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Samstag, 28. April 1928

Nr. 100 Erstes Flatt

178. Jahrgang

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vnick imd Verlag: vrühl'fche Untverktüis-Vuch- nnö StetRömderct B. Lanze tn Sieben. Schristletrnng und cheschäftrttelle: Schuftttaße 7,

OieBremen"-Flieger in Washington eingeiroffen

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DerWahlaufruf der Demokratischenpartei

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et Auiwihl erwachs jchter Qualität im tll die hartikel

tclroeff en Amerika» Folge leisten sollen.

Das Festprogramm für Washington.

Washington, 28. April. (WTB.) Für vftfiztellen Besuch in Washington ist geplant, die Flieger, aus dem Flugplatz Bollingfield

in der W>*lfi in ihrer heutigen Auswirku"q sowohl zsnchologischcr wie finanzieller Art für Arbeitaebcr xnb Arbeitnehmer a'-ichermoßen *en Verhält- -rissen entsvricht. in die wir du'ch den ver lorenen ffrieg. den Verlust unseres Visksnermögens In der Inflation und den Rtnang zur Bezahlung un- Irrer Reparafionsverpfttchlunaen verseht sind. Wir t-ud die letzten, die einer sozialen Reaktion das fßort rede" wollen Aber ein Volk, das den a^östten triea der Weltgeschichte nerforen hat, muh fid) noch der Tirrfp strecken und abqefehcn von der selbst- rerständlichen Ehrenvfli'bt einer au«rridi,'nbcn Für- orae für die direkten Opfer des Kr-eaes und der Inflation. auch leinen sozialvofit'fchen Maß- lahmen die (Brennen stecken, die ihm h*' enger qe- vordenen Verhältniste unauswe'ch^ch oul'w'nqen.

Noch mehr aber, al« eine Sozialpolitik, die in Serfenmma der finanziellen Möolich^eiten und der sspcholoaischen Wirkunaen qeleaentlich doch weil iber das Siel h'na'isschiehl macht der Wirtschaft die chandhnbuna des Schlichtungswesens Torae. Es besteht niroends darüber der aerinaftc Zweifel, daß das staalli-^e Schljchtuna'-welen unter LuHeraewöHnlichen wirtschaftlichen und politischen Derböltnillen sich als außerordentlich segen-reich erwiesen hat, ja aerobem notwendig war. daß es ober auch in normalen Seiten mr Verhütung schwerer Wirtschaft tämvfe und lum Ausaleich der Interesten von Arbeitaeh''r und Arbeitnehmer durch Susammensühren der lltoAeien und oemeinsames Suchen eines für beide Teile nanpbnren Wmes viel beitragen kann wenn es riebfia ochanbba^t wird. Tie letzten aroßsn T"rifverh"nhf'-ugen und die in ihnen versolate Volitik des Neich-arbeit-ministers hpben jedoch den Eindruck Hinterlasten, daß die von

ihrem Eintreffen durch Lertreter der ame­rikanischen Regierung begrüßt werden, woran sich eine militärische Parade schließen wird. Es folgt dann ein Empfang durch den Präsidenten und ein Frühstück im Weißen Haus. Nachdem da» Grab des unbekann­ten Soldaten in Arlington besucht wurde, fin- bet im Gebäude des Kongresses eine Begrü- Hang statt, bet der im Namen des Senats Dize-

dr|O)ciBi täghd),außei Sonntag» inb Fei erlag»

Beilagen

Bietzenei ^amilienOlältei tzetmai m Bckd

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Monat»-! ejtcipretJ.

2 Heid)»marh unö 20 Neichspsennlg |tr Träger« lohn, auch be« Richter» fchem-n einzeinerRummern «folg' höhere, (BematL Ferniprechanichlllsle: 51, 54 unö 112

ln|d)rth sltt Drahrnach» richten Hnjeiqer Gieße», poilschecltonto.

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ffir die Tagesnnmmer bi» }un )ia*mihag vorher.

Preu int i om ftöhe ftp Anzeiucn oon 27 mrn Drell» örtlich 8, au »märt» 10 Netchspiennig. für *Rt» klomean eigen t on 70 m Breite 35 Jicidisptennig, Piayvorschnit 20' mehr.

Chefredakteur ~Dr Fr>edr W»lh Lange. Deranlwortlichür Del tik Dr Fr Wild Lange für

für öen übrigen Teil Ernst Dlumichein, für öen An­zeigenteil Kurt Hillmann, lämtlid) in Biegen

freiheitlicher Entwicklung fußenden Geistes- und und Kulturpolitik sein. Unter Schulideal ist die Gemeinschaftsschule, die daS Einheitliche dcS deutschen Kulturgutes gegenüber dem Tren­nenden der Weltanschauungen und Konfessionen betont

Wir verlangen freie Gestaltung der Wirtschaft, die Roum läßt für Tatkraft, Unternehmungsgeist und DorwärtSstreben deS Einzelnen. Deshalb ist unS die Erhaltung und Förderung eines freien, verantwortungsbewußten, selbständigen Mittelstandes wesentlichste Aufgabe. Wir halten eine auf beiderseitige Gleich­berechtigung süßende Gemeinschaftsarbeit zwischen Unternehmern und Arbeit­nehmern für eine unentbehrliche DorauS- fetjung deS sozialen Friedens. In der Außen­handelspolitik lehnen wir sowohl eine pro­tektionistische Hochschuhzollpvlitik wie eine reine Konsumentenpolitik ab und verlangen statt dessen die Förderung einer Handelsvertragspolitik, wie sie zur Ernährung und Beschäftigung unseres auf engsten Raum zusammengedrängten Volkes notwendig ist.

(Gegenüber dem immer weiteren Anschwellen der öffentlichen Ausgaben und einer Finanz­politik ohne Ziel und Programm verlangen wir die Einfügung der öffentlichen F i - nanzwirtschast in den Rahmen beMen, waS deutsche Wirtschaft tatsächlich leisten kann mit dem Ziel umfassender Senkung der öffentlichen Anforderungen. Die menschliche Arbeitskraft gilt uns als da; wich­tigste Gut der Volkswirtschaft. ilnfer Ziel ist deshalb dersozialeDolksstaat, gegründet auf einer gesunden Volkswirtscha t. aber orien­tiert nach sozialethischen Gesichtspunkten, linier besonderes Interesse gehört denen, die durch die Inflation und durch eine fehlerhaft? Aufwer- tungSpolittk ihr Vermögen eingebüßt haben, ilnfer nachdrücklichstes Eintreten für die Klein­rentner soll ihnen den Rechtsanspruch auf ihre Versorgung sicherstellen.

Präsident Dawes und im Namen des Repräsen­tantenhauses, besten Sprecher Longworih An- sprach.n halten werden. Am Abend gibt sowohl die deutsche B o t s ch a s t wie die irische Gesandt- schasi ein Festesten, dem ein Empfang durch die Unterstaatssekretore der Abteilung für Luftfahrt und den drei an der Luftschiffahrt besonders interessier­ten Ministerien, Kriegimmisterium. Marinem,niste- rium und Handelsministerium, die mit den leitenden Beamten ihres Ressorts erscheinen werden. Am Donnerstag früh erfolgt die Rückkehr nach N e u y o r k.

Oie Beisetzung Benneis.

Aeuyork, 27. April. (WB.) Die Leiche Den- netS wurde bei der Ankunft am Aeuyorker Zentralbahnhof mit allen militärifwen und zivllen Ehren empfangen und auf einem Protzen­wagen nach der Waffenhalle gebracht. Die Stadt, die bereits xum Empfang der .Bre­men"-Flieger festlich aefchmückt war. zeigte jetzt Trauerschmuck Sine Stunde lang hatte die Bevölkerung Gelegenheit, den Flieger Bennet noch einmal zu feyen. Anschließend daran ver­weilten die betagte Mutter und die Gattin deS Fliegers wenige Minuten am Sarge. Sodann begann die ileberjührung der sterblichen Ucbcrrcfte nach Washington. Der stellvertretende deutsche Generalkonsul Heuser und der iriiche Handelskoinmissar Lindsay L r a w s o r d drückten der Familie deS Derstorbenen ihr Beileid auS. Im Trauergefolge fuhren Dertretec des Bürger­meisters und Generalkonsul Heuser mit. als die Leiche auS der WaffenhaNe nach dem Bahnhos zur ileberfübrung nach Washington gebracht wurde. Die Beisetzung Bennets auf dem Friedhos in Arlington erfolgte mit großer Feierlichkeit. Unter der Trauergemeinde befanden sich viele hochstehende Persönlichkeiten. Die Witwe Bennets hatte in dem Privatauw­mobil deS Präsidenten Eoolidge Platz genommen.

Obwohl die Ankunftszeit bet Flieger bei Allge­meinheit erst nach 9 Ubr bekannt würbe, und ob­wohl große Regcnmaifen durch ble flurmge- peitfchten Straßen trieben, Halle sich doch eine riesige Menschenmenge aus dem vahnhos versammelt, die die Flieger begriffen begrüßte, f) ü ne f el b leiste dem Vertreter de» woisf- Bureaus mit. es fei den bculfdjcn Fliegern ein Herzensbedürfnis gewesen, dem tapferen ft a - meraden, der sie von Greenly Island hatte ab­holen wollen, und der unterwegs einer tückischen Krankheit zum Opfer gefallen war, einen letz - len Gruß zuzurusen. Am Mittwoch wur­den die Flieger zur ofslziellenvorsiellung und einem (Empfang beim Präsidenten C o o 11 b g e nach Washington znrückkehren und wurden sich dann, nachdem sie noch an einer Feier, oeranflallet von den Deutsch-Amerikanern, in Jleu- gorf teilgenommen haben, schlüssig werden, ob sie darauf ; u ihrem FlugzeugBremen** zurückfliegen oder zuerst noch einigen der

GietzcnerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesten

fünfte! in

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Oer Flug nach Aeuyork.

Aeuyork, 27. Aprll. <Wolff.) Böllig un­erwartet find dieBrencn"-Flieger an Bord deS Fordslugzeuges auf dem Flugplatz Lur - t i S f i e l d bei Aeuyorl gelandet. ES waren deshalb zur Begrüßung nur wenige Personen anwesend Zahlreiche Presseleute und Photo­graphen weilten zur gleichen Zeit auf dem eine Melle entfernten Flugplatz Witchellfield, weil man mit einer Landung dort gerechnet hatte. Man hatte die Tatsache der geplanten Landung absichtlich verschwiegen, da eS sich ja nur um eine Etappe auf der eiligen Beste der Flieger nach Washington han­delte und man den eigentlichen Empfangsfeier­lichkeiten durch eine hastige Dorfeier während der Durchreise keinen Eintrag tun wollte. In der Tat hat man alles getan, um einer Entwicklung in dieser Dichtung vorzubeugen. AIS daS Ford- slugzeug mit den Transozeansliegern ausrolste und zum Stillstand kam, verließ keiner der In­sassen die Kabine. Alle Aufforderungen, sich zu zeigen und herauszukommen, blieben unbe­antwortet. Der Korrespondent derAorth American Aewspaper Alliance", die die Gntsen- dung des HilfSslugzeuges nach Greenly Island ursprünglich veranlaßt hat und gleichzeitig der Zei­tungWorld", faßte am Eingang des Flugzeugs Posten und wehrte die Photographen a b. die zu den Fliegern vorzudringen versuchten. Schließlich fuhr ein geschlossenes Auto unter der Obhut eines höherer. Polizeibeamten dicht an daS Flugzeug heran. Die 5lieget tour- den buchstäblich In den Wagen gehoben, der sosott unter der Bedeckung einer Polizei- eSkorte in den Flugzeugschuppen der Junkers- werke hineinrvllte. dessen Tore sich s o s o r i schlossen. Die Abfahrt der Flieger nach dem Bahnhof in Aeuyork erfolgte um 3.10 ilhr, wieder unter dem Schutz einer Polizei- eskvrte, die das Auto umgab. Die Flieger er­klärten, sie seien erfreut, endlich in Aeuyork zu sein. Die Zuschauer, die infolge der getroffenen Abfperrmaßnobm«»n fav-r als 200 Köpfe betragen möchten, jubelten der .Bremen"-Mann- schaft begeistert zu. Obwohl man in Aeuyork die Flieger durch einen Hintereingang in den Pennsylvania-Bahnhof brachte, wurden sie von Hunderten von Wartenden sofort umdrängt, bejubelt und auf kurze Zeit voneinander ge­trennt Allerwärts leuchteten Blitzlichter _ der Photographen auf. Die ^Bremen"-Flieger lächel­ten der Menge durch ein Fenster des Zimmers deS Stationsvorstehers, wo sie die Qlbfabrt deS Zuges abwarteten, zu. Unterdessen wuchs die begeisterte Menschenmenge derart an. daß Poli- zeireserven alarmiert werden mußten. Die Abfahrt deS Zuges nach Washington erfolgte 5.01 amerikanischer Zeit.

Oie Ankunft in Washington.

Herzliche Begrüßung am Bahnhof. Weitere Pläne.

Washington, 27.April. (IDIB. Funk sprach.) Das Unglück Im Glück, das dieBremen1*-flieget feil ihrem Abflug von Irland verfolgte, blieb ihnen auch heute treu und machte ihnen durch den gegen Mittag einsehenden schweren Orkan und Dolken- bruch den jlug hierher unmöglich. So konnten sie auch nicht der Beisetzung Bennetts beiwohnen. Trotz der großen Strapazen der letzten Tage, liehen sich aber die Flieger cs nicht nehmen, m i t der Bahn herbeizueilen, um morgen früh dem Grabe Bennetts einen Besuch abzustatten. Die Flie­ger trafen, von herthaJunkers begleitet, heute abend um 10 Uhr auf dem Bahnhof von Washington ein. Bon einem offiziellen Empfang wurde auf ihren eigenen Wunsch abge­sehen wegen der Jlatur ihrer Herreise, die lediglich dem fo jäh verstorbenen Kameraden galt. Die Flie­ger wurden bei ihrer Ankunft von dem deulschen Botschastsrat Dr. K i e p und mehreren Arrnecossi- zieren begrüßt, die sie nach dem Flugplatz Bollingfield geleiteten, wo sie heute noch blei­ben werden, um morgen früh nach Arlington zu fahren und dann sofort mit einem Armeefiug- jeug den Rückflug nach Aeuyork anzutreten.

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ihm beliebten Methoden uns langsam aber sicher in eine Sackgasie führen, aus der die deutsche Wirt­schaft bald nicht mehr ein noch aus weiß. Beide Dcrhandlungskontrahenten haben sich immer mehr daran gewöhnt, die ernste Derantworrung für einen neuen Lohntarif oder eine Entscheidung in Arbeits­zeitfragen mit ihren unausbleiblichen, für die ge­samte Volkswirtschaft ntehr oder minder schwer­wiegenden Folgen aus das allgem - e Preisniveau dem staatlichen Scklichter zuzuschieben. im_ Ver­trauen daraus, daß der von ihm zu fällende Schiedsspruch das öffentliche Interesse in vollem Maße wahrnehmen werde. Man kann den Gewerk­schaften den Vorwurf nicht ersparen, daß sie, ver­mutlich unter diesem Eindruck häufig Forderungen stellten, die in diesem Ausmaß nicht ernst genom­men werden konnten, auch von der Gegenseite nicht ernst genommen wurden, so daß cs gar nicht ;u gründlichen Verhandlungen der Parteien unterein­ander kam, sondern sofort die Entscheidung des Schlichters angerufen wurde. Es ist verständlich, daß dieser leicht unter dem Eindruck dieser, aus tal-

vorgetreten, über bie im einzelnen im Wirt- fchaftstei! unseres Blattes schon eingcchrnd be­richtet wurde. Obgleich ein vom AeichSarbeits- Minister mit dem ausgelprochenen Zweck. alS Unterlage für diese Verhandlungen zu dienen, veranlagtes Sachverstä-digengutachte-n vorl'g, hat der Schlichter einen Schiedsspruch gefällt und der Reichsarbeitsminister ihn ,im öfient'ichen Interesfe" für verbindlich erklärt brr die Auhr- kohle je Ab'atztonne mit ungefähr 0B2 Mark mehr belastet. Das bedeut ft eine Erhöhung des Verlustes, den die Mehrhrit der Sachverstän- digenkommisfivn schon auf 0,27 Mark errechnet hatte, auf 1.09 je Tonne und eine Umwandlung des Gewinnes von 0.62 Mark, den die Minder­heit unter Führung bed sozialdemokratischen Sach­verständigen Dr. Baade angenommen hatte, in einen Verlust von 0,20 Mark. Die Folge dieleS für verbindlich erklärten Schiedsspruchs ist natür­lich. daß brr Ruhrlohlenbergbau. dem mai nicht zumuten kann, dauernd mit Verlust zu arbeiten, beim Reichswirtschaftsminister eine K ohlen-

ttjchen Gründen überspannten Forderungen einen Schiedsspruch fällte, der der Tragfähigkell der von ihm betroffenen Wirtschaftsgruppc nicht entsprach. Es ist aber auch vorgekommen, daß ein Schieds­spruch, der hinter den Forderungen der Gewerk­schaften erheblich zurückblieb, zugegebenermaßen aus diesem Grunde von einer höheren Schlichtungsinstanz aufgehoben wurde und ein neuer Schiedsspruch, der mehr das Mittel traf,in öffentlichem -Irlcresie" für verb-ndlich erklärt wurde. Das ist eher eine Methode, die jede Selbst­disziplin und jedes Verantwortungsgefühl der Der- ttagsparteien selbst töten muß und auch im End­effekt bas Schlicytungswesen selbst ad absurdum führt. Denn von einem gerechten Ausgleich der beiderseitigen Interesien und einem Abwäqen des sozialpolitisch Notwendigen und des wirtschaftlich Möglichen kann bei einer solchen Handhabung der staatlichen Machtbefugnis keine Rede mehr sein.

Dfsor.bers traß ist bie iln*u änglichkeit deS staatlichen Schlichtungswesens bei brn Lohnver- hanblungen im Ruhrkvhlenbergbau her-

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Oie Schraube.

Der Daroesplon hat der deutschen DolkSwirtschaft gasten ausgebürdel, von denen sich die große Maste kr Träger dieser selben Dolkswirtschast nur einen ?rd)t unklaren Begriff macht. Dec Damesplan ist seinerzeit von Reichstag und Reichsregierung ange- lammen worden, obwohl damals schon die über- viegende Zahl d.r Dachoerstandcgen von seiner Un- Durchführbarkeit überzeugt war, weil er bas Heinere Hebel war, da» Deutschland damals wählen mußte, sollte man nicht die deutsche Wirtschaft und das deutsche Volk vom ftanzl'sischen Imperialismus *voincar4scher Prägung mittels der brutalen Raub- methoben de» Ruhrkrieges zu Boden ftampfen lasten Der Versuch, den Dawesplan praktisch durch, uusühren, hatte zur Voraussetzung eine strafte, nach Maren, einheitlichen Gesichtspunkten orientierte Wirtschaslspolitik, die die öffentlichen Lasten durch drakonische Sparmaßnahmen und eine großzügige Verwaltung», und Dersastungsreform euf ein denkbar geringe» Maß senkte, durch recht- yltige geeignete Maßnahmen die deutsche Land­wirtschaft befähigte, den einheimischen Markt soweit wur irgend möglich von der Einfuhr entbehrlicher Sonsumgüter freizumachen und die Industrie durch ine unseren Verhältnlsten entsprechende Preis-, Lohn- und Sozialpolitik in den Stand setzte, durch Gesteigerte Ausfuhr dem deutschen Dolke die Mittel ai verschass.-n, die es zur Abtragung seiner im Dawesplan übernommenen Verpflichtungen nötig Bat. Wir olle wissen und spüren es täglich selbst am Eigenen Leibe, daß bei un» von einer solchen Wirt- eaftspolitik seit Jahren keine Rede sein kann. Wir ben zwar einen Beamtenabbau gehabt, der aber in seinen Auswirkungen von h chst zweifelhaftem Wert gewesen ist, weil ihm keine Derwaltungs- rrform Dorangegnngcn war, die erst einmal die in Sricgs- und Inslationszeit gewaltig aufgeblähten Staatsoufgabcn wieder auf ein normales Maß zu- rlrfführie. Zu einer wirklichen Rationalisierung der Scrroaltung hat man erst in diesem Jahre die ersten, noch äußerst bescheidenen Schritte getan, von einer Äersassungsresorm wird feit der berühmten Länder- konserenz nicht mehr gesprochen, kaum daß man in Dahlprogrammen einige mehr als zarte Andeutun­gen wagt Die deutsche Landwirtschaft mußte unter ihrer Schuldenlast und unter den Wirkungen der Preisschere erst fast zum Erliegen kommen, bis ma« sich zu einer Hilfsaktion von Staats wegen aufraftte. Die wenigstens den dringendsten Erfordernisten für eine Sanierung unserer Landwirtschaft Bahn schaf- ßcn kann. Der Industrie, der die entscheidende 2luf- gäbe 3ufällt, durch Steigerung der Ausfuhr die deutsche Zahlungsbilanz In den Stand zu setzen, unteren AuslatOvorpstichtungen nachzukommen. Derben ungeachtet der ungeheuren direkten Be- [aftunq, die ihr der Dawesplan durch die Industrie- Obligationen aufgebürdet hat, Steuern und Sozial­tasten zugemutet, die ihr die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt von Tag zu Tag mehr er- shwert, so bald ganz unmöglich machen wird.

Es soll dabei keinesweas verschwiegen werden, Raß unsere ausländischen Gläubiger alles tun, um Rurch hohe Zollmauern einerseits, durch Dumping ndererseils die deutsche Konkurrenz auf dem Welt- rtarft auszuschalten. Daß sie damit von sich aus den ns aufgezwungenen Dawesplan ad absnrdum führen, der doch ausschließlich auf der Möglichkeit Geruht, aus den Erportüberlchüsten der deutschen Wirtschaft finanziert zu werden, diese unleugbare Tatlache wird bisher von ihnen weder eingestanden, roch aus ihr die auf der Hand liegenden Folge- tungen gezogen Das ist jedoch ein Mangel, den wir bei her großen Aufrechnung, auf die unsere Außen­politik konseauent hinfteuern muß, nicht zu vertreten Baben Wahl aber liegt es uns ob, unterer Wirtschaft Zur Erfüllung ihrer Aufgabe größtmögliche Be­wegungsfreiheit zu geben Und wenn wir uns prü­fen. was wir in dieser R chtunq getan oder unter- |.i ff en haben, werden wir um die Frage nicht her- emfommen, ob z. B unsere äußerst attioe S o - gialnolitit, feit Bisma'-cks und des a'ten Kai- ftrs Tagen mit R'cht her Stolz des deutschen Dol fe9 und der Schrittmacher des sozialen Fortschritts

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Berlin, 27. Aprll (DB.) 3n dem Wahlauf­ruf der Deutschen Demokratischen Partei, der heute verössenllicht wird, wird nach einer Kritti der Tätigkeit der Aechtsregierung u. a. folgen­des ausgeführt: Wir treten ein für eine Po­litik der Verständigung, wie wir sie seit neun Iahven geführt, schon zu einer Zeit, als diese Politik, noch aufs hesttgste ange­fochten, unsrem Führer Rathen au das Leden kostete: denn wir wissen, daß die groben Ziele deutscher Außenpolitik, die Befreiung deS A h e i n l a n d e S, die Regelung der Ost- fragen, die endgültige Lösung des R e p a rationsprobkems, die Vescitigu'tg der Kriegsschuldlüge, vor allem aber die Schaffung des großdeutschen Aa- tionalstaateS nicht durch Säbelrafteln und tönende Phrasen erreicht werden können. Darüber hinaus legen wir, fußend auf der Grundlage des deutschen Aationalstaates, ein zulunftfrvhes Bekenntnis ab zur wachsenden ®emcinfd>a(td- arbeit der Völker auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet.

Wir bekennen uns vorbehaltlos zur Staatsform der Republik, die uns Herzenssache ist, zur Re- gierungssorm der Demokratie und zur (Erfül­lung unseres Staates mit sozialem Volks- g e ist. Wir verlangen den deutschen E i n h e i t s - ft a a t als Erfüllung jahrhundertealter Wünsche, wir verlangen ihn aus staatspol tischen, wirtschaft­lichen und finanziellen Gründen, zugleich mit einer Neugliederung des Reiches, der Neu- vetteilung der Aufgaben zwischen Reich und Län­dern und weitestgehender Selb ft Verwaltung, auf deren Erhaltung und Erweiterung die Republik stärker Gewicht zu legen hat als bisher. Grundidee unserer inneren Politik aber ist für alle Zeit der Gedanke, der D o l k s g e m e i n s ch a f t, für den wir eintreten gegenüber den Parteien, die den Ge­gensatz zwischennational** und marristisch, zwi­schen Stadt und Land, zwischen den Rasten, Eton- festionen und Klassen zu verschärfen suchen.

Zur Kulturpolltik wird u. a. gesagt: Wir werden auch in Zukunft die Träger einer auf