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»mb Redefreiheit. Di« Press« selber hat feier- lich ertlärt, nicht mehr der Resonanzboden inölol- bueller Anschauungen, sondernein Werkzeug in den Händen der Regierung" zu sein. Ich sehe In der erzwungenen Stummheit den größ - t en taktischen Fehler, den der sadistische Staat begangen hat, nahm er doch damit dem Dampfkessel das Sicherheitsventil. Statt sich täg­lich ohne Schaden entladen zu können, statt in Red« und Gegenrede sich abzustump'en, muh die Llnzusriedenheit sich stauen. Man stelle sich die Folgen vor, wenn der künstliche Damm, den das Sondergericht mit dem Verbot, sich mißfällig ?u äußern, ausgerichtet hat, plötzlich bricht! Ein unger Staat kann über viele zerschmetterte Feinde Hinwegschreiten, niemals aber über die Leiche dec Meinungsfreiheit. Es ist anzunehmen, daß Mussolini über kurz oder lang hier Lust schassen wird, um nicht zu viele stumme und damit um so ge ährlichere Feinde heranzuzüchten.

Osfene Gegner hat er augenblicklich nur in der Leostadt. Der Vatikan ist der einzige, der heute noch einen Unterschied zwischen italieni­schem Staat und laizistischer Partei macht, der einzige, der eine nichtsaszistische Zeitung heraus- aeben kann. Aber dieser Feindschaft kommt keinerlei Dedeutung zu, einesteils eben deshalb, weil sie ojcn ist, andernteils deshalb, weil sie mehr die Form, als den Gei st angreist. Sn dem Augenblick, wo der Faszismus den Aus­druck Partei völlig abwirft, wie er es bereits bei seinem eigentlichen Regierungsorgan, dem Groß- rat, getan hat, wird auch der Papst seine for­malen Bedenken zurückste.len.

König und Heer stehen bei allen Eifer­süchteleien, die zwischen Feldgrauen und Schwarz­hemden flackern, hinter dem Faszismus, solange er vaterländisch denkt. Gegenläuiige Ideen kön­nen ihm nicht ge,ährlich werden, weil sie keine Organisation-- und Bewaffnungsmöglichkeilen haben, gewaltsame Auflehnungen würden durch die' faszi.tische Wttiz, die sich ins Heer einge­nistet und es an zahlenmäßiger Stärke schon weit überflügelt hat, Im Keime erstickt werden.

Die W i r t s ch a s t s m ä ch t e, Arbeitgel ec und Arbeitnehmer rütteln wohl gelegentlich an ihren Strängen, können aber, unter ein Scch km Dienste des Staates gespannt, nicht aüsbrcchen. Immerhin ist in diesem Ring des Staatsshslems, dem mächtigsten, dec annähernd zwanzig Millio­nen Köp,e umfaßt, nicht alles so klar, wie es bei der Ausrichtung des Korporationentums geträumt wurde. Roch ö,ters werden sich hier die Sachen hart im Raume stoßen.

Bleiben als Gegenkräfte die aus den fafzisti- schen Reihen ausgestoßenen Unwürdigen und Mitläu.er, die ihren Groll am Busen nähren, weil sie nicht mehr hochkommen werden, die niedergehaltei.en Satrapen, die falschen Freunde mit der lächelnden Maske, d.e Emigranten und das Ausland, soweit es i.a.ien.eindlich und damit um so saszistenfeindlichec ist, je mehr Wacht die rasch wachsende Ration auS dem Faszismus saugt, je imperialistischer er sich ge­bärdet, je näher der Zeitpunkt desAusbreitens oder Explodierens" heranrückt. Hier betreten wir jedoch bereit- daS Gebiet der Außenpolitik und rühren an Kräften, die mit dieser knappen Abhandlung über den saszlstischen StaaiSgedanlen we.ig mehr zu tun haben, so reizvoll es auch wäre, den Führer diese- Staates in der Rolle zu betrachten, die ihm phanlafiebegabte Leutr unpassenderweise so gerne zuschieben: die des Schlachtenlaisers. Rapoleons Stern ist ohne Pulverwolken herum nicht denkbar, Mussolini müßte also aus seinen bisherigen Grenzen erst hecaustre en, um den Vergleich zu ermöglichen.

Als Regierung stabil wie keine zweite in der Welt, als Staat so fest gefügt, wie es unum- schränk.e Macht überhaupt vermag, ist das Werk Muisolii.is im Grunde nur einer einzigen Ge­fahr ausgesetzt, freilich einer tödlichen: dec Ge­fahr, die auftritt in dem gleichen Augenblicke, wo der Duce der wechselvollen Bühne dieser Erde den Rücken kehrt. Dann wird sich zeigen, ob das aus seine Figur zugeschnittene Staats­kleid nicht zu groß ist für seine Rachfolger. Für die Toga Cäsars, für den Hut Rapoleons und für die Dismarckstiefel hat man jedenfalls keine passende Statur ge,unden.

Wie dem auch fei, zerberste nun der faszistische Staat in furchtbaren, seiner zusammenge^alltcn, ve.üillosen Wucht entsprechenden Ausmaßen, oder werde er durch schwächliche Erben und Klein- gei.er zurückgebildet, durch die unsterbliche Frei- beitsidee des Individuums um esormt fest­steht als historische Tatsache, daß der Faszismus den Ablauf des modernen Scuatsgedankens be­schleunigt und einen so großzügigen Aufbau­versuch unternommen hat, daß niemand daran Vorbeigehen kann, dem die Aeberwindung der Krise des modernen Staates am Herzen liegt.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 25. Februar 1928.

Deutsches Leben und Wirken in Bulgarien.

Der Dortrag über dieses Thema, den Uni- verfitätsprosesior Dr. Aörr am Donnerstag­abend wie gestern schon kurz gemeldet auf Einladung der hiesigen Ortsgruppe des Ver­eins für das Deutschtum' im Aus­lande im Großen Hörsaale der Universität hielt, bot der außerordentlich starken Zuhörer- schast einen tiefen Einblick in die vielfachen Beziehungen, die unser Land und Volk mit dem Lande unserer bulgarischen Waffenbrüder aus dem Weltkriege verbinden. Der Redner ver­stand es ausge-eichnet, die bedeutende und viel­seitige Rclle, die das Deutschtum in Bulgarien spielt und bei der es sich im besten Einver­nehmen mit dem bulgarischen Volke weiß, klar und eindrucksvoll zu schildern. Daß der Vor­tragende dabei aus persönlicher Kenntnis der Dinge und aus eigenem Erleben lebendig be­richten konnte, machte den Abend besonders reiz­voll. Man erfuhr hier um aus der reichen Fülle der interessanten Mitteilungen einiges herauSzuheben daß zahlreiche namhafte deut- sche Firmen, darunter S.-G.-Farben, Merck in Darmstadt, A. E. G. usw., durch eigene Ver­tretungen in Sofia lebhafte Wirtschaftsbezieh­ungen zuBulgarien unterhalten, daß ober auch ohne eigene Firmenvertretungen viele deutsche Waren der verschiedensten Branchen, vom Bau- materialienmarkt bis zu den feinsten Galan­teriewaren, alljährlich in breitem Strome nach Bulgarien gelangen. Auch im bulgari chen Bank­wesen steht das Deutschtum an hervorragender Stelle; u. a. ist der deutsche Konsul in Sosia. R ü m e l i n, ein geborener Württemberger, Di- rektor der maßgebenden bulgarischen Bank. Die

ht Sofia lebenden deutschen Staatsangehörigen sind In der deutschen Kolonie allerdings nur lose vereinigt, straffer zusammengesaßt ist aber das deutsche Leben im Deutschen Klub. Sn einem deutschen Heim in Sofia findet der aus dem Mutterland« kommend« deutsche Landsmann sehr gute, billige Verpflegung. Der Deutsche kann bei seinem Eintreffen in der bulgarischen Haupt­stadt Anschluß an deutsche Landsleute und in einem deutschen Heim finden. Das gesellschaft­lich« Leben der Deutschen in Sosia ist recht rege, u. o. findet auch alljährlich im Deutschen Heim eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier statt. Der Deutsch« Frauenverein in Sofia läßt sich besonders die Pflege der Charitas sehr angelegen sein. Daß deutsche Wissenschaft und Kunst gleich­falls in hervorragender Weise zur Geltung kom­men, wurde von dem Redner wiederholt durch Beispiele belegt. Die deutsche Frau erfreut sich in Bulgarien gleichfalls der höchsten Wert­schätzung; u. a. holen zahlreiche in Deutschland studierende Bulgaren ihre Lebensgefährtinnen aus Deutschland, und diese Frauen werden auch von den Bulgarinnen hochgeschätzt wegen ihrer hohen Bildung, ihrer Wirtschaftlichkeit und ihrer höchst mustergültigen Haushaltsführung. Sn eingehender Weise berichtete der Redner über die große Bedeutung des deutschen Schul­wesens in Bulgarien. Sn Sofia besteht eine deutsche Schule bereits seit 40 Sahren; dieses

scheu gelingen wird, wenn nicht etwa ganz grobe Fehler gemacht werden, denn kein Voll stehe dem bulgarischen näher und werde von ihm mehr geschätzt als das deutsche Volk.

Der außerordentlich aufschlußreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Stu­dienrat Dr. König zog aus den Schlußsätzen des Vortragenden für die Versammlung die Er­mahnung, in reger Weise an der Arbeit des Vereins für das Deutschtum im Ausland« mit» zuwirken, damit auf diese Weise die deutschen Snteressen dem Streben der anderen Völker gegenüber in wirksamster Weise gewahrt werden könnten.

Marionetten-Spiele im Stadttheater.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrie­ben: DasMarionettentheater Münche­ner K ü n st l e r", das am 1. März, 15.30 Uhr, Schüleroorstellung zu ermäßigten Preisen und 19.30 Uhr für Erwachsene zu Fremdenvorstellungspreisen, im Stadttheater spielt, bringt am Nachmittag seine berühmte Aufführung von Gras PoccisZau­ber g e i g e", Märchenspiel in neun Bildern, mit Musik von Richard Trunk und mit den neuesten Dekorationen und Kostümen von Professor Leo P a ° s e t t i vom Bayerischen Staatstheater. Wenn dieses Werk mit seinem überströmenden Humor auch eine besondere Freude für die Jugend ist, so hat es trotz­dem bei den Gastspielreisen des Theaters durch die

Dis goldenen Verse Oer aufsehenerregende, letzte große vornan von

«am Viebis

erscheint vom 2S.Februar an im Gießener Anzeiger

MSaiWTX: LTi *T1 l'l r W

Bestellungen für Marz nehmen entgegen in Gießen die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers und die Trägerinnen, auswärts die örtlichen Dertriebsstellen und die post

Alter bet Anstalt ist besonder- bemerkenswert, wenn man bedenkt, daß Bulgarien in seiner Selbständigkeit selbst erst 50 Saßre alt ist. Sine hervorragende deutsche Schule besteht ferner auch in Philippcpel. Die deutschen Schulen werden von den K.ndern zahlreicher bulgarischer Fa­milien besucht, unter denen sich die K.nder aus den besten bulgar.schen Familien befinden. Die Bulgaren sind stolz daraus, daß ihre K nder in den deutschen Schulen unterrichtet werden. Grade die kulturelle W.rbung in dieser Kleinarbeit be­zeichnete der Redner als ungeheuer wertvoll für die deutsche Sache. Die K.nver aus der deut­schen Schule in Sofia, darunter auch bulgarische K.nder, wirken bei Feiern in der deutschen Kirche sehr oft im Kirchenchor mit. Einen Ehrenplatz in den Herzen der Bulgaren nehmen die deut­schen Helfen aus dem Weltkriege ein. Bon treuer deutscher Hand g:P legt befindet sich im Rorden der Hauptstadt ein deutscher Ehren riedhof. auf dem alljähr.ich am Totensonntag eine Gedenk­feier stattfindet, bei der die bulgarische Armee regelmäßig durch hohe Offiziere vertreten ist und die Kapelle eines bulgarischen Regiments dabei das Soldatenlied vom verlorenen Kame­raden spielt. So wird das Andenken an die gc» satteren deutschen Waffenbrüder in Bulgarien feierlich g:ehrt. Auch auf dem Gebiete der öffent­lichen Gesundheitspflege weiß das bulgarische Volk die deutschen Leistungen sehr zu schätzen: ein deutscher Arzt ist z. B. Direktor d:s wichtigen Snstituts für Gesundheitspflege in Sosia. Deutsche Zeitungen sind in Sofia überall zu erhalten. Leider ist es aber nicht gelungen, eine vor einigen Sahren in Sofia gegründete eigene deutsche Zei­tung am Leben zu erhalten. Der Redner bedauerte diese Tatsache mit Recht, da ein eigenes deut­sches Blatt in der bulgarischen Hauptstadt für das Deutschtum noch viel mehr wirken könnte, als es so möglich sei. Wenn auch neben der bulgari­schen die Verkehrssprache, wie überall auf dem Balkan, die französische sei, so finde man in der Praxis in Bulgarien dort überall die deutsche Sprache eingebürgert, mit der man in dem Lande am weitesten komme. Deutsche Bücher werden von den Bulgaren sehr bevorzugt, auch auf der Bühne kommen deutsche Autoren stark zur Gel­tung. das Kino bringt oft Spitzenleistungen der deutschen Filmindustrie heraus, in der Musik findet man Wagner und Beethoven sehr o't auf dem Programm bedeut nder Konzerle, Gastspiele deutscher Künstler werden stets mit Begeisterung ausgenommen, eine Fahrt reichsdeutfcher Sour- nalisten vor einigen Sahren durch Bulgarien wurde zu einem denkwürdigen Ereignis für das bulgarische Volk. Alles, was mit der ilniDerfität Sofia zusammenhängt, trägt den ausgesprochenen Stempel der Deutsch reundlichkeit; viele bulgarische Professoren haben in Deutschland studiert, viele von ihnen sind mit deutschen Frauen verheiratet, alle schätzen Deutschland und die deutsche Wissen­schaft hoch; das geht auch daraus hervor, daß die Universität im Sahre 1923 beschloß, auf vier neu­gegründete Lehrstühle Deutsche zu berufen.

Gar vielgestaltig sind die Fäden, di« Deutsch­land und Bulgarien heute verbinden. Aber auch die anderen Rationen, vor allem Frankreich, England und Statten, sind nicht müßig und arbeiten außerordentlich a tiv daran, in Bul­garien Boden zu gewinnen. Wenn auch die Deutschen in Bulgarien den anderen toiuurrieren- den Staaten w:it voraus sind, so ist es doch not­wendig, daß das Deutschtum wach bleibt und kräftig arbeitet, um seine besondere Stellung in Bulgarien zu wahren und zu Härten. Der I Redner ist überzeugt davon, daß dies den Deut­

Hauptstädte Europa» stet» auch als Hauptzugstück das verwöhnteste Großstadtpublikum in den Abend­vorstellungen enthusiasmiert.

Das alte deutsche F a u ft f p i e l, das am Abend in derselben vollendeten Aufmachung bar- geboten wird, geht bekanntlich auf die ältesten Texte zurück und kommte der Fassung am nächsten, die Goethe sah, als er die erste Anregung zu seiner Faustdichtung empfing. Hier, bei dieser Gelegenheit, begann eigentlich schon sein Dichten am Faust, das ihn sein ganzes Leben lang nicht mehr loslassen sollte. W r haben es also bei diesem Marionetten- Faust mit einer Denkwürdigkeit der Weltliteratur zu tun, denn die Aufführung gibt uns Gelegenheit, an die Wiege unserer größten deutschen Dichtung, Goethes Faust, zu treten.

Erst vor kurzem war Paul B r a n n, dec Schöp­fer biefes -einzigartigen Theaters, gelegentlich seines Berliner Gastspiels von bem Staatssekretär Dr. von Schubert vorn Auswärtigen Amt für zwei große diplomatische Empfangsabende verpflichtet, mit denen die Reichsregierung die Ablicht verband, dieses prominente deutsche künstlerische Unternehmen den Vertretern des Auslandes vorzuführen. Beifall bei offener Szene lohnte diese köstliche Darbietung, bei der hervorragende Sprech- und Gesangskräste mit- wirkten. Trotzdem die Eintrittspreise nur etwa ein Drittel von denjenigen betragen, die eben erst in Berlin bezahlt wurden, können wir einer Vorstel­lung beiwohnen, bei der d i e s e l b e n K r ä f t e mit­wirken, wie dort. Kein Wunder deshalb, daß man diesen Aufführungen auch hier als einem künstle­rischen Ereignisse entgegensieht, bem jeder beigewohnt haben möchte. Der Vorverkauf ist eröffnet.

Daten für Sonntag, den 26 Februar.

Sonnenaufgang 6.54 Uhr, Sonnenuntergang 17.33 Uhr. Mondaufgang 9.19 Uhr.

1629: der Reichstag zu Speyer; 1775: der Kar­tograph Adolf Stieler in Gotha geboren (gestorben 1836); 1861: König Ferdinand von Bulgarien in Wien geboren; 1871: Unterzeichnung des Präli­minarfriedens zu Versailles.

Daten für Montaq, den 27. Februar.

Sonnenaufgang 6 52 Uhr, Sonnenuntergang 17.35 Uhr. Mondaufgang 9.43 Uhr, Monduntergang 0,26 Uhr.

274: Konstantin der Große, römischer Kaiser, in Raissus in Mafien geboren (gestorben 337); 1814: Sieg der Verbündeten über Oudinot bei Bar-suc- Aube; 1869: der Kunstschriftsteller Karl Scheffler in Hamburg geboren.

Zum 1OO. Geburtstage von Oberst Spohr.

Vom Raturheilverein Gießen wird uns geschrieben:

Oberst Spohr, am 27. Februar 1828 geboren, ist einer der markantesten und eneraievottsten Vorkämpfer für eine naturgemäße Lebens- und Heilweife gewesen. Wie wohl kaum ein anderer, hat er am eigenen Körper und in der eigenen Familie durch manche Erkrankungen und eins große Zahl von Unfällen die Vorzüge und Rach- teile ter verschiedenen Heilrichtungen erfahren und ist in unverbrüchlicher Wahrhe tsliebe dann energisch für das eingetreten, was sich ihm als richtig und gut erwiesen hat: für die giftfreie und operativnslo'e K-ankenbehandlung. Sn ener i Reihe von Schri len hat Oberst Spohr seine Erfahrungen niebergelegt, und durch zahlreiche Vorträge hat er seine Sbeen verbreitet. Be­sonders interessant sind seine Schritten durch die zahlreichen Beweise der auf;ä'.ligen Erfolge einer naturgemäßen Behandlung von Wunden und

llnfallfolgen, selbst solchen schwerster Art. In Gießen dürste der temperamentvolle Herr noch manchem in lebhafter Erinnerung sein, der in vielem geistesverwandt seinem genialen Mit­kämpfer, Pros. Echweninger, dem Leibärzte Bismarcks, war. Oberst Spohr hat durch ein fast 90jähriges tatenreiches Leben und Bewahrung der körperlichen und geistigen Spannkraft bis zuletzt den Wert feiner Lehren an sich selbst be­wiesen.

Der Raturhellvereln Gießen wird am 27. Februar, abends 8 Uhr. im katholischen Vereinshaus das Andenken seines großen Vor­kämpfers und Fördere.s in einer würdigen Feier ehren. Vergl. die heutige Anzeige.

Gieftener Wochcumarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt das Pfund: Butter 150 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 45, Weißkraut 25, Rott'raut 35, gelbe Rüben 20. rote Rüben 15 bis 20, Spinat 35 bis 40, Unter- Kohlrabi 8 bis 12, Grünkohl 35, Rosenkohl 45 bis 65, Feldsalat 100 bis 180, Endivien 100 bis 120, Tomaten 120 bis 150, Zwiebeln 20 bis 30, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartofieln 5 bis 51/2. Aepfel 10 bis 15, Bir­nen 10 bis 15, Honig 45 bis 50, Suppenhühner 100 bis 120; bai Stück: Eier 12 bis 14; Blumen- kohl 30 bis 220, Salat 20 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 63 Pfennig.

Der Oberhessische JTunftoerein eröffnet morgen, Sonntag, 26. Februar, vormittags 11 Uhr eine Kollektiv - Ausstellung von D e l ge­rn ä 1 b e n des in Berlin wohnenden Malers Pro­fessor Rudolf Hetlwag welche anläßlich des 60. Geburtstages des Künstlers zusammengestellt und bereits in einer Anzahl größerer Städte zur Schau gebracht wurde. Sie enthält Werke von großer Mannigfaltigkeit und Farbenpracht, darunter einige größten Formats, deren eines sich im Besitz des Reichsfinanzministeriums befindet. Die graphische Abteilung bringt Radierungen des Düsseldor­fer Künstlers Joies Steib, die an Rembmudt erinnern. Die Ausstellung ist wieder au den üblichen Besuchszeiten, voraussichtlich bis 25. Mörz, geöffnet. Die weiter bestellten Rubensblätter sind eingetroffen und können von den Mitgliedern, welche sich in die Bestelltste eingetragen hatten, so­weit sie noch nicht beliefert wurden, an der Kasse empfangen werden. (Siehe Anzeige Im gestrigen Gießener Anzeiger" )

* Der Ausbau der oberen Bahn­hofstraße. Das in bet oberen Bahnhof- (trabe im Rahmen des Bauunternehmers des Eafehausbesitzccs Schwartz gegenüber der Hauptpost entstehende Geschästshaus geht seiner Vollendung entgegen. Das Dach ist jetzt auf- gerichtet. Rach dem Einbau dec Heizungsan- läge wird die innere Ausgestaltung des Ge­bäudes in Angriff genommen; sie soll so be­schleunigt werden, daß die Räume wohl Mitte Mai bezugsfertig fein dürsten. Vei der Errich­tung de- Rohbaues hat sich der von der Ja. H. Weimer in Gießen erstmals verwandte Deton-Gießturm bestens bewährt. Der Reubau wird In seinem Erdgeschoß eine Reihe von Läden beherbergen, während die Räume deS Oberge­schosse- alS Duceaus Verwendung finden sollen. Auch dec zirka 400 Quadratmeter große, helle und luftige Keller kommt für mancherlei ge­schäftliche Zwecke in Detcacht. 3m ganzen laßt sich schon jetzt erkennen, daß hier ein Bau­werk entsteht, das den modernsten Anforderungen genügen wird. Mit der Errichtung dieies Ge­bäudes ist ein weiterer Schritt zur Erzielung eines geschlossenen und entsprechenden Straßen- bilde- am Eingang der oberen Bahnhofstraße vom Dahnhofsplatz her getan.

* Städtische Brennholzversteige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Slavtioald- Annaberg) wurden im Durchschnitt folgende Preife erzielt: Buchenscheiter 18, Birtenscheiter 12,50, Buchenknüppel 16, E.chenknüppel 9,50, Buchenstöcke 7,50 Mk. je Raummeter; Buchenreisig 35, E.chen- reisig 16, Fichtcnre.fig 13 Mk. je 100 Wellen. Die Nachfrage war wieder stark.

* * Der Hessische Landesverein für Krebsforfchung veröffentlicht Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf, der zur Un­terstützung dec Bemühungen auf dem Gebiete dec Krebsforschung auffordert. Unsere Leser seien auf diesen Aufruf ganz besonders aufmerksatn gemacht.

* * Nächste Woche kein Schweine­rn ar.kt. Der für nächsten Mittwoch, 29. Februar, vorgesehene Schweinemarkt ist aus den 14. März verschoben worden.

* Polizeilich sichergestellt find eine Sturmlaterne mit gelblichem Anstrich sowie ein kleiner Gartenrechen und zwei Badehosen, die noch aus den Gartenhauseinbrüchen herrühren. Die Eigentümer werden ersucht, sich mit der Kri­minalpolizei ins Benehmen zu setzen.

** Einbrüche. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 18. Februar wurde in einem Hause dec hinteren Wilhelmstraße ein Kellereinbruch aus­geführt. Gestohlen wurden ein Sack mit etwa fünhifl Pfund Aepfel und eine flache Kiste mit einer größe-' ren Anzahl Werkzeuge verschiedener Art. 9n der Nacht zum 9. Februar wurden aus einer Baubude am Wartweg ein Paar Arbeitsschuhe entwendet. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal­polizei Gießen entgegen.

** 2 0 0 0 hessische Sänger In Wien. Die Meldungen für die Beteiligung am 10. Deutschen Sängerbundesfest in Wien wurden am 15. Fe­bruar beim Hessischen Sängerbund abgeschlossen, lieber 2000 Sänger des Hessischen Sängerbundes werden sich danach am Deutschen Sängerbundesfest beteiligen.

Oberhessen.

Land7 '7is (Yicf;en.

£ Wieseck, 25. Febr. Gestern abend fand im Saale dec Bürgermeisterei die diesjährige Gene- raloerfammlung der Ireiwi11 i g« n Feuerwehr statt. Der erste Kommandant, Uday Schäfer, gab einen kurzen Rückblick über bie Tätigkeit der Wehr während dec fünf Sahre jbres Bestehens und konnte dabei feststellen, daß die bei der Gründung geäußerten Meinungen der Ve||imi- sten nicht eingetroffen sind, im Gegenteil, die yret- willige Feuerwehr. Wiesecks lebt und wird roe:tcr leben zum Wohle der Gemeinde. Der seit Bestehen der Wehr tätige V 0 r st a n d wurde e i n st 1 m mlfl wiedergewählt. Der Uebungsplan für wird vom 1. Kommandanten feftnelegt. Wegen Neu­anschaffung von weiteren Ausrüstungsgegenstanae soll an d.e Gemeinde herangetreten werden. Jje Kassenl-estand ist zufriedenstellend; es soll auch s» 1928 der seitherige Halbjahre-beitrag beibeyauen werden. Mit dem Vorschlag des Borstandes, t Laufe des Sommers die erste gemütliche Husamim.