Nr. 71 Erstes Blatt
178. Jahrgang
Zrettag, 25. März 1928
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Dr. Friedr. Wilh. Gange. BerantworUich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen.
Litwinow antwortet seinen Kritikern
Rußland verteidigt seinen plan auf der Abrüstungskonferenz in Genf.
®enf, 22. Mürz. (WB.) Der mit lebhaftem Interesse erwarteten großen Antwortrede Litwinows im Vorbereitenden Abrüstungsausschuß gingen zwei kurze Erklärungen der Vertreter Argentiniens und Chiles voraus, die sich beide gegen das russische Projekt alS undurchführbar und unvereinbar mit dem Dölkerbundspakt aussprachen. Litwinow, der alsdann vor dem dicht besetzten Saal und unter großer wahrend der ganzen etwa zweistündigen Rede gleichbleibender Spannung das Wort ergriff, dankte zunächst für die eingehende Diskussion des russischen Projektes, an der sich zu seiner lebhaften Genugtuung 14 Redner beteiligten, und besonders Lord Cushendun, der mit feiner Rede der Aussprache ihre ganze Bedeutung gegeben habe. Wenn Lord Cushendun die Frage gestellt habe, in welchen: Gei st e und welchen Absichten die russische Delegation nach Genf gekommen sei, so wolle er nicht auf Grund der Gleichberechtigung der im Ausschuß vertretenen Staaten an bei: englischen Delegierte,: die Gegenfrage richten,
ob die englische Delegation lediglich aus Friedensliebe oder aus andere:: Motiven in Genf sei und was sie bisher für b i c Sache der Abrüstung in Gens getan habe.
Zur Bekräftigung des Friedenswillens Sowjetruß- lands erinnerte Litwinow u. a. daran, daß es beider Genueser Konferenz vollkommen unabhängig vom Völkerbund die Frage der allgemeinen Abrüstung zur Behandlung stellte. Auch habe Sowjet- rutzland in den zehn Jahren seines Bestehens weder einen Angriffskrieg gegen irgendeinen seiner Nachbarstaaten geführt, noch an kriegerischen Abenteuern anderer Staaten teilgcnommcn. Gegenüber dem Vorwurf wegen Nichtberücksichtigung des Völkerbundes im russischen Projekt, das übrigens von einer Regierung stamme, die den Völkerbund formell nicht anerkennt, erinnert Litwinow an den Umstand, daß eine ganze Reihe von in den letzten Jahren abge- ichlosienen internationalen Verträgen nicht beim Völkerbund hinterlegt wurden, darunter auch Der- trage von Dölkerbundsmitgliedern und selbst England. Die Frage Lord Cushenduns wegen Anerkennung oder Verurteilung des Bürgerkrieges könnte er, Litwinow, als eine Pro- o o k a t i o n der sowjctrussischen Regierung zur offenen Verteidigung des Bürgerkrieges und der Revolution ausfassen, um damit morgen Sowjet- rußland der Propaganda zu bezichtigen. Sowjetrußland habe keinen Grund zu der Annahme, daß der Völkerbund auf dem Wege der Abrüstung und der Sicherheit gleichzeitig die Verhinderung des Bürgerkrieges und des Klassenkampfes beabsichtige und seine Regierung hätte niemals die Zustimmung dazu gegeben, mit England oder anderen hier vertretenen Regierungen die Frage des Klassenkampfes und des Kampfes gegen die Revolution zu untersuchen.
Die Tatsache, daß die Sowjctregierung, die keinerlei Verpflichtung gegenüber dem Völkerbunde hat, freiwillig im Vorbereitungsausschuh mitarbei- let, sei ein Beweis für die Aufrichtigkeit und den guten Willen Sowjetrußlands. Mit der Entsendung einer Delegation nach Genf habe die sowjetrussische Regierung keine anderen Absichten verfolgt, als die Völker von den Lasten des Militarismus und der Kricgsgeißel zu befreien. Die russische Regierung sehe in den: Umstande, daß die Vorarbeiten für die Abrüstungskonferenz unter den Auspizien des Völkerbundes erfolge, kein Hindernis gegen ihre Mitarbeit im Ausschuß und ihre Teilnahme an der Abrüstungskonferenz. Sowjetrußland sei übrigens nicht das einzige Nichtmitglied des Völkerbundes im Ausschuß.
Lord Lushendun habe ferner von ihm die Versicherung verlangt, daß die sawjetrussische Regierung in Zukunft keine bewaffneten Aufstände in anderen Ländern Hervorrufen werde. Der englische Delegierte habe damit die Abrüstungssrage dazu benutzt, um die sowjetrussische Regierung össentlich der Propaganda zu bezichtigen und offenbar nicht erkannt, wie wenig vernünftig es sei, diese abgestumpfte Waffe immer wieder zu benutzen, nachdem man in zahlreichen Hauptstädten Dutzende von Einrichtungen und Bureaus entdeckt habe, die hauptsächlich von rustischen Emigranten unterhalten werden, und vorwiegend der h e r - stellung gefälschter Dokumente zu Händen fremder Regierungen dienen. was die Einmischung in innere Angelegenheiten betrifft, so müsse er sagen, daß zwischen der englischen und der sowjetrussischen Regierung der Begriff der Einmischung in innere Angelegenheiten noch nicht seststehe.
Wenn man jetzt erkläre, daß der russische Vorschlag nicht mit dem Völkerbundspakt vereinbar sei, so könne er nicht verstehen, warum er nicht sofort im Rovember Dongen Jahres abgelehnt wurde, noch warum man ihn überhaupt zur Diskussion zuließe. Artikel 8 des Völkerbundspaktes über die Beschränkung der Rüstungen stelle nach russischer Auffassung nur eine Minimalverpflichtung dar, die in keinem Falle zum Hindernis einer vollständigen Abrüstung werden könne, Ueberdies fei der Völkerbundspaktkein e w i g e s Gesetz. Seine Abänderung sei wiederholt ins Auge gefaßt worden, und bei der Annahme des
sog. Genfer Protokolls habe die Völkerbundsversammlung sogar Vorarbeiten für die durch die Annahme des Genfer Protokolls notwendig werdenden Paktabänderungen vorgeschlagen. Wenn ferner im russischen Vorschlag militärische Sanktionen vermißt worden feien,_ so erinnere er daran, daß die Frage der militärischen Sanktionen bei den Völkerbundsmitgliedern selbst umstritten sei. Wenn natürlich die Mehr-- heit des Ausschusses den Grundsatz der vollständigen Abrüstung für unannehmbar halte, so sei jede weitere Aussprache zweck- l o s. Die sowjetrussische Delegation lege dem Ge-
Der weiße Tod.
Wie wir schon in einem Teil der gestrigen Auflage meldeten, Hal das furchtbare Lawinenunglück am Sonnenblick zwölf Tote gefordert. Der dreizehnte der verschütteten wiener Skifahrer wird noch vermißt.
Alljährlich, wenn der Frühling naht, beginnt in den Bergen die gefährliche Zeit der Lawinen. Gewöhnlich hört man nicht viel von der Wirkung des Föhns, dessen warmer Hauch die gewaltigen Schneehänge auslockert und in die Tiefe stürze:: läßt; erst ein Unglück von dem Ausmaß der Katastrophe, die sich jetzt auf dem Sonnblick zugetragen und bis zur Stunde bereits zwölf Todesopfer gefordert hat. erregt die Aufmerksamkeit der breiteren Öffentlichkeit, der auf diese furchtbare und drastische Weise die Gefahren der Berge besonders in diesen Monaten vor Augen geführt werden. Erst wenn die Schneemassen chren verheerenden Weg zu Tal angetreten habe::, Menschen und Menschenwerk, die sich ihnen entgegenstellen, unter sich begraben, erfährt die Welt jenseits der Berge davon. Man neigt dazu, die Häufigkeit der Lawinenstürze zu unterschätzen; dabei hat man allein in der Schweiz in einem einzigen Jahr davon mehr als 9000 gezählt. An dieser Zahl gemessen mögen die Opfer, die eine Lawine gelegentlich fordert, nicht sehr beträchtlich erscheinen. Ihre augenblickliche Wirkung ist geradezu furchtbar. Sie ist imstande, lediglich durch den Luftdruck einen gegenübcrstehenden Wald, der von den Schneemassen gar nicht erreicht wurde, binnen einer Minute völlig umzulegen; sie kann unter Umstünden ein ganzes Dorf verschütten, und wenn mit dem Frühling die eigentliche Lawinenzeit ein- seht, wenn auf jeden Frühlings- und Sommertag in den mitteleuropäischen Alpen viele Hunderte Schneelawinen entfallen, so können die Wirkun- gen solcher Raturereignisse nicht geringfügig sein. Daher bekämpfen die Gemeinden gemeinschaftlich die Gefahr; Versicherungsgesellschaften gewähren für die Zerstörungen alljährlich hohe Entschädigungen, die Regierungen selbst müssen große Summen auswerfen, um dauernd eine:: Stab von Ingenieuren, Forstbeamten und Sachverständigen zu unterhalten, die die Raturgewalten bekämpfen, indem sie an gefährdeten Abhängen für Aufforstung sorgen oder in besonders bedrohten Tälern und Gegenden Gräben und Brustwehren, Schuhzäune und Mauern anbringen lassen.
Das Unheimliche an diesen Raturereignissen ist der Umstand, daß man nie mit Bestimmtheit sagen kann, wann sie eintreten werden. Freilich, fast jedes Hochtal Der Alpen hat seine bekannten, gewöhnlich nach dem betreffenden Berg benannten Lawinen, die mit größerer oder geringerer Regelmäßigkeit alljährlich ungefähr um dieselbe Zeit und manchmal sogar an derselben Stelle niedergehen. Dem Bewohner der A l p e n b ö r f e r ist ein gewisser Schuh durch seine langjährige Erfahrung gegeben. Er kann den Lawinen, die ihr besonderes Bett und ihr bestimmtes Ablagerungsgebiet haben, sorglich aus dem Wege gehen. Wenn sie wider alles Erwarten au?bleiben, so weiß er ganz genau, wie er sein Verhalten einzurichten hat. Er muh für die nächste Zeit die von dem Schneezug bestrichene Gegend unter allen Umständen meiden, Benn er weih genau, daß er sein Leben aufs Spiel seht, wenn er sich in die Rähe der Leitrinne oder auf den Schuttkegel wagt. Leute, die mit den örtlichen Verhältnissen vertraut find, werden daher nur in den seltensten Fällen von einer Lawine überrascht werden; wenn es überhaupt Gebirgler sind, dann stammen sie gewiß aus einer anderen Gegend.
Für den W i n t e r s p o r t l e r , den die Freude an der sportlichen Leistung in so bedeutende Höhen hinaufsührt, wo sich überhaupt keine menschlichen Siedlungen mehr befinden, gibt es naturgemäß diesen Schuh der Erfahrung nicht; er kann sich auf nichts anderes als auf seine Vorsicht verlassen, was er leider, wie die nur zu häufigen Unglücksfälle immer wieder erweisen, zu seinem eigenen Schaden außer acht läßt. Sobald die Witterungsverhältnisse die Wahrscheinlichkeit der Lawinengefahr aufkommen lassen, muß der Skifahrer auf seiner Hut sein. Leicht lockert der Föhn die rieftgen Schneefelder, und oft genügt nur ein winziges Rinnsal von Schmelzwasser, um eine einem Ab
danken der allgemeinen Abrüstung einen so großen Wert bei, daß sie, so lange die geringste Hoffnung zu ihrer Verwirklichung bestehe, selbstverständlich an einer weiteren Aussprache dieser Vorschläge teilnehme. In bezug auf das Ergebnis einer weiteren Aussprache gebe er sich allerdings keiner Täuschung hin.
In einer Entgegnung gab der französische Delegierte Clauzel feinen: Bedauern über die fast persönlichen Auseinandersetzungen Ausdruck. Dagegen bezeichnete er die Kontrollbestimmungen des russischen Projektes als besonders beachtenswert und machte den Vor
hang aufliegende Schneeplatte ins Gleiten zu bringen. Es gehört langjährige Erfahrung dazu, um aus dem Zustand des Schnees auch nur annähernd sichere Schlüsse auf seine Tragfähigkeit ziehen zu lernen. Der Schnee im Hochgebirge nimmt unter den sich fortwährend verändernden Witterungsverhältnissen auch ständig wechselnde Formen an; jedes Kind in der Großstadt weiß ja, daß Schnee, der bei strenger Kälte und scharfem Wind fällt, wesentlich anders beschaffen ist als Schnee bei zunehmender Temperaritt oder bei Tauwetter. Der Schnee ist um so feiner und trockener, je niedriger die Temperatur ist; feuchter und grohflockiger Schnee fällt immer nur bei milder Witterung. 3m Hochgebirge verändert aber auch der bereits gefallene Reuschnee fortwährend seine Struktur, je nach den Schwankungen der Witterung, wobei er die stärkste und rascheste Veränderung durch den Föyn erfährt.
Eine besondere Eigenart der Föhnwirkung sind die Lawinenbretter, zusammenhängeiGe Schneetafeln von großer Ausdehnung, die durch Spalten von den sie umgebenden Schneefeldern getrennt find. Freilich bedarf es keineswegs immer erst der Bildung von Satoinenbrettern, um bet Föhn Lawinen zu lösen. Auch feuchter Schnee braucht, selbst wenn er sich durch die Wirkung des Föhns im Ansangsstadium des Schmelzens befindet, nicht unbedingt bedrohlich zu sein. Unter Umständen wird gerade durch die Feuchtigkeit seine Konsistenz erhöht. Cs kommt hierbei weit mehr daraus an, ob der Schmelzpvozeh oberflächlich oder schon bis in tiefere Lagen vorgedrungen ist. Aus jeden Fall :st der Aufenthalt aus großen Schneeflächen im Hochgebirge bei Föhnwetter immer außerordentlich gefährlich, und kein Skiläufer vermag zu sagen, ob die Tour mit einer Katastrophe endet, oder ob er ungefährdet zurücllehren wird. Reunundneunzigmal kann eine riskante Tour glimpflich ablaufen; im hundertsten Fall endet sie mit einem Unglück, vielleicht gerade dann, wenn die Anzeichen noch nicht einmal bedrohlich waren.
Auch bei den jungen Wienern, die auf dem Sonnenblick südöstlich Gastein vom weißen Tod überrascht worden sind, hat es sich so verhalten. Sie hatten einen ziemlich steilen, sehr gefährlichen Hang au überqueren. Infolge des Schneesturms oeriehlten sie die Richtung, und als sie dies bemerkten, st e l l - ten sie sich in einer Gruppe zusammen, um darüber zu beraten, auf welchem Weg sie wcitersahren wollten. Diese Unvorsichtigkeit wurde ihnen zum Verhängnis. Unter dem Gewicht der siebzehn Körper gab der durch den Föhn gelockerte Schnee in einer Breite von zwanzig Meter nach, und die ganze Gruppe st ürzte den steilen Hang in die Tiefe hinab. Der erfahrene Hochtourist weiß, daß alle Mulden unö Rinnen besonders gefährdet find. Man darf sie u n - ter keinen Umständen als Ausstieg benutzen; sie müssen, so hoch wie möglich überquert werden; wahrend die anderen Teilnehmer der Gesellschaft von: sicheren Platz aus den Querfahrenden und den Schnee oberhalb feines Weges beobachten, dürfen diese Stellen auch immer nur von einem Ma n n betreten werden. Damit wird erreicht, daß selbst im ungünstigsten Fall höchstens einer verschüttet werden kann, so daß die anderen ihn um so eher retten können, als sie den Verschüttungspunkt und den Stillstandspuntt der Lawine genau kennen. Zwischen beiden Punkten, in der Fallinie, ist der Verschüttete zu suchen.
Es gibt noch andere Vorsichtsmaßregeln, die der erfahrene Echneeschuhläufer nicht unbeachtet läßt. Die Beschaffenheit des Schnees unter den Skiern läßt Rückschlüsse auf feine Güte zu. Wenn nämlich der Schnee keine völlig glatte und von Sprüngen freie Fläche, sondern Längsrisse hinterläßt, die sich nach unten etwas erweitern, weiß der Fachmann, daß dieser Schnee nicht mehr bindet und sich in einem Zustand befindet, der Lawinengefahr erzeugt. Allerdings fallen diese Merkmale nicht gleich auf; die erwähnten Spalten sind oft fo fein, wie mit einem scharfen Messer geritzt, und man muß sich tief auf den Schnee hinab beugen, um sie zu erkennen. Man muß dafür einen langen durch (Erfahrung dafür geschärften Blick haben, wie überhaupt die Hochtouristik gerade in diesen Wochen nur von gründlichen Kennern, von Unerfahrenen aber nur dann ausgeübt werden sollte, wenn sie sich in Begleitung erprobter Führer befinden.
schlag, daß das Generalsekretariat für die zweite Lesung des kombinierte:: englisch - französischen Entwurfes eine Gegenüberstellung mit dem russischen Entwürfe ausarbeiten solle. Desgleichen soll der deutsche Antrag auf vollständige Offenlegung aller Rüstungei: für die zweite Lesung verarbeitet werden, die nach dem Wunsche des französischen Vertreters noch vor der nächsten Dölkerbundsversammlung stattfinden sollte.
Spaniens Antwort an -en Völkerbund.
Zur Mitarbeit bereit gegen Zucrteilung eines Ratsfitzes.
Madrid, 22.März. (MTB.) Die spanische Regierung antwortete auf die Einladung des Präsidenten des Völkerbundsrates zur Wiederaufnahme der Mitarbeit Spaniens am Völkerbund im wesentlichen folgendes:
Vie Ausdrücke der Sympathie, in denen 3hr Schreiben gehalten ist, das alles vermeidet, was den Anschein eines Hinweises auf unsere nationalen Ansprüche haben könnte, und nur dem Wunsche Ausdruck gibt, daß Spanien nicht aus dem Völkerbund anstrete, damit es weiterhin an dessen großen und hingebungsvollem werke Mitarbeiten könne, hat ihren Eindruck auf die spanische Regierung nicht verfehlt. Spanien, das im Lause dieser Jahre nicht ansgehört hat, an dem erhabenen Ziele des Völkerbundes mitzuarbeiten, in dem es verschiedenen Ländern Ausgleichs- und Schiedsverträge vorschlug und solche mit ihnen abschloh, weiß die Einladung des Rates wohl zu würdigen. Seine Regierung ist bet Auffassung, daß es keine andere Antwort gibt, al» eine dankbare bedingungslose und vorbehaltlose Zustimmung zu der ehrenvollen Aufforderung. Sie überläßt es der Versammlung, die Form für die Zuerkennung eines Sitzes an Spanien zu finden, damit seine Tätigkeit wirksam und nützlich fei und im Verhältnis stehe zu seiner besonderen Stellung als neutrale Großmacht, während des letzten Krieges und zu seinem Range als Schöpfer von Völkern und Zivilisationen.
Oer Eintritt der Türkei in den Völkerbund.
Genf, 23. März. (Priv.-Tel.) Zu den Gerüchten über Sondierungen der türkischen Delegation wegen Ausnahme der Türkei in den Völkerbund erfährt man von türkischer Seite, daß bisher irgendwelche offiziellen Schritte in dieser Frage nicht unternommen worden sind. Die Frage des Eintritts der Türkei in den Völkerbund bleibt solange gegenstandslos, als die Türkei nicht einen ständigen oder mindestens einen halbstündigen Rats- sitz, d. h. die Wiederwählbarkeit in den Völkerbundsrat, zugesichert erhält. Gegenüber dem Hinweis, daß dadurch, daß China im September d. I. aus dem Rat ausscheidet, eine erhebliche Besserung der Aussichten der Türkei auf einen nichtständigen Ratssih zu erwarten sei, wird von türkischer Seite erklärt, daß ein Eintritt der Türkei in den Völkerbund während der nächsten Völkerbundsversammlung kaum in Frage komme.
Truppenkonzentration an der italienisch-südstavischen Grenze?
Paris, 22. Mär;. (IDIB.) Der „Petit JJari- sien" gibt, allerdings unterbefonberem Vorbehalt, in einem Telegramm Mitteilungen der Zeitung „Rovosll" aus Agram wieder, wonach ber Zeitung von der südslawischen Grenze die Nachricht zugegangen sei, daß Italien Truppen längs der LiniegegenüberderZrontAiume- Coubliano (Laibach) zusammenziehe. Sorgfältig verborgene Batterien schwerer Artillerie seien per Bahn und auf der Straße dorthin befördert worden, vorgestern sei eine Bestandsaufnahme der Wagen und Zugpferde vorgenommen worden. Die Eigentümer seien davon in Kenntnis gesetzt worden, daß sie beim ersten Signal sich mit dem Material zu bestimmten Konzentrationspunkten begeben müßten. Die Soldaten des Jahrganges 1928 seien unter die Fahnen gerufen worden. Der Generalsekretär T u r a 111 werde am 25. Mär; In Triest empfangen werden. Lr werde dann die längs der südslawischen Grenze aufge- slcllten Truppeneinheitcn besichtigen und inspizieren, die bereits neue Weisungen erhalten hätten.
Tteue Besuche orientalischer Staatsoberhäupter.
Berlin, 23. März. Voraussichtlich noch in diesem Jahr sollen noch andere Persönlichkeiten, die an der Spitze orientalischer Staaten stehen, ebenfalls einen offiziellen Besuch an dein Regierungssitzen der größeren europäischen Staaten abstatten wollen. So verlautet, daß bereit» im Herbst König Fuad von Aegypten
Das LawinenuuM auf dem SonnenM.


