bis 140 Pf.: Eier 15 bis 17, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 40, Endivien 25 bis 35, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pf. das Stück.
Aus -er provinzialhaupistadi.
Gießen, den 28. Januar 1928.
Kommt das Kleinpakei?
Wie man hort, beabsichtigt die Deutsche Reichspost, auf die verschiedenen Anregungen aus Handelskammerkreisen hin, die Wiedereinführung des Kleinpaketes. Es ist geplärrt, ein Kleinpaket einzuführen, dessen ® e * wicht 2 Kilogramm nicht überschreiten darf und für das auf alle Entfernungen eine Gebühr von 4 0 Pfennig erhoben werden soll. Das 1-Kilogramm- Päckchen soll zwar b e i b e h a l t e n, der Preis dafür jedoch von 40 auf 60 Pf. erhöht werden. Außerdem soll das Höchstgewicht für alle Briefpostsendungen auf 500 Gramm festgesetzt werden. Die Industrie- und Handelskammer Berlin, dec der Vorschlag der Post vorgelegt wurde, bezeichnet eine Heraufsetzung der Gewichtsgrenze für das Kleinpaket auf 3 Kilo-
rungen ausgesetzt werden soll. Unter normalen Verhältnissen käme nur eine Lösung in Frage, die U ebernah me der persönlichen Kosten aufden Staat, denn das höhere Bildungswesen ist genau so eine Staatsaufgabe wie das Volksschulwesen, dessen persönliche Kosten bekanntlich der hessische Staat übernommen hat. Mit Recht hat der Hessische Philologenverein in einer Einaabe an den Finanzausschuß des Landtages darauf hinge^ wiesen, daß der Ausbau und die' Unterhaltung der höheren Schulen im Interesse der Volksgesamtheit liegt, da sie van allen Beoölkerungsschichten besucht werden und deshalb in Wahrheit feine Standes- schulen, sondern schulen des ganzen Volkes sind. Dementsprechend hatten schon im Jahre 1922 die hessischen Gemeinden mit höheren Schulen dem Landtag einen Antrag wegen Uebernahme der persönlichen Kosten auf den Staat unterbreitet, der aber keine Annahme fand. Die schwierige Finanzlage des hessischen Staates, in. welcher sich dieser gegenwärtig befindet, läßt es indessen ausgeschlossen erscheinen, daß ein solcher Antrag heute irgendwelche Aussicht auf Verwirklichung hat. Im Gegenteil sucht sich der hessische Staat immer mehr finanziell zu entlasten unter Abwälzung non Staatsaufgaben aus die Gemeinden. Es muß daher versucht werden, auf andere Weise den unbedingt notwendigen Lastenausgleich auf einer gerechten Grundlage zu finden. Bei diesem Bestreben muß man notwendigerweise auf das Sy - ft'm der Gastschulbeiträge kommen, ausgehend von der Feststellung, daß sich aus Grund des Gesetzes vom 21. März 1914 ein Beitragsverhältnis der Sitzgemeinde, d. h. der Gemeinde, in welcher die Schule ihren Sitz hat, entwickelt hat, das in feiner Weise der prozentualen Inanspruchnahme der Schule aus der beteiligten Gemeinde gerecht wird. Bei vielen höheren Lehranstalten beträgt heute der Prozentsatz der auswärtigen Schuler fast 50 Proz., bei manchen Anstalten noch weit mehr, während aber die Sitzgemeinde allein zur Tragung des gesetzlichen Kostenanteils für die Schule verpflichtet ist. Es kann wohl nicht ernstlich bestritten werden, daß dies kein gerechter Lastenausgleich ist. Wenn mangels anderer Möglichkeiten unter solchen Umständen die beteiligten Sitzgemeinden die Forderung erheben, daß in Form von Gastschulbeiträgen die Heimatgem'inden der Schüler zu den Kosten derjenigen höheren Lehranstalt, die sie besuchen, heran- gezogen werden, so kann man moh! einem solchen Verlangen seine innere Berechtigung nicht absprechen. So hat auch bereits das preußische Kultusministerium den Entwurf eines Gastschukbeitrag- gesetzes ausgearbeiter, zu welchem die kommunalen Spitzenverbände gehört worden sind, nach welchem die Höhe des Gastschulbeitrags mindestens 40 Proz. und höchstens 75 Proz. derjenigen Kosten betragen soll, welche die Gastgemeinde im abgelaufenen Schuljahre durchschnittlich für den einzelnen Schiller aufgewendet hat. Die Verpflichtung zur Zahlung wird den Kreis-Kommunalverbänden auferlegt. Werden Gastschulbeiträge nicht erhoben, so darf für auswärtige Schüler ein Zuschlag zum Schulgeld bis höchstens 25 Prozent erhoben werden. Bemerkenswert ist die Feststellung, daß das Hessische Lande s a m t für das Bildungswesen ein . Schulkostengesetz für die höheren hessischen Lehr- arftalteii ausgearbeitet hatte, in welchem auch die Einführung von Gastfchulbeiträgen vorgesehen war, der Entwurf hat aber nicht dis Zustimmung des Gesamtministeriums gefunden und ist daher nicht weitergeleitet worden. Es wäre interessant, die Gründe hierfür zu erfahren. Wenn gegen das Stiftern der Gastschulbeiträgs Sturm gelaufen wird, insbesondere vom Deutschen Landkreistage (vqL den Aufsatz des Landrats Dr. S ch ö n e in Stettin über das Gastschulbeitraggaesetz in Nr. 22 der „Zeit- scbriit für Kommunalwirtschaft", 17. Jahrgang, Seite 1681\ so wird hauptsächlich ins Feld geführt, daß es sich hier um eine Zuweisung einer neuen Auf gäbe an die Kreiie handele, die nach dem Fino.nz- ausgleichgesetz nicht erfolgen dürfe, wenn nicht alhichzeilig der Staat für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel Sorge trägt. In Wirklichkeit handelt es sich aber gar nicht um eine neue Ausgabe, denn es entstehen keinerlei neue Soften, sondern es soll lediglich eine gerechtere Verte i l u n g d e r K o st e n erstrebt werden. Außerdem bleibt es den Kreisen unbenommen, die Kosten auf die beteiligten Gemeinden auszuschlagen. Wenn behauptet wird, daß eine solche Heranziehung der H-'imatgemeinden der auswärtigen Schüler zu den Kosten zu Mißhelligkeiten für die betreffenden Eltern führen und wertvolle Elemente vom Besuche der höheren Schulen abschrecken würde, so Darf eine iolche Behauptung doch nicht verallgemeinert werden, da sie doch immer nur eine Vermutung ist, deren Nichtigkeit erst durch die Praxis noch zu erweisen wäre. Ueberdies ist der Gedanke des Gastschulbei- krages bis zu einem gewissen Grade bereits in dem neuen hessischen Volksschukgesetz vom 25. Oktober >921 eingeführt, indem der Artikel 67 Absatz 2 des Gesetzes in Verbindung mit dem Ausschreiben des hessischen Landesamtes für das Bildungswesen zu ' Wr. L B. Nr. 9101 vom 27. März 1924 die Erhebung ’ eines Schulgeldes von den ortsfremden Fortbil- dungsschülern zuläßt.
(Schluß folgt.)
Amtsgericht Gießen.
• Gieße n. 25. Januar. Landwirt H. von ,5 e, H e.r n vQt den Maurer M. von dort wegen Beleidigung und Körperverletzung verklagt, weil dieser ihn ohne rede Veranlassung getreten habe, so daß er ärztliche Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen. M. bestreitet dies und gibt an U von H. einen Acker gepachtet, dessen Pacht er mi Einverständnis des H. an dessen Neffen bezahlt habe. Als er das Ansinnen des
Ä ? 6" leihen, abgelehnt habe, habe H. geschimpft und behauptet. M. habe schon längere Zeit einen Acker von ihm gepachtet. be°
x a,ec "'chts dafür. Daraufhin habe er, M., %totÖihm J?" r"hig sei. werde er' M., ihm den Gendarmen schicken. Geschlagen oder getreten habe er ihn aber nicht. Die De- weisaufnahme ergab jedoch, daß M den Ä gegen ba« Bem getreten hat. aber auch weiter
Z-. den M. Lugner und S p i tz b u b ge- lch"nPtttz.t.M. erhob deshalb Widerklage gegen
DGr9ha3cn "ch die Parteien dahin daß M -bedauerte gegen H. tätlich geworden zu lein, wahrend H. seine beleidigenden Aeutzerun- gen mit Bedauern zurückzog. Jeder Teil über- nahm die aus feiner Seite erwachsenen Kosten und die Hälfte der gerichtlichen Gebühren M außerdem die sämtlichen Zeugengebühren
gemeinfchast. darüber hinaus aber auch zum Wohle aller auf Gemeinnützigkeit gerichteten Bestrebungen. Noch einmal sah man durch diese Werte das geistige Bild diese« allzufrüh dahin- gegangenen unermüdlichen Schaffers und befähigten Führers vor Augen erstehen, wie «S tm Gedächtnis aller fort leben wirb, die mit diesem Manne Gemeinschaft hatten. Darauf folgte eine lange Neihe von Ansprachen, in denen überein- stimmend der Schmerz um den jähen und frühen Tod Bürgermeisters Völker» zum Ausdruck gebracht und zugleich die vielfachen großen Verdienste dieses Mannes tn treffenden Worten her- vorgehoben wurden. Für die Stadt Lich sprach im Auftrage des Stadtvorstandes Rektor Erb. der dann auch noch namens des Schulvorstandes und der Lehrerschaft das Wort ergriff, ferner sprachen Provinzialdirektor Graef im Namen der Provinzialverwaltung, des Kreisamtes Gießen, des Kreisschulamtes. Redakteur B l u m s ch e i n im Auftrage des VerkehrsbundeS Oberhessen. Stadtrechner Häuser-Lich für die städtischen Veamren. Pfarrer Weidner- Ober-Lais im
gestellt hatten. Einem der Beteiligten beschrieb er ein in orientalischem Stil gebautes HauS in einer Hafenstadt in Lettland. Er sah darin in einem Zimmer eine altertümliche Uhr und bemerkte einen älteren Herrn, der die Zeitung las. Einer Dame, die ihm einen Ring zeigte, beschrieb er die Kassette, in der sich der Ring befand und das Zimmer, in dem sie aufgehoben wurde. Seine Wahrnehmungen wurden von den Beteiligten als im wesentlichen richtig bezeichnet. Zum Schluß zeigte Marion noch einige Experimente aus der Pshcho-Graphologie. Er ließ sich Briefe reichen, ritz Stücke davon ab und zerknüllte diese in seiner Hand, um dann eine Beschreibung der Personen, die diese Briese schrieben, und deren Wohnungen zu geben. Sehr starker Beifall lohnte dem Vortragenden für seine gelungenen Darbietungen.
Abschied von Sßrgermeifler Döüer-Äch
Gestern nachmittag wurde auf dem Friedhöfe unserer Aachbarstadt Lich die sterbliche Hülle des allzufrüh entschlafenen Oberhauptes dieser Stadt, BürgermeistersTheodorVölker, zur letzten Ruhe gebettet. Ein Trauergefolge, wie man es nicht nur in Lich, sondern auch anderwärts in dieser Größe wohl nur selten sieht, gab Zeugnis dafür, welche außerordentliche Wertschätzung dem Heimgegangenen weit über unsere Stadt hinaus entgegengebracht worden war.
An der Spitze des großen Trauerzuges schritt bei der letzten Fahrt des allseits beliebten Bürgermeisters die Sicher Feuerwehr, anschließend folgten sämtliche Licher Vereine mit ihren umflorten Fahnen, dann kam der von Feuer- wehrmannfchaften mit lodernden Fackeln beiderseits begleitete Wagen mit dem Sarge, dem zunächst die Angehörigen des Verewigten, dann die Vertreter von Behörden und Deputationen, der Stadtvorstand, Schulvorstand und Lehrerschaft, Vorstand der Israelitischen Aeligions- gemeinde, die städtischen Beamten, zahlreiche Bürgermeister aus allen Gegenden der Provinz, Vertreter auswärtiger Korporationen und viele Einwohner der Stadt folgten. Vom Rathaus wehten die Fahnen der Stadt trauerumflort dem auf der letzten Fahrt an der Stätte seines Wirkens vorübergeführten Bürgermeister den Scheidegruh.
.Unter Choralklängen wurde der Sarg bei gesenkten Fahnen der Vereine in die Erde gebettet. Darauf ehrte der Arbeiter-Gesangverein ^Einigkeit" mit einem Trauerchor das verblichene Stadt- oberhaupt. Stiftspfarrer Schorlemmer betonte in seiner Gedenkrede, daß eine ganze Stadt um diesen einen Mann trauere, weiter würdigte er in eindrucksvollen Worten die hohen Eigenschaften dieses vortrefflichen Menschen, tief- gläubigen Christen und ausgezeichneten Beamten. Der Geistliche zeichnete ein lebendiges Bild von dem Wirken des Entschlafenen in seiner eigenen Familie, wie auch in der Familie der Stadt-
Namen der Evangelischen Volksgemeinschaft. Direktor Zacheis - Gießen für die Bezirkssparkasse | Gießen. Dr. med. Roth- Lich für die dortige i Vierziger-Vereinigung, Landwirtschaftsrat Dr.
Lehr- Lich für den Wirtschaftsausschuß und bas Landwirtschaftsamt Lich. Bürgermeister Menge!-Schotten tm Auftrage der Freien Vereinigung der oberhessischen Landstädte und des Pro- vinzialverbandes Oberhefsen des hessischen Lanb- gemeinbetages, Bürgermeister Fendt -Hungen für die Bürgermeister des Kreises Gießen. Medizinalrat Dr. Vogt-Butzbach für die Butzbach—Licher-Eifenbahn. Beigeordneter Kommerzienrat Langsdorf - Friedberg für die Stadt Friedberg. Kaufmann Max Cham brs I. als Abgesandter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Lich. Heinrich Schmidt VIII. als Beauftragter sämtlicher Vereine der Stadt Lich. die je einen Kranz als letzten Gruß am Grabe niederlegen ließen. Ferner sprachen noch zahlreiche weitere Redner, deren Namen im einzelnen festzuhalten bei der großen Fülle der Sprecher nicht gut möglich war. Sämtlichen Ansprachen folgten Kranzniederlegungen, die einen Verg von Blumen und Grün an der Gruft des Verblichenen bildeten. Trauerchöre des Rothfchen Männerchors und des Gesangvereins „Cacilia", sowie Choräle des Posaunenchors Lich und der Sicher Feuer- wehrkapelle vertieften die Wirkung dieser Feier.
Die Freiwillige Feuerwehr hatte die Leitung deS Trauerzuges und die Abwickelung der Feier auf dem Friedhof übernommen, sie wurde ihrer Aufgabe in jeder Hinficht würdig und dankens- wert gerecht. Die Licher Einwohnerschaften allen ihren Teilen bekundete hier noch einmal ihre Verehrung für den ersten Licher Berufsbürger- jn dessen Geiste fortzuwirken ihr eine
•* Städtische Brennholzverftei gern n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwalde beim Forsthans Hochwart wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 15.50 Mk., Hainbuchenscheit 15 Mk., Eichenfcheit 11 Ml., Buchenknüppel 11 Mk., Hainbuchenknüppel 13 Mk.. Eichenknüppel 9 Mk., Eichenstöcke 5,50 Mk. je Raummeter: Buchenreisig 22 Mk., Hainbuchenreisig 20 Mk.. Gichenreifig 12 Ml. Weichholzreisig 12 Mk. je 100 Wellen; Bohnenstangen 8 Mk. je ICO Stück.
*’ Zur Frage der Kommunalisierung des Beerdigungswesens. In einer Reihe von hessischen Landgemeinden hatten die Gemeinderatsversammlungen mit sozialkemo- lratisch-kommunistischen Mehrheiten den Bes-chluh gefaßt, die Beerdigungskosten auf Antrag der Hinterbliebenen auf die Gememdekosse zu übernehmen. Auf Anordnung des hessischen Ministeriums des Innern haben die zuständigen Kreisämter diese Beschlüsse beanstandet. Da die Ge- meinderatsversammlungen aus ihren Beschlüssen beharren, kommt die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Provinzialausschusses für die Provinz Starkenburg zur generellen Entscheidung.
WEN. Benutzung von Schnellzügen mitSonntagskarten. In letzter Zeit ist häufig die Wahrnehmung gemacht worden, daß Reisende mit Sonntagskarten Schnellzüge benutzen. ohne vorher Schnellzugszuschlagkarten gelöst zu haben. Das hat in den vielfach stark belasteten Schnellzügen o tmals unerwünschte Folgen. Reisende mit Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs lösen im allgemeinen vor Antritt der Fahrt eine Zuschlagkarte, wenn sie die Absicht haben, einen Schnellzug zu benutzen. Mtt Rücksicht auf den an Sonn- und Feiertagen herrschenden stärkeren Verkehr ist diese rechtzeitige Vorauslösung der Zuschlagskarten für Reisende j mit Svnntagskarten um so notwendiger. Wenn ein Zwang zur vorherigen Lösung von Zu- schlagskarten auch nicht besteht, so ist doch allen Reisenden mit Donntagslarten, die einen Schnell- I zug benutzen wollen, dringend zu empfehlen, sich I stets vor Beginn der Reise mit Zuschlagskarten zu versehen. Dis sich aus der Nachlöfung in den Zügen ergebenden An-uttäglich.'eiken lö-.ntsn sonst leicht zur Aufhebung der Vergünstigung führen, Sonntagskartm auch in Schnrklzügen zuvulassen.
’* Oberhessischer Knnstve r e i n. Die ö-er&eit-igc K a th e ° K ol k w i h -- Ausstellung, verbunden mit der Ausstellung von Oel- g«?nalten Karl Bankers und des verstorbenen Malers Adolf L i n s - Düsseldorf, erfreut I sich fortgesetzt regen Besuchs. Sie bleibt noch bis Sonntag, 12. Februar (einschließlich) während der üblichen Besuchszeiten geöffnet. Mit Been° digung dieser Ausstellung wird auch die Ein- zeichnungsliste für das Kinderbildnis von P. P. Rubens: .,Knabe mir Zeisig", welches von I dem Piperdruckverlag als Sonderausgabe ür die Vereinsmitglieder hergestellt und I m Ausstellungsraum auSgehängt rft. abge- chloften.
deshalb geradezu gezwungen, ihre Schulen zu Bollanstalten auszubauen, wenn sie noch Wert haben sollten.
Es fragt sich nun: Aus welche Weise kann eine finanzielle Entlastung der Gemeinden von den Ko ft en der höheren Schulen erfolgen, die kommen muß, wenn unser hessisches höheres Schulwesen nicht ernsten Erschütte-
gramm — mindestens jedoch 2,5 Kilogramm — sur dringend erforderlich. Auch die Abmessungen für das Kleinpaket (40: 25:15) sind nach Ansicht der Handelskammer zu sehr beengt. Weiter wird betont, daß die geplante Gebührenerhöhung für das Päckchen eine außerordentliche Belastung besonders für den Buchhandel bedeutet. Auch gegen die Beschränkung des Gewichtes der Brie'sendun- gen - also auch Drucksachen — auf 500 Gramm beständen Bedenken. Mit den Vorschlägen der Reichspost befaßte sich auch der Postausfchuh des Industrie- und Handelstages, der zu ähnlichen Beschlüssen wie die Handelskammer Berlin kam.
Oie Mission im $i(m.
Man schreibt uns. Wohl das beste Erkennungszeichen, wie die Mission der Forderung der Zeit gerecht wird, ist die Tatsache, daß sie sich des Films zur Veranschaulichung ihres Werkes bedient. Sic gibt dadurch jedermann Einsicht in die Art und Were, wie sie arbeitet, unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit zu tun hat, wie dringend erforderlich sic ist, und jedermann kann sich überzeugen, was in der Mission geleistet wird. Daß hier einmal Klarheit geschaffen wird, ist auch eine Forderung der Zeit, denn nicht die Mission ist rückständig, wie sie in den Augen vieler erscheint — sie hat es mit den brennendsten und akutesten Fragen zu tun —, sondern die Anschauungen über die Mission find rückständig. Um h er abzuhelfen, hat sie die en Film geschaffen: jedermann soll 'eh?n und sich überzeugen können. Sie will aber auch zugleich zur Betätigung anregen, weich' ein weites Feld zur Arbeit in allen Weltteilen offen steht, und nicht zuletzt, wie diese Arbeit anerkannt und geschätzt wird. Es bietet sich dem deutschen Volke dura- die Mifsion eine jener Möglichkeiten, die um unserer Weltstellung willen nicht versäumt werden dürfen: hier kommen wir mit Kräften in Berührung, die in der Welt etwas zu bedeuten haben. Das weih jeder Beobachter, der einmal recht in diese Dinge hineingeschaut hat.
Nachdem bereits am Sonntag, 29. Ianuar, hier in der Stadtmission, in der Löberstraße, ein Film der Sudan-Pionier-Wisfion läuft,wird Samstag, 4. und Sonntag, 5. Februar, hier in der Stadtkirche ein MiffionSfilm vorgeführt werden, der uns die erste Darstellung von O st - A f r i k a, unserer früheren Kolonie, geben wird, wo heute wieder mehrere deutsche Missionen arbeiten. Wir werden gleich mitten hineingestellt. Wir sehen die Landung in Tanga den Ausbruch zur Reise ins Innere mit der Bahn bis llfambara und können dabei beobachten, was die deutsche Verwaltung zur Er.chlie- hung der Kolonie getan hat. Von dort geht es im Auto, das jetzt in Afrika reichlich Verwendung findet, weiter nach Wuga, und wir befinden uns in der schönsten Bergland, chast. Wir erleben mit die freudige Begrüßung der Missio- nare nach jahrelanger Trennung, in der sich die Anhänglichkeit und Dan barkeit der Eingeborenen bekundet. Im Begrühungsgotlesdienst inmitten einer großen Menge unter freiem Himmel. mit anschließendem Festmahl, können wir das Leben und Treiben der Eingeborenen beobachten. Ein Posaunenchor tritt aus, und in den Hütten wird Besuch gemacht. Arbeit in Fülle wartet aus den MifsionSarzt: bald ist er umringt von vielen Hilfesuchenden, seine Kunst wird bewundert und seine Hilfe dankbar angenommen.
Besonders wertvoll ist der Einblick in die sehr geschätzte Erziehungsarbeit. Man lernt den Schulbetrieb kennen, die Einführung in die Anfangsgründe der Sprache. Hier wird wertvolles Menschenmaterial herangebildet. Was noch wichtiger ist. hier werden Menschen zur Arbeitsamkeit erzogen, in Öen verschiedenen Handwerken herangebildet, in denen sie eine große Geschicklichkeit bekunden. Wertvolle Kulturarbeit in hingebungsvollem Dienste zum Segen der Eingeborenen wird hier geleistet.
Das ist die Mission, wie sie sich in Wirklichkeit darstellt, ein Werk, das treiben und fördern zu können, wir uns zur Ehre anrechnen müssen.
Daten für Lonntag, den 2A Januar.
Sonnenaufgang: 7,45 llfjr, Sonnenuntergang: 16.42 Ahr. -Mondaufgang: 10,53 Ahr, Mond- untergang: 1,11 Ahr.
1466: Bestätigung der Leipziger Messen durch Kaiser Friedrich II. — 1499: Luthers Gemahlin Katharina v. Bora geb. (gest. 1553). — 1763: der Dichter Iohann Gottfried Seume in Poserna geb. (gest. 1810). — 1814: der Philosoph 2oh. Gottfried Fichte in Berlin gest. (geb. 1762).
Daten für Montag, den 30. Januar.
Sonnenaufgang: 7,42 Ahr, Sonnenuntergang: 16,45 Ahr. — Mondaufgang: 10,53 Ahr, Mond- untergang: 1,15 Ahr.
1649: Hinrichtung König Karls I. von England (geb. 1600). —1781: der Dichter Adalbert v. Chamisso in Boncourt geb. (gest. 1839). — 1853: der Dichter Karl Gerock in Vaihingen a. d. Enz geb. (gest. 1890). - 1926: Abzug der englischen Besatzung aus Köln.
Gießener Wochenmarktpreise
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Wirsing 25 bis 40, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 35, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 Spmat 35 bis 40. Anter-Kohlrabi 8 bis 10^ Grünkohl 25 bis 30, Rosenkohl 60, Feldsalat 11201 Zwiebeln 20 bis 35, Mecr- rcttich 40 bis 80. Schwarzwurzeln 40 bis 60 Amseln 1 bis 5V2, Aepfel 8 bis 15. Birnen 1?- t b0, Suppenhühner 100 bis 120
Ganse 110 Pf. das Pfund. Käse (10 Stück) 60
* Naturheilverein Gießen. Sein 17. Stiftungsfest beging dieser Tage der Natur- heilverein Gießen im Katholischen Vsrsinshause. Der Abend geftaliete sich zu einer harmonischen Feier; der Saal konnre die Zahl der Gäste kaum fassen, die in froher Stimmung den Darbietungen folgte. Ernst : ,iö Scherz wechselten ab. Die Iu- gendgruppe de' Vereins unter Leitung von Herrn H ä l l m e h c r. führte in gut erfaß t-nn Spiel die Ideen der Noturhe.lbeweuung vor Augen und erheiterte im zweiten Teil durch, zwei slott gespiene Schwänke. Als Solistin des Abends fang örau Aenny Brandl eine herrlich« Mozart- arie aus „Figaros Hochzeit" und sinnige Lieder von C. M. v. Weber, die große Freude hervor- rie en. Die Zugabe eines Walddogelliedes löste Sturme des Bei alls aus. Pianist Hahn hatte in dankenswerter Weise die Begleitung der Sängerin übernommen. Volkslieder eines Doppelquartetts (Mitglieder des Gesangvereins Har- mome-Gemütlichleit) umrahmten die Vorträge und ließen auch Freunde unseres schönen Mannergesanges auf ihre Rechnung kommen. Den wohlgelungenen Abend beschloß ein flotter Tanz.
” Nächster Pferdemarkt zu Frank- f u r t a. M. steht am 30. Ianuar bevor. Bei der zahlreichen Beschickung dieser Märkte mit Pferden aller Rassen ist für die Industrie, wie Landwirtschaft bei größter Auswahl stets eine gute Einlauismöglichkeit gegeben. Auch leichtere Ar- beitspierde und Tiere des norddeutschen Schlages werden diesmal zum Verkauf stehen. Man beachte die heutige Anzeige.
* Experimental-Vortrag im Lichtspielhaus. In einer um 10.45 Ahr beginnenden Nachtvorstellung hielt gestern abend Fred Marion (Frankfurt a. M.) einen äußerst interessanten Experimental-Vortrag über Gedankenlesen, räumliches und zeitliches Hellsehen usw. Den eigentlichen Vorführungen ging ein einleitender Vortrag voraus, in dem der Redner in sehr instruktiver Weise die einzelnen Probleme des Okkultismus erläuterte. Zunächst' beschäs- tigte er sich mit dem Phänomeii der Tele- ?a? b die er mit Gedankenempfinden über- I W wissen will. Das Anterbewußtsein und die | Konzentration spielten dabei eine große Rolle. Alsdann sprach er von der Suggestion und vom räumlichen und zeitlichen Hell seh en. Für den mit diesem Arsinn begabten Menschen gäbe eä feine Dreiteilung der Zeit in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Er könne zu glei- die Zukunft schaueru^Neben^m Hettse^n^gebe s^wstoewäbltes^rtzuwirkei , es ein Hellhören und Hellfühlen ^Zuletzt ahm selbstgewahlte, schone Pflicht sein ft>ll. Marion auf das Problem der Therese Reu- mann m Konnersreuth ein. Er erklärte die <wlll9y€nCI?t EkyMf. Stigmatisation als eine Autosuggestion und die £3= Ein Arbeiter aus Hochelheim wurde
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