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Der Kall von St. Gotthard.

Eine Aktion

des Bölkerbuudsratspräiidcnten.

Genf, 23. gebt. (WTB.) Der General­sekretär des Völkerbundes hat am heutigen Spätnachmittag an den ungarischen Mi» nisterpräfidenten, Graf Bethlen, ein drin­gendes Staatstelcgramm gerichtet, in dem er ihm von einem kurz zuvor eingelaufencn Tele­gramm des amtierenden Ratspräsi­denten Cheng Lo, chinesischem Gesandten in Paris, Mitteilung macht. Dieses Telegramm lautet in Uebersetzung wie folgt:

Ich bitte, der ungarischen Regierung zu telegraph'eren, daß der Rat, der mit einem Gesuch der Regierungen der Tschechoslowakei. Rumäniens und Jugoslawiens besaßt ist, durch die Presse erfahren hat, daß die ungarische Regierung zum verkauf der Objekte schreitet, die den Gegenstand des erwähnten Gesuches bilden. Es wäre vorsichtig, die Durch­führung dieser Angelegenheit zu verfchie- b e n, da sie in kurzer Zeit vom Rat ge­prüft werden muß."

Tscheng-Lo hat im Verlaufe eines gestrigen Be- such es beim Außenminister Briand dies Telegramm aufgesetzt. Tscheng Lo erklärte hier- zu einem Vertreter des Blattes:Glauben Sie n cht, daß wir untätig gewesen sind. Ich habe seit einigen Tagen mit Sr Eric Drummond meh­rere Telegramme gewechselt, aber bevor wir Han- beiten, mußten wir bie Stimmung der Mehrheit der Völkerbundsratsmit- a l i e b e r kennen. Die Besprechung, bie ich mit Briand gehabt habe, hat rn ch in diesem Punkt vollkommen aufgeklärt. Ich habe nach Genf tele­graphiert und Sir Eric Drummond hat mir gerade telephonisch mitgeteilt, daß die Depesche sofort nach Budapest übermittelt wurde. Wenn mir spät gehandelt haben, so kann man uns doch nicht den Vorwurf machen, zu spät gehandelt zu haben. Die ungarische Regierung wird rechtzeitig den Willen des Völkerbundsrates kennen und es ist für eine Regierung stets leicht, einen Verkauf der be­schlagnahmten Waffen zu verschieben. Der Dölkerbundsrat wird sich im März einer klaren und unzweideutigen Lage gegenüberbefinden.

Ungarn lehnt ab.

Die verkauften Waffen sollen an Ort und Stelle bleiben.

Budapest, 23. Febr. (Ungar. Tel. Korr.- Dureau): Ministerpräsident Graf Bethlen hat heute abend an den Generalsekretär des V>l- kerbundes, Sir Eric Drummond, auf dessen Tele­gramm in der Angelegenheit von Szent Gott­hard nachstehende Antwortdepesche gesandt:

Ser Inhalt Ihres Telegramms hat die unga­rische Regierung überrascht. Auf Grund von Pressenachrichten, die aus amtlicher Quelle her­rührten, ist es nämlich bereits seit meh­reren Wochen bekannt, daß die kompe­tenten Behörden im Sinne der bestehenden Bor­schriften das in Rede stehende Material un­brauchbar machen und im Wege der Bersteige- ning verwerten werden, falls der rechtmäßige Eigentümer sich nicht melden sollte. Da die Ver- steigerung für morgen früh angeseht worden ist, und sie im Beisein der kompetenten Gerichts­behörden in Szent Gotthard den Bestimmungen des Staatseisenbahn-Reglements gemäß durchge­führt werden muß, to'ire es unter den gegebenen Umständen u n m ö g l i ch, die Durchführung dieses Verfahrens zu verschieben. Ich gestatte mir weiter zu bemerken, daß die Dorschristen betreffend die Ausübung des Investioationsrechtes keine Be­stimmung für solche Fälle enthalten. Richtsdesto- toeniger wird die ungarische Regierung aus Conr- toisie gegenüber der Person des derzeitigen Rats­präsidenten nicht versäumen, die Kiufer zu er­suchen, die Gegenstände, die sie ankaufen werden, an Ort und Stell.e zu belassen.

Lleberraschung in Genf.

Genf, 23. Febr. (WTB.) Das plötzliche Ein­greifen des Ratsprä idenien gegen Ungarn, das im Völkerbundssekre ariat heule abend den aus­schließlichen Gesprächsstoff bildet, hat trotz der lebhaften Kampagne, die seit einiger Zeit ein Teil der französischen Presse wegen des Zwischen­falles von Szent Gotthard gegen Ungarn und dann auch gegen den Völkerbund führt, doch recht überraschend gewirkt. Die Nachricht von der Zerstörung der Waffensen- dung hat freilich von Anfang an nicht nur in den Kreisen um die Kleine Entente sichtlich ver­ärgert, sondern auch in den Kreisen mit wachsen­den Sympathien für Ungarn starke Beden­ken hervorgecusen. Das Eingreifen des Rats­präsidenten, noch bevor der Rat zu dem vor- liegenben Gesuch der K.einen Entente überhaupt Stellung genommen hat, bildet ein R o v u m, und es erscheint hier fast allgemein als sehr fraglich, ob der Ratspräsident überhaupt eine solche Initiative ergreifen kann. Andererseits hat die Vermutung viel für sich, daß ohne die von der ungarischen Regierung angeordnete Zer­störung der Waffen endung, der Ratspräsibent keinen Anlaß zu irgendeiner Intervention ge­habt hätte, die nunmehr zunächst der von führen­den Organen der französischen Pre'se gerade in den letz.en Tagen besonders dringlich verlangten Aktion des Völkerbundes gegen Ungarn starken Vorschub zu leisten scheint. Man muh daher die Frage auswerfen, ob in diesem Falle von allen Seilen richtig vorgegangen ist, und kann nur bedauern, daß eine Angelegenheit, um die aller­dings viel zu viel Aufhebens gemacht worden ist, eine Zuspitzung erfahren hat, die wahrscheinlich man. em Ralsmitglied die Stellungnahme erschweren wird.

Amerikas Uottenrüstung.

Beträchtliche Einschränkung des Banprograinms.

Washington, 23. Febr. (WTB.) Der Ma- rineausschuß des Repräsentantenhauses beschloß, den Bau von 15 Kreuzern und einem Flugzeugmutterschiff an Stelle der vom Marineminister beantragten 71 Kriegsfahrzeuge zu genehm gen. D e Kosten ber Ausführung dieses ft a r t eingeschränkten Programms werden aus 274 Millionen Dollars veranschlagt, während bah Regierungsprogramm mit 740 Millionen ge­rechnet hatte. In diesen Beträgen sind jedoch die Kosten für Flugzeuge und für die Verstärkung der Schiffsmannschaften nicht enthalten. Der Aus­

schuß, ber, wie fein Vorsitzender mitteilte, feine Beschlüsse f a st einstimmig faßte, bestimmte außerdem, daß dos erste ber geplanten Schiffe innerhalb dreier Jahre von ber Annahme des Programms auf Kiel gelegt werben solle und baß das gesamte Programm in sechs Jahren durchgeführt werden müßte. Der Marineausschuß des Repräsentantenhauses hat ferner bie Bestim­mung gutgeheißen, durch die ber Präsident ermäch­tigt wird, das Flottenbauprogramm ganz ober teil­weise auszuheben, falls irgendeine internatio­nale Abrüstungskonferenz irgendein Ab­kommen trifft, bas Amerika mitunterzeichnet.

Der Nachtragsetat.

Berlin, 23. Febr. (Prio.-Tel.) Der Nachtrags­etat für bas laufende Etatsjahr, ber in Höhe von etwa einer halben Milliarde Mark bereits mehrfach angekündigt worden ist, ist jetzt dem R e i ch s r a t zu geleitet. Ein Poften dieses Nachtragsetats sieht eineeinmalige Ausgabe in Höhe von sieben Millionen Mark beim Etat der allgemeinen Finanz- oerroaltung für die Abwicklung der Verpflichtungen betreffend die P h o e b u s - F i l m - A. - G." vor. Weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Millio­nen werden noch angekündigt. Im übrigen enthält der Nachtragsetat für die Gehalts- und Lohn­erhöhungen, sowie die Erhöhung der Ruhe­gehälter und Kriegsrenten insgesamt 172 Millionen Mark. Für die Barzahlung nach dem Kriegsschädenschlußgesetz sind bie vielfach angekündigten 160 Millionen eingesetzt. Grenz­gebiete erscheinen mit 81 Millionen, die verschie­denen sozialen und wirtschaftlichen Hilfs- und Notstandsmaßnahmen mit 50 Millionen. Die Durchführung des Anleihe- ablöfungsgefetzes erfordert noch weitere 44 Millionen, für bie Abgeltung von Länder- anfprüchen find 56 Millionen eingesetzt. Die sonstigen Ausgaben der einzelnen Ministerien be­tragen rund 25 Millionen, zu denen die 7 Millionen Phoebuszahlungen hinzutreten.

Ferner enthält der Gesetzentwurf die formelle Garantie des Reiches für einen Betrag von 225 Millionen Vorzugsaktien ber Reichs­bahn, 12 Millionen Mark Garantie zur Ra- tionalifierung inbuftriellcr Be­triebe in besonders gefährdeten Grenzgebieten und 3,5 Millionen Garantie zur Beschaffung von Düngemitteln für die von Unwetter­schäden betroffenen Gebiete Pommerns. Don den Ausgaben entfallen 526,5 Millionen Mark auf die fortdauernden Ausgaben und 170,5 Millionen Mark auf die einmaligen, von denen jedoch nur 15.5 den Etat belasten, da den einmaligen Mehrausgaben tn Höhe von 170 Millionen 155 Millionen Mark Ersparnisse beim Reichsarbeitsminifterium gegenüberstehen. Der außerordentliche Etat ist im Nachtrag mitoertreten.

Die preußischen Universitäten.

Hochschuldcbatte im Landtag.

Der Hauptausschuh des preußischen Landtages behandelte den Abschnitt des Etats über die Uni­versitäten und technischen Hochschulen. In der Aussprache führte Abg. Dr. K a e h l e r (Dn.) aus, ungenügend sei die Vorbildung der Studenten, was sich besonders bei Doktorprüfungen gezeigt habe. Rotwendig sei die Erhöhung der Mittel für die Wirtschaftshilfe der Studenten. Abg. Dr. Lauscher (Zentr.) wies auf die bedenklichen Folgen der Heber- freq uenz der Universitäten hin. Der Zugang zum Studium sei zu leicht gemacht worden. Das humanistische Gymnasium werde von allen Fakultäten als beste Vorbereitung angesehen. Abg. Dr. D oel i h (D. D. P.) trat für stärkere Ausgestaltung der Arbeitsgemeinschaf­ten auf der Prima ein, die die beste Brücke zur Universität darstelle. Abg. Dr. Klämt (W.Dg.) betonte, es sei durchausnicht not­wendig, daß jeder Abiturient studie­ren müßte. Handel und Gewerbe feien auf­nahmefähig genug. Reben der Berufsberatung müsse auch eine Stellenvermittlung für Studierende geschaffen werden.

Kultusminister Dr. Becker hielt eine grundsätzliche Aussprache über die Lage der Privatdozenten für notwendig, wenn die allgemeine wirtschaftliche Situation sich geklärt habe. Die leidig? Finanzlage verbiete leider zur Zeit die Errichtung neuer Professuren, die auf bie Dauer unentbehrlich seien. Die S t u dien­st i f t u n g des deutschen Volkes habe sich große Verdienste um bie Förderung Begabter erworben. Die Ueberfüllung der Hochschulen sei bedenklich. Recht bedenklich seien besonders die Zahlen bei den Juristen und den Tech­nikern. Die allgemeine Bildung der Studenten sei zum Teil wirklich mangelhaft. Man müsse sich aber vor Uebertreibungen hüten. Von einer Verschärfung bet Aufnahmebedingun­gen in die höheren Schulen möchte der Minister absehen. Vielleicht sei es besser, vor der Auf­nahme in die Prima eine schärfere Auslese stattfinden zu lassen. Der Minister legte sodann allgemeine Grundsätze für eine S t u- öienreform bar. Für die Philologen komme in Frage stärkere Ein'ührung der Stu­denten auf den Bildungsgehalt und Lebenswert ihrer Wissenschaft, pädagogischere Gestaltung des Lehrbetriebes, größerer Zusammenhang zwischen Professoren uno höherer Schule, FortbNdungs- Eurfe, neue Formulierung der Prüfungsordnun­gen. Die juristische und die medizinische Studienreform sei nicht allein Angelegenheit der plnterrichtsverwaltung. Sehr ost öäcb'en leider die im praktischen Leben stehenden Juristen gering von der Ausbildungsmöglichkeit auf den Uni­versitäten. Die sogenannten Begabtenprü­fungen haben sich zweifellos bewährt. Die auf diesem Wegs Zugelaßenen hätten auch auf den Universitäten einen guten Eindruck gemacht.

Finanzausschuß desHessischenLandiags

Don unserer Darmftäbter Redaktion.

Darmstadt, 23. Febr. 2m Finanzausschuß wurden zu Be inn der Verhandlun-'ekommu- nisti che Anträ e abgelehnt, von denen der erste für alle Staaisarbei.er» und arbei:e innen e:n? Lohnerhöhung von 30 Prozent verlangt: der zweite re langt den Achtstun> e itag für alle Ar- beiter und Arbei'.erinne i und der dritte fordert, daß fein Beamter ein Diensteinkommen über 7530 Mk. haben dürfte. Der Ausschuß trat hier­auf in die Beratung bei Kapitels 1 des Staats­voranschlags ein (Forst- und Kamera!- g ü t e r unter Forstverwaltung), worüber Abg. Glaser Bericht erstattete. Rächste Sitzung I Freitag.

Aus aller Wett.

Beisetzung Lord Kilmarnocks.

In Koblenz fand die feierliche Beisetzung des vor kurzem gestorbenen englischen Dberbclegier t e n der Interalliierten Rheinland- Oberkorn Mission, Earl of Groll (früher Lord Kilmarnock) statt. Der Le.chenzug bewegte sich von dem Sterbehaus in den Rheinanlageii zur S ch l o ß k a p e 11 e , wo ein Trauergottesdienst nach englischem Ritus abgehalten wurde. Die Leiche wurde in der Kapelle aufgebahrt. Französische und englische Truppen hielten vor dem Schlosse Ehren­wache. Als ber Sarg kurz nach 12 Uhr die Schloß­kapelle verließ, gab eine englische Batterie 17 Sa­lutschüsse ab. Den Leichenzug eröffnete eine eng­lische Polizeimannschaft, ihr folgte eine Ehrenkom- pagnie, bestehend aus französischen, belgischen und englischen Truppen. Hinter dem Sarge, der mit der englischen Flagge behangen war und auf einer Lafette ruhte, ging zuerst der Reichskornrnis- far für die besetzten Gebiete, Frhr. Lang- werth v. Simmern, m t seinem ganzen Be­amtenstabe als Vertretung fämtl chsr deutschen Be­hörden. Es folgten die Rheinlandoberkommission, die Angehörigen des Verstorbenen, Offiziere und Angehörige der Desatzungsarmee. Französische Mannschaften in voller Ausrüstung bildeten Spalier.

Kommerzienrat Ludwig Ephraim f.

Ein Führer der ostdeutschen Tuchindustrie, Kommerzienrat Ludwig Ephraim, Mitglied des Deichswirtschaftsra es sowie der Handelskammer zu Ko11bus und Vorsitzender des Vereins Deutscher Tuch- und Wollwarenfabrikanten, ist gestern gestorben.

Adel landet auf der Zugspitze.

München, 24. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Kunstflieger U b e t hat am Donnerstagmittag vom Eibsee aus, ber noch eine 30 Zentimeter starke Eisdecke aufweist, mit einem 20-?.-§.-Kramm Daim­ler-Flugzeug einen Flug auf bie Zugspitze ausge­führt. Er ist glatt auf dem Platt gelandet und m i t einemPafsagierdannneuerdingsauf- g e ft i e g e n , wieder zum Eibsee h i n a b ge­flogen und auf dem See nach einigen Loopings gelandet. Übet bezeichnet bie Landungsmöglichkeit auf dem Zugspitzenplatt als außerordentlich günstig.

Beffeigung des Mont Blanc in einem Tag.

Der norwegische Skilehrer Emil Petersen hat mit zwei französischen Verführern das erste­mal im Winter in einem Tage die Bestei­gung des Mont Blanc durchge'ührt. Die drei Touristen benutzen von Chamon'x aus die Zahn­radbahn bis zum Gletscherme^r (2700 Meter Höhe), sind dann kis zum Gip'el des Mont Blanc gestiegen und genau 13 Stunden nachdem sie Chamonix verlassen hatten, dorthin wieder zu­rückgekehrt.

Autounglück.

Auf der Staatsstraße HofSchleitz ereig­nete sich ein schweres Autounglück. Das Personen­auto des Dr. Bachmann (Hof) fuhr gegen einen Chausseebaum. Der Kühler des Wagens wurde zertrümmert und das Steuerrad hochgerissen, so daß die Lenkerin des Autos, Frau Dr. Bachmann, sofort getötet wurde. Der zweite Insasse des Wagens, der Vertreter des augenblicklich in Urlaub weilenden Dr. Bachmann erlitt schwere Verletzungen.

Schweres Unglück durch Gasvergiftung.

Der Maschinenmeister Schmidt einer Berliner Firma verunglückte tödlich, da Kohlenoxid- g a s, das sich im Schornstein angefammelt hatte, in den Kesselraum ausströmte. Ein Heizer und ein Arbeiter erlitten ebenfalls Gas­vergiftungen, konnten aber, nachdem sie von der Feuerwehr mit Sauerstoffapparaten behandelt worden waren, in ihre Wohnungen entlassen werden.

Bergiflungen nach dem Genuß verdorbenen Käses.

Rach dem Genuß von verdorbenem Käse sind in Dellach im Gailtal (Kärnten) von dreißig Personen zweiundzwanzig unter Vergif- tungserschcinungen erkrankt. Ein zweijähriger Knabe ist bereits g e st o r b e n.

vier Geschwister verbrannt.

Vier Geschwister, zwei Mädchen und zwei Kna­ben, im Alter von sechs bis sechzehn Jahren fielen heute beim Brande des Häuschens eines Berg­arbeiters in ber Nähe von Llcmelly (England) den Flammen zum Opfer.

Drei Tote bei einem Stolleneinsturz.

2n einer Grube in der Rähe der St. Pauls- Basilika in Rom ist ein Stollen eingestürzt. Zwei Arbeiter wurden getötet, ein Arbeiter töd­lich verletzt.

Lin siebzehnjähriger Mörder.

Der erst siebzehn Jahre alte Buchalik aus Moszczenitz (Kreis Rybnik) wollte dem Grundbesitzer Piontek einen Hund stehlen. Bei seinem Ver­such, den Hund zu entführen, wurde er jedoch vom Besitzer ertappt und erhielt dafür eine ordentliche Tracht Prügel. Kaum aber hatte er den jungen Dieb losgelassen, zog dieser einen Revolver und schoß Piontek in den Unterleib. Auch die vor genommene Operation konnte den Verletzten nicht mehr retten. Der Mörder wurde verhaftet.

Todesurteil.

Das Anha'tische Schwurgericht verurteilte den 24 Jahre a ten Fürsorgezögling Willi Alsleben aus Rienburg zum Lode. Der Angeklagte hatte kurz vor Weihnachten die Witwe Strothmann in Wedlitz in ihrem Laden überfallen und mit einem Beil erschlagen, um sie zu berauben.

Line Kundgebung des Lentral-vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.

3n einem der größten Berliner Lichtspiel­häuser, demCapitol", fand anläßlich der Haupt­versammlung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens eine Kund­gebung dieser größten Vereinigung deu'scher Juden statt. Sin Trio brachte Schubert und Men­delssohn zu Gehör, Lucie Mannheim vom Staatstheater sprach einen Prolog von Fritz Engel, und am Schluß hallte unter den Klängen der Riesenorgel des Capitols das Deutschlandlied brausend durch die weiten Räume. Bezirks­rabbiner Dr. Paul Lazarus - Wiesbaden er­örterte die Frage, ob starkes jüdisches Bewußt­sein den deutschen Juden seinem Vaterlande ent­fremdet. Der Kampf, der für die Freiheit der religiösen Betätigung geführt wird, soll die deutschen Juden seelisch aufrütteln und sie an die ungeheure Verantwortung mahnen, die sie der jüdischen Gemeinschaft und dem deutschen Vaterland gegenüber zu tragen haben. Keine Enttäuschung kann den deutschen Juden die

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1634: Albrech (Men 1583); Bönig oon Wür

1916: die Lei tm - 1918: 3 fchn Truppen.

ileberjeugung nehmen, daß sie das Recht stn Rahmen ruhiger Entwicklung des Landes er­ringen werden, das ihnen als Vaterland teuer ist, und das sie als Heimar liehen. Rachdeln Georg Bernhard ein Bild der politischen Lage enttoorfen hat. betont Dr. Ludwig Hol- länder besonders, daß der C.-V. nicht nur Gleichberechtigung für die jüdischen Deutschen in religiöser, politischer und gesellschaftlicher, sondern auch in wirtschaftlicher Beziehung erstrebe. Die heutige llmgcftaltung des Wirtschaftsprozessrs schließe mehr und mehr die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Selbständigkeit aus. Auch der jüdische Bevölkerungsteil in Deutschland müsse sich mit der Tatsache abfinden, daß sein Rach, wuchs, ja sogar die alte Generation m^fcr und mehr auf die Arbeit in der Form der Betätigung als Privatbeamte oder Angestellte angewiesen seien.

Akademische Berufsberatung.

Die Tatsache, daß die Zahl der Stu­dierenden und Abiturienten in Deutschland in den letzen Jahren immer weiter ange­lt i eg en ist, hat das Problem deb akademischen Berufsberatung weiter in den Vordergrund de! Onteres es gerückt. Im Wintersemester 1927/28 war die Zahl der Studierenden aller deutschen Hochschulen auf nicht weniger als 75 000 ange­schwollen, und die Gesamtzahl der Qlbiturientcn . bewegt sich um run^ 40 000 herum. Es s nd das ein Mehrfaches der in der Vorkriegszeit zu verzeichnenden Zi fern, kein Wunder al'o, das) die Sorge für die wirtschaftliche Zukunft des akademischen Rachwuchses immer mehr an- wächst. Die immer weiter steigende Ziffer dec Studierenden und Abiturienten macht eine Be­rufsberatung für die Akademikerschaft zu einer zwingenden Notwendigkeit. Es gibt zwar augenblicklich mehrere fachliche akademische Be- ru'sverbände, die sich aber mit der Berufs­beratung so gut wie nicht befassen. Ihre Auf, gäbe müßte es sein, in der genannten Richtung fördernd und bahnbrechend zu wirkcn. Dazu ist natürlich nötig, zuerst einmal ein einheitlicher Zusammenschluß aller akademischen Be- russverbände, die dann mit der deutschen Zen­tralstelle für Berufsberatung sich ins Be­nehmen setzen müssen und durch Einsetzung einer Forschungs- und Materialbeschaffungsstelle, so­wie Heranbringung des nötigen statistischen Ma­terials der Berufsberatung die Wege zu ebnen.

Ti derstürmer.

In dem brandenburgischen Provinziallandtag brachte die sozial, e.nokra.ische Fraktion einen An­trag auf Aenderung des Prov inzial- Wappens ein. Danach solle das neue Wappen keine Schwerter, kein Szepter und keinen Kurhut mehr zei e.i, sondern nur den roten Adler. Die Kommunisten verlangten als neues Wappen die rote Fahne mit Ham­mer und Sichel. Beide Anträge wurden ab» gelehnt, der kommunistische Antrag wurde gegen Die Stimmen der Kommunisten abgelehnt und ebenfalls ein zweiter kommunistischer Antrag, alle monarchistischen Abzeichen im Bereiche der Provinzialverwaltung zu entfernen, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten.

Die erste Frau im Reichsarbeitsgericht.

In der Sitzung des Rcichsarbeitsgerichts am 15. Februar hat zum ersten Mal eine Frau, die Vorsitzende des Verbandes der weiblichen Han­dels und Dureauangestellten, Frau Katha­rina Müller, als Deichsarbeitsrichter mit- gewirkt. Eine erwähnenswerte Tatsache auch des­halb, weil bisher im Bereich des Reichsgerichts Frauen weder als Richter, noch als Verteidiger aufgetreten sind.

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L>ettcrvoraussage.

Das zentraleuropäische Hochdruckgebiet verlagert sich ostwärts. Wenn auch bei uns bereits durch o>e von Westen herannahenden Tiefdruckstörungeni oa- romctcrfaU eingesetzt hat, so wird sich Zunächst oi< Hcichdruckwetterlage erhalten, denn feine Lustzusuyr behält die Vorherrschaft.

Wettervoraussage für Samstag- Weiterhin leichter Nachifroft, morgens stellenweise nebl'g-wolkig, tagsüber milde, heiter und »oaen.

Witterungsaussichten für Sonntag- Vielfach nebl g roolfig mit Aufheiterung, Tempera- turen nachts um Null und darunter, tagsüber g * linder.

Lufttemperaturen am 3. Fevruar: mittags Grad Celsius, abends 0,2 Grad Celsius am 24^6« bruar: morgens 1/5 Grad Celsius.

5 Grad Celsius, Minimum 3,6 Grad Celsius Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am bruar: abends 3,4 Grad Celsius: am 24- Februar, morgens 1,5 Grad Celsius.

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