Deutschland oft vor, daß wir seit Locarno versuchen, die Politik des Vertrauens und die Pfönderpolitik zu verbinden. Nun, um diese Pfänder aufzuffeben, muß man Vertrauen haben. Sache der Dertt- jchen ist es, uns Vertrauen einzuflößen.
„F i g a r o" erklärt: Das wenigste, was man von diesen Weihnachtskundgebungen, die es an christ lichem Geiste fehlen lassen, sagen kann, ist, daß sie des Geistes des Friedens und sogar des Geistes von Locarno ermangeln.
Botschafter»». Hoesch in Berlin.
CB c r H n, 26. Dez. (Priv.-Tel. des WTB.) Der deutsche CBotschafter in Paris, v. Hoesch. ist aus Anlaß des Weihnachtsfestes nach Deutschland gekommen, wo er die Feiertage im Kreise von Angehörigen verbringt. Vor feiner Rückreise nach Paris Ende der Woche wird er, wie das „Tempo" ankündigt, noch einmal nach Berlin kommen, um mit dem Reichsaußenminister über die weiteren diplomatischen Besprechungen, die Anfang des nächsten Jahres in der Räumungsfrage eingeleitet werden sollen, Fühlung zu nehmen.
Die Einladung in Washington übermittelt.
Washington, 24. Dez. (WTD.) Der Doyen des diplomatischen Korps, der britische Botschafter Sir Esme Howard, hat heute Staatssekretär Kellogg aufgesucht, um ihm im Ramen Deutschlands und der alliierten Regierungen deren Wunsch einer amerikanischen Beteiligung an der bevorstehenden Sachverständigenkonferenz zur Lösung des Reparationsproblems zu übermitteln. Gleichzeitig fragte der Botschafter an, ob die Regierung oer Bereinigten Staaten bereit sei, a m e r i - tonische Sachverständige zu benennen, die mit den Sachverständigen der sechs Regierungen zusammen arbeiten sollen. Sollte die Regierung der Vereinigten Staaten es vorziehen, die Auswahl der amerikanischen Sachverständigen den sechs Regierungen zu überlassen, so würden diese von der Reparationskommission und der deutschen Regierung gemeinsam ernannt werden.
Präsident Covlidge und Staatssekretär Kellogg, der sich gleich nach dem Besuch des britischen Botschafters ins Weiße Haus begeben hatte, haben in den Mittagsstunden des heutigen Tages die Antwort auf das von ©ir Esme Howard überreichte Memorandum der deutschen und der alliierten Regierungen formuliert. Als der britische Botschafter nachmittags wiederum im Staatsdepartement erschien, erteilte Staatssekretär Kellogg ihm folgenden Bescheid: Wenn die sechs Regierungen wünschen, daß amerikanische Sachverständige als Mitglieder im Sachverständigeilausschuh Mitarbeiten, haben die Vereinigten Staaten nichts dagegen einzuwenden, sosern die Auswahl und Ernennung dieser Sachverständigen durch diese sechs Regierungen erfolgt.
Hoover kehrt beschleunigt nach Washington zurück.
Paris, 26. Dcz. (WB.) „Chicago Tribüne" berichtet von Bord des Kreuzers „Utah", auf dem Hoover feine Südamerikareise durchführt, dieser habe gestern abend plötzlich seine Reisepläne geändert und gewünfcht, m ö g l i ch st früh in Washington zu sein. Der Kreuzer habe deshalb Kurs auf Harnpton Roods, anstatt nach Florida genommen. Hoovers plötzlicher Ent- schluß hänge mit der Frage der Bildung des neuen Kabinetts zusammen.
Nach einer Meldung des „Neuyork Herold" aus Washington wird Hoovers plötzlicher Entschluß, seine Südamerikareise abzubrechen und direkt nach Washington zurückzukehren, teilweise seinem Wunsche zugeschrieben, sich näher mit der Frage der Wahl von zwei amerikanischen Sachoer ständigen für den Reparationssachverständigenausschuß zu befassen. Man glaubt, daß die Tätigkeit der Sachverständigen zur Zeit dek Uebernahme der Präsidentschaft noch nicht abgeschlossen sein wird. Hoover habe sich, solange er Handelssekretär war, über die Reparationsfrage auf dem laufenden gehalten. Parker Gllbert, der in einigen Tagen in Washington eintreffen soll, werde sicher dem künftigen Präsidenten, wie er es bisher gehalten habe, über seine Beobachtungen Bericht erstatten.
Amerikas Anteil nicht berührt.
Washington, 25. Dez. (WTD.) Wie die Associated Preß erfährt, wird Amerikas Anteil von 21/« Prozent an den beutfchen Reparationen durch die neue Sachverständigenkonferenz nicht berührt werden, da Amerika auch von der jetzt festzusetzenden Gesamtsumme einen gleichen Prozentsatz .erholten werde, der zur Befriedigung der Kriegsentschädigungsansprüche amerikanischer Bürger gegen die deutsche Regierung verwandt wird.
Als für die Ernennung zu Sachverstän- di gen in Frage kommend werden genannt: Owen.D. Cgoung, Relson Perkins, 3ere- nriah Smith und Henry Robinson. Associated Preß erfährt hierzu aus amtlichen Kreisen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten gegen keine dieser vier Persönlichkeiten irgendwelche Bedenken habe.
Ungeflärte Lage in Afghanistan.
Rew Delhi, 26. Dez. (WTD.-Funkspruch.) Reuter meldet aus Kabul: Ein großer Teil der A u f st ä n d i s ch e n hat sich wegen des ungewöhnlich strengen Winters zurückgezogen. Man nimmt an. daß infolge des Wetiers ein teilweiser Still st and in der Krise eintreten und König Amanullah dadurch die Möglichkeit erhalten wird, mit den verschiedenen Mittelpunkten der Ruhestörungen nacheinander fertig zu toerben.
Paris. 27. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Die Afghanische Gesandtschaft in Paris gibt bekannt, daß nach einem gestern von Kabul cingetrofsenen Telegramm der Stamm K h o o - ghani sich unterworfen habe. Der treugebliebene Stamm Mebmend habe gemeinsam mit den Regierungstruppen die A a f st ä n d i - s ch e n aus der Gegend von D j e l l a l a b a d vertrieben. Die Aufstandsbewegung scheine nachzulassen.
Peschawar, 27. Dez. (Reuter.) Britische Militärflugzeuge haben weitere 22 Frauen und Kinder von Kabul hierher gebracht. Es handelt sich um die Familien deutscher, Halte-
Oie pariser preffehehe nach dem Attentat ans Fachoi.
In Paris Hal vor einigen Tagen ein Wetzger- geselle aus dem Elsaß ein Aevolverat ten- t a t auf den ehemaligen Eolmarer Gencral- ftaatsanwalt Fachot verübt, der seinerzeit in den bekannten Autonomisten-Prozessen eine auffallende Rolle gespielt hat und iirsolgedessen in einen höheren Posten nach Paris befördert worden war. Es ist bie Lat eines Fanatikers gewesen, bei dem politische und persönliche Momente sich zu einer unklaren Vorstellung der Dinge und der Derantwortlichkeiten vermischt hatten und der mit seinen Schüssen den Mann zu treffen glaubte, der für die Enttäuschungen! und Röte d?s elsässischen Volles die Verantwortung trägt. Wie alle Attentate, so ist auch dieses eine Torheit geweseir, die gerade im Interesse der Elsässer, für deren Autonomiebewegung Fa- chot unfreiwillig ein ausgezeichneter Propagandist war, hätte unterbleiben müssen.
Aber wenn der geistig zweifellos beschränkte Attentäter den Begriff der Verantwortlichkeit mißverstanden hat, so rechtfertigt das noch nicht die Demühuitgen eines erheblichen Teiles der französischen Oeffentlichkeit in Parlament und Presse, nun die Autonomistenbewegung oder womöglich die ganze elsässische Bevölkerung für diese Tat eines Fanatikers verantwortlich zu machen. Lind am allerwenigsten ist es zulässig, bei der Suche nach einer verantwortlichen Stelle gar auf Deutschland zurückzugreifen. Gerade in Frankreich sollte man sich hüten, solchen abwegigen Gedankengängen Raum zu geben, denn es ist noch nicht sehr lange her, daß man sich selber berechtigtennaßen darüber entrüstete, daß die faszistische Presse für die in Italien vorgekommenen Attentate auf Mussolini und andere Frankreich verantwortlich machte.
Das war schon recht unsinnig, aber immerhin konnte man auf italienischer Seite das Argument geltend machen, das sich alle oder doch fast alle vertriebenen Antifasziften in Frankreich im Asyl befinden. Die elsässislyen Autonomisten leben aber im Elsaß, unter französischer Jurisdiktion. Sie haben mit den durch Frankreich vertriebenen Deutsch-Elsässern, die notgedrungen im Reich ihre Zuflucht suchen mußten, nichts zu tu n und schwerlich auch nur den geringsten Kontakt. Es ist ein völkerpsychologisch interessante, aber bedauerliche Tatsache, daß man regelmäßig nach irgendeiner Tat des Fanatismus, auch wenn sie [ich noch so deutlich als die Handlung eines einzelnen charakterisiert, stets Einflüsse von draußen aufzuspüren versucht. In Sowjetrußland sucht man in solchen Fällen gewöhnlich nach englischen Anstiftern, im Balkan nach italienischen, in Italien nach französischen und in Frankreich nach deutschen. Die deutsche Mentalität, die nur in der schlimmsten Umsturzepoche in den ersten Nachkriegs- jahren und unter dem Druck einer Verzweiflung, die durch eine völlig verfehlte Repressalienpolitik des Auslandes hervorgerufen wurde, selbst Attentate vorübergehend erlebt hat, ist jedem Ter
rorismus so grundsätzlich abgeneigt, daß besonders ihr gegenüber solche Schlußfolgerungen geradezu grotesk anmuten.
Jeder Terrorall ist verwerflich. Daß 10 Jahre nach der „Wiedervereinigung" sich ein Elsässer findet, der auf einen hohen französischen Beamten aus mißverstandenem Heimatgesühl schießt, stellt aber den französischen Methoden zur Gewinnung der Seele des elsässischen Volles kein rühmliches Zeugnis aus. Vielleicht sol' ie man also die Verantwortung an ganz anderer Stelle, nämlich bei sich selber, suchen!
Haussuchungen im Elsaß.
Paris, 26. Dez. (WTB.) Rach der „Liberte" sind in Straßburg besonders in den autonomistischen Kreisen, die der Haegy-Presse nahestehen und mit Ricklin und Rosse Fühlung haben, Haussuchungen vorgenommen worden. Man habe Verhöre angestellt, um die Gründe in Erfahrung zu bringen, aus denen erst so spät der Polizei das Schreiben zur Verfügung gestellt worden sei, das Benoit von Le Mans aus am 18. Dezeinber abgesandt habe. Der Weimarer Generalstaatsanwalt hat sich nach Paris begeben, um mit dem Pariser Generalstaatsanwall Fühlung $u nehmen. Laut „Liberte" sollen beide dahin u-berern gekommen fein, daß die älntersuchung im Elsaß geführt werden müsse, weil man wahrscheinlich dort die Helfershelfer Benoits oder die Anstifter des Attentats auf Fachvt finden könne.
Ein Dries Benoits an Fachst.
Paris, 26. Dez. (WTB.) Pierre Benoit, der das Attentat gegen den früheren Gcneralstaats- anwalt Fachot begangen hat, soll seinem Verteidiger, dem kommunistischen Mgeordneten D a r t h o u, eia Schreiben übergeben haben das für Fachot bestimmt ist und in dem der Täter seinen Anschlag bedauert und Fachot um Verzeihung bittet.
Das Verfahren gegen Mos.
Paris, 26. Dez. (WTB.) Nach einer von Ha- oas veröftentlichten amtlichen Mitteilung hat der Justizminister angeordnet, daß der Fall des Autonomisten Dr. Roos mit Rücksicht auf die öffentliche Sicherheit von dem Schwurgericht des Departements Oberrhein einem anderen Schwurgericht zur Verhandlung überwiesen wird. Die Beleidigungen und Drohungen, die seit dem 20. Juni gegen die richterlichen Beamten und gegen die Geschworenen erhoben worden find, haben, so wird in der Begründung der Maßnahme ausgeführt, nicht nur einen Agitationszustand geschaffen, der der Durchführung einer unparteiischen Rechtsprechung zuwiderläuft, sondern hatten auch einen M ordverfuch gegen den Generalstaatsam wall zur Folge, der im Kolmcrrer Autonomisten- prozeh als öffentlicher Ankläger aufgetreten war.
Bran-katastrophen in aller Well.
Aus Mühlhausen (Thür.) wird gemeldet: 2m benachbarten Görmar brach in der Rächt zum ersten Feiertag ein Feuer aus, das dritte innerhalb der beiden letzten Monate. Es brannte die große Doppelscheune des Gemeindevorstehers Schollmeyer mit sämtlichen Erntevorräten vollkommen nieder. Aus der Tatsache, daß dieser Brand seit kurzer Zeit der zweite ist, der den Gemeindevorsteher betroffen hat, und daß ferner die Feuerwehr die Tür des Spritzenhauses verrammelt fand, wird geschlossen, daß auch dieses Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Die Bevölkerung ist sehr erregt.
Wie aus Heiligenstadt (Eichsfeld) gemeldet wird, brach i n dem nahen Geisleden am zweiten Feiertag früh in dem Gehöft des Landwirts Knoche infolge Kurzschlusses ein Brand aus, der in der mit großen Stroh- und Futtervorräten gefüllten Scheune reiche 2iah- rung fand. Das Feuer breitete sich mit rasender Schnelligkeit aus und griff auf die Rachbargrund- stücke von Bode und Kaufhold über. 2m Augenblick stand ein großer Gebäudekomplex in Hellen Flammen. Während die Wohnhäuser von Knoche und Bode gerettet werden konnten, ist das Haus Kaufholds niedergebrannt. Zahlreiches Kleinvieh ist in den Flammen um gekommen. Vier Feuerwehrleute erlitten teilweise schwere Verletzungen.
Für die Berliner Feuerwehr waren die Feiertage wieder recht anstrengend. Vom heiligen Abend bis zum zweiten Feiertag liefen über 120 Alarme ein, das sind fast drei Hilferufe pro Stunde. Gasvergiftungen, zahlreiche
Wasserrohrbrüche, Weihnachtsbau m- und Wohnungsbrände sowie einige Kleinfeuer gaben den Anlaß dazu.
Wie aus Paris gemeldet wird, brannte am heiligen Abend in Montreuil-Svus- Bois ein Holzhäuschen einer Arbeiterfamilie nieder, während die Mutter Weihnachtseinkäufe besorgte. Vier Kinder fernen in den Flammen um.
Am Weihnachtsmorgen brach in Göteborg im Hotel Högberg in Tidaholm ein Groh» feuer aus, durch das bas aus zwei dreistöckigen Häusern bestehende Hotel völlig ringe ä s ch e r t wurde. Sämtliche Hotelgäste konnten gerettet werden, doch sind vom Hotelpersonal fünf Frauen und einIungein den Flammen umgekommen. 50 Meter von der Brandstätte befindet sich eine Zündholzfabrik, zum Glück aber trieb ein starker Wind die Flammen in die entgegengesetzte Richtung. Das Feuer war in der Heizungsanlage des Hotels entstanden.
Bei einem Feuer, das in A k r o n (Ohio) am Parkhotel wütete, kamen 7Personen in den Flammen u m, während 7 Verletzungen da- Dontrugen.
Aus Pi ttsdurg wird gemeldet: Hin Feuerwehrwagen, der zum Löschen eines in den Anlagen der Canadian Refining Company in Heidel- burg ausgebrochenen Großfeuers fuhr, das einen Schaden von einer halben Million Dollar verursachte, stürzte eine Böschung hinab. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet, 8 verletzt.
nischer, türkischer, belgischer und persischer Staatsangehöriger.
Aus aller Welt.
Sinsturzmiglückin Frankreich. - Sieben Tote
Saumut, 25. Dez. (1BIB.) Gestern abend brach der in Eisenbeton aufgesührle Neubau einer Gefchühgarage für die ftaoaüerieau»- bildungsschule zusammen, vier italienifche und drei französische Arbeiter wurden getötet. Ein Italiener und zwei Franzosen erlitten schwere Verletzungen. Rach Ansicht der Sochverständi- gen ist die Holzverschalung des Betonbaues zu früh entfernt worden, da der Beton mindestens 21 Tage zur Erhärtung braucht, die Verschalung aber schon nach 17 Tagen trotz des feuchten Detters entfernt worden war.
Verkehrsstörungen und Unfälle durch Glatteis.
Wie aus München gemeldet wird, hat der am Dienstagabend eintvetende Witterungsumschlag infolge der damit verbundenen Glatteisbildung den Fußgänger- und Fährverkehr während der Rächt und rwch am Morgen des zweiten Feiertages fast völlig lahmgelegt. Während dieser Zeit erlitten 61 Personen, die auf der Straße zu Fall kamen, Verletzungen, die die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe notwendig machten. Außerdem waren
noch zahlreiche geringfügigere Verletzungen zu verzeichnen. Straßenbahn und Autos fonnten sich nur ganz langsam vorwärts bewegen.
In den Abendstunden des zweiten Feiertages bildete sich in ganz Wien und plmgegend Glatteis, wodurch der Verkehr stark beeinträchtig t wurde. Die Automobile konnten nur langsam vorwärts kommen. Vielfach kamen sie überhaupt nicht weiter. Zahlreiche Personen kamen zu Fall und trugen zum Teil Verletzungen davon. -- 2m Laufe des Abends und der ersten Rachtstunden hielt der Eisregen mit unverminderter Stärke an, so daß die Fahrbahnen und zum Teil auch die Gehsteige immer glätter wurdem. Auf Straßen mit Gefälle wurde der Verkehr fast unmöglich, da die Wagen zurück- gßttcn und Gefahr liefen, gegen Hauser ecken und Baume geschleudert zu werden. Die Wagen der Rettungsgesellschaft waren ununterbrochen in Betrieb, da immer neue Anzeigen über II n- ?lücksfälle eintrafen. Die Gesellschaft mußte in
1 Fällen zu Hilfe eilen. Gs handelte sich meist um Knochenbrüche.
lluglückssälle beim Wintersport.
Dasel. 27. Dez. ($. 11.) Die Feiertage sind in der Schweiz ruhig verlaufen. Rur beim Ski- und Schlittschuhlaufen haben sich einige Unfälle ereignet. In der Rähe von Luzern fuhr der neunjährige Werner H ü s l e r, als er auf der Straße Schlittschuh lief, an einer unübersichtlichen Ecke direkt in ein Auto hinein und wurde zu Tode gedrückt. In der Gegend von C o u v e t stürzte beim Skifahren der l 5jährige Au de tat so unglücklich, daß ihm der
Skistock in die 'Brust drang und die Lunge durchbohrte. Der junge Mann starb bald darauf. Auf der Straße nach Biel fuhren drei Mädchen mit ihrem Schlitten an einer gefährlichen Stelle in ein Auto hinein. Iwei mußten mit schweren Beinbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden.
Schlägereien in der weihnachisnacht.
Wie aus Gelsenkirchen-Buer gemeldet wird, kam es in der ersten Weihnachtsnacht in Buer-Hassel nach einem Trinkgelage zwischen Rachbarsleuten zu Streitigkeiten, an denen sich auch die weiblichen Familienangehörigen beteiligten. Fünf Personen wurden schwer verletzt. In derselben Rächt kam es auf einer anderen Stelle zu einer Schlägerei zwischen den Angehörigen zweier Familien, die ebenfalls einen blutigen Ausgang nahm. Einem der Ehemänner wurde von fernem Gegner mit einem Rasiermesser der Bauch aufgeschliht, während der andere einen Rasenbeinbruch davontrug. Die beiden Schwerverletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Die übrigen Teilnehmer an der Schlägerei kamen mit geringen Verletzungen davon.
Strandung eines Hamburger Fischdampfers.
Hamburg, 27. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Der Hamburg-Altonaer Fischdampfer „Oetrel- gönne", der sich auf der Ausreise nach dem Weißen Meer befand, ift an der Rorwegischen Küste ausgelaufen und gestrandet. Mehrere Dergungsdampfer versuchen, das Schiss wieder abzuschleppen.
Ein Leuchtschiff losgerissen.
London. 27. Dez. (WTB. Funkspruch.) Gestern vormittag ritz sich das Ost-Gvodwin- Leuchtschiff von seiner Verankerung los und blieb geraume Zeit steuerlvs auf See, bis es schließlich von einem Dampfer nach Margate ein- geschleppt wurde.
Der Lüdpolorforschec Byrd erreicht die Eiszone.
_ Wie die .Reuhork Times" meldet, teilte der Südpolforscher Vyrd dem amerikanischen Flot- tenamt mit, daß er die amerikanische Flagge einige Meilen südlicher aufgepflanzt habe, als je zuvor. Die nächste menschliche Ansiedlung liege etwa 2400 Meilen von der Expedition entfernt. Er habe die Eiszone erreicht und Eisblöcke gesichtet, die höher als Schifismasten seien.
Zahlreiche Todesopfer des Reuyorker weihnachtsfefles.
Die Wcihnachtsfeiertage haben in Neuyork zahlreiche Todesopfer gefordert. In Neuyork und Umgebung wurden durch Autounfälle 1 5 Personen getötet. Ferner sind zahlreiche Vergiftungen an sog. Feiertagsalkohol zu verzeichnen. Seit Sonntag sind allein in Neuyork elj Personen an Alkoholvergiftung g e ft o r b e n.
Grippe-Epidemie in Amerika.
Beamte des Gesundheitsamtes in Washington erklärten, die vollständige?» Berichte über die Grippe- Endemie in Amerika dürften über eine Million Krankhellsfälle ergeben. Die bis gestern cingegan aenen vorläufigen Berichte führen mindestens 770 160 Fälle in 22 Staaten an, gegen 518 715 in der Vorwoche:
Fünf Personen mit dem Auto in den Tod.
S t. John (Reu-Braunschweig), 26. Dez. (WTD. Funkjpmch.) Ein Auto, das über einen gefrorenen Kanal fuhr, brach plötzlich durch das Eis. Fünf Personen fanden den T o d.
Oie Wetterlage.
S5:
Mittwoch. .DezD 1928.
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Wettervoraussage
Auf der Rückseite des im Rordosten adziehen- den Tiefs werden uns Kallluftmassen zugeführt, die die Temperaturen etwas zum Fakten bringen. Vorübergehend wird der Himmel ausheitern, je» doch toerßen sich beim Eindringen der ozeanischen Luft auch öfter Kumuluswolken ausbilden, die stellenweise Regenschauer verursachen.
Wettervorhersage für Freitag. Wolkig mit Aufheiterung, Sinken der Temperaturen, vereinzelte Regenschauer.
Witterungsaussichten für Samstag: Zunächst noch roenig Aenderung der Wetter läge.
Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags 5,8 Grad Celsius, abends 4,7 Grad Celsius; nm 27- Dezember. morgens 1,7 Grad Celsius. Maximum 9 Grad Celsius, Minimum 1,5 Grad Celsius. — Erdtcmperaturen in 10 Zentimeter liefe am 26. Dezember: abends 0,7 Grad Celsius , am 27. Dezember morgens 0,8 Grad Celsius. — Niederschlag 3,8 Millimeter


