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Hans Jhring das Wort zu einer kurzen Ansprache über die Bedeutung des Tages. Gin aemeinschastliches Essen. Musik und Gesang und der Austausch alter Jugenderinnerungen liehen die recht stimmungsvoll verlaufene Feier aus- klingen. _

s. Bellersheim, 22. Ian. Der Arbeiter Her­mann Schneider von hier, der bei der Gewerk- schäftFriedrich" in Trais-Horloff beschäftigt ist, verunglückte an seiner Arbeitsstätte. Er war an dem neuen Bagger, auf dem Gewichtskasten stehend, mit Schmieren beschäftigt. Da dies dem Führer des Baggers nicht bekannt war, setzte er die Maschinerie in Bewegung, wobei Schneider Quetschungen am Brustkasten erlitt. Er wurde sofort in das Hungener Krankenhaus ein» geliefert.

f Obbornhofen, 23. Jan. Her hiesige MännergesangvereinEintracht" hielt gestern im SaaleZur neuen Welt" sein diesjähriges Wintervergnügen ab, zu dem sich fast sämtliche Einwohner eingefunden hatten, so dah der Saal bis zum letzten Platz beseht war. Als Hauptstück wurde ein DreiakterIn der Hölle von Marokko" gespielt. Die Qualen der Fremdenlegion wurden den Besuchern in ihrer ganzen Schrecklichkeit ausgemalt. Die Spieler meisterten ihre Rollen in bester Weise. Einige Einzelvorträge und zwei kleine Theater­stücke vervollständigten das Programm. Mehrere gut wiedergegebene Männerchöre unter Leitung des Dirigenten, Landwirt Heinrich Glocken- gießet von hier, verschönten die in bester Weise verlaufene Beranstaltung.

''reis Friedberg.

ch Friedberg, 23.Jan. Die cm Jahre 1928 hier stattfindenden Märkte sind auf folgende Tage festgesetzt: 21. Februar: Pferdemarkt: 22. Fe­bruar: Schweine- und Krämermarkt: 21. März: Schweine- und Krämermarkt: 18. April: Schweine- und Krämermarkt: 16. Mai: Schweine- und Krämer­markt: 13. Juni: Schweine- und Krämermarkt: 11. Juli: Schweine- und Krämermarkt; 8. August: Schweine- und Krämermarkt: 5. September: Schweine- und Krämermarkt: 3. Oktober: Schweine- und Krämermarkt: 23. Oktober: Pferdemarkt: 24. Oktober: Rindvieh-, Schweine- und Krämer­markt: 21. November: Schweine- und Krämer­markt: 19. Dezember: Schweine- und Krämermarkt.

£ Bad-Rauheim. 23. Jan. Der Turn­verein von 1860, der größte Verein am Platze, hielt Samstagabend seine stark besuchte 6 8. Generalversammlung ab. die der Vorsitzende. Kaufmann Ph. Weih, mit einem ehrenden Gedenken an den verstorbenen Ober­turnwart der Deutschen Turnerschaft. Max Schwarze, eröffnete. Die umfangreiche Be­richterstattung zeigte, daß der Verein sich weiter aufsteigend entwickelt. Die Mitgliederzahl hat sich im Berichtsjahre um 168 vermehrt und beträgt jetzt 7 11 beitragspflichtigeMit- glieder. wozu noch 211 Knaben und Mädchen kommen. Die einzelnen Abteilungen weisen folgenden Gesamtbefuch auf: Männer 2400. Turnerinnen 2182. Knaben 4718, Mädchen 6482, Frauen 1688, Spieler 582, Fechter 659. Heber 500 Frauen, Männer und Schüler besuchte^ mindestens einmal in der Woche die Turnstunde. Der Verein ist Mitglied der Lebensrettungs- ge.ellschaft, deren Grundschein im abgelaufenen Jahr von zwei Vereinsangehörigen erworben wurde. Die Rechnung schließt in Einnahme und Ausgabe mit 23 725 Mk. ab. Rund 1075 Mark führte der Verein an sog. Gausteuer an den Dau ab. Der Voranschlag für 1928, der dem Spargedanken stark Rechnung trägt, sieht nur 14 426 Mk. in Einnahmen und Aus­gaben vor. Der Jahresbeitrag wurde einstimmig auf 9 Mk. festgesetzt) Die Ergän^ungswahl zum Vor st and brachte die einstimmige Wie­derwahl des 1. Vorsitzenden PH. Weiß, der nun nahezu ein Vierteljahrhundert ununterbro­chen an der Spitze des Vereins steht und im Gau Hessen zu den bekanntesten Turnerpersön- lichkeiten gehört. Ehrungen wurden daun sehr vielen treuen Mitgliedern durch Überreichung von Urkunden zuteil. Besonders anerkannt wurde die Unterstützung der Turnsache durch die Presse, was auch nach außen hin durch die einstimmige Ernennung des Schriftstel­ler Carl Reinhardt zum Ehrenmit­glied zum Ausdruck kommen soll. Erfreulich ist Die einstimmige Annahme eines Antrags, der die würdige Ausgestaltung der Jahn- Gedächtnisfeier am 11. August d. I. und die Schaffung eines Jahndenkmals oder eines Jahnreliefs durch die Bad-Rouheimer Turnerschaft fordert (eine Jahnstraße hat unsere Stadt bereits).

Bad-Rauheim, 23. Jan. In der hiesigen Glasschleiferei sind durch jugend­liche Arbeiter seit längerer Zeit Veruntreu­ungen vorgekommen, die jetzt entdeckt wurden und zur Verhaftung des Haupttäters führ­ten. Die gestohlenen Kristallgegenstände wur­den weiterverkaust, sind aber zum größten Teil bereits durch die Polizei beschlagnahmt. Die Ankäufer dürften sich Wohl wegen Hehlerei vor dem Richter zu verantworten haben.

* Bad-Nauheim, 23. Jan. In dem Bericht über die Bautätigkeit im verflossenen Jahre hat ein Druckfehler zu einer Unrichtigkeit geführt. Es muß st a a t l i ch e s (nicht städtisches) Medizinisches I n st i t u t heißen. _ .

ch Butzbach, 23. Jan. Dm Firma Bamag-Meguin A.-G. hat am Samstag 100 Arbeiter wegen Betriebseinschränkung entlassen.

Kreis Schotten.

X Schotten. 23. Jan. Der Zweigverein Schotten des V. H. C. hielt am Samstag m der gut besuchten Turnhalle sein diesjähriges W i n t e r f e st ab. Gute Musik, die üblichen Auszeichnungen, ein flottes Theaterstück und son­stige Aufführungen bildeten den Inhalt des schönen Programms. Der bekannte Hessen- Rassauische Heimatdichter Rudolf Dietz trug eine Reihe eigner, gehaltvoller Dichtungen mit großem Erfolg vor. Mit den Zügen am Samstag und Sonntag trafen mehrere hun­dert Skiläufer und Win t ersp or t ler hier ein, um den schneebedeckten Höhen des Hoherodskopfs, Taufsteins und Oberwaldes zu­zustreben. Eine wundervolle Rauhreif­winterlandschaft nahm hier die Sportler auf. Welch verändertes Landschaftsbild doch schon diese Höhendifserenz von ein paar hundert Meter schasst! Der Andrang in den Klubhäusern war gewaltig, die Häuser des V. H. C. waren Ü6er­füllt. Die beiden Sprungschanzen wurden eifrigst benützt, besonders die neu angelegte, große Schanze hat sich glänzend bewährt. Eine A b - teilung Schupo trifft heute auf ihrer Hütte am Horst bei Rudingshain zu Sportübungen

Turnen, Sport und Spiel.

Handball in der O. T.

Aus dem Sportplatz in Heuchelheim wurde am Sonntag die Entscheidung um die Hand- ballrneisterschaft in der 1. Klasse des Gaues Hessen ausgetragen. Der Sieger dieses Spieles steigt nun zur Gau-Sonderklasse auf. Zu dem wichtigen Spiele hatten sich die Turnvereine Lauterbach und R i d d a quali­fiziert. Rach schönem Spiele gewann Lauter­bach überlegen mit 5:1 Toren und wurde hier­durch Meister der Klasse. Stand bei Halb­zeit 3:0 für Lauterbach.

Handball der öp.^0.1900.

Universität Marburg Gießen 1900 9:3.

ö. Wenn auch die stark geicpwachten 1900er es mußten drei Stürmer ersetzt werden mit reichlichem Pessimismus die Reise nach Marburg antraten, so kam es doch schlimmer, als man dachte. Allerdings wären drei Tore Unterschied dem Spielverlauf eher gerecht geworden. Schon der Anfang war für die Gießener wenig ver­heißungsvoll, als wenige Minuten nach Spiel­beginn der Torwächter einen haltbaren Ball des Marburger Linksaußen durchrutschen ließ. Im weiteren Verlauf des Spieles war es nun die rechte Sturmseite der Marburger Studenten, die der Gießener Hintermannschaft am meisten zufetzte und den Schlußmann bis zur Pause noch dreimal zu schlagen vermochte. Rach Wieder­anpfiff zeigten sich die 1900er von einer ganz anderen Seite. In forschen Angriffen brachten sie das Marburger Heiligtum des öfteren in Gefahr. Mittelstürmer, Ersatzhalblinler und Links­außen machten in dieser Zeit je ein wunderbares Tor. Aber Dann war nichts mehr zu machen, hatten doch die Marburger einen Mann (Tor­hüter des Rasensportvereins Germania) zwischen Den Pfosten, der auch Die schärfsten Bälle in glänzenDer Manier meisterte. Inzwischen hatte sein Gegenüber Den gefährlichen Marburger Halb- linlen zu einem billigen Erfolg kommen lassen, unD die infolge einer Prellung stark geminderte Aktionsfähigkeit des Gießener Mittelläufers trug nicht wenig Dazu bei, Daß Die Studenten zu weiteren vier Erfolgen kamen. Die Hauptmängel bei Den Gießenern waren jedoch die schlechte Deckungsarbeit und Das mangelhafte Freistellen. Mit Dem Schied dichter konnte man sehr oft nicht einig gehen, jedenfalls fuhren die 1900er nicht gerade gut durch seine Entscheidungen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Die fast einem Vereinslampf gleichkommen­den Fußball-Begegnungen zwischen dem Wetz­larer Sportverein und Der SpielVer­einigung 19 0 0 Gießen am Sonntag in Wetzlar standen unter einem ungünstigen Stern.

Am Vormittag standen sich die 2. und 3. Mann­schaften in Gesellschaftsspielen gegenüber. 1900 unterlag beidemal erwartungsgemäß. Während die 3. Elf eine 3:6-Riederlage einstecken mußte, verloren die Reserven 1:7. Allerdings waren von dieser Mannschaft mehrere Spieler ausge­blieben, so dah einige vorher in der dritten Elf tätig gewesene Spieler einspringen mußten.

Dem Treffen Der Ligamannschasten am Rach- mittag ging ein Gesellschaftsspiel Der beiden ersten Jugendmann schäften voraus. Gießen 1900, das nur 10 Spieler zur Stelle hatte, blieb mit 1:2 im Rachteil. Inzwischen hatte Der Platz seine Spielfähigkeit verloren. Trotzdem begann das Verbandstreffen Der beiden Ligamannschaften, das aber in der 12. Minute wegen der miserablen Plah- zustände beim Stande 0:0 abgebrochen wurde.

Vormittags gewann 1900s II. Jugend in Gießen das Diplomspiel gegen Leuns L 3 u - gend 3:2, obwohl auch hier die Gießener nur 10 Spieler zur Stelle Ratten.

B. f. B.

Dritte Lollar I. 7:1.

1. Jgd. V. f. B. Marburg 1. Jgd. 0:7.

3. Jgd. V. f. B. Marburg 3. Jgd. 0.4.

1. Schüler Sp. Vgg. 1900 1. Schüler 4:0.

2. Schüler Sp. V. Wetzlar 2. Schüler 0:0.

Die Dritte Mannschaft gewann ihr letztes Verbandsspiel gegen den Tabellenzweiten, Lol­lars Erste, mit 7:1 und errang Damit end­gültig Die 8-Meister schäft der Gau - klasse 2. Das Treffen stand ganz im Zeichen der Ueberlegenheit Der V. f. B.-Elf, Die in allen Teilen besser besetzt war und von Anfang bis Ende den Ton angab. Lollar, das trotz Der hvhen Riederlage im allgemeinen doch einen recht guten Eindruck machte, kämpfte mit Energie bis zum Schluß um Verbesserung des Resultats, kam jedoch gegen Die bessere V. f. D.-Clf nicht auf.

Die erste Jugend war bei der gleichen Der Vereinigten Marburgs zu Gast. Die 0:7- Riederlage Durfte ihr bewiesen haben, daß sie

trotz ihres bisherigen guten. Abschneidens in Den Diplomspielen noch sehr viel zu lernen hat.

Auch die Dritte Jugend mußte die Ueber- legenheit ihres Gegners, der Dritten Mar­burgs, durch eine 0:4»Riederlage anerkennen.

Aus eigenem Platz hatte die erste Schüler- Els oie gleiche der hiesigen Spielvereini­gung 1 900 im Diplomspiel zum Gegner. Was Die kleinen V. f. B.er in diesem Treffen an Tech­nik, Zuspiel und systeinvollem Spielaufbau zeig­ten, ist wert, mancher aktiven Mannschaft als Vorbild hingestellt zu werden. Die eifrigen kleinen 1900er kamen gegen das reifere Spiel der Platzmannschaft nicht auf und hatten es nur ihrem prächtigen Torhüter zu verdanken, mit einer 0:4-Riederlage Davonzukommen.

Die zweite Schülermannschaft konnte, allerdings nur mit zehn Spielern, gegen die zweite Schülerelf des Sportvereins Wetzlar nur ein 0:0 herausholen.

Oeutsch-sranzösischer Schwimmwettkampf.

Paris, 22. Jan. (WTB.) Das Ergebnis des heutigen Wettschwimmens zwischen Deutschland und Frankreich stelll sich wie folgt:

100 Meter Freistil beliebig: Sieger Heinrich (Deutschland) 1,5'

200 Me 1 er: Sieger Rademacher (Deutsch­land) 2,554/j.

100 Meter Rückenschwimmen: Sieger Küppers (Deutschland) 1,14-5.

800 Meter Stafetten-Schwimm en: Sieger Die deutsche Mannschaft, bestehend aus Heitmann, Derichs, Berges und Heinrich, in 10,03 5.

Wasserballspiel: Sieger Frankreich mit 6: 3 (2: 2). Vor Beginn des Kampfes über­reichte P a d 0 u dem Führer Der Deutschen Mann­schaft, Erich RaD emacher, eine Erinnerungs­plakette. Das Spiel begann mit einem Angrisf Der Franzosen, Der aber vor dem deutschen Tor zum Stehen kam. Infolge Der Rervosität Der Deutschen scheiterten ihre besten Angriffe. Das Spiel verlief in Der ersten Halbzeit nicht aany fair, was das Ausscheiden Der Spieler Barke unh M a h a u d wegen rohen Spiels beweist. Zur Halbzeit stand das Spiel 2: 2. Rach Wieder­beginn hatten die Franzosen mehr vom Spiel und konnten noch vier Tore schießen, während die Deutschen nur eins aufholen konnten, so daß sich das Schlußergebnis auf 6: 3 für die Fran­zosen stellte.

Die MM-Slipattouiücn in St. Mrih.

Der große internationale Militär-Skipatrouil- lenlauf, der als Demonstrations-Vorführung auch bei den Olympischen Spielen in St. Moritz einen wichtigen Bestandteil des Programms bildet, hat die Meldung von 9 Rationen ge­sunden. nämlich von Deutschland, Frank­reich, Finnland, Italien, Rorwegen, Polen Ru­mänien, Der Tschechoslowakei und Der Schweiz. Die Schweizer, die 1924 den Patrouillen­lauf in Chamonix bei Den 1. Olympischen Spielen gewannen, gelten auch diesmal wieder mit ihrer Zermatter Patrouille als Favorit, werden sich aber nur mit Mühe Der Finnen und Rorweger erwehren tannen. Auch die deut- sche Mannschaft hat gute Platz au s- sichten. Jede Patrouille besteht aus einem Offizier als Führer und drei Mann, unter I Denen auch ein Unteroffizier sein kann. Die I Mannschaften starten in Der Uniform ihres Lan­des, mit leichtem Gepäck und Karabiner. Die Laufstrecke beträgt rund 30 Kilometer und weist eine Höhendifferenz von 800 bis 1000 Meter auf. Die Strecke wird erst in Der Rächt vor Dem Rennen markiert unD Damit bekanntge­geben. Während in Chamonix noch kurz vor dem Ziel ein Schießen stattfand, wird in St. Moritz diese Unterbrechung des Laufes Weg­fällen, weil das Eidgenössische Militär-Depar­tement von Der Ansicht ausging, dah eine Pa­trouille, die taktisch richtig handelt, sich mit dem Gegner überhaupt in kein Feuergefecht ein» läßt, sondern geschickt ausweicht.

Große Pläne deutscher Berufsboxer.

Der deutsche Europameister im Halbschwer­gewicht Max Schmeling hat durch die Box­sportbehörde Deutschlands bzw. Oie Internatio­nale Box-Union in Paris den Schwergewichts­europameister, Paolino Uczudun (Spa- nien), um dessen Titel herausfordern lassen. Auch Karl S a h m (Hamburg), der Weltergewichtsmeister. hat den soeben neu­ernannten Europameister dieser Kasse, Leon D a r t 0 n (Belgien) um dessen Titel heraus­gefordert. Der deutsche Bantamgewichts­meister Felix Friedemann kämpft am kom­menden Mittwoch im Pariser Wagramsaale gegen Den Franzosen Eduard Mascart, einen Der hervorragenDsten Vertreter Dieser Klasse.

ein. Der V. H. C. hat in Der Jugendherberge und in Den Klubhäusern Matratzenlager und billige Unterkunftsverhältnisse ge­schaffen, auch die Stadt Schotten hat ihre neuerbaute Jugendherberge Den Winter­sportlern zur Verfügung gestellt. Das Zweck- verbandsauto bringt Die Wintersporllervon Den Zügen bequem bis nach Breungeshain Dem Fuß des Hoherodskopfs.

Laubach, 23. Jan. Der hiesige Steno- graphen-Derein (Vorsitzender Obersekretär Elbe) hatte in Gemeinschaft mit dem hiesigen Zweigverein des Vogelsberger Hö­henklubs gestern abend intSolmser Hof" einenbunten Abend" veranstaltet, Der mancher­lei Unterhaltung bot. Rach einem schwungvollen Prolog tourDen zwei Einakter flott gespielt. Außerdem wurden verschiedene Musikstücke ver­ständnisvoll vorgetragen. Auch eine Tombola war eingerichtet worden. Bernhard Graf zu Solms-Laubach bot verschiedene wohl­gelungene humoristische Darstellungen. Ein flot­ter Tanz schloß die Feier ab. Die Firma Römheld (Eisengießerei) auf der Fried- richshütte bei Ruppertsburg hat die Absicht, ihren Betrieb in unser Städtchen zu verlegen und hinter dem Bahnhof eine Fabrik zu errichten. Die Gemeinde ist bereit, die Licht- und Wasserleitung auf ihre Kosten bis zur Grenze der Fabrik zu führen, ein Grundstück Der Stadt, das in den Reubau hineinfällt, ohne Entgelt abzugeben und in gewissen Grenzen das Unter­nehmen zu finanzieren. Roch in dieser Woche wird der Gemeinderat zur Frage Der Errichtung Der Fabrik endgültig Stellung nehmen. Eine Kommission des Gemeinderats hat eine Zusam­

menstellung Der Viehzüchter inner­halb Der ©emeinDe gemacht. Hiernach gibt es in unserem StäDtchen 104 Rindviehzüchter unD 134 Ziegenzüchter. Von Den Ziegenzüchtern gehören nur 32 als Mitglieder Der hiesigen Ortsgruppe des Gießener Kreisziegen­zucht v e r e i n s an. Es wäre zu wünschen, dah Der hiesige Zuchtverein an Mitgliedern zunähme, damit Durch gemeinschaftliche Arbeit Die gemein­nützigen Bestrebungen besser geförDert werden könnten. In Verbindung mit Dem diesjährigen Ausschuß- Fe st", zwei Wochen vor Johanni, soll wieder ein Prämienmarkt im Rahmen des vorjährigen abgehallen werden. Die Zigeuner machen sich in unserer Gegend wie­der in unangenehmer Weise bemerkbar. Am vorigen Freitag lagerte eine Horde im Tälchen links der Straße Freiensee nG onters- k i r ch e n , unweit des Tunnels der Bahnstrecke HungenMücke. Die hiesige Gendarmerie brachte die braunen Gesellen, die einen Gewerbeschein zum Spielen im Kreise Alsfeld hatten, über die Grenze unseres Kreises.

Kreis Alsfeld.

(-) Groß-Felda, 23. Ian. Bei den Holz­hauerarbeiten im Walde der Nachbargemeinde Ober-Breidenbach wurde der Holzarbeiter Günther von einer stürzenden Fichte er­faßt und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat Der bedauernswerte Mann, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreute, hinterläßt eine junge Frau mit zwei unmündigen Kindern.

* Mücke, 24. 3an. Am nächsten Freitag, 27. 3anuar, kommt im Bibelheim Flen- sungerh 0 f der äußerst i ntereffante und leben­

dige Missionsfilm Der Sudan-P io- nier-Mission Wiesbaden zur Vorführung. Der Film zeigt in wunderschöner, lebendiger Anschaulichkeit Land und Leute von Oberägyp­ten, er führt ein in die Welt des Mohamme- danismus und in die Arbeit untern Rubiern, Arabern und Beduinen. Es sind zwei Dor- ührungen, nachmittags eine für Kinder, abends eine für Erwachsene, vorgesehen.

Kreis Lauterbach.

$ Unter-Schwarz, 23. 3an. Bürger­meister Christian Lips ist vor einiger Zeit infolge eines Unfalls aus dem Leben geschie­den. Als sein Rachfolger wurde dessen Sohn Konrad Lips einstimmig zum Orts­oberhaupt für unsere Gemeinde gewählt. Seine Diensteinführung erfolgte dieser Tage in einer zu diesem Zweck anberaumten Gerne inde- ratssihung durch Kreisdireitor Dr. Wichel von Lauterbach.

WafferleiinngSprojeki im Kleebachtal.

cv> Hochelheim, 24. Jan. Die schon seit un­gefähr zwei Jahren bestehende Frage der Wasser- bejchaffung für den Bau einer Zentral­wasserleitung für die hiesige Gemeinde hat nach langen und schwierigen Verhandlungen nun­mehr gestern abend endlich chre Lösung gesunden. Wie bereits imGießener Anzeiger' berichtet, hatte die Gemeinde Niederkleen für die Abgabe des dort überschüssigen Wassers eine laufende jährliche Entschädigung von einer Mark je Einwohner ge­fordert. Diese Forderung galt der hiesigen Gemeinde als zu hoch und daher unannehmbar. Die Gemeinde unternahm daher dieser Tage nochmals Schritte, um das Wasser anderweitig, nämlich aus der Ge­markung Weidenhausen, zu beziehen. Die Verhand­lungen führten jedoch zu keinem befriedigenden Er­gebnis, da zunächst Schürfungen vorgenommen werden müssen und das Ergebnis derselben nicht vorauszusehen mar. Aus diesem Grunde begab sich die hiesige Gemeindevertretung gestern abend noch­mals nach Niederkleen, um erneut mit der dortigen Gemeindevertretung über die Abgabe des überschüssigen Wassers zu beraten. Die Verhand­lungen führten nach mehrstündiger Dauer zu einer Einigung dahin, daß die Gemeinde Nieder­kleen ihr überschüssiges Wasser an die Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim gegen eine laufende jährliche Entschädigung von zusam­men 1100 Mark abgibt. Der Betrag verteilt sich auf beide Gemeinden prozentual nach der Ein­wohnerzahl. Diese Entschädigung gilt solange, wie die Einwohnerzahl der Gemeinden Hochelheim und Hörnsheim zusammen 1800 Personen nicht über­steigt. (Nach dem Ergebnis der letzten Volkszählung betrug die Einwohnerzahl beider Gemeinden zu­sammen 1579 Personen). Wird Die Zahl 1800 über­schritten, so beträgt die laufende jährliche Entschädi­gung 70 Pfg. je Einwohner der beiden Gemeinden. Die EntschÄügung ist vom Tage der Inbetrieb­nahme der Wasserleitungen ab zu zahlen, und zwar für jede Gemeinde nach ihrem prozentualen Anteil besonders. Die hiesige Gemeinde will mit dem Bau der Wasserleitung sofort be­ginnen, die Baukosten werden auf an­nähernd 100 000 Mark geschätzt.

Wirtschaft.

Von den Schlachtviehmärkten.

Das Geschäft an Den Deutschen Schlachtvieh- märkten erfuhr in Der vorigen Woche eher einen weiteren kleinen Rückgang. Der Auftrieb war für Den vorliegenDen Bedarf ziemlich reichlich ausgefallen, Da auch Die Beteiligung Des Exports nur recht mittelmäßig zu nennen war. Das mußte nachteilig auf Den Geschäftsgang unD Die Preis- bilDung einwirken. Eine Ausnahme von Der schleppenDen Haltung machten leDiglich Die Kälber­märkte, Da hier Die Rachfrage wesentlich zu­genommen hat. Auf getrieben waren im einzelnen: Rinder 18 000 gegen 16 000 in Der Vorwoche, Kälber 18 200 gegen 16 200. Schafe 7600 gegen 7900. Schweine zeigten mit 102 000 gegen 95 000 Stück Die stärkste Steigerung.

Der Großviehmarkt hatte meist nur langsamen Umsatz unD konnte in Den meisten Fällen nicht ganz geräumt werDen. Die Preislage zeigte Da unD Dort leichte Schwächungen. Bullen büßten verschieDentlich etwas mehr ein als Die übrigen Gattungen. An Den Kälbermärkten wurDe Die Ware in ziemlich regem Zuge abgeseht. Beson­ders prima schwere, fette Kälber wurden etwas höher bezahlt. Für Schafe waren mit einigen Ausnahmen die Preise Der Vorwoche maßgebenD. Bei Schweinen trat infolge Der vermehrten Zu­fuhren ein mehr oder weniger großer Preis- Druck ein. Die Preise verschoben sich hier durch­gängig um 2 bis 4 Prozent nach unten.

Es wurden in Pfennig per Pfund Lebend­gewicht notiert:

Rinder

Kalber

Schafe <

Zchweine

Berlin

18-56

45-87

25-62

50-60

Bremen

25-60

40-85

40-52

Breslau

15-56

48-75

40-57

46-59

Chemnitz

20-60

58-60

42-56

40-54

Dortmund

20-63

47-85

45-57

Dresden

22-59

54-82

38-62

44-58

Düsseldorf

20-64

50-85

25-33

4560

Elberfeld

20-63

50-85

50-60

Essen

27-63

50-115

48-52

50-61

Frankfurt M.

22-60

55-77

30-50

40-62

Hamburg

15-59

34-89

20-66

42-56

Hannover

20-61

40-90

30-53

44-54

Husum

Karlsruhe

18-61

5176

47-60

Kassel

22-62

48-65

50-58

Kiel

20-55

32-66

31-60

38-54

Köln

20-62

50110

40-53

52-63

Leipzig

23-60

50-78

35-61

40-58

Magdeburg

25-59

40-75

15-50

44-55

Mannheim

14-62

48-77

42-47

44-58

München

15-57

66-86

40-58

Stettin

15-55

35-80

20-50

40-57

Stuttgart

14-61

55-80

40-62

Zwickau

15-56

60-76

35-58

48-58

* Erweiterung DesHapag-Dienstes nach der Westküste Rordamerikas. Der von der Hamburg-Amerika-Linie von Ham­burg nach Der Westküste RorDamerikas via Pa­nama unterhaltene Passagierdienst wird noch in diesem Jahre Durch Die Einstellung der gegen­wärtig im Bau befindlichen Passagier- und FrachtinotorschifseSan Francisco",Los An­geles",Seattle" undPortland" eine bedeut­same Erweiterung erfahren. Diese vier Motor­schiffe zusammen mit Dem MotorschiffDuis­burg", Das ebenfalls neu in diese Fahrt ein­gestellt wird, ermöglichen etwa dreiwöchentliche Abfahrten von Hamburg und Antwerpen nach

1 der Westküste Rordamerikas.