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eine Guropareise antritt. Auch der Präsident der türkischen Republik, Mustafa Kemal Pascha, sowie Schah Riza Khan von Persien sollen die Absicht haben, noch vor Ende dieses Jahres die wichtigsten Staaten Europas zu besuchen.

Deutscher Reichstag.

Berlin, 22. März. (V. D. Z.) Dem Reichstag wird oorgelegt der mündliche Bericht des parlamen­tarischen Untersuchungsausschusses über die Ur­sachen des inneren Zusammenbruchs im Weltkriege. Der Ausschuß hat die Ergeb- ntsse der Untersuchung in einer Gesamtentschließung zusammengefaht. Abg. Dr. Philipp (Dn.) be­richtet über die Verhandlungen. Den Kernpunkt der Verhandlungen habe immer wieder die Frage ge­bildet, ob die Revolutiongemacht" wurde oder ob sie sozusagen von selbst gekommen sei. Die Ausschußmitglteder wichen in der Beantwor­tung dieser Frage erheblich voneinander ab.

Abg. Dr. Rosenbera (Soz.) gelangt zu dem Ergebnis, daß es sich in der Revolution um einen Zusammenbruch des in seinen nationalen Wünschen und Hoffnungen enttäuschten Bürgertums handelte.

Abg. Dr. Berg st räßer (Dem.) wies insbeson­dere aus die psychologischen Gründe hin, die mit zum Zusammenbruch des Heeres geführt hätten. Di« Ausschüsse hätten verneint, daß die unabhängige Sozialdemokratie als solche revolutionäre Propa­ganda getrieben habe. Dieser Auffassung habe Abg. Graf zu Eulenburg mehrfach wider- sprachen. Seiner Auffassung nach habe die unab­hängige Sozialdemokratie doch durch die Art ihrer Propaganda und durch ihren Standpunkt in der Frage des Streikrechtes während des Krieges den Ausbruch der Revolution mitoorbe- r eitet, deren Führung alsbald die sozialdemokra- ttschen Parteien gemeinsam übernommen hatten, lieber die entscheidende Frage, ob der Reichstag im Laufe des Krieges viel oder zu wenig Einfluß auf die Führung bx Politik genommen hat, konnte der Ausschuß zu einer übereinstimmenden Ansicht nicht gelangen. Abschließend hat der Ausschuß festgestellt, daß die Schuld am Zusammenbruch nur im wechselseitigen Zusammen­wirken zahlreicher Ursachen gefunden werden kann. Ohne weitere Aussprache stimmt das Haus der Ausschußentschließung zu. Es folgt

die zweite Beratung des Haushalts des Reichs- miuisteriums des Innern.

Der Ausschuß legt dazu eine ganze Reihe von Ent­schließungen vor. Eine Entschließung fordert, daß die Vertreter der Reichs-, Staats- und Kommunal­behorden an Veranstaltungen, bei denen Flaggen­schmuck verwendet wird, nur dann in ihrer amtlichen Eigenschaft teilnehmen, wenn die Reichsfarben an h er vorragender Stelle gezeigt werden. Eine weitere Entschließung verlangt einen Gesetz­entwurf, der für alle Deutschen an Stelle der Staatsangehörigkeit die deutsche Reichsan- g«hörigkeit setzt.

Abg. Soll mann (Soz.) erklärt, das Reichs- «menministerium fei zu einer deutschnationalen Porteifiliale geworden. Die von den Deutschnatio- nalen und bayrischen Partikularisten bekämpfte Weimarer Derfassung hab« sich bewährt, als die Bismarcksche Derfassung im Weltkrieg xusammen- brach. Der Föderativgedanke sei gut für die Eini­gung Europas, unbrauchbar aber für Deutschland. , Der neuerliche Aufruf des Zentrums für den echten Föderativstaat beweise mir die wachsende Unsicher­heit der Föderalisten.

Abg. Berndt (Dn.) erklärt, das Scheitern des Schulgesetzes errege Empörung bei der ganzen christlichen Elternschaft. Der Kampf um das Schulgesetz werde fortgeführt werben, bis die konfessionelle Volksschule und die Souveräni­tät des GlternrechteS gesetzlich gesichert sei. Di« unter dem SchlagwortEinheitsstaat" ge­führte Agitatton sei aus parteipolitischen Grün­den künstlich entfacht worden. Die Gefühle der Süddeutschen sollten pfleglicher behandelt werden. Der Einheitsstaat sei nur möglich, wenn der ein­heitliche Volkswille ihn verlangt. Die Deutsch­nationalen würden alle Anträge ablehnen, die unitarischen Charakter haben. Der unselige D u a» lismus in der Verwaltung sei nicht durch das Reich, sondern durch Preußen verschuldet. Di« Ursache aller Mißstände sei die demo­kratisch-parlamentarische Weimarer Derfassung, die für Deutschland nicht paffe. Eine Reform der Verfassung sei notwendig im Sinne der Beschlüsse der Länderkonferenz. Der Redner verlangt die Vereinigung der Aemter des Reichskanzlers und des preußischen Minister­präsidenten in einer Person. Die Regierung müsse unabhängig vom Vertrauen des Parlaments sein. Der Reichspräsident müffe das Recht haben, die Minister zu ernennen und gegen Parlamentsbeschlüsse Einspruch zu erheben. Der Reichspräsident müffe dieselben Rechte haben, wie der Präsident der Vereinigten Staaten. Zu verurteilen sei der Gesinnnungsterror, der in der Flaggenfrage geübt werde. Statt eines Volksstaates haben wir einen unfreien Parteistaat. Wir wollen die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend. Wenn unsere Minister deutschnationale Beamten in die Ver­waltung bringen, dann handelt es sich um tüchtige Leute. (Gelächter links.) Der preußische sozial­demokratische Innenminister betrachtet aber den Staat als den ersten Diener der Sozialdemo­kratie. (Erregte Zurufe bei den Sozialdemo­kraten.) Die Treue monarchistischer Beamten zu ihren alten Idealen sollte auch in der Republik wirken. Unter großem Lärm schließt Abg. Berndt seine Rede. Weiterberatung Freitag.

Oie Einberufung

des Nerfassungsausschuffes.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 23. März. Die Achtzehnerkommission, der sogenannte Ausschuß zur Verwaltungsreform, der seinerzeit im Januar auf der Länderkonferenz beschlossen wurde, soll nun nach einer Anküw digung des Staatssekretärs Dr. Pünder noch in den nächsten Wochen einberufen werden, obgleich man schon in weiten Kreisen resigniert erst im Laufe des Sommers damit gerechnet hatte. Den Verhandlungen um seine Zusammensetzung hat kein glücklicher Stern füh­rend geleschtet, denn noch bis zuletzt gab es gewisse Schwierigkeiten. Der ursprünglich be­absichtigte Weg, auf den man sich mit den Ländern über die Ernennung der Vertreter des Reiches ins Benehmen sehen wollte, und die Länder sind an der Art der Vertretung außerordentlich interessiert wurde leider von der zuständigen Stelle nicht einHehalten. Wie man hört, sind auch größtenteils bie Mitglieder, die die Länder in die Achtzehnerkommission

schicken, schon bestimmt. Preußen wird von Ministerialdirektor Dr. B r e ch t, seinem Reichs­ratsmitglied vertreten sein, während Sachsen den Ministerpräsidenten H e l d t ernannt hat. Aus gut unterrichteten Kreisen wird mitgeteilt, daß man den Versassungsausschuh ohne Rücksicht auf Wahltermin und Regierungsbildung ganz selbständig und unabhängig von diesen Vorgängen einberufen und arbeiten lassen will.

Bestechungsaffäre beim Eisenbahnzeniralami.

Berlin, 22. März. (Wolffbureau.) Das Sisenbahnzentralamt in Berlin hat für die gesamte Deutsche Reichsbahn das notwendige Material, wie Lokomotiven, Wagen, Schienen, Schwellen usw. zu beschaffen. Wiederholt ist behauptet worden, bah im Zentralamt der eine oder der andere Beamte nicht mit der erforder­lichen Korrektheit arbeite. Vor einigen Wochen tauchte nun wiederum ein Gerücht auf, daß bei der Vergebung von Eisen für Waggonbauten eine Kölner Firma in auffälliger Weise bevorzugt worden sei. Als diese Ge­rüchte sich immer mehr verdichteten, unterbreitete Generaldirektor Dorpmüller der Staatsan­waltschaft das gesamte Material, soweit es der Reichsbahn bekannt geworden war. Der be­schuldigte Oberbaurat Schultze, der beim Eisen­bahnzentralamt in erster Linie als Konstruk­teur tätig war, hatte eine Erfindung gemacht, die eine wesentliche Verbesserung der sog. Achsenlagerschalen brachten. Als Beamter hätte er diese Erfindung seiner Behörde zur Verfügung stellen müssen. Das tat Oberbaurat Schultze jedoch nicht, sondern er schloß im Rovember 1924 mit einer Kölner Firma einen Vertrag, in dem ihm für alle Ankäufe der Schultzeschen Lagerschalen durch dos Eisenbohnzentralamt eine Provision von 5 Prozent zugesichert wurde. Schultze verstand es, auf die Bestellungsabteilung insoweit Einfluß zu nehmen, daß von dort aus tatsächlich die Kölner Firma in sehr starker Weise herangezogen wurde. Wie groß die Be­stellungen des Eisenbahnzentralamtes bei dem Kölner Unternehmen gewesen sind, geht aus der Tatsache hervor, daß im Laufe der Jahre der Oberbaurat weit über 100000 Mark Lizenzgebühren erhalten hat. Gr soll je­doch, wie verlautet, die ihm zustehenden Lizenz­gebühren nur zum Teil erhoben haben. Auf dem Wege von Köln nach Berlin ist ein Teil der für ihn bestimmten Summen hängen geblieben und von einem Angestellten unterschlagen worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Untersuchung noch weitere Aus­dehnung erfährt, zumal jetzt auch noch andere Gerüchte ernstlich nachyeprüft werden sollen, die über das Zentralamt tm Umlauf sind.

Oie Eisenbahnergewerkschasten zum Schiedsspruch.

Berlin, 22. März. (WTB.) Die drei ver­tragsschließenden Organisationen der Reichsbahn­lohnempfänger, der Einheitsverband der Eisen­bahner Deutschlands, die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und der Allgemein« Gffenbahnerver- band, haben in einer gemeinsamen Sitzung zu der durch den Schiedsspruch geschaffenen Lage Stel­lung genommen. Sie kamen einmütig zu dem Er­gebnis, daß der Schiedsspruch unhaltbar sei. Aus keinem Gebiete sei den berechtigten Forde­rungen der Eifenbahnarbeiter Rechnung getragen worden. Aus diesem Grunde erhoben die Ge­werkschaften gemeinsam gegen den Schiedsspruch den schärfsten Protest.

Oie deutschnationalen Kandidaten für Hessen-Nassau.

Der Landesvertretertag der Deutschnattonalen Volkspartei für Hessen-Nassau, Waldeck und Wetzlar stellte folgende Kandidatenliste für Reichs- und Landtag auf:

1. Reichstag:

1. Abg. von Lindeiner-Wildau (Berlin), Amtsrichter a. D.

2. Abg. Lind (Niederissigheim), Landwirt.

3. Faßbender (Pfieffe, Kr. Melsungen), Land­wirt.

4. Otto, Gewerkschaftssekretär in Dillenburg.

5. Frau Wagner (Wiesbaden).

6. S ch m i d t, Landwirt in Oberfetzbach, Kreis Gelnhausen.

Der Reichstagsabgeordnete Hartwig, der bis­her an 3. Stelle der Hessen-Nassauer Liste stand, wird diesmal von der Parteileitung auf der Reichs- l i ft e aufgestellt.

2. Landtag:

1 Abg. 3 u ft i, Landwirt in Lützelwig.

2. Abg. Steuer, Mitglied des geschäftsfichren- den Vorstandes Kassel.

3. Rektor Iaspert, Frankfurt a. M.

4. Buchhändler Sonnenschein (Marburg).

5. Ein Landwirt (Name bleibt noch offen).

6. Amtsgerichtsrat W a l d s ch m i d t (Corbach).

7. Landwirt Hohl (Ergsdorf, Kr. Kirchhain).

8. Frau von Rosenbera (Fulda).

9. Landwirt W e g m a n n (Röhrigshof b. Schlüch­tern.

Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Don unserer Darmstädter Redaktion.

Darmstadt, 22. März. Der Finanzausschuß beriet das Steuervorauszahlungsge- setz. Artikel 1 bis 5 dieses Gesetzes wurden angenommen. Zu Artikel 6 lag ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, der einen neuen (3.) Absatz angefügt haben wollte:Die Gemeinden dürfen an Grund- und Gebäudesteuern für bebauten Grundbesitz höchstens 30 Pf., für unbebauten höchstens 12 Pf. je Hundert des Steuerwertes erheben." Der Antrag wurde abgel« hnt und der Artikel genehmigt. Zu Artikel 7 hatte Abg. Dr. Riepoth einen Antrag eingebracht, wodurch der Wortlaut in dem Sinne geändert werden sollte, daß die Gewerbesteuern bis 1926 als ab» gegolten zu betrachten seien und für 1927 sollte noch keine Reuveranlagung vor­genommen werden. Der Antrag wurde abge­lehnt und der Artikel angenommen. Artikel 9 wurde genehmigt. Es lag hierzu ein Antrag Blank-Weckler-Heinstadt vor. die Zahl 20 (in der ö.Zeile) durch die Zahl 10 zu ersetzen (Es betrifft dies die Zurückzahlungen.) Ein Antrag Dr. Äiepoth will in seinem ersten Teil dasselbe, im zweiten wünscht er, daß die Worteauf An­

trag" gestrichen werden. Ferner werden noch redaktionelle Aenderungen gewünscht. Der An­trag Weckler wurde einstimmig angenommen, womit auch der erste Teil des Antrages Dr. Riepoth angenommen ist. Der zweite Teil wurde ebenfalls angenommen, aber die weiteren Aen­derungen abgelehnt. Die Artikel 10, 11 und 12, sowie die Aeberschrift wurden genehmigt. Eine Regierungsvorlage über eine Krediterwei­terung für das Landestheater wurde mit 7 gegen 6 Stimmen angenommen. Eine Re­gierungsvorlage über bauliche Verände­rungen in Bad Salzhausen wurde ein­stimmig angenommen, ebenso fand eine Vorlage über ben Dau und die Errichtung von Land­arbeiterwohnungen auf fiskalischen Hof­gütern Annahme.

Hierauf wurde in die Beratung der Besol - dungsvorlage eingetreten und die Artikel 1 bis 9 im Wortlaut angenommen unter Ableh­nung einer Reihe von kommunistischen Anträgen. Zu Artikel 5 Titel 10 hatten die Abgeordneten Storck, Heinstadt und Reiber eine Entschließung eingebracht:Der Landtag ersucht die Regie­rung, die schwerkriegsbeschädigt enBe- amten ohne Deamtenschein im hessischen Staats­dienst bezüglich der Besoldung so zu behandeln, wie die mit Beamtenschein und die reichsrecht­lichen Verordnungen maßgebend sein zu lassem Ferner wird die Regierung ersucht, bei der Reichsregierung dafür einzutreten, daß 1. schwer­kriegsbeschädigte Beamte bei Verwendung im Reichsdienst ebenso behandelt werden, wie die Beamten, für die die Bestimmungen des Unfair» sürsorgegesetzes für Beamte zutreffen; 2. den schwerkriegsbeschädigten Beamten die Kriegsjahre in dem Maße als Ruhegehaltsdienstzeit anzu- rechnen, als ob sie während der ganzen Dauer des Krieges an dem Kriege teilgenommen hätten." Die Enffchliehung wurde gegen eine Stimme an­genommen. Zu Artikel 7, Position 4 lag ein Antrag Dr. Keller vor, beim ilebertritt aus Gruppe 2c nach 2a ober 2b wird das Besoldungs­dienstalter höchstens um 42ahre ge­kürzt. Der Antrag wurde abgelehnt. Abg. Dr. Leuchtgens hatte zu Artikel 3 beantragt, daß das Dienstalter lediglich in den Dienstaltersstufen zu berücksichtigen sei. Auch dieser Antrag verfiel der Ablehnung.

Der frühere Landtagsabgeordnete Dr. Deh- linger, der viele Jahre dem Hessischen Landbund angehört hatte, dann im Herbst vergangenen Jahres zur Deutschen Volks- Partei übergetreten war, ist jetzt auch aus dieser Partei ausgeschieden. Dr. Dehlinger ist weiten Kreisen bekannt durch sein Eintreten für die Entwässerung des Rieds.

Hessens Geftierfleischversorgung.

Darmstadt, 22. März. Die Pressestelle des Staatsministeriums teilt mit: Da die Herabsetzung des Gefrierfleischkontingents künftig nur die Be­rücksichtigung eines kleineren Perso­nenkreises mit zollfreiem Gefrierfleisch zuläht, hat de: hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft bereits vor einiger Zeit bei der Reichs reg ierung Schritte unternommen, damit auch in 'Zukunft bei der Verteilung des Kontingente Hessen imVer - hältni s seines seitherigen Bedarfs an Gefrierfleisch berücksichtigt wird. Insbesondere wurde für bie Städte Darmstadt, Mainz und Offenbach und deren Umgebung gefordert, daß bei der Zuteilung des geminderten Kontingents diese Gebiete gegenüber anderen, gleich dicht besiedelten Bezirken, im Reich nicht b en ach­te lkigt werden dürfen. Die endgültige Regelung ist noch nicht getroffen. Es steht jedoch zu erwarten, daß in Zukunft auch Hessen in einer Werse berück­sichtigt wird, die es gestattet, den Bevölkerungs­kreisen zollfreies Gefrierfleisch in ausreichendem Maße zuzuführen, die auch in anderen Teilen des Reiches mit gleicher Bevölkerungsdichte damit ver­sorgt werden.

Aus aller Welt.

Der zwölfte Tote der Einsturzkakastrophe auf der Friedländer Grube.

In Lauchhammer ist im Krankenhaus der Schlosser Malik als '7. Todesopfer der Einsturz- katastrophe auf der iedländer Grube seinen Verletzungen e .egen. Die Beisetzung der Toten wird voraussichtlich am Samstag erfolgen. Di« Toten werden am Freitag in einem Saal im Lauchhammer Werk aufgebahrt, wo auch die Trauerfeier stattfinden soll.

Mutter und Kind verbrannt.

Infolge Funkenfluges eines an der Lauen­burger Kreisgrenze bei Wutzkow (Pommern) ausgebrochenen Waldbrandes fing das mit Stroh gedeckte Gehöft des Ansiedlers Graumann Feuer und breitete sich so schnell aus, daß die im Zimmer befindliche 30 Jahre alte Ehefrau und ihre beiden Kinder nur noch mit brennenden Kleidern das Freie erreichen konnten. Alle drei mußten ins Cauenburger Iohanniter-Krantenhaus geschafft werden, wo die Frau und das 11 Monate alte Kind den schweren Brandwunden erlagen, während das zweite Kind mit dem Leben davonkommen dürfte. Da die gesamte Feuerwehr bei dem Löschen des Waldbrandes beschäftigt war, konnte niemand helfen, und das Anwesen brannte mit dem ge­samten Viehbestand und Mobiliar vollständig nieder.

Todesopfer bei einem Dorf-Großbrand.

Das mecklenburgische Dorf Klein-Krams bei Ludwigslust wurde von einer furchtbaren Brandkatastrophe heimgesucht, der dreizehn Gebäude, ein Menschenleben und viel Vieh zum Opfer fielen. Das Feuer war auf einem Gehöft des Hofbesitzers Hagen in den weich­bedachten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus- gebrochen und infolge des Sturmes mit rasender Schnelligkeit aus die Rachbargrund stücke über- gesprungen Eine 66 Jahre alte Frau tonnte sich nicht mehr retten; sie sand den Tod in den Flammen.

Großfeuer im kreise Solberg.

Die Ortschaft Damitz wurde von einem ver­heerenden Feuer heimgesucht, dem acht Ge­bäude bäuerlichen Besitzes zum Opfer sielen. Da Gefahr für das gairze Dorf bestand, mußte ein Kommando der Kolberger Reichswehr zur Hilfeleistung entsandt werden Mitverbrannt sind sämtliche Ernte - und Futtervor­räte und alle in den abgebrannten Gebäuden untergebrachte landwirtschaftliche Ma­schinen, ferner 50 Schweine, 5 Schafe und sehr viel Federvieh. Das Feuer wird auf Brand- I stiftung zurückgeführt. 1

Dorfbrand.

Der Ort Drehna bei Uhtzst (Lausitz) wurde von einer Feuersbrunst heimgesucht, die infolge des herrschenden Sturmes einen großen Umfang annahm. Zwei Gehöfte fielen dem Feuer vollständig zum Opfer, wahrend von fünf wei­teren Gehöften die Stallungen und Scheunen vernichtet wurden. Viel Vieh ist mitDerbrannt. Da nur wenig gerettet werden konnte, sind ein­zeln« Besitzer, die ihr ganzes Hab und Gut ver­loren haben, sehr schwer geschädigt. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt.

Großseuer in Güstrow.

In der Woh u,ig eines Tischlermeiste.s brach aus unbekannter Ursache Feuer aus, das schnell um sich griff und innerhalb einiger Stunden vier Häuser und eine Bäckerei in Asche legte. Achtzehn Familien sind durch den Brand obdachlos geworden. Fast sämlliches häusliches Mobiliar wurde ein Raub der Flammen. Die Familien sind sehr hart betroffen, da sie größten­teils nicht gegen Feuer versichert toafen.

Heidebrände bei Berlin.

In der Näh« der Siedlung Rohrdamm geriet eine Grasfläche von ca. 25 000 Quadratmetern in Brand. Ungefähr gleichzeitig brach in derWuhl - Heide in der Nähe des Waldfriedhofes in Ober« schönem«ide Feuer aus. Es brannten die Grasnarbe unb Sträucher in einer Ausdehnung von etwa 100 000 Ouabrabmetern. In beiden Fällen wurde das Feuer, dessen Entstehungsursache unbekannt ist, nach etwa einstündiger Arbeit gelöscht.

Das ganze vermögen verloren.

Einer W o ch e n m a r k t h ä n d l e r i n ist ihr ganzes Vermögen im Betrage von 13 000 Mark. Darunter 300 Mk. in Goldstücken, das sie dauernd in einer ledernen Tasche bei sich führte und während des Marktes in einer Kiste unter dem Stand auf­bewahrte, auf dem Charlottenburger Wochenmarkt gestohlen worden.

Liebestragödie im Ronnenklofler.

Dom Turm des Ronnenkkosters Lauterach bei Bregenz ertönte Donnerstag nacht hef­tiges Glockenläuten. Als Mitglieder deS Heimaffchutzes in das Kloster drangen, fanden sie dort zwei Rönnen im Handgemenge mit einem Mann. Der Eindringling ver­suchte zu flüchten, wurde aber von dem Komman­danten des Heimatschutzes durch einen Revok- verschuß niedergestreckt. In dem lebensgefährlich Verletzten erkannte man einen 29 jährigen Eisen­bahner Ludwig R o p p, der bei seiner Ver­nehmung erklärte, er habe eine junge Rönne geliebt, habe sich aber beim Einsteigen tm Fenster geirrt und sei in die Zelle zweier alter Rönnen geraten.

Gefecht mit Einbrechern.

Einbrecher, die vor drei Wochen in das Pfarramt in Eilsen bei Recklinghausen drangen, wurden von der Landespolizei ermittelt und bei Ehreshofen gestellt. Es kam zu einem Feuergefccht, wobei ein Beamter nicht un­erheblich verletzt wurde. Ein Einbrecher wurde durch einen Kopfschuß getötet, ein anderer durch einen Brustschuh so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Die Katakomben von Glauchau.

Auf Grund von Häuserfenkungen, die in den letzten Jahren um den Marktplatz von Glauchau in Sachsen stattfanden, wurde ein Ingenieur beauftragt, die unterirdischen Gänge der Stadt zu untersuchen. Dabei hat er ausgedehnte Gänge feststellen können, die insgesamt 6000 Meter Länge haben und in einer Länge von 2000 Meter mit Ziegeln ausgebaut sind. Die Bewoh­ner der Stadt brachten bei Kriegsgefahr dort ihr Hab und Gut in Sicherheit. Unter dem Rat­haus befinden sich größere Höhlen. Teilweise sind die Gänge in zwei Etagen eingerichtet und liegen bis zu 17 Meter tief.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das im Westen liegende Tiefdruckgebiet Bringt weiterhin milde ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent, und die zunehmende Erwärmung macht ostwärts über Deutschland Fortschritte. Infolge­dessen bleibt das milde Wetter bei wechselnder Bewölkung, wobei es auch zeitweise zum Auf­treten leichter Riederschläge kommt, fortbestehen.

Wettervoraussage für Samstag: Weiterhin mild, zeitweise stärker bewölkt, verein­zelte Niederschläge.

Witterungsaussichten für Sonntag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, oereinzslt etwas Regen.

Lufttemperaturen am 22. März: mittags 12 Grad Celsius, abends 6.8 Grad Celsius; am 23. März: morgens 5,4 Grad Celsius. Maximum 12,8 Grad Celsius, Minimum 2,1 Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 22. März: abends 5,4 Grad Celsius; am 23. März, morgens 3,4 Grad Celsius. Niederschlag: 1,8 Millimeter. Sonnen­scheindauer 2J4 Stunden.