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drei Wochen in bei Tecklinghausen drangen Hwlizei ermittelt und It. Es kam zu einem ein 'Beamter nicht un- Cin Einbrecher wurde getötet, ein anderer |o schwer verletzt, icn gezweifelt tirirb. von Glauchau.

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der denkenden Hausfrau

Verkehrsordnung erfordert Rechts gehen!

Berliner Börse.

Berlin, 23. März. (9ÖIB. Funkspruch.) Nack- dem die gestrige Abenbörse schon wieder eine gewisse Erholung gebracht hatte, ist die Tendenz des heutigen Frühverkehrs noch undurchsichtig, aber eher weiter freundlicher. An Kursen hört man für Farben 250,5, für Siemens 268,5 bis 269 und für Glanzstoff 732 bis 735, also etwa gestrige Abendkurse. Die Report­geldversorgung zum Ultimo hält man, auch wenn der Satz heute evtl, erhöht werden sollte, für gesichert. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,39, Madrid 29,05. London gegen Kabel 4,88225 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1815.

Au« der Provinzialhauptstadt. ;

Gießen, den 23. März 1928.

Sonntags-Erwartung e

Ganz gewiß gehöre ich nicht zu den notorischen f Faulenzern, und doch ist mein« ^bect wahr^w der sechs Wochentage immer nur eine Art -Vor­bereitung aus den Sonntag. Warum sollte ich das nicht offen zugeben? Die andern danken ,a auch nicht anders, selbst wenn sie die Ge- schäfttgkeit selber sind und ves fluten Eindruckes wegen am liebsten vorspiegeln möchten, daß eS ihretwegen keinen Sonntag zu geben braucht^ Der Sonntag ist ja auch dazu da, daß man sich seiner freut ilnb warum sollte ich mich nicht sechs Tage lang auf den Sonntag freuen, der mir Freiheit gibt, mich zu mir selber fuhrt, nur meine eigene Welt eröffnet, in der ich tun und lassen kann, was ich will? Selbstverständlich nur soweit, als die Polizei nichts dagegen hat. Und sie hat gegen sehr vieles nichts einzuwenden.

Am Montag beherrscht mich der Gedanke des Bedauerns, daß der schöne Sonntag, den ich mit voller Bewußtheit erleben wollte, schon wie­der vorüber ist. ohne daß ich recht zum Genuß seiner Schönheit gekommen bin

Wie verläust so ein Sonntag? Zunächst. indem man gar nichts von chm hat weil man eine oder zwei Stunden länger schläft. Aber das ist noch nicht das Schlinnnste. Weiter eine Stunde die schnell vertändelt ist. Das Anziehen fordert auch feine Zeit, denn ein wenig sorgfältiger als sonst möchte es fein. Und schon ist der Mittag da mit einem Sonntagsbraten, den zu genießen man sich Zeit nehmen muß. Der an- gebrochene Aachmtttag ist rasch.vorüber. Es gibt ja allerlei Verpflichtungen. -Und was schon ein Sonntagabend ist, weih jeder. Mit ihm ist man fertig, kaum daß er begonnen hat.

Und doch freue ich mich auf so einen Sonntag. Und ich weiß, viele andere freuen sich auch. Was wäre eine Woche, wenn kein Sonntag wäre. Ein ewiges Einerlei, eine Tretmühle, die ftumbl. müde, gleichgültig machte. Wenn auch der Mon­tag immer wieder sagt: 3m Grunde bist du ent­täuscht worden, so kommt doch der Dienstag und raunt dir zu- Plausch net, der Sonntag war doch schön, und den dir nächsten noch schöner zu ma­chen, steht bei dir. Am Mittwoch wird diese Anrede zudringlicher, am Donnerstag glaubst du es und rüstest dich auf den kommenden Sonn­tag Am Freitag sind alle Pläne fertig, und der Samstag geht hin mit Hoffnungen und Vor- sreude Diel schöner als alle bisherigen soll der vor der Tür stehende Sonntag werden. 3ch werde dies erledigen, und jene Vorhaben werde ich ausführen, hier werde ich mir eine kleine dreuöc hrimholen, und dort wartet auch etwas auf mich, da- mit angenehm sein wird.

So erwarte ich den Sonntag, berede mich auf ihn - wie gesagt sechs Tage lang vor, fordere und hoffe von ihm, was man von ihm nur ver­langen kann. Aa und am Montag können wir ja einmal darüber reden, was er von seinen Versprechungen gehalten hat.

Daten für Samstag, 24. Marz.

Lonnenaufgang 5.55 Uhr, Sonnenuntergang 18.19 Uhr. Mondaufgang 7.21 Uhr, Monduntergang 2$1830H)er Dichter Robert chamerlimg zu Kirchberg am Wald geboren (gestorben 1889); 1834: der englische Dichter William Morris in London geboren (gestorben 1896); 1864: die Schriftstellerin Agnes Harder in Königsberg i. Pr. geboren . 1905: der französische Schriftsteller Jules Derne in Amtens ge­storben (geboren 1828).

Dürgermeisterivahl in Lich.

Lich , 23. März. (Cig. Drahtbericht, t Gestern abend nahm der Gemeinderat unserer Stadt die Vürgermeisterwahl vor. Es standen fünf Kandidaten zur Wahl, von denen Beigeordneter Wittig (Butzbach) 5 Stimmen erhielt, während Aeferendar a. D. Hans Geil (Oberstein a. d. Aahe) 4 Stimmen und Sief eren- bar Karl Dbrmer (Lich) ebenfalls 4 Stimmen bekam. Da im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit nicht erzielt wurde, für die beiden Letztgenannten überdies Stimmengleichheit be­täub, wurde durch das Los, gezogen von der Hand des Vorsitzenden, entschieden, wer von den beiden Letztgenannten zur Stichwahl kommen sollte. Das Los entfiel auf den Aeferendar a. D Hans Geil (Oberstein a. d. Aahe), der nunmehr mit dem Beigeordneten Bruno Wittig (Butz­bach) in die Stichwahl kam. Da der Gemeinderat einstimmig beschlossen hatte, die Stichwahl o g l e i ch vorzunehmen, folgte unmittelbar an­schließend der erneute Wahlgang, bei dem sich Wittig und Geil gegenüberstanden. Hierbei entfielen auf Aeferendar a. D. Hans Geil (Oberstein a. d. Aahe) 7 Stimmen, auf Beige­ordneten Bruno Wittig (Butzbach) 5 Stimmen bei einer Stimmenthaltung. Hiernach ist Aefe- renbar a. D. Hans Geil zum Beruss- bürger meist er unserer Stadt als Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters Völker (Lich) gewählt worden.

Bürgermeister Hans Geil wurde geboren am 7. Mai 1884 in Monzernheim (Kreis Worms). Er entstammt einer alten, angesehenen rheinhessischen Landwirts- und Weinbauem-Fa- milie. Aach Absolvierung des Gymnasiums in Worms studierte er in Berlin. Heidelberg und zum größten Teil in Gießen Rechtswissenschaft mit dem Endzweck, in die Kolonialverwaltung des Aeiches einzutreten. Er war eine Zeitlang als Gerichtsreferendar und schon vor dem Kriege auch bei dem Kreis amt Worms tätig. Um auch die städtische Selbstverwaltung mit ihrem seit dem Kriege vermehrten Aufgabenkreis genau kennenzulernen, beschäftigte er sich seit 3unt 1926 bei der Bürgermeisterei der Stadt Ober­stem a. d. Aahe. und zwar zunächst informa­torisch, später bei dieser Verwaltung als juristi­scher Hilfsarbeiter.

Boriwtrzeir.

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater: 7.30 Uhr:Drand im Opernhaus (Ende 915 Uhr). Evangelischer Frauenverein: 8 Ühr. Iohannessaal: Vortrag Dr. ALunninn. Zwang und Freiheit in Erziehung und Ehe - Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Manege . - Astoria-Lichtspiele:Der Held von Sonora .

Dom Konzertverein wird uns ge­schrieben: Infolge Erkrankung deS Herrn Steiner (Cello) ist Herr Professor Georg Wille (Cello) aus Berlin (früher Dresden) bereit, in dem Kammermusikabenb am Sonntag

Personalien. Mit Wirkung vom 15. März wurden zu Kreisveterinärärzten ernannt die Veterinärräte Dr. Heinrich Martin in Grünberg und Dr. Karl Stein in Gießen.

* Aeue Straßenbeleuchtung. Seit gestern abend befindet sich in der Gartenstraße vor dem Stadt. Gaswerk eine neue Straßen- lampe im Betrieb. Die Lampe wird vom Gaswerk auS mit Gas gespeist, hat eine Stärke von 1600 Kerzen und verbreitet über die Straße eine außerordentlich große Lichtfülle. Man mochte wünschen, bah in manchen anderen Straften gleichfalls eine so vorteilhafte Beleuchtung an­gebracht würde.

* Unsere Anlagen. Zur ßeit wird fleißig an der Herrichtung unserer städtischen Anlagen ge­arbeitet. Trotz der jüngsten kalten Nächte haben sich schon die ersten Boten des Frühlings, wie Schnee­glöckchen, Krokus ufw. hervorgewagt. Vereinzelt zeigt sich an den Sträuchern auch schon das erste zarte Grün, und der Rasenteppich beginnt bereits sich qrün zu färben. Die Bäume und Sträucher in den Anlagen sind vor einiger Zeit ausgeschnitten worden. Erneut sei bei dieser Gelegenheit der Schutz unserer städtischen Anlagen allen Bürgern empfohlen. Be­sonders mögen die Eltern ihre Kinder belehren, daß sie jegliches mutwilliges Zerstören, w,e das Abreißen blühender Zweige, das Betreten der Blumenbeete ufw. unterlassen. , _ ,

* Der Provinzialausschuh O b er - Hessen hält am morgigen Samstag 24. Marz vormittags 8'/. Uhr beginnend, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Giehen eine öffent­liche Sitzung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Antrag der Oberpostdirektion Darmstadt auf Enteignung von Gelände in Vilbel für den Bau eines Postamtes. 2. Berufung der Gemeinde Langd gegen das Urteil des Kreisausschusses deS Kreises Giehen vom 5. Aovember 1927 t.S.: Besoldung des Gemeinderechners der Gemeinde Langd. 3. Beschwerde des Otto Bolttsch und Genossen gegen die Entscheidungen des Bezirks- wohnungskommissars des Kreises Büdingen vom 5. Dezember 1927 i. S.: Beschaffung von Bau­gelände für die Christian Streum Weute

Eine Ausstellung von Schuler- zeichnungen findet am morgigen Samstag und am Sonntag im Zeichensaal der ®oetöe» schule in der Westanlage statt. Zur Ausstellung kommen Zeichenarbeiten der Schülerinnen der Schiller- und der Goetheschule. Die Ausstellung ist am Samstag von 5 bis 6 ilfct nachmittags und Sonntag von 11 bis 5 Uhr geöffnet. Man beachte die heutige Anzeige.

freien Platz ging, hörte ich wütendes Hundegebell. Da ich ein großer Hundefreund bin, suchte ich die Ursache zu ergründen. Auf der einen Seite des Platzes hielt vor einem Haufe ein Hundefuhrwerk, dessen Besitzer fortgegangen war. Der große, kräftige Hund war von Schuljungen im Atter von sieden bis neun Jahren umringt, die alle auf den Hund ein- schlugen und ihn mit Steinen warfen. Der Hund sprang von der einen Seite zur andern, soweit es sein Wagen erlaubte, und war in höchster Wut. Ich trat zu den Jungen und fragte ruhig:Hat der Hund euch etwas getan?" Alle sahen mich erstmint an, und einige sagten kleinlaut:Nein."Weshalb schlagt und werft ihr denn den Hund? Glaubt ihr, daß ihr ihm nicht wehe tut?" Keine Antwort, nur verlegenes Anstarren.Möchtet ihr mit Steinen ge­worfen werden?"Nein."Seht ihr, das mögt ihr auch nicht; schämt ihr euch denn nicht einen Hund zu werfen, der euch gar nichts getan hat, sich auch nicht wehren kann, da er eingespannt ist? Mehrere von den Jungen sagten treuherzig:Nein! Wir wollen es auch nicht wieder tun. Und alle gingen davon. Man kann nur wünschen, daß in allen Fällen von Tierquälerei durch unverständige Jugend einsichtige Erwachsene sich der armen, ge­quälten Tiere annehmen möchten.

WSA. Gebührenfreiheit für hessi­sche milde Stiftungen. Wie ber Amtliche Preußische Pressedienst einer gemeinsamen Ver­fügung des preußischen Finanzministers und des Iustizministers entnimmt, wird den hessischen milden Stiftungen Befreiung von den preußi­schen Gerichtsgebühren in dem gleichen Am- fange gewährt, wie sie den preußischen milden Stiftungen zusteht, nachdem der hessische Iustiz-- minister im Einvernehmen mit dem hessischen Finanzminister den milden Stiftungen, die in Creußen ihren Sih haben, die gleiche Dergunsti-' gung hinsichtlich der hessischen Gerichtsgebuhren zugesichert hat.

Bund ber Kolonialfreunde. Man berichtet uns: 3n der bei Dippel stattgehabten Mitglieder - Versammlung der Iugendgruppe

Waterberg" vom Bund der Kolomalfreunde hielt der hiesige Polizei - Hauptwachtmeister Schneider, als Führer der Iugendgruppe. einen Vortrag über seine Erlebnisse in Sudwest- asrika. In eingehender Weise schilderte er den Gang des Krieges 1914/18, den er m des 9 Kompagnie der ehemaligen Kaiserlichen Schuh­truppe für Südwestafrika mitmachte. Ungeheure Strapazen und Märsche, welche unsere Schutz­truppe dort mitzumachen hatte, wurden ein­gehend und in verständlicher Form und ebenso auch der Entschejdungskampf im Aorden des Landes, in dem nur 5000 Deutsche 65 000 Eng­ländern gegenüberstanden, vorgetragen. Aecht interessant waren auch die Schilderungen aus dem Gefangenenlager in Afrika und die Heim­reise der letzten Schuhtruppe dieser ehemaligen deutschen Kolonie. Der Vortrag war von etwa 100 Lichtbildern, die zum Teil wahrend des Wettkrieges aufgenommen waren, belebt. Leb- Hafter Beifall der Iugendgruppe dankte dem Vortragenden für seine interessanten Aus- sührungen._______

25. März, mitzuwirken. Eine Drogrammänderung tritt nur dadurch ein, daß statt des Brahms- Trios die O-Dur-Sonate von Brahms (Herr Professor Havemann mit Frau Lydia Hessemann am Klavier) gesetzt ist. Die Programmfolge ist nun: Max Reger. Klaviertrio In E<<niDll; Brahms, Sonate für Violine und Klavier in O^Dur. Franz Schubert. Klaviertrio in L-Dur.

VereinfürbasDeutschtumimAus- lande. Die Schul- und Jugendgruppen des VDA. Gießen veranstalten morgen, Samstag, 24. März, 7 Uhr, und Sonntag, 25. März, 4 Uhr, Im Saale des Tafös Leib einen Bunten Abend, dessen Reinertrag dem Hilfswerk für das Auslanddeutschtum zuftteßen soll. Jedermann ist herzlich willkommen. Siehe die

DomÄund der Kolonial freunde, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Die ehemalige deutsche Kolonie .,Deutsch-Ost-Afrika", zur Zeit unter der Verwaltung Englands, soll seines Charakters als Mandat unter Ver­letzung der Völkerbundsbestimmungen ent­kleidet und von England endgültig in Besitz ge­nommen werden. Eine englische Untersuchungs- kommission hat bereits in diesem Sinne Studien in Deutschostafrika gemacht, um die etwa noch bestehenden Hemmnisse besser beseitigen zu können. Der wirtschaftliche Wert dieser ehemaligen deut­schen Kolonie für den Wiederaufbau unserer Wirtschaft macht eS jedem Deutschen ohne Unterschied zur Pflicht, gegen das Vorgehen Englands ganz entschieden ©Leitung zu nehmen. Aus diesem Grunde findet in der nächsten Woche in Gießen eine Protestversammlung statt, worüber noch näheres in der hiesigen Tagespresse bekannt­gegeben wird.

- Sin Schmetterling, der sich gestern trotz des unfreundlichen Wetters schon hervor- rwagt hatte, wurde uns von der Waschanstalt uchs. Schühenstrahe, alS Künder des Früh­lings überbracht. Wir haben dem kühnen Flieger nach gebührender Inaugenscheinnahme die gol­dene Freiheit wiedcrgegeben.

** Gin Erlebnis. Ein Leser und Tierfreund schreibt uns: Daß Kinder oft nur aus Unverstand unbarmherzig gegen Tiere sind, beweist folgendes Er­lebnis. Als ich an einem Wochentage über einen

Kunstvoll Komponiert

tmb daher gut ist sine 3igarrfte.roran Einsicht- in das Mchu und den ZuscunmeuLüllur der Zahlldsm TabaKsorteu am Werke war.

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