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Oer deutsche Giädteiag fordert Reichsreform.

Eine Kommunalabteilung im Neichtz» innenmiuisterium

Breslau, 25. Sept. (CEBC®.) Der Deutsch« Städtetag, die Spitzenorganisatton der deutschen Gros;- und Mittelstädte, die 298 Mitglirdstädte mit rund 28 Millionen Einwohnern umfofcL trat heute zu seiner diesjährigen Iahrospersammlung zusammen, aus der der Präsident drs Deutschen StädtclageS, Dr. Mulert, über ,Reichsaufoau und Selostverwaltung" sprach. Er wies eingangs daraus hm, daß das gegentDärtigc Berhällnis von Reich, Ländern und Gemeinden unhaltbar sei und führte dann aus:60 gibt nur ein Vor­wärts in der Richtung auf ein ein­heitliches Reich. Es muh das Ziel ver- antwvrtungsbewuhter Politik sein, diese endgül­tige Gestaltung, wenn sie ün Augenblick noch ntchl durch eine große staat-politische Aktion mit einem Schlage zu erreichen ist, planvoll und tat­kräftig vorzubereiten durch eine ein­heitliche Regelung drr Grundlage der öffentlichen Verwaltung bet weitgehender Selbstverwaltung in den regionalen und gemeindlichen Bezirken.

Reichsminister des Innern Severing kün­digte an, dah er dem Wunsche des ©labte- tage« nach Einrichtung einer Kommunalab­teilung im Reichsinnenministerium entsprechen werde, und dah eine Anord­nung bereit- getroffen sei. 3m Etatansatz für 1929 werde ein Ministerialdirektor dafür einge­setzt werden. Die erste Aufgabe dieser Abteilung werde fern, bte Interessen der Gemeinden in den Reichsressorls zu wahren, wenn e- sich darum handelt, Reichsgesetze zu beschliehen, die den Lebensnerv der Gemeinden stark berühren. Reichsminister Dr. Koch-Weser führte u. a. aus: Wenn es sich bei dem Einheitsstaat um einen zentralistischen ©eb.mfcn handelte, so würde ich ihn immer abgelehnt haben. Ich bin aber b;r Meinung, dah e- sich nicht darum handelt, einen einheitlichen Oberbau zu schaffen, sondern vielmehr einen staatsverwal­tenden Unterbau. Wenn wir in Deutsch­land uns mit der Frage des Einheitsstaates beschäftigen. so tun wir das immer von gan- verschiedenen Blickpunkten. Wenn man einen lebendigen Organismus schaffen will, so kann man das n?->t anders als aus dem Wege zum dezentralisierten Ei. Heils st aat. Die Eigenart der deutschen Städte hat wirklich nichts mit den Landesgrsnzen zu tun. Das Reich ist nicht abgeschlossen In seiner Verfassung von 1918. Bleiben wir beim Stillstand und warten, bis eine neue revolutionäre Entwicklung einen Fort­schritt bringt, so wäre da- der verkehrteste Weg, den wir gehen könnten.

Rach einer kurzen Au-sprache wurde eine Ent- J d> I i 6 u n g angenommen, in der es heißt: Der Deutsche Städtetag betont erneut die Tiot- wendigkeit, den Aufbau des Reiches und sein Verhältnis zu den Ländern und Gemeinden systematisch fortzubilden. Eine systema­tische Bereinheitlichung der formellen und mate­riellen Grundlagen für die wichtigsten offenen Derwaltungsgebiete ist unerläßlich. Die Schaf­fung einer Reichsstädteordnung ist hier­für nach wie vor organisatorische Voraussetzung. Al- Voraussetzung für eine erfolgreiche Reform- arteit ist eine nähere Verbindung des Reiches mit den Gemeinden unerläßlich. Die. Errichtung einer Kommunalabteilung im Reich-ministerium des Innern, die Schaffung eiftcÄ Kommunalausschusses im Reichstag, die au-reichende Dertrctung der Gemeinten Im end- gfttlgcn Reich-wirtschaftSrat mässeiz heute als dringende Forderungen wiedert)olt werden. Die Zusammenfassung der jetzt in Reich und Ländern zersplitterten Behörden zu einer einheit­lichen Mittelinstanz Wird der Derwal- tungsvcrcinfachung dienen. Die deutschen Städte beanspruchen, daß ihnen die zur Erfüllung ihrer Aufgaben uncrläßliche Bewegungssreiheit rev>ährt und daß die Selbstverwaltung wieder- rcrgtflellt wird.

Günstige Finanzlage

-er Sozialversicherungen.

Starkes Anwachsen deü Vcrmögenssiockeh.

Eigene Drahtmeldung de» ,.Gießener Anzeigers'.

Berkin. 26. Sept. Aus den in letzter Zeit über den finanziellen Stand der verschiedenen Sozialver­sicherungen veröffentlichten Zahlen ergibt sich, daß sich der weitaus größte Teil der Ueberjchüsse aus die vier Bersicherungakategorien: die A n g e st e l l t e n-, bi« Kranken-, die Unfall- und Inva­lidenversicherung verteilt. Allein bei der Unfallversicherung ist das Vermögen, wie fest- gestellt wird, weit höheralrdiejährlichen Ausgaben, und auch die Invalidenversicherung kann zur Zeit einen Vermögensbestand ausweisen, der die Jahresleistungen übertrifft. Für die A n g e - stelltenoersicheruna machte der Vermögens­überschuh am 1. Januar d I. 734,3 Millionen Mark aus. also eine Steigerung um rund 200 Millionen Mark gegenüber dem Vorjahr. Einen noch größeren Zuwachs verzeichnet die Invalidenversichc r u n g. die am 1. Januar 1927 einen Vermögens Überschuh von 588,5 Millionen Mark, zu dem glei chen Termin in diesem Jahr« aber einen Ueberschuh von 872,2 Millionen Mark ausweist. Auch die aller- neuesten Zahlen bestätigen den Eindruck dah das Vermögen der Sozialoerslckerunaen im allgemeinen weiterhin stark a n rod 4 ft. So erfreulich diese Erscheinung an sich ist. r» bleibt doch die Frage offen, ob hier nicht aus einem einseitigen Ressort- .-hrgeiz auf K 0 ft e n der Wirtschaft (Bel- her thesauriert werden, deren Arbeitsfähig­keit aber tm Sinne der Privatwirtschaft ft a r k e t n- geschränkt ist. Auch die Frage, ob die recht hohen Vermaltungskosten der Sozialver­sicherungen nicht dringend einer Durchprüfung im Sinne einer Rationalisierung bedürfen, wird zu hen Ausgaben der nächsten Zeit und speziell des Reichsarbeitsministers gehören müssen.

Oie Lohnforderungen in der Metall« industrie.

Berlin, 26. Scpt. (Eigener Drahtbertcht.) Roch in btn 'Versammlungen vom vergangenen Freitag und Donnerstag wurde von den drei Metallarbeiter - Verbänden der nordwestlichen Gruppe Ruhrgebiet eine Lohnerhöhung für den zum 31. Oktober gekündigten lardnertrac um 7 bi» 10 Pf gefordert In der Montag. Versammlung, die dr« drei 'Verbände gemetn'am abhielten, hat man aber beinahe eine Ver­doppelung der Lohnforderung aus

Mistete Zulassung desGras Zeppelin".

Eckener befriedigt. - Oonnrrsiag eine Bodenseefahrt.

Friedrich-Hafen. 25- Dedt. (WTB.) Heute mittag ist Ministerialdirigent Brandenburg vom ReichsverkehrSministerlum in Friedrichshafen trngttroffen. Im Laufe des Rcchmittags fand bann eine gemeinsame Besprechung zwilchen Ver­tretern des ReichsverkehrsministeriumS. der Deut­schen Versuchsanstalt für Luftfahrt und des Luft­schiffbaus Zeppelin statt, in der zunächst fest- gestellt wurde, dah die bisherigen Maßnahmen »Ur Prüfung der Lusttüchtigkeit des L. Z. 127 in engstem Einvernehmen zwischen der Versuchsanstalt und dem Luftschiffbau Zeppelin getroffen worden sind. Insbesondere hat über die Behandlung der KrastgaSsragen volle Einmütigkeit zwischen der Versuchsanstalt und dem Luftschifsbau bestanden. Hinsichtlich deS weiteren Verfahrens wegen der Zulassung des Luftschiffes kamen alle drei beteiligten Stellen zu folgendem Ergebnis:

7!ach befriedigendem Verlauf einer Probe- fahrt mil ftraffga» wirb die Versuchsanstalt, die sich in dieser Angelegenheit auch auf das Urteil des im Luftschiffbau tätigen Marinebaurates Besch und auf die THifarbelt der Lhemisch- Tcchnischen Reichsanslall stützt, dem Herrn Reichsoerkchrsminifter eine Lufltüchfigkeits- erklärung ausflellen. die mil bestimmten Vorbehalten bezüglich aerodynamifcher, flalifcher und allgemeiner Vetriebsfeftstellungen versehen ist. Diese Feststellungen können ihrer Tlafnr nach erst im Lause eines län­geren velriebes des Lufkschiffes gemacht werden, wegen der Vorbehalte werde die Der- suchsanstall dem Herrn Veichüverkchrsminister Vorschlägen, die Zulassung des Luftschiffes be­fristet bis zum 1. April 1629 auszu- sprechen, während dieser Zeit soll der Luft­schiffbau berechtigt fein, alle In feiner Ansicht gelegenen Wahrten mit dem Schiff auszuführen. Vie von der verfuchsanstall und Herrn 7Na- rinebaurat Besch gemachten Vorbehalte werden bis zum 1.April 3u klären fein, worauf dann der endgültigen Zulaffung des Lufl- fchiffes nichts mehr im Wege flehen würde.

Wie dem Sonderberichterstatter des WTB. von beteiligter Seit« versichert wird, wird dies Ergebnis allgemein begrüßt. Es wird betont, das; gleich die'« erste Besprechung dazu geführt Hobe, dah die Differenzen, die in der Oessentlich- f«lt ein« so erhebliche Rolle gespielt haben, in ein Richts zerflossen, weil «s sich im wesentlichen um Mißverständnisse gehan­delt hat. Das Ergebnis der Besprechung wird als eine gute Basis bezeichnet, auf der nun die technischen Fragen weiter geklärt werden. Auch Dr. Eckener erklärte, daß er von der heute erzielten Einigung sehr befriedigt sei.

Die ilmänbecungßarbeiten an den Motoren- gondeln des Luftschiffes sind noch nicht fertig

geworben, vielmehr werden fi« mindestens noch die ganze Rächt in Anspruch nehmen Ob bte geplante Fahrt nun statrsinden kann, hängt na­türlich davon ab, ob das Schiff rechtzeitig klar wird, im anderen Falle beabsichtigt Dr Gckner, das Schiff am Donnerstag auf ft eigen zu lassen. Bei dieser Fahrt wirb bas Schiss nur im Bodenscegebiel bleiben, um bie not­wendigen technischen Prüfungen vorzunchmen. Dazu gehört auch di« Funkstation, bie jetzt klar ist Unter den Teilnehmern der Fahrt befinden sich auch bie Vertreter des Reichsver- kehrSministcriums und der Deutschen Dersuchs- anftalt für Luftfahrt. Uebrtgeni find auch beute die bekannten englischen Lustschisssachver- stänbigen. Major Scott und Major B 0 0 t h , angekommen. Da England augenblicklich beab­sichtigt zwei große Luflfchifse nach dem Zeppc- lin-Svstcm zu bauen, interessiert daS deutsche Luftschiff natürlich auch drüben.

Spaniens Lufiverkehrspläne.

TerGraf Zeppelin" übernimmt vielleicht die Strecke Sevilla-Buenos Aires.

Madrid, 25. Sept. (XU.) Der Direktor Jorge Loring der Tolongefellfchaft, die sich bi« Einrichtung eines Luftschittverlchrs zwischen Spanien unb Südamerika zum Ziele gesetzt hat, äußerte sich dem Teriretec der Te- legraphen-Union gegenüber zu den nächsten Plä­nen feiner Gesellschaft im Husamrnc.ihing mit der Fertigstellung beS neuc'fcn Zeppelin-Lust- schiffeS. Danach träfen die Angaben iu, wonach bisher noch gar keine Entscheidung über eine ilebernahm« des .Gras Zeppelin" durch Spanien ober die Colon- ges l schalt oorlkgin. Der »Gras Zeppelin" werde vielleicht nach seinen geplanten Luftrrlsen nach Rordamerika und den arktischen Gebieten Ber- suchSslüge auf der Strecke zwischen Spanien und Südamerika aus ühren. Es besiehe auch die Ansicht, bad Luftschiff für den regelmäßigen Flugdienst zwischen Sevilla und Buenos Aires währ mb der Weltausstellung in Sevilla im Jahre 1929 zu chartern. Diese Frage scheine aber noch voll­kommen ungelöst zu sein, beim Loring unb Herrera, der zweite Direktor ber Colongesell- schast seien im vergangenen August von Frieb- richshasen nach Italien weitergereist, um mit ber dortigen Regierung toegen älebeclassung des in Italien befindlichen Luftschiffe- zu ver­handeln. Später sotten größere Luft­schiffe nach b?n Plänen ber Zeppettnge'ellschaft in Spanien herg « ste 1 lt werben. Die Hallenvciuten für einen Luftschiffhafen in Se­villa hätten bereit- begonnen, mit benen aber die deutsch: Zeppettngcsettschaft nichts zu tun habe, da bie Flnan-rierung durch bie Ausgabe ron fünf Millionen Obligationen ber Colongesett- f<baft erfolgt fei.

Me Veisetzuug der Opfer in Madrid.

Pari«, 25. Sept. (WTB.) Di« Blätter spre­chen bavon, bah unter ben Trümmern des ver­brannten Theaters in Mabrib bisher HO Leichen gesunden worben sinb. Die genaue Zahl ber bei dem Brande des Theaters RovedadeS verletzten Personen ist noch nicht bekannt, da viele Verletzte sich in häuslicher Pflege befinden. Die meisten der bisher geborgenen Toten sind Frauen unb Kin­der. Bier Frauen sind gestern abfcnb im Kranken­bause, e ine andere zu Hause gestorben. Di« Ar­beiten zur Räumung des Tpeaters werden minde­stens noch die ganze Rächt dauern. Zu diesem Zwecke sind, besondere elektrische Lichtanlagen geschassen worden. Rach Aussagen von Augen- jeugen scheint es sich zu bestätigen, daß der Brand auf einen Kurzschluß zurück- z u f ü h r e n ist. wobei die Bühnendekorationen entzündet wurden. Heber einen Polizeiwacht­meister, ber mit acht Familienangehörigen in einer Loge sah, ist man noch ohne Rachricht. Das Theater RovebabeS ist daS achte Madriber Theater, baS durch Feuer zer­stört würbe. Rach ber Schätzung einiger Blätter bürsten noch etwa 100 Leichen unter den Trümmern liegen.

Personen bie im Leich enschauhaus« die doppelte Reihe ber Leichen gesehen haben, erklärten, man könne sich kein schrecklicheres Schauspiel vorstellen. Die meisten Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Unter ben vielen Einzelheiten wirb besonbers ber Fall einer Großmutter hervor- gehobcn, die mit ihren beiden Enkelkindern der Vorstellung beitoofmte. Bei Ausbruch des Brandes nahm sie zwei Kinder an der

Hund und stellte erst nach Verlassen de- Theaters fest, bah es nicht ihre eigenen Enkel waren. Die Feuerwehr fand in dem Waschraum des Theaters ein Mäd:, n, das bie ganze Rächt dort verbracht und vor Schrecken b«n Verstand verloren hatte. Während der Brand auf ein Rachbarhaus Übergriff, sprang eine dort woh­nende Frau in ihrem Entsetzen gerade auf das Theaterbach, das in bleiern Augenblick mit der Unglücklichen in den Flammen Herd einbrach.

Von den frühen Vormittagsstunden an sam­melten sich in ber Umgebung des Leichenschau­hauses Massen von Arbeitern, da die Arbei- terschast gestern abend in einer Tcrfammhnig beschlossen hatte, sich an dem Leichenzuge der Opfer der Brandkatastrophe zu beteiligen. Um 11 Uhr setzte sich der Trauerzug in Bewe­gung. Den Särgen voran schritt die gesamte Geist- ttchkeit. Hinter ben Särgen folgten bie Familien­angehörigen. Der Provinzial- unb ber Munl- zipalrat waren vollständig vertreten. Ferner nah­men ein Vertreter bes König-, der Diktator P r i- mo de Rivera, mehrer; Minister unb Mit­glieder des Diplomatischen Korps an dem Zuge teil. Mehr als 40 000 Personen standen dicht ge­drängt in ber Umgebung des Südbahnhoss und ließen ben Trauerzug an sich vorüber;ieyen. Die­ser bewegte sich zum Ostriebhos, wo bie Opfer ber Drandkatastrophe auf Kosten ber Gemeinde­verwaltung beerdigt wurden außer denen, deren Beerdigung die eigenen Familienangehörigen übernahmen. Zum Zeichen ber Trauer fallen heute alle Theater- unb Kinovorstellungen au«.

1 6 Pfennig befchlofsen, anscheinend ün Hinblick auf da- Schlichtungsverfahren, durch das ohnehin ein zwangsweiser Abstrich meist um die Hälfte der Forderungen erfolgt. Die Forderung um Lohnerhöhung von 16 Ps. würb« für den Facharbeiter praktisch eine Steige­rung um 20 Prozent bedeuten, eine ganz ungewöhnlich hohe Förderung, die für bie Industrie keinesfalls tragbar ist. Vor allem aber wirkt sich bei der Eisen­industrie bie bis z»un 1. Oktober auf allen Ge­bieten burchgesührte Arbeitszeitverkür­zung. die auf Gründ der Arbeilszeitnotverorb- nung notwendig würde, als eine sehr stark fühl­bare finanzielle Mehrbelastung auS. Anscheinend haben sich die Lohnerhöhungen im Bergbau und letzt bei ben Schiffswerften auch auf bie neuen Wünsche der Metallarbeiter verbände ün Ruhr­gebiet auSgewirkt.

Vie Betriebssicherheit der Reichsbahn.

(Sin günftipeä Urteil dcä Untersuchnllgö» auöfchusseS

B er li n . 25.Sept. (TU.) Der Arbeitsausjchuß ;ur Nnter'uchung ber Betriebssicherheit der Deut 'chen Reichsbahn hat feine Tätigkeit beendet und teilt folgendes Schlutzeroebni» mit:

..Die Belriebsfick»erde»k bei ber Teutfchcn Reichs- tabu erfchemt nach dem Seiamurgebm,. brr Unter- |ud)ungen des Auslchun«» in einem Mutze gewährleistet, oxt ,4 billige antik* von einem

öffentlichen Derkehrsunternehrnen verlangt wer­den kann. Die Voraussetzungen, von denen die Reichsbahngesellschaft ausgeht, um eine sichere De> triebsführung zu erzielen, entsprechen ben auf dem Gebiet» des (Eifenbahnbauee und Betriebsdi:nst«s herrschenden neuzeitlichen Anschauungen. Die Mittel, die sie zur Ersi'kviing dieser Voraussetzungen an» wendet, find richtig gewählt, auch bann, wenn fle 1 n manchen Einzelheiten »er. befferungsbedurftig find Der Ausfchuh muß dabei ganz allgemein anerkennen, daß die Reick)sbahnge|ellfchaft trotz der fchwiengen Verhüll- niste in der Nachkriegszeit f e t) r große Auf­wendungen geinacht hat, um in erster Linie ihren technischen Älpparnt in betriebssicherem Zu­stand zu erhalten. Von einem Systemfehler in der Betrieb sführung, ber eine akute B e t r i e b s g e f o h r in siw schließen könnte, kann da­her allgemein nicht gesprochen werden. Um auch für die Zukunft die Betriebssicherheit in weitgehendem Maße au aewährleisten, hat der Aus- schütz In einer Denkschrttt. die dem fierrn Reichs- oerrebrsminifter überreicht wird, Anregungen gegeben."

Aus aller Welt.

Dir ölet wiener Bergsteiger gerettet.

Die vier Wien«r Touristen, bte wie gemeldet, am SamStagnachm'ttag einen Ausstieg aus bie Plonspihe unttmommen betten, aber infolge plötzlich cinletentcn 6d)ncetoct:crt an ber Tnrb- wand üb« m achtel muhten, sind durch eine RottungSe«v«ditton noch zwei erfolg,ofen Ver­

suchen zu Tal gebracht worben. Den Touristen waren -um Teil Hanbe unb Füße er­froren..

TaS«rotzs1ng;eugTtuUchland" verbrannt.

Bei Arvsterg nerbrannte das stursflugzeng der Strecke ParisBerlin ..Deutschland'', ein Schroesterflugzeug de» Groh lug;n»g«s .Hermann Köhl". Die ..veulschland' besand sich mil acht Pasfagicren and vier Monn Besot- 3 u n g auf dcm Alugc oon Pari» noch Berlin und hatte gegen 1! Uhr eine Zwischenlandung in K-ln ocrgenommen. Gleich nach dem Wiederaufstieg in Köln bemerkte der Alugzeugsührer. datz der DUloc nicht regelmäßig arbeitete.r entfchlotz sich daher, in der Rahe von Dortmund in der Gemarkung oon Arnsberg aus einem Abhange niedeczugebeo. Bei dem Aussehen der Maschine auf den Erdboden wurden die 2nsasieu durcheinandergerüttelt und zum Teil auch 30 Boden geworfen. Gleichzeitig bemerkte der ^luazeugsührer, datz aus der Motor­haube Rauch aufftieg. Er forderte _bahcr die Passagiere auf, eiligst auszusteigen. Als faintltche Passagiere und die Bordbesatzung das Ilugzeug v e r l a f f e n hatte, schlugen, oermustich au» dem Vergaser, plötzlich Iiammen heraus, die bafb das ganze Zlugzeug ergriffen. Roch bevor Hilfe zur Stelle war, ging dieDeutschland" in Flammen auf.

Die Kriegsanleihe,chiebungen.

Berlin, 25. Sept. (WTB) In einem zufam» menfaffenben Bericht über den derzeitigen Stand der llnterfuchung ber Kriegsanleihefchiebungen. den eine Bcrfiner ÄorrcfponbenA veröffentlicht, wird fol­gende Uebersicht über die fälschlich angem»N)eten Be­trage -gegeben: Von ben Stinnesdirektoren wurden ongcmeldet rund 70 Millionen Mark, von Bela G r 0 tz über Berlin und Dien 44 Millionen, von dem Bankier Horn etwa 16 Millionen und von ber belgischen Grupve weit über 40 Millionen Mark. Bela Groh fo.k bei feiner Ver­nehmung In Dien u. a. den deutschen Beamten mit- geteilt hoben, datz feine Wiener Firma mit Kapi­tal aufgezogen war, datz von T a st i g l t 0 n i, dem mit huao Stinnes eng befreundeten bekannten österreichischen Finanzmanne. stammte Die gleiche Korrespondenz berichtet dann weiter über die Sicherungsmahnahwen, die die R«ich». bank ihrerseits gegen Falschmeldungen soinerzelt getroffen habe Dom Reichsfinanzministerium seien ihr bereits frühzeitia Unterlagen in Gestalt von Besitzlisten zugelciket worden, außerdem habe die Reichsbank e in Laboratorium einge­richtet, in dem die Anleihemäntel und die Anleihe- stücke auf Vornahme unberechtigterflenberunqen unter ber Quarzlampe geprüft mürben. In vielen Füllen hat dieses Verfahren zur Feststellung un­berechtigter Aenderungen geführt, unb ausländische Anmelder haben, wenn man ihnen mitteilte, baß man ihre Kunstgriffe durchschaut habe, gewöhnlich oorgcAogen, ihre Ansprüche zurückzuziehen. Die Korresponbenz nennt in biesem Zusammenhang ben französischen Deputierten (lolmon. Bei ber Un­tersuchung ber neuen Schiebungen sollen sich nun Anzeichen bnfftr ergeben haben, bah den Urhebern ber Falschmeldungen Informationen über bas Bestehen dieser Geheimabteilungen ber Reichs­bank unb über ben Umfang ber ihr zur Verfügung stehenden Unterlagen und Besitzllsten zugrgangen sind, fo daß sie ihr Vorgehen danach cinrtmtrn konnten.

Fallschirmabsprung aus 6000 Meter höh«.

Der Belgier SoPP»enS, Attache für Luft­fahrt in Paris und London, hat bei Paris «inen Fallschirmabsprung auS 6000 Meter Höhe aus- geführt. waS einen europäischen Rekord darstellt.

Die Wetterlage.

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Dienstag, 25. Sept. 1928,7haDdS.

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PZettervo ^ussagc.

Von Nordwesl- noch Mitteleuropa setzt Boro- meleranfticg ein, der zunächst wieder Aollluft,zusuhr bedingen wird. Die Temperaturen werden abermals zurückgehen und dürften nachts zu stellenweisem leichten Bodenfrost fuhren. Tagsüber wird es zum Austreten von chausengewolk kommen, jedoch dürf- ten Niederschläge nicht mehr zu erwarten fein.

Wettervoraussage für Donnerstag: Teils wolkig, teils aufheiternd, kühl und meift trocken.

Witterunas ausfichten für Ireltag: Bei zeitweiser Bewölkung nur müßig warm und meist trocken.

Lufttemperaturen am 24 September: mittags 13,6 Grab Celsius, abends 9,2 Krad Celsius, am 25. Sep­tember: morgens 7,4 Grad Celsius Mapimum 13,6 Krad Celsius, Minimum 6,4 Grad Celsius. Crd- tzmperaturen am 24 September: abend» 11,2 Grad Celsius: nm 25. September: morgens 9^ Grad Cel­sius Riederfchlaa 0,2 Millimeter Sonnen- fd)flnbauer eine Stunde

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