Nr.M vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 22. Dezember 1928
Aus dem Reiche der Frau.
Wmierfporikostüme.
Von Margret Halm.
So wenig wir heute noch auf den Gedanken lammen. sportliche Betätigung als reines Der- gnügen zu bewerten, so wenig zählen wir die Wintersportkleidung noch zu den Luxusgegen- ständen der Garderobe. Dielleicht zu jener Zeit galt das Wintersportkostüm noch im Grunde als etwas Mcbcrflüififlto. als der Wiittersport- gedanle • zuerst die breitere Masse erfaßte und ditz einen sich von der Aussicht einer Ferienreise. die sonst nicht auf dem Programm gestanden. dazu verlogen ließen, die anderen aber von der Möglichkeit, ganz abseits von der Mode liegende. lustige bunte Dinge zu tragen, Jacken und Mützen, in welchen sie glaubten, besonders an* mutig' zu wirken.
Wintersport hat sich inzwischen als die Zäsur 'm ArbcilSjahr erwiesen, die mehr noch als die Sommerferien den .Körper stählt, die Rerven kräftigt und erfrischt. Er ist zu einer durchaus certft zu nehmenden Angelegenheit geworden und die Meiers und Schulzes, die nur, weil das vot- nehm ist. unbedingt im Winter, nach St. Moritz müssen find gegenüber dem Heer .der ernsthaft Wintersport Treibenden in einer verschwindenden Minderzahl.
1 Eine gute Esiausrüstung erneuert man nicht jejies Jahr. Wan lauft sie einmal in bester Qualität und zweckmäßigster Ausführung und mag dann für die kleine Eitelkeit in den Zusätzstücken Jumper, Schal, Socke und Skiband ein wenig rascher wechseln als man sie abgetragen hat. ' Auch in der Mühe. Zwar wäre hier die dunkelblaue Aorweger-Skikappe diejenige, die dem Skikostüm am besten entspricht, doch ljat sie einen kleinen recht boshaften Fehler — sie ist nicht sehr kleidsam, und in diesem Umstand ist wohl der Grund zu suchen, daß die meisten Mädels und jungen Frauen unbedingt irgend etwas Un- praktisches an ihr finden. Die eine sagt, sie drückt scchr. die andere stören die Bänder, das Schild, kurz irgend etwas, das sie sicher nicht beachten würde, toenn sie sich in dieser Kopfbedeckung sehr niedlich wüßte. Der Herr hin- geoen schwört auf sic. denn hat er nur irgendein etwa» rassiges Gesicht, so weiß er sich in dieser Mütze unwiderstehlich. Das dunkelblaue Ror- weger-Skikostüm aus starkem Tritotgewebe, dem sogenannten Rorweger-Trikot oder aus sehr stra- pgziersähigem, rein wollenem, gut imprägnierten Gabardine in schwerster Qualität hat einen Zusatz erfahren, der sich zweifellos in kurzer Zeit die Herzen aller Skifahrer erobert hat: den Lumberjack. der in Duvetine oder Leder auf 'Reißverschluß geschlossen mit Strichansatz in hübschen Mustern, die sich in Kragen und Manschetten, sowie in einer Pummelmütze wiederholen Beim Lauf gestattet diese weite Bluse sehr viel m«y r Bewegungsfreiheit als die Jache. Man tragt dazu die dunkelblaue Aorweger-Skchvse sowie die sog. StiefeHose (auch Ueberfchlhose genannt), in Dunkelblau ' zum blauen oder roten Lmnberjack, wie auch in beige Tönen zu einem Lumberjack in gleicher Farbe, in lichtem Rot oder Hellem Blau.
Auch in englischen Stoffen zeigt man gute Wintersportkvstüme, in uni und tariert, aus Hayn durchgefütterter Jrcke in sportlichem Schnitt, Knickerbockers und einem kleinen Rock für die Reise und zum Wandern. Dazu werden nette Hütchen aus Filz oder Duvetine gezeigt und die Baskenmütze ist sowohl hierzu wie zum speziellen Sli'ostüm noch immer gleich beliebt.
Der Strumpf Paßt sich im Ton der Grundfarbe des ganzen Anzugs an. in uni oder leicht melierter, weicher Wolle. 'Während zum Skilauf der Schuh gegeben ist. werden zu diesem ^'intcxsportkostüm der hohe Sportstiefel oder auch ni?j)cre Haferlschuhe getragen.
Eine große 'Rolle spielen auf der Winterreise gestrichte und gewebte Jumper. Sweater, sowie
Weihnacht.
Von Paula Meffer-Plah.
Das Ziel der Menschheit ist. zu Gott zu gelangen. Dies ist so unendlich schwer, nicht weil Gott in unerreichbarer Ferne wäre, sondern weil er 'so nah ist, well er in uns selber ist. Wir sind von ihm nicht durch den Raum getrennt, nicht mit den Füßen erreichen wir ihn. her überall gegenwärtig ist, sondern mll Annäherung dirrch die Gesinnung. Immer wieder müsien einzelne die Menschheit zu dieser ihrer großen QDjhgabc zurückrusen. Immer hoben sich Hellige und Ehristuse geiunden, die dieses Werk vollbrachten. Das Weihnachtsfest bedeutet unä_ die Erinnerung an einen größten dieser Erlöser. Man glaube aber nicht, daß es Bamit getan sm. sich an Vergangenes zu erinnern, die Geburt und das Leben'eines anderen zu feiern. Weihnachten werde zum Gelöbnisfest für all e, daß sie durch gute Gedanken, gute Worte und gute Werke mithelsen wollen, Liebe und Frieden auf Erden zu vermehren. Jeder einzelne brenne wie ein stilles, klares, schönes Licht am Baume des Lebens, so daß es alle anderen Menschen beglückt. und sie solcherweise durch Beispiel und Ermutigung selber stiller, llarer und schöner werdew
Man glaube nicht, daß es Nimit getan fei, an Weihnachten Geschenke zu geben oder vielleicht gar noch mll Klagen, daß der Geldbeutel nicht reiche, so viel mnzukaufen wie antere. Einmcll werden liebende Herzen und willige Hände immer etwas finden, um auch mll kleinsten Mitteln Freude - zu bereitem ilnb dann: man hüte sich, in Aeüherlichkellen unterzugehen 1 Aber freilich, wer denkt noch an den Sinn all dieser Gaben, dieses Schenkens und Ueberraschens? Wer denkt noch daran, daß Weihnachten uns zu Beschenkten und Begnadeten machen soll im Reiche des Göttlichen daß es die Geburtsstunde des Geistes in uns werden frti? Wer denkt noch daran daß alle Geschenke zum Hohn werden müssen da, wo der gebende Mensch nicht selbst dre größte Gabe wenigstens für seinen Beinen Kreis, für feine Angehörigen ist: wo durch seine Anwesenheit nicht Liebe und Verständigung erhöht werden; wo fein Kommen und Wirken nicht Förderung und Vervollkommnung bringt 2a»
dicke Strickjacken. Hier bringt man immer neue entzückende Bemusterungen in gedämpften Tönen fein abschattiert: für sehr junge Mädchen von besonders schlankem Wuchs ist auch ein Pullover in grelleren Tönen abwechslungsweise fesch. Hier spiell ein leuchtend warmes Rot mit Blau auf Beige die große Rolle.
Als ganz unentbehrlich aber hat sich zu jedem Wintersportkostüm zumal für stürmisches Wetter die Windjacke erwiesen, die der Sklläufer vielfach lieber tragt als irgendein anderes Wams.
Slulpenhandschuhe werden sowohl aus gestrickter Flauschwolle wie auch aus wasserdichtem
jeder einzelne muh ein Erlöser sein — für sich und andere. Jeder ärmste Mensch kann auch ein Erlöser fein, denn so arm ist niemand, daß er nicht den unendlichen Reichtum der Liebe in sich ansammeln und verschenken könnte. Hier gibt es feinen Unterschied, kein Groh und Klein, fein Geringes und Bedeutende Z: wo Fülle der Liebe ist, M ist ganzes Menschentum, wer die Fülle der Liebe hat, der steht immer über dem Durch- schnllt Ja, schon da, wo Sehnsucht nach Liebe lebt, nach Liebenkönnen, schon da ist die Geburtsstunde des Göttlichen nicht mehr well. Meist aber sehnen sich die Menschen höchstens darnach, gesiebt zu werden. Sie babr.i nicht die Gröhe, vor allem und zuerst selber zu lieben. Doch man ist nicht auf der Well, um vor allem zu fragen: was kann ich bekommen?, sondern um zu fragen:'was kann ich geben? Wer nur in einem einzigen Menschen diese schenkende, liebende, überströmende Seele erweckt Hai, der ist zum Erlöser geworden. Das aber geschieht nicht durch Worte, sondern durch das gelebte Beispiel.
Darum hebe in der Stille her Christnacht deine Augen zu den Sternen empor. Durchforsche dich: ist meine Liebe auch groß genug? — frage dich: gehöre ich zu den schenkenden Seelen? — Gelobe dir: diese Weihnacht soll mich segnen, damll ich gütiger, verzeihender, damit ich liebender werde. —
Geschenk-Empfang.
Äon X KarM-Rie-erk.
Zeige nicht dein Mißbehagen oder deine Enttäuschung über ein Geschenk, das dir Liebe und Anhänglichkeit dargebracht hat, selbst wenn es nicht deinen Beifall finden sollte.
Bist du Gallin, denke daran, daß dein Mann mll seiner Gabe hir Freude bereiten wollte. Hast du hir vielleicht einen Maulwurfs-Muff gewünscht und du bekommst statt dessen einen aus Blaufuchs, Eichhörnchen oder ÄaraiaL dann lege das Geschenk nicht mit verächtlicher Miene beiseite, sondern versuche es mit freundlichen Empfindungen zu betrachten. Du wirst sehen, bald findest du heraus, daß das geschenkte Zell I ebenso gut aus fällt tote das heiß angestrebte | WaulwurfSfell.
Segeltuch warm abgefüttert getragen; wers ganz besonders vornehm gibt, in braunem Rap Paleder. Der Schal wird augenblicklich in weichen, besonders anschmiegsamen Kashastoffen vorgezogen.
Für den Herrn kommt zur dun kell-lauen oder beigefarbenen Rorweger- oder Stiefelhose sowohl der Lumberjack wie auch die knapp anliegende Weste in Betracht. Vielfach genügt an sonnigen Tagen das Halbflanellhemd in Pullover- stoffen, das er mll einer Strickkrawatte trägt, hie in den Farben mit Skiband und Socke harmoniert.
bücherei, oder Tintenwischer, sirr beide Wohl auch mal eine kleine Leckerei.
7. Schattenbilder raten. Mente ist das ein lustiges Spiel. Die Türe eines Zimmers steht ganz often. Die dadurch entstandene Oeff- mmg wird mit einem Bettuch verhängt. Das kann man oben und an den Seiten mit Reiz- nageln am Türrahmen befestigen. 2n dem Zite- mev, wo sich die Ki lder aufhalten, wird das Licht ausgedreht. 2m anderen Zimmer brennt dos Licht so, daß es voll ans das Lrinentuch fällt. Bor diesem stellen mtn vielleicht zwei Kinder oder auch nur eins ein Schattemild dar. Es ist sehr lustig, Dollslirteransänge zu erraten: z. B. ..Ward einDlüml.in mir geschenkel“: untere rechts ein Blumenstock: eine kleine Gärtnerin, davor mit dem Giehkännl^n, die Bewegung des Gießens aussührend; oder ^Schlaf, Herzenssöhnchen, mein Liebling bist du". Ein Mädchen setzt sich auf einen Stuhl, hat ein kleines Kind odeo Puppe int Arm und wiegt es. „2Ber will unten die Soldaten" wäre durch einen Buben, der auf einem Steckenpferd mit Helm und Gewehr sitzt, darzustellen. Ein schönes Bild wäre .Siille Rächt, heilige Rächt" ufto.
Es ist aitdj sehr unterhaltend, Berufe zu erraten. Di 'ses Spiel i t ungemein. ergötzlich und gewährt her Phantasie der Kinder weitesten Spielraum.
Allerlei Rezepte zumMreseude.
Silvesiergebäck uud Pünsche.
Silvester-Sandkranz. 300 Granrm Butter oder aller-feinste Margarine rührt man mit 300 Gramm feittgefiebtem Zucker und dem Gelben von 7 Eiern zu einer recht schaumigen Masse- Dann würzt man sie mll 3 Löffel Arrak oder Jamaika-Rum. dem Abgeriebenen einer halben Zitrone, 4 Löffel Rosenwasser und einer Prise Salz. Run fügt man abwechselnd 1/3 Pfund Kartoffel- und ' 2 Pfund feinstes Weizenmehl hinzu und rührt alles zusammen noch einmal rech! duftig, ehe man den festgeschlagenen Schnee der Eier durchmengt. 3n eine gu‘gebutterte Kranzform gefüllt, bäckt man den Kuchen bei Mittel- Hitze in längstens einer Stunde gar und stürmt ihn sehr vorsichtig. Man verziert ihn mit Zucker- oder Schokoladeguß.
Zucker- und Dchokoladeguß. 'Man! schlägt 2 Erweist zu möglichst festem Schnee und verrührt ihn mit 1/2 Pfund feinem Zucker, dem Säst einer ftrlbav Zitrone oder einem Likörglas Arrak oder Icnnäika-Rum zu einer glatten. schau- migen Masse, die man schön gleichmäßig auf das Gebäck streicht und an warmer Stelle oder im abgellrhlten Ofen trocknen läßt. Will man die Masse als Schokoladenguß verwenden, färbt man sie mit einigen Löffeln etwas mit Arrak oder Zitronensaft angefeuchtetem Kakao.
P u n s ch t v r t e. Man rührt 400 Gramm Butter oder beste Margarine zu Sahne, gibt 400 Gramm seinen Zucker und 10 Eidotter biruu und rührt das Ganze mit einem flachen HoH- löffel mindestens 1/2 Stunde nach derselben Richtung. Die Masse, die schaumig aussehen mutz, würzt man mit dem Olbgcrieoeiten einer halben Zitrone und dem Saft einer ganzen und mit einem Weinglas voll Arrak oder Punschessenz, Dann fugt rnan unter sleihigern Rühren 400 Gramm Maizena und zuletzt den festgeschlagenen Schnee der 10 Eier hinzu. Die Masse bäckt ntair in. einer Tortenform, die sehr gut- gebuttert fern muß, bei Mlltelhitze etwa eine Stunde, und bestreicht sie mit einer Punschglasur. Tiefe bereitet man aus einem großen Eiweiß, 1/3 Pfund Zucker, ein wenig Zitronen fast und einem: Gläs-> chen Punschestenz.
Silvester-Biskuit. 12 Eidotter rührt man. mit 1/1 Pstrnd Zucker, dem Saft einer ganzen und dem Abgeriebenen einer halben Zitrone recht dick-schaumig, vermischt diese Masse sorg- fällig mu 1/2 Pfund Maizena und zuletzt mit
Kinderspiele.
Von Mana Eroff.
Die fotg-enten Anregungen sind dem 11. Heft 1928 der Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Elwin Staude, Komm.-Ges.. Osterwieck am Harz) entnommen,
1. T.e e k e s.'s e l s p i c L Aus der ganzen Spiel- gemeinde gehen zwei Ki.rdrr zur Türe hinaus. Sie überlegen sich Awri gleichlautende Wörter, deren Sinn aber verschieden i.t, z. D. Schimmel — Schimmel; Dank — Bank; Dauer — Dauer usw. Das eine-davon vertritt dar Pferde, das onbcrc hat. über den Schimmel-Pilz zu sprechen. Sie gehen ins Zimmer., setzen srch. auf den Dvden (das ist nicht unbedingt notwendig, erhöht aber bei Kindern den Reiz des Spiels\ Run fangen die beiden eine wechselsellige Unterhattung über ihren Teekessel an. „Teelesiel" heißt nämlich das zu suchende Wort und darum das Spiel „Teekessel erraten“. Jedes der beiden Kinder spricht von dem Vorkommen- den Eigenschaften, den Deson- herbeiten „seines“ Teekessels. Hat mm ein^ Kind das 'Wort erraten, darf es sich zu den leiden sehen und and) mllreden. Ta kommt es ost vor, daß es sich getäuscht hat. Darn muh es wieder an seinen Platz zurückgehen. Sitzt die ganze Gesrllschaft am Doden, dann ist das Spiel zu Ende, to?il alle Spieler den -Teekessel" erraten haben. Der letzte nennt ihn.
Dieses Spiel schärst daS Denken und trägt so neben seinem Zweck zu unterhallen auch zur Dil- dung des Denkvermögens bet
2. W örterraten. Eine nicht mitspielente Person gibt ein Wort an, 5. D. „Tante". Dieses schreiben alle Mitspieler zweimal so auf. daß die Buchstaben des ersten Wortes unteoeinander von oben nach unten und die Dgchstaöen pes zweiten Wortes von unten nach oben das Wort »Tante" ergeben. Der erste Buchstabe steht also mll dem letzten Buchstaben — ein größerer Raum dazwischen — in einer Zeile. Run müssen alle Mrtspieler Wörter suchen, und zwar i.t diesem Falle fünf, weil »Tante" aus fünf Buchstaben besteht; her erste und letzte Buchstabe ist gegeben. Auf einem Zettel würde yiellcicht folgendes stehen:
Tinte Der Erste in der Runde steht auf, Amt erklärt fein erstes Wort, und aus der Namen Erklärung müssen es die anderen Spie- Tara ler erraten. So geschieht es mit seinen Eszet fünf Wörtern, bis der nächste kommt.
Dieses Spiel ist sehr luftig und zwingt die Kinder, allein zu reden. Sie können sich hier auf recht unter hallende Weife im denkenden Sprechen üben.
3. .Wer kennt die meisten Orte? Für größere Kinder ist folgendes Spiel recht anregend. Eine am Spiel nicht beteiligte Perfon nenht einen Buchstaben. Fünf Minuten lang dürfen mm alle Mitspieler Orte mit diesem als Anfangsbuchstaben ausschreiben. Rach Ablauf der Frist werden die Orte von jedem verlesen, und wer die .meisten auf feinem Zettel stehen hat, bekommt einen kleinen Preis, vielleicht eine Klei-
nigkell zum Raschen oder sonst etwas. Wan möchte, es nicht meinen: Kinder, denen die Orte von der Schule her im Köpfchen schwirren, wissen da oft mehr als Erwachsene, denen sie nicht mehr geläufig sind.
4. Personen erraten. Zwei Kutter melden sich, die sich gegenseitig erraten wollen. Für sie Wied nach i tander, ohne daß beide vonein- anter toiffen, die Person bestimmt (z. D. Kolumbus. Rapvleon. Beethoven, auch noch lebende, den Kindern bekannte Personen oder Märchen- gestalten). Die beiden setzen sich hierauf gegenüber und fragen sich gegenseitig aus. Sämtliche Fragen werden nur mit -3a" oder „Rein" beantwortet. Z. B. „Lebst du noch? — Bist du ein Mann? — Bist du eine in der Geschichte bekannte Person?" irfto. Keines darf zwei Fragen nacheinander stellen. Wer ans diesem wechselseitigen Frag- und Antwortspiel die Person-des andern zuerst findet, hat getronnat. Die Mit- spielenden ergötzen sich an den Fragen; denn ihnen sind ja di2 beiden Personen schon bekannt.
5. Sache erraten. Der Suchende geht zur Türe hinaus, währenddeffen die Spielerschar den zu erratenden Gegenstand int Zimmer bestimmt: Z. B. die Uhr an der Wand, ein Bild usw. Hierauf wird d.r Dcaußenstehende hevei lgerufen, und er beginnt zu suchen.. Dabei geht er langsam im Zimmer herum. Alle Spieler murmeln: ra- fcatbarabarbarabiir —---— Rähert sich der
Suchende dem bestimmten Gegenstand, damt verstärken sie das 'Gemurmel, je Weller er sich davon entfernt, desto leiser wird es. Auf diese Weise Wied her Gegenstand bald gefunden fein.
6. 3 ntelligenzspiel. Acht bis zwölf Ge- genstände teerten auf den Tisch gelegt Einer Aßt die ©egenftänte ein bis drei Minuten (z. D. Taschenmesser, Schere, Ring, Fingerhut, Blume, Bleistift Feder, Wollknäuel uste.) ansehen. Dann wird ein Tuch daraufgelegt, oder die Gegenstände werten vom Tisch weggenommen. Zeder Spieler schreibt nun auf einen Zettel in -zwei Minuten alle Gegenstände, die er noch weiß. Anters formulieren könnte man dieses Spiel, intern man eiten Zettel, auf dem zwölf Wörter stehen, jeden ter Teilnehmer zwei Minuten lang anschauen laßt; bann muß jeder nietet» schreiben, wieviel er sich gemerkt hat Da kennt; man manchmal schon so Heine Denker heraus, die manche Wörter in Zusammenhänge bringen und sich so Stützen fürs Gedächtnis suchen. Solche Spiele sollen aber wirllich den Charakter tes Spielens teibehallen, nicht etwa, daß Ehrgeiz u. dgl. den Zweck verderben. 3n ganz feLtcnen Fällen nut kann man hier auf die Begabung ter Kinder schließen.
Bei diesen und ähnlichen Spielst können Preise verteill teerten. Fleißige Mutterhänte richten diese schon vorher zurecht Lauter kleine Sächelchen. die wenig Geld kosten «nd den Kindern doch eine grohe Freute machen: Für die Mädchen ein kleines Radelbüchlein, Mallarten, für die Buben kleine Heftchen aus ter 3ugend-
Denke beim Empfang nicht gleich an Umtausch und Zuzahlung, oder an einen heimsichen Berkaus. Es kränkt und stimmt den traurig, der es für dich auswähsie.
Ist die Gabe bescheidener ausgefallen als du dir gedacht hattest, schill — selbst in Gedanken — den Spender nicht einen Knauser oder Geizhals. Dergegeitwärtige dir lieber, daß noch andere Anforderungen an feinen Geldbeutel gestellt werden.
Geschenke aus dem lieben Kreis deiner Umgebung sind wie Sendlinge dankbarer, treuer Herzen. Deshalb nimm jede Gabe — erscheint sie dir auch noch so töricht oder überflüssig, die aus Kinderhand stammt — mit fröhlicher Dankbarkeit an. Kinder sparen oft Pfennig auf Pfennig, verzichten auf ihre eigenen kleinen Genüsse. nur. um der Mutter etwas schenken zu können.
Ktllisiere nicht an Handarbeiten, die Kinderhände verfertigt haben.
Heuchle, wenn es dir nicht anders mögsich ist, eine freudige Ueaerrafdjung bei dem Geschenk- Empfang. Das Kind lernt darüber selbst dankbar für alles zu sein.
Zeige sogar für ein versprochenes, in Aussicht gestelltes Geschenk deine Anerkennung. Ein Dank zuviel macht dich nicht ärmer ...
Ein Künstler hatte seiner jungen Frau zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfeste auf Kartonpapier die Geschenke gemalt, die er ihr zu- gedacht hatte, und dazu geschrieben: „Dies bekommt mein Frauchen, sobald mein erstes Bild verkauft ist."
Frauchen war ein prachtvoller Kamerad, freute sich auf die versprochenen Gaben, und sagte herzlichen Dank im voraus.
Empfängst du als Geschäfts- oder Hausangestellte ein Geschenk, so begnüge dich mit dem, das man gab; stelle keine Vergleiche mit den Geschenks! deiner Äoneginnen an, laß dich ebensowenig durch ein abfälliges Urteil beeinflussen. Es ist oftmals nur die Mißgunst, die ein solches Urteil ausspricht 3n jedem Falle zeige dich als zufriedene und dankbare Empfängerin. Dies ist nicht bloß lebensksitg, sondern auch schicklich, und wird dir nie schaden.
praktische Winke für die Weihnachtszeit.
Von Marie Prios-Nell-
Schmuck der Weihnach ts ta fel. Aus grünem Kreppapier fertigt man sich einen Tischläufer, dem man große und kleine Gold* sternchen in verschiedenen Mustern auf Hebt. Diesen legt man in die Mitte der Tafel; nun stellt man zwei Basen und eine Schale aus blauem Glas, angefüllt mll Deerenlorbeer und Tannen- grün, auf den Tisch und verbindet die Basen mit Holzperlenketten in gelb oder blau. Die Tischkarten fertigt man aus Garnrollen, die bronziert und mit einem blauen Srttenband tebunten werden, an das man das Kärtchen klebt. 3n die Oeffiumg oben steckt man ein kleines Licht. Wenn man kerne Tischkarten gibt, kann jeder Gast vor seinem Gedeck ein kleines Blwnen- töpfchen finden, in das ein Licht gesteckt ist. Der Tops ist von einer hellgrünen Manschette umhüllt 3n die Mitte des Tisches kommt die gute Weihnachtstorte, ju ter die Hausfrau drei Böden aus Honigkuchenteig bäckt und mit Buttercreme füllt; nachdem diese mit einem Schokoladenguß überzogen ist, verziert man sie mit kleinen Pilzen und Silberkugeln; letztere bestehen aus Zucker und sind in Silberstaub gewalzt.
Christbaumkerzen. Wewr Kerzen nicht in die Lichthalter passen, schabt man sie meistens mit einem 'Messer dünner. Einfacher und sparsamer ist es, sie kurze Zeit in kochendes Wasser zu halten, worin sie weich werden. und «sich dann leicht sormen lassen.
Weihnachtsbäumc lange frisch zu erhalten. Wie unangenehm ist es, wenn man gezwungen ist, den Baurn stets im geheizten Zimmer zu haben, und er dann schon am zweiten oder dritten Tage die Radeln fallen läßt. Man sehe darauf, daß das mrtere Ende tes Baumes resp. Stammes etwa 2—3 Zentimeter durch den! Fuß resp. die Bank durchgeschlagen Mrd; man stelle dann, sobald der Baurn ins Zimmer tommt, einen Dlumenuntersatz mit Wasser direkt unter den Stamm und lege einen kleinen Schwamm inS Wasser, der den. Schnitt des Stammes berührt. Man wird sehr bald inne werden, wieviel Wasser der Daum braucht, also hvchzieht Alle Tage mutz man nachsehen und Meder Wasser nachgiehen, auf diese Weise hält der Daum sich sehr langq frisch und grün,


