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? rriserhöhung beantragt hat Olim hat der Schiedsspruch auch noch die höchst merkwürdige Klausel, daß im Falle einer Erhöhung der reife das Lohnabkommen mit einmonati- ß?r gekündigt werden kann. Also auch hier schon eine Schraube ohne Ende, die den Bergbau nicht zur Ruhe kommen lassen würde. Die Folgen dieser Politik für dir Kohlenrndustrie selbst wurden hier schon früher eingehend er­örtert: Zurückweichen der deutschen Kohle, die aus der Aktivseite der deutschen Handelsbilanz immer- hin den beträchtlichen Posten von rund 500 Mil­lionen Mark im Jahre entnimmt, im sog. be­strittenen Gebiet also im Ausland, in den Grenz- und Küstenbezirken zugunsten der eng­lischen und polnischen Kohle und eine Still­legungsaktion großen Hmfangg für die besonders notleidenden Achen, die wahrscheinlich unser Ar- beitslosetcheer um utrgesähr 60 000 Bergarbeiter vermehren würde.

Die Rückwirkungen auf die Volkswirtschaft im ganzen werden nicht minder tiefgreifend fein. Die Reichsbahn hat vor einiger Zeit die Rot­wendigkeit einer Tariferhöhung angekün­digt. Regierung und Wirtschaft haben bislang gleichermaßen diese Rotwenbigkeit energisch be­stritten und auf die schwerwiegenden Folgen auf­merksam gemocht, die eine Erhöhung der Frachten auf das allgemeine Preisniveau haben muß. Run wird die Reichsbahn mit dem Hinweis auf die Erhöhung der Kchlenpreise ihre Anstren­gungen verdoppeln und vermutlich gar über den in Aussicht genommenen Sah hinausgehen Da die Kohle das Hauptbetriebsmittel der Reichsbahn darstellt, wirb man ihr unter diesen veränderten Verhältnissen nicht länger verwehren können, ihre Tarise zu erhöhen, was natürlich als nächste Folge hat, daß auch der neue Kohlenpreis, in den die erhöhte Frachtrate nicht einkalkuliert war. nicht ausreicht, um den Kohlenbergbau vor einer Derlustwirtschaft zu bewahren. Also auch hier wieder die Schraube ohne Ende. Die zweifel­los beträchtlichen Tariferhöhungen unseres wich­tigsten Verkehrsinstruments wirken sich weiter aus in einer Verteuerung der allge­meinen Lebenshaltung, die ihrerseits wieder das eben erst mit großer Mühe errichtete Gehalts- und Lohngebäud? ins Wanken zu brin­gen geeignet ist. Es ist eine durchaus irrtümliche, noch im Denken der Inflationszeit wurzelnde Auffassung, wenn man glaubt, durch eine Er­höhung der Rominallöhne dm Lebensstandard heben od?r auch nur aufrechterhalten zu können, wenn die Kaufkraft auf dnn innerdeutschen Markt trotz der Kursbeständigkeit der Markvaluta an hen ausländischen Börsen, sinkt, die Preise an­steigen. Zu einer Stabilisierung des Preisniveaus werden wir iedoch nicht kommen, wenn man an der mechanischen Verkoppelung von Lohnpolitik und Preisgestaltung festhält, wie es der Schieds­spruch im Ruhrkohlenbergbau z. B. proklamiert. Ein gerechter Ausgleich zwischen Köhnen und Preisen wird nur dann gefunden werden, wenn auch nach der wirtscha'tlichen Seite hin der Tat­sache des verlorenen Krieges Rechnung getragen wird, und jeder an seinem Teil bereit ist. an den Lasten und Opfern mitzutragen, die er unS auferlegt.

Die deutsche Antwort an Amerika.

Prinzipielle Zustimmung zum Kriegdächtunasvorsiblag.

Berlin, 27. April. (IBIB.) Amtlich. Der , Reichsminister des Auswärtigen emp­fing heule nachmittag den Botschafter der l Vereinigten Staaten von Amerika und , überreichte ihm eine Rote der deutschen Reichs­regierung auf die an Deutschland gerichtete Anfrage der vcrein'gten Staaten betreffend die Stellung Deutschlands ;u einem üriegsächlungspakt. Die Antwort, die den hiesigen Botschaftern der sonst beteiligten Mächte Im Laufe des heutigen Tages zur Kenntnis gebracht wurde, wird in den nächsten lagen veröffentlicht werden.

wie dieVoss. Ztg." meldet, hat das Reichs- f a b i n e U in einer Sitzung, in dec Reichsminlfter Dr. Stresemann über die Frage eines Kriegs­achtungspakte» berichtete, der vorläufigen Antwort an das Staatsdepartement in Washington zage­st I m m t, in der erklärt werde, daß die deutsche Regierung den von den vereinigten Staaten ge- machten Vorschlag eines Antikriegvpaktes i m Prinzip a n n e h m e. Die deutsche Antwort werde nach ihrer Ueberreichung in Washington ver­öffentlicht und gleichzeitig der französischen Regierung zur Kenntnis gebracht wer­den. Damit werde sich eine besondere Antwort auf die Role der französischen Regierung vom Anli- kriegsvakt deulschcrseits wohl erübrigen. Dieser deutschen Rote an das Staatsdepartement, die nur eine vorläufige prinzipielle Antwort darftelle, werde eine ausführliche Role vermulllch nach Reubildung der Rcichsregierung folgen. Heber den erwähnten Beschluß des Reichskabinett» habe Reichsminiftcr Dr. Stresemann dem Reichsprä­sidenten schon Vortrag gehalten.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Berlin. 27. April. (WB.) Der verstärkte Rückgang ber Arbeitslosigkeit hat auch in der ersten Halste des April an gehalten. In der Arbeitslosenversicherung sank die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger von rund 1 010000 am 1. April auf 845 000 am 15. April oder um 1 6,4 Prozent (bei männlichen Arbeits- lofen um 18,4 Prozent und bei weiblichen um 5,7 Prozent). In der Ärtfe nunter ft üßung ping die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger un gleichen Zeitraum von rund 197 000 auf 182 000, also um 7,7 Prozent zurück Hier war der Rückgang bei Männern und Frauen fast gleich (7,7 und 7,8 Prozent). Die Zahl der R o t- ftanbSar beiter ist in der Berichts zeit um 2. Prozent gestiegen Sie betrug am 15. April insgesamt rund 87 700.

Oie Reichstagskandidaten des Landbunds.

Darmstadt 27. April. (Landespreffedieust.) An der Spitze der Reichstagswahlliste für Helsen des Landbundes stehen Abg. D o r s ch (Massel, Rhein- Hessen), Glaser (Nordheim), Fenchel «Ober- Hörgern), Jäger (Rheinhessen) und Friedrich (Mossau). Abg. Glaser soll auch auf die Reichs, (i ft c kommen.

Bela Khun in Wien verhaftet.

Die Wiener Polizei hat den früheren Dolks- fommiffar der ungarischen Räterepublik. De la Khun. festgenommen. Soweit sich bisher fest­stellen lien, ist er im Auftrage der Kom­munistischen Internationale nach Oesterreich gekommen. um von hier aus maß­gebenden Einfluß auf die kommunistische Bewe­gung in den Ballanländern, namentlich aber in Ungarn zu gewinnen. Ihm wird sehr wahrschein­lich ein Prozeß wegen Geheimbündelei und verbotener Rückkehr gemacht. Sein plötzliches Wiederauftauchen ruft Erinnerungen an die Bolschewistenherrschaft in Ungarn wach, die zwar nur kurze Zeit währte, aber doch genügt hat, um eine blutige Reaktion auszulösen. Bela Khun geriet während des Krieges i n russische Gefangenschaft, ging z u den Bolschewisten über und wurde von diesen zur Vorbereitung der Devolution in Ungarn nach Budapest geschickt. Rach dem Um­sturz gelang es ihm auch, die Macht an sich zu reißen. Eie beschränkte sich aber nur auf die Hauptstadt. Mit Hilfe der Entente gelang es schließlich dem ungarischen Volle, sich vom Bol­schewismus zu befreien. Vor der Wut der unga­rischen Gegenrevolutionäre konnte er sich nur durch die Flucht nach Oesterreicy retten. Don hier kam er bann mit einem Austausch­gefangenentransport nach Rußland, wo er anscheinend eine recht bedeutende Rolle gefpidt hat, denn sonst wäre er nicht in geheimer Mission nach Wien geschickt worden.

3m Auftrage Moskaus.

Zur Wiederaufnahme der bolschewistischen Propaganda in Ungarn.

Wien, 27. April. (WTB) 3a den letzten Tagen halte die Polizeidirektion in Erfahrung gebracht, daß der aus Oesterreich ausgewiesene ungarische Volks­kommissar Bela khun zur Durchführung eine» poli- tifchen Auftrages aus Rußland in Wien einge­troffen fei. Die inzwischen eingeleiteten umfassen­den Erhebungen der Polizei haben gestern zur Auf­findung und Verhaftung Bela khuns und Auf­deckung eines von ihm im 7. wiener Gemeindebe­zirk unter dem Decknamen einer Firma errichteten Bureaus geführt, da» nach den bisherigen Jeff-

ftcllungcn zur Durchführung feiner Arbeit und a l» 5ufaramenfunfl»ort mit zumeist ungari­schen Gesinnungsgenossen dienen sollte. Bela khun, der vor etwa vier Wochen in Wien auftauchte, Hai wiederholt in einem Saffeehause nahe der Polizei­direktion verkehrt, wo ein Besucher auf ihn aufmerk­sam wurde, und seine Person durch einen ihm be­kannten Ungarn feststellen ließ.

Beim verhör nach seiner Verhaftung verweigerte Bela Khun zunächst jede Auskunft und gab erst bei der Gegenüberstellung mit den polizcibeamtcn, welche ihn vor einigen Jahren hier verhaftet hallen, seine 3denlität zu. Bei den in Bela Khuns Ge­schäftslokal beschlagnahmten Schrift st ückeo han­delt es sich teils um Aufzeichnungen politischer Art, teil» um Propagandamalerial der drit­ten Internationale, das vorwiegend i n ungarischer Sprache abgesaßl ist. Die Sich­tung wird längere Zeit in Anspruch nehmen Die Blätter geben der Ansicht Ausdruck, daß Bela Khnns jetziger Aufenthalt in Wien hauptsächlich der Wiederaufnahme der bolschewistischen Propaganda in Ungarn gelten sollte. Für Oesterreich stellt sich fein wiener Aufenthalt nach Auffassung der wiener Allgemeinen Zeitung al» eine einfach? Uebertrelung dar, nicht al» politische» Vergehen. Sehr lebhafi erörtern die Blätter die Frage, wohin Bela khun nach Verbüßung einer eventuellen Strafe wegen Geheimbündelei und ver­botener Rückkehr abgefchoben werden dürfte. Sowohl die russische als auch die ungarische Ge­sandtschaft erklärten auf die Frage nach der Staatsangehörigkeit Bela Khun», eine sichere Auskunft nicht geben zu können, da die Be­stimmungen über die Erwerbung der russischen Staatsbürgerschaft ziemlich unklar seien, von der ungarischen Sesandlschafl, der die Verhaftung Bela Khuns schon gestern abend mitgeteilt wurde, sei ferner erklärt wyrden, daß ein offizieller Austritt Bela Khuns aus dem ungarischen Staatsoerband seinerzeit nicht erfolgt sei. So bestehe theoretisch die Möglichkeit, seine Auslieferung zu ver­langen. Ob diese aber wirklich verlangt werden wird, könne noch nicht gesagt werden.

Stresemann und die AaüonaWaWen

v.

Oie Hofe Fahne auf dem Chemnitzer Rathaus.

Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) In der letzten StabtoerorbnetensitzunH in Thcmnitz beschlossen die Kommunisten und Sozialdemokraten mit einer Stimme Mehrheit, daß am 1. M a i das Chemnitzer Rathaus und die städtischen Gebäude rot zu be­flaggen seien. In der Gemeinbeoerorbnctensitzung in Auerswalde wurde ebenfalls mit kommu­nistisch-sozialdemokratischer Mehrheit beschlossen, das Rakbaus rot zu beflaggen. Gleichzeitig wurden die Anschaffungskosten einer neuen roten Fahne bewilligt.

Erneuter Strafaufschub für Zorn v. Bulach.

gestellt wurde. Sie sind in Preußen bis vor wenigen Wochen verboten gewesen: wie uns da­mals schien, war die preußische Regierung ihnen gegenüber etwas zu streng, aber fast macht es den Eindruck, als wenn ihre Wüachener Partei­freunde nachträglich dem preußischen Innen­minister eine Rechtfertigung für fein Vorgehen geben wollten.

Aber noch eine zweite Frage drängt sich auf. DieStörungsver uche waren vorher angekün­digt. Vielleicht ist die Organisation der Deut­schen Doltspartei selbst in München nicht stark S, um sich ihr Hausrecht zu wahren. In- . es gibt ja schließlich auch noch eint Polizei, die einige Voraussicht an den Tag legen muß und die es sicherlich in der Hand gehabt hatte, durch rechtzeitiges Eingreisen diesen peinlichen Zwischenfall zu vermeiden, der ins Ausland telegraphiert worden ist als Schulbeispiel für die Art, wie in Deutschland der Wahlkampf geführt wird. Das geht in erster Linie den bayerischen Ministerpräsidenten an, der hoffentlich jetzt mit scharfer Hand zupacken und dafür sorgen wird, daß derartige Aus­wüchse einer allgemeinen Verwilderung deS Wahlkampfes sich nicht wiederholen können.

Sturm im bayrischen Landtag. Ein Nachspiel zur Ltresemannversammlukig ^München, 27. April. (WB.) In der heutigen Sitzung des Bayrischen Landtages verurteilte der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Rögner schnrf d i e Störung der Stresemannoer- f a m m l u n g und die skandalöse Beleidigung des Reichsministers des Aeußern durch die National­sozialisten. Er bezeichnete es als außerordentlich be­dauerlich, daß die Nationalsozialisten den Minister des Aeußeren des Deutschen Reiches einen Sch windler von Locarno und einen Stan- bi baten von Frankreich sGnaden nennen dürfen, ohne baß bie Polizei die betreffenden Plakate herunterreiße. Im späteren Verlauf ber Sitzung nahm ber nationalsozialistische Abgeornete ' Dr. Buttmann auf bie Erklärungen Dr. Höaners Bezug und schloß seine Ausführungen mit ber Be merkung:Der größte Schuft im ganzen Land, bas ist und bleibt ber Denunziant!" Der sozialbemokra tische Abgeordnete Dr. Högner sprang darauf auf ben Abgeordneten Dr. Buttmann zu und drohte ihm mit erhobener Hand. Gleichzeitig fielen erregte Zwischenrufe von der Tribüne, auf der sich auch der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Strasser befand. Landtagspräsibent Äönigbauer forderte diesen zum sofortigen Verlassen der Tribüne auf. Da Straffer dieser Aufforderung nicht gleich nachkam, wurde er von Kriminal­beamten zum Verlassen ber Tribüne gezwungen.

Katzenjammer in München.

Von unserer "Berliner Redaktion.

Berlin, 28.April. Die Pariser Kommunisten haben vor dem ersten Wahlgang in ihren Zeitun» gen große Aufrufe erlassen, worin sie Anhänger mit besonders guter Stimme und ^un gen traft anwarben, um mit ihnen auf ihre Weise den Wahlkampf zu führen. Sie fehlen ihren Ehrgeiz darin, ben ihnen befonbers verhaßten sozialistischen Führer Lson Blum am Sprechen zu verhindern und brauchten dazu Leute, die das be- fitzen, was man in Schauspielerkreisen eine Röhre nennt, ein Organ, da» in starker Multiplikation jedes Geräusch einer menschlichen Stimme zu übertönen vermag. Zum Schluß scheinen ihnen aber doch die Bewerber ausgegangen zu sein, sie haben in den letzten acht Tagen Blum d o ch zu Worte kommen lassen müssen.

Wir haben damals über diese Geschichte gelächelt und uns gesagt, daß so etwas bei uns doch nicht möglich wäre. Sollten wir uns darin wirklich getäuscht Haden? Fast scheint es so, denn die Art, wie die Nationalsozialisten in München mit dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann umzuspringen beliebten, erinnert stark an dieses Pariser Vorbild. Es ist wohl so ziem­lich bas erste Mal, baß ein Minister bei uns wenn man von ben Zeiten unmittelbar nach ber Revolution absieht systematisch nieder- gebrüllt worben ist und seine Rebe vorzeitig abbrechen mußte: hoffentlich auch das letzte Mal. Äebensalls kommt in ber Münchener Presse eine starke Katzenjammerstimmung zum Ausdruck, die sich reichlich verspätet die Frage vorlegt, wie so etwas möglich war.

Wenn die Rationalsozialisten mit der Politik Dr. Stresernanns nicht einverstanden sind, so ist das ihr politisches Recht. Wenn sie in der Ver­sammlung gegen ihn sprechen und ihn oder die Zuhörer zu überzeugen versuchen, wird kein Mensch etwas dagegen einzuwenden haben. Daß sie aber mit Trillerpfeifen und ähnlichen Lärm- instrumenten aufmarschieren und die öffentliche Redefreiheit derartig beeinträchtigen, ist ein un­erhörter Skandal. Mit solchen geistlosen Argu­menten macht man mir auf dumme Jungen Ein­druck, alle vernünftigen Menschen wenden sich angeekelt von einer derartigen Kampfmethode ab, die doch offenbar, weil sie sachlich nichts zu sagen weiß, nur mit roher Gewalt weiter-- zukominen hofft.

Gerade die Münchener Rationalsozialisten aber sollten sich hüten, den Dogen zu Überspannen. Es gab eine Zeit, wo Bayern sich stolz die Ordnungs zelle des Deutschen Reiches nannte: das ist längst vorüber, die Hitlerlcute haben dafür gesorgt, daß alles auf ben Kopf

Paris. 27. April. <DB> Baron Claus Zorn Bulach dem wegen seines Gesundheitszustandes ein provisorischer Strafaufschub gewährt worden war. sollte am 30. April seine 13monalige Gefängnisstrafe in Straßburg a n t r e t e n. 2luf Grund von Gutachten feiner Aerztc. die e»ne weitere Erholung von fünf bis sechs

Wochen für notwendig erachten, ist die ihm gesetzte Frist verlängert worden.

Das mecklenburgische Volksbegehren gescheitert.

Schwerin, 27. April. (WB.) Das vom Mrcklen burgischen ßanbbunb beantrage Volksbegehren kann als gescheitert angesehen werben. Leim Statistischen Lanbesamt wurden bis heute gezählt aus 1595 Be flirten 61 916 stimmen. Da nur noch 51 Gemeinden ausstehen, ist nicht zu erwarten, baß bie erforderliche Zahl von 68 460 erreicht wird

Aus aller Wett.

Stürme an der amerikanischen Küste.

Das hing ton. 28. April. (WTD. Funk- sprach.) Die Wetterwarte hat für die Küste von Atlantic City bis Boston Sturmwar- nu n g e n gesandt. Das Sturmflentrum bewegt sich in nordöstlicher Richtung über Südkaro- lina. Heule morgen erreichte der Sturm in der Gegend von Reuhork seine volle Stärke. 3n Atlanta und Georgia, wo der Sturm den Cha­

rakter eines Tornado- annahm, und txm Wolkenbrüchen begleitet war. sowie im ganzen Süden von Arkansas bis Florida, sind große Verheerungen aus den Fel­dern und an Gebäuden angcrichdet wor­den. Mebrer« Ortschaften mußten infolge plötzlicher Aebcrschwe m<n ungen geräumt werden. Telegraphen- und Telcphonlinien wurden viel­fach unterbrochen. Eisenbahndämme an vielen Stellen stark beschädigt. Heber die Verluste an Menschenleben, sowie die Höhe des angerichteten Schadens ist noch nichts bekannt geworden.

Aschenregen in Galizien.

Bukarest, 27. Aprll. (TU.) In dem Dorfe Oenitza, an der Grenze zwischen der Bukowina und Bessarabien, ist im Laufe de- heutigen Tages ein kleiner Vulkan ausge- b r och en. Die aus dem Bulfan strömende Mche ist von dem Winde bis in die Städte Ezerno- witz. Chotin, Zoroka und nach Galizien hineingetragen worden und verdunkelte die ganze Gegend, wobei auch ein mit Afche ver­mischter starker Regen niederging. Infolge der Dunkelheit und des Aschenregens bemächtigte sich der Bevölkerung eine große PFniH- In Lem­berg und Krokau war der Himmel stunden­lang völlig schwarzen Wolken bedeckt. Der Verkehr erlitt starke Störungen, weil durch den Degen die Kleidung der Passanten vollständig ruiniert wurde. Bisher wurden ähnliche Erschei­nungen in Osteuropa nur im Jahre 1883 und 1903 nach dem Vulkanausbruch des Krakatau beobachtet.

Ein Lebensretter.

Der im Kölner Handelkhof gastierende russische Tenor Schukowsky hat ein breijähriges Kind, da» fünfzehn Meter von der Südbrücke am Rhein- ufer spielte und von ber Böschung in den Strom fiel, vom Tobe b e» Ertrinken» geret- t e t. Schukowsky kam gerade de» Weges und sprang beherzt, als er die Gefahr, in der da» Ätnb schwebte, erkannte, in voller Kleidung in ben Strom. Der Künstler war bereits im Gesellschaft»- angug, ba er vor seinem Auftreten im Handel». Hof noch einen Spaziergang unternehmen wollte. E» gelang ihm, bas Kind dem nassen Clement zu ent­reißen und mit ihm glücklich da» User zu gewinnen.

Eisenbahnunglück in Südafrika.

Ein von Johannesburg kommender Schnell­zug ist in der Schlucht von He, River bei Worcester mit dem Speisewagen und sechs weiteren Wagen e n t g l e i st. Dabei brach ein Brand aus. Fünf Reisende wurden getötet und sechs schwer, mehrere andere leicht ver.e)t. An derselben Stelle ist im Jahre 1914 ein Truppentransport verunglückt, wobei zahlreiche Personen getötet wurden.

Zusammenstoß in der Luft.

Auf dem Döblinger Flugplatz stießen in der Luft zwei Flugzeuge der Sporkflleger­schule zusammen. Deide Maschinen er.ttten Be­schädigungen. Die eine konnte landen und der Pilot blieb unversehrt, di.' andere stürzte uixb begrub den Führer, den 29 Jahre alten Ge­werbeoberlehrer Gerhardt Kn,pp aus Essen unter sich. Sr war sofort tot.

IBalbbranb im Rheinland.

Beim Abbrennen einer Heide an der Provin- Aiallandstraße zwischen Wassenberg und Wildenrath sprang da- Feuer aus ben Wald über. Hunderte von Morgen jüngeren und älteren WaldbestandeS standen alsbald in Flammen. Am stärksten betroffen wurden die Gemeindewaldungen und die Forsten deS Baron- von Leykamp. Eine große Zahl von Feuerwehr­abteilungen aus der Umgebung bemühten sich, das Feuer einzudämmen, bis zeht jedoch ohne Erfolg. Es besteht die Gefahr, daß der Brand auf holländisches Gebiet übergreift.

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weiter Voraussage.

Die über Frankreich lagernde Störung hat sich bereits abgcslacht und ihr Einfluß machte sich in unserem Gebiete nur durch Bewölkung in ben gestri­ger. Abendstunden bemerkbar. Im Westen und Süd- westen kam es auch zu geringen Niederschläge» (Aachen 0,1 Millimeter, Karlsruhe 0,3 Millimeter). Da sich bie Störung noch weiter auffüllen wirb, und sich bie Druckgcaensätze mehr ausgleichen werben, so bleibt bas Weller vorläufig noch warm und trocken.

WetterooraussagefürSonntag: Meist heiter, warm und trocken.

Witte rungsaussichten für Montag: Teil» heiter, teils wolkig, warm und trocken.

Lufttemperaturen am 27. Aprll. mittags 18ch Grad Celsius, abends 13,2 Grab Celsius: am 28. April: morgens 11,2 Grab Celsius. Maximum 19 Grad Celsius, Minimum 8,4 Grab Celsius Erbtempcra- turen in 10 Zentimeter liefe am 27. April: abends 15,9 Orab Celsius, am 28. April, morgen» 11,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 10 Stunden.