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ilus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 24. Februar 1928.

3m Telegrammstil.

Unsere schnellhastende Zeit verliert immer i£r von der alten Gemütlichleit, die so manches d>5ne und Gute für sich hatte. Das rastlose <nipo des Geschä'ts'ebens greift mit jedem g< tiefer auch in das Privatleben und in das den unserer Generation ein. Kein Mensch Hai >Hr Zeit, weder für sich noch für andere, im bißchen übertrieben klingt das, aber fast s doch so. Alles geht im Telegrammstil vor sich, urche nennen esneue Sachlich.eit'. 2a. wahr- i :ig, die meisten reden schon im Telegrammstil. JSorgen!" sagen sie in dec Frühe, wenn sie ins lu :eau iommen, und nicht wie einstmalsGuten Icrrgcn!1'; wenn sie zu Lisch eilen, hrihts .Mhlzeit!", und nicht mehr wie in derguten atm Zeit", die heute so fern liegt:Gesegnete illohlzeit': und abends vor dem Heimweg trennt |pn. sich mit einem sachlichenn Abend!". Das. bcauf es onwmmt, den Wunsch eines guten !>:gens oder einer guten Rächt das hat der igrammftil ausgesressen.

Uleberhaupt »st dieser Telegrammstil ein ganz : er Geselle. Wie manchen Schrecken hat er joi unnötigerweise einge agt, ma chen Schaber- d gespielt! Cs dreht sich hierbei um den rich» ! Telegrammstil aus E ar ankeilsrüctsichlejr. a heißt es, aus der Hut sein! Telegraphiert i i «4. 'S. eines Tages ein Freund dem anderen:

Iwnme heute." Ja, was nun? Kommt der Ab- ' nk/er oder soll der Empfänger zu ihm lin nen? Wie man es macht, ist es bekanntlich cilc- alle zwei fahren los, und keiner trifft ! ai anderen zu Hause an. Ein anderer tele- ^aUhiert:Komme heute nicht morgen." Kommt * "nun heute und nicht morgen, oder heute 3ti)t, sondern morgen? Die Mutter eines ledigen ifagen Mannes erhält folgende Depesche:Bin *!rcm(t komme mit nächstem Zuge." Ratürlich eilt ft' mit dem nächsten Zuge nach ihrem 3ungen; ir,Dischen kommt dieser in der verlassenen Woh- 1mg an, eilt zum Telegraphenamt und drahtet: -3iv hier komme sofort zurück." Wieder spult wtr Telegrammstil: Soll die Mutter zurück- Benmen oder fährt der Sohn zurück?

!>«s sind drei Fälle, die vorgekommen sind, s-lictlicherweise greien meistens die erfahrenen Wrlt samten beratend ein, wenn solche Doppel- D'nigteiten am Schalter abgegeben werden, sonst fcirÄe das Durcheinander noch gröber sein. Aber J;r tollten ein wachsames Auge auf den Schelm Äilen, den Lelegravhenstil in der Präzis, be° T-b ic8 aber im täglichen Leben. Heibts erst Drall wieder:Guten Morgen" undGuten

'' dannGute Rächt' du TelegrammstilI

Daten für Samstag, 25. Februar.

tanneaufgang: 6.56 Uhr. Sonnenuntergang: 17.31 Mondaufgang: 8.58 Uhr. Monduntergang: Uhr.

1634: Albrecht von Wallenstein,in Eger ermordet iCltbaren 1583); 1848: Wilhelm II., ehemaliger

von Württemberg, geboren (gestorben 1921); --r!916: die Deutschen erobern Douaumont bei 23er- itüiii 1918: Besetzung von Reval durch die deut- lltyn Truppen.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: 7.30 Uhr,Der eingebildete Kranke" (Ende gegen 9.30 Uhr. Südwestdeutscher Radioklub: 8.30 Uhr. Großer Hörsaal des Physikalischen In­stituts (Stephanstrahe 24), Vortrag. Oberhessischc Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissen, schaftliche Abteilung): 8.30 Uhr. Hörsaal des Bota­nischen Instituts (Brandplatz 4), Lichtbildervortrag. luinoercin von 1846: 9.30 Uhr. Turnhalle, Vor- turnersitzung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Geheimnis des Abb6s I. Astoria-Lichtspiele: König im Sattel".

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LU. Don der Landesuniversität. Der außerordentliche Professor der Zoologie an unserer Landesunioersität Dr. Hubert Erhard hat einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Freiburg (Schweiz) erhalten und angenommen.

"Befreiungsanzeigenzurckrbeits- losenverficherung. Von gut unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß nach einer neuen Verordnung des Reichsarbeitsminist rs die vor dem 1. Oktober 1927 ausgesprochenen Befreiungen am 1 April nicht erlöschen, sondern weiter gelten. Die Erneuerungsanzeigen, die dis zum 29. Februar d. I. eingereicht werden sollten, kommen daher in Wegfall.

' D»e Auszahlung dec Militär- verlor gsgebühr nisse für den Mo­nat März>Midet bei den Postanstalten in diesem 2ahre am Montag, 27. Februar, statt.

* Dortrag über Bulgarien. Auf Ein­ladung der Ortsgruppe Gießen des Bereins für das Deutschtum im Auslande sprach gestern abend im Großen Hörsaa'e der UniDerfität vor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörerschaft der Universitäts'rofcssor Dr. ö r r überDeut­sches Leben und Wirken in Bulgarien". Der Redner, der früher an der Universität in Sofia gelehrt hat, gab seinen Zuhörern ein außer­ordentlich eindrucksvolles Bild von der hohen Bedeutung des Deutschtums in dem Lande unse­rer alten, tapferen bulgarischen Waffenbrüder. Dem Bortrag, über den wir morgen noch näher' berichten werden, wurde verdientermaßen leb- Hasler Beifall zuteil. Der große Hörsaal war, was besonders hervorgehoben sei, so stark be­setzt, daß trotz enger Stuhlreihen zahlreiche Be­sucher nur noch einen Stehplatz erlangen konnten. Der Abend war nicht nur ein voller Erfolg für die Bestrebungen des Bereins für das Deutsch­tum im Auslande, sondern auch eine warm­herzige Bekundung der deutschen Freundschaft für das bulgarische Volk.

* Ausstellung von Schülerinnen­arbeiten im Fröbel-Seminar. Das Fröbel-Seminar hat in diesem Jahre eine ganz besonders reichhaltige Ausstellung von Schüle- rinnenarbeiten aufzuweisen. Alle ausgestellten Sachen zeigen, daß mit anerkennenswertem Eifer, mit viel Geduld und besonderer Sorgfalt ge­arbeitet wurde. 3m ersten Saal haben die Kindergärtnerinnen ausgestellt, was sie im Werk­unterricht. im Zeichnen, Ausschneiden und Mo­dellieren hergestellt haben. Besonders beachtens­wert sind die Holzarbeiten, die sowohl in der Form als auch in der Farbe von gutem Ge­schmack zeugen. Man sieht hier in bunter Fülle Möbelwagen, eine Feuerwehr, das Haus der sieben Zwerge, eine Konditorei mit solid ge­arbeiteten Möbeln, eine Weihnachtskrippe und

vieles mehr. All die vielen Spielsachen erregen das Entzücken der Kinder; sie sind auch ganz von dem Ge.ichtspunkt entworfen, daS zu bringen, was das Kind verlangt und braucht. Beachtenswert sind ferner in diesem Raum die selbstverfertigten Bilderbücher, von denen jedes einzelne Bild aus buntem Papier ausgeschnitten und ausgeklebt wurde. Märchen und Kinder­reime sind hier mit viel Phantasie geschickt illustriert. Die Zeichnungen bringen Hebungen -ur Entwicklung des Formen- und Farbensinnes. Zu beachten sind ferner die Buchbinderarbeiten und die dazu verwendeten selbsthergestellten recht ge chmackvollen Kleisterpapiere. Auch die Bastarbeiten in den verschiedensten Techniken, die Körbe, Teeglaseinsähe, Puppenwiegen, Un- tersähe usw. aus Rohr bringen eine weitere Abwechslung für den Besucher. Ebenso fehlen auch in diesem 3ahr nicht die aus wertlosem Material hergestellten Spielsachen, wie Puppen­möbel aus beklebten Streichholzschachteln, Glüh­strumpfhüllen usw. 3n einem anderen Raum findet man die Arbeiten der Kinderpflegerinnen, von denen besonders die Bast- und Streichholz- kasten-Arbeiten zu erwähnen sind. Originell sind die selbstgenähten Puppen. 3n weiteren Räu- men ist eine kaum übersehbare Fülle von Hand­arbeiten ausgestellt. Kinderwäsche und -kleider, Schürzen und Wäsche zeigen, mit welch beson­derer Sorgfalt gearbeitet wurde. Alle vorkom­menden Verzierungen sind sowohl in Form, als auch Farbenzu ammenstellungen von den Schüler­innen selbst ausgedacht. Der Besuch der Aus­stellung, die noch bis einschl. Sonntag geöff­net ist. ist ein sehr reger und gibt allen Freu- 0e und manche Anregung.

** Kaufmanns ge Hilfentagung in Frankfurt a. M. Wie uns mitgeteilt wird, findet am 3. und 4. März in Frankfurt a. M. eine große Tagung der Kaufmannsgehilfen statt. Der Main-Weser-Gau des Deutschnationalen Handlungsgehilsen-Berbandes hält seinen 25. Gau tag ab und begeht gleichzeitig die Feier seines 30jährigen Bestehens. Der Gautag wird neben Beratungen geschäftlicher Art Vorträge des Schulrats H a s s i n g e r (Darmstadt) und des Geschäfts,ührecs Klaue (Frankfurt a. M.) über Bildungssragen der Kaufmannsgehilfen bringen.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 22. Febr. Unter Ausschluß der Oe'slent ichieit wurde gegen einen wegen Si11 - lich.eitsverbrechens vorke ra ten Stein­metz aus Friedberg verhandel. Cs wurde ihm vorgeworfen, sich an einem Kind, bei dessen Mutter er zur Miete wohnte, vergangen zu haben. Der Angeklagte leugnete, wurde aber überführt durch die Angaben des von seiner Lehrerin und einem ärzt.ichen Sachverständigen für glaubha t erklärten Kindes, dessen Aussage noch durch die Beobachtungen anderer Zeugen unterstützt wurde. Unter Annahme mildernder Umstände, die in seinem vorgerückten Alter und in seiner Angetrunkenheit bei der Tat gefunden wurden, erhielt er eine Gefängnisstrafe von einem 3 a h r.

Ein Postschaffner von Ober-Seemen hat im Verlauf eines 3ahres einen Betrag von etwa

1 500 QHarl unterschlagen und dabei die zur Eintragung und Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben bestimmten Bücher und Register unrichtig geführt und Belege unterdrückt Er war um.assend geständig. Was den früher tüch­tigen und zuverlässigen Beamten zu seiner Tat gebracht hat, lieb sich nicht bestimmt auftlären. Seine Behauptung, in Rot gehandelt zu haben, fand in der Beweisaufnahme keine Stütze; eS hätte ihm möglich sein müssen, mit seinem aller­dings nicht hohen Gehalt, zu dem er noch eine kleine Rente bezog, auszu.ommen. Die Strafe lautete auf ein 3 ahr acht Monate Ge­fängnis.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 20. Febr. Former W. wohnt bei dem Steinbrucharbeiter G. in Annerod zur Miete. Während die beiden Familien in den ersten 3ahren miteinander in Einigkeit lebten, sind im letzten 3ahre Streitigkeiten zwischen ihnen entstanden, die äu gegenseitigen Zänkereien führ­ten. Vor Weihnachten soll W. die Frau G. wiederholt mit Schimpfworten belegt und sie am 24. Dezember am Hals gepackt, körperlich miß­handelt und mit einem Messer bedroht haben. Er stellt dies an sich nicht in Abrede, behauptet aber, Frau G. habe ihn ebenfalls geschimpst, er fei so aufgeregt gewesen, daß er nicht mehr wisse, welche Worte er gebraucht habe. Durch die Ver­nehmung zweier Zeugen wurde festgestellt, daß W. die Frau G. tatsächlich schwer beleidigt hat und daß die beiden sich oft gezankt haben. Daß auch Frau G. beleidigende Aeußerungen getan hat, wurde heute nicht erwiesen. W. wurde mit Rücksicht darauf, daß er einerseits noch nicht bestraft ist und in der Erregung gehandelt hat. daß quch zweifellos gegenseitige Zänkereien vor­liegen, daß er jedoch andererseits sehr schwer kränkende Worte gegen eine verheiratete Frau gebraucht hat und sogar tätlich gegen sie ge­worden ist, zu einer Geldstrafe von 30 M k. und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt.

Berliner Börse.

Berlin, 24. Febr. (WTB. Funkspruch.) Dic Tendenz des heutigen Frühverkehrs ist wenig ver ändert. Das Geschäft bleibt sehr ruhig, die Spekula­tion abwartend. Man taxiert die Kurse aber nicht schwächer. I.-G.°Farben 260, Glanzstoff 602 bis 604, Hapag 154,5, Nordlloyd 155. Man erwartet für heute wieder Spezialbewegungen, u. a. in Kunstseide- werten, Transport-, Kali- und ckuiomobilakticn. Der Geldmarkt ist relativ leicht. _

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Freitag, den 24. Februar.

Kapelle des Allen Friedhofs. 6 Uhr: Pafsions- andacht.

Sckmersstilter/

In allen Apotheken crh&ltlidi.

In

Pflanze nut Würze sättigt,aber nicht zu üppig wuchert, reifende Sonnenstrahlen, unter denen die ätheri­schen Öle des Tabaks sich reinigen und veredeln.

Welche Stellung Maeedonien unter denAnbauggbie- ten orientalischerTabake einnimmt, und wo dieses gesegneteTabakland zufinden, ist,haben wir bereits gesagt.Heuie möchten wir noch darüber sprechen?, welche Geschmackseigenschaften derMacedonen- Tabak hat, also die Ernten aus dem östlichen Teile des Landes und aus dem Westen Thronens.

Aus derTabakstaude, die sich sonst kräftig ent­wickelt und starke lange Blätter trägt, ist in Mazedo- nien ein zierliches und rassiges Gewächs entstanden. Die Blätter sind bedeutend zarter und kleiner, und es scheint, dass in ihnen derselbe Gehalt anAroma zusammengedrängt wird, der sich sonst auf grosser Blattfläche ausbreiteLDeshalb ist der Geschmack des

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Macedonen-Tabaks so würzig wie frisch gebote­nes Brot,aber-mfolge des mageren Bodens-auch so leicht wie MoselweimDasAroma entwickehsidi erst während des Rauchens und erreicht seinen Hö­hepunkt mit dem letzten Zuge. Es ist also gerade, umgekehrt wie bei einer unedlen Zigarette,die, möglicherweise beim ersten Zuge besticht,die man aber nicht zu Ende rauchen mag.Unddas Allerwichtigste:Eine echte Macedonen-Zigarette ist stets bekömmlich und hinterlässt keinerlei, Nachgeschmack auf der Zunge. Das ist überhaupt das beste Zeichen für einen edlen Tabak.

Die kostbaren Ernten der Anbaugebiete in 0st= Mazedonien und West-Thrazien waren bislang nur den Zigaretten hoher Preislagen vorbehalten. Seitdemsich Haus Neuerburg aber nicht mehr auf die Herstellung von teueren Zigaretten be­schränkt,sondern auch eine gute SPt-Zigarette fabnziert,kann sich jeder Boucher den Genuss eines derartigedlenTabaks verschaffen,denn

Wohl nirgends findet die Tabak-Pflanze WAT» so günstige Vorbedingungen wie inMace MMK dornen: Eine schmale Humusdecke, in der sich dic DWW

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