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Aus der Provinzialhauptfiadi.
® ioften. ben 26. Mai 1928
Pfingsten.
®tnn man da« TDort .Pfingsten" hört. so zlaudt man grüne Blätter, weihe ‘Birtenftämm- chen und einen hrllen. leuchtenden Himmel zu leben. Der in Sieben geborene Dichter Rudolf 0 e I e r <0. Shu5red)ti schildert bk Pftngst- • eü In feiner oderhefsifchen Beroheimat - et lebte in Lindheim —. einmal mit den feinen, poetischen ‘Sorten .Denn der Abend saft den Morgen grüßt und die Hähne den ganzen Xag fräben ich schätze au« Schläfrigkeit und au« Verbrüh, weil da« Wetter bleibt tote e« ist. dann, lagt man, geben die Seiftet um. Cie haben, heißt e«. nicht Zeit dazu: denn die Rächt ist ich er um, und die Johanni-Hämmchen, untere« Herrgott« Engel, fahren auf und nieder Und so kurz der Schlaf der Leute bann ist. so ist er doch lief un > süß, denn |et> ÄtduUein duftet, und die Heimchen singen die Rächt hindurch, und die Aachtigallen lösen einander ab Der dann bö e träumt, der weih von unserem Herrgott nicht« mehr." Ohne Zweifel verdankt da« Fest in feiner Innigleit und Schönheit viel dem Umstande, dah e« in die Zeit fällt, in der die Rotur 'auf dem Höhepunkte ihrer öntwidlung steht Doch da« iß keine Pfingstfeier. die im Natürlichen aufgebt und da« Lhrist'.iche, da« Göttliche beifeite läht. Pfingsten ist da« Fest des Heiligen Geilte«. Wa« in der Zeit, da Iesu« auf Erden ging. Erwartung war. da« ist bei bet Au«giehung de« Heiligen Geiste« zu Ierusalem Wirklichkeit, die Weissagung ist zur Erfüllung geworden. Run stehen die Jünger gan- unter ber veitung Öefu, sie richten seinen Willen in ber Weit au«, sie sind Werkzeuge de« Heiligen Seifte«
In alter Zeit haben die Maler heilige Dünner und heilige Frauen gern in überirdischer Schönheit, mit einem Strahlenkränze, den sie um da« Haupt trugen, gemalt, und die Jünger werden bei der 'Zuegicbung de« Heiligen Seifte« bar- geftellt. wie sie mit verklärten Blicken nach oben schauen. In Wirklichkeit betätigt sich der Heilige Geist In sehr unscheinbarer Form. Die Thristen, die man mit Recht al« Geiftesrnenfchen anliebt, haben allermeist in Rot und Entbehrung, in Armut, unter Fehlschlägen und unter ber Der- achtung ihrer Mitwelt ihr Leben geführt und ihre Werke geschaffen. Richt ander« ging e« mit den *» ungern Iefu. mit den Aposteln: Paulu« spricht oft von der Schmach und ber Verfolgung, die er hat tragen müssen. Der Heilige Seift geht auch nicht in pathetischen, wohl gesetzten Worten einher, er wirkt nicht auf bie Massen, er ruft keine .Erweckungen" hervor, bie von nachhaltiger Kraft find. Aber er ist überall bei jedem Leben-alter
Geist Lu« Gott ist in dem Kinde, da« in frommer Ergriffenheit zu brm Batet im Himmel betet, da« Vater, Mutter und Geschwister von Herzen liebt und sich vor Lüge. Falschheit und Ungehorsam hütet, weil e« sich lagt; Gotte- Augen sehen auf mich herab Mancher geht in feiner Öugcnb Wege, hie vom Heiligen Geiste weit entfernt sind. ®« ist etwa« Gröhe« um da« Iugendleben Ohne junge Menschen würde ein Volk bald untergeben. In den Herzen der 3ugenb erglüht immer wieder die Begeisterung für da« Schöne und Edle, regt sich immer wieder der Hast gegen Minderwertige« und Schlechte«, fruchtbare Anregungen kommen immer wieder von der Iugend her. Aber eben so leicht wie vom Guten läht die Iugend sich auch vom Dösen leiten, sie stürmt bllnbfing« ihre Dahn, bi« sie schweren Schaden zu tragen hat. Wo ein Iugendleben sich unter bie Leitung Iesu stellt und im Hinblick auf bie grobe Reue, die eine unau«- bleibiiche Folge eine« Fehltritte« ist. sich vor dem Dösen hütet, da steht e« unter dem Einflüsse de« Heiligen Geiste« Da« spätere Leben«, alter ist au«gcfullt mit Plage und Rot. da ist der Kampf um die Sristenz. um die Versorgung ber Familie, oft um die Ehre zu führen. Dieser Kamps ist jetzt, da ein verhängnisvoller Krieg hinter un« liegt, besonder« schwer. Sehr viele sind in diesem Kampfe zufammengebrochen. gesundheitlich ober moralisch, viele haben dabei, wie ein moderner Ausdruck lautet, die Heroen verloren Unter solchen Umständen soll der Mensch da« Heldentum bewähren, von dem im christlichen Sprachengebrauche so viel die Rede iß. er soll im Vertrauen auf die ewige Liebe«- macht ausdauernd muttg, unverzagt und bc« Säten Au-gang- feiner Sache gewiß fein. Die rfabrung lebrt. bah Männer und Frauen im engen Üerbunbenfein mit Iefu« biefe« Heldentum offenbart und damit bewiesen haben, daß sie vom Sc.ft: Gotte« erfüllt waren. Daß dieser Geist der gute Geist Gotte«, tote einmal im Psalter getrieben steht, sich mit Macht verbreite. ist die Ditte derer, die am Pftngftscste in den Gotteshäusern uralte Lieder fingen und ber groben Tatsache gedenken, die sich im Iahre 33 unserer Zeitrechnung bei dem jüdi chen Pfins.st- feste zu Jerusalem zugetragen hat. H. B.
jener stHochenmarktpreise.
E« kosteten auf dem heurigen Wochrnmarkt bas Pfund Butter 190 bi« 215, Matte 30 bi« 35; Küfe 60 bi« 140. Wirsing 35; Weißkraut 25; Dottraut 45. gelbe Rüben 50; rote Rüben 20; Spinat 25 bi« 30. Rörnlschlohl 20: Spargel 130 bi« 160; Erbsen 60. Tomaten 130; Zwiebeln 25; Meerrettich 100: Rhabarber 25; Kartoffeln 4 bi« 5; Aepscl 20 bis 40; Kirschen 100; Honig 45; Suppenhühner 100 bis 120; da« Stück; Sier 11 51« 12; Blumenkohl 80 bi« ISO; Salat 20 bis 30; Sa'algurlen 60 bi« 120; Ober-Kohlrabi 35; Lauch 10 bis 20, Rettich 30. Stachelbeeren 40; das Bunb: Radieschen 15 bi« 20 P-ennig.
Taten für Sonntag. 27. Mai.
Sonnenaufgang 3.54 Uhr, Sonnenuntergang 20 Uhr. — Mondausgang 12.20 Uhr, Monduntergang 1 47 IMk.
1564: Johannes Calvin in Genf gestorben: — 16.6 der protestantische Liederdichter $aul Gerhardt m Lübben gestorben; — 1703: Gründung von 6t Petersburg (jcRt Leningrad) durch Peter den Grasten; — 1340: der Geigenkünstler Niccolo Paganini m Nizza gestorben; — 1874: der Schriftsteller Rich von Schaukai In Brunn geboren; — 1910. der Bakteriologe Robert Koch In Baden-Baden gestorben; — 1917. Ende der Schlacht in Flandern und der Doppel- schlacht Qlisne-CTbampagne (Anfang 6. April); — 1918: Deutsche Offensive Aisne Marne Gebiet.
Taten für Montag, 28. Mai.
Sonnenaufgang 3.53 Uhr, Sonnenuntergang 20.01 Uhr. — Mondaufgang 13.31 Uhr, Monduntergang 2.02 Uhr.
für
sich während. die'er Zeit um da« Theaterleben unserer Stadt Verdienste erworben, die ihm f
1779: der Dichter Thomas Moore in Dublin geboren; — 1840. der Maier Hans Makart in Salzburg geboren: — 1866: der Bildhauer Ludwig dauer in Kreuznach geboren; — 1905: die Japaner vernichten bie russische Flotte bei Tsuschima.
Bornotizeu.
— Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hie Apachen von Paris" — Astoria Lichtspiele: „Der Bandit".
— Tage kniender für Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die «pochen von Paris" — Astoria-Lrchtspiele: „Der Bandit".
— Tageskalender für Monta g Lichtspielhaus, Bahnhofstraste: „Der Weltkrieg, 2. Teil" — Astoria-Lichtfpieie: „Vie Vollarerbin von Reuyork".
Hoftat Hermann Gteingoetter t-
Wie wir soeben erfahren, ist am gestrigen Freitag in Wendlingen (Dürtt.) bet frühere Snlenbant untere« Stadttheater«, Hottat Hermann Steingoetter, nach längeren Leiden gestorben.
Der Heimgegangene, der erst vor kurzem nach Begehung feine« 25jährigen Dir ItlonSjubiläum« am Siebener Theater sich in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen hatte, ist gebotener Württemberger, studierte Rechtswissenschaft und Literaturgeschichte in Heidelberg. Leipzig und Berlin, patte sich aber schon während seiner Studienzeit dem Theater xugewendet Dor allem seinem Engagement bei Den Meiningern hatte Steingoetter Diele« für feine spatere künstlerisch Tätigkeit zu verdanken. Rach verschiedenen öngacement« in Gera, Hanau, Würzburg. Frankfurt a M., Dortmund. Zwickau und Erfurt, wo et zuerst al« Donvivant, später al« Dramaturg. Regisseur und stellvertretender Direktor tätig war, wurde Steingoetter im Iahte 1903 unter 64 Bewerbern auSersehen, die Leitung der Theaiergemeinfchatt D ehen, Marburg, Dad» Rauheim zu übernehmen.
Sin Bierleljahrhundert lang hat der Der- ftorbene der Siebener Bühne vorgestanden und
alle Zeiten ein ehrende« Andenken sichern.
Gugen Bostroem.
Don Prof Georg Herzog, Gießen.
Mit Herrn Geheimem Medizinalrat, Drosesior Dr. med., Dr. med. vet. h. c. Eugen Bostroem ist am Abend des 24. Mai 1928 eine der markantesten Profefsorenpersönlichkeiten Gießens dahin- gegangen.
Wie eine grohe Zahl bedeutender medizinischer und anderer Fachvertreter auf deutschen Hochschulen, entstammte Eugen Bostroem einer deutsch-baltischen Familie, die ursprünglich aus Schweden eingewan- bert war, woraus noch der Name Bostroem hin- roelft. In Fellin, das auch die Heimatsstadt des berühmten Dorpater unb späteren Würzburger unb Berliner Chirurgen Ernst von Bergmann war, wurde er am 13. Oktober 1850 geboren unb legte am Deutschen Gymnasium zu Doroat lein Abitu- rientenejamen ab. Seine mebizinische ausbtlbung erhielt er im wesentlichen, von 1870 bi» 1880, in Erlangen, zuerst als Stubcnt, bann al» Assistent am bortigen pathologischen Institut unter Zenker. Zwifchenburch vervollkommnete er seine Kenntnisse burch einen fleißig ausgenutzten Stubienausenthalt am Leipziger patyologischen Institut bei bem Ex- perimentalpatholagen Cohnheim. In Freiburg ha- bilUierte er sich 1881 unter Rubols Maler für ba» Fach ber pathologischen Anatomie unb würbe ba- selbst 1883 zum ao. Prosesior ernannt Im Oktober de» fleichen Jahres, also in feinem 33. Lebensjahre, er- olgte seine Berufung zum orbentlichen Professor nach Gießen, wo er bis zu feiner Emeritierung am 81. März 1926 als Fachvertreter für allgemeine Pathologie unb pathologische Anatomie unb als Direktor bes pathologischen Institutes wirkte, bar- Ober hinaus aber bis zu seinem lobe ein tätiges Mitglieb, eine nie oersagenbe Stütze ber Unioerfi- tat unb ber Mebizinlschen Fakultät blieb.
Vornehme Gesinnung, Wille zu ernstem Schassen, angeborener Rarer Blick, liebenswürdige?, taktvolles, uneigennütziges Wesen, diese E-genschasten, bie bie Sohne des deutschen Baltcnlanbes besonders auszeichnen, öffneten Eugen Bostroem auch im engeren deutschen Baterlanbe überall, wohin er kam, bie Herzen unb waren bie Wurzeln seine» reichen ßebeneerfolges. In Erlangen war er bereits als junger Assistent, wie bem Schreiber dieser Zeilen erst kürzlich berichtet wurde, bie Seele bes Patholog ichen Instituts unb unterstützte in uneigennützigster Weise seinen bamaligen, oft kränklichen Chef Zu voller (Entfaltung kam seine Persönlich- feit als Ordinarius in Gieren. „Der Mensch wirkt alle», was er vermag, auf ben Menschen burch seine Persönlichkeit", fo kennzeichnet Goethe bie Macht der menschlichen Gesamterscheinung. Eugen Bostroem ist eine solch« Macht zu eigen gewesen unb sie war in ihm gepaart mit Wohlwollen unb ernstem Pflicht- bewußtsein. Mit ganzer Person für eine übernommene Sache sieb einzusetzen, war ihm Lebensbedürfnis. In großen unb kleinen Dingen würbe «r nicht müde, sich in ben Dienst von Universität unb Fakultät zu stellen. Zweimal, 1889 unb in bem Iu- biläumsjahr 1907, erwählte ihn das Vertrauen feiner Kollegen zum Rettor. die höchste Auszeichnung, die einem Universitätslehrer in der akademischen Laufbahn zuteil werden kann; leider zwang ihn im letztgenannten Jahre schwere Krankheit oorzeittg zurückzutreten. 1890 erbaute er das hiesige Pathologische Institut, mit einer Zweckmäßigkeit, wie man sie kaum an einem anderen Institut aus jener Zeit antrifft; mit Liebe sorgte «r für dessen weitere aus- geftaltung. seinen Mitarbeitern war er stets ein väterlicher Freund. Ganz besonders ro.bmete sich ber Verstorbene der studierenden Jugend, mit der jung zu jein, er kaum wie ein anderer verstand Er har das bohe Ziel erreicht, seinen Schülern nicht nur als Lehrer, sondern auch als Mensch näherzutreten, als ber bei aller Strenge unb Sachlichkeit große unb gütige Mensch, bem nichts Menschl ches fremb Ist. „Vater Bostroem" nannte ihn bie Iugenb, die in ihren Gefühlen bas Richtige zu treffen pflegt Als Prüfungsvorsitzender wachte er feit 1889 bis zu feinem letzten Lebenslage über bem ärztlichen Nachwuchs, ben einen Äanbibattn mit Milbe, den an- bern m.t Energie lenkend, er kannte feine Stuben- ten; noch eine Stunde vor feinem Tode war er mit Prüfungsakten beschäftigt. Dankbar gedenken weite Greife ber praktischen 21?nie ber von Eugen Bostroem empfangenen wisienschaftlichen und menschlichen Werte diele allgemeine Verehrung ber Aerzte klang erst kürzlich roicber bei ber Aufstellung feiner Büste an ber Stätte seines ehemaligen Dirken».
Bon feinen Arbeiten feien an dieser Stelle nur einige genannt; den Grund zu seiner akademischen Laufbahn legte Bostroem mit seiner berühmt gewordenen Habilitationsschrift „lieber die Intoxika
tionen durch Morchel (Stockmorchel, Hdvtile escu- lenti)'; bei seinen experimentellen Nachprüfungen konnte er zuerst damit an Hunden Hämoglobinurie erzeugen Seine Forschungen über die Strahknpily erfranlung wurde, nachdem sie bereit» vorher von ihm mehrfach bearbeitet worden war, zuletzt 1890 in einem größeren Derk baroefteflt. ein Liebling»- ?eblel waren ferner bie Mißbildungen. Besonder» errwrzuhebcn finb bie zahlreiche stattliche Bände fül-
lenden „Arbeiten aus dem Gießener pathol. Institut"; namentlich find die Gießener patbologlfdf-anatomi- fchen Doktorarbeiten 1883—1926, die alle in der Idee, viele auch in der Ausführung von Bostroem stammten, allgemein als gut unb zuverlässig bekannt, seine vornehme Gesinnung ließ gern ben äußeren Glanz den jüngeren Kollegen Entlastet von ben Ausgaben be» Instituts- und Lehrbetriebs, wandte sich Eugen Bosttocm als Emeritus in anhaltender heißer Liebe für feine Wüienfchast der Bcröffentlidjung langjähriger Untersuchungen und daraus aufgebauter neuartiger Dorstellungen auf dem Gebiete wichtiger normal- und pathologisch anatomischer Gestalttings- Probleme zu. lieber den Bau und das Wachstum des malignen Chorionepithelioms war erst vor Jahresfrist eine größere Arbeit au» feiner Feder erschienen. Daß feine Monographie „lieber den Krebs des Menichen" vor wenigen lagen erschienen mar, gab ihm eine innere Befriedigung und seinem wissenschaftlichen Ideenkreis einen gewissen Abschluß, trotzdem beschäftigten ihn selbst bereit» neue Pläne
Da« Bild Sagen Dostrvem« wäre unvollständig ohne EinheAiehmrg seiner Familie. In dem auf leine Berufung noch Gießen folgenden Iahre (1884) verheiratete er sich mit Magdalena Hegor. der Tocktcr de« 5erühmten damaligen Foeibi rger Sbnä'-■'XKit 3n inn ger Liebe, zävtlicher Sorge und • -,er Freud? empfing er di« Seinen. Rlmmcr müde wurde der Hochbetagte im AuS- donken von kleinen Freuden für seine geliebten Enkelkinder, lange vor ihren Besuchen waren in seinem mbt Sorgfalt gepflegten Satten bte Sp.elvläh« hergerichtet.
Und da« Ende! Wenige Minuten nach der Heimkehr von einem Spaziergang milk seiner Frau, ohne Siechtum ohne daß er daran dachte. G« war so, wie er c« sich wünschte, und wie wir e« ihm. dem Lebha^-ten und immer Tätigen, wünkchten. Ein harmonischer Au«klang eine« harmonischen Leben«.
L. U. Don der Landesuniversität Gießen. Die Gesamtzahl der an unserer Universität im laufenden Semester immatrikulierten Studierenden beträgt 1627. darunter 86 Frauen, im Sommersemester 1927 waren immatrikuliert 1476. darunter 77 Frauen, und im Wintersemester 1927 28 1473. darunter 77 Frauen.
•• Maienblasen. Bei dem Waienblasen heute abend 7 Uhr. anschließend an da« Läuten, kommen zum Vortrag: 1. Choral: O heilger Geist kehr bei uns ein. 2. Volkslied: Zu Straßburg auf der Schanz. 3. Choral: So nimm denn meine Hände und führe mich.
•• Fahrplanänderung. Der Persvnen- zug 713 Frankfurt- Friedberg. Frankfurt a. M. ob 21.45. in Friedberg an 22.50, wird vom 27. Mai ab an Sonn - und Feier-tagen bi« Gießen durchgeführt. Der Zug verkehrt ab Friedberg 23.06, ab Bad-Rauh«im 23.13, ab Oscheim 23.23. ab Duhbach 23.29, ab Kirch- gHn« 23.39. ab Lang-GönS 23.45, ab Großen- Linden 23.51, an Gießen 24.00. Dadurch daß die Abendschnellzüge mit SomttagSkarten nicht benutzt werden dürfen, ist dieser Zug eine begrüßenswerte Rückvcrbindung. besonder« ab Bad- Rauheim. — Der Sonntag«zug nach Wetzlar, der bisher in Gießen 23.46 absuhr. ist vorn 27. Mai an ab Gießen aus 0,05 verlegt, so daß Reisende nach Dutenhofen und Wetzlar den An- lchluh noch erreichen.
** Oberhessischer Kunftverein Gießen. Die derzeitige Ausstellung von Oelgemäl- den Münchener Kün stier ist nur noch während der beiden Pfingstseier^age von 11 biS 1 Uhr geöffnet
•• Di e Gießener Kunstsammlung im Neuen Schloß, (Eingang Senckenbergstraße, ist an den beiden Pfingstseleriagen von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt
•• Die Museen sind am ersten und zweiten Pfingftfeiertag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Ein- trittspreifen geöffnet.
•• FerngasleitungGiehe n—W ieseck. Die Stadt Dießen beabsichtig' zwecks Versorgung der Gemeinde Wieseck mit Sttinkohlengas eine Gasfernleitung von dem Gaswerk der Stadt Gießen nach Wieseck anzulegen. Die Leitung führt vom Siädttschen Gaswerk du-ch die Ost- anlage. kreuzt am Walltor die CfUnlage unb Marburger Straße, geht dann die Marburger Straße entlang bis zum Wiesecker Weg und wird im s'döstlichen Bürgersteig deS Wiesecker Weg« bi« zur DemarkungSgrenze weitergesührt. Pläne unb Beschreibungen liegen während einer Woche auf der Registratur deS Kreisamt« zur Einsichtnahme offen. Etwaige Ginwendungen gegen da« Unternehmen sind während der Os'enlegung«srift oder innerhalb einer Woche nach ibr bei dem KreiSamt schristlich unter Angabe der Gründe vorzubringen.
•• Das Rosenfeft für Kinder. daS vom Alicesrauenverein vom Roten ÄreuA am Sonntag. 3. 3 u n i, nachmittag« ab 3 Uhr in der BoUshalle (siehe gestrige Anzeige) veranstaltet wird, verdient da« besondere Interesse un'erct Mitbürger. Bekanntlich soll der Reinertrag dieser Veranstaltung dazu dienen, den Kindern unserer gefallenen Krieger wieder eine schöne WeihnachftSsei« mit reichlicher Bescherung zu bereiten. Allein schon um diese« Zweckes willen txrbient die Veranstaltung einen starken Besuch. Dazu kommt aber noch, daß bei den Darbietungen om Rachmittag den Kindern einige recht schöne Stunden bereitet werden sollen, die dem kleinen Doll au gönnen sind. Da« Fest ist jedoch nicht nur für die Kinder de« Kindergarten« bestimmt sondern e« soll allen Kindern imteier Stadt gewidmet sein. Daher sind nicht nur di« kleinen Besucher der Kindergärten, sondern auch alle übrigen Kinder zur Bete:ligung m Fröbelkindergarten anzumelden. Die Darbietungen am Abend des 3. 3uni werden den Erwachenen ebenfalls genußreiche Stunden bringen, die ihre besondere Würze durch tanzkünst- lerckche Vorführungen erhalten werden. Rähere« ist au« der gestrigen Anzeige ersichtlich.
•• 2lrbeit«jubilflum. Heute kann der Lagermeifter Ludwig Theodor Mandler au« Heuchelheim auf ein« 40jährige, ununterbrochene Tätigkeit in dem Tapetenhaus Heinr. H o ch ft ä t t e r zurückbltcken. Im 2lller von vierzehn Iahven dort eingetreten, ist et durch seinen großen Fleiß unb seine G«oissenhaftigkeit ein wertvoller Mitarbeiter der Firma geworden.
In Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste ist dem Dublier ein Glückwunschschreiben dec hessischen Regierung zugegangen. Don bem' Zirmen Inhaber unb besten Familie, sowie von seinen Mitarbeitern unb vielen Geschäftsfreunde« würben ihm Geschenke und herzliche Glückwünsche bargebvachl mit dem Wunsche, daß seine bewährte Arbeitskraft unb große Fachkenntttt« noch lange dem Geschäft erhalten bletve unb Ihm noch viele Iabre im Äreife feiner Familte hx Ge- sundheii beschert feien.
•• 25 Iahre Mitglieb im Automobil - G l u b. Gestern konnte ba« Mitglied bc« Auto- unb Motvrrad-Elub« Ludwig Klinglet. Gießen (Hotel Schütz) auf feine 25jährige Zugehörigkeit zum Allgemeinen Deutschen Automobilcluv (AD. 2. E ) zurückblicken. Anläßlich diese« Iubilxum« versammelten sich die Mitglieder im Lludlokal Hotel Schütz, um dem Iubttar ihre Glückwünsche darzu6ringen. Ein Blumenarrangement mit Schleifen in den Farben bc« A. D. A. T. würbe bem Iubilar al« Zeichen äußerer Ehrung überreicht.
•• Wichtig für Auswanberung»« luftige. Da» amerikanifche Konsulat In Frankfurt o. M., Börsenftrahe 2—4. teilt un» mit, baß vom 4. Juni ab bi» auf weiteres Anmeldungen zur Auswanderung nach ben Bereinigten Staaten von im Deutschen Reiche geborenen Personen wiebet entaegengmommm werben. Formulare zur Anmeldung sind beim amerikanischen Konsulat in FranksuN a. M. zu beantragen sowie bei ben SHissahrtsgescllschasten erhältlich.
•• Regimentstag ehemaliger 186er. Der erste allgemeine Regimentstag ehemaliger 186er findet am 3. Juni in Frankfurt a. M. im großen Saale des Dolksbildungsheim» statt.
•* Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Tagung. Man schreibt un«: Die Verwaltung de« Deutschnationalen Handlung«- gehilsen-Derbande«, ber Dewerkschast bet deutschen KausmannSgehilsen, hat In diesen Tagen dle Einladung für den 21. ordentlichen Verbanv«- tag erlassen. Verbunden mit dem Verband«tag findet bet 18 deutsche Kau mannSgehilfentag statt. Der Derband«tag ist in der Zett vom 8 bi« 10. Iunl in Dresden. Aus dem Gebiet de« Main-Welet-Gaue« (Hessen und Hessen-Rastau) werden von Kastel und Frankfurt Sonderzüae eingesetzt werden, da eine entsprechende Det«- Ilgung zu erwarten ist.
" Straßensperre. Wegen Ausführung von Dachdeckerarbciten am Turm der Stabthrtbc ist di« Kirchstraße ab Mittwoch 30. Mai, bi» einschließlich Dienstag, 5. Juni, zwischen Kirchenplatz und Burggraben für allen Verkehr polizeilich gesperrt.
•• Straßensperrungen. Vom Ober hessischen Automobil-Elub (21. V. D.) Gießen werden unS solaende Sttaßensperrungen ntltgcteUt. Orts- durchsahrt Rieder-Mörlen im Zöge der Straß« Gießen-Friedberg— Franksurt a. M. für alle Fahrzeuge ab 29. Mai, Umleitung übet Zicgenberg—Usingen bzw. Butzbach-Steinsurch; U tphe— Der st adt im Zuge der Straste Gründ tg—Hun en- Fried erg für alle Fahrzeuge ab 29. Mai, Umleitung über Beller«heim - Wohnbach; DernSdotf —Schönftadt im Zuge der Straße Marburg— Fritzlar- KastÄ halbseitig gesperrt vom 1. 3unt
•• Aufhebung einer Sttahensper- tun ft. Die Straßenspemmg zwischen Lauterbach und Angersbach im Zuge der Straße Lauterbach Fulda ist ab 25. Mai auf gehoben.
Postwünsche des Kleebachtals.
-Z- Aus dem Kleebachtol, 25.Mai. Der am 15. Mai In Kraft getretene Somme rt ahr- plan der Kraftpostlinie Gießen — Hochelheim hat zahlreichen Einwohnern der von der Krastposllinie berührten Orte eine Enttäu- chung gebracht. Obwohl vor einiger Zett an bie« er Stelle der Wunsch ber KleebachtaÜrevölkerung» >ie e r st e Rückfahrt be» Postauto» von Gießen eine Stunbe später zu legen, geäußert würbe, läßt die Postverwaltung ben um 7 Uhr in Gießen eintressenden Wagen schon um 7.15 Uhr wieder abfahren, worauf dieser in Hochelheim um 8.04 Uhr eintreffend, dort bis zur Mittagsfahrt nach Großen-Llnden, also bis 11.40 Uhr, steht, ohne den Kleebachtalbewohnern, die morgens in Gießen ihre Geschäfte erledigen wollen, die Möglichkeit zur Benutzung dieser Rückfahrt au geben. Es ist bekannt, daß gerade die erste Rückfahrt von Gießen am schlechtesten benutzt wird. Man lallte wohl glauben, daß die Postverwaltung die Möglichkeit, eine stärkere Beteiligung dieser Fahrt herbeizusüh» reit, wohl wahrnehmen werde unb so bem Bauersmann, ber im Sommer, wenn bie Felbarbelt drängt, gerate an biefer Rückfahrt besondere» Interesse hat, entgegenkommt.
Weiterhin sei auch noch ein Wort über die Post- Verhältnisse in den Gemeinden Lützellinden unb Hörn»heim gesagt. Man kann nicht ohne Bitterkeit fehen, baß täglich zweimal «in Postauto nach Gießen durchfährt, unb «in nach Gießen abreffterter Brief, ber Samstagmitag um 12 Uhr In ben Briefkasten elngemorfen wirb, schon am Dienstagmorgen bem (Empfänger zugestellt wirb. Betrachtet man unsere ausgezeichnete Post- autooerblnbung mit ber nur wenige Kilometer entfernten Provinzialhauptslabt unb vergleicht man hiermit diese Pvstbefürderung, fo wird man wohl vergeblich nach anderen Gemeinden suchen, wo solche Zustände herrschen unb geduldet werten. L» bürste boch nicht besonders hohe Kosten verursachen, wenn man, wie schon im „Gießener Anzeiger" erwähnt, an den Haltestellen de» Postautos Briefkästen anbringt bzw die vorhandenen dorthin verbringt, die jedesmal bei ter Fahri nach Gießen geleert werten könnten.
Amtsgericht Gießen.
• <3 i e 6 e n , 25. Mai. Ein Händler aus dem Kreis« Bübingen hatte auf bem hiesigen Dochenmarkt zwischen 9 unb 10 Uhr etwa 35 bi» 40 Psunb Butter aufgetauft. Rach ber Wochenmarktorbnung von 1909 in der Fassung von 1921 ist der Lebensrnittel- aus kauf durch diesige Händler bis 11 Uhr vormittags und durch auswärtige Händler überhaupt verboten. Durch diese Bestimmung soll dem oorge- beugt werden, daß bie Gießener Bevölkerung leer ausgeht. Der Angeklagte behauptet, bie Bestimmung nicht gekannt zu haben, auch fei ein entfprechender Aushang nicht dagewefen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Fahrläfsigkett zu zehn Mark Delo- ft r a f e._____________________ _
Lpchresttmdeit der Redaktion
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