fonct fort. Dom großen Obelisken begab sich der ‘König sodann nach der Hauptterrasse von Sansouci und besichtigte unter Führung von Professor Kania die Räume des Schlosses. Dann fand eine Besichtigung der Orangerie statt. Aus seiner Rückfahrt durch Potsdam wurden dem König von der Bevölkerung lebhafte Ovationen dargebracht.
Beuischland und Ostasien.
Hamburg, 25. gebr. (WTB.) Im Uhlenhorfter Fährhaus fand das herkömmliche Festmahl statt, zu dem sich die Mitglieder des O st asiatischen Vereins Hamburg-Bremen mit zahlreichen Ostasiaten aus dem ganzen Reiche und Vertretern der Reichs- und Landesbehörden, darunter die beiden Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen und Dr. Schramm, vereinigten. Rach einer Begrüßungsansprache sprach itzer Vertreter des Auswärtigen Amtes, Botschaftsrat Dr. T r a u t m a n n. Augenblicklich lassen die Nachrichten aus China eine Atempause in den Wassengängen erkennen. Möge diese Pause dazu benutzt werden, um jene Basis auf dem Verhandlungswege au finden, die eine Vorbereitung für eine weitere Gesundung der chinesischen Verhältnisse bilden könnte. Wir wünschen allen solchen Bestrebungen Erfolg, denn wir sind interessiert an der Beruhigung und Einigung des großen chinesischen Volkes. Die deutsche Regierung hat in den chinesischen Wirren strengste Neutralität aufrecht erhalten und sie beabsichtigt, sich weiter von diesem Bestreben leiten zu lassen. Die freundschaftlichen Beziehungen, welche Deutschland mit Japan verbinden, haben ihren Ausdruck darin gefunden, daß ein Handelsvertrag abgeschlossen worden ist, der deutscherseits ratifiziert worden ist und der jetzt dem japanischen geheimen Staatsrat zur Beschlußfassung vorliegt. Herr Kuhara, der Deutschland besucht hat, hat sich unserem Botschafter in Tokio gegenüber dahin ausgesprochen, daß er einen außerordentlich starken Eindruck von dem Willen des deutschen Volkes erhalten hat, das durch den Krieg Verlorene in Wirtschaft und Politik wieder oufzubauen. Die Lage des Handels in O st a s i e n ist für die Gegenwart leider vorübergehen prekär. Wir wollen aber für die kommende Zeit optimistisch sein und alle Anstalten dafür treffen, daß wir in einem Augenblick, wo sich Ostasien politisch beruhigt haben wird, mit unserem Handel überall wieder zur Stelle sein werden. Zwei große Faktoren wirtschaftlicher Art werden wir allerdings auf dem ostasiatischen Markt immer mit in Rechnung ziehen müssen, die Industrialisierung Japans und das enorme Anwachsen des Handels der Vereinigten Staaten in Ostasien. Gegen solche Konkurrenten anzukämpfen ist schwer, manchmal unmöglich. Unsere gegenwärtige Politik in Ostasien ist in erster Linie darauf gerichtet, dem deutschen Handel und der deutschen Wirtschaft die Wege zu ebnen und damit dem deutschen Arbeiter Verdienstmöglichkeiten zu verschaffen. Wenn es außerdem möglich wäre, die Kulturbeziehungen zwi- schen den so hoch entwickelten Völkern des Ostens und unserem deutschem Volke zu vertiefen, so würde sich damit ein weiterer Herzenswunsch unserer Regierung erfüllen.
TlottunWung der rheinischen Sc Mund Winzer.
Koblenz, 27.Fobr. (Prlv.-Tel.) In Koblenz wurde am Sonntag eine große Kundgebung der Dauern urch Winzer des Rheinlandes oeranfralteL Mit Sonderzügen waren über 10 000 Teilnehmer eingetroffen. Der Oberpräsident der Rhein, provinz, die RegierungePräsidenten und Landräte sowie Abgeordnete des Reichstages, des Landtages und des Provinziallandtages wohnten der Veranstaltung bei. Die Tagung "gipfelte in einem Notruf, in dem es heißt: Der Kleinbauer steht vor dem Nichts. Die Winzer und Bauern rufen heute ihrtz Not laut hinaus in die Oeffentlichkeit. Die Verzweiflung ist aufs höchste gestiegen. Pflicht des Staates und des gesamten Volkes ist es, diesem unerträglichen Zustand ein Ende zu machen.
Besuch bei Stresemann.
Nizza, 26.Febr. (WB.) Die deutschen Botschafter in Paris und Rom, v. H o e s ch und v. Neurath, sind heute in Cap Martin eingetroffen und haben gemeinschaftlich mit dem früheren Reichs- sinanzminister Dr. Reinhold bei Reichsauhen- Minister Dr. Stresemarm gefrühstückt. Am Scrmstaa hatten Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der rumänische Außenminister Titu- l e s c u in einem Hotel in San Remo eine neue Unterredung, an die sich ein gemeinsames Ddittigs- mahl anschloh.
Eine Wahlrede Herriots.
Paris, 27. Febr. (W. B. T. Funkspruch.) Bei einem Bankett einer radikalen Bezirksvereinigung in Lyon hielt der der radikalen Partei angehörende Llnterrichtsminister H e r r i o t eine Rede, in der er u. a. ausführte: .Wenn man auf die Landkarte der Welt sieht, muh man feststellen, daß in allen Ländern die demokratischen Parteien Mißerfolge gehabt haben. Kaum in anderen Staaten als in England und Frankreich bedient man sich ohne Furcht vor der Zukunft des parlamentarischen Regimes. Man muh den Wählern klar zeigen, was in dem demokratischen Frankreich in den letzten vier Jahren geleistet worden ist. Frankreich ist in dieser Zeit außenpolitisch und finanziell von Grund auf wiederhergestellt worden. Man denke doch daran, daß wir im Jahre 1924 zwar einen unterzeichneten Frieden hatten, aber nicht einen Frieden, dem alle zu stimmt en. Wir rechnen es uns zur Ehre an. daß wir Deutschland veranlaßt haben, ohne Zwang die Verpflichtungen zu unterzeichnen, die es weiter korrekt einhält. Andere haben gesagt. Deutschland wird zahlen. Wir sagen, Deutschland hat bereits 10 Milliarden bezahlt und es zahlt weiter regelmäßig. Auch die Sache des Friedens hat in den letzten vier Jahren Fortschritte gemacht, die sogar Gegner nicht leugnen können.
Ltrasanträge im Barmatstrozetz.
Im Darmatprozeh stellte der Oberstaatsanwalt die Strafanträge. Er beantragte gegen den Hauptangeklagten Julius Barmat zahlreiche Cinzelstrasen wegen der verschiedenen Vergehen gegen die Staatsbank usw.. die er zusammen- gezogeu sehen will in einer Gesamtstrafe von fünf Jahren Gefängnis und 450000Mk.
Geldstrafe. Weiter beantragte OberstaatSatrwalt Dr. Trautmann gegen den Angeklagten Henry D a r m a t eine Gesamtstrafe von zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für drei Jahre und gegen den Angeklagten Klenske, den Geschäftsführer der Amexima, eine Gesamtstrafe von neun Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Die Llntersuchungshaft soll in beiden Fällen an- gerechnet werden. Gegen den angefiagten Finanzrat Hellwig von der Staatsbank wurden beantragt wegen fortgesetzter Untreue zum Nachteil der Staatsbank mit passiver schwerer Bestechung zwei Jahre Gefängnis und Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter für fünf Jahre. Gegen den Zentrumsabgeordneten Lange-Hegermann wegen Betruges zum Rachteil des Reichspost- ministeriumS und der Preußischen Staatsbank ein Jahr Gefängnis und 30000 Mark Geldstrafe, wobei er hinzufügte, es komme hier in Betracht, daß der Angeklagte die hohe und verantwortliche Stellung eines Abgeordneten in schwer st er Weife mißbraucht habe.
Aus aller Well.
Schweres Explosionsunglück in einer Vrikeklfabrik.
Samstagabend gegen 9 Uhr entzündete sich in der Brikettfabrik der Hubertus Braunkohlen A.-G. in Brüggen an der Erft (Rhld.) während des Lochens eines Brandes Kohlenstaub. Die Entstaubungsanlage, in der die Kohlenstaubexplosion erfolgte bot ein Bild grauenhafter Verwüstung. Das furchtbare Getose war in einem Umkreis von zehn Kilometern zu hören. Die Zahl der Toten beträgt drei, während 30 mehr oder weniger sch wer Verletzte sich in den Krankenhäusern befinden. Die Feuerwehr ist zurückgezogen worden, da die Gefahr weiterer Explosionen vorliegt. Die Unglücksstelle ist in weitem Umkreis abgesperrt. Der Bahnbetrieb von Liblar nach Horrem mußte gesperrt werden, weil die Bahn direkt durch den Fabrikbetrieb fährt und die Gleise mit Trümmern überhäuft sind.
Flugzeugunglück bei Augsburg.
Bei Augsburg sollte das soeben fertiggestellte erste große Verkehrsflugzeug (nidjt Sportflugzeug) der Bayerischen Flugzeugwerke, das nach dem Entwurf des Flugzeugkonstrukteurs Dipl.-Ingenieur W. Mesferschmidt erbaut worden ist und 2200 Kilogramm Leergewiclst hatte, zu seinem ersten Probeflug auffteigen. Nach glücklich verlaufenen Probeflug wollte der Pilot im Meitflug landen. Als er sich in etwa 80 Meter Höhe vorn Erdboden über der Gögginger Flur, etwa 1200 Meter Luftlinie südwestlich von den Flugzeugwerken befand, stürzte der Apparat plötzlich zu Boden und wurde zertrümmert. Der Pilot war sofort tot. Er wurde mit gespaltenem Schädel und gebrochenen Gliedmaßen unter den Trümmern heroorgezogen. Das Flugzeug mar mit einem Zwölf« Zylinder-Motor der Bayrischen Motorwerke Miim chen ausgerüstet, konnte zwei Führer und zehn Passagiere mit Gepäck befördern.
Der Untergang der „Alcantara".
Es wird amtlich bestätigt, daß von der 23 Mann starken Besatzung des italienischen Dampfers ,A Icantar a“, der in der Rächt zum Samstag mit dem russischen Schulschiff »Towaritsch" auf der Hohe von Dungeneß zusammenstieß, 22 Mann ertrunken sind. Der einzige Ueberlebenöe der »Alcantara" erzählte, daß die »Alcantara" den Kanal hinaufsuhr, als sie plötzlich auf der Breitseite gerammt wurde. Der Kapitän Friedmann des russischen Schiffes weigerte sich, vorerst nähere Auskunft über feinen Widerruf der S. O. S. -Signale zu geben.
(Ein weiteres Opfer des Raubmörders Hein . gestorben.
Ohligs, 27. Fe^r. (^o^B. Funkspruch.) Der bei dem Raubübersall auf das Postamt in Ohligs am 21. Dezember von dem inzwischen verhafteten Raubmörder Hein durch einen Schuß in den Rücken schwer verletzte Postsekretär Karl Schmidt ist nun nach zweimonatigem Krankenlager seinen Verletzungen erlegen. Somit erhöht sich die Zahl der Opfer Heins auf vier.
Drei firaffroagenunfäUe an einer Stelle.
Bei Königshütte fuhren auf der Kattowitzer Chaussee kurz vor Domb zweiAutobusse einer Privatgesellschaft gegeneinander. Beide Wagen wurden sehr stark beschädigt und zwei Passanten schwer verletzt. Eine halbe Stunde später fuhr an derselben Stelle ein Motor radfahrer in voller Fahrt gegen einen Baum. Er erlitt komplizierte Brüche beider Beine sowie schwere innere Verletzungen. Kurze Zeit darauf stießen ebenfalls an dieser Stelle zwei Personenautos zusammen, die vollständig zertrümmert wurden. Die Insassen erlitten jedoch nur leichte Verletzungen.
Ein Arzt unter Mordverdacht verhaftet.
Der praktische Arzt Dr. G i r s ch i k in Heiligenkreuz bei Plan (Böhmen) wurde unter dem Verdachte verhaftet, am 7. Februar den bisher noch unaufgeklärten Mord an einer Lehrerin begangen zu haben. Der Verdacht gegen Dr. Gir- schik gründet sich auf die Anzeige eines Landwirtes, der beobachtet hat, wie der Arzt von der Schule, in der dcr Mord verübt wurde, den Weg über die Wiesen nahm, um sich in den Gebüschen zu verbergen. Die sofort angestelllen Erhebungen ergaben», daß sich Dr. Girschik an dem betreffenden Abend in einem Gasthause in Heiligenkreuz aufgehalten hat.
Schwere Schneestürme in der Türkei.
Eiu seit fünf Tagen anhaltender Schneesturm hat die Bahnverbindung zwischen der Türkei und Europa unterbrochen. Bei Tschataldje blieben die aus Konstantinopel erwartten Expreßzüge im Schnee stecken. Ein von Starnbul entsandter Hilfszug entgleiste. Die Telegraphenlinien waren zeitweise unterbrochen.
Die die asghanistische Nationalhymne entstand.
Wenn König Amanullah von Afghanistan auf seiner Europareise auch nach Berlin kommt, bann wird man ihn bei uns mit der Rationalhhmne seines Landes begrüßen wollen. Es wird unfern Musikern nicht ganz leicht werden, dies meri- würdige Musikstück vorzutragen, das mit einem mächtigen Trommelwirbel beginnt und mit einem noch stärkeren Trommelklang schließt. Aber die Hymne ist wenigstens ausgezeichnet, und das geschah vor 21 Jahren, als der Vorgänger des jetzigen Königs einen Staatsbesuch in Indien machte. Als der König von englischen Musikkapellen begrüßt wurde, hatte er den verständ
lichen Wunsch, daß auch etwas Afghanisches gespielt werde. Run ist das Lieblingslied der Afghanen ein rauher Gesang der Bergvölker, der aus ihren schrlllen Jagdrufen entstanden ist. Der König konnte diese merkwürdige Folge von Tonen fingen, aber wie sollte sie eine englische Kapelle spielen? Ein Kapellmeister versuchte es, aber der König rief: „Rein, nein, das ist es nicht." Andere Musiker versuchten ebenfalls ohne Ersolg, diese Rationalmusik zu Gehör zu bringen, bis schließlich der englische Militärkapellmeister Dünn nach Agra eingeladen wurde, um den Gesang in Roten festzuhalten. Er erkannte den Fehler, den die andern gemacht halten: sie hatten nämlich die Tone harmonisch gespielt, während Die a,ghanische Musik unisono ist. Dünn zeichnete nun die elf Takte des Liedes auf, und als er es Dann dem König vorspielte, war dieser befriedigt. „Das ist es," rief er. „Jetzt werde ich selbst Dirigieren.“ UnD er stellte sich vor die Kapelle und schlug den Takt, während Der jetzige König, damals noch ein Knabe, dabeistand. Dann erklärte der Herrscher das ausgezeichnete Lied zur Rationalhymne, Die seitdem bei allen festlichen Gelegenheiten in Afghanistan gespielt wird.
Das Geheimnis um Dschingis-Lhans Grab.
Die Gestalt des großen Eroberers Dschingis- Chans, dessen 700. Todestag im vorigen Jahr begangen werden konnte, ist uns nahegerückt worden durch die vor einiger Zeit aufgetauchte Rachricht, der russische For^chungsreisende Koz- losf habe sein durch lange Jahrhunderte verborgenes Grab entdeckt. Diese Rachricht wurde dann widerrufen, und so wußte man nicht, ob die Meldung dieses geschichtlich so bedeutsamen Fundes zutrefse oder nicht. Das Geheimnis, das um die Entdeckung gehüllt ist, scheint aber zum größten Teil auf die Zensur der Sowjetregierung zurückzugehen, die aus politischen Gründen nähere Angaben nicht wünschte. Die genaue Schilderung der Entdeckung wurde mehrere Monate zurückgehalten, und erst vor kurzem ist der Bericht KozloFs in Der Moskauer Jsvastja mit verschiedenen Auslassungen gedruckt worden. Der Rame und die geographische Lage des Gebirges, in dem sich das Grab befindet, werden nicht mitgeteilt. Man vermutet, daß die russische Regierung, Die mit der Mongolei auf einem gespannten Fuße steht, einen schlechten Eindruck unter Den Buddhisten und Mongolen ganz Asiens befürchtet, wenn die Entweihung des streng geheimgehaltenen Heiligtums bekannt wird. Jedenfalls aber steht die Tatsache fest, daß Kozloff eine großartige Begräbnisstätte auf einem der höchsten Gipfel d:s Altaigebirges in der Mongolei in einer Hohe von säst 10 000 Fuß gefunden hat. Aus Anlaß Der zahlreichen Anfragen, die er aus Euro a und Amerika erhalten hat, schildert Kozlosf das merkwürdige Abenteuer: „Wir erstieg:n die hohen Terrassen an dem linken Tlfer des Flusses Chetensgol auf einem steilen Pfad, Der sich allmählich ostwärts Don Dem Fluh abwendet. Rachdem wir auf allen Vieren über Die Felsen geklettert waren, wobei ich die größte Mühe hatte, meinen Barometer und Thermometer zu retten, erreichte ich den Gipfel, und ein unerwarteter Anblick bot sich mir dar. Dicht vor mir erhob sich ein gewaltiger Steinbau, der von zhlinderifchen Türmen bekrönt war, und ringsherum standen viele »Obo", d. h. Plattformen zum Beten. 2m Rorden und Süden dieses Grabhügels erhoben sich zahlreiche Statuen. Dieses uralte, ebenso kunstvolle wie großartige Bauwerk wurde im Osten durch eine weitere Reihe von etwa 13 Gebetsständen abgeschlossen, in deren Mitte sich ein Obelisk erhob. Dieser zeigte die Gestalt eines Tieres, das von dem Berggipfel herabspringt, und war mit Inschriften bedeckt. Den stärkiten Eindruck machte Die großartige Lage dieses historischen Grabes, von Dem aus man eine einzigartige Aussicht hatte. Auf der einen Seite konnten wir Die blauen Khanhai-Berge erblicken, auf der anderen Seite Die Wüste. Oestrich und westlich sahen wir die geheiligten Massen von Baga-bogdo und Jghe-bogdo. Am südwestlichen Fuß des Berges breitete sich ein weiter wiesenartiger Bezirk aus, auf Dem viele La nas ihre Gebete verrichten. Sie beten hier für Den großen Toten, Der auf Dem Gipfel Des Berges bestattet ist."
Zeliungsschau.
Die „Kölnische Zeitung" nimmt in ihrer Sonntags-Umschau zur Selbstkostenkrisis Der Deutschen Wirtschaft Stellung. Als Kennzeichen unserer ungefu.iden Wirtfcha ts'rer affung bezeichnet Der Aufsatz Die Hohe Der Preise, Die Höhe Der Löhne und Die Höhe Des Kapital- z ins es. Diese Gleichze'.t g.eit verstoße gegen Die Gesetze Der Wirtschaft, einer Der Fa.to.en müsse nachgeben, Die Preise könnten es nicht, ihre Höhe sei Der AusDruck der hohen Selbstkosten (Daweslast in Gesta t von allgemeinen Reichssteuern, JnDustrieb.lastung, {jo.,« Reichsbahn- frachten: hohe Rormaisteuern, So'iallaften) Der Kapitaltzins werde erst fallen in Dem Maße, wie wir Eigen.'a'iital bilden. Das Blatt fährt fort: „Bleiben also Die Lohne. Aber sie sind fa-rofan t. Die Lohnbildu ig ist Dem Einfluß der natürlichen Wirtfcha t'gefetze entzogen: sie voll- > zieht sich gewifsermaßen unter G as, jenfeit der ! Gesetze von Angebot und Rachfrage. Die Lohne I weigern sich, als Erzeugungsun.osten gewertet und behandelt zu werden. Das gleiche gilt von Den S oz i a l l a st e n. So steht Die Wirtschaft eingepreßt zwischen hohem Zins und steigenden Lohnen und Lasten und steuert, Da Die Preise nicht zu erhöhen finD oDer die Erhöhungen Den notwendigen Ertrag nicht sichern, langsam, aber sicher in eine gefährliche Selbstlostenlrise hinein. ! Man kann heute in Deutschland von einer planmäßigen Verwöhnung Der Arbeitskraft sprechen. Daß die Motive einer solchen Politik edel und trefflich fein können, sei nicht bestritten. Das Ideal eines sozialen Staats, dessen Arbeitsbürger an Den Früchten Der nationalen Wirtschaft ausreichenD beteiligt, Die vor allen Krisen gesichert sind, ist menschlich be» stechenD. Aber dies Ideal wird übertrieben. Cs Deckt sich schon längst nicht mehr mit Den realen Möglichlelten, es auch nur annähernD zu verwirklichen. Man mag noch so sozial eingestellt sein unD Das Beste wollen, Die eiserne geschichtliche Er ahrung lehrt zweierlei: einmal, daß Die Belastung eines Voltes für jeDe Schicht unentrinnbar ist und daß eine solch gewaltige Belastung sich nicht mit einem ausschweifenden sozialen Fortschritt verträgt. Sie lehrt zweitens, daß Die Arbeit das Kapital nicht um seinen Ertrag prellen kann. Heute prozessieren in Deutschland Kapital und Arbeit um ihren Anspruch, das eine um Den „notwendigen"
Ertrag, Die andre um Den „gerechten" Ljijn Wir erleben Den gigantischen und zwei e.los staunenswerten Versuch, nm Der unerhörte st e n nationalen Belastung und Dem schärfsten wirtschaftlichen Wettbewerb die aktivste Sozialpolitik, Den stärksten Willen Der Massen zum sozialen Fortschritt zu vereinbar en. Dieser Wille Des deutschen Voltes, feiner gewaltigen Arbeitnehmergruppe, bei dem großen deutschen Enlschuldungs- und Be reiungsprozeß nicht als Arbeitssllaven des internationalen Kapitals unter die Räoec zu kommen, sich vielmehr soviel Luft und Raum w.e möglich zu sichern, enthält eine durchaus positive Kraft, die auch national wertvoll ist. Wir werden diesen Wollen außenpolitisch, entschädigungspolitisch organisiert und einheitlich angesetzt, noch einmal brauchen können. Aber die Arbeitnehmerschaft darf sich auch nicht von dem deutschen Schicksal, dem Entschuldungsprozcß, a b k a p f e l n wollen. Die heutige Sozial- und Lohn' Politik läuft aber darauf hinaus. Ihr Aufbau geht auf Kosten der Wirtschaft, ihrer notwendigen Rentabilität, der nationalen Kapitalbildung. Es ist Durchaus nicht volkstümlich und fast uexwegen, es zu sagen, aber es bleibt doch wahr, daß es Volkswirt, schaftlich viel wichtiger ist, wenn die deutschen triebe aus dieser Konjunkturwelle mit ausreichenden Kapitalreserven heroorgehen, als daß das allgemeine Lohnniveau um einige Prozent erhöht wird.
Die Wirtschaft wird alles tun müssen, um die Selbstkostenkrise zu erkennen und zu bannen. Sie darf habet keineswegs auf die Politik zählen. Ausmaß und Tempo der Sozialpolitik sind nicht mehr von einer Rechts- oder Linksregierung abhängig. Die großen sozialen Belastungen des vergangenen Jahres sind ziemlich bewußt von einer bürget, lichen Regierung gemacht worden. So wie die Dinge heute liegen, sind alle Parteien vor den sozialen Wagen gespannt und ziehen ihn in oft leb- haftem Wetteifer voran. Daß in dieser Entwicklung auch ein hoher Wert liegt, sei ausdrücklich betont und sollte auch von der Wirtschaft nie verneint werden. Deutsche Sozialpolitik ist wieder in hohem Maße Idee und Tradition des Bürgertums gewor Den, gerade in ihren schöpferischen, aufbauenden Bereichen. Es handelt sich hier um kein Entweder- Oder, um ein hie Wirtschaft, hie Sozialpolitik, fon dem um das fachliche Ziehen einer Leistungs- grenze, um ein verantwortungsbewußtes: Bis hierher gern, aber weiter keinen Fall. Diese Grenze sollte allerdings von der Wirtschaft in den nächsten Monaten mit Festigkeit gezogen werden. Wenn nach verantwortungsbewußter Prüfung Die Belastung eines Betriebes zu groß wird, sollte man sich auch nicht scheuen, ihn rücksichtslos stillzulegen. Wenn eine JnDustrie eine vom Reichsarbeitsminister Diftterte Lohn r'^"ng nicht zu tragen vermag und Diese Unm clichkeit Nachweisen kann, hat sie auch Die Pllicht Di; formale Autorität Der Verbindlicherklärung, Der Die sachliche Autorität Der vernünftigen Entscheidung, die volkswirtschaftliche Verantwortung, fehlt, zu mifj- achten unD ihren Fall Der öffentlichen Meinung zu unterbreiten. Es ist besser, wenn Die Schlich- tungsordnung reformiert wird, als wenn eine wichtige Industrie gefährdet wirD. Wir find jetzt allem Anschein nach in eine Phase Der QBirt* schaftsentwicklung gekommen, wo Das regelnde, Grenzen sehende Mittel des offenen Arbeitskampfes leider nicht mehr entbehrt werden kann. Die Industrie sollte sich bei Den neuen Abschlüssen nur auf lange Lauffristen Der Tarifverträge einlasfen. Außerdem brauchen wir eine Rovelle zur SchlichtungsorDnung, die bestimmt, Daß ein SchieDsspruch vom Reichsarbeit ^Minister nur mit Zustimmung Des Wirts chasts- ministers verbindlich erklärt werden la " '"'te Partei, Die Diese Vorlage einbrächte, h
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raussage.
Die im Westen lagernden ozeanischen Störungen gewinnen immer noch keine weitere Ausdehnung, Denn der hohe Druck über Zentraleuropa und de en kontinentale Luftzufuhr dauert fort. Infolgedeffen bleibt" zunächst das tagsüber heitere und trockene Wetter mit weiter ansteigenden Temperaturen fortbestehen. Die nächtliche Ausstrahlung führt zu Dem- peraturrückgang unter Null.
We ttervoraussage für Dienstag- Fortdauer des leichten Nachtfrostes und tagsüber milden, heiteren und trockenen Wetters.
WitterungsaussichtenfürMittwocy- Noch keine wesentliche Aenderung. _ h
Lufttemperaturen am 26. Februar: mittags S ürtao Celsius, abends —1,3 Grad Celsius: am 27. iK bruar: morgens —2,5 Grad Celsius. Maximum b,. Grad Celsius, Minimum —5,3 Grad Celsius. Erdtcmperature.n in 10 Zentimeter Tiefe am 26. t*rc' bruar: abends 2,1 Grad Celsius: am 27. Februar- morgens: 0,7 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 9'A Stunden.


