Geschichten aus aller Welt.
Um einen Wetterbericht.
(f) London.
Ein nicht alltäglicher Kampf ist -wischen bea Derkehrsbehördcn in A izz a und der „Daily News and Westminster Gazette“ entbrannt.
Gegen Ende des verflossenen Jahres sandte der Rizzaer Korrespondent des genannten englischen Blattes, — als die „Daily News“ noch selbständig waren — ein Telegramm, wonach in Rizza stürmisches Wetter herrsche, das sehr schweren Schaden an der Strandprvmenade an- gerichtet habe. Dies Telegramm wurde jedoch, da in der englischen Redaktion wichtigerer Stoff Verlag, nicht veröffentlicht. Wohl aber berichtete die lokale Presse in Rizza in demselben Sinne über den plötzlichen Wettersturz. Man scheint in Duza jedoch der Meinung zu sein, ein Fremder habe das einheimische Wetter nicht zu kritisieren, denn 36 Stunden später gab der „Petit Ni;ois“ in einem gesperrt gedruckten Artikel dem Korrespondenten der „Daily News“ den Rat, wenn der Wettergott an der Riviera nicht zu seinem persönlichen Gefallen regiere, doch den Schauplatz seiner Tätigkeit mit dem „so gesunden, trockenen und warmen London" zu tauschen. Das andere einheimische Blatt, der „Edaireur de Nice", stieß in dasselbe Horn und behauptete, der englische Journalist kenne wohl keine größere Freude, als Rizza uno das Riviera-Paradies vor den Augen der ganzen Welt schlecht zu machen. Was aber dem Ganzen die Krone aufsehk: der „Petit NiQois“ veröffentlichte in feiner nächsten Ausgabe den gesamten Wortlaut, der in der englischen Zeitung aus Raummangel nicht veröffentlichten Depesche des Korrespondenten!
Das war dem Engländer, wie man zu sagen pflegt, doch zu happig. Wie kam das Blatt zu dem Wortlaut eines Telegramms, das er der
französischen Postbehörde unter dem internationalen Telegraphengeheimnis anvertraut hatte?
Er legte Beschwerde ein, und das englische Blatt wandte sich sogar an das Auhenamt, das auch keinen Augenblick zögerte, eine „Demarche in Szene gehen zu lassen. Wit dem Erfolg, daß bei der Post in Rizza unverzüglich peinliche Llntersuchungen begonnen wurden, um den Schuldigen zu entdecken, der dem „Petit Ni^ois" das Telegramm des Engländers mitgeteilt hat. Die Untersuchung blieb ergebnislos und soeben erst hat der französische Minister D o k a n o w s k i den „Daily News" offiziell mitteilen lassen, daß er nach dem negativen Ergebnis der Rachforschun- gen jede Berantwortung seines Ressorts für diesen Zwischenfall ablehnen müsse.
Aber das englische Blatt will ungeachtet aller, durch diesen Vorfall sowieso in zweifelhaftes Licht gerückten „entente cordiale“ fein Recht und gerichtlich Vorgehen. Rnd so wird es jetzt wegen der Launen des Wettergvttes zu einem Krnninalrerfahren gegen „ilnbe onnt“ kommen.
Ptumpudding-Ketter.
<a) Reuhvrk.
Seltsame Dinge ereignen sich auf dem Boden der nordamerikanischen Union. Nachdem erst unlängst eine Gemeinde in Kentucky wegen gewisser „frommer Eier", die, Sonntags gelegt, nicht in der Stadt selbst verkauft werden dürfen, berühmt wurde, macht jetzt Michigan von sich reden. Es mögen ungefähr 60 Jahre vergangen sein, da machte eine alte Dame im besagten Michigan für ihre Urenkelin, die gerade zur Welt gekommen war, einen wundervollen Plum- pudding. Als sie den Eltern des neugeborenen kleinen Mädchens das Geschenk überreichte, sagte sie, ihre Urenkelin dürfe den Plumpudding erst essen, wenn sie selbst 60 Jahre alt geworden
wäre. Man fachte über diese Laune der Urgroßmutter, versprach jedoch, den Plumpudding bis zur Großjährigkeit des Kindes zu verwahren — vorausgesetzt natürlich, daß er sich bis zu dieser Zeit hielte, unb nicht den Schimmelpilzen zum Opfer fiele.' Entrüstet erklärte die Urgroßmutter: „Ein guter Plumpudding verdirft ebensowenig wie guter Wein!" Als nun das Mädchen 21 Jahre alt geworden war, überreichte man ihm den Plumpudding der inzwischen längst verstorbenen Urgroßmutter — und, o Wunder, er sah noch genau so gut aus wie am ersten Tag. da er überreicht worden war. Das Mädchen jedoch fand die Geschichte des Puddings so seltsam und originell, daß sie s ich vornahm, bis zu ihrem 60. Jahre das Geschenk der Urahne zu verwahren. Bor wenigen Tagen feierte nun das inzwisck^n selbst zur Großmutter gewordene Urenkelkind seinen 60. Geburtstag. Biele Gäste hatten sich eingefunden, und nach dem Festessen stellte die alte Dame den Plumpudding. der genau so alt geworden war wie sie, auf den Tisch, und gab jedem der Gäste ein Stück davon. Vorher hatte man den Pudding vorsorglich mit Rum übergossen und diesen angezündet. Die Sache sah also wirklich so aus wie ein richtiger echter englisch-amerikanischer Plumpudding. Die Gäste fanden die Speise ausgezeichnet, und als sie die Geschichte des Kuchens erfuhren, schüttelten sie den Kopf, weigerten sich einfach, die Sache zu glauben und einige von ihnen sprachen sogar den Verdacht aus, die alte Dame wäre wohl nicht mehr ganz richtig im Kopfe. Als aber einige Eingeweihte die Richtigkeit der Erzählung betätigten, bemächtigte sich vieler Anwesenden große Angst, da sie sich vergiftet wähnten. Es lief jedoch alles gut ab und schließlich beschloß eine ganze Anzahl von Familien, für ihre Kinder, Enkel und Urenkel Plumpud- dings anzulegen. Mit echt amerikanischer Großzügigkeit wurden hierfür aber auch gleich sog. „Plumpudding-Keller" angelegt, die nun einen •
Ersatz für die offiziell nicht me$r ertaubten leitet bieten sollen
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Horst Joachim
Kräftiger Sonntagsjunge angekommen!
Karl Baum und Frau Erny geb. Liebau
Gießen, den 22. April 1926 (j. Z. Qt>. Schwesternhaus)
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Cafe Astoria
Mittwoch, den 25. April, 8 Uhr abends
Grofees
Militärkonzert
Ausgeführt von Mitgliedern der hies. Reichswehrkapelle
03)82
4213D
Gießen, den 24. April 1928.
4210V
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge unserer lieben Tochter, für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte am Grabe, sagen wir allen herz liehen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
•J. Kompf.
Statt Karten.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die zahlreichen Kranzspenden anläßlich des Hinscheidens meines unvergeßlichen Mannes Herrn Kaspar Klein sage ich auf diesemWege meinen innigsten Dank. Frida Klein Witwe.
Gießen, den 24. April 1928.
Todes-Anzeige.
Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, der treusorgende Vater zines einzigen Kindes
HerrWilli Preu
im 31. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Luise Preu und Kind nebst allen Angehörigen.
Wieseck und Treis a. d. Lda., den 23. April 1928.
Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, dem 25. April, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause Möserstraße 11. 4229 D
Nachruf.
Am 23. April verschied unerwartet nach kurzerKrankheit
Fräulein Mathilde Reuther
aus Steinberg
In der allzufrüh Entschlafenen betraure ich eine allseits hochgeschätzte treue Mitarbeiterin, der ich stets ein ehrendes Gedenken bewahren werde.
Emil Weissenberg
Inhaberder Firma B. Elsoffer, Gießen.
0318t
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die liebevolle Pflege der Schwestern des evangelischen Schwesternhauses, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarreis Hartmann am Grabe unserer teuren Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank.
Familie Seipp Wilhelm Doll.
Trohe, Alten-Buseck, den 24. April 1928.
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Gerichtsvollzieher in Gießen, Goethestr.29.
Bekanntmachung.
Der vom Cdcmeinberot beratene Sor- anschlag für 1928 Rj. liegt vom 24. April 1928 an eine Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen gegen denselben können während dieser Zeit dott schrifttich oder mündlich vorgebracht werden. ES ist die Erhebung einer Umlage beschlossen worden, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden.
Torf-Gill, den 20. April 1928.
Bürgermeisterei Dorf-Gill Schmidt. 4194D
Einladung
zur diesjährigen ordenttichen
General - Versammlung
auf Tonntag, den 6. Mai d. I., nachmittag» V/2 Uhr, im Schulhause dahier.
Tagesordnung:
1. Rechnungsablage.
2. Beschlußfassung über Verwendung des Reingewinns.
3. ErgänzungSwahl des AufsichtSratS.
4. Verschiedenes.
Die Rechnuna und Bilanz pro 1927 liegen vom 25. April 1928 acht Tage im Geschäftszimmer zur Einsicht der Genossen offen. ' 4226D
Londorf, den 23. April 1928.
Der Aufsichtsrat:
Hasselbach, Vorsitzender.
Bullenverkauf.
Tie Gemeinde Aüendorf a. d. Lahn verkauft auf dem Wege der Submission einen fetten Vogelsberger Bullen. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, 26. April 1928, vormittag» 11% llhr, auf der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen bekanntgegeben werden.
Allendorf a. d. Lahn, den 23. 4. 1928, Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lahn
Volk. 4223D
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