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Aus der Provinzialhaupistatst.

Meßen, den 24. April 1928.

So nebenbei.

Aus der - aber 'in, man nennt den Ramen der Straße lieber nicht. <86 entsteht so leicht Gerede.

Also auf einer Straße steht ein große- Beet mit Hyazinthen unter einem Magnolienbaum. Sie sind holländischer Abstammung, also ruhig und reserviert, ilnb höflich. Eigentlich müßten sie betäubend duften aber dufte einmal einer bei der Kälte!

Eine wundervolle Rosa sagt zu einer Blauen: Ich bewundere 3ßre Farbe, sie ist äußerst selten. Mynheer."Sie ist nicht natürlich," entgegnet der Angeredete,sie müßte Opal feip, aber bei der Kälte friert man blau."Bedauerlich, be­dauerlich." gibt die Rosa zurück,auch ich leide, ich könnte ganz anders aussehen, und in dieser kahlen Llmgebung komme ich mir sehr deplaciert vor, man wirkt nur Im richtigen Rahmen."Sie sind eben zu früh herausgebracht worden." mischt sich die Magnolie ein,zur richtigen Zeit zu er­scheinen oder zu verschwinden, ist allerdings eine Kunst, die gelernt sein will. Wer etwas auf sich hält, drängt sich nicht vor."

Die Holländerin errötete vor Aerger noch tiefer.Aergern Sie sich doch nicht," sagte der blaue Mynheer.die Magnolie ist alt. ich tariere sie auf mindestens 40 Iahre. Da muß man schon haushälterisch mit seinen Reizen umgehen. Die Äugend hat das Borrecht, nach Impulsen zu handeln, und die Ostertage rechtfertigten unsere FrühlingSsehnsucht durchaus."

Die Veilchen hörten bescheiden zu. Veilchen sind immer bescheiden ohne dieses Attribut wären sie eben feine Veilchen. <8S ist sehr vor- teilhast, unter einet rubrizierteil Etikette zu stehen, man kann sich dabei alle- mögliche er­lauben. Lind so kokettierten die Veilchen in aller Bescheidenheit mit einem Schmetterling, einem krassen Fuchs, der sie umflatterte. Die Hya­zinthen wurden ordentlich neidisch, strengten sich aufs äußerste an zu duften ... aber da kam ein Regenschauer und machte allen Gefühlen ein Ende. Ieder sah nur, wie er sich in Sicherheit brachte.

Auch da- junge Mädchen im Kaschamantel und Sxotenstrohhut. Sie hatte ihren Frühlings- float angelegt, to l sie sich auf derach so, ich wollte ja den Straßennamen nicht nennen. Also weil sie sich dort gerade mit ihrem Verehrer, einem krassen FuchS getroffen hatte. Lind da fiel der Schauer auf ihre ersten Gefühle, oder der erste Schauer auf ihre Gefühle man kann das nicht genau wissen.

Ich weiß nur eins, ich muß mir auch sobald wie möglich Frühjahrsgarderobe besorgen, denn wenn der Mai so normal wird wie der April, komme ich ja um in meinem Pelzmantel.

E. v. M

Oie Abwicklung der Landes- unb Kommunalsteuern 1925 1927.

Der hessische Finanzminister und der hessische Innenminister geben gemeinsam folgendes be­kannt: Rach Artikel? Abs. 1 deS SteuervorauS- zahlungSgesetzes für daS Rechnungsjahr 1928 vom 28. März 1928 sind Vie für das EtatSjahr 1 926 und 1927 zu entrichtende staatliche Gewerbesteuer vom Ertrag und vorn ge­werblichen Anlage- und Betriebskapital, ferner Vie staat 1 iche Grundsteuer und Sonder- flebäubefteuet für da« Rechnungsjahr 1927 abaegolten durch die Zahlungen, die zu leisten waren auf Grund deS Gesetzes über die Gewerbesteuer 1925 vom 31. März 1925 und des Gesetze« zu dessen Ausführung vom 26. Juni 1925 in Verbindung mit den Finanzgesehen für die Rechnungsjahre 1925. 1926 und 1927. sowie auf Grund des SteuervorauszahlungSaesehes vom 29. März 1927. Rach Artikel 7 Abs. 2 des Steuer- vorauSzahlungsgeseheL für da« Rechnungsjahr 1928 ist gegen die Anforderungen von vor­läufigen Lande-steuern und von Bor- auSzahlungen auf diese Steuern nach den in Ab­satz 1 genannten Gesehen insoweit die Grund­lagen für die vorläufigen Anforderungen und die Vorauszahlungen nicht rechtskräftig feststehen al« Rechtsmittelverfahren das Berufungs­verfahren nach den Vorschriften der Reichs­abgabenordnung gegeben. Aus Grrmd des Ar­tikels 7 Qlbf. 2 Satz 2 des SteUervorauszahlungs- gesehes 1928 wird festgesetzt, daß die Lin - spruchsfrist von einem Monat vom 5. Mai 1928 beginnt. Gemäß Artikel 10 in Verbindung mit Artikel 11 des SteuervorauszahlungSgeseyes für das Rechnungsjahr 1928 werden die Vor­schriften des Artikels 7 a. a. O. aus die ent­sprechenden Steuern (Umlagen) der Provin­zen, K r e L,s» unb Gemeinden für sinn­gemäß anwendbar erklärt. Die Einspruchs­frist für diese Steuern ist die gleiche, wie für die S?anbe«flcucm.

Daten für Mittwoch, 25. April.

Sonnenaufgang 4,45 Llhr, Sonnenuntergang 19,12 Llhr. Mondaufgang 8,27 Llhr Mond- untcroang 1.02 Llhr

1533: Wilhelm L von Oranicn geboren;

1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Hun- tington geboren; 1804: der Maler Friedrich Preller In Eisenach geboten: 1362: der eng-

Usche Staatsmann Lord Eduard Gred in Oxford geboren: - 1874: der Physiker ©uilclmo Mar- font in Griffone bei Bologna geboren

(tkftcncr Wochcnmarktpreifc

$$ kosteten auf dem heutigen Wochenmarll: Butter 180 bis 200. Matte 30 bl« 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 40 bl« 45. Weiß- kaut 25 bi« 30, Rotkraut 40 bis 45. gelbe Rüben 25 bis 30. rote Rüben 15 bi« 20, Spinat 25 bi« 30, Llnter-Kohlrabi 12 bl« 20. Feldsalat 120 bis 150. Tomaten 130. Zwiebeln 25 bi« 30. Meer­rettich 40 bis 100. Schwarzwurzeln 60 bl« 90 Rhabarber 30, Kartoffeln 4 bis 5, Achsel 15 bis 25, Suppenhühner 100 bis 130 Ps da« Pfund: Eier 9 biS 10. Blumenkohl 60 bi« 180 Salat 15 bi« 35. Salatgurken 100 bis 130. Lauch 10 bis 30, Sellerie 10 bis 100 Ps da« Stück Radieschen Bd 20 bi« 30 Ps

Borriotizen.

TageSkalenVer für Dienstag Stadttheater. 8 Llhr:MrS. Chenevs Ende" (önbe 10 Uhr). - Lichtspielhaus BahnbosstraßcDie letzte Galavorstellung de« Zirkus Wolfson Astvria-Lichtspiele:Der TvdeSveiter von Ari­zona .

~~ 2us bem Stadttheaterbureau toirb utt« geschrieben: Am Mittwock, 25 April |

geht die interessante Reuheik ..Da« Kamc/ geht durch da« Radelöhr" von Frantisek Langet, zum letztenmal in dieser Winterspielzeit in Szene. Da das Werk nicht mehr durch das ganze Abon­nement gehen kann, wird eS im Sommer noch einmal zur Ausführung gelangen. 3m übrigen sei ausdrücklich bemerkt, daß im Sommer keinesfalls Stücke gegeben werden, die im verflossenen Winter im Abonnement gewesen sind, oder im nächsten Winter durch da« Abonnement gehen werden.

Schulbeginn. Dm heutigen tage nahm der Unterricht in allen Schulen unserer Stadt nach etwa brcimöd)igen Osterferien wieder seinen Anfang. 640 Abcschützen gingen heute morgen an der Hand der fürsorgenden Mutter zum erstenmal den Weg zum Schulhaus unb taten den ersten Schritt ins Leben hinaus. In den Schulhäusern herrschte natürlich leb' Haftes Gewimmel und Durcheinander der kleinen Gesellschaft und der besorgten Mütter, denen jedoch die Lehrer und Lehrerinnen überall mit der ge­wohnten Freundlichkeit entgegenkamen, wodurch sie

Tagung des Berkehrsbundes Oberhesfen.

Gestern fand in Gießen im Hotel Schütz die ordentliche 3ahre«tagung de« Ber- kehrSbundes Oberhesfen unter Leitung deS VunbeSvorsitzendrn. Beigeordneten Dr. Hamm- Dießen statt. Die Bundesmitglieder «bekanntlich gehörest die Provinztalverwaltung, hie oberhesfischen Kreis- und Stadtverwaltun­gen. die staatlichen Bade- und Kurdirektionen, die Industrie- und Handelskammern Gießen und Friedberg, die Handwerkskammer, Verkehrs- verein usw.. daneben einige Einzelpersonen dem Bunde an) waren in sehr starker Zahl durch ihre Beauftragten vertreten. Rach kurzen Be- grüßungswvrten an die Versammlung erstattete der BundeSvorsitzende Dr. Hamm den folgen­den

Bericht deS Bundesvorstandes übet da« Kalenderjahr 1927:

Es ist für un« schmerzlich, den ersten Rechen­schaftsbericht, den wir nach unseren Satzungen vorzulegen haben, mit einer Kundgebung der Trauer einleiten zu müssen. Am 24. Ianuat 1928 verstarb der Rechner unseres Bunde«, Herr BürgermeisterTheodorVölket-Lich. (Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen. D. B.) Der Entschlafene hat seine Pflicht al« Mitglied des Geschäftsführenden Vorstandes in stets vorbildlicher Treue und mit größter Ge­wissenhaftigkeit erfüllt. Er hat durch feine rege und immer sehr interessierte Mitarbeit ganz außerordentlich zur Forderung unserer Bundes­arbeit beigetragen und dadurch wesentlichen An­teil an den Erfolgen, die wir bi« heute erringen konnten. Dem Entschlafenen wird der Dank un­seres Bundes immer gewiß sein. Wir werden dem arbeitSsrohen unb vorbildlichen Manne ein treues Andenken bewahren.

Die Arbeit unsere« Bundes wurde alsbald nach seiner Gründung am 29. Rovember 1926 mit einer energischen Aktion zur Verbesse­rung der Fahrplanverhältnisse in der Provinz Oberhessen eingeleitet. Untere große Fahrplaneingabe vom 1. Februar 1927 sand erfreulicherweise bei der Deichsbahndirektion Frankfurt a. M. die verdiente Beachtung. Es ist nn« eine Genugtuung, an dieser Stelle mit aufrichtigem Danke an die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. feststellen zu können, daß durch die erwähnte Fahrplaneingabe und das große Entgegenkommen der Reichsbahndirektion eine wesentliche Besserung der Eisenbahnverkehr-Ver­hältnisse in unserer Provinz eingetreten ist. Wenn auch noch nicht alle Wünsche erfüllt sind, so geben wir uns doch der Hoffnung hin, daß die Reichsbahndirektivn auch künftighin unteren Vorstellungen weitgehendstes Gehör schenken und ihnen Erfüllung verschaffen wird. An Anregun­gen unsererseits zur weiteren Ausgestaltung des Reichsbahnfahrplans In unserer Provinz una auf den großen anschließenden Strecken wird e« nicht fehlen. Im Lause des Berichtsjahre« toaren wir. ferner an zwei weiteren Fahrplan- kvnserenzen mit der Reichsbahndirektion Frankfurt beteiligt, und zwar in R i d d a und in Alsfeld. Auf beiden Konferenzen war unser Bund durch den Bundesvorsitzenden, Herrn Bei­geordneten Dr. Hamm, vertreten. Auch bei diesen Gelegenheiten wurden unsere Wünsche den Herren Vertretern der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. zur Kenntnis gebracht. Weiter nahm der Bundesvorstand an den Besprechungen von Fahrplanfragen teil, zu denen der Hessische VerkehrSbund Darmstadt geladen hatte, und zwar handelte e« sich dabei um Konferenzen in Bad-Rauheim und Fulda. Hier wurden Angelegenheiten behandelt, die sich zur Zeit noch in der Schwebe befinden.

Die Bemühungen zur Erlangung einer wei­teren Bahnverbindung quer durch den Vogelsberg hat der Bundesvorstand mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Gr hat sich aber im Hinblick auf die sehr stark widerstreiten­den Interessen urtb angesichts der Tatsache, das) die unmittelbaren Interessenten sich bislang nicht zu verständigen vermochten, eines Eingreifens in dies« Bewegung noch enthalten. Der Bund ist nicht in der Lage, einseitig für ein ganz bestimmte« Projekt zum Rachteil der anberen Gebiete bc8 Vogelsbergs Stellung zu nehmen. Er muß erwarten, daß zunächst die unmittel­bar interessierten Kreise des Vogels­berg« unter sich eine Verständigung auf ein einziges Projekt herbeiführen. Die Be­strebungen de« Vogelsbergs in dieser Bahn- fache werden vom Bundesvorstand ständig mit Aufmerksamkeit verfolgt, und zur gegebenen Zelt wird c« nicht mt her nachdrücklichen ilntcr- stühung eine« einmütig erwählten ein­zigen BahnproiekteS der Vogelsvergbewohner durch den Bund fehlen.

Um die VerkehrSwerbung für unsere Provinz auf icinc breitere Grundlage zu stellen, ver­anstaltete der Vorstand des Bunde« im Früh­sommer 1927 eine Pressefahrt durch den nördlichen und mittleren Teil unserer Provinz. An dieser Fahrt nahmen zahlreiche Vertreter bedeutender Zeitungen Deutschland« teil. Den Herren der Presse haben die städtebaulichen und lanbfdmfHießen-vnheiten unterer Pro­vinz sehr gefallen. In den veröffentlichten Ar­tikeln in vielen Zeitungen ist bann auch üßer- scugenb und eindringlich von den Pressever­tretern zum Ausdruck gebracht worden, daß unsere Provinz allen Reise- unb Wanderlustigen al« ein schönes Fleckchen Erde zum Betuch drin­gend zu empfehlen sei. Der Erfolg dieser Presse- sahrt konnte von un« in zahlreickren Anfragen von Interessenten nach Führern unterer Pro- binx Htgcftellt werden Da wir bisher ein solche« Führerbuch nicht befaßen, mußten wir

Fragesteller je nach ihren Wünschen an tue einzelnen Städte verweisen Gtc-ichzeitig haben wir stet« die Stadtverwaltungen batadß- ridjtiat unb ihnen empfohlen, den Interessenten da« gewünschte Material direkt zu übermitteln Ibir dürfen an nehmen, daß auf diese Weise unserer Provinz tm verflossenen I<chre ein ge­steigerter Fremdenbesuch Angeführt wurde

Die eben erwähnten zahlreichen Anfragen haben den Vorstand veranlaßt, der Heraus­gabe eine« Führer« durch Ober­hessen näherzutreten. In mehreren BundeSvor- standSsihungen ist diese Frage eingehend gc» geprüft worden mit dem schließlichen Erfolg, daß die Herausgabe eine« solchen Buche« in der Regie de« Bundesvorstände« einstimmig be­schlossen wurde. Rahezu alle Städte etfiärtcn sich zu der erforderlichen finanziellen Garantie­leistung von 150. Mark bereit. Mit Be­dauern muß aber doch erwähnt werden, daß mehrere Stadtverwaltungen mit der Begrün­dung. zur Zahlung de« ®aranticbctrage« von 150. - Mark nicht imstande zu sein, sich abseits stellten und damit für ihren Teil auf dieses hervorragende Werbemittel, das auf mehrere 3 re hinaus wirksam fein wird, verzichteten. Dieser Führer durch Oberhessen ist vor etwa acht Tagen erschienen. Er hat bisher schon über­all, wo er bekannt wurde, eine sehr freundliche Aufnahme gefunden. Die Rachfrage nach diesem Buche ist bereits recht lebhaft. Der Versand an die auswärtigen Verkehrsbureau ist in die Wege geleitet. Wir werden in der Gestalt diese« Führer« durch Oberhessen zweifellos ein sehr zugkräftiges Werbemittel zur Steigerung de« Fremdenverkehrs in unserer Provinz besitzen, von dem wir nun in umfassender Weise Ge­brauch machen wollen. In diesem Zusammen­hänge sprach der Vorsitzende dem Bundesschrift- führer. Redakteur B l u m s ch ei n - Gießen, der den Führer im Auftrage de« Vorstände« orga­nisatorisch unb tebaftiD.i.il bearbeitet hatte, sowie der Brühl'schen Lin iversitäts - Buch» unb 6 teinbru detei R. Lange in Gießen, die das Buch in schönster unb außerordentlich zufriedenstellender Weise herstellte, den auf­richtigen Dank deS Bunde« au«.

An Sitzungen sanden im Berichtsjahre fünf Vorstandssihungen und zwei Sitzungen des Vor­standes in Gemeinschaft mit dem Ausschuß statt.

Zufammenfassend darf bet Vorstand zu feiner Genugtuung fügen, haß die Arbeit des Bundes dank der regen Mithilfe au6 den Mitgliederkreisen im ersten Iahre des (Be=* stehens de« Verkehr-Hunde« Oberhesfen eine recht erfolgreiche gewesen ist. Aus dieser Bahn weiter fortzu schreiten, wird uns gern erfüllte Pflicht sein. Wir werden habet die Werbewaffe de« Führers durch Ober­hessen und in Kürze auch eine zweite Pressefahrt, die diesmal vor allem dem südlichen Teil unserer Provinz qetolbmet sein wird, al« nächste geeignete Maßnahmen zur Ver- kehrsweybung und damit zur wirtschaftlichen Hebung unserer schönen Provinz Oberhesfen in Anwendung bringen. Erforderlich ist jedoch zum weiteren guten Gelingen unserer Arbeit, haß. alle Kreise Oberhessens sich voll und ganz hinter die Tätiakeit des Bundesvorstände« stellen unb diese nach besten Kräften fördern, auch wem, e« dabei notwendig ist, erforderlichenfalls sogar ein­mal -ein besondere« Opfer im Interesse des großen Ganzen, aber auch zum Vorteil der eigenen Stadt zu bringen.

Rach einer kurzen Aussprache, an der sich Herr Robert-Grünberg. Vorsitzender Dr. Hamm und Schriftführer B1 u m s ch e i n - Gießen be­teiligten, wurde der Rechenschaftsbericht genest' migt.

Der Bunbcßrcdjncr. Die Rechnung für 1927.

An Stelle des verstorbenen Bugdcsrcchners Bürgermeister Völker- Lich hatte her Bandes- Vorstand Herrn Bürgermeister M e n g e l - Schot­ten zum BundeSrechner erwählt. Diese Wahl fand die debattelose und einstimmige Be­stätigung der IahreShauptversammluna, und zwar für die Amtsdauer des gesamten Vorstände«, der bis zum ($nbc 1P29 gewählt ist. Bürgermeister Menget dankte für den einhelligen Vertrauen«' beweis unb nahm das Amt an.

Hierauf erstattete der neue BundeSrechner den Rechnungsbericht für 1 92 7. Die Ein­nahmen Beliefen sich auf 3025.05 Mk.. die Aus­gaben auf 2137,65 Mk., so baß ein Lteberschuß von 887,40 Mk. am 31. Dezember 1927 vorhanden war.

Anschließend wurde dem Rechner nach dem Be­richt der Rechnungsprüfer und auf deren Antrag, zugleich auch dem gesamten Vorstand Ent­lastung erteilt

Der Haushaltsvoranschlag für 1926 rechnet zunächst nur mit der Summe der Mit­gliedsbeiträge. Demgemäß sind die Ein­nahmen mit 1900 Mk. vorgesehen. Die AilSgaben in gleicher Höbe Linier den Ausgaben sind auch 400 Mk. al« Zuschuß de« Bunde« für die z w e i t c Pressefahrt vorgesehen, die auf Wunsch der Städte Bad-R anheim unh Büdingen, der beiden Hauvtanwärter für diese Pressesastri, im A u g u st stattfinden soll. Der Haushaltsvor­anschlag wurde etnftimmig genehmigt.

Rachoem unterVerschiedene«' einige kleinere Angelegenheiten kurz ertrtert worden waren, sprach raxü)

Keglernng»ra( Dr. krebs (Darmstadts über JrcmbenoetfehreroerbDng"

in etwa einstündiaem Vorträge. Der Redner, her al« Fachreferent für Verkehrsfragen Im hessischen Ministerium tätig ist. bot her aufmerksam lau­schenden Versammlung viele lehrreiche und frege- weisende Empfehlungen, die zweifellos mit Ruhen in der praktischen Verkehrswerbearbeit angewandt werden können. Da« Referat, das sowohl die großen Ausgaben und Zielsetzungen der getarnt- deutschen Versehrswerbung, wie die spe»iekl hessischen und insbesondere auch oberhefsischen Erfordernisse unb SrfolgSmöglichkeiten berück­sichtigte. wurde allgemein al« eine verdienst - volle produktive Tat de« Vortragenden empfunden. Der Vortrag fanb heim auch allent­halben den gebührenden lebhaften Beifall Wir Holsen. in Kurze einen besonderen Auflah de« Vortragenden über diese« bedeutsame Thema bringen zu formen

den ft einen Sdnifttfruten sicherlich flertrouen not Schule eingeflößt haben werden.

** Straßensperre. Wegen Ausführung von Rohrverlegungsarbeiten ist der Fußweg entlang der Wieseck zwischen fRoonftraßc und Mottkestraße ab Montag, 23. April, einige Tage für den Fußgänger- cerfebr polizeilich gesperrt.

Personalien. Genannt wurden der Stu- bienrat an der Oberrealschule und dem Pro- gpmnafium In Alzey Georg Schelborn zum ctubienrat an dem Landgras-Ludwigs-Gym- nafium in Gießen mit Wirkung vom 23. April ab; der Schulamtsanwärter Rudolf Veysel au« Gros;-Zimmern, Kreis Diebura, zum Lehrer an der Volksschule zu Metzlos. Kreis Lauter­bach. mit Wirkung vom Tage de« Dienstantritts ab. In den Ruhestand versetzt wurden die Handarbeitslehrerin Anna Singer an der Studienanstalt in Gießen auf Grund de« Alters- grenzeaeseye«. sowie der Oberrca lichter an der Realschule zu Laubach Ludwia Gerhard auf sein Rachsuchen vom l.Mai 1928 ab

Der gcschäftsführende AnSschust des Verbände« freiwilliger Feuer­wehren im Kreise Gießen tagte am Sonntag in Heuchelheim zweck« -HUtSwahI eine« LlebungSobjekw«, da« bei dem KrciSvrtbandStag her freiwiftigen Feuerwehren zur LlebungSauf- gäbe gestellt wird. Ss wurden mehrere Gebäude besichtigt, wovon dann für eine« ein Drandplan auSgearbeitet wird, den man aber erst am Iibc der Llcbung erfährt. Bekanntlich feiert die Frei­willige Feuerwehr Heuchelheim am 7.. 8. und 9. Iuli ihr 50jährige« Bestehen, verbunden mit dem Kreisverbandstag der freimütigen Feuer­wehren des Kreise« Gießen. Zahlreiche Feuer­wehren haben schon ihre Beteiligung cm hietcr Feier Augcfagt.

GinheitskurAschrist. Die wir ge­stern berichteten, veranstaltet der Deutsche Steno- graphenbund in der Woche vom 22. bi« 28. 4. eine Werbewoche. Au« diesem Anlaß veran­staltet heute um 19.45 Llhr dieDeutsche Welle" ein Rundfunk-Probeschreiben für Kurzschrift, da« von den anderen Sendern Über­nommen worden ist. Diktiert wird in der gleich- bleibenden Schnellijckeit von 150 Silben 10 Mi­nuten fang. Bei dieser Gelegenheit sei noch­mal« daraus aufmerksam gemacht, daß der größte Stenographen-Verein in Oberhessen, die 1. Reich«- kurzschriftgesellschaftBabelsberger" und Damen­abteilung. am heutigen Dien-tap in der Pesta- lozzischule Rordanlage wieder einen An­fängerlehrgang eröffnet. Außerdem gibt der Ver­ein in seinen neubcginncr.ben Fortbildung«-, Redeschrift-, Praktiker- und Diktatkursen xur wei­teren Vervollkommnung reichlich Gelegenheit. Die junge Ginheit«kurzschrist hält bereit« nach drei­jährigem Bestehen den stenographischen Rekord Bei den von drn Handelskammern im Iohre 1927 abgehaltenen stenographischen Fertigkeits- Prüfungen steht die Einhett«kur?christ an erster Steile.

* Turnerischer Schwimm-Werbe­abend. Der Turnverein 1846 (Sichert, hetzen Schwimmabteilung am kommenden Donnerstag einen Werbeabend veranstaltet und die heute Im MittelrheinkreiS der D. T. mit an erster Stelle steht, wird den Zuschauern einen genußreichen Abend bringen. Reben den sportlichen Leistungen werden die Aufführungen einen volkstümlichen Charakter haben. Besonder« sind hier zu erwäh­nen die Wasserspiele, sowie die humpristischen Bovtsfahrten, letztere« unter Mitwirkung von Mitgliedern der Pahdler-Gilde Gießen Gin Reiaen mit Figurenlegen der Turnerinnen und Wasferballspiele mit den Wetzlarer Turnfreun­den werden in abwechselnder Weise ha« Pro­gramm vervollständigen. Die Abteilung hat für die Au«scheidung«kämpfe für Köln eine Tur- nerinnenstaffel aufgeftclll. die an diesem Abend ihr Könneit zeigen wird. Man beachte die heutige Anzeige.

Oberheffen.

Landkreis Gießen

* Klein-Linden. 23. Avril. Unter seinem ersten Vorsitzenden. Sattlermeister Weiß, hielt der hiesige Turnverein dm 0am«tagabenb in feiner Turnhalle eine außerordentliche nctalDcrfammlunq ab Der von dem Ge­schäftsführer, Eisenbahnsekretär Klein, vor- gctragcnc Geschäftsbericht des letzten Iahre« fand nach Prüfung durch einige BereinSmitglieder ein­stimmige Annahme. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß auf dem Anwesen des Vereins jährlich rund 1000 Mark Steuern ruhen. Diese Summe erscheint allen Mitgliedern im Hinblick auf den wirklichen Wert des Anwesen« viel zu hock). Die Surnctinnenrtegc, die einige Worben mit ihren Llebungen ausgeietzt hat, wird im Lause dieser Woche ihre Turnstunden wieder ausnehmen. Um auch hie svortliebenven jugend­lichen Turner sportlich beichäftiuen zu können, soll eine Handballmannschcltt ausgestellt werden Von allen Seilen wurde auf die Mängel an dem gegenwärtigen Sportplatz hingewicsen und her Vorstand erneut beauftragt, bei dem Ort«- Vorstand dahin zu wirken, daß endlich etwa« ge­schieht. um der Iugend die Ausübung de« Spor­te« zu ermöglichen. Für den Himmelsahrttag wird ein FamilienaLsftug nach Wetzlar geplant. Zum Besuch des 14. Deiltschen Turnfestes, da« Ende Iuft in Köln stattfinbet, haben sich bi« jetzt fünfzehn Mitalieder angemeldet, zwei davon wollen sich am Wei turnen beteiligen

(.) LangGöns, 23. April. Heute über­nahm Lehrer Herbst, der seither in Billetts häufen wirkte, die hiesige SchulfteNe, die durch die Rubestandssetzung von Lehrer S ch w i n n frei geworden war. Lehrer Schaaf, der seither hier Ächuloerivalter war, wurde nach Arüningen versetzt. In der untersten Klasse wurden heute 34 stinder neu aufgenommen, 19 Mädchen und 15 Knaben.

reis Ariedberg

WSR. F r iedber a. 22. April. Achnlich wie in Gießen, wurde auch hier ein Geschäftsmann von einem abgefeimten Schwindler gc- prellt. Gin Mann erschien in einem hiesigen Zigarrengeschäst und bestellte Zigarren und Zigaretten mit her Weisung, hie bestellte Ware möchte in seine Wohnurrg gebracht werden. Der Schwindler nahm dem Lieberbringer die Ware unterweg« ab, ohne sie zu bezahlen.

WSR. Dorheim, 21. April. Gin von Mel­bach kommende« Auto überfuhr gestern nach­mittag an der Straßenkreuzung Friedberger Straße Kreuzgasse da« f ünHährige Söhn­chen de« Schreinermeisters Wilhelm Gißner. Der berbcifKrufenc Arzt konnte mir noch den Tod des Kinde« infolge Schädelbruche« setz- stellen. Den Wagensührer, der in Frankfurt a. 3L wohnhaft ist. soll feint Schuld an dem Llnsafl titffen.