Einzelbild herunterladen

solch« Parteien einführen wollte, die sich neu um Reichstagsfihe bewerben. Abgesehen davon, dah nach der Ansicht des Innenministeriums dieses Gesetz verfassungsändernd ist und somit kaum noch vor der Auflösung vom Par­lamente erledigt werden könnte, hält man ziem­lich allgemein eine solche Maßnahme nicht für sonderlich geschickt. Die Dolkspartei und auch die meisten andern Parteien haben sich deshalb gegen einen solchen Vorschlag ausgesprochen, den sie nicht für wirksam erachten und der nach ihrer Meinung nur die evtl, davon Betroffenen unnötig verbittern müßte. Auch der andere Aus­weg. nämlich den amtlichen Stimm­zettel ab-uschaf^fen. und damit die Kosten der Druckl-gung der Stimmzettel den Parteien zu überlassen, was natürlich die Aktion kleiner Truppen sehr hemmen würde, wurde für die kommenden Wahlen als ungeeignet betrach- let. Eine solche Umänderung wäre in so kurzer Zeit kaum durchzuführen und würde auch für die großen Parteien eine beträchtliche Be­lastung bedeuten. Unter diesen Umständen kann man annehmen, daß die Frage eines Gesetzes über die Splitterparteien zunächst ruhen wird.

Einigung über den personaletai.

E4 bleibt bei der Regierungsvorlage. Keine Umgruppierungen.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 24. März. Wie man aus parla­mentarischen Kreisen hört, ist es jetzt gelungen, den Kampf um den Personaletat endlich abzu- schliehen. Die Regierungsvorlage, so wie sie auch vom Leichsrat genehmigt worden ist, hat anscheinend nun auch die Billigung der Regierungsparteien gefunden. Die ursprünglich vorgesehenen, dann aber von der Regierung selbst auf Grund eines sogenannten anonymen Antrages zurückgenommenen Umgruppierungen und Höhereinstufungen in eini­gen Kategorien der unteren Beamten der Fi­nanz- und Postverwaltung werden nicht aus­geführt. wenigstens will man sich streng an die Bestimmungen des Besoldungsgesetzes halten und die anderen Aenderungen, die auf Grund der da­maligen Reichstagsresolutionen verlangt wurden, jetzt nicht ausführen. Das bedeutet einen Er­folg des Finanzministeriums und heißt anderer­seits, daß sich die parlamentarischen Vertreter der Beamtenschaft in den Parteien selbst mit ihren Wünschen nicht durchsetzen konnten. 3m allgemeinen ist man heute in parlamentarischen Regierungskreisen der ziemlich zuversichtlichen Stimmung, daß sich der Erledigung des Lot­programms keine besonderen Schwierigkeiten mehr entgegenstellen werden. Mit der Schlußlesung des Etats in den beiden letzten Märztagen wird auch die Erledigung des Lvtprogramm-Mantel- geiehes erfolgen.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Bon unserer Darmstädter Redaktion.

D a r m st a d t, 23. März. Der Finanzausschuß jetzte die Beratung über die neue B e s o l - dungsordnuna fort. Artikel 10 bis 14 die den Wohnungsgeld Zuschuß regeln, wurden in der Fassung der Regierung angenommen und die da- m gestellten Anträge abgelehnt. Artikel 15 enthält die Bestimmungen über die K i n d e r z u l a g e. Bon den Koalitionsparteien war folgender Antrag einge­bracht: Ein Beamter erhält für jedes eheliche Kind bis zum vollendeten 16. Lebensjahre einen Kinderzu­schlag, der für das erste und zweite Kind monatlich je 20 Mk., für das dritte und vierte Kind monatlich je 25 Mk., für das fünfte und jedes weitere je 30 Mk. beträgt. Die Höhe des jeweils zu zahlenden Satzes bemißt sich nach der Zahl der kinderzuschlags- fähigen Kinder. Absatz 3 Satz 1 des Artikels wurde wie folgt geändert: Für Kinder vom vollendeten 16. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kann der Kinder- 'zuschlag gewährt werden, wenn usw. 3n dieser ge­änderten Fassung wurde der Artikel 15 angenommen und die sonstigen dazu gestellten Anträge abgelehnt. Die Artikel 16 und 17 wurden angenommen. Die Artikel 18 bis 20 behandeln die n i ch t p l a n m ä ß i° gen Beamten.

Zu Artikel 18. Ziffer 3, wurde von der Re­gierung ein Zusatz hinter dem Wortgelten" vorgeschlagen:soweit für die wissenschaftlichen Assistenten nicht anders bestimmt ist." Ferner beantragten die Koalitionsparteien noch mehrere Aenderungen, die angenommen wurden. Artikel 19 und 20 wurden genehmigt. Die Artikel 21 bis 29 handeln vom Wartegeld, dem Ruhe­gehalt und den Hinterbliebenenbezü­gen. Artikel 30 vom Sterbegehalt. Zu dem letztgenannten Artikel lag ein Antrag der Koalitionsparteien vor, Absatz 1 Satz 1 wie folgt iu ändern: Hinterläßt ein Beamter eine Witwe ohne Kinder und Abkömmlinge, bei denen nach Artikel 15 Zuschläge zu zahlen wären oder gezahlt werden müßten, so ist das Dienstein­kommen maßgebend. 3m Absatz 2 ist statt des Wortes Verstorbener, verstorbener Beamter ein- geletzt worden zur Klarstellung, weil darunter auch die Beamtin zu verstehen ist. Die erwähn­ten Artikel sowie die vorgeschlagenen Aende­rungen wurden genehmigt. Die Artikel 31 bis 33 enthalten die Uebergangsvorichriften. Artikel 31 wurde angenommen. Zu Artikel 32 wurde u. o. ein neuer Absatz 2 geschaffen mit folgendem Wortlaut:Bei Beamten, die vor Veröffent­lichung dieses Gesetzes aus einer Besoldungs­gruppe mit niederem Endgrundgehalt in eine solche mit hohem Endgrundgehalt übergeführt worden sind und die auf Grund des Heber- leitungsgesetzes ein geringeres Grundgehalt be­ziehen, als sie beziehen würden, wenn sie in eine Gruppe mit niederem Endgrundgehalt eingereiht wären oder wenn eine frühere Ueberführung nicht stattgefunden hätte, ist das Besoldungs- drenstalter so festzusetzen, wie es festzusehen wäre, wenn die Ueberführung erst nach dem Gesetz stattgefunden hätte." Mit dieser Aenderung wurde der Artikel 32 angenommen. Ferner wurde Artikel 33 genehmigt, ebenso die Artikel 34 bis 39, die die Schluhvorschriften bringen. Einige Eingaben wurden für erledigt erklärt.

Die Beratungen wandten sich dann der B e - soldungsgruppe 21 (Die letzte der Vorlage) zu. Sie wurde in der Regierungsfassung ange­nommen. 3n Gruppe 11 wurden Aenderungen der Regierungsparteien genehmigt, wonach die Stelle eines Parkwarts in Bad-Rau- h e i m gestrichen wird, ferner werden gestrichen zwei Amtsgehilsen und ein Hausmeister, zugeseht wurden ein Drückenaufseher, ein Brunnenmeister sowie ein Fourage- und Magazingehilse beim Lanbesgestüt. Gruppe 10 wurde zurückgesteNt.

Erregte Debatte in Genf.

Deutschland beantragt sofortige Einberufung der Abrüstungskonferenz.

Genf, 23. März. (WB.) Die heutige Lach- mittagssitzung des Vorbereitungsausschusfes für die Abrüstungskonferenz brachte einen längeren Gedankenaustausch, der sich fast ausschließlich darum drehte, ob die zweite Lesung des kombinierten sranzösisch-englischen Abrüstungsent­wurfes, wie die deutsche Delegation verlangt, sofort begonnen werden, oder ob sie später vor sich gehen soll. 3talien, Frankreich. England und Schweden vertraten den Standpunkt, daß die zweite Lesung auf keinen Fall jetzt ftattfmden soll, da die seit der ersten Lesung bestehenden Gegensätze noch nicht überbrückt feien. Graf Bernstorfs betonte nachdrücklich, daß nach seiner Auffassung die bestehenden politischen Schwierigkeiten so geringfügiger Latur feien, daß sie unter dem Druck einer sofortigen gründ­lichen Aussprache während der zweiten Lesung behoben werden könnten. Da sich jedoch im weiteren Verlaufe der Aussprache zeigte, daß die Mehrheit des Ausschusses gegen seine so­fortige zweite Lesung ist, brachte Graf Bern­storfs einen Entschliehungsentwurf ein, demzufolge der Vorbereitungsausschuß den Dölker- bundsrat bitten soll, in seiner nächsten Tagung für die Erste Allgemeine Ab­rüstungskonferenz einen Termin bald nach der nächsten Völkerbunds- tagung anzusetzen und gleichzeitig die Re­gierungen zur Teilnahme an dieser Konferenz einzuladen. Der Ausschuß müsse durch eine solche Entschließung mit aller Entschiedenheit von den Regierungen die Beseitigung der gering­fügigen Schwierigkeiten verlangen. Litwinow stimmte dem deutschen Entschliehungsantrag ,zu. während Lord Eushendun Vorbehalt geltend machte und ihm höchstens etwa In Form einer Präambel in dem vom Vorstandsbureau vor­gelegten Entschliehungsantrag verwendet sehen Will.

Weiter hatte Graf Bernstorfs bereits 51t Beginn der Aussprache es als unerläßlich bezeichnet, daß der Ausschuß wenigstens den Mut und die Autori­tät aufbringe, einen er ft en Schritt auf dem Wege zur Abrüstung zu ermöglichen. Er bebonerte, daß die vom Vorstandsbureau oorgelegte Resolu­tion, die im wesentlichen besagt, daß die zweite Lesung auf jeden Fall vor der nächsten Völker­bundsversammlung abgehalten werden soll, nunmchr den Ausschuß bereits zum dritten Male in die Lage versehe, nichts vorzuschlagen und nichts zu tun. Ein drittes Mal könne er einer solchen Entschließung nicht zustimmen. Man habe Deutschland dieser Tage einen Wechsel ausgestellt, den man abermals verlängern wolle, ohne einen Grund anzugeben. Deutschland jei ein gut­mütiger Gläubiger und wurde sich mit einer c t |t cn Abrüstungsetappe begnügt haben, aber nicht einmal diese erste Anzahlung wolle man ihm geben.

Politls habe gestern mit seiner großen Bered- samkeit den Beweis erbracht, dah eine voll­kommene Abrüstung nicht mit dem Völkerbunds­pakt vereinbar fei. Dementsprechend stehe auch die vollständige Abrüstung Deutschlands zu ihm in Widerspruch. Deutschland müsse daher ver­langen, dah auch die anderen Staaten bis auf

Zu Gruppe 9 wurde ein Antrag Dr. Keller, die Laborantin an der Klinik für psy­chische Krankheiten in Gießen zu streichen, weil sie zu den technischen A s s i st e n t e n in Gruppe 7 gehört, angenommen. Ferner wurden einige Stellen von Hausmeistern und Amtsgehilsen zugesetzt, andere gestrichen. Die Gruppe 9 wurde dann mit den vorgeschlage­nen Aenderungen angenommen.

Neuer Waffenfund auf dem Balkan.

Beschlagnahme von 22 Waggons Explosivstoffen in Mariatheresiopel.

Graz, 23. März. (WTV.) DieTagespost" mel­det aus Wariatheresiopel: Vor zwei Tagen wurden auf der hiesigen Station 22 Waggons, die aus Italien kamen und für Rumänien be­stimmt sind, angehalten. Schon einige Tage vor- her haben zwölf Waggons aus Italien, die eben­falls für Rumänien bestimmt waren, Mariathere- siopel passiert. 63 wurde jetzt festgestellt, dah diese wagen Explosiv st offe enthalten. Die Wagen wurden auf ein totes Gleis der Station gebracht und werden von Militär bewacht. Eine besondere Attli- tärkommission führt die Anlersuchung in dieser An­gelegenheit.

Obermgenieur Goldstein erstattet Bericht.

Berlin, 23. März. (WD.) Wie verlautet, erstattet Oberingenieur Goldstein heute vormit­tag der D i r e k t i 0 n der A. E. G. Bericht über seine Erlebnisse. Heute abend hat er im Aus­wärtigen Amt in einer längeren Besprechung Bericht erstattet. Die Berichterstattung Gold­steins enthält die er st en authentischen direkten Mitteilungen über die Einzel- beiten der Verhaftungsangelegenheit. Auf Grund dieser Berichterstattung wird das Auswärtige 2Imt_ deshalb seine weiteren Schritte einrichten. Zunächst wird auch der deutsche Botschafter in Moskau eingehend informiert werden.

Kleine politische Nachrichten.

Bei einer Audienz sagte der Papst über S ü d t i r 0 l, es schmerze ihn aufrichtig, dah deutsche und österreichische Katholiken ihm den Vorwurf machten, als ob er nicht für die Erteilung des Religlonsunterrtch- tes in der Muttersprache eingetre­ten sei. Was er tun konnte, habe er getan, denn er denke als Vater an alle seine Kinder und an die Bedrängten zunächst. Aber lagen Sie, so fuhr er fort. Ihren Katholiken, dah wir nicht frei sind, daß das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in 3talien genau dasselbe ist, wie am 21. September 1870. Wir werden auch in Zukunft tun, was möglich ist, und auch beten. Aber wir müssen befürchten, daß weitere Be­mühungen unsererseits die Situation eher ver­schlimmern als verbessern

dieses Niveau des Rüstungsstandes herabsteigen, das für Deutschland gelte.

Deutschland könne auf keinen Fall die vom Vor­standsbureau oorgeschlagene Resolution annehmen: Denn es gebe keinen ern st hasten Grund für eine Verschiebung der zweiten Lesung.

Lord Eushendun nahm gegenüber dieser Er­klärung für sein Land sofort in Anspruch, daß England aus eigener Initiative auf dem Wege zur Abrüstung bereits sehr weit ge­gangen fei, ganz besonders bei feiner Kriegs­marine und seiner Luftflotte. Zahlen werde er später angeben, wenn die Verhandlungen an diesem Punkt angelangt fein werden.

Der französische Vertreter. Clauzel. wandte sich gegen die Erklärung des Grafen Bernstorff. daß Deutschland in der Abrüstungsfrage der Gläu­biger der übrigen Völkerbundsstaaten sei. Die Abrüstungsverpflichtung sei, so fügte er hinzu, mit der Erfüll ung bestimmter Ver­pflichtungen durch Deutschland verbunden ge­wesen, die statt in sechs Monaten oder in einem 3ahr. erst in sieben 3 ahren erfüllt worden fei. 3m übrigen habe Kmnkreich die be­reits früher von Paul-Doncour anerkannte mora­lische Verpflichtung zur Herabsetzung der Rüstun­gen, die sich aus der Präambel zu Teil 5 des Versailler Vertrages ergebe, ebenso erfüllt wie England, ohne auf das Ergebnis der Völkerbundsarbeiten zu warten. Was die juri­stische Verpflichtung aus dieser Präambel be­trifft, so müsse sie allerdings erst durch den Vor- bereitungsausschuß erfüllt werden.

Graf Bernstorff entgeanete auf die französische Er­klärung damit, daß er eine Stelle aus der von Cle- menceau unterzeichneten Mantelnote vom 16. Juni verlas, in der der damalige französische Ministerprä­sident im Namen der alliierten und assoziierten Re­gierungen erklärte:

Die Abrüstung Deutschlands bildet gleichzeitig den ersten Schritt zu jener allgemeinen Herabsetzung derRü st ungen, die die un­terzeichneten Mächte als eins der besten Mittel zur Kriegsoerhütung zu verwirklichen suchen, und die der Völkerbund unter seinen ersten Pflichten herbeizuführen hat. Diese Erklärung Clemenceaus könne keinerlei Zweifel bestehen lassen, und Paul-Boncour habe in früheren Tagungen die moralische und juristische Verpflichtung zur allge­meinen Abrüstung anerkannt.

Graf Clauzel gab in diesem Zusammenhang der Meinung Ausdruck, daß die j u r i st l s ch e Verpflich­tung, von der Graf Bernstorff sprach, weder aus der Mantelnote, noch aus der Präambel zum Teil 5 des Versailler Vertrages hergeleitet werden könne und lediglich für die Signatar st aalen des Versailler Vertrages gelte. Für die Nicht- fignatarftaaten, die im Ausschuß vertreten seien, er­gebe sich diese juristische Verpflichtung lediglich aus Artikel 8 des Dölkeroundspaktes. Und zur Derwirk- lichung dieser Verpflichtung gebe es nichts anderes, als möglichst rafch die Arbeiten des Abrüstungsaus- schusies vorwärts zu bringen, sobald Aussichten für einen praktischen Abschluß vorhanden seien. Eine Entscheidung über den deutschen Resolutionsantrag und über den vom Vorstandsbureau eingereichten Resolutlonsentwurf ist heute nicht gefallen.

Der im Wahlkreis Westfalen-Süd gewählte Zentrumsabgeordnete Schulrat Anton Rhein­länder aus Münster in Westfalen ist einem Herzfchlag erlegen. Rheinländer ist in lebtet Zeit besonders bekannt geworden durch seine Beteiligung an der Beratung des geschei­terten Leichsschulgesetzentwurfes. Er hat nur ein Alter von 62 3ahren erreicht.

Die demokratische Reichstagsfraktion hat gestern eine Entschließung eingebracht, in der die Reichsregierung ersucht wird, mit allen Lachdruck auf die Lander dahin einzuwirken, daß die kostspieligen Gesandtschaften der Länder untereinander ausgehoben werden. Heber das Ergebnis soll dem Reichs­tag Bericht erstattet werden.

Die im Reichsarbeitsministerium geführten wei­teren Verhandlungen über die Verbindlichkelts- erflärung des Schiedsspruches im Buchdruck" gewerbe haben noch kein Ergebnis ge­zeitigt.

Dor einem vom Reichsarbeitsministerium ge­bildeten Schlichtungsausschuß fanden Lohnver­handlungen für das Buchbindergewerbe in Berlin statt. Gs kam lautVorwärts" zu einem Schiedsspruch, nach dem der Reichstarif­lohn in Klasse l von 1,01 auf 1,09 Mk. erhöht tvird. Alle übrigen Lohnsätze errechnen sich nach dem Lohnschema im Reichsmanteltarif. Diese Lohnrechnung soll Gültigkeit haben vom 5. April 1928 bis zum 3. April 1929. Der Schiedsspruch wurde sofort von allen Vertragsparteien ange­nommen.

Die im bayrischen Sozialministerium geführten Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeit­nehmervertretern der bayrischen Metall-- Industrie außerhalb Münchens sind ergeb­nislos verlausen. Die angekündigten Kampf- Maßnahmen treten nun in Kraft. Bisher sind rund 2000 Arbeiter in verschiedenen Orten Bayern- in den Ausstand getreten. Don Arbeitgeberseite ist geplant, für Ende März die Aussperrung von insgesamt 20 000 bis 25 000 Metallarbeitern durchzuführen.

Aus aller Wett.

Großfeuer in Ostpreußen.

3n Groß-Kronau im Kreise Allenstein entstand ein großes Schadenfeuer, dem zehn Wohngebäude bzw. Schuppen und Stallun­gen zum Opfer fielen. Viele Vorräte und totes 3nventar sind vernichtet worden, während das lebende 3nventar gereitet werden konnte. Die Ursache des Brandes, der infolge des herrschen­den Sturmes eine so große Ausdehnung an­nehmen konnte, ist noch nicht geklärt.

Großfeuer im Zentrum Berlin».

3n her Liederwallstraße brach im Dachstuhl ein Feuer aus. das bald größeren Umfang an­nahm. Das Feuer griff so gewaltsam um sich, daß die auf dem Dachboden beschäftigten Ar­beiter einer Lähseidenfabrik nur mit knapper

1 Mühe ihr Leben retten konnten. Als die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann, brach plötzlich ein Teil des Dachstuhls mit ungeheurem Gepolter herunter und zerriß einige Schläuche, so daß die Löscharbeiten verzögert wurden.

Explosion einer Alafchc.

9 n einem Breslauer Damenmänteigeschäft wur. den die Angestellten durch einen heftigen Knall er- schreckt. Wie sich herausstellte, hatte eine der An­gestellten eine Se l t e r s wa s se rf la s ch e mit T«« auf einen Ofen gestellt, um sie zu wärmen Als sie die Flasche von dem Ofen auf das Fensterbrett stellte, explodierte die Flasche in­folge des jähen Wärm^vechsels. Bei der Explosion gingen einige Scheiben in Trümmer. Mehrere junge Mädchen erlitten Verletzungen. Eine der Angestell- ten wurde durch Glassplitter derart schwer verletzt, daß man für den Verlust des Augenlichtes fürchtet.

Ermordung einer deutschen Hausbesitzerin in Higa,

Die bestialische Ermordung einer betagten deut­schen Hausbesitzerin namens Grant durch den Sohn ihres Hausmeisters erregt die gesamte Be­völkerung der Stadt Riga. Der Mörder ist ge­flohen. Die Polizei »erfolgt jedoch gewiss? Spuren, so dah es wahrscheinlich ist, daß der Täter in kurzer Zeit dingfest gemacht werden kann. Dem Mörder, der wußte, daß die Frau stets eine größere Summe Geldes in ihrer Woh­nung zu verwahren pflegte, ist nur ein kleiner Geldbetrag in die Hände gefallen. Als die Poli­zei am Tatort eine genaue Haussuchung abhielt, entdeckte sie in der Matraze des Bettes versteckt mehr als eine Million Rubel in Dollarnoten.

vorrömische Gräberfunde in Campagna.

Die Erhebungen der Behörden in der Ortschaft C a v a l l i n a, wo einige Bauern bei Ausgra­bungsarbeiten ein altes Grab entdeckten, führten zu der Feststellung, daß es sich um vorrömische, fam- attische Gräber ft alten aus dem vierten Jahrhundert vor Ehristt handelt. Bei Fortsetzung der Ausgrabungen wurden in einer Tiefe von einem Meter sechs Gräber in einer Entfernung von einem Meter voneinander in gut erhaltenem Zu - stande aufgefunden. Die Gräber enthielten Ske­lette, Waffen, verschiedenarttg geformte Krüge mit Abbildmigen in roter und schwarz-roter Farbe. Die Funde haben eine große historische Bedeutung, weit es sich um die e r st e n Gräberstätten aus der vor- römischen Zeit handelt, die in der Campagna ent- deckt wurden.

Gefährliches Spiel.

In Ilsenburg (harz) vergnügte sich ein Schüler damit, Streichhölzertöpfe in einen hohlen Schlüssel zu stopfen, die er dann durch Klop fen zur Explosion brachte. Bei einer besonder- starken Ladung zerplatzte der Schlüssel, und dem Knaben wurden beide Hände zerrissen.

Vrandkalastrophe in einem polnischen Dorf.

3m Dorfe Wola Blendowska im Kreise Przas- nitz sind in der Lackt zum Donnerstag 31 Häuser durch einen Brand zerstört worden. Zwei Frauen, die im Schlafe vom Feuer über­rascht wurden, sind verbrannt.

Hotelbrand in Denver.

3n Denver (Colorado) wurde baS HotelColo­rado House" durch einen Brand vollständig zer­stört. Etwa 100 Gäste konnten sich nur dadurch retten, daß sie aus den Fenstern der unteren Stockwerke sprangen. Bier Personen wurden mit lebensgefährlichen Brandwunden, neun mit leich­teren Verletzungen, ins Krankenhaus gebracht.

Oie Wetterlage.

neyen-

VeZtSünd

o

o

'o

'drs<|

o

12

'60

Freitagtden 25 TTldr^ <926. habend/

Mrco-ins.- 35=

QWoiKenios Q netter o naro ocoetm. 9 wetxrg. oedetm eflegew

* Schnee a Graupem e itcoei K Ge*iitt<r.@uin<jstiiic. O seht eeichttr Ost y massiger Suasuawes« q sturmecnei norawes» »le Pfcue fliegen mit dem wmac 0k ob een Stationen stehenden -ai> ten geven die temperatur an. pie Linien verbinde» Orw mit gleiche* tut neeresmveau umaereebneten mttdreci

Wc. crvo raus-age.

Infolge des hochdruckoorstoßes von Spanien her, hat sick das briti che Druckfallgebiet unter Auffül­lung etwas nordö Uich verlagert, liegt aber immer noch im Raume der britischen Infetn. Di« damit aufkommende Westströmung wird einen geringen Temperaturruckgang mit sich bringen und außerdem bei wechselnder Bewölkung mit Aufklaren zum Auf­treten von leichten Niedenchlägen fuhren.

Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig, etwas kühler, strichweise etwas Regen, um West wechselnde Winde.

W i t t e r u n g s a u s s i ch t e n für Mon­tag: Wolkiges Wetter mit wenig veränderten Temperaturen, noch vereinzelt leichte Lieder­schläge wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 23. März: mittags 15.7 Grad Celsius, abends 6 Grad Celsius , am 24. März: morgens 6,5 Grad Celsius. Maximum 15,7 Grad Celsius, Minimum <. Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 23. März: abends 7.9 Grad Celsius: am 24. März: morgen» 4,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 6K Stunden.