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Oie Finanzlage Hessens.

Eine Antwort an die hessische Regierung.

Das parteiamtliche Organ der Deutschen Dolls­partei, dieRationalliberale Korre­spondenz" schreibt zu der unter der Spih- markeMehr Verständnis für Hessen" von der Pressestelle des Hessischen Staatsministe- riumS veröffentlichten Rotiz folgendes:

Der Abgeordnete Dr. Cremer hat im Haus- haltsausschuh des Reichstags vor einigen Tagen eine Anfrage an den Reichsfinanzminister gestellt, wie es sich mit den, dem Verlauten nach in den letzten (Zähren an die hessische Re­gierung gezahlten Zuschüssen verhält, deren Bedeutung und Höhe etatsrechtlich nicht er­kennbar sei. Er hat ferner gefragt, wie weit die Untersuchungen des Reichssparkom­missars über die hessische Verwal­tung gediehen seien, und ob die Grundsätze streng st er Sparsamkeit in der hessischen Verwaltung, insbesondere imPersonalstand der Ministerien befolgt würden. Der Reichs­finanzminister hat Aufschluß über die bisher an Hessen geleisteten Zahlungen und das diesen zu­grundeliegende Abkommen des früheren Finanz­ministers Dr. Reinhold mit seinem Parteifreund Henrich vom Herbst 1926, gegeben und den Ab­schluß der Ermittlungen des Sparkommissars für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Von feiten des Vertreters der DDP. wie auch von den Ver­tretern anderer Parteien ist die Zulässigkeit der vom Finanzminister als Kassenvorschüsse gekenn­zeichneten Auszahlung von vielen Millionen Mark an das Land Hessen als etatsrecht- licb unzulässig charakterisiert und bedangt worden, daß diese Zahlungen sowie die zugrundeliegenden Verträge durch Rachtragsetat ordnungsmäßig angefordert werden und auch die fernere Regelung der Zuschüsse für Hessen im Einvernehmen mit dem Reichstag erfolge. A u s d r ü ck l i ch hot Dr. Cremer hierbei ausgesprochen, daß die mit der Besatzung zusammenhängende Rotlage Hessens nicht verkannt werde und man bereit fei, im Rahmen des Bedürfnisses einzu­springen. Es ist daher seltsam, daß die Presse­stelle der hessischen Regierung versucht, die nicht nur wohlgemeinte, sondern auch durch das Reichs­interesse gebotene Anfrage des Abgeordneten Dr. Cremer so umzudeuten, als ob sie von Miß­gunst oder mangelndem Der st ändnis für die besondere Lage Hessens geleitet gewesen sei. Das Gegenteil ist der Fall! Die hessische Regierung empfindet aber offenbar die Kritik unbequem, die an ihrem außerordentlich übersetzten Verwaltungsapporat und an der Tatsache geübt wird, daß erst der Ministerwechsel nach der letzten Landtogswahl wiederum zu einem, nur parteipolitisch zu erklärenden Revirement in verschiedenen hes­sischen Ministerien geführt hat. dessen Kosten ZU Lasten des öffentlichen Bedarfs geben. Die Reichszuschüsse für Hessen sind jeden­falls nicht dazu bestimmt, auf Kosten der Ge­samtheit des Reichs die Aufrechterhaltung eines gewaltigen Verwaltungsapparats des Landes Hessen zu ermöglichen, der mit dessen Steuerkraft und Umfang selbst dann nicht im Einklang stehen würde, wenn die Desatzungslast völlig beseitigt wäre.

Die Derstimmung der hessischen Regierung über die öffentliche Erörterung ihres Finanzverhält­nisses zum Reich hat offenbar ihren Grund darin, daß das seit 1926 erfolgreich geübte Versteck- spiel hinsichtlich der Reichssubvention nicht mehr weiter geführt werden kann. Die Llebersehung der hessischen Zentralbehörden hat jedenfalls mit der Desahungslast nichts zu tun; sie steht mit der unitarischen Einstellung der führenden Regierungsparteien Hessens ganz ohne Zweifel in einem offenbaren Widerspruch.

Finanzausschuß

des Hessischen Landtags.

Von unserer Darmstädter Redaktion.

D a r m st a d t, 27. März. Der Finanzausschuß hot dle Verhandlungen über die Besoldung s° orönung im wesentlichen zu Ende geführt; über die letzten Stufen soll noch am Mittwoch entschieden werden. Zu den Bestimmungen über Die einzelnen Gruppen logen zahlreiche Anträge vor, doch wurden nur die von den Koali-

° n $ a r 1 e i e n, teilweise mit geringfügigen Abänderungen, angenommen. Die wichtigsten dieser Anträge seien hier verzeichnet. Zur Be­soldungsgruppe? wird hinzugefügt: Straf- anstoltsoberwachtmeister an den Strafanstalten, den Landgerichtsgefängnissen und den Amts­gerichtsgefängnissen Offenbach und Worms. Ge­strichen wird Kellermeister bei der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim, der bei der Be­soldungsgruppe 6 hinzugefügt wird. Bei Besoldungsgruppe 5 werden gestrichen: Obermaschinenmeister bei der medi­zinischen und Frauenklinik der Landes­universität und der Oberwerkmeister am Kraft­werk und am physikalischen und elektrotechnischen Znftitut der Technischen Hochschule. In G r u p p e 4e wurde eine Anmerkung hinzugefügt mit dem Wortlaut: Die am 30. September 1927 im Amt gewesenen Beamten erhalten für ihre Person die Bezüge der Gruppe 4 d. Hinzugesetzt werden der erwähnte Obermaschinenmeister der Landes­universität und der Oberwerkmeister der Tech­nischen Hochschule. Gestrichen werden: der Be- triebsführer am Elektrizitätswerk Bad-Rauheim und der Betriebsobersekretär in Bad-Rauheim beide wurden in die Besoldungsgruppe 4 d eingereiht.

Zur /^-Gruppe la wurde beschlossen, auf einen Antrag der Koalitionsparteien hin, daß die Endstufe bteser Gruppe mit 12 000 Mk., statt mit 12 600 Mk. einzusetzen ist. Die Stelle der Kreis­direktoren in Offenbach und Worms wurden ge­strichen. Ferner wurde beschlossen zur Gruppe lb: Der Bad- und Kurdirektor in Bad- Ranheim ist zu streiken. Der Kreisdirektor in Friedberg ist zu streichen und als neue Zeile ist zu setzen Kreisdirektoren. Zur Gruppe 2a- Der Direktor der Zellenstrafanstalt Butzbach und der Regierungsbaurat als Vorstand des Be- triebSamtes Dad-Aauheim ist zu streichen und die Stelle Bad- und Kurdirektor in Bad-Rau- I)eim hin-uzusetzen. Zur Gruppe 2h: Der Direktor der Zellenstrasanstalt Butzbach und der Regierungsbaurat als Vorstand des Betriebs­amtes Bad-Rauheim ist hier anzuführen. Die Worte ..Landgerichtsräte" und ..Staatsanwälte" sind hinter Amtsgerichtsräte Hinzuzusehen. Zur Gruppe 2c: Die Stelle des Polizcischulra!» ist hier aufzuführen Der Regierungsrat als Der- waltungsdirektvr am Landestheater ist zuzusetzen

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers'.

Berlin, 28. März. Anläßlich der Einwei­hung des neuen Königsberger Reichsbankgebäu­des hat der Reichsbankpräsident Dr. Schacht in längeren Ausführungen gegen die Vorwürfe der Zentralifierungsmanie der Aeichsbank und zu Fragen des landwirtschaftlichen Kredites Stellung genommen. Die Frage der Zentralisierung der öffentlichen Gelder ist auch heute noch eine akute und für die Volkswirtschaft sehr entscheidende Frage. Don den Kommunen und Provinzen wird entgegen den Bestrebungen des Reichsbankpräsidenten verlangt, daß mit den aufkommenden öffentlichen Geldern zu­nächst die Rachfrage im Entstehungs- bezirk der Gelder befriedigt würde und dann erst die Spihenbeträge, die freibleiben, in die Zentrale, d. i. die Reichsbank, zusammen - strömen, um dann zwecks Ausgleichs wieder in die Provinz weitergeleitet zu werden. Dr. Schacht tritt dagegen für Zentralisierung der verfügbaren Mittel auf der einen Seite, aber Dezentralis ation der Kredite, die die Wirtschaft gebraucht, auf der anderen Seite ein, und man kann sich dieser Ansicht nur anschließen, wenn durch die Zentralisierung der öffentlichen Gelder nicht die Gefahr willkürlicher Zuteilung, die seines Erachtens durchaus im Be­reich der Möglichkeit liegt, entsteht. Die Land­wirtschaft betrachtet der Reichsbankpräsident als die unerläßliche Grundlage für die ge­samte deutsche Wirtschaft und als Stühe eines starken inländischen Marktes, und seine Aus­führungen beweisen, daß die Reichsbank durchaus gewillt ist, an der Behebung der landwirtschaft­lichen Krise im Rahmen ihrer großen Aufgaben als Zentralnoteninstitut mitzuwirken.

Scharfe Kritik übte Dr. Schacht an dem land­wirtschaftlichen Genossenschaftswesen, das an einer gewissen Liebersetzung und Schwer- falligfeit leide. In der Reorganisation von oben,

Mrlschastslage.

wie sie bekanntlich nach dem neuen Preußen- kassengesetz vorgesehen ist, sieht er nicht einen gesunden Wiederaufbau, wenn nicht gleichzeitig von unten her vor allem durch die Stei­gerung desDerantwortungsgefühls der landwirtschaftlichen Kreise die Reorgani­sation des Genossenschaftswesens einseht. ES sei zu befürchten, daß L»ie Reor­ganisation von oben allein zu einem Mißerfolg führen wird, der unter Llmständen das ganze Genossenschaftswesen zerschlagen kann. Don unten heraus muh an einer Verbilligung und Ver­besserung deS landwirtschaftlichen Genossen­schaftswesens gearbeitet werden. Politik darf in diese Dinge nicht hineingetragen werden. DaS, was wir in Deutschland brauchen, ist nicht nur die Mitarbeit des einzelnen am Ganzen, son­dern ist das Prinzip des Verantwortungsgefühls für daS Ganze. Der Staat darf nicht zu einer Einrichtung für Kostgänger, Sozialrentner, Er­werbslosenfürsorgeberechtigte und dergleichen werden. Der Staat kann nur leben, wenn seine Mitbürger in harter produktiver Arbeit sich selbst für den Staat bauen und bilden. In diesem Sinne hat die Reichsbank ihre Aufgabe geführt. Der Dienst am Publikum, an der Wirtschaft ist das, was uns alle erfüllen muh, und in diesem Dienst wird die Reichsbank nicht erlahmen.

In seinen weiteren Ausführungen befaßte sich Dr. Schacht mit dem BegriffDemokratie". Wenn es irgendeinem von uns schlecht geht, dann ruft er sofort: Der Staat muß Helsen. Aber der Staat ist nichts, was über uns steht. Er ist nicht eine Macht, gegen die wir an.Lmpfen müssen. Wir alle sind der Staat und anstatt immer gebannt auf den Staat, auf die Behörden zu sehen, sollten wir mehr den Be­griff der Selbsthilfe und der Selbstver­antwortung voranstellen. Der Staat will erobert fein von jedem einzelnen.

und die Stelle des ersten Konzertmeisters ist neu aufzuführen. Zur Gruppe 2d: Die Stelle des Polizeischulrats ist hier zu streichen. Zur Gruppe 3a: Taubstummen- und Blindenlehrer sind hier neu aufzuführen. Zur Gruppe 3c: Taubstummen- und Blindenlehrer sind zu strei­chen und neu hinzuzufügen: Reallehcer und Real­lehrerinnen an höheren Schulen.

Mussolini für Revision der Verträge.

DieFreundschaft zu Ungarn. - Der Brenner.

London. 26. Mär;. (2D2B. Funkspruch.) In einem Interview mit dem Besitzer der ..Daily Mail". Lord Roihermere, sagte Mussolini:Italien hat noch einen schweren Kampf wirtschaftlicher Ent­wicklung vor sich. Auswärtige Verwickelungen sind das letzte, was es sich leisten könnte. 3d) habe meine friedlichen Absichten bewiesen durch Abschluß eines Freundschaftrverkrages mit Jugosla­wien, dem früheren Rivalen Italien». Jugosla­wien hat den Vertrag bisher nicht ratifiziert, was bis nächsten Juli geschehen mühte. Aber selbst, wenn keine Ratifikation erfolgt, besteht keine Gefahr eines Konfliktes. Italiens Beziehungen zu Jugoslawien werden die gleichen bleiben, wie die zu anderen Ländern und, da beide Staaten Mitglieder des Völkerbundes sind, würde ein Mittel vorhanden fein, um mit der Gefahr eines evtl. Konfliktes fertig- zuwerden.

lieber die ungarische Grenzfrage äuherte sich Mussolini:Die Ungarn sind eine ritterliche Ra­tion, für die die Italiener Achtung empfinden. Zwi­schen beiden Ländern besteht aufrichtige Jreuub- schaft. Eine solche Ration unter dem Drucke eines dauerndenGefühles offenbaren Unrechtes zu lassen, würde nicht im Interesse des Friedens Europas liegen. Vie Heiligkeit von Verträgen muh gewahrt bleiben. Aber dieser Grund­satz verhindert nicht dieAbänderungder Ein­zelheiten eines Vertrages, wenn sich nach sorgfältiger Prüfung ergibt, das sie wünschenswert ist. In der ganzen Geschichte hat es noch nie einen Vertrag gegeben, der ewig dauerte. Im Gegensatz zu Italien kann Ungarn keine geo- graphische Grenze haben, aber es könnte und muhte eine Rassengrenze besitzen.

Der Brennerpah bildet eine natürliche geo­graphische Grenze. Die Tatsache, dah zufällig unge­fähr 200 000 Menschen öfterrei.chischer Rasse aus der Italienischen Seite dieser Grenze leben, darf die Sicherheit und geographische Einheit einer Ration von über 40 Millionen Menschen nicht schmälern. Mussolini fügte hinzu, die österreichischen Untertanen Italiens würden genau so behan­delt. wie die Italiener. Er sprach dann von den italienischen Kolonlsatlonsbemühungen in Tri­polis und der Eyrenaika, die darauf abziellen. der nordafrikanischen Küste die Fruchtbarkeit wiederzu­geben. die sie zur Zeit des alten Roms zu einem der Getreidespeicher der Welt gemacht habe."

Kleine politische Rachrichten.

Im Lohn st reit bei der Deutschen Reichsbahn wurde im Reichsarbeitsministe­rium zwischen der Hauptverwaltung der Deut­schen Reichsbahngesellschaft und den beteiligten Gewerkschaften eine Vereinbarung getrof­fen. Die Dereinbarung deckt sich im wesent­lichen mit dem Schiedsspruch, geht aber insofern über ihn hinaus, als im Lohngebiet 3 und in der Lohngruppe V deS Lohngebiets 2 die Satze um je einen weiteren Pfennig erhöht wurden. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. Ianuar 1929 Gel­tung haben.

Im Anschluß an den in der letzten Woche unternommenen Vorstoß des Llnterhausmitalie- des Kenworthy gegen die Rheinlandbe- s e h u n g, der auch von den zahlreichen Hei­raten zwischen Engländern und Deutschen im besetzten Gebiet gesprochen hatte, wurde an den Kriegsminister die Frage gerichtet, w i e v i e l e Eheschließungen zwischen Soldaten der Rheinarmee und deutschen Frauen statt- gesunden haben Der KriegKminister erklärte, ihre Zahl belaufe sich auf etwa 690.

Wie aus Mühlhausen i. E. berichtet wird, hat der tersuchungsrichter in der Autono- mistcnasfäre gegen den in die Angelegen­heit verwickelten, in der Schweiz weilenden Baron Ley Haftbefehl ergehen lassen. Baron Claus Zorn von Bulach, der eine 13monatige Gefängnisstrafe hatte antreten sollen, ist Straf­aufschub gewährt worden, da er ein ärztliches Zeugnis unterbreitete, das bescheinigt, daß er augenblicklich krank sei.

Schweres Erdbeben in Italien.

Zehn Tote in der Provinz Udine. Uebcr- schwernrnnngen in Venetien.

U b i n e, 27. März. (WTB. Funkspruch.) Ein Erd­beben, das heute früh mehrere Ortschaften in der Provinz Udine heimgesucht hat, dauerte etwa 20 Sekunden. In Tolme; zo wurde fast ein Drittel aller Häuser so schwer beschädigt, daß sie für unbewohnbar erklärt werden mußten. Auch die Mauern der Kirche weisen "grofoe Risse auf. Ls sind bi» jetzt zehnToteundvler- 3 i g verwundete festgestellt. Die Zahl der Opfer kann sich jedoch noch vermehren, weil mit mehreren Orten jegliche telephonische Verbindung unterbrochen ist. Da» Hauptzentrum de« Erdbebens lag in den Gemeinden von verzegni und in der Gemeinde Lavazzo. In Tolmezzo, das ebenfalls stark gelitten hat, muhte u.a. das Krankenhaus geräumt werden, da es Risse bekommen hatte. Die Kranken wurden nach Udine gebracht. Der Turm des Domes von Tolmezzo ist in Gefahr, ju- sammenzubrechen. Auch die anderen Kirchen haben Schaden gelitten, ebenso das Gericht und die Alpinl- Kaserne. Die Regierung hat eine Hilfsaktion einge- lellet. Die Bevölkerung kampiert in Zelten.

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Messagerro" berichtet über grohe Ueber- schwemmungen in ganz Venetien. Aus Vicenza wird mitgeteilt, dah eine ganze Reihe Ge­meinden der Provinz von Hochwasser helmgesucht wurde, das besonders la an Pietro und in San Sebastiano großen Schaden anrichtete. Dort sind einige Häuser eingestürzt. Aus Venedig wird gemeldet, dah in der Umgebung von Mestre die Kanäle über ihre Ufer getreten sind und dah u.a. die Villa des Finanzminister» Grafen volpi überschwemmt worden ist, so daß das ganze Erd­geschoß unter Wasser steht. Die elektrische Bahn nach Treviso hat ihren Dienst eingestellt. Auch aus Padua werden Ueberschwemmungen gemeldet und gesagt, dah einige Stadtviertel unter Wasser stehen.

Der neue Atlantikflug.

Berlin, 27. März. Freiherr von hüne- felb hat dem Vertreter desBerliner Mittag", der ihn in Baldonnel aufsuchte, u.a. erklärte:Entgegen der in Deutschland weit verbreiteten Auffassung, daß der Sommer die geeignetste Zeit zu einem Ojean- ' flug wäre, sind Hauptmann Köhl und ich der An­sicht, dah dies der Frühling ist. wir wissen uns darin mit allen meteorologischen Kapazitäten eins und glauben, keine Vorsichtsmahregeln anher Acht; gelassen zu haben, warum wir nicht von Deutsch­land au» geflogen sind? Die Frage ist leicht zu be- antroorten. wir haben hier keinen geeigneten Platz. Dessau kommt nach den gemachten Erfah­rungen gar nicht in Betracht. Berlin, das als ver- kehrsslughafen geradezu ideal ist, scheidet ebenfalls aus. Also blieb uns nur das Ausland und da haben wir Irland gewählt, weil dort einmal die örtlichen Verhältnisse äußerst günstig sind und da bei einem Start von hier aus die Unwetterzone des Ozeans leicht in nördlicher Richtung zu umgehen ist." Bei der augenblicklich herrschenden westlichen Windrich­tung muß für die äuherst schwere Maschine durch Walzen eine besondere Startbahn angelegt werden, wenn die wetterbedingungen weiter gün­stig bleiben, werden die deutschen Flieger omMllt- woch wahrscheinlich in der Frühe zwischen 5 und 6 Uhr den Flughafen Baldonnel zu ihrem Irans- atlantikflug verlassen. Die letzten Vorbereitungen find bereits getroffen.

Aus aller Wett.

Aushebung des Sichtvermerkzwanges zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Aach Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen und der tschechoslowakischen Regierung in Berlin ist die Aushebung des Sichtoermerk­zwanges zwischen den beiden Ländern mit Wir­kung vom 5. April 1928 und das Inkrafttreten einer Vereinbarung über die paßtechnische Rege­lung des deutsch-tschechoslowakischen Grenzverkehrs zürn l.Mai 1928 vereinbart worden.

Besuch des Bischofs von Regensburg in Konnersreuth.

Nach einer Meldung aus Regensburg traf der Bischof von Regensburg, Dr. Buchberaer, am letzten Donnerstag unerwartet in Begleitung des Weihbischofs und mehrerer Professoren der Tyeolo- gischen Hochschule Regensburg in Konnersreuth ein. um Therese Neumann aufzusuchen.

3m Walde überfallen.

Im Walde zwischen Stockheim und Riederau bei Düren (Rhld.) wurden nachmittags zwei Mädchen im Alter von 16 und 17 Iahren von einem etwa 22jahrigen Mann angesprochen, der die Herausgabe ihrer Barschaft ver­langte. Als die Mädchen erklärten, kein Geld bei sich zu haben, drängte der Mann sie etwa 30 Meter in das Dickicht hinein, bedrohte sie mit Erstechen, sobald sie einen Laut von sich gäben, fesselte sie mit einem Strick und beging an einem der Mädchen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen. Erst gegen Abend konnten sich die Mädchen befreien.

Bombenexplosion In Lhlkago.

In Chllago explodierten zwei Bomben vor den Wohnungen bekannter Politi­ker. Verletzt wurde niemand. Die erste Bombe traf die Fassade deS Hauses von Senator De- neen, die schwer beschädigt wurde. Fünfzehn Minuten später explodierte eine zweite Bombe in der offenen Vorhalle im Hause des Richters S w a n s o n. In der letzten Zeit sind schon vier ähnliche Anschläge auf die Wohnungen hoher Beamter versucht worden, aber der vorliegende Fall ist der erste, bei dem sich der Anschlag gegen das Eigentum von Personen richtete, die die Verwaltungsmethoden des derzeitigen Bür­germeisters von Chikago, Thompson, öffent­lich bekämpften.

Wolfsplage iin Apennin.

3n einem Teil des umbrischen Apennin treiben feit einigen Tagen Wölfe ihr Unwesen. 3m Laufe weniger Tage wurden 30 Pferde und 300 Schafe zerrissen. Einige Wölfe konnten erlegt werden.

Wie der Posträuber Hein seine Freund« beschenkte.

In Düsseldorf-Gerresheim hatte ein früherer Arbeitskollege des Posträuoers Hein, der Schlos­ser Paul Grundlach, sich ein kleines Friseur- geschäft eingerichtet. Bei einem seiner Besuche beklagte sich Hein darüber, dah Grundlach keine elektrische Haarschneidema­schine habe. Grundlach erklärte daraus, dazu habe er kein Geld. Hein fuhr nach Iena zurück und ein paar Tage später erhielt der Friseuv in Gerresheim ein Riesenpaket, das eine vollständige Ausrüstung für ein Friseur - Geschäft enthielt, darunter eine eleltrische Haar-st schneidemaschine. Hein hatte nach seiner Ankunft in Iena gemeinsam mit einem Freund einen Friseurladen geplündert, um seinem Freunde in Gerresheim eine kleine Freude zu machen. Der Beschenkte wurde jetzt vom Schöffen­gericht wegen Hehlerei zu drei Monaten Ge­fängnis verurteilt.

Oie Wetterlage.

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: icrvoraussage.

Ein Ausläufer des Rordmeerttefs. der sich bis nach Westdeutschland hin erstreckt, brachte dort bereits leichte Riederschläge. Die an der Südseite vordringenden ozeanischen Luftmassen lassen es neben geringem Temperaturrückgang zu zeitweise bewölktem Wetter kommen. Ver­einzelte Riederschläge treten dabei gelegentlich noch auf.

Wettervoraussage für Donners­tag: Wolkig mit zeitweisem 'Aufklaren, etwas kühler, vereinzelt geringe Riederschläge.

Wltterungsausfichten für Frei- tag: Wechselitdc Bewölkung, Temperaturen we­nig verändert, keilte oder nur ganz vereinzelt geringe Riederschläge.

Lufttemperaturen am 27. Marz: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 6,8 Grad Celsius; am 28. März: morgens 7 Grad Celsius. Maximum 13,6 Grad Cel­sius, Minimum 4,2 Grad Celsius. Erdtempera­turen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. März: abends 10,8 Grad Celsius; am 28. März: morgens 7,4 Grad Celsius Sonnenscheindauer: 7% Stunden.