Einzelbild herunterladen

schenkt die Schau aus der Kraft und von der rechten Warte hinein ins Leben.

Und schließlich: Alle großen Eroberungen des See­lischen werden nur mit diesem gesund menschlichen, heiter-liebenden Blicke gemacht!

Mensch fein, heißt nicht zuletzt, recht zu blicken wissen, selbst zur sympathischen Gestalt werden durch die Art, wie man zu blicken weiß. Das höchste Er­gebnis aber dieser Kunst ist dann jene Kraft und innere Weite, wimmel und Erde mit einem Blicke zu umfassen

Taten für Lonntag, 25. März

Sonnenaufgang 5.52 Uhr, Sonnenuntergang 18.21 Uhr. Mondausgang 7.44 Uhr, Monduntergang 23.30 Uhr.

1835: der Dolkswirtschaftler Adolf Wagner in Er­langen geboren (gestorben 1917); 1842: der Dichter Antonio Fogazzero in Vicenna geboren (gestorben 1911); 1854: der Schauspieler Max Grube in Dorpat geboren; 1924: Griechenland wird Re publik.

Daten für Montag, 26. März.

Sonnenaufgang 5.50 Uhr, Sonnenuntergang 18.23 Uhr. Mondoufgang 8.14 Uhr, Monduntergang 0 Uhr.

1794: der Maler Julius Schnorr von Carolsfeld in Leipzig geboren (gestorben 1872); 1827: Ludwig van Beethoven in Wien gestorben (geboren 1770); 1869: der russische Schriftsteller Maxim Gorki in Nishnij Nowgorod geboren; 1881: Rumänien wird Königreich; 1902: der englische Kolonialpolitiker Ceeil Rhodes bei Kapstadt gestorben (geboren 1853).

Boruotizeu.

TageskalenderfürSamstag. Schul- und Jugendgruppe des V. D. A.: 7 Uhr, Cafs Leid, Bunter Abend. WandervogelHöhenflug": 8 Uhr, Katholisches Vereinshaus. Operettenabend. Ver­band zur Förderung des Volkssportes in Hessen und Nassau: 4.30 Uhr nachmittags, Saal des Gesell - schastshauses, Mitgliederversammlung. Freiwillige Gailsche Feuerwehr: 8.30 Uhr, Restaurant Sieck, ordentliche Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Manege". - Astoria-Lichtspiele: Der Held von Sonora".

Tageskalender für Sonntag. Stadt­theater: 6 Uhr,Höhensonne" (Ende 8.30 Uhr). Gießener .Konzertverein: 5 Uhr, Neue Aula der Uni­versität, Konzert Triovereinigung Schul- und Iugendgruppen des V. D.A.: 4 Uhr nachmittags, Caf6 Leib, Vorführungen. Erste Reichskurzschrift- GesellschaftGabelsberger": 9 Uhr vormittags, Pe- stalozzischule (Nordanlage), Vereinswettschreiben. Lichtspieltheater: wie Samstag

- Aus dem Stadttheater ourea,; wird uns geschrieben: Wir machen hiermit noch­mals auf die am Dienstag, 26, Mürz, zum letzten Male stattfindende Ausführung von Ger­hart Hauptmanns Koinödie:College Crampton aufmerksam. Die Aufnahme war von feiten des Publikums, wie der Prelle eine gleich günstige, was vorzugsweise der glücklichen Besetzung der tragenden Bollen zuzuschreiben sein dürste.

Deutscher Bund für christlich, evangelische Erziehung. Am Montag­abend findet im Iohannesfaal ein Fammenabend statt. Pfarrer Laut (Nidda) hält einen Vortrag über das ThemaWie kann und soll eine Mutter ihre Kinder lehren?" (Siehe Anzeige.)

Ein Lichtbilder. DortragDer Mensch und seine Ernährungsweise

Aus der provmzialhauptsiadr.

Gießen, den 24. März 1928.

Oer sympathische Blick.

Von Reinhold Braun.

Wahrheitsliebe zeigt sich darin, daß man überall das Gute zu schätzen und au fiirden weiß. Goethe.

MU einem ernsten, jungen Manne, der der Ver­lobte eines ernsten, jungen Mädchens war, schritt ich den Weg zum Bahnhofe Der Stadt, die ich nun wieder verließ. Er erzählte mir von der inneren liefe, aber auch Schwere des Verlöbnisses zwischen ihm und dem feinen, überaus ernsten Mädchen. Es war etwas Ringerisches in den beiden Menschen, vielleicht ein zu schwer genommenes Werk anein­ander. Besonders das Mädchen nahm gleichsam tiberaU die Lupe zur Hand und betrachtete damit Menschen, Dinge, Ereignisse und nicht zuletzt sich selbst und den Verlobten. So belastete eine zu große Schwerblütigkeit diese schöne Brautschaft. Immerhin war es eine Tatsache, die mein Herz für die beiden, die sich überaus innig liebten, erwärmte, gerade bar weil ich an die vielen leichtfertigen Verlöbnisse unserer Zett dachte. Mer der junge Mann erzählle mir, daß er, der schon sehr ernst Veranlagte, noch ernster geworden sei und manchmal selbst vor seiner Dunkelheit wie ein Fremder stehe.

Mich sorgten die beiden seinen Menschenkinder. Was sollte wohl werden, wenn erst die Wirklichkeit der Ehe einsetzte! Ich konnte nur eines immer wieder raten: Lasset einmal die Lupe gänzlich beiseite! Nehmt buntes Glas mit den sattesten Farben dieser Erde und schaut euch die Well und was darinnen kreucht, dann und wann an. Oder stellt euch vor einen Zerr- ipiegel und schaut die zwei darinnen an, wie sic so luftig aussehen, und macht euch lustig über sie. Oder aber, was das Schönste ist: Heraus einmal aus dem verrußten Tal! Geht wie zwei Kinder auf Die Berge in reine Luft, nehmt Sonne und Himmelsblau und alle Wunder der Weite wie ein Gottgeschenk ans Herz, lernt im Zusammenhang schauen, lernt Weite zu erfassen und Himmelsunergründlichkeit! Lernt wieder wie die Kinder blicken so unbefangen, so unlupenhaft Lernt mit dem Auge des Vertrauens blicken. Nehmt mehr Ewigkeit in euch hinein, soviel eure junge Seele verträgt. Denkt nicht, die Lupe schenkt die letzte Wahrheit. Durch die Lupe lernt man wohl Wissen, was aber zum toten Ballast wird, wenn man den Blick von Dem kleinen Wunderglas nicht in den Zusammenhang richtet und hinaus zum Himmel mit seinen Gestirnen. Erst dieser Blick ins Ganze und aus der Liebe heraus getan, schenkt uns nach und nach die alles verstehende Weisheit des Herzens jene goethesche Wahrheitsliebe. Ja, ja, die Lupe!

Ich glaube, daß das Die rechte Art ist, um als Mensch wirkend und meistertümlich im Leben zu stehen, wenn man einen gesunden Teil kritischen Blickes (soviel eben gerade not ist) sich bewahrt, und ibn mit einem größeren Teil sympathischen Blickes organisch zu vereinigen weiß! Wer nur mit Den krttischen Auge Durch Die Welt läuft, kommt nie zum Genüsse, nie zur Ruhe, nie zur Liebe und selbst, wenn ParaDieshaftigkeit ihn zaubervoll umgäbe, wurde solch ein Men ch zu Den ewig Mißmutigen und Knurrigen gehören.

Der Blick Der Kritik bleibt in Der Einzelheit stecken, kommt nicht los vom Erdigen. Jener Blick aber organischer Cinswerdung, wie oben angedeutet,

** Zur Verhütung von Waldbrän» den. über die in den letzten Tagen mehrfach aus den verschiedensten Gegenden unserer Pro­vinz berichtet werden mußte, hat das Kreisamt Gießen für seinen Amtsbereich jetzt eine erfreu­liche Anordnung getroffen. Es hat bestimmt, daß das Rauchen und Feueranmachen in Waldungen, und auf Heiden, sowie Im Umkreis von 20 Meter von solchen, auf die Dauer von vorläufig vier Wochen verboten ist. Zuwiderhandlungen sind mit einer Geldstrafe bis zu 300 Mk. bedroht. 3m Önteresse der Sicherung unseres schönen Waldes ist dieses nachdrückliche Doraehen des Kreisamtes nur zu begrüßen. Hoffentlich wird aber die Ein­sicht aller Bürgerkreisc die Anwendung dieser behördlichen Maßnahme von vornherein unnötig machen.

' Keine Lustbarkeiten in der Kar­woche. Dom Polizeiamt Gießen wird unS ge­schrieben: Aus Grund der Verfügung des Mi­nisters des Innern haben am Palmsonntag, 1, April, und an dem darauffolgenden Karfreitag öffentliche Lustbarkeiten, wie z. D. auch Fuß- ballwettspiele, zu unterbleiben. Theatralische Dor­führungen, Kinovorführungen werden nur Dann zugelassen, wenn die Darbietungen ernsten oder belehrenden Inhalts sind und Der besonderen Bedeutung und Weihe dieser Tage angepaßt werden. An den übrigen Tagen der Karwoche, einschließlich Ostersonntag, sind theatralische Dor- sührungen und Konzerte aller Art, einschl. der Degleitmusik bei Lichtspielen, zulässig, wenn jie ebenfalls ernsten, belehrenden Inhalts und der Dedeutung und Weihe dieser Tage an- gepaßt sind. Öffentliche Tanzlustbarkeiten wer­den für diese Tage grundsätzlich nicht geneh­migt. Die für den Palmsonntag und die Kar­woche vorgesehenen Programme sind dem Poli- zeiamt zwecks Prüfung sofort, spätestens bis Dienstag, 27. l. M., in doppelter Ausfertigung einzureichen. , m

** Verbesserung im Gießener Post- betrieb. Im Interesse Der Geschäftswelt Des Stadtzentrums hat bas Postamt nunmehr auch im ötaDtpoftgcbäuDc in Der Schulstraße ein« Anzahl Schließfächer für Die Selbstabholer Der Post em- richten lassen. Insgesamt würben Dort 65 Fächer geschossen, und zwar 35 sog. große und 30 kleine Fächer. Die begrüßenswerte Verbesserung in unserem Postbetrieb soll am 1. April den Interessenten zur Verfügung gestellt werden.

" O b e r he s s i s ch e r K u n st oe r e t n. Die der- zeitige Ausstellung H e l I w a g« S t«i b ist morgen Sonntag, 25. März, zum letzten Mal« geöffnet.

findet am Dienstagabend im Katholischen Vereins- Hous statt. Redner ist der Volkswirtschaftler S ch i e tz- hold (Berlin). Der Katholische Deutsche Frauen- bund, Zweigverein Gießen, lädt im heutigen An­zeigenteil alle Frauen und Mädchen zum Besuche ein. (Man beachte die Anzeige.)

- Die Deutsche Demokratische Par­tei hält am Dienstag, 27. März, abends 8.15 Uhr, im HotelSchütz" einen Dortragsabend ab, in dem Geheimrat Prof. Dr. Mitter - maier, der bekannte Strafrechtslehrer unserer Universität, über .Die Todesstrafe" sprechen wird. 3n Anbetracht des Interesses, daS diesem Thema gegenwärtig entgegengebracht wird, emp­fiehlt sich der Besuch dieser "Veranstaltung. Jeder­mann ist dazu eingeladen. (Siehe Anzeige.)

Eine Frühjahrs-Modenschau wurde gestern nachmittag und abend von Den Firmen Ge­brüder Jmheuser, H. Lehmann, Inh. S- Haas, Schuhhaus Süß, C. Röder, Josef Hen­kel, E. Cha Hier und Blumenhaus Dietz im Saale des Cass Leib oeranstallet. Zu der Moden- Vorführung am Nachmittag, der wir beiwohnten, hatte sich ein großer Kranz von Damen, aber auch einige Vertreter des sog. starken Geschlechts ein- gefunben, Die mit lebhaftem Interesse Den inter­essanten Darbietungen folgten. Man bekam bei dieser Gelegenheit eine Fülle Der reizendsten Kleider, vom Straßenkleid bis zum feinsten Gesellschaftskleid, zu sehen. Dazu ließen die Lederwarenfirmen durch aus­gezeichnete Musterkollekttonen die Reichhaltigkeit ihres Lagers in überzeugender Weife dartun. Daß die Damen sich an den vorgeführten Moden begeister­ten, wurde durch häufiaes Beifallklatschen vezugt. Für die Herren der Schöpfung war es erfreulich, feststellen zu können, daß sie hinsichtlich der Preishöhe für alle Die schönen Sachen unserer Damenwelt nicht zu erschrecken brauchen, sobald Dos Attentat auf den Geldbeutel vorgenommen wird. Das Blumenhaus Dietz hatte die gärtnerische Ausschmückung der Bühne besorgt, während Die Firma Imheuser nicht nur ihre Damcnkleider von Den Mannequiens Den Damen zeigen liefe, sondern auch die Buhne in ge­schmackvoller Weise mit Stoffen geschmückt hatte. Die interessante Modevorführung wurde bereichert durch gefällige musikalische Darbietungen auf einem Musik- opparat der Firma C h a 11 i e r sowie durch eine kleine Hauskapelle. Tanzkünstlerische Vorführungen und einige Rezitationen von Anny Rubens bilde­ten eine weitere Belebung Des Programms.

* Keine Pfadfinder. Zu Dem in un­serer Montagausgabe gemeldeten großen Wald­brand im Taunus, der nach dem Bericht deS WTB. auf die Unvorsichtigkeit von Pfadfindern zuruckzuführen sein sollte, teilt unS der Horst Gießen des Deutschen Pfadfinder­bundes mit, daß er sich im 3ntereffc Der Pfadfindersache bei der Wiesbadener Pfadfinder­gruppe erkundigt und dort festgestellt habe, daß dieses Brandunglück nicht durch Pfadfinder verursacht wurde. Die vermeintlichen Pfadfinder feien vielmehr Mitglieder einer Wandervereini- gung, die mit Dem Deutschen Pfadsinderbmw nichts zu tim habe

(Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.I

Berliner Börse.

Berlin, 24. März. (WTB. Funkspruch.- Im heutigen Frühverkehr ist cs bei Der grofeen Ge­schäftsstille sehr schwer, eine Tendenz zu erkennen. Die Spekulation verhält sich sehr abwartend und neigt eher nach unten, da man von Der 150-Mifi lionen-Postanleihe, Die Im April aufgelegt werden oll, für eine Anspannung am Geldmarkt Befürch­tungen hegt. Man hört folgende Kurse: J.-G.-Farben 245,5 bis 246. Glanzstoff 718 bis 720 Proz. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,05, Amsterdam 12,1175 zu 12,12, London gegen Kabel 4,8825, Die Reichsmark gegen Kabel 4,1820 bis 4,1825 und Den Yen 47,25._______________

Ewlinreichs Mötieräte K

^sicherer Schutz oeoen Moüenfraß

in£UERBGfi6

MV

EL

M ü W

ö

hÄIs tdifiijLs

a\\ I

Ms

* O H G *

1/ersu$m ifie bitte einmal, jetzt wieder eine andere Marke zu. rawSjen tfie werden den UntersOjied erkennen und sifyerliO) zur OVER:

STOLZ zurückkefan .Stenn unsere HAUS'bJEUER.BUR.G-Täirfyit ÄviA andiefönfcit derostmacedonistf/enTahake fcwöfat und. fie mit dem Genuss einer wirkte edlenStyarette bekannt ge- mxu$t %idem ist der Macedmen-Jobak odjS) viel bekömmH^er

(ße finden ifa sonst nur in teumn^fyiretten,weiL es bisher un &ltf) Strien, für 5% eine «Site Jl/lacedonen-Mis^un^ zu, bieten Sur<6 die grosse dftuSifratynwS) OVERSTOLZ ist ah erdas Anm.6ßtiche'ßeMM,- heute er faltend für fi ffmü den, OVE RSTOLZ eine erfteMMedonem-SQfyarettv