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suchen, unter allen Umständen eine frühere RSw mung des besegten Gebietes vichtdurch Preis- gäbe weiterer Lebensrechte des deutschen Pottes erreichen au wollen. Der Kreistag der Pfalz erklärt namens ter gesamten pfälzischen Beoölke- rung feierlichste daß di« Pfalz entschloßen ist, lie­ber das Joch der fremden Besatzung bis zur letzten Stunde weiter zu tragen, als eine frühere Räumung durch neue schwer, Opfer zu erringen.

Volkspartei und Gtahlhelmbotschafi.

Berlin. 27. Sept. lPriv. Tel > Die R a - tionalliberale Korrespondenz sch.cibt zu der Fürs! en Walder Botschaft des Stahlhelms u. tu; Die von dem brantenburgi scheu Stahl­helm in Fürstenwalde verkündete Botschaft t»es Hasse- Hit, wie in den weitesten Kreises des deutschen Bolles, auch innerhalb der Deutschen Boll-Partei nicht nur ein lebhafte- Be­fremden, sondern gerade dort s ch L r f sl e n Widerspruch ausgelöst. wo man sich dem Stahlhelm au- anderen Gründen tesonterS nahe fühlte. Diese Stimmung aus Parteikreisen des Landes Hl selbstverständlich auch der Partei leitung zur Kenntnis gebracht worden. U. a. haben Borstand und BertretrrVersammlung der Deutschen Dvl.-Partei im Wahlkreis« Frankfurt Oder-Grenzmark und Posen-Westpreußen sich auf Antrag einer großen Zahl von Ortsgruppen mit der neueren politischen Entwicklung des Stahlhelm- beschäftigt und nach ein- geherrder Erörterung eine Entschließung angenom­men, m der die einmütige Entrüstung über eine ,Botschaft" des Hasses zum Ausdruck kam.

Nachdem nun auch noch die Stablhelmtage in Dorderneh, Stolp und Prenzlau sich die Für- stenwalder Daßbotschaft mehr oder weniger zu eigen gemacht baden, nachdem der Bunde-vor- stand deS Stahbielms es unterlassen hat, irgend wie von dieser Botschaft de- Hasses abzurücken, nachdem sie im Gegenteil erneut am Montag abend auf einer gemeinsamen Tagung des Stahl­helm- und der Deutschnationalen Volkspartei unterst eichen worden ist, hat die Entwicklung innerhalb des Stahlhelms eine Richtung ange­nommen, die die Deutsche Dol.'spartei zu einer äleberprüsung ihres Verhältnisses zum Stahlhelm zwingt. DiZe Prnfung wird auf Antrag auS verschiedenen Teilen des Rei­ches bereits aus der nächsten Tagung des Zen- trolvorslandes der Deutschen Volk-Partei er­folgen.

Sie Dauerkn'siS in Thüringen.

Noch immer keine Aussicht auf eine neue Regierung.

Eigene Drahlmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin. 27. Sept 3n Thüringen haben die Demokraten, die mit ihren beiden Mandaten das Zünglein der Mehrheit bilden, ihre Mi­nister zurückgezogen und dadurch eine Kabinettskrise heraufbefchworen. Sie haben dafür in Kauf nehmen müssen, dast ihre parlamenta­rischen 03ertretet nicht mehr mitspiclten und ihr« Mandate niederlegten. Aber sie haben dafür den Vorteil gehabt, daß sie nun den Deriuch machen dursten, eine neue Regierung zu bilden. Ihr Bertretet Dr. Krueger hat sich wochen­lang mit den Sozialdemokraten, dem Landbund, den Deutschnationalen, der Wittschaptspattei und der Voltspattei ter umgestritten. hat Kombina­tionen nach recht- und nach links erwogen, hat die Bildung der grossen Koalition versucht, hat sich iim die Rekonstruktion der bürgerlichen Mehr- heit-regierung bemüht, aber nur einen Mißerfolg nach dem andern geerntet, so daß er jetzt seinen Auftrag dem Lairdtagspräsiden en zurückge- aeben hat. Diellcicht haben auch die Thüringi­schen Parteien jetzt gemerkt, was den Reichs- tagSvarteien schon längst Dar geworden ist- daß «S nichts Törichteres gibt, als eine 'Regierungs­krise einzuleiten, wenn man nicht weiß, wie man sie lösen soll. Große Möa'ichkeiten be­stehen in Thüringen eigentlich nicht mehr. Der letzte AuSweg bleibt die A u f l ö s u n g, die mög­licherweise wieder daS Schauspiel einet kommu­nistisch-sozialdemokratischen Mehr­heit bringen kann, wofür die Thüringer sich gewiß herzlich bebauten werden.

Steine wesentliche Zunahme der Arbeitslosigkeit.

Berlin. 26. Sept. (WTB.) 3n der Zeit vom 1. bis 15. September hat sich die Zahl der HauptunterstützungSempsänger in der Ar­beitslosenversicherung nur unwesentlich verändert. Sie stieg von rund 574 500 auf 576 500, d. L um 2000 ooer 0.4 v. H. Wie in den vorhergehenden 14 Tagen ist die Steigerung nur auf die Zunahme der männlichen Haupt- unterstützungSempfänger zurückzuführen. deren Zahl um rund 6000 ober um 1,5 v. H. gestiegen ist. Die Zahl der weiblichen Hauptunter­stützungSempsänger ist im Gegensatz hierzu um rund 4000 ober um 2.5 v. H. zurückgegangen.

Oie Zahl als Kraft.

Der italienische Diktator im Aamttf gegen den Geburtenrückgang

Rom. 26. Sept. (XU.) Die Morgenblätter verösfentlichen auf der ersten Seite einen Artikel, den Mussolini in her Zeitschrift ..Gcrarchia- unier der UcberschriftX ie Zahlals Kraft" erscheinen ließ. Der Artikel enthält die be­völkerungspolitischen Grundsätze Mulfolinis. Zu Obeainn des Artikels kündigt Mussolini an, daß er daS italienische Volk demiiächst mit dem Buche des Bayern Richard Korherr ..Der Rück­gang der Geburten ist der Tod deS Volkes" bekannt machen werde. Mussolini unterstreicht die großeBcteutung der gründ­lichen Untersuchung deS bayerischen Bevölkerungs- Politikers und schließt seinen Qktitel mit folgen- dem Ausruf:Italienische Jasziften! Hegel, der Philosoph, hat gesagtWer nicht Vater ist, ist nicht Mens ch". In einem Italien, das völlig urbar gemacht, bebaut, reich geworden und diszipliniert ist, d. h.. faszistisch ist. ist noch Raum für weitere zehn Millionen Men­schen. 60 Millionen Menschen werden bat Ge­wicht ihrer Rasse und ihrer Klasse in der (S schichte der Welt fühlen lassen.

Amerikas Ankwork auf das Menkompromiß.

Washingtons Rote wird die Wirkung eines Eisblocks auf die europäischen Mächte haben.

Washington. 26. Sept (BB. Junksprvch.) Dem Vernehmen nach wurden heute den Botschaf­tern der vereinigten Staaten In England und Frankreich in der Angelegenheit des eiiglifch-frao- zöfifchen JIottenfompromiHe# die Antworten der Washingtoner Regierung zur llcber- mittlung an die Regierungen dieser beiden Länder Übersandt. Die verlautet, sind die beiden Antwor­ten im großen und ganzen identisch und weisen den Vorschlag, die Verhandlungen über die Beschränkung der Seerüflungen a n f derGrund- l a g c des englisch-französischen Kom­promisses wieder aufzunehmen, zurück. Gleich­zeitig lege die Regierung der Bereinigten Staaten von neuem ihren Standpunkt in der Frage der Seeabrüstung dar.

Daily News" berichtet aus Tleuyork: Die ame­rikanische Role zum französisch-englischen Jloften- abtommen wird ans die internationale Stimmung die Wirkung eines Eisblockes haben. Sie ist tatsächlich eine Weigerung, irgend etwas mit der von der britischen und der französischen Regie­rung während des Sommers entfalteten Tätigkeit zu tun zu haben. Sie wird die offiziösen Andeutun­gen, daß Europa einen Vorschlag von selten der Bereinigten Staaten begrüßen würde, unbe­rücksichtigt lassen. Lord Cushenduns durch einen Zeilungskorrespondenten an Amerika gerich­tete Einladung wird ignoriert werden. Die Bereinigten Staaten werden keinen Vorschlag machen, außer auf offen und aufrichtig ein­berufenen internationalen Berfammlungen. Die Bereinigten Staaten haben ihren Standpunkt letzten Sommer flar gelegt und sind nicht von diesem Standpunkt abgegangen. Sie find bereit, einen De­legierten zu der geeigneten Körperschaft, nämlich der vorbereitendenAbrüslungskonferenz in Genf, zu entsenden. Britische Beobachter in

Amerika sind ernstlich besorgt, übet die augenblick­liche tage und empfinden, daß wir am Beginn einer zweiten Periode der Entfrem­dung zwischen G r o ß - B r i I a n n i en und den Bereinigten Staaten, die beim Ab­schluß der Genfer Konferenz entffanben ist, stehen. OasForeignOfficedementiert.

Angeblich weder ein Marine- noch Luftabkommcn mit Frankreich.

London. 26. Sept- (Ärmlicher englischer Funk­dienst.) DaS Foreign Office erklärt. _es be­steht keine Olbmachung ober irgendwelche Ver­ständigung mit Frankreich über Fragen der L u f t- streitkräfte. die nicht veröffentlicht worden ist, und alle gegenteiligen Gerüchte sind völlig unzu- treffend". Schon Ende des vergangenen Monats hat Lord Cushendun, der stellvertretende Staats- sekretär des Aeuheren. sich oecanlafit gesehen, Pressemeldungen entgegenzutreten, die auf ein geheimes englisch-französischrs Marineab­kommen anspiellen. Zur Erläuterung der Ziele des englisch-französischen Flottenkornprvmisies. der den anderen tntcreffierien Mächten als Basis für die Verhandlungen ün vorbereitenden Ab­rüstungsausschuß zur Erwägung unterbrcitet wor­den ist, führte Lord Eushendun aus: -Die Der- mutungen über geheime Klauseln u. dgl. haben keinerlei tatsächliche Grundlagen. Es ist z. B. angedeutet worden, daß die britische Flotte mit der französischen Flotte gemeinsame Sache machen werde. Diese Unterstellungen sind völlig gegenstandslos, und eS gibt keinerlei Vereinbarungen zwischen uns und Frank­reich über ein gemeinschaftliches Vorgehen. Don einem gemeinschaftlichen Vorgehen ist keine Rebe. Heber eine solche Frage ist nie verhandelt worden. Gs gibt keine gehnmen Klauseln und keine Abmachungen über ein Bündnis ober ein Zusammenwirken der beiden Flotten."

Aus dem Hessischen Landtag.

Der Finanzausschuß

wollte am Dienstag in Bad-Rauheim und besichtigte die einzelnen Einrichtungen deS Bades und das Kurhaus. Auch dem im Rohbau fertigen neuvn medizinischen Institut wurde ein Besuch abgestattet. Prof. Dr. Weber und Oberbaurat Be r ck hielten aufschlußreiche Vorträge über die Entstehung des Bades und die Verwendung seiner Einrichtungen. Am Rachmittag hielt dann der Ausschuß eine Sitzung ab und verabschiedete vier Regierungsvorlagen. Die eine betrifft das Elektrizitätswerk Bad Rauheim und sieht 280000 Wk. zur Errichtung einer Umformer- station für den aus dem Kraftwerk Wölfers­heim bezogenen Drehstrom vor, dsa die Gleich­stromerzeugung in dem veralteten und zu teuren Bad-Rauheimer Werk eingestellt werben soll. Der Kredit soll auS dem Gf.ektenstock des Bade- ent­nommen werden. Für die Errichtung einer Unterkunfthalle für Arbeiter und einer Wagenhalle wurden 6900 Wk .bewilligt, für die Asphaltierung von Straßen im 'Babebezirk 80 000 Mk. Die letzte Vorlage betraf die Umwand­lung von etwa 17 Hektar Land in Wirtschafts- lanb im Bereiche der Bergverwaltung. Hierzu ist ein Betrag von 45 000 Mk. einstimmig ge­nehmigt »orten. 3m Anschluß an die Sitzung erklärte ter Vertreter der Regerung ,daß Vor­sorge gegen die Belästigung der Be­wohner in der Wölfersheimer Ge­gend durch Rauchentwicklung des Kraft- und Schwel werke- getroffen fei. Die schon bei ter letzten @tatbcratung gewünschte vermehrte Bewilligung von Mittel st andS- kuren ist von ter Bateverwaltung in größerem Umfange cingesührt. daß Kurgästen mit Einkom­men bis zu 5000 Mk. Ermäßigung auf die Bate- gebühren bis zur Höhe von 50 Proz. erteilt werden. Auch hierdurch hat sich die Frequen­tes Dates bedeutend gesteigert.

Am Mittwoch nahm der Finanzausschuß zu­nächst einen Dortrag teS Ministers für Arbeit und Wirtschaft, K o r e l l, entgegen, ter die Mög­lichkeit dos Anbaues der Pucca-- Pslanze barlcgte. Bekanntlich liefert diese in Nordamerika beheimatete, dem Geschlecht ter Li­lien angehörente Psanze einen der Baumwolle ähnllchen Faden, ter zu Terillien verarbeitet wird. Der Ausschuß wird sich ternnächst mit dem Vorschläge, i-n Hessen einen Versuch über den Anbau und die gewerbliche Verwendung ter Bncca-Pslanze zu unternehmen, schlüssig werten.

Für die Instandsetzung und Erweiterung der Kühlanlagen der Landesheiil- und Pflegeanstalt in Gießen werten 21 300 Mark zur Verfügung gestellt. Eine Vor­stellung des Verbandes handwerkSm^vg oorge- bilteter Beamten in den Heil- und Pflegeanstal­ten auf Höhereinstufung ter Bewertung und Gleichstellung mit den Werkmeistern wird bis zur Vorlage deS Stellenplanes zurückgesteVlt. Der Ausschuß legt sich gleichzeitig allgemein daraus

Aus aller Welt.

Reue Bereitungen Im Lriegsanleiheskandal.

Heute vormittag wurde eineneue Verhaf­tung aus Anlaß ter Betrügereien mit Kriegsanleihen vorgenommen Verhaftet wurde ter Geschäftsführer des Berliner VergnügungS- lokalS .Delphi", Max Glasei. Glaset steht in dem Verdachte, um die Geschäfte des Wie­ner Kaufmanns Schneid zu wissen, der an ter Gründung des Dergnügungslokals .Delphi" beteUigt gewesen ist. Dte ^lnlersuchungen über den Kriegsanleihebetrug erstrecken sich nunmehr im wesentlichen daraus, ob Beamte bemBe - trugSkon sortium Auskunft über die Gebeimlisten der Regierung gegeben haben Das Aeichsfinanzministeriuin hat schon in einem früheren Stadium ter Inflation Listen über die Kriegsanleihestücke anlegen lassen, die dauernd oder voritdergehend vom Reiche gekauft worden waren und für die die Qualillkatton alS ^Allanleihetesitz von vornherein an-schied. Run wurden vielfach Anträge gestellt, die aus Grund dieser Liften hon vornherein

fest, auch dte noch vorliegenden ähnlichen Ein­gaben zurückzustellen. Born Finanzminister tourte erklärt, daß der Stellenplan etwa in einem Monat vorgelegt w.rd.

Eine Eingate der Bürgermeisterei Wald­michelbach auf Bewilligung eines verbilligten Darlehens zum Bau einer Wasserlei­tung wird, da die Anlage noch nicht spruchreif ist, als erledigt erklärt. Wit Stimmengleich­heit lehnt ter Ausschuß die von der Bürger­meisterei Gedern geforderte Beihllfe für die dortige Privatlehranstalt ab. Auf Vor­stellung teS Bürgermeisteramtes Bingen wird eine ter drei an ter dortigen katholischen Volks­schule abgebauten Lehrer st eilen wieder ein­gerichtet. Die ö.ngate d?4 Lehrers Georg Lautenschläger und Geiwssen in Worms wegen Berücksichtigung ter älteren Hilfs schul- lehrer bei ter Besoldung-resorm wird eben­falls zurückgestelll.

Die Eingabe des Verbandes ter hessischen ® c * schichts- und Altertumsvereine in Friedberg wegen Wietertesetzung ter hauptamt­lichen Stelle für die Versorgung ter Boden- altertümer in Hessen wird nach Darlegung ter Sachlage durch die Regierung für erledigt er­klärt. Von dem Minister für Arbeit und Wirtschaft wird die Bereitstellung eines Kredites verlangt, ter, wie bei den Übrigen Ministerien, jur DarlehenSgewährung an Beamte bei An­schaffung von Kraftfahrzeugen für den Dien st gebrauch verwandt werten soll. Der Ausschuß stimmte dem zu und vertagte sich auf Freitag.

Der dritte (PeittiovS-) Ausschuß trat Mittwvchnachmittag zum erstenmal zusam­men und erledigte von seiner größeren Tages­ordnung etwa em Dutzend Vorlagen. Eine Ein­gabe wegen der Veschäftssührung an der Be - zirkssparkasse in Mainz wird durch die RegierungSantwort, daß die Revision alle- in Ordnung gefunden habe, für erledigt er­klärt. Eine Beschwerde gegen den Gartenbau­direktor Thie rolf in WormS wegen Grab­schändung wird zurückgewiesen, da sich der Be­amte nur an die gesetzlichen Vorschriften gehal­ten habe. Auf eine Eingabe deS Bürgermeisters von Hammelbach wird von ter Regierung erklärt, daß nicht die Absicht bestehe, die Fort­bildungsschule in bet Gemeinde Hammelbach auf­zuheben. Eine Eingabe Hillebrandt in Bie­ber auf Gewährung einet Geldspende wird ab­gelehnt. Eine Eingabe Buh in OberhilberSheim wegen besonderer Rotlage der Landwirtschaft wird durch die RegierungSantwort für erledigt erklärt. Die nachgesuchte Ausstellung eine-Wan­dergewerbescheines deS Wilhelm Stehling in Gießen wird wegen entgegenstehenter ge­setzlicher Vorschriften abgelehnk. Der Aus­schuß vertagt sich nach Ablehnung verschiedener weniger wichtiger Angelegenheiten auf DonncrS- tagvvrmittag.

Aurücfgctotefen werten konnten. Den Per­sonen. die unter Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung solche V-ettuaSversuche unternommen hatten, tourte die Gefährlichkeit dieser Geschäfte klargelegt. Run fiel es auf, daß m einem spateren Stadium ter Anleiheablösung offenbar die Betrüger eine gewisse Kenntnis ter Geheiintiston erlangt hallen. Man schloß daraus, daß die Betrüger einen Weg z u den wenigen Beamten getunten haben, die die Deheimllsten und die Hebetprüfung ter eingereichtcn Stücke kannten. Allen Verdachts- grünten gingen die LlnteriuchungSbehörten mm mit nachdrücklichem Eifer nach. So erklärt es sich, daß die Ramen zahlreicher Regierungs­beamter m diesen Zusammenhängen genannt worden sind. Eine ter Personen, bw stch auf die berühmtenguten Beziehungen" zu Aemtern beziehen, ist ein Kaufmann Schneid, ter aus Wen stammt, und mit dem ebenfalls in Wien ansässigen Bela Groh enge Beziehungen unterhalten hat. Schr.rid war auch an dem Ber­liner Vergnügung-lokal .Delphi^ beteiligt. Man tagt, daß Schneck» ummllelbar nach ter Ent­deckung ter Affäre Stimus das Weite ge­

sucht habe und nach Paris geflüchtet (et. 3n diesem Zusammenhange wurde auch die eingangs erwähnte Verhaftung des Geschäftsführers tes Vergnügung-lokals .Delphie". Mar Glaset, vor­genommen.

Die Llntrriuchung^ soll jetzt laut .Boss. Zrg." ergeben haben, daß für 20 Milliarden itoat falsche K riegSaTileihe- AltbesitzanTneldungen m Deutsch­land eingtngen. von denen rund 5 Mil­liarden al- Altbesitz anerkannt wor­den sind. Da es trotz umfangreicher Ermittlungen nicht möglich war, den Betrug nachzuweilen, haben die Anmelder gegen 5 Mtlliarten Ablösung-- stücke erhalten. Es ist ferner feftgefttili wor­den. daß sich ter Betrag nicht auf Kriegte anleiben beschränkt hat Der holländische Bankier Horn hat den gleichen Betrug mll deut­schen Kommunalanleihen verübt

Oberst Sdrroerlftgtr Ehrendoktor.

Aus Anlaß seines 60. Geburtstage- wurde ter in Hannover wohnhafte Oberft a. D Bern­hard Schwertseger von ter Universität Göttingen zum philosophischen Ehrendottor ernannt. Besonters verdient hat sich ter Oberst Lchwertseger durch die Bearbeitung ter tn Belg en dorgefuntenen Dokumente für Dormeg-pvittik ge­macht Für den parlamentarischen Untersuchunas- ausschuh des Reichstage- zur Erforschung ter Llrsachcn tes Zusammenbruches war er einer ter vier Sachverständigen. Zn der Aktenaute gabc tes Auswärtigen Amtes hat er einen Weg­weiser herausgegeben.

DieEuropa" In Allahabad -gelandet.

Das Flugzeug ..Europa" nut Frhr. von ne fei d an Bord ist auf seinem Etapprn- flug nach Tokio am Mittwochabend um 6 Uhr von Karachi kommend auf dem Exerzierplatz ter Allahabad-Brigate gelandet. Da das Flugzeug nach Emtrttt ter Dunkelheit ein traf, konnte eS den untocii Allahabad liegenden Flugplatz Bam- rauli nicht finden und ging, nachdem es mehrfach über der Stadt gekreuzt hatte, auf dem Exerzier* pLatz nieder.

Aufklärung der Einbrüche In Mecklenburg.

Ein dieser Tage unter falschem Ramen tn Dolgen bei Laage in Mock.enburg verhafteter Mann ist jetzt von ter Polizei als ter tm August vorigen Jahres aus ter Strafanstalt Himmel­moor bei Altona entwichene Zuchthäusler W i l l h Paul festgestellt Worten, ter noch ten Rest einer fünfjährigen Zuchthausstrafe wegen schwerer Einbrüche zu verbüßen hatte. Seit sei. em Auöbruch aus dem Zuchthaus hielt sich ter Ver­brecher bei seiner Geliebten in Ra stow auf. Er ist anscheinend Urheber der zahlreiche n Einbrüche und Silberdieb stähle in Gutöhäuscm und Dillen, durch die seit einem 2ahr Mecklenburg beunruhigt wurde. Ein großer Teil ter Diebesbeute ist In seinem Unter­schlupf aufgefunden worden. Man bat bereits 250 Lleter'ü^rurgsstücke gegen den Ver­hafteten gesammelt, der als Täter für annähernd 30 Einbrüche in Frage kommt.

Ein Siedchau» nietergebcaonl

3n tem großen Sictehaus Itzenplitz des staat­lichen Salzamtes in Schönebeck a. d. Elbe brach ein Feuer aus. das mit grober Geschwin­digkeit um sich griff und auch das daneben lie- gente Magazin ergriff. DaS SirtehauS ist mit sämtlichen sieben großen Hallen und die Ma­schineneinrichtungen niebergebrann t Wit tem Magazin sind gleichzeitig auch groß» Vorräte an Salz vernichtet Worten. Der Schoten beläuft sich auf etwa 1.25 Millionen Mark. AIS EntstcdungSursache vermutet man Entzündung von Koylengas ober Kohlenstaub.

Sie Wetterlage.

Mittwoch. )L1928. 7'abds.

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lieber Siandimwien und ten Britischen Inseln sowie Frankreich und tem westlichen Deutschland i\ht Barometerfall ein, ter auf eine weitere Aus­breitung der Tieforuckstorungen teuleL Besonders bic wcsUlch.- Storung dürste später Einsluß aus un- sere Wetterlage gewinnen und neben südlichen Win­den Erwärmung und Bewölkung bringen. Vor­läufig bleibt jedoch noch die gegenwärttge Wetter­lage sorlbeskeben.

Voraussage für Freitag: Zunächst noch wenig Aenderung des Witterungscharakters, später etwas wärmer unb Wolkenaufzug.

Witterungsaussichten f ürSa m»tag: Weiter langsamer Temperaturanstieg unb wolkiges Wetter

Lufttemperaturen am 26. September: mittags 14 Grad Celsius, abends 6,2 Grad Celsius: am 27. Sep­tember morgens 2,4 Grad Celsius Maximum 14,2 Grad Celsius. Minimum 0 Grad Celsius. Erd- temgeratirta am 26 September: abends IM Grad Celsius, am ?7. September: morgen» 4,8 Grad Cel­sius Sonnenschein bauer 6*4 Stunden.

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