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der es, als 2>a«. das Wilson vor 10 Jahren in Versailles vertrat und daS in Wilson mit seinen Friedensbemühungen damals doch geschlagen wurde. Ist die öffentliche Meinung in Nord- amerika auch noch keineswegs einheitlich klar und die Parteien desgleichen nicht, fo zeigt schon Kellogg- Vorstoß, daß er doch auf eine öffent­liche Meinung, die solche Aktivität wünscht, Rück­sicht nehmen muh. Zudem ist heute Nordamerika mit Milliarden in Europa finanziell festgelegt und hat eS andererseits das Heft der ganzen Schuldenfrage in der Hand, deS Dawesplanes hier, wie des Schuldrnverhältnisfes der Sieger des Weltkrieges zu Amerika dort.

Sv kämpft Frankreich heute in der Defen­sive und sieht seine Vündnispolitik, seine Re- gionolpakte, seine Sanktion-- und Sicherheits- Politik bedroht. Gröhe und weittragende Ent­wicklungen kündigen sich damit an, die wir jo auch während der Wahlen ja nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Nordamerika hat keine Veranlassung, auf die Wahlen Europas zu war­ten. Wohl aber haben seine Staatsmänner Ver­anlassung, dieses Werk vorwärts zu treiben, weil sie die Wirkung für die Konventionen der großen Parteien, die die Kandidaten des Präsi- dentschaftswahlkampfeS bestimmen, im Juni brauchen.

ES ist ein Zufall, dah ganz gleichzeitig auch auf dem Schachbrett des fernen Ostens eine größere Aktivität eingesetzt hat. Japan hat, wie erinnerlich, am 20. Februar gewählt. Das Kabinett Tanaka hat eine unsichere Mehrheit und hat diese befestigt, indem eS am 11. April die radikalen Arbeiter- und Vauernparteien auf- löste und deren neugewählten Abgeordneten der Mandate für verlustig erklärte. Wie weit die Gorge vor den Kommunisten und deren Verbin­dung mit Moskau ernsthaft und begründet war und wieweit sie lediglich als ein politischer Schochzug verwendet wurde, können wir nicht beurteilen und interessiert auch Europa nicht sehr, desgleichen auch nicht die russisch-japanische Spannung, die aus diesem Vorfall entstanden ist. Aber ein anderes wurde in die gleiche Deleuch- tang gerückt. Am 19. April beschloß das japa­nische Kabinett überraschend und plötzlich die Ent­sendung einer ganzen Infanterie-Division nach S ch a n t u n g. Auch die in den chinesischen Ge­wässern vorhandenen Seestreitkräfte Japans wur­den verstärkt. Ein Teil der öffentlichen Meinung in Tokio behauptet nun, dah auch diese Erpedi- tivn innenpolitisch bestimmt sei und die Stellung des Kabinetts Tanaka verstärken solle. Dos mag sein, aber reicht ohne Zweifel nicht aus.

Denn der japanische überraschende Entschluß traf wieder genau zusammen mit dem Beginn der Frühjohrsoffensive in China. In der 3. Aprilwoche hat die nationalistische Armee unter dem zur Macht zurückgekehrten T s ch i o n g Kai S ch e k den Vormarsch begonnen. Die Spei- fung und Schwäche in der Südbewegung scheint also überwunden, und eS würde in diesem Jahre der Stoß auf Peking« versucht werden, der schon im letzten Jahre im August zum Ziele führen sollte. Wir wissen nicht, wie stark der Süden, wie stark T s ch a n g Tso Lin im Norden ist. Aber es steht fest, dah damit der chinesische Bürgerkrieg in da - In­teressengebiet Japan- hineinrückt, und damit erklärt sich der Gntschluh Japan- ohne weitere-. GS rüstet, Schantung und Tsingtau für sich zu sichern. Indem der Süden den Vormarsch antrat, beginnt so eine neue Phase in den Kämpfen deS fernen Osten-. Sie wird schwerlich sehr bald von großer Bedeutung für Europa sein. Aber wichtig und interessant ist immerhin, wie die erhöhte Aktivität Nordamerikas in der Nich- i hing auf Europa zusammenfältt mit Neubelebung 2 ber Auseinandersetzungen im fernen - Osten.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

| flnj der Rabenau, 27. April. Auf den Aeckern in unserer Gegend machen sich die Schäden der wochenlangen naßkalten Witterung in star­kem Maße bemerkbar. Vielfach hört man, daß bei tiefer gelegenen Gemarkungsteilen durch die unauf­hörlichen Regenmengen mehr Schaden an der auf« laufenden Saat durchErsaufen'', wie der Land­wirt sagt, angerichtet worden ist, als die gesamten Auswinterungsfchäden an dem Wintergetreide, die in diesem Jahre wesentlich größer als «m Vorjahre zu beobachten sind, ausmacht. Dazu hat der Mause , Krähen- und Schneckenfrah ein so großes Ausmaß angenommen, daß bei zahl reichen Getreideäckern eine Nachbestellung ftattfinben muhte. Fast alle Imker klagen über die äußerst mangelhafte Entwicklung der Bienenvölker, die ihren Grund in der ungünstigen Witterung der letzten Wochen hat. Die warmen Februartage brachten durchweg starken Brutansatz. der infolge ftältc und Futtermangel seitens der Bienen vernachlässigt wurde. So muß her Imker auch dieses Jahr leider wieder mit trü­ben Aussichten in den kaufenden Sommer schauen.

* Burkhardsfelden, 27. April. Am Mitt­woch st a r b dahier nach kurzem Krankenlager die Diakonisse Elisabeth Alt. Es war ihr leider nicht vergönnt, den Tag der fünfzigjährigen Wiederkehr ihres Dienstanttittes als Krankenpflege- rin in unserer Gemeinde zu erleben, denn heute vor fünfzig Jahren zog sie in unser Dorf ein, das ehr Zur zweiten Heimo» geworden war. Innige Teil- nähme empfinden alle, die die Dahingeschiedenc ge­kannt haben. Eine Frau van außergewöhnlicher Tat­kraft und Selbständigkeit hat sie, solange es ihre Kräfte erlaubten, sich dem Dienst der leidenden Menschheit geroibmet und mit gutem Rat allen .Kranken und Gesunden, die bei ihr Rücksprache nahmen, zur Seite gestanden. Ein bleibende» Denk mal hat sich die Verstorbene durch ihre treue Mit­hilfe in der Klein-Kinderschule errichtet, besonders durch die Erbauung eines eigenen Hauses, in wel­chem schon feit Jahrzehnten die Kinder zwischen zwei und fünf Jahren in guter Obhut sind und das als Zierde unseres Dorfes noch nach vielen Jahren von ihrer Wirksamkeit zeugen wird. Wohl ist das Leben der Dahingeschiedenen auf einsamem Posten verlausen, doch ist es wert, edeldenkenden Menschen als Vorbild zu dienen. Mit tiefer Trauer steht die C Einwohnerschaft an der Bahre dieser oortreff- Frau.

i. Hattenrod, 27. April. Mit der Konfir­mation am letzten Sonntag ist in der Pfarrei Ettingshausen die diesjährige Einsegnung der Jugend zu Ende gegangen. Aus unserer Gemeinde kamen acht Äonfirmanben zur Einsegnung: die Ge- samtzahl der Kirchspiels war 31. Die folgenden Jahrgänge sind kaum halb Io stark, da sich bei ihnen die Kriegszeit auswirkt

ck-ckEttingshausen.27. April. Ein schreck­licher Unfall trug sich heute früh hier zu. Die

Stromleitung unfdres Ortsnetze« wird neu gespannt. Seit längerer Zeit sind eine Anzahl Leute in dieser Arbeit hier tätig. Als heute der Arbeiter H öl­st e i n, ein aus Sachsen stammender Mann und Vater einer größeren Familie,^die Arbeit in der Hosreite des Schmiedemeisters § ch o m b e r begin­nen wollte, beachte« er die Warnungen nicht, die ihn davon zurückhaken sollten, die Ceitung zu be­rühren. Er war der bestimmten Ansicht, daß der Strom ausgeschaltet sei. Aber kaum hatte er die Enden des Leitungsdrahtes berührt, als der 38 0 Volt starke Strom ihn tötete. Die Wie­derbelebungsversuche des schnell herbeigerufenen Arztes, Dr. Schaad aus Lich, blieben erfolglos.

G Aus d e m Horlofftal, 27. April. In verschiedenen Gemeinden macht sich eine Mäuse- plage bemerkbar, so daß der jungen Saat Gefahr durch diese Schädlinge droht. Besonders Aecker. die an Feldraine und Wqae grenzen, sind gefährdet. Vereinzelt haben die Äere auch schon an den gut überwinterten Kleeäckeru Schaven angerichtet. Obwohl das Steinobst im vergangenen Jahre eine volle Ernte lieferte, stehen auch in diesem Jahr wieder Kirschen, Zwetschaz, und Pflaumen in v o 1 - le r Blüte. 2luch die in Gärten gepflanzten Mira­bellen, Reineklauden und Aprikofen haben wieder mel Fruchtholz angesetzt, die von den Bienen eifrig

meif entsprochen, als der an dieser Straße lie­gende Vorgarten und die Einfriedigung am Wohnhaus vorerst nicht beseittgt werden muß. Auf Antrag des Turn- und Sportver­eins Butzbach beschließt die Versammlung, den in der Landgraf-Philippstrahe l.egenden Platz 3 a h n I a 9 zu bennen, und an der AüGeite der den Platz einzäunenden Mauer ein Relief Jahns anzubringen. Bei der Beratung der B e s ol d u n g s r e f o r m der städtischen Beamten entfpann sich eine längere Debatte, an der sich alle Parteien beteiligten. Schließlich wurde die Neuordnung, nachdem einige Aende- ningen vvrgenommen wurden, nach ben reichs­gesetzlichen Bestimmungen angenommen. Hier­nach kommt der Bürgermeister in Gruppe 2a, der Stadtbaumeister in Gruppe 3. der Betriebs­leiter, der Verwaltungsinspektor unb der Stadt- rechner in Gruppe 4c; der Baufelretär und der Stadtsekretär in Gruvpe 7 ufto. Weiter wird beschlossen, daß W o h n u n g « b a u t e n , die im Jahre 1928 begonnen werden für das zur Zeit der Fertigstellung laufende uni) für die nächst­folgenden fünf Rechnungsjahre grundsteuer- frei bleiben. IndenSchulvorstandder Volksschule wurden gewählt die Stadtver­ordneten^ Hehd. Linkmann und Dr.

Rechtzeitig zirm 15. fflai 1928 erscheint wieder ter Laschen-Kahrvlan

»es Sietzrnee Ameigsvs

mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen Oberheffens und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Post- und Privat-Kraffwagenverkehr als SMeulose Gorrdsvsabe

für die seitherigen Bezieher und für Aeubestetler im nächsten Monat. Oer Tafchenfahrptan ist gut auö- gestatiet und umfaßt auf 32 Textfesten in übersicht­licher Anordnung die Haupt- und Jebenbahnlinien nebst allen Anschlußstrecken.

beflogen werden. Die Bienenvölker, die gut durch den Winter gekommen waren, sind bei dem seitheri­gen naßkalten Wetter in ihrer Entwickelung ge­hemmt worden, so daß die bevorstehende Baum­blüte nicht voll ausgenutzt werden kann. Infolge der letzten schlechten Honigjahre ist die Bienen­zucht sehr zurückaegangen, was im In­teresse der gesamten Volkswirtschaft sehr zu be­dauern ist.

Kreis Friedberg

WSN Friedberg, 27. April. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung be- schäfttgte sich in längerer Beratung mit der Be­soldungsordnung. die schließlich nach den Vorschlägen der Verwaltung angenommen wurde. Bezüglich der Kosten der Verfassungs­feiern stellte sich die Versammlung auf den Standpunkt, daß die Kosten hierfür die Stellen zu tragen hatten, die ihre Veranstaltung ange- ordnet haben. Eine neu anzulegende Straße soll den NamenE b e r t st r a ß e" erhalten. Das Plenum bewilligte weiter die Bürgschaften für den Bau einer Kriegersiedlung.

Bad-Nauheim. 27. April. Bei den Srundarbeiten des städtischen Neubaues an der Homburger Straße wurde die be­reits bekannte Siedlung aus der jünge­ren Eisenzeit erneut angeschnitten. Man sand zahlreiche Scherben, aber auch ein völlig er­haltenes Tongefäh. außerdem einen Eisenring, Schmelzschlacken und zahlreiche Tierknochen. Die neuen Bodensunde vervollständigen das Bild, das die Wissenschaft des Spatens bereits von der Besiedlung unserer Gegend in {c'tiidi-germ.'mi- scher Zeit entworfen hat. Im Ufatale befand sich damals eine große vorgeschichtliche Saline. An der jetzigen Homburger Straße standen die ein­fachen Hütten der Salinenleutt. aus dem Gold­stein (nahe dem jetzigen Bahnhof) haben sie einen her größten bis jetzt bekannten Friedhöfe der jüngeren Eisenzeit (um 500 v. Ehr. beginnend) hinterlassen.

Vad-Nauheim, 27. April. Kurt Barges, Leipzig, spielte in der Dankeskirche alte Meister: Hanfs, Buxtehude. I. G Watther und Bach (Ehoralpartita). sowie moderne Kom­ponisten < Reger, Mehner» waren auf ?vr Spiel­folge mit Fantasien unl> Fugen vertreten: be­sonder« interessierte Negers .Wai^t auf. ruft un« die Stimme" und Ehoralimprovifattonen von K. Bärge«. Der Besuch war sehr gut.

pb. Butzbach. 26. April. In der heutigen Stabtverordnetensitzung wurden fol­gend Beschlüsse gefaßt: Das hinter dem Wohn­haus Christ in der Guldengasle gelegene Grundstück von 70 Quadratmeter Fläche wird zum Prelle von 3,50 Mk. pro Quadratmeter an Thrist verkauft. Ferner wurden an Konrad Sommerlad und Heinrich Werkmann in

Kleeberger Straße je 55 Quadratmeter Strahengelaude zum Preise von 3 Mark pro Quadratmeter abgelegen. Weiter stimmt die Ver­sammlung der Fluchtlinicnfestsetzung für die auszubauende Schubertftraße nach dem Plan des Hochbauamt« Friedberg zu. Ebenso wird die Bau- und Straßcnsluchtllnie in der Weidig- und Hochweiseler Straße nach dem Plan des Hochbauamts genehmigt. Dem Wi'nfche de« Fabrikanten Dreher »irt info-

SchmidL. ferner Ad. Schütz Karl Schmidt und Karl Eldracher. Die Jagd im Ho- spitalstrauch wird für die Zeit vom L S. 1928 bi« 30. 9. 1934 unter den seitherigen Bedingun­gen zum Preise von 40V Mark an Jakob Moser in Frankfurt a. M. verpachtet.- Der Hofpital- strauch ist etwa 30 Hektar grvh. Der Aus- bauder städtischenAnwesenKorngasse2, 6 und 6a. nach dem vom "Bau- und Finanzaus­schuß dorgeschlagenen Plan und Kostenvoran- schlag in Höhe von 26 000 Mark wird genehmigt. Die Deckung soll zunächst durch Kapitalaufnahme erfolgen. Soweit Mittel aus Staatsbaudarlehen für 1928 verfügbar werden, solle« diese in erster Linie verwendet werden. Der Antrag der Kom­munisten Oppenheimer und Speer auf Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 100 000 Mark für den städtischen Kleknwvh- nungsbau wird zunächst dem Bau- und Fi­nanzausschuß überwiesen.

WSN. Butzbach. 27. April. Da« Bank­geschäft Arnold Lappe hat den Kon­kurs crngemeldel. Es verlautet, daß die Ein­lagen verloren sind. Ebenso dürften andere Gläubiger leer ausgehen. In der vergangenen Nacht drangen Diebe in das Kleider- geschäft Dinkel in der Wetzlarer Straße ein. Nach Eindrücken der Fensterscheibe gelangten sie In das Ladeninnere und erbeuteten hier neben einem kleineren Geldbetrag Anzüge. Mäntel und Unterwäsche. Die Täter konnten kn-her noch nicht ermittelt werden.

Äreitf Büdingen.

h Fauerbach b. Nidda, 27. April. Unter großer Beteiligung von hier und aus den Nach­bargemeinden wurde heute hier Altbürgermeister Gustav Edelmann zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat nicht nur viele Jahre un­serer Gemeinde mit Treue und Gewissenhafttg- keit vorgestanden, sondern sich auch im DereinS- wesen rerdient gemacht. Er gehörte ferner dem AufsichtSrake der Bezirkssparkasse Nidda an und war Verwalter der hiesigen PosthttsSstelle. Mit ihm ist einer der letzten Veteranen von hier von 1870'71 dahingegangen.

# Berstadt, 27.April. Die hiesige Kredit., Bezugs undAbsatzgenossenlchast hiett dieser Tage im GasthausZum Löwen" ihre dies­jährige ordentliche Generaloersammluna ab, die sehr gut besucht war. Rach Begrünung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Reumann erstattete der Direktor Frank den Jahresbericht. Der Gesamtumsatz betrug m dem abge- laufen^ Geschäftsjahr über eine Million Mark, woraus ein Reingewinn von über 16OO Mark er- zielt wurde. Die Zahl der Mitgliebcr hat lich tm Berichtsjahre erhöht und beträgt nun 97. Die mittler« Glocke unseres schönen Kirchen- geläutes ist seit einigen Tagen gefpruna«n. Die Glocke steht unter Denkmalschutz. Sie soll dem- nächst umgegossen werden. Dieser Tage feierte Ludwig Horn feinen 90. Geburtstag. Körperlich noch verhältnismäßig rüfHg, bat er schon s«t einigen Jahren das Augenlicht roffig verloren.

Kreis Schotte«.

ö Laubach 27. April. In der gestrigen Sitzung de- Gemeinderat- tourbe be­schlossen eine Abfchi ebsfeier zu t^ren des

von Laubach scheibenden langjährigen mb dienten gräfL Kamme cd irektorö Birnbaum zu veranstalten. Kammerdirektor Birnbaum lehnte indes en diese Ehrung dankend ab. Zur Re­novierung der Synagoge wurde der Israeliti chen Religionsgemeinde eine Beihilfe von 400 Mark bewilligt. Weiter wurde eine Er­neuerung der Straßenbeleuchtung in Aussicht genommen. Die Ueberlandzentrale soll um Aufstellung eines Kostenvoranschlags gebeten werden. Ein B a u g e s u ch des PsarrerS Nebel bzw. seiner beiden Töchter betr. Errichtung eine« Kinderheims am Roms berg, auf tex Ost­feite des Obersees, wurde genehmigt. Vor Ein­tritt in die Tagesordnung war Beigeordneter Wilhelm Pitz II., der durch eine überwäl­tigende Stimmenzahl als der Mann deS allge­meinen Vertrauens bezeichnet worden war (auch der Gemeinderat selber hatte ihn vorgeschlagen), durch Handschlag vom Bürgermeister auf sein Ehrenamt verpflichtet. Gr ist auf sechs Jahre gewählt. Die Einweihung des Ehren­de n k m a I« an der ilnterpforle wurde endgültig auf den zweiten Pfingstfeiertag festgefeyt. Nach Schluß der Tagesordnung bezad. sich der Ge­meinderat zum Ghrendenkmal. bdS' eingehend besichtigt wurde. An Ort und Stelle wurde» noch verfch'.edene Einzelheiten dieser Anlage In Gemeinschaft mit dem Vorstand de- Krieger­und Militärverein- ausführlich besprochen.'-

I Sichelsdorf, 27. April. Von lchSn- stem Frühling-Wetter begünstigt, führte der ZweigrereinSchottende-D. H. E. seine achte heimatkundliche Wanderung hierher durch. Der erste Gang galt der tm vergangenen Jahre gründlich erneuerten alten Eichelsdörfer Kirche, die wohl gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde und ein interessantes Nebeneinander romanischer und go­tischer Bauformen zeigt. Daurat Nodnagel gab im Verein mit Lehrer Würz die nötigen Erläuterungen. Unter Führung ton Herrn Würz wurde die Wanderung fortgesetzt. Dri den Spu­ren alten Eisenerzbergbau- in bet Eisenkaute" gab Lehrer Sauet einige Er­läuterungen. Die ,dicke Eiche", ein leider im Ab sterben begriffener, auf mindesten- 700 Jahre geschätzter Daumriese, gab Gelegenheit zu einer Erörterung der FvrstwirtschaftSaeschichte des Re­viers Eichelsdvrs vom 17. Jahrhundert bi« heute Herr Würz zeigte an Hand der Visitation«- akten von 1629 die besondere Bedeutung der Wälder als Futterlieferanten in der damaligen Zeit: Forstmeister (Sbantte und Förster Schmitt berichteten über heutige Wirtschafts­weisen im Walde und über Versuche, an denen gerade der Eichelsdörfer Forst sehr reich war. Weiter wurden die Hügelgräber am Drunstplay und ein Lavabruch tm Friedrichs- berg besichtigt. Die 3toiefalter Straße rief Zeit der großen Nimrode Ernst Ludwig und Ludwig VIII. heraus, deren Sekbstherrlichkrit und Iagdwahnfinn unsägliche- Elend über Hessen brachten. An dem Platze der Rechelshäuser Klause, einer nur durch wenige Trümmer noch festzustellenden Kapelle, schloß die heimatkundliche Wanderung ab. Dank der guten Botbereitung durch Lehrer Würz und der von allen Seiten gegebenen Erklärungen verlief diese Wanderung äußerst anregend.

Y Gedern. 27. April. DieVebetnetDank A.-G. übergibt jedem Schulanfäaaer von diesem Jahve ab ein Geschenkspatbuch mit einet Eintragung von 5 Mark. Bedingung ist nur, daß tm Lause beS Jahre« 10 Mark eingelegt werden. ES soll hierdurch der S p a r s i n n ge­weckt jin& bie Spartätigkeit schon von früher Jugend an gefördert werden. Aus das Konto dürfen neue Einlagen angenom­men werden, es darf aber keine Ab­hebung vor dem erreichten 14. L^ensjahre er­folgen, es sei denn, daß entweder der Kontoinhaber stirbt oder die Gederner Bank A-G. sich auf- 16ft. Die Aushändigung der Sparbücher erfolgt nur an den Vater oder den Vormund, und zwar durch die Gederner Bank.

KreiS Alsfeld.

U Au« dem oberen Ohm tal, 27. Ahrv. Die braunen Gesellen sind wieder da. Nachdem man hier längere Zeit von dem braunen Besuch nichts mehr sah, machten heute bret Vätentreiber die Dörfer deS oberen Ohm- talS unsicher. Die armen Tiere machten einen erbarmungswürdigen Eindruck. Total verwahr­lost und mit eingefallenen Flanken, offensichtlich mußten die armen Tänzer Hunger leiden, führten sie ihre drehenden Bewegungen vor Dabei wurden fie in roher Weise an Ketten aus die Hinterbeine gerissen. Für die Tierschutzvereine ergäbe sich hier ein lohnende« Arbeitsgebiet. Sie müß­ten e« fertig bringen, daß den Bärenführern das Handwerk gelegt würde, denn da« Treiben dieser Burschen ist nur Tierquälerei.

KreiS Lauterbach.

Lauterbach, 27. April. Ein aroßerBieh- markt mit Zuchtviehversteigerung wurde durch die Landwirtschaf stammet in unserer Kreisstadt abgehalten. Die Hochzuchten der hessi­schen Fleckoiehrasse aus den Gemeinden Angersbach, Maar, Leihgestern, Allmenrod, Wallen- rod, Nieder-Gemünden usw. hatten Ihr bestes Zucht­material zum Berkaus erboten, so daß bei brr Zuchlviehoerfteioerung nahezu 80 erslklafsig« Jung- bullen aufactrieben waren. Den höchsten Preis mit 1020 Mark errang der Züchter Hcint. Wllhettn List mann (Allmenrod». Käufer war die Ge­meinde Altenburg bei Alsfeld. Die übrigen Kauf­abschlüsse waren folgende: Züchter Otto Stumpf (Amsheim) für 1010 Mk. an Gemeinde Schwaben rod: Züwrer fjeinr. Schmidt XTX (Angersbachl 900 Mar fan Gemeind« Lich; Züchter Nikol aus Keller (Angersboch) für 870 Mk. an Gemeinde Eichenrod: Züchter Konr. Kircher (Angersbach) für 860 Mark an Gemeinde Weninas: Züchter Bür­germeister Simon (Zell) für 850 Mk. an Weid« der Londwirtlchaftskammer in Zell: Züchter W. Faber (Leihgestern) für 850 Mark an mein« Trais-Mün,)enberg: Züchter K. L u tz Ww. (Kirtorf) für 850 Mark an Landwirtschaftskammer- Station zu Engelrod: Züchter Job. Stock V. (Angersbach) für 800 Mark an Gemeinde Maul« buch: Züchter Heinr. Schwarz (Angersbach) für 775 Mark an Gemeinde Toten do rf (Ziegenhain): Züchter Jakob Dahl (Angersbach) für 750 Bart an Weide der Landwirtschaftskammer Dariyof btt Grünberg: Züchter fieinr. Och, (Willofs) für 740 Mark an Gemeind« Vaitshain; Züchter Heinrich R e n k e r X. (Angersbach) für 730 Mark an Ge­meinde Allendorf (Lumda-: Züchter K. Gebauer (Beuters) für 730 Mark an Gemeinde Hungen: Züchter Otto Deitz (Heuchelheim) für 700 Mark an Gemeind« Ulfa; Züchter Ad. Schäfer (Stan­genrod) für 700 Mark an Gemeinde Beuern: Züch­ter Heinr. Lenz 117. (Atzenhain) für 680 Mark an