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ipredjung der anderen Angeklagten billigt. Das Blatt erklärt: Die am meisten an diesem schändlichen Unternehmen schuldigen Personen waren nicht unter den in Hast befindlichen. Die Angelegenheit ist übrigens noch nicht beendet. Zwei Verurteilte sind Abgeordnete. Es wird Sache der Kammer sein 311 erklären, was mit diesen beiden Abgeordneten zu geschehen hat. DerN a t l 0 n a l i st e d' A l - sace" (Straßburg) schreibt: Wir zögern nicht zu erklären, daß wir ein Urteil der Entspannung ge. wünscht hätten Wir befürchten jetzt eine Der« schlimmerung der Mißstimmung und ein An« wachsen der Dolksagitatton.

polen und der Oawesplan.

Aaleski über die deutsch.polnischen Beziehungen.

Warschau, 25. Mai. (WB.) 3n der Kom­mission für auswärtig« Angelegenheiten des Se­nats erwähnte Außenminister Zaleski Im Zu­sammenhang mit den Internationalen finanzpoliti­schen Fragen auch den Dawesplan und sagte: älnzweifechaft wird die zahlungstechnische ©eite nach einer Revision in zwei Richtungen stre­ben: 1. eine möglichst geringe Ent­schädigungssumme festzusehen. 2. zur Ab­zahlung der Entschädigung Kredite zu finiten. Gegenwärtig ist die Frage noch zu sehr im Fluß, um sich darüber zu verbreiten. Ich wollte nur die Aufmerksamkeit darauf lenken und ins­besondere darauf Hinweisen, daß mit der Ab­zahlung der Entschädigung di« Frage der R h e i n- iQnbtäujnung zusammenhängt. Diese Frag« aber betrifft uns unmittelbar und ohne aus Einzelheiten einzugeben, möchte ich nur hervor- heben, daß lie Polen nicht gleichgültig sein kann.

Zaleski gab dann auch einen Rückblick auf die deutsch-polnischen Verhandlungen über einen Handelsvertrag. Polens Bestreben sei es gewesen, diese Frage nicht unmittelbar mit ak­tuellen politischen Problemen xu derknüpsen. Dor dem Zollkrieg habe der deutsch-polnische Waren­austausch über eine Milliarde G 0 ld- zloth betragen. Das beweise, daß beide Staaten normale Handelsbeziehungen unterhalten sollten; aber die HandelsvertiagSverhandlungen seien auf Schwierigkeiten gestoßen, als Deutschland Maß­nahmen gegen die polnische Kohlen­einfuhr getroffen und durch Reglementierun­gen und Verbote wichtigste wirtschaltltche Inter­essen Polens verletzt habe. Polen habe deshalb Schutzmaßnahmen gegen äleberflutung durch aus­ländisch« Waren treffen müssen. GS sei aber stets bereit gewesen, diesen anormalen Zustand zu ändern. Leider hätten die bisherigen Derhano- lungen kein positives Resultat ergeben.

England und der Kelloggpakt.

Die britischen Vorbehalte.

London, 26. Mai. (Täl.) Die politischen Wochenzeitschriften, die die britische Antwort­note auf die Kelloggschen Vorschläge erst jetzt kritisch behandeln können, sprechen In äleberein- stimmung mit der Haltung der TageSpresse Im allgemeinen ihre Zustimmung hierzu aus. Be­merkenswert ist, daß auch die konservativen Or­gane In weit stärkerem Grade als die TageS- blätter auf die starke Berücksichtigung deS französischen Standpunktes durch die britische Rote Hinweisen und vor einer weiteren Verfolgung diese- Kurse- warnen. Der konservativeS p e c t a t 0 r" meint, die Rote sei nur verständlich, wenn man sich die Persönlichkeit und DenkungSweise 6 i r 21 u ft c n Chamberlain- vergegenwärtige. Die Aufrichtigkeit des britischen Außenministers und fein unbedingtes Eintreten für bestehende Verpflichtungen oder ein gegebenes Versprechen müßten anerkannt werben. Aus vielen Gründen sei ein« uneinge­schränkte Annahme des amerikanischen Vor­schlages vorzuziehen gewesen. Auf der anderen Seite sei der Vorbehalt Großbritannien- für besondere Interessengebiet« durchaus ver­ständlich.

Das Bemühen Ehamberlains, eine Brücke zwi­schen Washington und Paris zu bauen, müsse je­doch anders beurteilt werden. Es sei klar, daß die Bestrebungen Frankreichs und Großbritanniens entscheidend von einander ab welchen. Frankreich klammere sich an die Friedensoerträge und Der- suche, ihnen ewig Geltung zu verschaffen. Groß- brltannien sei sich stets bewußt gewesen, daß eine Notwendigkeit für öle Ueberprü- fung der Verträge bestehe. Im Laufe der Zeit sei es sich immer mehr der Hindernisse bewußt geworden, die überwunden werden müßten, bevor der Friede auf sicherer Grundlage ruhe. Großbritannien und das britische Weltreich ständen unbedingt aus der Seite der einfachen und klaren Kelloggschen Vertrags­form. und es würde auf französischer Seite ein schwerer Irrtum fein, zu glauben, daß Sir Austen Chamberlain ernsthaft beabsichtige, Frankreich gegen die Vereinigten Staaten zu unterstützen.

Auch die liberaleNation" weist in einem sehr eingehenden Artikel im einzelnen nach, daß die An­nahme des französischen Gegenentwurses auf eine vollkommene Verwässerung der Kelloggschen Vorschläge herauslaufen würde. DerM a n - chester Guardian" besaßt sich näher mit der in der britischen Note angeschnittenen Frage von Sondervorschriften für gewiss« Gebiete und meint, daß eine britische Monroe-Doktrin nicht nur für Aegypten, sondern auch für A f - ghanistan angeftrebt werde.

Sensationelle Verhaftungen in Zweibrücken.

Zweibrücken. 25. Mai. (TU) Bekanntlich war am 1. Mai vom französischen Offizierskasino in Zweibrücken die Trikolore herunterge­rissen worden. Dieser Vorfall führte heute zu auf- sehenerregenden Verhaftungen. Gegen 5 Uhr mor­gens wurde die in den 30er Jahren stehende Anna Hornberger aus ihrer Wohnung heraus ocr- hastet und nach Landau gebracht. Um 5.45 Uhr erfolgte die Verhaftung des Onragenbe- sttzrrv Eugen vranck. der um 9 Uhr gefesselt noch Landau über geführt wurde. Beide Der- hafteten, die nach dem Flaggenzwischenfall mit zwei jungen Leuten im Kraftwagen in das u n b e setzte Gebiet gefahren waren, werden von den Franzosen beschuldigt, die angeblichen Tater na* Dem rechtsrheinischen Ufer in Sicherheit gebracht zu haben, was beide Verhafteten jedoch entschieden bestreiten.

Der Mgerkrieg in China und die Mchte.

Ern Hilferuf Nankings.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 25. Mai. Die Räumung der Kampf­zone um Peking durch T f ch a n g t f 0 l i n wird fortgesetzt, gleichzeitig aber bereiten sich die Ja­paner darauf vor, den Südchinesen jede- weitere Vordringen zu verbieten. Besonders In Peking haben sie umfangreiche Derteidigungs- maßnahmen ergriffen, außerdem sind neue Verstärkungen nach Schantung und in die Mandschurei abgegangen. Da die siegreich vor­dringenden südchinesischen Armeen aber die ernste Absicht haben, bis in die Mandschurei vorzu- stoßen, muß mit einer Wiederholung der Er­eignisse an der TsingtauTsinanfu-Dahnllnie ge­rechnet werden. Die südchinesische Regierung hat aber nicht die Absicht, sich auf kriegerische Aus­einandersetzungen mit den Japanern einzulassen, vor allem deswegen nicht, weil sie genau weiß, daß sie militärisch viel x u schwach ist. um gegen die disziplinierten und mit allen technischen Hilfsmitteln wohlversehenen japanischen Regi­menter etwas ausrichten zu können. Sie hat jetzt einen SondergesandtennachWashing- 10 n geschickt, Der die amerikanische Regierung veranlassen soll, einzugreifen.

Südchina glaubt mit Hilsedes Washing­toner Abkommens etwas erreichen zu kön­nen, weil nach Artikel 7 die Regierung der Vereinigten Staaten verpflichtet fei, sich zu­gunsten der Unantastbarkeit Chinas in- Mittel zu legen. Eine offizielle Aufforderung ist zwar bisher an die Washingtoner Regierung noch nicht ergangen, in der Bundeshauptstadt hat man aber schon zu verstehen gegeben, daß man von der chinesischen Bitte nicht sonderlich entzückt ist und es lieber vorziehen wird, den Japanern zunächst das Feld zu überlassen und abzuwarten, welche Entwicklung die Dinge nehmen werden. Das bedeutet natürlich keines­wegs, daß Amerika gewillt ist, der Tokioer Regierung völlig freie Hand zu lassen. Dazu sind die amerikanischen Interessen in China viel zu bedeutend. Washington rechnet aber an­scheinend damit, daß Japan binnen kurzem s l ch von selbst wieder aus China zurück- zieht, weil es nicht die Summen zur Ver­fügung hat, die zur Aufrechterhaltung von großen Expeditionskorps notwendig sind. Außer­dem ist es auch recht fraglich, ob Tokio auf eine Intervention Washingtons hin sich bereit er- fiären würde, die besetzten Gebiete zu räumen.

Japan gibt Peking auf.

T 0 k 10, 25. Mai. (Täl.) Das japanische Außen­ministerium veröffentlicht ein Telegramm des Ge­sandten Ioschisava, worin gesagt wird, daß der amerikanische Gesandte Im Ramen feiner Regie­rung die Maßnahmen der japanischen Regierung zum Schutz der japani­schen Staatsangehörigen in China nicht billige. Er ersucht die japanischen Trup­pen, amerikan Ischen Staatsbürgern und der amerikanischen Gesandtschaft keinen Schutz an»

gedeihen zu lassen. Dieser Schritt hat In Japan älnzufriedenheit hervorgerufen. Alle Posten sind eingezogen worden. Dir Truppen in Pe­king haben Anweisung, amerikanischen Bürgern keinen Schutz zu gewähren, selbst to?nn diese von Chinesen angegriffen werden. Heule fand eine Kabinettssitzung über die Situation in China statt. Der Krieg-Minister erklärte der Presse, daß Japan bereit sei, Peking den Süd­truppen zu überlassen, wenn die Trup­pen der Südarmee die Stadt nach gegenseitig vereinbartem Plan besetzten und die Äebergabe der öffentlichen Gebäude nur im Beisein der regulären Truppen der Südarmee erfolgt. Da- Betreten de- Gesandtschaft-Vier­tels müsse den Trupvrn verboten werden. In Peking dürfe nach der Besetzung nur eine Garnison von 2000 Mann belassen wer­den. Wenn Marschall Feng diese Bedingungen annehme, werde da- japanisch« Kommando keinen Widerstand bei der Besetzung der Stadt leisten. Der chinesisch« Bevollmächtigte in Tokio ist nach China abgereist, um eine Besprechung mit Tschiangkalschek abzuhalten.

Vor der Enischeidungsschlachi

London, 25. Mai. (TU.) Die letzten Meldun­gen aus China besagen, daß bereits Teile der Nord- und Südarmee in Fühlung sind, doch liegen noch keine Berichte über ernstere Kämpfe vor. Die japanischen Militärbehörden haben neue Streit­kräfte, bestehend aus einem Infanterieregiment und einer Artilleriebrigade nach Tschintschausu entsandt, um den chinesischen Truppen den Gin- gang in die Mandschurei zu verwehren. Andere Truppenteile sind von Tsingtau nach Tientsin zur Unterstützung der bisher schwach geschützten ja­panischen Niederlassung verlegt worden. Wie aus Peking gemeldet wird, versuchten chinesische Sol- Daten der Nordarmee zu plündern, wurden jedoch von der internationalen Polizei daran gehin­dert 18 Soldaten wurden erschossen. Am Samstag soll ein besonderer Ausschuß für dte Zeit der Uebergabe der Stadt gebildet werden.

China protestiert.

Peking, 25. Mat (WTB. Funkspruch.) Das chinesische Auswärtige Amt begrüßt in einer Antwortnote auf die Erklärung der japanischen Regierung vom 18. Mai den von der japanischen Regierung ausgedrückten Wunsch nach einer b a I» digen Beendigung der Feindselig­keiten. betont aber, niemals zustimmen zu können, daß die Japaner sich veranlaßt fühlten, irgendwelche Maßnahmen anzuwenhen, wenn Unruhen in Richtung Peking und Tientsin ent­ständen, die die Mandschurei berühren könnten. Die chinesische Regierung erllärt nachdrücklich, daß die Mandschurei und die Bezirke Peking und Tientsin sich auf chinesifchem Gebiet befänden und daß die Verletzung dieser Gebiete die chinesische Souveränität berüh­ren würde. Die chinesische Regierung könne des­halb keine gleichgültige Haltung beobachten.

Der Moskauer Zngenieurprozeß.

Moskau, 25. Wat (WTB.) Angellag ter R i k l s ch i n berichtet, D a d st i e b e r sei 1926 In den Schacht Petropawlowsk gekommen. Köster habe geäußert, die Maschinen seien unter den gegebenen Voraussetzungen untauglich, doch wahrscheinlich anderswo verwendbar.Köster habe die Leistungsfähigkeit garantiert und ver­sprochen, die Maschinen, falls unbrauchbar, zurück- zunehmen. Die im Juni angekommenen Maschinen seien im Vergleich zu den amerikanischen Sullivan- Maschinen und zu den einheimischen ausfal­lend schlecht verpackt gewesen. Rlkischln sagte aus, man hätte glauben können, die Kisten enthielten statt Maschinen Kohlköpfe. Trotzdem habe man sie aufgestellt, aber sie hätten sehr schlecht gearbeitet, so daß Dadstleber vor­geschlagen habe, sie u m z u b a u e n. Seebold habe geäußert, es hänge nicht von den Maschinen ab, sondern von dem schlechten Stahl. Bad» stieber habe gesagt, er habe nicht einmal Geld für Bier. Später habe er Seebold e i n Kuvert mit 400 Rubel übergeben, worauf­hin die Maschinen nach der Probezeit angenom­men worden seien. Als Dadstieber obrerfte, habe er gesagt: Wir werden euch bald von diesen Maschinen befreien. Die Maschinen seien aber zu­tage gebracht wo rden, währenD die russischen Maschinen unverwendet blieben. Der Ange­klagte Tschernoknischnikows erflärte, daß er von Golodub angeworben worden sei, der ihm größere Beträge für die Zufügung von Schaden zugesagt habe. Don Bere­sowski habe er 5000 Rubel erhalten. Seine Be­ziehungen zu den deutschen Ingenieuren bestreitet er energisch. Auch habe er von Dad­stieber kein Geld erhalten. Die Verteidigung hat erneut beantragt, Dolmetscher hinzuzu'iehen, da die Angeklagten nicht in der Lage seien, dem Prozeß zu folgen.

Kunst und Wissenschaft.

Hundertjahrfeier der Gesellschaft für Erd­kunde zu Berlin.

Aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin und der Eröffnung der Ozeanographischen Konferenz fand in dem festlich geschmückten Haute der Gesellschaft für Erdkunde ein Empfang der auswärtigen Ehren- gäste statt. Die Delegierten aus aller Herren Län­der und die Vertreter der zahlreichen wissenschaft­lichen Vereinigungen Deutschlands hatten sich zusam- mengcfunöcn und wurden vom Vorstand empfan­gen. Es g.bt kaum ein Land der Erde, das nicht [eine bekanntesten Forscher und Geographen zu Der Feier entsanDt hätte und dessen große wissenschaft­liche Gesellschaften nicht vertreten wären. Am Nach- mittag fand im Langenbeck-Virchow-Hause eine Sondersitzuna statt, in Der Sir Douglas Maws 0 n über dieAustralische Südpolarexpedition" sprach. Eine Festsitzung im Reichstage war von inländischen und ausländischen Delegierten außer» ordentlich zahlreich besucht. Neben Kultusminister Dr Becker, Staatssekretär 0. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Z e ch I i n nahmen an ihr eine Reche von Vertretern Der Regierung und an­derer staatlicher Behörden teil. Von Reichsprä- s i d e n t v. Hindenburg unD von Reichskanzler Dr. Marx waren Glückwunschtelegramme einge­gangen. In feiner Festrede führte der Präsident

der Gesellschaft, Geheimrat Prof. Dr. Penck, un­gefähr folgendes aus: Alle Wissenschaft ist Gemein- gut Der Menschheit. Sie ist ihrem Wesen nach Inter­national, aber ihre Pflege geschieht durch die ein­zelnen Völker. Als Wissenschaft von Der Erdober- fläche ist Die Geographie mehr als anDere Wissen- schäften angewiesen, auf Das Zusammen- wirken Der einzelnen Nationen. Geheimrat P«nck gab Darauf .einen Alebetblid über Die Entwicklung Der Gesellschaft, Die eng mit Dem Ramen Der Deutschen Gelehrten- sching, Zeune, Karl Ritter, Alexander v. Hum­boldt, Barth, Bastian und Richthosen verknüpft ist. Hierauf überbrachten die Vertreter auswär­tiger geographischer Gesellschasten in kurzen An­sprachen ihre Glückwünsche. Im Anschluß hieran verkündete Geheimrat Penck die E h ru n g e n, die die Gesellschaft in Würdigung großer geo­graphischer Leistungen der letzten Jahre verliehen hat. Unter den zahlreichen Ausgezeichneten, zu denen auch mehrere ausländische Gelehrte ge­hören, befinden sich Der verstorbene Professor AlfreD Merz, Dem Die Große Golden« Hum- bold>Medaille für Die Planlegung DerMeteor"- Expcdition und Die modern« Meeresforschung zuerlannt wurde, und der Flieger Wilkens, Dem für seine Rordpolüberfliegung die Silberne Karl-Ritter-Medaille verliehen wurde. Ferner wurde einer großen Zahl von Forschern Die Silberne Rachtigal-Mcda.lle verliehen unD eine groß« Zahl Ehrenmitglieder und korrespondie­rende Mitglieder in fast allen Ländern Der Welt ernannt.

Aus aller Wett.

Keine Nachricht von derItalia".

King-bay, 26. Mai. (TU.) Rach einen offiziellen Funkspruch Der©Uta Di Milano" von 0,15 Uhr ist seit 5reUagmorge 1 10,27 Uhr von DerItalia" keine FunkmelDung mehr eingelaufen, unD es ist auch nicht bekannnt, welche Richtung Das Lutschifs einge- schlogen hat. Das Hilssschisf ist augeiblicklich eifrig dabei, den Kohlendorrat zu ergänzen, um für eine HilfsexpeDition gerüstet zu fein.

Wenn auch der Funkspruch derCitta Di Mi­lano" betont, daß vorläufig noch kein Grund zur Besorgnis vorha'.den ist. so gehl doch au- Den Maßnahmen D:s E peditionsschi f S hervor, daß mit einer Rvtlandung DerItal'a' gerechnet wird. Da das Luftschiff nur beschränkte Benzi nv orrä tc an Bord hat und bereits bei Eintritt Der letzten Funkmeldung um 10,27 Uhr 14 Stunden überfällig war ES j herrscht starker West-Ro.d-West-Wind Man be­absichtigt. heute mit D?r .Gitta Di Mila ro" eine HilsSerpcDition abzuschicke:. Zu diesem Zwecke bereite an gestellt.' Versuche, haben jedoch die Meinung aufkomr.en lassen daß d^s Schill wegen D?8 festen Eises, da! sich von Spitzbergen nach Rorden bis zur Rordoflinsel hinzieht, we­nig wird auSrichten können.

Jerngcfpräd) mit Buenos Aires.

Die Telefunlengesellfchaft für Drahtlose Tele­graphie hatte Vertreter Der Presse geladen, um chnen Gelegenheit zu geben, sich schon vor Er­öffnung DeS öffentlichen TelevhvnieverkehrS zwi­schen Deutschland und Argentinien von der ßei- I stungsfählgteit dieser Verbindung zu überzeugen. In der Tat kann nur berichtet werden, daß Die

Verständigung ganz ausgezeichnet funk­tionierte. obwohl die Verbindung übet 12 000 Kilometer geht. Jedes Wort wat llar und deutlich zu verstehen, ohne daß man lauter zu sprechen brauchte, ali bei einer Orte* Verbindung. Ebenso war Der Vortrag Der argen­tinischen Nationalhymne unD des Rationalma» scheS Durch eine Kapelle in Buenos Aires so gut zu hören, wie eine Rundfunkübertragung. Zu dieser Versuch-Verbindung hatten sich auch einige Argentinier eingefunden, die natürlich begeistert waren, mit ihrem Vaterlande sprechen zu können.

Rückkehr Der8remen<Hleger nach Jleugort

Sie .,Bremen"-Flieger sind von ihrer Rund­reise Durch Die amerikanischen StäDte nach Reu* York zurückgekehrt. Sie haben sich, um au-zu* zuruhen, auf einen LanDfitz zurückgezogen, dellen Rame nicht bekanntgegeben wird, und beab* sichtigen, bis zu ihrer für Den 9. Juni geplanten Abreise nach DeutschlanD Dort zu bleiben.

Erdbeben In Gellenkirchen.

Freitag nachmittag kurz nach 4 Uhr wurde in dem nördlichen Ortsteil Vülse eine etwa zwei Minuten Dauernde Erderschütterung^verspütt, die so heftig war, daß sich Bilder an den 'Wänden be­wegten und die Türen der Schranke auffnrangen. Die Bewohner verließen panikartig ihre Wohnun. gen und liefen auf die Straße. Man vermutet, daß der Erdstoß, durch eine Derkagerung des Gebirges im Bergbau hervorgerufen wurde.

Schnelligkeiksrekord bei der Reichstagswahl.

In der möglichst raschen Feststellung des ®e- samtwablevgebnille- bat diesmal Dte Stadt Ham­burg den Bogel obge'<bo"en. ES gelang ihr. um 11.25 ilbr die Stadt Chemnitz, die erst um 11.40 Uhr meldete, in Dietern Wettbewerb in einigen Minuten zu schlagen, stehn Minuten nach Chemnitz traf denn da- Ergebnis aus dem Wahlkreis Hessen-Darmstadt ein Die Stadt Leipzig, der eS bisher immer gelang, ihr« Meldungen als erste an Den Reichswahl- (eiter zu übermitteln, konnte sich diesmal erst an vierter Stelle bladeren.

Ein Unter «Hf seinen sechs st>"dem verbrannt.

Wie aus Wellinaton auf Neuseeland ge- meldet wird, ist in Ararata bei Hawera e I n <5 l e b lungshaus abgebrannt, wobei der Be­sitzer mit feinen sechs Kindern Im Alter von acht bis dreizehn Jahren in Den Flammen umkam.

Ein |erfiichm8hrlner INillionenerbe

Der 16'ährige Berliner HotelMge Fechner. Der mit feiner Mutter, d-r Witwe <Wmer in Vr Svam-straße in bescheidenen llte^b^^tei'^en lebt, ist Erbe eines Vermögens von 2.25 Millio­nen Mark geworden. Er erhielt aus Reuvork die amtliche Rachrichi daß sein Onkel ge­storben und 15 Millionen Mark Hintersassen habe. In diese Erbschaft müllen sich sieben Verwandte teilen, so daß an* leben Ver­wandten 2,25 Millionen Mark en fallen Inte» ellant ist. daß dem glücklichen Erben von der Erjsteirz des amerikanischen Onkels eia-nillch nichts bekannt war Mm so grö^e- mag wohl die Fr-ude von Mutter und Sohn ge­wesen fein. Was der iunge Fechner mit Dem Geld Wirmen will, wttß er im Augenblick noch nicht. BIS zur Auszahlung will er seine Stellung als Page toei^r ans'ühr"n.

Todesfahrt im Auto.

Ein schweres Autounglück ereignete sich vor dem Dorfe Kolkwih bei K 0 11 b u S. Der Berliner Großkaufmann Willy KrebS fuhr mit feinem Automobil In sehr schnellem Tempo, als Der Wagen gegen einen Telegraphenmast anstleh und sich dann zweimal überlchlu". Er entwurzelte dabei mehrere Bäume. Willy K ebS, der selbst steuerte, war sofort 10 t. Seine Ehefrau, geb. Metzger, wurde In das Kottbuser Kranken­haus gebracht, wo sie bald daraus starb.

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Der vom Norden nach Süden lagernde hohe Luft­druck hat sich weiter ostwärts ausgcbreitet und ze gt in dem Kerngebiet, das sich über Wcsldeutsch.and und Frankreich erstreckt, einen Barometerstand von über 770 Millimeter. Im Bereich hohen Drucke» steht für die Pfingsttage ausheiterndes und trockenes Wetter mit ansteigenden Temperaturen in Aussicht. Die über Irland herankommende neue ozeanische Störung Dürfte erst im Laufe der kommenden Woche sich bemerkbar machen.

Wettervoraussage für Sonntag: Aufheitern des wärmeres unD trockenes Wetter.

Witterungc auSsichten fürMontag: Teil- heiter, teils wol.lg. weiterer Temperatur­anstieg und durchweg trocken.

Lufttemperaturen om 25. Mai: mittags 12 Grad Celsius, abends 8,6 Grad Celsius, am 26. Mai: morgens 9,6 Grad Cclsiu^. Maximum 13,4 Grad Celsius, Minimum 7,4 Grad Eelfius. Erdtempera­turen om 25. Mai: abends 12,1 Grad Celsius am 26. Mai: morgens 10,2 Grad Celsius. Sonnen- fcheindauer X Stunden.