3m grauen Waffenglanz der Pflicht.
Olun ruhen fie stumm in dämmerndem Schwergen, |
Weiheworie der Llniverfliäi am Ehrenmal ihrer Gefallenen.
Daten für Dienstag. 27. November.
Sonnenaufgang 7.37 Uhr, Sonnenuntergang 15.58 Uhr. — Mondaufgang 15.59 Uhr, Monduntergang 7.34 Uhr. Totale Mondfinsternis. Mond in Erdnähe.
8 v. Ehr.: der römische Dichter Quintus Horatius Flaccus in Rom gestorben (geboren 65 v. Ehr.); — 1701: der Astronom Anders Celsius in Upsala geboren (gestorben 1744); — 1801: der schweizerische Kartograph Melchior Ziegler in Winterthur geboren (gestorben 1883).
1 D i e amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 20. November berechnete Gros,Handelsindexziffer des Statistischen Reichsamies ist gegenüber der Dorwoche von 140,3 auf 140,5 gestiegen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,3 v. H. aus 135,8 (135,4) angezogen. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,5 v. H. auf 127,4 (128.0) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich von 133.4 auf 133t5 erhöht, während die Indexziffer für industrrelle Fertigwaren mit 160,00 gegenüber der Dorwoch« feine Deränderung auf- weist.
* Aus der Spielwarenindustrie. Lieber die Geschäftslage in der deutschen Spielwarenindustrie im Jahre 1928 erfährt WTB.- Handelsdienst von maßgcchender Stelle: Dis Hauptsaison in der deutschen Spielwarenindustrie ist zu Ende gegangen. Die jetzt noch vereinzelt hereingenommenen Aufträge dienen nur noch zur Vervollständigung der Weihnachtskollektion des inländifchen Großhandels und der Spielwaren-
Wirtschaft.
Leichte Geldmarkttage.
Die infolge der Medioansprüche der Wirtschaft eingetretene leichte Anspannung am Tagesgeldmarkt ist nur vorübergehend gewesen. Es ist inzwischen eine starke Erleichterung eingetreten, die aller Doraussicht nach bis zum Ultimo des laufenden Monats anholten wird. Die Entspannung wird besonders deutlich aus der Dewegung des Satzes für Monatsgeld: Im November 1928 liegt der Durchschnitt wesentlich niedriger als in den Dormonaten und vor allem beträchtlich unter dem Stand im November 1927. Während im Dorjahr der Sah für Monatsgeld von August bis zum Jahresende ununterbrochen gestiegen war, wurde im laufenden Jahr bereits im September der Höhepunkt erreicht. Seitdem gehen die Geldsähe entgegen der saisonüblichen -Bewegung zurück. Die Nachfrage nach Privatdiskonten unb Warenwechseln ist wieder stärker geworden, und es hat den Anschein, als ob sich bereits jetzt mehr und mehr die Dorbereitungen für den Ultimo auch am Privafdiskontrnarkt bemerkbar machen. Infolge der großen Spanne zwischen dem Privatdiskontsah von 6,25 Prozent und dem offiziellen Diskontsatz der Reichsbank wird der Privatdiskontmarkt am Ultimo von den Danken wieder sehr in Anspruch genommen werden: der Privatdiskontsah wirb entsprechend heraufgehen.
Die sich allmählich durchsetzende Entspannung auf dem deutschen Geldmarkt, die eine leichte Derfassung bzw. Abwicklung des November-Ultimo erwarten läßt, ist um so bemerkenswerter, als im Ausland die Geldsätze immer noch steigende Tendenz haben. Die Gründe für diesen auffälligen Gegensatz liegen einmal darin, daß bereits heute die Dispositionen für das Iahres- ultimo begonnen haben, und daß andererseits sich der Einfluß der rückläufigen Konjunkturbewegung, deren Wirkung durch den seit 1. November bestehenden Eisenkonflikt noch erhöht wird, geltend macht. Hiermit hängt auch zusammen, daß Wonatsgeld bis zum Ultimo reichlich angeboten wird, da es sich um Gelder handelt, die aus der Dorversorgung kommen, erst zum Ultimo benötigt werden, und langfristige Anlage bis zu ihrer Benutzung suchen. Für Geld über Jahresende beträgt der Sah etwa 81/?—88/i Prozent. Daß dieser Sah nicht sehr hoch ist, zeugt dafür, daß man mit einem flüssigen Geldmarkt nach Abwicklung des Iahresultimos rechnet, der sich saisonmäßig einzustellen pflegt. Was den ausländischen Kapitalmarkt anbelangt, so ist keine wesentliche Aenderung der Situation eingetreten. Die erfolgreiche Auflegung der Millionen-An» leihe der Preußischen Elektrizitäts-A.--G. hat anscheinend dazu geführt, daß sich auch andere Geldsucher in Deutschland an den Londoner Markt in Anbetracht der für deutsche Emissionen noch immer herrscheirden ungünstigen Verhältnisse in Neuyork gewandt haben und noch wenden werden. Die 'Stadt München hat die Genehmigung der Beratungsstelle zur Auflegung einer Ausländsanleihe in Höhe von rund 1V2 Millionen Pfund Sterling in England erhalten. Der Auszahlungskurs soll 901/, Prozent fein. Auch die Deutsche Girozentrale verhandelt mit Londoner Bankhäusern über die Auflegung der zweiten Tranche ihrer Sammelanleihe, die bekanntlich infolge des Widerspruchs der Beratungsstelle in Amerika nicht aufgelegt werden konnte. Ob es der Girozentrale gelingen wird, in London den Betrag von 18,9 Millionen Dollar aufzulegen, bleibt abzuwarten, da man immer bedenken muß, daß der Londoner Kapitalmarkt nur klein ist, soweit es sich um ausländische Emissionen handelt.
Doch die Tafel redet mit mächtigen 3ci<ben. Die Namen, geschmiedet zum endlosen Band Sind wie von Inneren Gluten entbrannt, Sind wie von pulsendem Mute durchrollt. Das die Brüder da draußen für uns gezollt, ilnb die Schrift wird lebendig, die stumme, und spricht:
„Vergeßt uns nicht! >
Wir sanken dahin, wir sind die Saat, Wir brachten das Opfer. O lernt es begreifen: In euerem Blute, in euerer Tat Will heiliger Same zur Ernte reifen. Wir gaben das Leben willig dahin — Schenkt ihr unferm Opfer Erfüllung unb Sinn. Lins fiel das Werk aus ermatteten Händen, Ihr müßt es ergreifen, ihr müßt es vollenden!" So mahnen die Namen, so zeuget die Schrift. Die glühend ins innerste Mark uns trifft. Wir haben verstanden, wir heben die Hand, Wir halten die Treue, uns knüpft e i n Band. Ihr bleibet die unfern, aus euerem Geist Ist unser Wesen genährt und gespeist.
Wir Horen das letzte, das schwerste Gebot: Fluch sei jedem Wissen, das kraftlos und tot. Fluch sei auch dem falschen, gefährlichen Geist: Der üppig sich mästet und unfruchtbar gleißt, Der felbftgenugfam und ekel gedeiht, Ein fauler Schößling der Eitelkeit.
Unb )d sei es gelobt, unb wie aus der Wolle Der Blitz sich entzündet, so flammt der Entschluß: Geist werde Dienst an Gott und dem Volke, Geist werde Leben aus ßeiligem Muß.
Dann sind wir euch inert, dann sind wir euch gleich,
Dann bauen wir mit am neuen Reich. So glühe uns an, so höre uns sprechen. Du Denkmal der Ehren, Mahnzeichen der Pflicht: Dein Glanz kann etblinben, dein Erz kann zerbrechen. —
Wir bleiben treu und vergessen nicht.
Amtsgericht Gießen.
' Gießen, 20. Nov. Einer ganzen Reihe von Eigentumsvergehen. Deren Gegenstand meist Fahrräder waren, hat sich ein Bergarbeiter aus einem Nachbarorte im Verkaufe kurzer Zeit nach seinem eigenen, anscheinend reumütigen Geständnis schuldig gemacht. So hat er sich durch Verpfändung von Fahrrädern, die er unter Gigen- tumsvorvehalt gekauft aber noch nicht bezahlt hatte, Barmittel verschafft, sobald ihm solche ansgegangen waren. Seine Behauptung, er habe die Räder, sobald er dazu imstande gewesen sei, wieder einlösen wollen, verdiente keinen Glauben. Es ist auch bis heute noch nicht geschehen. Die Gelder verzechte er in lustiger Gesellschaft, die er zudem teilweise noch freihielt. Der Ange- Ilagte befand sich auf schiefer Ebene. Er hat zur nämlichen Zeit auch eine Zechprellerei begangen und sich, als er in einem Milchgeschäft tätig war, Kundengekder durch Unterschlagung angeeignet. Seine Schwindeleien erreichten aber ihren Höhepunkt dadurch, daß er aus der Wirtschaft, in der er gezecht und dem Wirt fein Rad für die Zcchschulden verpfändet hatte, ein einem Gast gehöriges Rad stahl und damit den Heimweg an trat. Er will das Rad andern Tags zurückgebracht und in der Kirche des Orts niedev- gelegt haben, versehen mit einem Zettel, auf dem gestanden habe, das Rad gehöre in die Wirtschaft. Auch dieser Behauptung war kein Glaube beizumessen. Das Rad ist heute noch nicht zur Stelle. Die Straftaten des Angeklagten sind wohl alle auf einen bodenlosen Leichtsinn zurück- zusühren: eine Besserung ist nicht ganz ausgeschlossen. Er erhielt unter Einbeziehung einer kürzlich vom hiesigen Schöffengericht erkannten Strafe eine mehrmonatige Gesamt-Ge- sängn isst rase, die sofort von ihm anerkannt wurde. Der gegen ihn erfaffene Haftbefehl blieb bestehen.
Du stehst in Erz gegossen, streng und schftcht, So war ihr Wille — ehern unb rein.
Licht flammt auf dir in erzenem Schein, So lag chr Leben in lauter Licht,
begonnen, später aber wegen des niedergehenden Regens abgebrochen werden mußten. 3m
Bezirk Main - Hessen
fielen in der Gruppe Main drei Treffen aus, nämlich F. Sp. V- Frankfurt gegen Kickers Offenbach, Union Niederrod gegen 1. F C. 93 Hanau und Germania Bieber gegen Rotweiß Frankfurt. Zum Austrag tarn Sp. Dg. 60/94 Hanau gegen Eintracht Frankfurt, das von Frankfurt überlegen auf 4:0 gebracht, dann aber von Hanau als aussichtslos abgebrochen wurde und demgemäß für Eintracht gewertet wird. Vicwria Aschaffenburg errang einen sehr glatten Sieg über F. Dg. 03 Fechenheim, die mit 1:6 Toren geschlagen wurde. Mit diesem Kampfe scheint nunmehr festzustehen, daß außer Sp. Vg. Hanau und Victoria Aschaffenburg auch die F. Dg. Fechenheim Aur Kreisliga absteigen wird, dagegen blieb die Klärung der Frage nach den drei Tabellenersten durch den Ausfall der übrigen Kämpfe späteren Tagen vorbehalten.
3n der Gruppe Hessen fielen zwei Treffen dem Spielverbot der Behörde zum Opfer, eines konnte wegen des Regens nicht durchgeführt werden. Nur der F. C. Langen konnte die Sp. Gern. Höchst nach mäßigem Spiele 3:1 schlagen.
Bezirk Bayern.
Die Gruppe Südbayern hatte nur ein Spiel angesetzt. Allerdings war dieses von besonderer Wichtigkeit. Es handelte sich um die «Begegnung des 1. F. C. Nürnberg und der Sv. Dg. Fürth. Der Klub konnte bereits bis zur Pause drei Tore verzeichnen, darunter allerdings ein Selbsttor der Fürther und ein Elfmeter. Dieses 3:0 für Nürnberg blieb bis Spielende bestehen, trotzdem Fürch verzweifelte Anstrengungen machte, um günstiger abzuschneiden. Mit diesem Spielergebnis sind beide Vereine wieder punktgleiche Anwärter auf die Meisterschaft von Nordbayern.
Handball im Bezirk Main-Hessen.
Gruppe A:
Fußballsportverein Frankfurt a. M. — Rotweiß Darmstadt 3:0 .
Postsportverein Frankfurt a. M. — Kickers Offen- bacy 1:2.
Deutsche Schwimmersiege in Brüssel.
Der Cercle Royal de Nation-Brüssel veranstaltete am Samstag und Sonntag ein internationales Schwimmfest. Die deutschen Teilnehmer konnten eine Reihe wertvoller Siege erringen. So gewann Küppers (Viersen) das 100-Meter-Rückenschwim- men in 1:12,2 und Hilde Schrader das 200- Meter-Brustschwimmen in 3:14. In der 3X100- Meter-Staffel belegte die deutsche Mannschaft Küppers - Rudig - Dcrichs in 3:24,6 den ersten Platz vor der belgischen und der französischen Staffelmannschaft. Das Schauspringen brachte dem deutschen Meister P l u m a n n s (Köln) einen starken Achtungserfolg.
Auch die ausländischen Schwimmer und Schwimmerinnen zeigten hervorragende Leistungen. Frl. Braun (Holland) schlug den holländischen Rekord über 200 Meter beliebig in 2:47,8, der Franzose van de Planque unterbot den französischen Rekord im 200-Meter-Freistilschwimmen in 2:28,4. Besonders hervorragend ist der neue Weltrekord, den Frl. Braun (Holland) Im 200-Meter-Rücken- schwimmen mit 2:59,2 aufstellte. Die frühere von der Amerikanerin Frl. Bauer gehaltene Weltrekordzeit betrug 3:03,8.
Dillardsport.
Am 29. November gastiert der zur Zeit auf einer Turnier reise durch Deutschland befinblidje Billard-Amateur-Weltmeister Theo Moons, Belgien, nachmittags und abends im Cafö Amend. Wie aus zahlreichen Pressemeldungen hervorgeht, bedeutet das Spiel auch eine Sensation für Gießen und Umgegend. Jedem Billardspieler und Billardfreund ist Gelegenheit gegeben, das Billardspiel in feiner Vollendung hier kennenzulernen und Moons beim Spiel zu sehen, das mit allen technischen Feinheiten ausgestattet ist und bei dem Serien über hundert Bälle keine Seltenheit fein werden. (Siehe heutige Anzeige.)
in Frankfurt soll durch die Viehzentrale Hanno- ^N)Ä?^ch, 25. Nov. Bei einer im hiesigen Jagdbezirk abgehaltenen Treibjagd kamen 148 Hasen Unf JfcU W?8« fani*r
durch eine Kommission eine Besichtigung der Gemeinbewiesen statt, deren Zweck die Anlage von Grünlands lachen war. Die Be- fichtiaung ergab, daß die im Besitz der Gemeinde befindlichen Wiesen zum Teck voll ft a n d i g versauert sind. Es wurde beschloßen, sofort einige Morgen Wiesenslächrn umzubrechen. um fie zunächst in Ackerland umzuwandeln und fbäter mit Edelgräsern einzusäen. Wit den Pächtern einer Anzahl weiterer Gernemdewiesen sollen Verhandlungen eingeleitet werden mit dem Ziele, diese zur Vergabe der Wiesen vor Ablauf der Pachtdauer zu bewegen, um sie ebenfalls um» zubrechen und für die Anlage einer Kälber- Viehweide nutzbar zu machen. Es handelt sich hierbei um größere Wiesenslächen, die nördlich des Ortes an der Straße nach Großen-Linden gelegen sind.
Kreis Marburg.
WSN. Marburg, 24. Nov. In der gestrigen Stadtverordnetenfi tzung teilte Oberbürgermeister Müller mit, daß in den letzten Wochen zu den 369 hiesigen Wohnungsuchenden infolge der Lockerung der Zwanas- wirtschast, Bausälligleit von Wohnungen usw. 111 neue Wohnungsuchende hinzugekommen sind. Infolgedessen stimmten die Stadtverordneten einer Dringlichkeitsvorlage zu, wonach das im Aff oller ün Bau befindliche städtische 18- Familienwohnhaus durch zwei wettere Stock- toeric um 17 Wohnungen vergrößert wird. Oberbürgermeister Müller teilte ferner mit, baß die Baugesellschaft „Hessische Heimat" im lommenden Frühjahr mit großzügigen Wohnbauten im sog. „Gefälle" (hinter dem Hauptbahnhof) beginnen wird. Im Frühjahr soll im Biegenviertel auch der Bau einer neuen Berufsschule in Angriff genommen werden.
Maiuguu.
WSN. Frankfurt a. M.. 25. Nov. Unter strömendem Regen fand am Sonntagmittag auf dem Ehrenfelde des Frankfurter Hauptfriedhvfs die Einweihung des Ehrenmals, das die Stadt Frankfurt ihren gefallenen Söhnen errichtet hat, statt. Eine nach Tausenden zählende Teilnehmerschar nahm an der Feier teil. Oberbürgermeister Dr. Land mann hielt die Wcihe- rebe. Kranzdeputationen legten ihr: Kranzspenden unter den Klängen des Kameradrnliedrs im Innenbau des Denkmals nieder. Das Orchester des Frankfurter Opernhauses sowie der Vaterländische Gesangverein »Ehr.nfeld" unter Leitung des Musikdirektors Wilhelm Weimar hatten die künstlerische Umrahmung der Feier übernommen. Das Denkmal besteht aus einer Ehrenhall: mit einem davorliegenden fast 33 Meter breiten und über 60 Meter tiefen Ehrenhof. der von einem niederen Mauerwerk aus Taunusschiefer umschlo sen ist. In das Innere der Ehrenhalle führt eine niedere Brücke. In einer halbkreisförmig ausaebauchten Nische ist die über drei Meter große Gestalt des sterbenden Kriegers auS Lavabasalt aufgebahrt. Das Denkmal ist von Architekt Senf und Bildhauer Seiler ausgeführt worden.
Bei der Weihe des Ehrenmals I der Landes-ilniversität am Samstagmiitag sprach Prof. Sie. Dr. Adolph die nachstehenden packenden Weiheworie vor dem Ehrenmal:
Sei uns gegrüßt, eherne Tafel, heiliges Mal! Du trägst die Namen unserer gefallenen Kom- mrlitonen.
Eine lange, schmerzvolle Reihe.
Darüber erfüllt Trauer unser Herz, Und unsere Fahnen senken sich in Weh. Mit tiefer Wehmut gedenken wir der geopferten Helden.
Wie viele Leben verströmten vor dem Ziel, Wie viele Entwürfe wurden zunichte. Wieviel Tränen sind um sie geflossen! Doch mit der Trauer Paart sich der Stolz Auf das Gewattige, das sie getan. Unb wir geloben, ihrer wert zu fein.
Wir wollen uns bie Hände reichen zum Bunde, So wie sie einig waren in männlicher Kameradschaft,
So wie ihre Namen auf ewig verknüpft sind auf diesem Erz.
ilnb wir wollen stark fein wie sie, von keinem Schicksal gebeugt.
Nie werden wir sie vergessen.
Die Alma Mater, deren Söhne sie waren. In deren Geist sie hinausgezogen sind. Hat Ihrem Gedächtnis dieses Mal gestiftet Ilnb hegt es mütterlich in ihrem Schoß. Wenn wir die Schwelle dieses heiligen Raumes überschreiten,
Die stille Zelle ihres Gedenkens.
Soll unser Blick nicht stumpf über die Tafel gleiten,
Sondern ehrfürchtig an ihr haften
Unb den verborgenen Sinn zu erfassen suchen, Der in diesen Namen glüht.
ilnb so, umfangen von unserer Liebe, Bist du uns heilig, ehernes Mal.
Stirnen, Sport unb Spiel.
Hauptversammlung des WAE.
Der ADAE. hielt gestern in Leipzig unter starker Beteiligung seine 26. ordentliche Hauptversammlung ab. Die ausschrid nben Vorstandsmitglieder wurden wie^ergew'ihlt. Als ll.Präsi" bialamf wurde ein F nanzr ferat geschaffen, bas dem oisherigen Revisor Johannes Reuther (Aachen) übertragen wurde. Sodann wurden zu Ehrenmitgliedern unter Verleihung der Goldenen ADAC.-Nadel mit Brillanten ernannt: Dr. ing. e. h. Karl Benz, Dr. ing. e. h. Ludwig Dürr, Dr. ing. e. h. Hugo Eckener.
Hierauf begann die mit Spannung erwartete Beratung über den Antrag auf Schaffung einer neutralen Klubflagge. In der sehr ausgedehnten Aussprache wurde betont, der ADAC, sei politisch neutral und lasse sich weder von links, noch von rechts beeinflussen. Schließlich drückte sich die Stimmung der Versammlung in einem Antrag beß Gaues Hamburg aus, in dem folgende Erklärung beantragt wurde: „Nachdem der ADAC, auf seiner Hauptversammlung in Bremen im vorigen Jahre einmütig beschlossen hat, die sett 25 Jahren geführten Farben Schwarz-Weiß-Rot nicht aus Gründen der Politik, sondern aus Gründen der Tradition beizubehalten, anderseits aber ferner beschlossen hat, baß auf allen offiziellen Veranstaltungen die offiziellen schwarz-rot-golbenen Reichsf arben geführt werben, ebenso wie auf allen offiziellen Veranstaltungen Leitungswagen neben dem Klubwimpel die Reichsfarben zu führen haben, steht die Hauptversammlung auf dem Standpunkt, daß auch heute von einem Wechsel der Klub- farben ganz gleich, unter welchem Druck derselbe erfolgen sollte, nicht bie Rede sein kann. Die Mtt- g lieber des ADAC, sinb Staatsbürger aus allen Schichten unb Parteien des deutschen Vaterlandes, die den offiziellen Farben des Reiches ihre Anerkennung picht versagen, aber ^uch anderseits für sich in Anspruch nehmen, aus Tradition s- grünben ihre Klubfarben beizubehalten. Der ADAC, steht auf bem Standpunkt, baß er in der Bremer Entschließung dem Reiche gegeben hat, was des Reiches ist und bem Klub, was dem Klub gebührt.
Der Antrag Hamburg wurde mit 16 5 gegen 73 Stimmen angenommen, ebenso ein Zusatzantrag auf Wiedereinführung des Wimpels von 1911 ohne KroNe. Sehr eingehende Satzungsänderungen wurden im wesentlichen noch den Anträgen des Verwal- tungsrates angenommen.
Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß die Zahl der Mitglieder das erste Hunderttausend überschritten hat. Dem ADAC gehören 137 Behörden-Verirelungen, 31 Vereine 1300 Automobilhändler, 1100 Reparaturwerkstätten, HO Fahrschulen an. Die Bilanz vom abgelaufenen Geschäftsjahr am 30. September schließt mit einem Betrag der Einnahmen von 3 034 358 Millionen Mark ab, das bedeutet gegen den Voranschlag eine Mehreinnahme von 556 548 Mk. Das Dernwgen des ADAC besteht aus 702 753 Mk.. die in der Hauptfach« in den Gebäuden des ADAC in München und Köln angelegt sind. Heber die finanzielle Gebarung des ADAC ist zu sagen, baß er stets zahlungskräftig war und feinen Kredit in Anspruch zu nehmen brauchte. Von den Wahlen, die programmgemäß verliefen, interessiert die Wiederwahl des Präsidenten. Landesbaurates Dipl.-Ing. C. Fritz- München.
Kußbali in Güddeuischland.
Die sportliche Ausbeute des gestrigen Sonntags war sehr gering. Von den Kämpfen fiel eine große Zahl der ungünstigen Witterung zum Opfer. Allenthalben im Verbanosgebiete regnete es in Strömen, so daß die Plätze unbenutzbar waren. 9lur vereinzelt erlaubte die Witterung die ordnungsgemäße Austragung der Treffen, von denen jedoch einige
In diesem Geiste, bem Geiste der Feldgrauen, Öle ich euch, gefallene Kameraden! In diesem te, brr auch der Geist der Alma Mater ist. Nehmen wir dich auf in unsere Mitte, hatten wir dich fest. Denkmal der Ehre. Mahnmal zur Treue, Truhmal deutscher Kraft und Verheißung. Das walte Goll!
Das Gießener Selbstanschlußamt
Di» Arbeiten für die Einrichtung des Selbstanschlußbetriebs im Ortsfernsprechnetz Gießen sind in vollem Gange. Die Auslegung der Kabel ist zum größten Teil schon durchgeführt. Demnächst soll nun mit dem Umbau der Teilnehmersprech stellen begonnen werden. Der Selbstanschlußbetrieb erfordert völlig andere Apparate, die wegen der großen Zahl der umzuändernden Sprechstellen nach und nach vor der ilmftellung des Betriebs eingebaut werden müssen. Die bisherigen Apparate werden aber erst mit der Detriebsänderung entbehrlich. Es läßt sich daher nicht umgehen, daß bis zur Inbetriebnahme des neuen Amtes, die voraussichtlich im Mai zu ertoarten ist, bei jeder Sprechstelle für eine gewisse Zeit neben dem bisherigen Apparat gleichzeitig der neue vorhanden ist. Die dadurch bedingte Unbequem» lichkeit und Raumbeschränkung muß mit in Kauf genommen werden: dafür sind auch die spateren Vorteile deS Selbstanschlußbetriebs recht groß.
Bei der neuen Betriebsweise fällt im Ortsverkehr jede Mitwirkung der Beamtinnen der Vermittlungsstelle weg. Der Teilnehmer »wählt" mittels einer Aummernscheibe bie gewünschte Anschlußnummer selbst und stellt da- mtt die Verbindung selbst her. Ebenso wird am Schlüsse des Gesprächs die Verbindung durch das bloße Einhängen des Hörers, oder durch das Auflegen des Handapparats auf die Gabel von selbst getrennt. Ein ileberfcßen des Schlußzeichens durch die Beamtin der Vermttt» lungsstelle und längeres Warten auf die Trennung der Verbindung kann daher meßt mehr vorwmmen. Auch Hörfehler bei der Aummern- angabe sinb künftig ausgeschlossen. Eine ganze Anzahl von Fehlerquellen scheidet aus dem Betrieb aus: infolgedessen wird künftig mancher Aerger und mancher Zeitverlust wegfallen. Auch das so oft vermutete und beflagte Mithören seitens der Schrankbeamtinnen wird durch den SA-Betrieb unmöglich gemacht.
Die neue Betriebsweise erfordert aber auch größere Aufmerksamkeit des Teilnehmers. Es kann daher nur dringend empfohlen werden, die Gebrauchsanweisungen, die jedem Tellnehmer rechtzeitig ausgehändigt werden, recht genau zu lesen unb gut aufzuheben, besonders aber auch bie Anwesenheit des Telegraphenbaupersonals gelegentlich des Einbaus der neuen Apparate zu benutzen, um deren Handhabung sich und den für bie Bebienung des Apparates sonst in Betracht kommenden Personen, Familienmitgliedern, Angestellten usw., erklären zu lassen.


