spezialgeschäfle. Man kommt bei Betrachtung des abgelausenen Geschäftsjahres zu dem Ergebnis, daß es den Erwartungen in keiner Weise entsprochen hat, sondern, von einigen Ausnahmen abgesehen, hinter dem Jahre 192? zurückgeblieben ist. Es hat sich wieder gezeigt, dah sich der Charakter des Saisongeschäftes immer mehr verschärft: es ist gerade in der Hauptsaison in diesem Jahre wiederholt vorgekommen, daß belangreiche Aufträge nur deshalb nicht angenommen werden konnten, weil die dabei vorgeschriebenen außerordentlich kurzen Lieferungstermine nicht ein* gehalten werden konnten. Dies wäre nur möglich gewesen, wenn, wie dies in früherer Zeit der Fall war, die Industrie in der richigen Zeit auf Lager würde arbeiten können. Da dies jedoch infolge der Kapitalknappheit heute nicht mehr möglich ist, gehen jedes Jahr eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Aufträgen der deutschen Industrie verloren. Was die Ausfuhr anlangt, so ist zwar ungefähr bis zum Monat September eine Steigerung zu verzeichnen gewesen, der Hochstand des vorigen Jahres wurde jedoch nicht erreicht. Die Preise sind tm~ allgemeinen als schlecht und durchaus ungenügend zu bezeichnen. Die deutsche Spielwarenindustrie ist nicpt in der Lage, eingetretene Mater'.al- und Lohnerhöhungen auch nur einigermaßen bei der Kalkulation berücksichtigen zu können Hinzu kommt weiter, daß die außergewöhn iche Zersplitterung. die innerhalb dieser Industrie selbst herrscht, ein Llebriges tut, um selbst die kleinsten Ansätze einer vernünftigen, verantwortungsvollen Preisstellung unmöglich zu machen. •
• Elektrische Licht* und Kraftanlagen. Der Aufsichtsrat beschloß, der am 18. Dezember stattfindenden Generalversammlung für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr unter Erhöhung des Vortrages auf 103 518 Mk. (i. CB. 52 925 Mk.) die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent, wie im Vorjahre, vorzuschlagen. Die Aussichten im laufenden Geschäftsjahr wurden vom Vorstand wiederum als günstig bezeichnet. Der Generalversaminlung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen-A.-G. wird zur Verstärkung der Betriebsmittel eine Kapitalerhöhung um nom. 4 500 000 Mk. vom 1. Juli 1928 dividendenberechtigter Aktien vorgeschlagen werden, die den alten Aktionären im Verhältnis 4:1 im Kurse von etwa 150 Prozent zum Bezüge angeboten werden sollen. Außerdem soll unter weiterer Erhöhung des Grundkapitals auf nom. 30 Millionen Mk. ein .Betrag von 7 500 000 Mark Aktien an die Siemens & Halske-A.-G. überlassen werden. Dagegen wird die Elektrische Licht- uni) Kraftanlagen-A.-G. nom. 5 000 000 Mark neue Siemens & Halske-Aktien übernehmen. Beide Gesellschaften verzichten für die von ihnen zu zeichnenden Aktien auf eine Dividende. Diesem Aktienaustausch liegt der bereits bei der Gründung der Elektrische Licht und Kraftanlagen- A.-G. maßgebliche Gedanke zugrunde, daß die Elektrische Licht- und Kraftanlogen-A.-G. in enger Verbindung mit der Siemens & Halske- A.-G. tätig sein soll. Die Verwaltung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen-A.°G. erhofft für ihr Unternehmen wesentliche Vorteile für die Erweiterung und Sicherung ihres Geschäftskreises, wenn sie in einem Konzern von dieser Bedeutung Llnterstützung und Rückhalt findet, wie es sich aus den durch den gegenseitigen Aktienbesitz noch besonders fundierten Beziehungen ergibt. Zwei Vertreter der Siemens & Halske-A.-G. sollen der Generalversammlung zur Zuwahl in den Aufsichtsrat der Elektrische Licht- und Kraft- anlagen-A.-G. vorgeschlagen werden.
* Siemens & Halske A.-G. Im Zusammenhang mit der Kapitalserhöhung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen A.-G. wird auch die Siemens & Halske A.-G. ihr Kapital um 9 auf .100 Millionen Mk. erhöhen. 5 Millionen Mk. dienen zur ^lebernahme von 7,5 Millionen Licht & Kraft-Aktien. Die restlichen 4 Millionen bleiben zunächst im Besitze von Siemens & Halske, um ähnliche Transaktionen in Zukunft zu ermöglichen.
* R. S. 11. Wie dem WTD. -Handelsdienst von berufener Seite mitgeteilt wird, haben sämtliche auf der Autonrobilausstellung in Berlin ausgestellten Modelle der R. S. H.-Werke sowohl in Motorrädern, als auch in Motorwagen großen Anklang und sehr starke Nachfrage gefunden. Am deutlichsten aeht dies daraus hervor, dah die Fabrik an Abschlüssen und festen Spezifikationen, die kurz vor oder während der Ausstellung getätigt wurden, allein an Motorrädern über 24 000 Stück zu verbuchen hatte. Auch in Motorwagen ist das Werk auf Monate hinaus mit Aufträgen versehen.
FranL/urter Börse.
Frankfurt a. M., 26. Noo. Tendenz: schwächer. Nachdem im Vormittagsverkehr zu Beginn der neuen Woche die Tendenz freundlich war, machte sich zum
offiziellen Verkehr eine allgemeine Lustlosigkeit bemerkbar. Die Spekulation schritt in verstärktem Maße zu Abgaben, die hauptsächlich durch den morgigen Ultimo veranlaßt wurden, obwohl kaum Schwierigkeiten zur Ueberwindung des Ultimos erwartet werden. Die weiter ungeklärte Lage im Eisenkonflikt drückte ebenfalls auf die Stimmung. Das herauskommende Material fand nur zögernd Aufnahme, da von einer Beteiligung der privaten Kundschaft nichts zu bemerken war. Gegenüber den Schlußturfen vom Samstag waren überwiegend Abschwächungen bis zu 2,5 v. H. zu verzeichnen. Nur für einzelne Werte machte sich noch einiges Interesse geltend, die auch daraufhin kleinere Erholungen erzielen konnten. Das Geschäft blieb klein. Besonders stark angeboten und vernachlässmt waren am Elektromarkt Siemens mit minus 4 v. Sy, Schlickert mit minus 3 v. S). und Ehadeaktien mit minus 4,50 Mk. Lahrneyer konnten dagegen 0,5 v. Sy anziehen. Am Farbenmartt waren I.-G.-Farben 1,75 v. Sy und Scheideanstalt 2 v. H. niedriger. Am Ban- kenmarkt bestand für Metallbank mit plus 1 v. H. und Reichsbank mit plus 0,5 u. Sy weiter einiges Interesse. Sonst überwogen auch hier die Kursrückgänge. Montanwerte lagen still und ganz ohne Umsatz. Rheinische Braunkohlen 2,75 v. Sy niedriger, Buderus minus 1,5 v. S). Arn Automarkte machte sich einige Nachfrage nach NSU. bei gut behauptetem Hurfe bemerkbar. Adlerwerke weitere 1,5 v. S). rückgängig. Am Rentenmarkt lagen bei stillem Geschäft deutsche Anleihen etwas schwächer. Von Ausländern nur Rumänen behauptet. Im Verlaufe machte sich allgemein eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Größere Deckungen in Elektrowcrten regten an, so daß allgemein kleine Kurserholungen eintraten. Reichsbank waren weitere 2,25 v. S). gebessert. Sonst blieben die Umsätze nach wie vor klein. Am Geldmarkt konnte eine merkliche Erleichterung eintreten. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark weiter erholen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1936, gegen Pfund 20,345, gegen Paris 124,10, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 30,0850, gegen Holland 12,08, London gegen Kabel 4,85.
Bc,,..:cr Börse.
Berlin, 26. Noo. Wohl selten war die Entwicklung der Tendenz in den Vormittagsstunden so undurchsichtig, wie gerade heute. Die Neuyorker Börse vom Samstag war geschlossen, so daß von dieser Seite keine Anregung ausgehen konnte. Eine Entscheidung im Ruhrkonflikt war durch das Urteil des Arbeitsgerichts Duisburg ebenfalls nicht getroffen. Die Transaktionen bei Licht & Kraft und Siemens fanden geteilte Beurteilung, und selbst an dem Ordereingang bei den Banken, der sehr minimal war, war nichts zu erkennen. Schon vormittags entschied sich die Spekulation dann für eher schwächere Kurse. Man wollte von einer schwächeren Außenhandelsbilanz nichts wissen, die Einfuhr war 125 Millionen höher als im September, die Ausfuhr wies einen Rückgang von 105 Millionen auf. Auch der Ultimo vorlangte sein Recht. Die Prolongation als solche dürfte zwar kaum noch auf Schwierigkeiten stoßen. Neue Orders, auch aus dem Auslande, waren aber nur spärlich eingetroffen, so daß, abgesehen von Reichsbank und einigen Nebenwerten, 1—2-v. Sy* Abschwächungen eintraten. Kunstseidenwerte verloren bis zu 6 v. Sy, Ilse Bergbau 5,5 v. Sy Deutsche Anleihen eher zur Schwache neigend. Ausländer verloren dagegen bis zu 0,25 v. Sy Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Rentenbriefe, Liquidations- Pfandbriefe und Anteile weiter gesucht. Der Geldmarkt war unverändert. Tägliches Geld 5 bis 7 v. Sy, Monatsgeld 7,75 bis 8,75, Warenwechsel etwa 6,75 v. Sy Auch der Verlauf brachte überwiegend kleine Abschwächungen. Nur Polyphon gewannen einen Teil ihres Anfangsverlustes zurück. Auch Otavi und Reichsbankanteile lagen verhältnismäßig widerstandsfähig. Ein optimistisch gehaltener Wirtschaftsbericht der Deutschen Bank war anscheinend der Börse noch nicht bekannt. Später wurde es am Elektromarkt etwas freundlicher. Auch die übrige Börse zeigte Zeichen einer Erholung.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 26. Rov. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenbeginn in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor. Weizen war stärker vernachlässigt, da hierin ziemlich Ware an den Markt kam. Sonst blieben bei allgemein sehr kleinem Geschäft die Preise behauptet. Es wurden notiert: Weizen 23 Mk.: Roggen 22; Sommergerste (für Drauzwecke) 24 bis 24,25; Hafer (inländischer) 22,75 bis 23,25; Mais (gelb, für Futterzwecke) 22,75; Weizenmehl (südddeutsches, Spezial 0) 33,75 bis 34; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizeid- kleie 13,50 bis 13,60; Roggenk.'eie 13,75; Erbsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 35 bis 62; Linsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 65 bis 105; Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 13 bis 13,50; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 4,40 bis 4,50; (gebündelt) 3,50; Treber (getrocknet) 20,25 bis 20,50 Mk.
Frankfurter Schlachtviehrrrarkt.
Frankfurt a. M., 26. Rov. Auftrieb: 1649 Stück Rinder; darunter 390 Ochsen, 87 Bullen, 684 Kühe. 458 Färsen; 584 Kälber, 121 Schafe, 4842 Schweine. Es wurden notiert: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 53 bis 56, 2. ältere 46 bis 52; sonstige vollfleischige: jüngere 40 bis 45. Bullen: jüngere, vvllfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 44, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 33 bis 39, fleischige 28 bis 32, gering genährte 21 bis 24. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vvllfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 53 bis 56, vollfleischige 45 bis 52, fleischige 39 bis 44. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 62 bis 68, mittlere Mast und Saugkälber 55 bis 61. geringe Kälber 43 bis 54. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 75 bis 79, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 74 bis 78. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 75; Sauen 60 bis 68. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Lleberstand. Schweine schleppend. Äeberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft.
Berliner Proöuktenbörfc.
Berlin, 24. Nov. Die Produktenbörse beschloß den Berichtsabschnitt in stetiger Haltung. Das Angebot von Brotgetreide aus dem Inlcmde blieb auch am Wochenschluß verhältnismäßig spärlich, da jedoch auch Mühlen und Händler mit Anschaffungen vorsichtig waren, konnten höhere Preise als gestern nicht erzielt werden. Dom Auslande lauteten die Meldungen uneinheitlich. Die Plata - Cif- offerten waren ermäßigt, dagegen hatte der kanadische Farmerpool trotz niedrigerer Terminnotierungen seine Forderungen erhöht. Aus dem erhöhten Preisniveau war jedoch hier Kauflust nicht zu beobachten. Der Lieferungsmarkt für Brotgetreide war namentlich im Maitermin befestigt, Roggen hatte auch in den anderen Monaten kleine Preis- gcroinne zu verzeichnen. Mehle liegen weiter ruhig. Mehl ist in den Forderungen etwas fester gehalten. Für Hafer lag aus einzelnen Gegenden etwas mehr Offertenmaterial vor, gestrige Preise waren kaum durchzuholen. Gersten sind weiter reichlich angeboten. Untergebote, die nur schwer erhältlich find, werden jedoch von den Eignern nur selten akzeptiert.
Büchertisch.
— Adolf Weckerling: Gott, Zigeuner und Soldaten. Dichtungen. 54 Seiten 8°. Preis 2 Mark. Verlag von Albin Klein, Gießen. (575). — Was das Buch des Gießener Rervenarztes wertvoll macht, ist vor anderem die ehrliche Gesinnung, die aüs jeder Zeile ohne Widersprach klar und deutlich spricht. — Gott: in Gedicht und Prosa wird Weltanschauliches gedeutet ... im Bild einer aus indischer Anschauung erlebten Welt. — Zigeuner: Bilder und Motive aus dem Leben und Denken jener romantischen Abenteurer, über deren Herkunft, die der Verfasser nach Indien verlegt, manches gesagt und gedeutet wird, was kulturgeschichtlich volklich eigentümliche und wertvolle Aufklärung erschließt. — Soldaten: Gedichte des Krieges, tote sie ein Soldat in sein Tagebuch schreibt, der einer Welt die Treue halten will, in der er groß geworden und mit der ihn eine edle Gesinnung bindet, die er nur dann lösen könnte, wenn er sich selbst untreu werden würde. (Vielleicht dürfte den ehemaligen Soldaten interessieren, daß ein Gedicht der Hessischen 25. Reserve-Division gewidmet ist, ein anderes dem Hessischen Leibregiment ^Großherzogin" und ein drittes, .,Hessengrab" dem hessischen Soldaten überhaupt.)
— Ernst Eimer: Christian der Dorfjunge. Erzählung für die Jugend. Mit Bildern vvm Verfasser. Reutlingen. Enßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung. (419.) — Der bekannte Maler hat eine höchst anziehende, künstlerisch abgerundete Geschichte für unsere Jugend geschrieben. In 16 Abschnitten wird das Leben und Treiben des Dorfjungen Christian vorgeführt. Man gewahrt alsbald: hier hat einer das Wort, der sein Dorf aus dem Effeff kennt. Die originelle Sprache der Kinder kommt zur Geltung, der Sprachschatz der hessischen Landschast wird offenbar. so zwar, daß der Verfasser das Mundartliche nur hie und da durchblitzen läßt: im Rorden und Süden des Vaterlandes wird man sich in der Atmosphäre des Dorfjungen heimisch fühlen. Lind überall glitzert Humor und trägt über den Ernst des Lebens hinweg. Eimer hat das Buch mit Bildern geschmückt, die in ihrer ge
wandten Linienführung und geschlossenen Komposition die schöpferische Kraft des Künstlers bezeugen. A. B.
Kunst und Wissenschaft.
Ein neuer Erfolg der deutschen Wissenschaft.
Die im Frühsommer in Konstantinopel ein« getroffene Expedition unter Leitung von Pro« feffor Litzmann, Professor Krischen und Re- gierungsrat Q ü b t e , die im Auftrage der Not» gerneinschaft der deutschen Wissenschaft an der Theo» dosianischen Mauer umfangreiche Studien und Vermessungen DÖrgenomnien hat, kann einen für die deutsche Wissenschaft ganz bedeutenden Erfolg für sich buchen. Bisher waren alle Studien, Messungen, mathematischen Berechnungen, photographischen Auf- nahmen usw. der Theodosianischen Mauer unrichtig oder zumindest ungenau. Die deutscke Expedition kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, alle bisher unbekannten architektonischen Probleme der Theodosianischen Mauer mit Hilfe ihrer reichen Erfahrungen gelöst zu haben. Einzelheiten über die Ergebnisse der soeben beendeten Forschungsarbeiten wird die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaften demnächst veröffentlichen. Es steht jedoch jetzt schon soviel fest, daß die erzielten Erfolge auch für die moderne Architektur von hohem Werte Jin fr.
„Guerra".
Al,red Reumanns mit Spannung erwar e'er neuer Roman „Guerra" erscheint in den nächsten Tagen bei der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart.
Aus dem Amtsver-kün-igungsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt R r. 84 vvm 23. Rovember enthält: Die Ausgabe von Goldpfandbriefen. — Die Beaufsichtigung von Tanzbelustigungen. — Benachrichtigung der Gendarmeriestationen durch die Ortspolizeibrhör- den. — Die Ausstellung von Wandergewerbe- scheinen. — Gewerbelegitimationslarten. — Lehrbuch desMal:r- und Lackiererhandwerks. — Die Deutsche Rothiste. — Ortsbausatzung für dia Gemeinde Burkhardsfelden.
Letzte Nachrichten.
Admiral Scheer gestorben.
ro e i m a r , 26. Rov. (TU. Drahtmeldung.) Der Sieget der Seeschlacht am Skagerrak, Admiral Reinhard Scheer, ist in der Rächt vom Samstag zum Sonntag Infolge eines Herzschlages im Älter von 65 wahren plötzlich gestorben.
Der so plötzlich Verschiedene hat eine ruhmreiche Laufbahn als Seeoffizier vom Kadett bis zum Flottenchef durchlaufen. Aus Westfalen gebürtig, trat er 1879 als Kadett in die Marine ein. 1882 wurde er Leutnant zur See und hatte als solcher ein Kommando auf der Kreuzerfregatte „Bismarck". Mit dieser war er 1884 in Kamerun, wo er wiederholt an den Kämpfen mit Eingeborenen mit Auszeichnung teilnahm. Späterhin wurde er Wachoffizier an Bord der Korvette „Sophie", von wo er an der Niederwerfung des Araberaufstandes teilnahm und sich den Kronenorden 4. Klaffe mit Schwertern erwarb. Nach Beendigung dieses Kommandos wurde er Kapitänleutnant und Navigationsoffizier auf der Korvette „Prinzessin Wilhelm". Zwei Jahre später, 1895, wurde er Dezernent in der Zentralabteilung des Reichsmarinamts, 1900 Korvettenkapitän und Kommandeur der 1. Torpedoabteilung. Später kam er wieder ins Neichsmarineamt. Als Kapitän zur See führte er von 1907—1909 das Kommando über das Linienschiff „Elsaß". Im Herbst 1909 erfolgte feine Ernennung zum Chef des Stabes der Hochseeflotte. Im Herbst 1911 wurde er zum Direktor des Allgemeinen Marinedepartements im Reichsmarineamt ernannt und im Frühjahr 1913 zum Vizeadmiral und Geschwaderchef.
Nach dem Tode des Admirals Pohl übernahm Scheer Ende Februar 1916 den Oberbefehl über die gesamte deutsche Hochseeflotte. Mit dieser bestand er am 31. Mai und 1. Juni 1916 ehrenvoll d i e Seeschlacht im Skagerrak gegen die überlegene englische Schlachtflotte, die, als sie den fiaippf abbrach, größere Verluste erlitten hatte als die deutsche. Scheer stand noch bis zum Juli an der Spitze der Flotte. Dann wurde er als Nachfolger des Großadmirals von Holtzendorff, der feit 1915 dies Amt innehatte, Chef des Admiral st abes der Flotte. Nach dem Krieg ist Scheer gelegentlich in der Politik mit Aufsätzen in den Tageszeitungen hervor- getreten. Auch hat er ein Werk über „Deutschlands Hochseeflotte im Weltkrieg" geschrieben. Mit der Geschichte der deutschen Marine hat er durch feinen Flottensieg am Skagerrak seinen Namen für alle Zeiten verbunden.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.
Frankfurt a. M.
Berlin
Frmlbfun a. M.
Berlin
Frankfurt 0. M
Berlin
Berlin. 24 November
Geld
—
Franzöiische Moten......
Holländische Noten......
(italienische Noten......
Norwegische Noten.....
Denksch-Oefterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten • • Ungarische Roten
Devisenmarkt Berlin- Telegraphische
i6,daa 167,91 21,915
111,43
58,75
2,52
111,73
80,54 67,26
12,382
72.85
—Frankfurt Auszahl
16,415
168.59
21,995
111,87
58,99
2,54
112,17
80,86 i'7.54
12,442
73.15
a.M.
ung.
Schluß. Kur»
1-Uhr- Kur»
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Kurs |
1-Uhr- Kur»
Schlich- Kurs
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Datum
24 ll.
26. 11.
| 24 11.
| 26 11.
Datum: | 24. 11. |
26 IL
24. 11.
| 26 11.
Datum:
24. 11.
26. 11
24. 11. 26. 11.
6% Dt. RelctfanlcUje o. 1927 . Dt. «nl..Ablöi.-Sckuld mtl Bus- Io).-Scditen ......
Desai ohne Auftlos.-Rechte . . ■ 7% 3rar.ff Hyp.-Bl GoldvI. tnv tünbbar bte 1932......
<K% fllhrimldK HVV-Bank fitau - Soldps. .......
tLG.@. aba tSorfrtegl-DbHflaHon., rückzahlbar 1932 • •
c% Schweiz Bunvcftb.-Nnl.. - 1% Oesterreichiscke SoldNe.. . . 4,20% Oefierr. Silberne. .... 4% Oesterreich, einheill. tRte. . 4% Ungarische Goldrle......
i% Ungarische StaoHt v. 1910 B>% beftgl. von 191».....
4% Ungarische ßronenrte.. . - - 4% Türk. ZoUanleihe v. 1911 . . i% Türkische Bagdadbabn-Anl-, Serie 1 .........
t% desgl. Serie ll.......
4% Rumänen convert. Rte. . . . Wi°/n Rumänen (Snlbtml von 1918
eilig. Deutsche tft|cn,,ahn .
Vambura-ilmetita Patel ... 6
Hamd.-Sübam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff IO
Norddeutscher Lloyd.....8
2fflg. Deutsche dreMtanß. . . 10 Barmer Bankverein . . 10
Berliner Handelsgesellsch. - 12
Commerz- und Prioat-Bant 11 Darmst. u. RattonoTbanl 12
Deutsche Bank .... 10
TMonw-Gelcllschal« Süd.. . 10 Dresdner Bank ... IO
MUlelbeutldie drebttbmd ... 9 RelaUbanf..... 8
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87.25
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14.65
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80,7
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25,8
1.75
13,05
10,5
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139,25
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169.25
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223
139.5
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1 1 Illi II IM lO.i 1 1 - LHSS
A.S.G............8
Bergmann ........ 9
Elektr. Cteferung«..... 10 Licht und Kraft ..... 10 Hellen ck Guilleaume. . • . . 6 Ges. s. Elektr. Untenu. ... 10 Hamb. Sehr. 'Serie .... 10 Rhetu. Elektr..... 9
Echles. Elektr.......10
Schuckert..... .... 8
Siemens 4 Halske . . • • . 12
Transradio . . ....... 8 Lahmever ck E».. ..... 10
Buderu» . . ....... 6
Deutsche (Stbil ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... 1 H 3- 4 Harpener. ......... 6 Harsch Eisen. ........ 8 gife Bergbau ........ 8 RIßdnetwerte . ...... 7
Köln-Reuessen. ....... 9 ManneSmann........ 8 Mansfelder.........7
Oberschles. Eisenb. Bedarf. . . b Ob-rschles. KokSwerk« .... 6 Phöist? Bergbau ... 6^4
Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl t. % <¥,
Riebeck Montan......7,2
Bereinigte Stahlt»......6
Otavi Minen ......Uh
Kall Aschersleben.....10
Kall Westeregeln......10
Kaliwerk Salzdetfurth ... 15
3. ®. tz-arden-InvustN» ... 12 Dynamit Rodel ..... b
Scheideanstall. . ...... 9 Goldschmidt . ....... 6 RütgerSwerke ..••••••* MetollgeielllchaA. ..... V
188.2a
229.25
254,5
267
157,5
243,5 415
171
140
124.9
238
111,5
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139,25
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279.5
279,5
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193,25
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104,25
187.25 226,75
172 251,9 153.9
266 146.25 158,5 228,5
243
413
159.5
175
86,9 138.5 120,5 123.9
134
133.7a
233 110,75 130.75
128 115.2a 111,75
115
270.9
137
150,25
61,5 277.25
279
262,5
99.75
104.13
Philipp Holzmann......7
Heidelberger Cement .... 10
Tement Karlstadt......8
®at)6 4 Freitag ...... 10
Schultheis Pcchenhosa ... 15 Osftverke.........12
Ber. Glanzstoss......18
Bemberg..... 14
Zellstoff Daldhus.....12
Hellstoss Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8
Daimler Motoren......0
Demag ..........0
Adlerwerke iKever ...... 6
Ludw. Loewe ...... 10 Nat. Automobil ....... O Oren stein 4 Koppel . .... 6 Leonhard Dietz ....... 6 Bamag-Meauin ....... 0 Franks. Maschine» ...... 6 Gritzner ........ 11 Heyllaenstaedl ....... O IunghanS...... .... 4
Leckwerke. ..... 8
Mainkrastwerke ....... 8
Mag . ....... 10
Neklnsulmar ....... .8
Gebr. Roeder...... . 10
Böig« 4 Haessner ...... 8
Südd. Butter........8
Bank
1:35
137
175
203,9
86.5
103.75
22 70,25
119
89.5
110 114,25 134,75
105 124,9
153
nölen.
137
134
202
87
103
22
153,75
135.7a
-23 282,5 569,5
474
277.25
203
127.75
198
87.7a
51.4 104.75
246,5
57.1.1
105
290
21.5
70.5
120
88,13
136
21105
209,75 152,25
-
-21.5
280.5
565
466
276.5
202
127.4 197,75
87.75
51.4 104.25
245.25
105
288
135,5
24. November
26 Novemb r
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Geld 1 Brief
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168,23 1,767
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-0.89
Berlin, 24. November
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Ämerckamsche Note» ..... Belgische Loten ....... DSniitbe Roten ........ Englische 9atn........
4,172
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40.?7


