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Aus der Provinz,al-auptsiadi.

O ; # f; « n. den 22. September 1929.

Start Ebel.

,4m 24. September besetzt der Drettor der UniveckUät«-Bibliothek. P^o efsor Dr. Karl 2b«!. seinen sechzigsten Geburtstag. Da« 'che.nl Anlast genug, an dieser Stell« kurz über den Leben»gang d eie« um unsere Steht hochverdienten Mannes zu berichten. Or ent­stammt einer Äamtlic, di« seit Jahrhunderten in <peb«n anfäfna und auf vielfache Meise mit den Gesch.cken der Stadl verbunden ist Zunächst besuchte Kar! Sbel da« h estge Ludw.g«gymn2- ( um. später da« in Den-Heim wo er an Ostern 1887 d«e Abiturientenprüfuna bestand. 2K« ©tu- d «render der neueren Philologie bezog er bann die ßanbc«UTvioerfiiät und wurde Mitglied der hrul.gen LandSmann'chaft Darmstadtia. Wer <chon bald wandt« er sich einem anderen Zweig der vb losophifchen Äafuült zu und fiubteru- Ge'ch'.chtr, Kunstgeschichte und Vvllswutschaft: die Geschichte stand von Anfang an im Mittelpunkt s«m«S Jnteresse« Jn späteren Semestern be­tuchte «r. le:ncm dorthin berufenen Lehrer. Pros. Dr. von der Ropp. folgend, d.e Universitäten Breslau und Marburg, wo er sich 1892 die würde eine« Doctor philosophüc erwarb. Al« Thema für seine Dissertation hatte er sich die Geschichte des benachbarten Kloster« Arnsbura in derZBetletau gewählt, bie ihm B>ie sich zeigen wird auch spater noch tzefchäsNgen sollte. 3n demselben Jahre trat er al- H ll S- adK .'tet in tu« Univer'ttLts-Btbliottzek ein: drei Jahr« später wurde er zum Db.iothekar er­nannt und 1907 zum Oberb<b.'iothekar: 1907 wurde .hm der Xitel Prose'sor verliehen. Al« der erst« fachmännische D.rettvr der UniversitLts-Diblio- (hek. Gehermer Hosrar Prof. Dr Haupt, im Iah re 1921 au- dem Dren st ausschied, wurde Karl ab« i b<e Leitung biefet Anstalt übertragen. Che beim rat Haupt hatte seit langen Jahren für allmähliche Erhöhung der staatlichen Mittel für di« Bibliothek, di« Errichtung eine« Reu- baus und bx Vermehrung dar Beamten ge­kämpft. Auf diesem Weae schritt nun sein Aach, folg« werter und erreichte es, bah der Staats- »u'chust trotz der besonder« durch di« Besetzung Rheinhe'sen« schwierigen Finanzlage Hessen« auf de: unbedingt notwendigen Höhe ^hallen wurde. Dadurch allein natürlich neben der Unter­stützung durch die Aotgemeinschast der deutschen Wissenschaft ist e« d« UntversitätS-Biblio- thef möglich, den Anforderungen, di« Professoren w.e Studenten stellen und stellen müssen, einigvr- mafoen gerecht zu werden. Ebenso gelang es Sbel mrt den steigenden Anforderungen die unbedingt erfordere.ch« Deamtenstellen nicht nur zu er­halten. sondern noch zu vermehren, wobei er- wähnt sein mag. dast die Bibliothek unter seiner Ge.tung um weit mehr al« 50000 Bände herunter zum grohen Xeil Werke au« allen Kulturländern vermehrt worden ist. Bei den Verband!ungen über all« diese Fragen mit den Behörden kam ihm fein« noch an anderer Stelle zu erwähnende organisatorische und verwaitungs- tedmiäyc Begabung lehr zustatten.

Karl Ebel« wissenschaftlich«Betätigung sein Berat ermöglicht ihm die leichte Benutzung ac- brudlc. und ungadrurkter Quellen zur Geschichte

konzentriert (ich auf die hessische und vor allem die Gi« er Geschi chw Tlachde n er chon feit i£92 in .. trag tk schicht-vcr.in- dr« 3n»enian ietung der 3labt- und Gemeinde archtoe unser« Provinz begonnen hat.e kam er bald auch mit dem ®kftc-cr otab:- archio in Berührung, des en Derwa.tung ihm sei« langem anne.traut ist Seiner Br d>ä tigung damit und mit der Geschich « ® eben« überhaupt entfpiangen eine ganze Reihe Heiner*r und erfiterrr Arteiten. durch die er allmählich zum heften und must man wohl sagen einzigen K.mner der ®i.*rvencr Stadt zefchlchke geworden ist. Und wenn die Stadtverordneten Bersamm- lung dem Qberhesfi'che.i Geschicht-ver^.r zu seirer SO-öabtlckt im vergangenen Juni eine Jubi­läum «gäbe von 530 Mark hergebracht hat. die für Arocuen aus dem Gebiete der Stablgc chichts- sorschung Berw.ndung finden sollen, so ist da« damit bezeugte Jnterc' für Diesten« Ter­gangenbell in erster Linie Kari Sbel und seinen Arbeiten zu bauten.

Unter ben Arbeiten zur Geschichte (einer Battr- stadt finden sich solche über die Einverleibung ®leben« in H«s «n vor 653 Jahren, über einzeln« Gegenstände au« A.t ® «ben. den Giestener An­zeiger. bu Diestenar Flurnamen Snde he« 15. Jahrhundert«, die ältere QriSbeschrei^» ng bet Stadt, da« alte Diestener Ttcgi nent. die K rchen- und Schulgeschichte im Zeitalter der Ac ormation u. a.... Weiterhin wären die Arbeiten xur 05er- hes ischen Geschichte zu erwähnen, die (ich meist mit der Geschichte einzelner Orte, Klöster und Burgen beschäftigen. Hirrher gehören die Re- geften und Urkunden zur Geschichte von Alsfeld. Die Geschichte von Drünberg. von Lich, de« Marienstift« in Lich, dr« Gleiberg« Schisfen- bergs, Staufenbergs usw.. vor allem aber die Äufammen mit dem Giestencr Kunsthistoriker Pros. Dr. Bruno Sauer versaht« Geschichte der Zisterzienser-Abtei Arnsburg und dieBearbei­tung de« historischen Teils der Kunstdenkmäler für Hessen-Darmstadt, von denen für den Ärci« Giesten bisher leibet nur Band 2: Arnsburg mit Altenburg :r'±icnen ist. Ferner sind noch seine Aufsätze zur Geschichte der Universität Giesten. einig« Biographien bervorragenber Giestener Ge­lehrten und vor allem feine Arbeiten über die Unitxrsitäts-Bibliothek zu nennen. Auch den Cecrn de« .©ieftener AnzeizerS" ist Karl Obel von vielen Aussätzen bet leit Jahren bekannt.

Ferner ist er in verschiedenen wissenschaft­lichen Bereinigungen seit langen Jahren tätig. JnSbesondere hat er sich stet« lebhaft für bl« Bestrebungen de« Oberhessischen GeschlchtSverein« eingesetzt, dessen zweiter Borsitzender er ist und dessen ..Mitteilungen" er im Auftrag de« Bor- standeS herausglbt. Ferner arbeitet er in der Hessischen Bereinigung für BolkSkunde mit, in der er ebenfalls den zweiten Borsitz führt, in der Ob«th«ssischen Gesellschaft für Cttatur» und Heilkunde und dein Giestener ltefehallen-Berein. Weiterhin ist er Mitglied der Historischen Kom­mission für den Dolk-staat Hesse,., und dieRe­gierung hat ihn als Mitglied in die Hessische Kommission für die Staatsprüfungen für den mittleren Bibliotheksdienst berufen.

Jn dieser Skizze seine« Leben« muh noch auf eine Tätigkeit Karl Etzel« hingewiefen werden, der er viel Zeit und Mühe gewidmet hat und für die Ihm seine Mitglieder zu Dank vervslich- tet sind: feine Tätigkeit al« Giestener Stadt-

vewrdneter. Al« Beritt!er der Bobeareformet später war er Mitglied der freisinnigen (de­mokratischen' Fraktion - wurde er 1905 in die Stadtverordnetenversammlung gewählt Und < j hat bl« zu seinem Ausscheiden im Oktober 1922 die Gedanken Damaschkes ixrrrrten und in detsen Sinn sich lebhaft betätig! Jn diesem Zusammen­hang mag auch erwähnt fein, hast er fich die Qr- baltur.g der alten Slumair.cn und ihre Iknüfiung bei Benennung von ©traben besonder» hat an- gelegen sein ' t Jn solchen Fragen hat man auf (eine Ausfassang stet» mit Recht grrfoe« Ge­wicht gelegt . . Mitglied de« Xunhbeirate ist er ft et« für die würdige Instandhaltung alter Gebäude und Kunstbenkrnäler im weitesten Sinne eingetreten. Ferner gehörte er dem RechtSaus- schuh der Stadtverordnetenversammlung an. und auch dem T-eaterau-schust. in dem er bemüht war. den Spiclplan unsere« Stadtthatere. auf künst­lerischer Hebe zu halten. Der Betätigung im Schulvorstand hat er immer besondere Ausrnerk- samkeil geschenkt und jp denen gehört, die im Jnteresse allgemeiner Äolk-dilbung eine Weiter­bildung bc« Schulwesen« gefördert Haden. 31« 1914 der Krieg auöbrach, stellte er sich der Stadtverwaltung in selbstloser Weife zur Berfü- gung. Sein Angebot wurde gern angenommen und ihm der Borfitz der Unterftützungriommission für xriegefürforge übertragen. Jn dieser Eigen­schaft. die ben eigentlichen Mittelpunkt ferner Stadtverordnetenlätigkeit uusg macht hat. hatte er die Unterstützungen für Kriegers rauen und -Witwen, später die Betforgung mit £?cben«mit- teln, Kleidung u. bgl. zu bearbeiten Diefer immer mehr anwach'enden. nicht immer angenehmen- tigicil ha! er bi« 1920 seine Arbeitskraft in selbstlosester Weise und ohne Schonung feiner selbst zur Verfügung gestellt. Doll Berständni« für die Rotlage der Gesuchsteller urteilte er ge­recht und doch wohlwollende er hals, soweit es ir­gend möglich war. und e« fiel ihm oft schwer, zu weitgehende Wunsche und Forderungen ab- zulehnen. Durch diese aufreibende Tätigkeit, die er eigentlich al» ein selbständige« Amt der Stadt­verwaltung auSübte, hat sich Kari Sbel zweifel­los große Derdienste um da« Wohl seiner Vater­stadt und Mitbürger erworben. Dast man da« 10 Jahren nach dem Ende de« Kriege« beinahe vergessen hat über all dem. was sich inzwischen ereignet hat, die« Schicksal teilt er selbst mit denen, die vor dem Feind zum Schutz der Heimat Blut und Leben eingesetzt haben. Ätzer gerade darum erscheint e« angebracht, noch einmal an diese Dinge zu erinnern.

ES erübrigt sich, auf feine Pflichttreue und peinliche Dewisscnhastigkeit «inzugehen, mit der er allezeit die übernommenen 3rbei:en jeder Art ausgelührt hat, denn dieser Zug ist eine Selbst­verständlichkeit seine« Eharakterv Sein offene«, stet- hilfsbereite« Wesen hat ihm manchen Freund in Giehen und weit darüber hinaus erworben.

Zu seinem sechzigsten Geburtstag kann man glaube ich Karl (Sbel nicht« besseres wün­schen, al« bah cd ihm vergönnt fein möge, noch manche« Jahr in derselben Rüstigkeit und un­gebrochenen Arbeitskraft und -freube weiter zu wirten zum Ruhen der Universitäts-Bibliothek, der deutschen Wissenschaft, bet Stadt Dieben, al« deren Geschichtsschreiber man ihn bezeichnen darf, und der vielfachen öffentlichen und pri­vaten Körperschaften, die Ihm für seine Mitarbeit dankbar sind. Wa.

Linser neuer Roman.

Was würben Sie tun wenn es eines Tage« Geld rcgiKtc? Sie ftnnrn sich ba« nicht verstellen? Ader Sie kannten sich vielleicht hmfen, haft Jhncn nacht- auf dem Hetm.veg in einer dunklen Seitenstrahc ein Mensch begegnet fremd und namenlo«. her Jhnen hastig wte auf Kr Flucht oder in Angst um (ein Leden, ein kleine«. im- fcheinbarzs Bündelchen in die Hand drückt und. cfcc Sie sich von Schreck und Erstaunen erholt haben, in Rächt unbDiebe: verschwunden ist . und wenn Sie da- Paket zaghaft unb kopf­schüttelnd öffnen fallen Jbnen ün trüben Schein der Laterne Banknoten entgegen, in Päckchen ver­schnürt. Mete. viele deut'che. ausländifche. be­kannte und unbekannte kaufende. Millionen viel­leicht Geld Geld. Geld Wa« würden Sie tun wa« must nun a.fchehen. wa« farm sich er­eignen welch ein rat eIbaiter Wirbel fremd« und eigenen Schicksal- beginnt mit bie'er un­heimlichen Begegnung um den nächt ichen Spa­ziergänger zu tret1 en dem folch?« zustbstt?

Mit dieser verdlüsfenden und verwirrend« Fragestellung, mit einer so ungewöhnlichen Szene beginnt nach kurzem Borspiel die sehr bewegte Handlung unseres neuen Vornan« von

Paul (fnbcrlinfl:

Wclb fällt vom Himmrl-, der am nächsten Dien«taa im .Giestener Anzeiger" erscheinen wird. ist der Roman einer leiden­schaftlichen Liebe und die Gefchichte eine* bunten Abenteuers - scharf sich adh.-bend vom tpcttet* leuchtenden Hintergrund einer stürmischen Zeit, unserer eigeiten nowol.en unb zerri lenen Welt von gestern, heute unb morgen. Gnderiing. der Danziger Dichter, gestaltete in diesem (erft 1927 oollcntetcn) Roman die Geschichte eine« Heinen Häuslein« von Menschen au« der GegenwaN mit romanhafter Phantasie unb stllistuchem Fein­gefühl. in dramatischer Otcigeruna, überraschend, spannend und packend, unwirklich und wirklich zugleich.

So dürfen wir hohen, bah der neue Roman allen un<ern Leserinnen und Lesern eine will­kommene Gabe fei

Die Gefahr von toalbbränben ist bei ber gegenwärtigen Dürre feit drei SodKn bat e» keinen Iropten mehr (Wregnet ganz be­sonder» groh. 20ir leicht jolchc verheerend« Brande entstehen können, siehk man an der nur zwei Kilo­meter langen Wegstrecke FlughafenRödgen, wo nicht weniger al» sechs Brände in dem dürren Grafe des Wegrande» durch achtlo» weageworfene Zigaretten- und Zigarrenstummel verursacht wur­den. Die Besucher des Waldes werden gebeten, während ibres Aufenthalt» im Wald« die aller- grohte Vorsicht au gebrauchen, oder noch besser im Walde auf den Genus, de» Rauchen» ganz zu ver­zichten.

* Anlagen konzert. Am morgigen sonn- lug von 11 bis 12 Uhr imbet ein Platzkonzert am Liebigdenlmul durch die Kapelle de» I. (Avjf.) Grenadier Bataillon» mit nachstehender Musiksolgc statt: 1. Niederländische» Dankgebet. A Dalleriu». 2. Ouvertüre zur OperDer Freischütz", C.M. von 20ebfr; 3. Große Fantasie aus der Operlea- fried-, R. Wagner-, 4. Kaiser-Wolzer, Job- Strauß, 8. Sanssouci-Morsch, 2. Ferroni.

(Tkiterc Lokalnachrichten im 2. Blatt.)

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