Oer Berwaliungsrat der Reichsbahn.
Ter ehemalige Reichskanzler Tr Luther legt jein u-iandat nieder
Berlin. 21. Sept. (WTB.) Mit dem Schluß des laufenden Jahres scheiden noch sahungSgemäh vorgenommener Auslosung auS dem Derwal- lunßSrat der Deutschen Rcichsbahngesellschaft aus dre>>. der von der Reichsregierung ernannten Mitglieder: Professor Dr. Blum, Ministerial- Präsident a D. Kreishauptmann Buck, Generaldirektor Dr. Ott, und drei der von dem Treuhänder für die Reparationsschuldverfchreibungon ernannten Mitglieder: Brigadier GeneralMan- c e, Generaldireltor Margot, Geh. Baurat Habicht. Bor der Auslosung hat Reichskanzler a. D. Dr. Luther, der erst vor zwei Jahren ernannt und an der Auslosung nicht beteiligt war, erklärt, bah ec zu Ende deS Jahres fein Mandat als Mitglied des Derwaltungsrates niederlegen werde. 3m Interesse der Kontinuität der Arbeit des Berwaltungsrats wolle er die Reichsregieruna, sofern sie die Wiederer- nennung der ousscheidenden Mitglieder wünscht, der Notwendigkeit entheben, eines der auSzulosen- den, schon seit Gründung der Reichsbahngesell- schast tätigen Mitglieder durch eine von der preußischen Regierung benannte Persönlichkeit zu ersetzen.
Oie Mobilisierung der Oawesobligationen.
Amerika zur Entsendung eines Beobachters bereit.
London, 21. Sept. (TU.) Die Haltung der amerikanischen Regierung gegenüber der geplanten Einsetzung einer Kommission für die Mobilisierung eine- TcileS der Dawesobli- gationen wird in hiesigen diplomatischen Kreisen viel erörtert. Wie der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" berichtet, hält man es in amerikanischen politischen Kreisen nicht für unwahrscheinlich, daß die vereinigten Staaten einen mit ganz besiimmten Bvllmachten ausgerüsteten Beobachter in die Kommission entsenden würden, wenn Amerika hierzu ausgesordert werden sollte. Die Aufgabe dieses Beobachters würde allerdings offiziell darauf beschränkt fein, Einwände zu erheben, bei der Aufwerfung von Fragen, die auf eine Abänderung der Kriegsschulden regelung mit Amerika hinziclten. Wie bar Korrespondent weiter berichtet, soll die Haltung der belgischen Regierung writg h.nb mit der der englischen übereinstünmen. da Belgien, nicht wie Frankreich, im nächsten Iahr große Barbeträge an Amerika zu zahlen habe. Belgien würde eine Mobilisierung von Dawesobligationen mit einem hohen Distontsah nicht begünstigen, da hierdurch der Wert der gesamten Onbemnität Deutschlands erheblich vermindert würde.
Einberufung des Auswärtigen Ausschusses zum 3. Oktober.
Berlin, 21. Sept. (VDZ.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstag« ist zu Mittwoch, 3. Oktober, vormittag» 10 Uhr, einberufen. Tagesordnung: Genfer Verhandlungen. Die Minister- uud Staatspräsidenten der Länder werden bereit» am 2. Oktober zur Information über die Genfer Verhandlungen zusammentreten.
Fortschreitende Genesung GtresemannS
rlin, 22. Sept. (WTB.) Die Nationalliberale Korrespondenz, der parteiamtliche Pressedienst der Deiuschen Volkspartei, bestätigt die erfreulichen Nachrichten über die fortschreitende Genesung des Reichs- außenministers Dr. S t r e s e m a n n. Bei der letzten ärztlichen Beratung, die vor etwa acht Tagen statt- fand, ist non Geheimrat Krehl ausgesprochen worden, dotz der Minister noch bis Ende Oktober im Urlaub bleiben soll. Dr. Stresemann selbst, der sich täglich kräftiger fühlt, hat den Wunsch, s o - bald als möglich sein Amt wieder anzutreten.
Jfolten und die Entente cordiale.
London, 21. Sept. lWB.) Dor diplomatische Korrespondent deck ..Daily Telegraph" meldet, in diplomatischen Kreisen Londons seien Gerüchte im Umlauf, daß die langwierigen Ver- handlungen zwischen Frankreich und Italien über Die Regelung ihrer schwebenden kolonialen und anderen Streitfragen in der letzten Zeit beschleunigt worden seien. Es werde sogar ongedeutet. dah das Flotten- abkommen zwischen England und Frankreich sowie die kürzliche Annäherung der beiden Länder dieser Entwicklung nicht ganz fernstchen. London habe angcbcutet, dah eine Regelung sehr geboten fei. damit die gegenseitigen Beziehungen der drei Entente-Mächte aus eine für alle befriedigende Grundlage gestellt würden.
Die Ergebnisse der Donncrstag- fahtt des „Gras Zeppelin".
Friedrichshafen, 21. Sept. (TU.) Obgleich die endgültigen Fahrtleistungen des .Graf Zeppelin" auf der Reise vom Donnerstag noch nicht vorliegen, da die Fachberichte noch nicht abgeschlossen sind, stebt schon seht sest. dah die gesamte zurückgelcgte Strecke über 1 000 Kilometer betrug; die in 9 i, - stündiger Fahrt bewältigt wurde. Die Durchschnittsleistung dürste somit etwa 110 Kilometer pro Stunde betragen. Der Brennst o.fvei brauch war normal und entsprach den Erwartungen. Die Berwendung von TriebgaS ist auch für die Werkstättensahrt in der kommenden Woche unwahZcheinlich. Man wird wegen der geringen Blaug.Svorräte vor- auSsichllich erst bei einer der Amecilasahrt vor» ausgehenden größeren Fahrt BlaugaS verwenden. Die Störungen der Sendeanlage deS Luftschiffes werden damit erklärt, daß durch die wesentlich erweiterten eieltrischen Anlagen und Apparaturen des Schiffes Stromkreise entstehen, die ungünstig aus die Funl- anl-ge einwirken. Die Donnerstagfahrt hatte zahlreiche Anfragen von Städten au» dem gan en Reich zur Folge, alle wollen Zeppvtinbeluch haben. Es ist jedoch nach wie vor unmöglich im voraus den Besuch der einzelnen Städte anzu- kündigen.
Die nationale Ausgabe des deutschen Handels. Reichsernährungsminifter Dietrich auf dem Deutschen Großhandelstag über Landwirtschaft und Handel.
München, 21. Sept (WB.) Der Reichrninister für Ernährung und Landwirtschaft, Dietrich, überbrachte der heut« hier eröffneten Tagung des Reichsoerbandes des Deutschen Groß, und Heber« sechandels an Stelle des verhinderten Reichswirt- schaftsmlnisters Eurtiu» die Grüße der Regierung. Er führte dabei u. a. aus:
„Bei dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft haben sich in ihrer Struktur gewaltige Aenderungen vollzogen. Neue Organtsationselemente (Kartelle, Syndikate und Trusts) sind in diese Wirtschaft eingebaut worden. Daß bei dieser Entwicklung d i e Zahl der selbständigen Existenzen ständig verringert, die der abhängigen aber vergrößert wird, bedeutet auch insofern eine Gefahr, als damit gerechnet werden muß, daß mit der Zeit die Kartelle und Trusts oer> bureaukratisiert werden und daß auf die- fern Boden nicht mehr die Führerpersönlichkeiten erwachsen können, deren die Wirtschaft bedarf. Das groß« Problem in der Landwirtschaft, an dem der Handel stark interessiert ist, ist die Rationalisierung und die Standardisierung der Produktion und der Produkte, ein Gebiet, auf dem wir gegenüber anderen Ländern stark in Rückstand gekommen sind. Die Lö ung dieser Aufgabe, die die Landwirtschaft auf genossenschaftlicher Grundlage vorzunehmen Hal, wird dem Handel eine Ware in die Hand geben, die besser und billiger vertrieben und abgesetzt werden kann und daher dem Landwirt auch einen besonderen Erlös bringen wird. Dabei wird der Handel durchaus feinen Platz behaupten." Zum Schluß kam der Redner kurz auf di« Tatsache zu sprechen, daß im Verfolg der Genfer Ereignisse man nunmehr an eine endgültige Lösung des Reparationsproblems Herangehen will: „Die Reparationen können nur aufgebracht werden durch Warenausfuhr und durch die Wieder- einschaltung Deutschlands in die gesamte Weltwirtschaft. Hier benötigt das deutsche Volk die Mitarbeit des Groß- und Ueberseehandels in erster Linie. Hier ist der Handel berufen, die nationale Ausgabe unserer Befreiung aus den Stetten des Versailler Vertrages mit zu lösen.
Aach eingehsnber Aussprache sand die Tagung bann mit der Annahme folgender
Entschließung
ihr Ende: Der Groß- und Ueberfeehanbei, in feinen Lebensvebi gun^en au s äußerste bedroht, aber unerschütterlich von der Rotwendig eit ei..es selbständigen, mit seinem Vermögen voll verantwortlichen Handels für ein lauerndes Gedeihen der Bol.swirtscha t Überzeugt, fordert mit aller Entschiedenheit: Eine Steuerpolitik, die die unerträgliche ilebcrlafi ung des Betriebes beseitigt und einen Wiederaufbau der durch die staatlichen Maßnahnen in der Onilallonszeit und die Wegnahme des deutschen AuslanbSvermö- genS schwer getroffenen ÄapitiEraft ermöglicht, eine Sozialpolitik, die eine Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Erzeugnisse auf dem Weltmarkt sicherstcllt und den Handelsbetrieben die notwendige Anpassung an die wechselnden Ausgaben ermöglicht, eine Revision der Eisenbahn- und insbesondere der P o st t a t i f e nach unten, eine großzügige Bersassungs- und Verwaltungsreform, die den (Scfamt- fleuerbebarf, insbesondere auch durch eine starke Dezentralisation, nach unten wesentlich senkt, eine Einschränkung der wir tscha l tlichen Betätigung der öffentlichen Hand, insbesondere völligen Verzicht auf wirtschaftlichen Wettbewerb steuer- und fapitatbegünfliqter öffentlicher Betriebe mit den st euer zahlen den Betrieben der Bürger, unbedingte Neutralität der öffentlichen Hand in dem natürlichen wirtschaftlichen Kampf der Wirtschastsgruppen, insbesondere des Großhandels und der Genossenschaften, jede mögliche Förderung einer gegenseitigen weltwirtschaftlichen Annäherung der Völker unter Beibehaltung des jetzigen, auf selbstverständlicher Gewährung gegenseitiger Meistbegünstigung beruhenden Handelsrertraq»- shstems. Der Groß- und Lleb^seeha'-del selbst hat die Aufgabe, mit größtem Rachdcuck alles zu tun, um feine Betriebe so rationell and so leistungsfähig zu gestalten, daß sie im freien Wettbewerb das Beste für die Erzeugung und für den Verbrauch leisten.
Buntes Allerlei.
Freie Ufer am freien Waffer!
Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Landtags hat einen Urantrog eingebracht, in dem es heißt: Die W o ch e n e n d b e st r e b u n g e n bringen die Seeufer in protze Gefahr. Kapitalkräftige Kreise versuchen, die Seeufer und die schönsten Waldparzellen in ihre Hand zu bringen. Dadurch wird die erwerbstätige erholungsuchendc Bevölkerung von den Seeufern abgedrängt und vertrieben. Die Gesundhaltung der schwer arbeitenden werktätigen Bevölkerung erfordert u. a. auch die Pflege des Wassersports. Es muß daher unter allen Umständen erreicht werden, daß der Zutritt zu den Seeufern nicht unterbunden wird. Wir beantragen daher, der Landtag wolle beschließen, aas Staatsministerium zu ersuchen: 1. durch geeignete Maßnahmen der erholungsuchenden Bevölkerung die Benutzung der Seeufer zu Sport- und Badezwecken durch Schaffung einer hinreichend breiten Uferpromenade zu erhalten; 2. die Kommunaloerbände und die Gemeinden anzuweisen, durch Anwendung des Gesetzes zur (Erhaltung des Baumbestandes und zum Schutze der Uferwege und ähnlicher gesetzlicher Bestimmungen i n gleichem Sinne zu wirken.
Geständnis des Raubmörders Hopp.
Der in MainzKaskel verhaftete Raubmörder Hopp hat am Donnerstagabend gestanden, Direktor Korbmann überfallen und beraubt zu haben Die Ucberführung Hopps nach dem Landgericht vecdcn dürfte binnen kurzem erfolgen, hopp soll die Absicht gehabt haben, in die französische Fremdenlegion cinzutrelen. hopp sagte au», er habe Korbmann im Schlaf bestehlen wollen unb habe versucht, ihm bic Uhr au» ber lasche zu ziehen. Darauf sei ber Direktor erwacht, unb e» sei zwischen ihm unb seinem Angreifer zu einem kurzen Kampfe gekommen. (Er habe halb gemerkt, daß Kordmann ihm an Kraft überlegen sei, den Revolver gezogen unb ben sich wehre n b« n niebergeschofsen. Den Leichnam Hobe er bann auf bie Schienen geworfen. Kachbem er aus bem Gepäck bie wertvollsten Gegen- stänbe entnommen halte, schlevberte er alle» anbere burch bas Fenster auf bie Bahnstrecke hinaus.
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Hopp wellte vor seiner Verhaftung auf dem Bahnhof Kastel in dem Eaf^haus »Z u den drei Königen" in der Mainzer Straße. Die Besitzerinnen des CaföS. Frau Gertrud Valentin und ihre Schwester Frau Klara Busch, schildern den Besuch deS unh.imlichen Gastes tme folgt: Gegen 15,45 Uhr erschien bei uns ein Gast, ber sich ein Ei, e'.ne Schokolade, drei Stück Torte und einen viertel Liter Mllch bestellte. Die Milch trank er gierig auS. Bei feinem Eintreffen waren noch andere Gäste rin Lokal, die jedoch bald darauf weggingen. Der eigenartige Gast fiel uns bald auf, zumal die Kleidung mit der im Steckbrief gegen Hopp angegebenen übe re in st im inte. Auffällig war außerdem sein hastiges Erzählen. Er berichtete von Stuttgart zu kommen, wo er in einem Barrets gewesen wäre. Beim Erzählen bemerkten die freuen, daß dem Mann ein Vorderzahn fehlte. Inzwischen hakle sich Frau Valentin in der Zeitung noch einmal das Bild des Mörders genau angesehen und kam nunm .hr zu der Llcber- zeugung. daß der Gast der Gesuchte fei Als dieser die Ausmercksamk it der Frauen be- mcrltc. verstummte er plötzlich und beschäftigt« sich mit Zeitunaslcsen. Frau Valentin benacyrich- tigte telephonisch die Polizei Die Frauen erzählten weiter, sie hätten ein eigentümliche» Knacken rn der 'Tasche des Manne» gehört und nehmen an, baß es sich um das Entsichern eines Revolvers Hand llc. 3n der Tal wurde später bei Hopp ein Revolver gefunden. Der Raubmörder verlieh das Lokal, nachdem er seine Zeche bezahlt halte, noch bevor di «Krimi nalpvkizei eintrat. Frau Da- 'enttn folgte ihm unbemerh zum Bahnhof, wo ft« de n inzwi'chev nachgekommenen Kriminalbeamten den auffälligen Gast zeigte. Hovp wurde darauf sofort verhaftci Gr gab bald zu.
der Gesuchte zu sein. Man fand bei ihm eine Walther-Pistole mit sechs Patronen, einen deutschen Pah und ti en b heischen Staatsarg.hö ij- keftsausweis auf den Qlamen Müller.
Lokomotivführer und Reichsbahn.
Zu den von den Lokomotivführern der Reichsbahn auf der Tagung In Frankfurt a. M. geäußerten Beschwerden, daß an Lokomo tiv- personal gespart werde und dah die daraus hergeleitete Hebetfaftung sich auf bie Betriebssicherheit bet Reichsbahn auStoirfe, wirb von zustänbiger Seite an der Hand authentischer Zahlen darauf hingewiesen, dah das im Lokomottvsahrdienst beschäftigte Personal im Jahre 1927 um 5000 Köpfe mehr betrug, als im Jahre 1913. Während bet Personal st and im Lokomotivfahrbienst seit 1913 um 7,3 Prozent «stiegen ist, sind anbererseitS die geleisteten Lokomotivkilometer um 7,4 Prozent, bie geleisteten Zugkilometer um runb 10 Prozent gesunken. ES kann also, so sagt die Mitteilung der Reichsbahn, bei Betrachtung dieser Zahlen von einer zu großen Belastung deS Lvkomottv- personals und von ungerechtfertigten Sparmaßnahmen der Reichsbahn mit gutem Gewissen nicht gesprochen werden.
Da» neue heim der Wirtschaftshilfe bet Deutschen Studentenschaft.
Die Stadt Dresden hat der Hauptstelle studentischer Selbsthilfe und Gemeinschaftsarbeit in Deutschland einen Reubau zur Verfügung gestellt, dessen feierliche Liebergabe und Einweihung in diesen Tagen erfolgt. Bereits im Jahre 1926 hatte die ©tabtgemeinbe Dresden das Wohngebäude in bet Rähe beS Hauptbahnhofs gekauft unb bet Wirtschaftshilfe bet Deutschen Studentenschaft al- Verwaltungsgebäude überlassen. Das ständige Anwachsen der VeNvaltungSgeschäste y Wirtschaftshilfe zwang aber in kurzer Zeit zu einet Erweiterung der Gebäudeanlage, unb vor Jahresfrist betoib» ligten die Dresdner städtischen Kollegien die hierfür erforderlichen Mittel im Betrage von rund 200 000 Mk. 3m alten Gebäude wurde eine Reihe von Umbauten vorgenommen und daneben ein Reubau errichtet, in dem die verschiedenen Zweige ber Hauptstelle der studentischen Selbsthilfe und Gemeinschaftsarbeit in Deutschland, bie Verwaltung ber Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft, die Deutsche Akademisch« Auslandstelle und das 3nietnatü>- nale 3nstitut für studentische Selbsthilfe und D«- meinschaftsatbeit ihr Unterkommen finden.
Deutscher Sieg im Flug „Runb um Frankreich".
Die allgemeine Wertung des (internationalen Flugmeetings für Kleinflugzeuge in Orly, das mit einem ZuoerlÜs.igkeits- slug »Rund um Frankreich" in acht Etappen (bie letzte Etappe war le Havrrle Bourget) seinen Abschluß gefunden hat und bei bem bet deutsche Teilnehmer Lufser an bet Spitze steht, stellt sich wie folgt: 1. Lu ser-Deutfchland 1691 Punkt«, 2. Petcival-England 1606. 3. Btvab-Englanb 1581, 4. Laby Heath-Sngland 1520, 5. Rouyet- Ftankteich 1294. 6. Lemerre-Ftanktc ich 1055 Punkte. Der deutsche Flieger Lusset. bet aus kem interna ;ionalen We toew.rb für K ein lumcuge als Sieget hervorgegangen ist. ist kurz nach seiner Landung auf dem Flugplatz Le Boutget im Hamen des deutschen Ge chäitsttägers. Dot- schastSrats Dr. Rieth, von Legation» e cetär Dr. EIodius begrüßt und beg ückvünscht worden. Morgen gibt die französi che Aeronautische Ge- sellschalt den Teilnehmern an dem Wettbewerb ein Bankett.
3m amerikanischen lornabogeblft
All« Versuch«, die Zahl der während de» Tornado» Getöteten genau sestzustellen. sind vorläufig aufgegeben toorben. Die sanitären Verhältnisse sind derartig schlecht, bah bie Flüchtlingslager binnen 48 Stunbcn geräumt werben müssen, wenn die Leichen ber bei dem Tornado umfl Leben Gekommenen nicht sofort beerdigt werten Die Frauen und Kinder verlassen bereu» bas Lager am Ostuser de» Lake Otechebee unb lassen bie Männer »ur Bekämpfung der Seuchengefahr zurück. MUiz- fotbatni fetzten schon 538 Leichen bei. Der Zustand
der Leichen ist vielfach derart, daß es unmöglich ist. Weiße von Regern zu unterid>ciben. Au» San 3uan wird gemeldet, daß in dem vorn Tornado heimgesuchtcn Gebiet bie Gefahr von 3n- sluenza-, TyphuS-, Masern- und Malariaepidemien besteht. Da» Rote Kreuz berichtet, dah 400 000 Personen Rot leiden.
Die „Europa" in Persirn gelandet.
3n Bulchir (Persien) ist das deutsche Flugzeug ^Europa" gelandet. Wie verlautet, verzögert sich die Fortsetzung des Flug«», da bi? erforderliche Crlaubr.il ber Pers scheu Regierung noch nicht e-n- getiDffen ist. Freiherr v Hüneselb hofft. Samstag nach Karachi weiterfliegen zu Bruten.
Hugo Slinne» stellt eine Million Mark Kaution.
Rochdem bie Kaution in Höhe von einer Million Mark zur Abwendung bet weiteten Linkersuchungsl;aft beim Getil). ei ;ge:a gen ist. ist Hugo Stinnes nach dreiwöchiger Ha t w oder auf freien Fuß gesetzt worden. Eit T:il der Kaulion tourte in bar entrichtet, während für den Rest bie Mut ter von Hugo ©timte« die Bürgschaft übernommen hat.
Blutige vetbrecherjagd in Korbern et).
3n Rot detney hatte ein angeblick^r Dr. jur. Kunowski mit einem Kurgast namens Hansen aus Paderborn Dekanntschast gemacht und entwendete diesem aus einem verschlossenen Schreibtisch 233 Mk. Di« Polizei tojrfce verständigt unO war nach bem Einbrecher auf der Suche. Freitag mittag nun fah der Regie- runasassessor Graby, der HUfSbeamso des LandrateS in Kolben, der persönlich an der Fahndung teilgenommen hatte, den Dieb in der Bogen st raß« und stellte ihn. Der Dieb gab darauf zwei Revolverschüsse auf den Regierungsassessor ab. flüchtete in die Goebcu- strah«, verfolgt von bem schwer verletzten Regierungsassessor. Als ber Assessor auf etwa 40 Meter an ben Einbrecher hetangekommen war. gab er au» feinem Dienstrevolver einen Schuß ab. ber den Verfolgten in ben Hinterlopf traf unb ihn tötete. Der Regietung»- afsessor wurde in das Krankenhau» gebracht, wo man vorläufig einen linken Lungenfchuß feststellt«.
Die weiße 3nfcl existiert nicht.
Der Leiter der ..Kraf, in'-Expedition. Sa-, m o i l o w i t s ch, teilte bem russischen Hilfskomitee mit, bah er unter bem 81. Gcad 40 Minuten nördlicher Breite und dem 30. Grad östlicher Länge, der Stelle, die bie Kart« a l s Gillis-Land (Weihe 3nsel) bezeichnet, kein Land ge- 1 u n b c n unb 328 Meter Meerestiefe feftgeflellt habe. Die Existenz von GllliS-Land wird seit dem 3ahre 1707 bestritten.
Fleischvergiftungen in Osnabrück.
Wie die Polizeidirektion mitteilt, sind nach dem GenußoonPferdefleischin Osnadrück-Stadt zehn Personen und im nahen Hasbergen sieben Personen unter StergiftungserfcMnungen erkrankt. In Hasbergen ist heute abend ein Mann geftor- ben. Bei ben anderen Erkrankten besteht einstweilen keine Lebensgefahr.
Bei lebendigem Leibe verbrannt.
Gin schweres ExplosionSunglück ereignet« sich m einem Pariser Friseurgeschäft. Das Dienstmädchen hatte die Vorhänge mit Benzin gereinigt und wollte diese im Hos zum Trocknen aufhängen. Als sie an einem Ösen vor- beikam, fingen bie Vorhänge Feuer. Bor ben Augen ihrcS Dienstherrn verbrannte bas Mädchen als lodernde Fackel. Auch die Haus- helferin wurde schwer verbrannt, während der Friseur mit leichten Brandwunden davon kam.
Oie Wetterlage.
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Bertervoraussage.
Weitere Kaltlustwellen, die noch (Europa Vordringen, führen sowohl tagsüber wie auch nachts zu fortschreitender Abkühlung. In der vergangenen Nacht lag bei uns das Minimum nur um 3 Grad Celsius, und ftcllenweifc kam es zu leichtem Bodenfrost. Gelegentliche Stauungen von Haufengewvlk brachten stärkere (Eintrübung mit sich Da die Kaltluftzufuhr noch nicht beendet <Jt, |o werden die Temperaturen ihren niedrigen Stand behalten, unb außerdem werden sic weiter zeitweise zu Haufen- gewölk führen. Zu Niederschlägen, die während ter letzten Tage mehrfach an der Hüfte auftraten, dürft« es in unserem Gebiet nicht kommen.
WettervoraussagefürSonntag: Weiterhin nachts frisches, auch tagsüber nur mäßig warmes, teils wolkiges, teils heiteres Wetter, trocken.
Witterungsaussichten für Montag: Keine wesentliche Slenberung.
Lufttemperaturen om 21 September: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 10,8 Grad Celsius: am 22. September: morgens 2,8 Grad Celsius. Maximum 16,9 Grad Celsius, Minimum 1,9 Grad Celsius. — (Erb- kmperahjrcn in 10 Zentimeter liefe: am 21. September: abends 14,4 Grad Celsius: am 22. September. morgens 10,8 Grad Celsius. — Sonnen- scheinbarer 7>: Stunden.
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