Ausgabe 
28.1.1928
 
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Nr. 24 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 28. Zanuar (928

Wirtschaft.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

Auch in dieser Woche machten sich an der Börse starke Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Gekennzeichnet war die Lage durch eine außerordentlich starke Geschäftslosigkeit. Die Börse litt unter dem an dauernde nOrder- mangel, da die private Kundschaft weiterhin keinerlei Reigung zu neuen Engagements an den Tag legte, sondern wieder bestrebt war, die noch bestehenden Positionen zu lösen. Die Spekulation zeigte wenig Lust, aus sich «heraus eine Aufwartsbewcgung der Kurse herbeizu- führen, und verharrte in ziemlicher Untätigleit. Rur die Baissepartei benutzte die herr­schende Unsicherheit und schritt verschiedentlich zu vorsichtigen Blancoabgaben. Diese Baissepositio­nen wurden jedoch nicht lange gehalten und bald daraus wieder Deckungen vorgenommen. Die all­gemeine Lustlosigkeit und Skepsis hatte zur Folge, daß verschiedene günstige Momente auf die Gestaltung der Tendenz fast keine Wirkung ausüben konnten. So war der trotz des bevor­stehenden Ultimos leichte Geldmarkt ohne sichtlichen Einfluh. Die in der vergangenen Woche eingetretene Verknappung wurde rasch wieder überwunden, und Angebot und Rachfrage waren ausgeglichen. Reportgeld stand in ausreichender Menge zur Verfügung, so dah der Sah um 1/0 Prozent gesenkt werden konnte. Wenig be­achtet wurde auch die weitere befriedigende Ent­lastung der Reichsbank nach dem letzten Aus­weis. Ferner konnten die Meldungen über den Stand der Freigabeangelenheit kaum eine Wirkung ausüben. An der Börse wurde die Loge im Gegenteil verschiedentlich ungünstig beurteilt, da durch die verschiedenen Debatten und Einwande im Finanzausschuh des amerika­nischen Senats eine Verzögerung befürchtet wurde. Ein andauernd ziemlich starker Druck wurde auf die Stimmung ausgeübt durch die Ausdehnung und Verschärfung des Streikes in der mitteldeutschen Metallindustrie, beun­ruhigend wirkte ferner die Lohnbewegung im Ruhrbergbau. Auherdem verwies man auf die nach vorübergehendem Stillstand wieder im Wachsen begriffene Arbeitslosigkeit. Be­fürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Geld­marktentwicklung entstanden im Anschluß an die Gerüchte einer kommenden R e i ch s b a h n e rn i s° s i 0 n. Da die Verwaltungsratssihung der Reichs­bahn über ihre Geldbeschassungspläne noch keinen Beschluß gefaßt hat, blieb eine gewisse Unsicherheit bestehen. Verstimmend wirkten auch die verringerten Hoffnungen auf eine baldige Senkung des englischen Diskontsatzes, zumal die Federal Reserve Bank in Chikago eine Er­höhung ihrer Diskontrate vornahm. Einige Spe­zialgebiete verzeichneten etwas lebhaftere Um­sätze. So bestand für die oberschlesischen Montan­werte in Erwartung günstiger Abschluhziffern bei Oberbedarf Interesse. Gefragt waren ferner Otavi Minen und Phönix, letztere auf Dividende­hoffnungen und Gerüchte eines eventuellen Um­tausches in Stahlvereinsaktien. 3m allgemeinen ergaben sich gegen die vergangene Woche über­wiegend Kursrückgänge von 1 bis 4 Pro­zent. Eine gewisse Widerstandsfähigkeit im Grundton der Börse war nicht zu verkennen. AEG. verloren 5 Prozent auf die Enttäuschung darüber, daß entgegen den Börsenschähungen nur 8 Prozent Dividende verteilt werden. Für deutsche Anleihen, namentlich für Reu- besihanleihe, zeigte sich einiges Interesse. Aus­ländische Renten lagen vernachlässigt und eher schwächer. Am Devisenmarkt war das Pfund angeboten. Auch Madrid abgeschwächt.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt war in dieser Woche bescheiden. Abschlüsse wur­den nur zögernd getätigt, da die Händler nach wie vor große Zurückhaltung übten, und die zweite Hand dem Markte vollkommen fernblieb. Verstim­mend wirkten die nachgebendcn Auslandnotierungen, da sich aus diesem Grunde die Käufer abwartend verhielten, in der Hoffnung einer Preissenkung am hiesigen Platze. Weizen war in größeren Posten billiger angeboten, ohne daß sich hierfür Interessen­ten gefunden hätten. Nur Ware für spätere Liefe­rung konnte etwas abgesetzt werden. 9t 0 g g en war dagegen etwas lebhafter verlangt, da sich hier eine gewisse Materialknappheit bemerkbar machte; da auch die Mühlen als Käufer auftraten. Gerste, die

in der vergangenen Woche sehr reges Geschäft zu verzeichnen hatte, lag sehr still und vernachlässigt. Nur gute Qualitäten wurden von Seiten des Ex­ports bei billigeren Preisen noch etwas verlangt. Mais hatte ebenfalls kaum Geschäft aufzuweisen. Hafer, der zeitweise kaum gefragt war, hatte in­folge der knappen Beschickung der Börse und des größeren Bedarfs der Landwirtschaft größeres Gc- schäft aufzuweisen. Auch Mehle waren im Ein- klang mit dem schlechten Getreidegeschäst stark ver­nachlässigt. Die Mühlen klagen immer stärker über den schlechten Abruf der gemahlenen Ware. Der Futtermittelmarkt war fast ohne Umsätze; die Preise waren nachgebcnd; trotzdem fanden sich kaum Käufer. Das Kartoffelgefchäft war sehr ruhig; die Preise gut gehalten. Zum Wochenschluß wurde die Haltung ziemlich lustlos, und es trat eine fast völlige Stagnation ein. Weizen wurde stärker an- geboten, ohne daß eine Absatzmöglichkeit vorhanden war. Das geringe Interesse für Roggen ließ auch vollkommen nach. In Mehlen ruhte das Geschäft vollkommen. Am Futtermittelmarkt machte sich für Roggenkleie stärkeres Interesse bemerkbar.

Im Vergleich zu den Notierungen der ver­gangenen Woche waren die Preise für Weizen I, Weizen II, Weizen III, Roggen, Sommergerste und Hafer gut behauptet. Mais gab eine halbe Mark, Roggenkleie eine viertel Mark nach. Roggenmehl und Weizenmehl in geringeren Sorten je eine viertel Mark billiger; während die besseren Sorten gut be­hauptet blieben. Die Woche schloß zu folgenden No­tierungen: Weizen I 25, Weizen II 23,50 bis 23,75, Weizen III 22,75 bis 23,25, Roggen 24 50, Sommer­gerste 27,50 bis 30, Hafer, inl., 23,50 bis 24, Mais für Futterzwecke 21,75, Mais für andere Zwecke 22,50, Weizenmehl 36,75 bis 37,25, Roggenmehl 34 bis 35,50, Weizenkleie 14,25, Roggenkleie 15,25.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schiackiviehmarkt.

Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche etwas größer, da auch der Antrieb starker war. Die Märkte wurden alle ausverkauft. Kälber und Schafe waren leb­haft gehandelt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1205 Rindern, darunter 292 Ochsen. 59 Bullen, 542 Kühen und 230 Färsen, ferner aus 1616 Kälbern. 575 Schafen und 6561 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 370 Rinder und 430 Schafe mehr zuge­trieben. 3n Kälbern war der Auftrieb unver­ändert. Schafe hatten dagegen einen Mehrzutrieb von 430 zu verzeichnen.

Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 57 bis 61, II 53 bis 60, B l 50 bis 52, II 46 bis 49. Bullen A 52 bis 56, B 43 bis 51,

Kühe A 46 bis 49, B 40 bis 45. C 34 bis 39,

D 25 bis 33, Färsen A 53 bis 62, B 53 bis 57,

C 46 bis 52, Kälber B 72 bis 77, C 65 bis 71,

D 56 bis 64. Schafe A 47 bis 51. B 40 bis 46.

C 35 bis 38, Schweine B 55 bis 58, C 54 bis 57, D 52 bis 55. Verglichen mit den Rotierungen der vorigen Woche waren Rinder eine Mark, Schafe ebenfalls eine Mark teurer. Kälber blie­ben gut behauptet. Schweine gaben dagegen bis zu 5 Mk. im Preise nach.

*

* Der Stand der Anleihe Verhand­lungen des deutschen Hausbesitzes. Wie WTB.-Handelsdienst von der Deutschen Hauptbank sür Hypothekenschutz A.-G. mitgeteilt wird, konnten die Verhandlungen über die Auf­nahme einer Amerikaanleihe für den deutschen Hausbesitz noch nicht zum Abschluß gebracht wer­den. Der Grund hierfür ist, daß der amerikanische Geldmarkt immer noch stark beunruhigt und gegenwärtig für deutsche Werte, die in der letzten Zeit durchweg mitunter recht erhebliche Rückgänge auszuweisen hatten, nicht aufnahmefähig ist. Die Situation erfuhr in der Zeit, während der die Verhandlungen geführt wurden, noch eine Ver­schärfung insofern, als durch einen Erlaß der Reuhorker Börse Anmeldungen deutscher Wert­papiere zur Rotierung an der Reuhorker Börse cinstweilen suspendiert wurden.

* Erhöhung des Privatdiskonts. Der Privatdiskont ist gestern in Berlin um Vs Prozent auf 63/< Prozent für beide Sichten erhöht worden.

- Abschlüsse im Siemenskonzern. Der Aufsichtsrat der Siemens-Schuckert A.-G. trat am 26., der Aufsichtsrat der Sie­mens-Halske A.-G. am 27. 3anuar zu­sammen. 3n beiden Sitzungen wurden die Ab­schlüsse für das am 30. Dezember 1927 beendete Geschäftsjahr genehmigt. Der Abschluß der S i e» mens-Schuckert A.-G.. der erste seit der am 12. 3uli 1927 erfolgten Umtoanölung in eine Aktiengesellschaft, weist einen Reingewinn

aus von 14 780 372 Mk. (L V. 12 175 701 Mk.). Der Aufsichtsrat schlägt vor, an die Aktionäre eine Dividende von 9 Prozent auf das Aktien­kapital von 120 000 000 Mk. gleich 10,8 Mill. Mark auszuschütten, der Sonderrücklage 3 MUI. Mark (i. V. 3 Mill. Ml.) zu überweisen und 980 372 Mk. (i. D. 525 700 Ml.) auf neue Rech­nung vorzutragen. Eine Zuweisung für Wohl­fahrtszwecke erscheint in diesem 3ahre nicht in dem Gewinnverteilungsplan, da in Zukunft der­artige Posten als Sozialausgaben dem Gewinn- und Verlustkonto überwiesen werden sollen. 3m Anschluß an die Aufsichtsratssitzung fand sofort die Generalversammlung der Siemens-Schuckert A.-G. statt. Diese genehmigte die Bilanz und den Geschäftsbericht, sowie die Gewinn» und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1926, be­schloß die Verteilung des Gewinnes gemäß den in der Aufsichtsratssihung gemachten Vorschlä- den und erteilte an den Vorstand und Aufsichts­rat Entlastung für das vergangene Geschäftsjahr. Bei der Siemens & Halske QI.-®, ver­bleibt ein Reingewinn von 18 851 249 Mk. (i. V. 15 348 513 Mk.). Der auf den 23. Februar cin- zuberusenden Generalversammlung soll der An­trag unterbreitet werden, an die Aktionäre eine Dividende von 12 Prozent (i. V. 10 Prozent) gleich 10 920 000 Mk. (i. D. 9 100 000 Ml.) aus­zuschütten, der Sonderrücklage 5 Mill. Mk. (i. V. 2 500 000 Ml.) zuzuführen, dem Aufsichtsrat 414 680 Ml. (i. V. 298 510 Ml.) zu überweisen und 2 516 569 Mk. (i. V. 2 450 000 Ml.) auf neue Rechnung vorzutragen. Wie bei den Sie- mens-Schuckertwcrken erscheint eine besondere Zu­weisung für Wohlfahrtszwecke in diesem Jahre nicht in dem Gewinnverteilungsplan, da in Zu­kunft derartige Posten als Sozialausgaben im Gewinn- und Verlustkonto ausgewiesen werden sollen.

Angebliche Chemieverhandlun­gen mit Belgien. Zu den Meldungen über die Chemieverhandlungen mit Belgien erfährt der WTB.-Handelsdienst von unterrichteter Seite, daß derartige Verhandlungen bisher nicht im Gange waren und infolgedessen auch nicht abgebrochen fein können.

Preußische Pfandbriefbank. Ein Amsterdamer Konsortium, bestehend aus den 3n» kassobankfirmen Vermeer & Co. und S. Schön­berger & Co., beider in Amsterdam, hat einen Betrag von 4 Millionen Goldmark 7proz. kapital­ertragssteuerfreie Pfandbriefe der Preußischen Pfandbricfbank, Berlin, übernommen, welche am 3. Februar zu 953/» Prozent Amsterdamer Äsance in Amsterdam zur Emission gelangen.

Frankfurter Börse.

F r a n t f u r t a. M., 28. Jan. Tendenz: lustlos. Zum Wochenschluß verharrte die Börse weiter in fast völliger Geschäftslosigkeit. Trotz der rei­bungslosen Ueberwindung der Ultimo-Liquidationen war die allgemeine Stimmung äußerst lustlos und ziemlich unsicher. Zur Zurückhaltung mahnte die Ungewißheit über die weitere Entwick­lung des Geldmarktes, die verschieden beurteilt wird. Die herauskommende Ware wurde trotz der Ge- fchäftsstille verhältnismäßig glatt aufgenommen, da die Spekulation in verschiedenen Werten kleine Deckungen vornahm. Die K u r s g ö st a l t u n g war nicht einheitlich, überwiegend ergaben sich jedoch kleine ck g ä n g e, die nur vereinzelt über 1 v. H. hinausgingen. Am Elektromarkt waren die Abgaben etwas größer, Siemens verloren 2 v. H., Lahmeyer minus 1,5 v. Sy, Bergmann konn­ten dagegen etwas anziehen auf Hoffnungen auf einen günstigen Abschluß. J.-G.-F arben eröffneten geringfügig höher. Scheideanstalt gut behauptet. Montanwerte lagen im allgemeinen wenig ver­ändert. Bei stillem Geschäft lagen Banken eher etwas fester. Zellstoff Waldhof gaben 1 v. H. nach. Am Schiffahrtsmarkte roarer Nordllopd auf Er­wartungen einer Dividendenerhöhung etwas gefragt und leicht befestigt. Von Bauunternehmungen gaben Wayß & Frcylag 3 v. Sy nach. Von heimischen 21 n l e i h e n wurden Ablösung für Neubesitz etwas gefragt und höher. Der Geldmarkt blieb unver­ändert. Tagesgeld stellte sich auf 5,5 v. H. Jin wei­teren Verlaufe bröckelten die Kurse auf Abgaben der Spekulation weiter ab. I.-G.-Farben waren stärker angeboten. Die Kursverluste betrugen bis zu 3 v Sy Am Devisenmarkt lag die Reichsmark etwas schwächer, der Kurs stellte sich gegen Kabel auf 4,1960, gegen London auf 20,444. Paris gegen Lon­don 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,65. London gegen Kabel 4,8735.

Berliner Börse.

Berlin, 28. Jan. Die herrschende Geschäfts- stille wurde heute noch verstärkt durch die innerpolitische Lage und durch den frühen Sams-

tagsbörfenbeginn. Die Kurse lagen teilweise noch unter dem gestrigen Abendniveau und zeigten V e r - I u ft e von 1 bis 2 v. Sy im Durchschnitt. Zellstoff Waldhof verloren 3,25 v. Sy Schade-Aktien 5 Mk. Heimische Anleihen eher schwächer, Aus­länder zum Teil etwas fester. Pfandbriefe ebenfalls zur Schwäche neigend. Der Geldmarkt ist unverändert. Nach den ersten Kursen wurde die Tendenz etwas freundlicher. Es waren vereinzelt Er­holungen bis zu 1 v. Sy zu verzeichnen. Polyphon 1,25 v. Sy fester, Berlin-Karlsruher Industrie plus 3 v. H. Im weiteren Verlaufe gingen die Kurse jedoch wieder bis 1 u. Sy unter Anfangsniveau zurück. Man verwies auf die Anspannung am inter­nationalen Geldmarkt und die Diskont­erhöhung der Fedcral-Refcrve-Bank in Boston. Auch Berlin-Karlsruher Industrie lagen nur noch 2 v Sy höher, hatten aber bei 86,5 v. Sy ziemlich lebhaftes Geschäft.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 27. Jan. An der Marktgrundlage hat sich gegenüber gestern kaum etwas geändert, die etwas stetiger lautenden amerikanischen Markt­depeschen ließen keine etwas freundlichere Stimmung auch für Weizen aufkommen, obwohl die Situation des Weizemnchlmarktes nach wie vor unbefriedigend ist. Das inländische Angebot von Weizen aller Qualitäten blieb völlig ausreichend; von Roggen fehlen dagegen gute Qualitäten. Einige Nachfrage für den Export vermochte dem Roggenmarkt eine gewisse Stütze zu bieten. Am Lieferungsmarkte wa­ren beide Brotgetreidearten für alle Sichten leicht befestigt. Das Weizenmehlgefchüft stagniert weiter­hin. Roggenmehl behält kleines Konsumgefchäst. Hafer liegt etwas fester, das Angebot namentlich guten Materials ist nur knapp. Die geringen Qua­litäten find nur schwer unterzubringen. Gerste in gutem Braumaterial ist gefragt, fönst still.

Vermischtes.

Die Steine von Sinai.

Pros. Dr. Hubert Grimme von der Uni­versität Münster berichtete in Berlin über die Ergebnisse seiner in Kairo letzthin vorgenom­menen Untersuchungen der berühmten Sinai­steine. Diese vor etwa 30 3ahren auf dem Sinai entdeckten, mit bisher unlesbaren Zeichen versehenen Steine waren zuerst von dem Eng­länder Gardiner, dann von Prof. Sethe (Berlin) als älteste Buchstabenschrift der Welt erkannt worden, deren Entstehung um mehr als 600 3ahre vor der bis dahin als älteste geltenden phönizischen lag. Pros. Grimme hatte dann die Tafeln weiter gedeutet und vor zwei 3ahren seine Deutungen, die zum Teil aus die Feststellung beblischer Ramen hinausliefen, mitgeteilt. 3n der Öffentlichkeit war darauf ein lebhafter Gelehrtenstreit über die nach dem Sinai zur Heimschaffung der rätfcl- Ein Komitee bemühte sich, eine Expedition Richtigkeit der Grimmeschen Thesen entstanden, haften Steine zu finanzieren, als die Rachricht eintraf, daß es zwei anrerikanischen Gelehrten bereits gelungen sei, die bis dahin unbekannten Steine und noch drei weitere in das Museum nach Kairo zu schaffen. Das Komitee ermög­lichte Prof. Grimme das Studium der Steine an Ort und Stelle. Seine nunmehr auf Grund der Originale vorgenommenen Deutungen bleiben unter Aufgabe einzelner Stellen in wesentlichen Stücken bei den seinerzeit aufgestellten Theorien stehen. Er belegte an Hand von Photographien die Entstehung der Schrift, an deren semitischem Charakter ein Zweifel nicht bestehen könne. Er zeigte weiter die in der Schrift immer wieder- kehrenden typischen Buchstaben und setzte sich für die von ihm vorgebrachten Deutungen einer Reihe hebräischer Ramen, wie 3oseph, 3ocha» naan und Moses, ein. Da die Amerikaner ihrer­seits noch in diesem Monat eine Publikation vornehmen werden, und Prof. Grimme gleich­falls die Ergebnisse seiner Forschung in Buch­form niederzulegen beabsichtigt, wird es wohl in naher Zeit möglich sein, dem Geheimnis der ältesten Schrift näher zu kommen.

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Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividend? an. Reichsbanldiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent._____

Frankfurt a.M.

Berlin

Frankfurt a. M

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Berlin. 26. Jan

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16,51 80,87

71 19 1,970 0,507

59,175 12,44 7,390 73,39 3,031 20,27 81,81 2,144

169,11

1,792

58,38

111,49

112,24

112,39 10,551

22,20 20,429 1,1920 16,475

80,67

71,23

1,968 0,5045

59,075

12,412

7,376

73,25

3,027

20,08 81,68 2,143

169,45 1,796 58,50

111,71

112,46 112.61

10.571

22.24

20.469 4.2000 16,515

.0,83 71,37 1,972

0,5065

59.195 12,442

7,393 73,39 3,033

20,12

81,84

2,147

158

158

0

-

129

126

Berlin. 26. Jan.

I Geld

I Brie-

Dresdner Bank . 10

V teldeutjche lLreditbank 9

f. uUldaiik.........8

keu65ban/ ....... lu

158.5

128

158,25

127

195

158.75

208.5

128,5

196

159

208

195.5

Scheid.anstatt .....

>' oldichmidt .....

Rütgerslverke......

Meiallaeielv chatt.....

.8

.5

.0

10

192

114.65

5

192

91,4

114,5

9_5

94.25

Amerikanische Roten.....

Belgische Roten......

Dänische Roten......

Englische Noten .......

I 4,172

58.26

112,05

| 20.385

1,192

58,50

112,49

I 20.465

Atbeo. Lanada Um not» .

flCatra

5,564

I 4,185

4,276

20.95

5,576

4,193

4,284

20 99

5.564

4,185

4,276

20,953

5,576

4,193

4,284

20.993