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Dienste dem Staat nicht mehr zur Verfügung stell, ten. Der Innenminister möge doch den neuen P r o o i n z i a l d i r e k t o r für Starkenburg noch vor den Wahlen ernennen, damit man die Ricytung noch besser erkennen könne.

Abg. ZReiber (Dem.)

folemisiert gegen den Vorredner. Darum hätte ein rüherer Monarchist bei den katastrovhalen Erschei­nungen, die wir gesehen hätten, nicht seine Gesin- nung ändern dürfen? Es gebe keine Partei, die so für die freie Meinungsäußerung aller Beamten ein- trete, wie die Demokraten. Der Staat hab« aber das Recht, danach zu fragen, ob ein Beamter bei feiner jeweiligen Einstellung für die Beförderung in eine höhere Staatsstelle geeignet fei. Für die Einführung des Einheitsstaates seien nicht allein die finanziellen Gesichtspunkte maßgebend; der Ein­heitsstaat solle eine einheitliche, neuzeitliche, ver­nünftige Organisation und die Zusammenfassung oller Kräfte zum Aufbau bringen.

Innenminister Leuschner

der sich von einer Erkrankung noch nicht vollstän­dig erholt hat, verzichtete auf große orogramma- tische Ausführungen und beschränkte sich darauf, zu einigen wichtigen, in der Debatte aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen, lieber den Stand der Derwaltungsreform teilte er mit: Abge­schlossen wurde im vorigen Jahre ein Vorentwurf des Gemeindebeamten rechts. Tr ist da­mals den interessierten Stellen, insbesondere dem hessischen Städtetag und dem hessischen Landge­meindetag und der Gewerkschaft der hessischen Ge- meindebeamten zugegangen. Die Aeußerungen stehen großenteils noch aus. Einen endgültigen Ent. wurf des Gemeindebeamtenrechts beabsichtige ich im kommenden Herbst dem Landtag vorzulegen. Im Anschluß hieran wird eine neue Gemeinde- ordnung, die an die Stelle der zur Zeit gelten­den Städteordnung und der Gemeindeoronuna von 1911 treten soll, vorgelegt werden. Die Vorarbeiten hierfür sind bereits wesentlich gefördert. Je noch Fertigstellung werden die weiteren Verwaltungs­gesetze folgen. Im Zusammenhang mit der Reform der Verwaltungsgesetzaebung wird auch die Der- woltungseinteilung des Landes in Kreise und Provinzen einer Ueberprüfung zu unterziehen sein. Für etwaige Aenderungen der Verwaltungs. eint?ilung wird die Notwendigkeit des Verkehrs und der Wirtschaft, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hoben, und die Bedürfnisse der Bevölkerung, wie auch der Ge- sichtspunkt der Sparsamkeit maßgebend sein müssen, hieraus ergibt sich ohne weiteres, daß es selbstverständlich nicht möglich sein wird, alle Kreise auf eine gleiche Größe zu bringen. Es ist richtig, daß die Kreise in ihrer Größe zur Zeit sehr ver- schienen sind. Sie schwanken in Hessen zwischen 197 Ouadratkilometer (Kreis Mainz) und 623 Duo- dratkilometer (Kreis Alsfeld). Diese Verschiedenheit in der Größe zeigen aber auch nichthessische untere Verwaltungsbezirke. Bei der Aufwertung der Sporkassenguthaben ist Hessen führend vorangegongen. Eine größere Anzahl Sparkosien hat bereits eine Aufwertung über 12$ Prozent hin. aus Dorgenommen; so wertet die Städtische Spar- kasie Mainz 2 5 Proz., diejenige in Dorrn- stadt m't 20 Prozent auf, eine Regelung, die auch auf Svarerseite Anerkennung findet. Die von dem Abg. Best eingebrachten Anträge werden zur Zeit einer eingehenden Prüfung unterzogen. Auch die Anleiheablösung der Gemeinden schreitet vorwärts, von 977 hessischen Gemeinden haben 181 keine aufzuwertenden Schulden. Du'-ch freiwillige Einigung und Entscheidungen ist die Aufwertung van 277 Gemeinden erledigt, vollstän­dig erledigt ist demnach die Anleiheablösung von 458 Gemeinden, während die Reaelung für die rest­lichen 519 Gemeinden noch aussteht.

Zu einer eingehenden Vehandl 'ng der Perso- nalpolilik liege noch kein Grund vor.

GS fei von den Vertretern der Rechtsparteien nicht bestritten worden, daß ein Minister das Recht haben müsse, Männer seines Vertrauens in fein Ministerium heretnzunehmen. Der Mi­nister betont weiter, daß es nicht seine Ad- sicht sei. tüchtige zur Regierung stehende Beamte im Verwaltungsdienste auszuschalien: doch müsse ein gewisses, noch in weiten Kreisen der Bevölkerung bestehendes Mißtrauen gegen dle Deamtenschast beseitigt werden, denn eS liege im Interesse des Staates, daß ein Gegensatz zwischen Bevölkerung und Beamtenschaft nicht aulfommt.

Abg. 21 r t (Vrp.) nimmt das DerufSbeamten- tmn in Schutz gegen die Angriffe der Linken. Die Anleihen der Städte seien oft nicht zweck­mäßig verwendet worden. Wenn die Spar­kassen ihre alten Guthaben aufwerteten, würde auch der Sinn zur Sparsamkeit im Volke wieder geweckt werden.

Präsident Delp laßt dann die Abstim­mungen vo e'men Ansvnommm werd n obne wesentliche Debatte die Kapitel 21 (Ministe­rium beS Innern) und 28 bis 31, sowie die gestern besprochenen Kapitel 21 bis 28 (Staats­ministerium). Die Kapitel Polizei und Kirche werden zurückaestellt. Die Kapitel 34 bi- 41 werden ebenfalls gebilligt. Präsident Delp gibt Kenntnis von einem angegangenen sozialdemo­kratischen Initiativantrag, den 1. Mai und den 9. Rovember in Hessen als Rationalfeier­tag zu erklären.

Kapitel 42: Landes-Hell, und Pflegecmstalten.

2Ibg. Sudel (Soz.) bedauert, daß dieses Ka­pitel immer noch nicht seinen Wünschen ent­spreche. In den Anstalten würde der l a n d - wirtschaftliche Betrieb nicht voll auS- genüht. Auch die Beköstigung sei immer noch nicht ausreichend.-

2lbg. Glaser (Dbd.) hält es für möglich, daß der Gießener 21 n ft q 11 auS den staat­lichen Hardthöfen Raturalien geliefert werden können. Deg^m dir Ausbreitung des land- wirtschast ichen Betriebes als Selbstzweck wendet er sich in längeren Ausführungen. Die Verwen­dung ausländischen Gefrierfleisches in den An­stalten sei eine Sabotage der Hilfsaktion für die Landwirtschaft.

2lbg. Riepvth (D. D.) meint, auS dem land- wirtscyaftlichenBetrieb der Anstalten würden woh! erhebliche Ueberschüsse nicht zu erzielen sein.

Abg. Ritzel (Soz.) stellt fest, daß es möglich sei, auS der Landwirtschaft der Anstalten etwas h.'rauszuwirtschasten und gleichzeitig den Kran­ken durch ihre Tätigkeit i n Freie:, zu nützen

Ministerialrat Spam er erklärte: Den Stand­punkt deS 2Ibg. Glaser vermöge er nicht zu teilen. Durch die Zurücknahme von Pachtland sei keine Schädigung der Landwirtschaft erfolgt. DaS verbrauchte Gefrierfleisch sei au.' dem zu­stehenden Kontingent genommen worden. Da daS Kontingent jetzt herabgesetzt würde, würde diese

Der Schiedsspruch im oberschlesischen Schulstreit.

Eigene Drahtmeldung desGießener 21 nötigere*.

Berlin, 27. April. Der Ständige Schied»- gcricht»Hof im Haag hat im ober schlesischen Schulkonftikl eine Entscheidung gefällt, die für uns außerordentlich günstig ist, da sie sich unserer Aus- fassung anschließl, wonach die Sprachprüfun- gen in Oberschlefieu nur einmal oorgeno tu­rn c n werden durften, wie erinnerlich, hatten sich die polnischen Behörden im vorigen Jatjre veran­laßt gesehen, viele tausend oberschlesische Ellern au- zuhalten, ihre Kinder in die polnischen Schulen zu schicken und ihre Anträge auf Besuch der deutschen Minderheitsschulen für diese Sinder znrückzuziehen. von deutscher Seite wurde gegen dieses Verfahren Einspruch erhoben, der völ- kcrbundsral beschäftigte sich mit dieser Angelegen­heit mehrere Male, bi» man schließlich auf ein Kompromiß abkam, wonach der Schweizer Päda­goge Maurer eine einmalige Sprachprü­fung der einzuschulenden Kinder vornehmen sollte. Die Polen setzten diese» Verfahren jedoch fort, wor­auf sich der Völkerbundsrat entschloß, den Streit­fall dem Haager Schiedsgericht zu überweisen. 3m Haag ist nach mehrwöchigen Erhebungen jetzt ein Urteil mit einer sehr umfangreichen Begründung gefällt worden, da» sich dem Artikel 131 der Min- dcrheltenverordnnng anschließl, welcher ausdrücklich da» Recht der Eltern auf Bestimmung der Rationalität der Sinder und damit auf die Art ihrer Einschulung feststellt. Polen Hal sich also im Haag eine Riederlage geholt. Ob es allerdings daraus die Konfegnenzen ziehen und sich in Zukunft von Eingriffen in das Einschulung», rcchl der oberfchlefischen Eltern fernhalten wird, muh abgewartet werden.

Ergänzend sei noch folgendes mitgeteilt: Die polnische Regierung nahm bekanntlich den Stand­punkt ein, daß das sog. Maurerkompromih in Genf sich auf alle künftigen Fälle be­zöge, während im Gegensatz hierzu Ealonder und auch die deutsche Regierung den Standpunkt vertrat, daß es sich in Gens nicht um eine all­gemeine, sondern um eine Sonderregelung gehandelt habe. Die Polen haben somit ver- |

sucht, an die Stelle der Erklärung der Erziehungsberechtigten gemäß § 131 der Genfer Konvention die Sprachprüfung zu setzen. Diele beiden polnischen Forderungen sind durch das Haager Schiedsgericht a b ge­lehnt worden. Das Urteil, ein Folio band von 88 Seiten in französischer Sprache, vermeidet es allerdings ängstlich, sich dem deutschen oder dem polnischen Standpunkt anzuschließen. Die juri­stischen Ausführungen des Urteils weichen daher auch zum Teil von dem deutschen Anträge ab. So behauptet das Urteil zum Beispiel, daß die Zugehörigkeitserklärung zu einer Minderheit nicht nur eine Frage des Wil­lens sei. Der Gerichtshof gibt allerdings zu, daß eine objektive Entscheidung der Frage, ob jemanb zu einer Minderheit gehört oder nicht, unter llmftänben außerordentlich schwierig ist.

Der große praktische Wert des Haager Ur» teils liegt daher vor allen Dingen in der ein­deutigen Feststellung, daß die einmal ab­gegebene Erklärung über die Sprache oder die Zugehörigkeit zu einer Minderheit von den Behörden unter allen Umständen beachtet und zur Grundlage der Rechts­anwendung gemacht werden muh. Das bestätigt das Recht der Eltern und Erzieher, über die Zugehörigkeit zu einer Minderheit und die Ein­schulung der Kinder in Minderheitsschulen frei zu entscheiden. Sine Rachprüfung dieser Erklärung durch eine nochmalige Prüfung der Sprachfähigkeit des Kindes durch eine polnische Behörde sei unstatthaft. Das Kind müsse ohne jede weitere Rachprüfung oder Formalität in die Minderhcitenschule ausgenommen werden. Soweit das Gericht aus formalen Gründen die deutschen Behauptungen ablehnt, hat dies für die Frage 8er Einschulung der Kinder keine Bedeutung. Dagegen erscheint eS wichtig, daß das Gerücht seine Zuständigkeit in der Streitfrage nur mit der Vorgeschichte des Pro­zesses begründet, nicht aber eine allgemeine Zu­ständigkeit anerkennt. Das Gericht schasst somit mit seinem Urteil keinen Präzedenzfall. Don praktischer Skbcuhxng ist, daß das ilrtcil einige neue Formalien erforderlich macht, da für die Aufnahme des Kindes In eine Minderheits­schule in Zukunft außer der Anmeldung noch eine Erklärung über die Sprache des Kindes vorgelegt werden soll.

Frage erneut geprüft werden. Von Reuerrich- tung von Glashauskulturen sei der Regierung nichts bekannt.

Abg. Werner (Dn.) bespricht die erschüt­ternden Ziffern, d'e sich für den Staat und den einzelnen aus der Unterbringung von unheilbar Kranken in den Pflegeanstalten ergeben. Der Redner behandelt dann die Steri­lisierung unheilbarer Kranker. Trotz aller religiösen Bedenken, die er betont, sei es doch notwendig, diese Maßnahme vorzunehmen, wenn ein ärztliches Gremium sich dafür aus­spreche.

Abg. H e l n st a d t (Z.) stellt für bad Zen­trum fest, daß es nach wie vor gegen die Sterilisierung und Tötung unheilbarer Kranker sei. Der Redner wünscht, daß der Gefrierileisch- konsum eingestellt werde. Vor der Erweiterung der Anstaltswirtschast solle man die Wirt­schaftsausstellung abwarten.

2Ibg. v. d. Schmitt (Kom.) ist grundsätz­lich für die Sterilisierung, will aber das Recht nicht der bürgerlichen Gesellschaft erteilen.

2Tbg. 21 x t (Vrp.) wünscht bei der Sterili­sierung größte Vorsicht, gegen die letzte Konse­quenz der Tötung wendet er sich aus religiösen Gründen.

Ministerialrat S p a m e r erklärt, daß die Re­gierung die Frage der Sterilisierung dauernd verfolge, aber eine Stellungnahme noch nicht für möglich halte. Der Redner nimmt die Aerzte gegen kommunistische Angriffe in Schuh. Da­rauf wird die Sitzung um 2.30 Ahr geschlossen, da nur noch ein Dutzend Abgeordnete anwesend ist.

Graf Bernstorfs über die Abrüstung.

Tagung des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen

in Heidelberg.

Heidelberg, 26. April (DB.) Heute vor­mittag begann hier die auf drei Tage berechnete Zusaminenkunft des Weltbundes für internatio­nale Freundschaftsarbeit der Kirchen und zwar des deutschen Zweiges unterBeteiligung zahl­reicher namhafter Vertreter des Auslandes. Rach einem Festgottesdienst in der Peterskirche versammelten sich die Teilnehmer In der Aula der Universität zur Eröffnungsfeier: dabei ent­bot der Direktor der ülniversität, Professor Dr. Dibelius, den Willkommgruß der Universität. Er erinnerte an die Tagung für geistige Zusam­menarbeit. an die Parallele zwischen Religion und Wissenschaft und daran, daß in den kriegs­führenden ßänSern bei aller nationaler Einstel­lung dennoch viele Menschen seien, die die gei­stigen Fäden zwischen den Ländern zu erhalten und zu festigen trachten. 2lber über dieser wissen­schaftlichen Zusammenarbeit stehe doch wieder die christliche Zusammengehörigkeit, die sich nicht mit Tagespolitik befasse, aber die aus ihr lom- rnenden Probleme mit christlichen Mitteln über­decke. Hierauf nahm als erster Redner

Botschafter Gras Bernstorff

da« Wort, um vor der evangelischen Friedens- tonferenz über den gegenwärtigen Stand der Abrüstungsfrage sich offen und rückhaltlos auseinander,zusehen. Heber die Abrüstungsfrage könnten heute in Deutschland keine Meinungs­verschiedenheiten mehr bestehen. Racbdem Deutsch­land die Forderungen des Friedensvertraaes von 2kriaulcd bis aufstz" erfülle, sei der deutsche Standpunkt eindeutig.

Mit besonderem Rachdruck stellte Gras Bern­storfs in gewissem Zu.ammenhang fest, daß in den zwei Jahren, die er in der Genfer 21b- rüstungskommission arbeitet. eS nie zwischen ihm und dem Reichsaußenminister Dr. 6tiefe- mann, im Auswärtigen Amt. im Reichswehr- Ministerium ober sonst einer deutschen Regie­rungsstelle zu ernstlichen Meinungs­verschiedenheiten über die Abrüstung«- frage gekommen sei Die völkerrechtliche Lage der Frage ginge jurüd auf Wilson, der 1916

festgestellt habe, daß der Weltkrieg nicht anders als mit einer allgemeinen Abrüstung end'.gen dürfte. Die vierzehn Punkte seien der völkerrechtliche Ausgangspunkt der 2Tbrüftung. Die Abrüstung sei darin so weit gefördert, als sie unter Wahrung der inneren Sicherheit der Länder möglich sei. Tatsächlich komme diese Forderung einer vollkommenen Abrüstung gleich. Später wurde d'.ese Forderung ab geschwächt. Die heutige Basis für die deutsche Forderung der 2tt>rüftung bilde der Versailler Vertrag. GS sei Deutschland einwandfrei bescheinigt worden, daß eS seine 2lbrüstung vollkommen durchgeführt habe. Die deutsche Forderung auf Abrüstung der an­deren Länder leite sich von dem 'Berfailler Vertrag ebenso einwandfrei ab. Der Redner ging dann eingehend auf die Genfer Abrüstungs­debatte im Februar d. I. ein und stellte dabei rückhaltlos fest, daß die einzigen, die offen und ehrlich die Abrüstung gewollt hätten, dieDeui- schen gewesen seien. Rie würden die Reaie- rungen abrüsten, wenn ihnen die Völker di fe Forderung nicht abringen würden. Die Kirch: sollte ihren großen Einfluß geltend machen, um darauf hinzuwirken, daß einmal die große Verheißung wahr würdenFriede auf Erden".

Erkelenz zur wirischastspolitischen Lage. Gegen die Teuerung.

Düsseldorf, 25. April. (TU.) In einer Ver­sammlung der Vertrauensleute der demokratischen Partei sprach der Reichstagsabgeordnete Erke­lenz über die politische Lage. Anknüpfend an den von, Reichsarbeitsminister gefällten Schiedsspruch für die Löhne im Bergbau betonte er, daß mit einer Kohlenpreiserhöhung au rechnen fei. Die Ursache dieser Steigeruna sieht der Redner in der Zollpolitik, die seit Jahren getrieben wor­den sei. Er erinnerte an die Warnungen der Na­tionalökonomen bei der Einführung der Getreide- AÖUe, die inzwischen ständig erhöht worden leien. Auch In der Industrie seien die Zölle heute böher als in der Vorkriegszeit. Dadurch sei eine sehr starke Preissteigerung herbeigeführt worden. Seit Jahren habe er, der Redner, höhere Löhne und Ge­hälter gefordert und betont, daß diese nur aus einer gut gestalteten Erzeugung entnommen werden dürf­ten. Die Rationalisierung, die von den Ar­beiterführern gebilligt worden sei, habe in Deutsch­land große Fortschritte gemacht. Sei der Tiefstand erst überschritten, so werde sich die Rationalisierung für die ganze Volkswirtschaft günstig auswirken. Freiliegende allgemeine Mittel müßten zur Steuersenkung verwandt werden und nicht zur Erhaltung unnützer Dermal- tungsapparate, sonst dürfe man sich über ungünstige Auswirkungen nicht wundem. Die Vergabe von Krediten zu billigen Zins- sätzcn für die Landwirtschaft sei keine durchgrei- sende Hilfe. Die für eine völlige Durchführung not­wendigen Hilfsmittel stünden uns aber nicht zur Verfügung. In der Landwirtschaft muffe unbedingt das gleiche Mitte! Anwendung finden, wie in der Industrie, lebensu nsähige überschuldete Betrieb« müßten ihrem Schicksal überlassen und wieder neu aufgebaut werden. Dazu fei eine um­fassende Siedlungspolitik notwendig. Mit kleinen Zuwendungen könnten lebensschwache Be­triebe auf die Dauer doch nicht gehalten werden. Der Redner betonte die Notwendigkeit, einen Reichs­tag zu schaffen, der sich energisch gegen den Teuer ungsprozcß einsetzt und durch eine entspechende Derwaltungsreform die Steu­ern senkt.

Das Erdbeben in Korinth.

Athen. 27. April. (WIB. Annksprvch.) Dir Erdstöße In Korinth dauern fort und sehen die Bevölkerung noch immer in Schrecken. Line Anzahl Bewohner verließ die Stadt, aber die ganze Be- völkerung erklärte ausdrücklich, daß sie Ihre Stadt nicht nerfaffen und diese an der

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Eine der ozeanischen Tiefdruckstörungen hat stt über Frankreich ausgebreitet. Obwohl die an de Südseite des nordöstlichen Hochdruckgebietes her» schende Ostlust noch Deutschland überflutet, so dürjk doch die westliche Störung auch in unserem Gedit zu Bewölkung führen. Dabei ist Gewittcmeigutz und vereinzelt etwas Regen nicht ausgeschlosiS Die Temperaturen gehen tagsüber durch die unte» bunbcnc Sonnenstrahlung etwas zurück.

Wettervoraussage für SamSta- Wolkig, etwas kühler, nur vereinzelt Ri^er» fchlägc wahrscheinlich.

Witterungsaussichten für Sonn'' tag' Wolkig mit AustlLren. weiterhin nur t>er rinzclt etwas Regen.

Lufttemperaturen am 26. April: mittags IV ®rc* Celsius, abends 13,5 Grad Celsius; am 27 AoriL morgens 12,2 Grad Eelsius. Maximum 19,5 ®rc3 Celsius:,Minimum 5,4 Grad Celsius Erdtemper»- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 26. April: abenB 12,4 Grad Celsius: am 27. ÖpriL morgen» 9,7 0raB Celsius. Sonnenscheindauer In Stunden.

rl"*" 'Uhr statt.

Reist

Andel, 3r 1 -Juni o |'Meu

von

Die

gleichen Stelle nach einem besonderen bedenschnhsystem aafbauen werde. L» gehen ständig Unterstützungen für die wirtschaftlich schwer geschädigte Bevölkerung ein. Athen und ganz (Brie- chcnland haben schon bedeutende Summen zur Ver­fügung gestellt.

Aus aller Welt.

Abschiedsesfen für den afghanischen König.

Reichsaußenminister Dr. Stresemann gab ein AbfchiedSessen für daS afghanisch» Königspaar, an dem außer dem KönigSpaar der stellvertretende afghanische Außenminister, der afghanische Gesandte in Berlin, sowie das Gefolge des Königs, ferner von deutscher Seit» der stellvertretende Staatssekretär des AuSwä» ttgen Amtes. Ministerialdirektor Köpke, bet Chef des Protokolls, Gesandter von Koestc,. einige Herren des Auswärtigen Amtes uni Vertreter der Wirtschaft teilnaljmen.

Der Bischof von Limburg beim Papst.

Bischof Dr. Augustinus Kilian von Limburg, der sich zur Zeit auf einer Romreise befindet, wurde in halbstündrger^-Privataudien- v 0 m P a p st empfangen. Aus die Audienz folgte ein Empfang der Pilgergemeinschaft, mit der der Bischof zusammen reiste. Außerdem fand noch eine besondere Audienz statt, in der der Bischof die Herren seiner Begleitung, Dom- fapltular Strieth - Limburg und S.adlp'arr« Dr. Herr-Frankfurt sowie noch verschiedem Geistliche und Laien aus der Diözese Limburg vorstellte. Die Audienz schloß mit einer herz, lichen Ansprache deS Papstes in deut-

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scher Sprache.

Andacht»verbot

in den Berliner städtischen Krankenhäusern.

Die Berliner Stadtverordneten vescyäftigte« sich mit dem kommunistischen Antrag auf Verbot der Andachten in den Krankenhäusern: Bei da Aussprache ging es zeitweise fefrr erregt zu. Da Vorsteher mußte einem Kommunisten einen Ord­nungsruf erteilen. Der Lärm wurde schließlich zum Sturm, so daß man den Vorsteher faum noch verstand. Der Antrag der Kommu­nisten wurde schließlich mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Dagegen stimmten d!eDeutsch­nationalen, die Deutsche VolkSpariei. deS Zen­trum, die Wirischaftsi-ariei und die Demokraten. I Ge meinsamer Gottesdienst in de» städtischen Anstalten darf also in Zukunft nicht abgehaften werden. Die Seelsorge soll a>er aus , Wunsch jedem Pattenten gewährt werden.

Schwere» Brandunglück.

In der Küche der Rachtwächtereheleute Zwin- | g e I in Fürth entstand durch die Srplosion I eines neu eingerichteten und kurz vorher von | einem Monteur überprüften Denzinkoch' | Herdes Grvßfeuer. Der 22tonteur und die Eheleute Zwinge! wurden sofort von dem um- 1 hersprihenden Benz i n durchnäßt, | daS Feuer fing. Während der Ehemann brennend in den Hof lief, wo ihm herbeieilende LeuL zu Hllfe kamen, konnten die Frau und der ! Monteur nicht mehr fliehen Sie blieben j brennend in der Küche liegen und konnten erst nach wiederholten ergebnislosen 2Zersuchen aut ihrer schrecklichen Lage befreit werden. Mit schweren Brandwunden am ganze» Körper wurden sie inS Krankenhaus etngrlfoi fett Der Monteur ist bereits seinen Ver­letzungen erlegen. Die Frau liegt in be- deutlichem Zustande darnieder. Der Mann büriti mit dem Leben davonkommen. Von dem Gv oäude ist.der Dachstuhl völlig uiedergebrannl Der Gebäude- und Materialschaden ist groß.

eme mdg Besi