderheiten Erregung hervorgeru'en, weil j der Minister als Minderheiten f e i n d l i ch gilt > und in seiner bisherigen Stellung als Ehef der politischen Abteilung im 3nnenminiftetium her­vorragend an den Wohlmihbräuchen bei der letzten Wahl beteiligt gewesen sein soll, wo­durch große Massen von Mindcrheitenstimrnen verloren gegangen sind. Die Umbildung des Ka­binetts hat in parlamentarischen Kreisen Be­fremden erregt, well sie ohne Fühlung­nahme mit den Parteien erfolgt ist. 3n Kreisen der parlamentarischen Opposition erklärt man. daß die Ernennung Bartels wenig gün­stige Aussichten für die Zukunft biete und die Möglichleit einer Verschärfung des Streites zwi­schen Se,m und Regierung entstehen lasse.

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England und die Rheinlandräumung.

Chamberlain im Unterhaus.

London, 27. 3uni. (WD.) 3m Unterhause fragte D u x to n den Staatssekretär für aus­wärtige Angelegenheiten, ob er angesichts der kürzlich von dem polnischen Außen­minister abgegebenen Erklärung die Ver­sicherung abgeben wolle, daß die englische Re­gierung die Gewährung weiterer Ga­rantien an die polnische Regierung In Ver­bindung mit der Räumung des Ryeinlandes nicht inS Auge fasse. Chamberlain antwortete:Die großbritannische Regierung hat wiederholt festgestellt, daß England nicht in der Lage ist. weitere Garantien zu geben oder ihre Verpflichtungen auS dem Völlerbundspakt und dem Vertrage von Locariw zu erweitern.' v. Ponsvnbh fragte hierauf: Kann man demnach der Auffassung sein, daß die englische Regierung hinsichtlich der Frage der Rheinlandräumung vollständig freie Hand hat?" Ehamberlain antwortete: Gewiß müssen wtr unS mit anderen Mächten ins Benehmen setzen, aber wir haben feine Wei teren Verpflichtungen." Darre 3 o- nes fragte dann:Wenn der Staatssekretär des Auswärtigen in der Angelegenheit freie Hand hat, hält er dann nicht die Zeit für ge­kommen. wo wir unsere Truppen aus dem Rheinland zurückziehen müssen?" Cham­berlain empfahl dem Fragesteller, seinen Partei­führer Lloyd George darüber zu befragen, warum dieser die Frist von 13 3 ahren in den Vertrag von Versailles habe aufnehmen lassen. Wenn er auch selbst zur Zeit des Ab­schlusses des Vertrages dem Kabinett angehört habe, so kenne doch Lloyd George den Vertrag und dessen GedankengSnge heiser.

Der demokratische parteilonvent

Die Programmrede BowerS.

Houxton, 26. 3unl (WTD.) Auf dem de­mokratischen Rational-Konvent hielt der vorläu­fige Vorsitzende Claude BowerS die Pro- gramnicrede, in der er auSführte, die Demokra­ten hätten zu einem Ausrottungskriege gegen »Privileg und Plünderung" und a e- gen »Autokratie und Bureaukratie" mobilisiert. Dir marschieren, fo erklärte 2o- wers, gegen die Zentralisation, die die Freiheit deS Bolles bedroht. Wir kämpfen für die Ehre der Ration, die durch die unverschäm­teste und schamlose st e Korrupt tons- orgie besudelt worden Ist. Bowers griff die Tarifpolitik und die Subfidepolitik der beiden letzten republikanischen Regierungen an, die jetzt hofften, das Gewissen der Ration im Schlaf­trunk einer vorgetäuschten Prosperität zu be­täuben. Die 4 Millionen Arbeitsloser, die Mil­lionen verlassener Farmen, der Bankrott von 4000 Banken und 23 146 Handelsfirmen in den sieben 3obren der republikanischen Herrschaft be­deuteten jedoch alles andere als Pro­sperität. Wir beabsichtigen, so erklärte 2o- wers, der Dollaroiplomatie in La­teinamerika im 3nteresse der Gerechtigkeit und auch im 3nteresfe des amerikanischen Han­dels ein Ende zu bereiten.....Wit unserer

derzeitigen Politik säen wir in Lateinamerika eine Saat, von der unsere überseeischen HandelS- rivalen ernten werden. Wir können unsere Wa- rinesoldaten, die unsere südlichen Rachbarn mit der Muskete aufsuchcn, nicht gegen die englischen oder deutschen Reisenden ausspielen, die ihnen mit einem Lächeln entgegenkommen. Die Re­publikaner schützen lediglich die Großunternehmer, während die Demokraten sich des kleinen Ge- schästsmannes und des Farmers annehmen. 3n diesem Zusammenhang richtete Bowers beson­ders heftige Angriffe gegen den Schahfekretär Mellon, den er als den »Pittsburger 2 r a t i a n u" bezeichnete, der aus amerikanischen Farmern rumänische Bauern machen wolle, um die Kassen einer geldstolzen Kaste zu füllen. Dem­gegenüber kehre die Demokratische Partei zu den alten Grundsätzen der Freiheit und Gerechtigkeit zurück.

Wüste Tumultszenen.

ttm die Kandidatur deSGouvcrneurSLmith

Senator Robinson, der al- der aussichts­reichste Kandidat für die demokratische Rvmi- nation für die Dizepräsidentschast gilt, wurde zum ständigen Dorsitzenden des Kon­vents erwählt. Als Robinson m einer Rede während der kurzen MittagSsitzung darauf hin­wies, daß 3efferson sich besonders über jene Destimmung der Bundesverfassung gefreut habe, wonach kein Anwärter auf ein öffentliches Ver­trauensamt sich einer Prüfung feiner re­ligiösen 11 cberseuaung zu unterwerfen brauche, wurde diese Erklärung von den An- hängeni des katholischen Gouverneurs Smith mir demonstrativem Beifall ausgenommen. Unter den Delegierten der Südstaaten, na- memlich denen von Horb-Äarolbra, Alabama und Georgia, entstand jedoch ein großer Tumult, Der schließlich zu wüsten Schlä» g e r e i e n führte, die erst nach etwa 10 Mi­nuten durch die herbeigcholte Polizei nach aus- atebigem Gebrauch ihrer Knüppel veigelegt wer­den konnte.

Während des demonstrativen Beifalls, den die Erklänmg RvbinkonS bei den Anhängern deS Gouverneurs Smtth auSlöst«. ergriff ein Delegai des S:aateS Mississippi die von der Delegation mitgefüforte Standarte und lief damit in den Mittelgang der Konventshalle. Die An­

hänger Smiths schlossen sich ihm sofort an und begannen unter großem 3übel einen Rund- marsch durch die Halle. Sie versuchten, die Standarten der gegen Smith eingestellten Delegationen von Dord-Ka^iina, Alabama und Georgia zu ergreifen und die Delegationen ge- waltsam bi die Parade hinein-uziehen. Dabei kam es zu einer Reihe von Faustkämpfen. Die Standarte von Rord-Karolina wurde zer­brochen und schließlich muhte die Polizei ein» greifen und von ihren Knüppeln Gebrauch machen, doch wurde dabei niemand ernstlich ver­letzt. Rachdem sich der Sturm gelegt hatte, letzte Robinson seine Rede ungestört fort.

3n der heutigen Abendsitzung werden vor- auSsichllich die Reden folgen, in denen die ver­schiedenen Kandidaten für die demokratische Rorni. arion dem Knnvenl vorgrschlagen werden. Die Rominierung des Reuyo.ller Gouverneurs Smith dürste, wie allgemein angenommen wird, im ersten Wahlgange erfolgen. Auch die Delegaten des S.aales Ohio haben nunmehr beschlos en, die meisten ihrer 43 Stimmen für Smith abzugeben.

Tagung des SicherheMomiiees

Die Modellvcrträgc

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 26. 3uni. 3n G « n f ist der S i che r- heitSauSschuh der vorbereitenden Abrü- stunaskonferenz wieder zusammengetreten, um sich mit den verfch ebenen Mvdellverträgenfür den Abschluß von S.cherheits- und Schiebs- gerlchtSpck.en zu beschäftigen. Ursprünglich hat­ten wir uns auf den Standpunkt gestellt, daß im 3nteresse deZ Friedens zuerst über prak­tische Abrüstungsmahnahmen beraten toerben müßte, Frankreich aber, das von Rü­stungsbeschränkungen nichts wissen will, setzte die Bildung eines Sicherheitskomitees durch, daS sich mit einer nochmaligen vertraglichen Ga­rantierung des Friedens, richtiger ausgedrückt, des gegenwärtigen Zustandes unter besonderer Berücksichtigung der sich für die Sieger auS dem Bersailler Diktat eraebenben Rechte befassen soll. Wir trugen der veränderten Situation durch die Ausarbeitung von Modellverträ­gen Rechnung, die sich nicht nur in der Rich­tung der von uns seit dem Kriegsende befolgten Politik der Befriedung Europas bewegen, son­dern auch mit der g leichgearteten Politik der Bereinigten Staaten sich decken. Aber auch bicre Entwürfe hoben die Zustimmung Frankreichs und seiner Gesolgstaaten bisher n l ch t zu er­ringen vermocht.

Was Frankreich will, liegt auf der Hand, es strebt auch hier ein Oft-ßocarno an, woraus wir uns natürlich nicht einlassen können, weil das keineswegs die Sicherstellung des Friedens bedeutet. Trotzdem muß sich Deutschland jetzt im SicherhcitSkomitee mit feinen Gegnern herum­schlagen und versuchen, die besten Losungen zu erreichen. Dis im Sicherßritskomitee so weit reiner Tisch geschaffen ist, daß man an die tat­sächliche Abrüstung Herangehen kann, dürfte wohl noch viel Wasser bergab fließen. Glück­licherweise läuft daneben noch der Kelloggschc KriegSächtungspakt, so daß wir nicht allein auf verlorenem Posten kämpfen, sondern in Ruhe abwarten können, wie sich Frankreich und Luneriko einig werden. Wird die Kriegs- ächtung vertraglich fundiert, dann kann daS Sicherheitskomitee feine Arbeiten e i n st e l l e n, well die Aechtung des Krieges durch alle Ra­tionen die beste Friedenssicherung ist. Die Ab­rüstung könnte beginnen; wir werden aber gut tun, nicht mit ihr zu rechnen, weil Frank­reich auch nach der Verwirklichung der Kellogg- schen Absichten noch immer Gründe in genügender Menge bereit Hilten wird, um sich der Rüstungsbeschränkung zu entziehen.

Verhaftung eines Deutschen in Afghanistan.

Berlin, 27. 3unl. Wie dieB. Z." durch einen Brief aus Kabul Erfährt, hat der deutsche Major Christen, seit mehreren 3ahren als Militärinstrukteur in Kabul tätig, ein Liebling des zur Zeit noch abwesenden Königs, bei einet Hebung einen Zusammenstoß mit einem ungeschickten afghanischen Offizier gehabt. Dieser begab sich sofort ins Lazarett, und es wird jetzt behauptet, daß er lebensgefähr­lich erkrankt sei. Major Ehristen wurde sus­pendiert, unter Militärbewachung ge­stellt (seine Familie unter Polizeiaufsicht) und hat ein Berfahren zu erwarten. Es wird in dem Brief behauptet, daß eine türken- freundliche Gruppe in Kabul seit län­gerer Zeit gegen die ganze deutsche 2lrbeit in Afghanistan intrigiere. Don unterrichteter Seite wird darauf hingewiesen, daß Driefe von Kabul hierher über drei Monate brauchen, die Angelegenheit also ziemlich weit zurück­liegt. Auch im Auswärtigen Amt ist brieflich bekannt geworden, daß eine derartige Angelegen' Helt geschwebt hab.m soll. Da aber weitere tele­graphische Rachrichten des deutschen Gesandten in Kabul hier nicht ein gegangen sind, dürfte die Sache keine Bedeutung haben.

Aus aller Wett.

Tic Reichsbahn

3um Ummendorfer Eisenbahnunglück.

Don der Reichsbahndireklion Stuttgart wird miigetelll: ..Die ReichSbahndirektion Stuttgart hat zu der Entgleisung des Schnellzuges D135 in Ummendorf am 27. 3uni weitecc Feststellungen gemacht und teilt über das Ergebnis u. a. folgen­des mit: Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Ursache der Entgleisung darauf zurückzu- führen ist, daß der Zug mit zu großer Ge­schwindigkeit in die Weiche, für die eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde vorgcschrieben ist, hineingefahren ist. Hieraus weist abgesehen von den nictzt durch­weg übereinstimmenden Aussagen von Zeugen die Tatsache hin, daß nach dem Zeiger des Ge­schwindigkeitsmessers der Zug nicht recht­zeitig und ordnungsmäßig aus der Geschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde abgebremst, sondern zu schnell zumHal- ten gebracht wurde. 3rgendwelchc Lockerun­gen deS SchtenenbefestigungSmaterialS sind weiter nicht wahrgenommei, wocden. Der Umstand, daß einzelne der zum größten Teil zerstörten Schwel­len sehr morsche Stellen zeigten, rechtfer­tigt in keiner Weise die Annahme, daß sie be» tnebägcfäbrfid) waren."

Die Uiatten-BranbfllftnngCTi an der preußisch-sächsischen Grenze.

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Von einem Rehbock sch.ver verletzt.

Wernigerode griff auf der Chaussee ein Rehbock einen Radfahrer an und

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warf ihn vom Rabe. DaS wütende Tier ver­letzte den am Boden Liegenden schwer an Schlafe, der in hoffnungslosem 3 u stände inS Krelskrans enhauS gebracht wurde. Den Rehbock fand man schwer verletzt im Walde auf. Die Trümmer deS Fahrrades trug er im Gehörn.

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Die Verhandlung in dem Bautzener Massenbrand, stiftungsprozeß gegen die Baruther Feuerwehrlcuie nahm am Dienstag ihren Fortgang mit dem Versah, ren gegen den Stellmacher Daul Kl Imke aus Da. ruih wegen vorsätzlicher Brandstiftung zunächst m vier Fällen, nachdem Montag schon einige kleinere Fälle abgeurteiU waren. Auch Klimke mar Mügl^d der Baruther Feuerwehr. Er und der Ar- beiter Fackel haben die meisten Brandstif. tu na en verübt. Es wurde festgestellt, daß cuth der Bürgermeister de» Ortes von den Brand, ftiftungen wußte. Fn einer Feuerwehroers immluog hat er erklärt, wenn es brenne, sollten erst die Men- ichen gerettet werden, bann bo3 Vieh. Da» an. o c r e könne brennen. Um die alten Buden sei es nicht schade. Einmal war der Bürgenne tter do?. einem Brandstifter geohrfeigt worden, ohne da­rr den Mann onzeigt«. Er erflarte gestern ./Wenn ich die Ohrfeige nicht eingesteckt hätte, stände mein Wohnhaus heute nicht mehr' Der Feuerwehrhauptmannn Rockel habe direkt ja Brand st iftungen aufgefordert. Derfchir. bentlid) fei nicht in bas Feuer, svndern daneben gespritzt worden. Klimke erhielt fünf Fabre Zuchthau » und fünf Fahre Ehrenrechtsverlust.

Die deutsche Jraucntagung in Köln.

Der zweite Tag bet deutschen Frauentagung in Köln stand unter dem Thema »Frau und Wirtschaft". StabtMro;torin Dr Her Kraus sprach über »Wirtschaft und ihre Fo.^n als persönliches und soziales Schicksal." 2üj nächste 2tebnerin sprach Frau Katharina Mül­ler. Berlin, die Borsitzend« des Verbandes weiblicher Arbeiterinnen über »Die erwerbs­tätig« Frau in der Wirtschast." Ausgabe u* Ziel der Diganllicrten BerufSzw«ig« der Fra» sei eS. die Kluft zwischen den Ständen beseitigen. Zum Schluß sprach Gräfin Margarete Keyserling k, Lammerau. über daS Thema »Heim und Wirtschast." Die Einschätzung der Frau im Heim und die deS HeimeS und der Hauswirtschaft im Rah'men der VolkSwinschost müsse mehr als bisher in den öffentlichen, poli­tischen und wirttchasllichen Vertretungen zur An­erkennung und Auswirkuiig kommen. Die Kenn­zeichen einer kranken Tbirtschaft kämen in erster Linie im Heim zum Ausdruck durch schlechte WohnungsverhältnÜse und durch ein Uebermatz an Frauenarbeit. Die Mrtschast müsse in der Einseitigkeit der Technisierung schließlich erstar­ren, wenn nicht lebendige, schöpferisch-: Men­schenkräfte in ihr wirkten. Dies« erziehe am besten das Heim, in dem die Frau und Mutter wirke. i

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Eine neue deutschsprachige Zeitung in Straßburg.

Mittwoch ist xum ersten Male in Straßburg die unter ber politischen Leitung des sollalrepublikam- kchen Zaberner Abgeordneten Daylet slehech» deulschsprochigs WochenschriftFreie Zeiiunsf erschienen. Geschäftsführer ist der im Colmarer Pr» zeh angeklagte unb freigefprochene Druckerelbesitze« Dauß.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Sehr rasch hat sich der hvh« Druck ostwärts nach Mitteleuropa außgebreitet, er erreichte be* reite in unterem Gebiet einen BarometerftOM von 770 Millimeter. Unter seinem Einfluß Hal sich di« Wetterlage beruhigt und Dewöllungs- abnahm« eing«s«yt. 3m Bereich des hohen dürfte das Wetter zunächst sich freundlicher flt* staltcm. Da aber ein« neue lierbrudftcrung noa AUantit heranrückr und bereits über Ortens Barometers all verursacht, lo dürst« di« Sübkltt der Störung unter steigenden Temperaturen av unserem Gebiet zu Bewölkung führen.

Voraussage für Freitag: Ausheitenv deS. wärmeres und durchweg trockenes Wetter.

DorauSsag« für SamStag: Zeitweist bewölkt, auch vielfach aufheiternd und weitet Temperaturanstieg.

Lufttemperaturen am 27. Juni: mittags 14^> Er« Celsius, abends 10/? Grad Celsius; am 28.3un^ morgens 12,1 Grad Celsius Maximum 16,8 ®ree Celsius, Minimum 4,4 Grad Eelsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. Juni: adend« 17,1 Grad Celsius; am 28. Funi morgen» 12,9 Gr« Celsius. Niederschläge 4 Millimeter. bonnen- scheindauer eine Halde Stunde.

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