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Zoröerungen der westdeutschen Wirtschaft.

Qki der am Dienstag in Düsseldorf statt - gehabten Tagung des Vereins zur Wah­rung der gemeinsamen wirtschaft­lichen Interessen im Rheinland und Westfalen führte der Dorsitzende, Paul R e u s ch -Oberhessen. in einer längeren Rede über die allgemein« Wirtschaftslage u. a. auS: Die deutsche Wirtschaft habe in ten letzten Jahren zweifellos gewisse Erfolge zu ver­zeichnen. Diese seien aber teilweise auf Gründe zurückzuführen, deren Auswirkung begrenzt sei. Die deutsche Wirtschaft sei von einem normalen, gesunden Zustand noch weit entfernt. Die tat­sächliche Lage werde am besten durch folgende Ziffern beleuchtet. Im Jahre 1913 betrug da« Aktien k ab ital der 4773 vorhandenen deutschen Aktiengesellschaften plus Reserve 19,3 Milliarden Mark. Bei der Goldmarkeroffnungs- brlanz 1924 betrug das Aktienkapital der in­zwischen auf 9372 gestiegenen Zahl derselben 17,5 Milliarden Mark, hatte also trotz der Verdoppe­lung der Gesellschaften und der eingetretenen Geldentwertung einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen. Die sozialen Lasten, die im Jahre 1913 gleich 1,12 Milliarden Mark betragen hatten, stellen sich heute auf rund 5 Milliarden Mark. Die Beiträge, die in den Jahren 1924 M« 1927 über den Sozialetat von 1913 hinaus zu sozialen Zwecken geleistet werden muhten, fcien nahezu so hoch, als die gesamte Ausland- verschüldung, und 2 Milliarden höher als die kurzfristige und die langfristige Auslondverschul- bung der deutschen Wirtschaft. Die dringend not­wendige Bildung von Reserven sei bei einem großen Teil der deutschen Industrie heute leider erne Unmöglichkeit. Die Tatsache, daß die Selbstkosten wichtiger Wettbewerbsländer zum Teil 30 bis 50 Prozent unter den deutschen Selbstkosten liegen, erschwere unsere Ausfuhr und beeinträchtig« unser« Handels- und Zahlungs- bilcrnz. Sehr von der Ungunst der Zeiten sei auch die Landwirtschaft betroffen worden. Weiterhin setze er für die Verbilligung unseres öffentlichen Verwaltungsapparates dessen Umgestaltung und Erneuerung voraus.

Als -weiter Redner sprach der Preußische Finanznlinister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f. Er gab ein längeres Referat über die Zersplitterung Deutschlands in eine Fülle von Ländern und Landesteilen. Diese Zersplitterung führe dazu, daß in einheitlichen Wirtschaftsgebieten verschie­dene Gesetze und Verordnungen bestehen. Die Gesetzgebung müsse überall Sache des Reiches sein. Er bezeichnete als Schlimmstes, daß die Auf­teilung der Staatsgewalt auf eine Reichsregie­rung und ein Reichsparlament und 18 Länder- regierungen und -Parlamente eine entschlossene und zielbewußte Wirtschafts- und Steuerpolitik rmd die so dringend notwendige Reform der Ver­waltung nahezu unmöglich mache. Als Abhilfe dieser im Interesse der politischen und wirtschaft­lichen Entwicklung Deutschlands nicht mehr trag­baren Zustände forderte der Redner bei der Reu­gliederung des Reiches die Anlnüpfung an die Preußischen Provinzen und die deutschen Mittel- staaten, bezeichnet« ober die Aufteilung Preußens und di« Ausstattung der preußischen Provinzen mit den heuttgen Machtbefugnissen der deutschen Länder als verfehlt.

An dritter Stelle sprach Kommerzienrat Dr. Wieland, W. d.R.. lllm. über Fragen der . amerikanischen Haushaltsgebarung. Regierung und Parlament der 11. 0. A. hätten bewiesen, daß l das reichste Volk sein Budgetverfahren revolutio­niere, um eine sparsame Ausgabewirlschäft zu T erzielen. Er glaube, daß man ohne weiteres dazu übergehen könne, ein ähnliches Blldgetbureau da- durch zu schaffen, daß man die Haushaltsabtci- lung des Finanzministeriums von diesem lvs- trennt und mit dem Bureau des Sparkommissars vereinigt.

Oie Krage einer Oiskontermäßigung.

Der Ausweis der Reichsbank vom 15. Juni --eigl einen Rückgang der gesamten Kapital« anlaae um 256,8 auf 2096,9 Millionen Mark. Damit ist eine neue.sehrerhebliche (Snt- l a stung eingetreten, die zugleich die derzeitige flüssige Lage des Geldmarktes widerspiegelt. Besonders ausfällig ist der starke Wechselrück- fluß, der sich auf nicht weniger alS 313 Millionen Mark beläuft, so daß sich das Wechselporte­feu i ll c der Reichsbanl auf dem niedrig- st e n S t a n d des laufenden JahreS befindet. Die Ultinwonspannuna vom Mai ist damit nicht nur ausgeglichen, sondern sogar um mehr als 100 Millionen Mark unterschritten worden. Auf der anderen Seite ist Wohl infolge der durch die

Konfunkturdämpsuna eingetretenen Wendung zu kurzfristigen Dispositionen der Wirtschaft eine erhöhte Inanspruchnahme von Lombardgeld und von Giromitleln eingetreten, so daß sich die ge­samte Entlastung der Reichsbank nicht so hoch stellt, wie es der Reduktion des Wechselbestandes entsprechen würde. Dieses Bestreben der Wirt­schaft und der ölfenllichen Hand zu knapperen Dispositionen kann darauf hindeuten, daß bereits mit der in der Oeffentlichkeit diskutierten Mög­lichkeit einer Herabsetzung des Diskonts gerechnet wird. Da der Halbjahresuktimo un­mittelbar bevvrsteht, muß selbstverständlich erst das Ausmaß der Anspannung zum Halbjahres- ultinw abgewartet werden, ehe überhaupt die Reichsbank der Frage einer Diskontermäßigung nähertreten kann. Zu berücksichtigen ist. daß die Erntesinanzierung große Mittel be­ansprucht. Von den Vorbereitungen für sie, über die bereits Besprechungen der Reichsbank mit dem Reichsernährungsministerium und den Spitz en verbänden der landwirtschaftlichen Kredit- organisativnen stattgefunden haben, wird die Ent­scheidung in der Frage einer Diskontermäßigung abhängen.

Neue Pläne in der Welikunstsei-enindustne.

Die Ausdehnungsbewegung in der internationalen Kunstseidenindu- strie, die gerade im letzten Jahre einen Er- pansionsdrang großen Umfanges aufzuweisen Hot, macht weiterhin Fortschritte und erfaßt Kreise, die den bisher bestehenden Konzernen völlig fern- stehen. Rach einer Meldung des ^Konfektionär" wurde in Frankreich ein neues Kunstfeiden- wert mit einem Kapital von 11 Millionen Fran- ken gegründet, ein Unternehmen, welches als Vertikalbetrieb ausgebaut werden soll, indem es nicht nur das Kunstseidengarn erzeugt, sondern im eigenen Betrieb verwebt und veredelt. Die Tatsache, daß die Gründer dieser Firma bisher noch nicht in der Kunstseidenindustrie tätig ge­wesen sind, ist bei der engen Verflechtung der inter­nationalen Kunstseidengruppen besonders auffäl­lig. es wiederholt sich aber hierbei andererseits eine Entwicklung, wie sie auch in anderen In­dustriezweigen vor sich gegangen ist, in denen immer Außenseiter entstanden, solange die Ten­denz nach oben zeigte. (Stickstoffindustrie. Dünge­mittelindustrie. Zementindustrie.) Auch in an­deren Ländern schreitet die Ausdehnung der Kunstseidenindustrie vorwärts. Rach einer Mel­dung des ,Konfektionär" wird in Rumänien eine neue Fabrik errichtet, die die Banka Ro- maneasca zusammen mit deutschen Interessenten finanziert, und auch Rußland beabsichtigt, den bereits in Moskau bestehenden Kunstseideunter­nehmen den Aufbau weiterer Fabriken in Lenin­grad und Minsk folgen zu lassen.

* Die Frankfurter Hypotheken, dank kündigt im heutigen Anzeigenteil die Auf- legung von fünf Millionen Mark 8prozentiger Goldvfandbriefe zum Kurse von 97,50 v. H. und 5 Millionen Mark 8prozentiger Goldkommunal, obligationen zum Kurse von 94,75 v. H. an. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen.

* Rheinisch« Stahlwerke 21.-®., Essen. Die Verwaltung der Gesellschaft wird der am 12. Juli In Essen statt finden den Haupt­versammlung di« Verteilung einer Dividend« von 6 Prozent Vorschlägen.

* Gründung der Rew QJort A For- eign Jnvesting Corporation. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, haben die Firmen Lazard Speyer-Gllissen K. G. a. A. Frankfurt a. Main-Berlin und Gebr. Teixeira deMattos, Llansterdam, in Gemeinschaft mit einer ameri­kanischen Bankengruppe, welche aus den Firmen Spei)er & Co.. Reuyork. Lehman Brothers, Reu- hork, und Lawrence Stern & Co.. Chicago be­steht, eine amerikanische Gesellschaft unter dem RainenRew Bvrk & Foreign Jnvesting Cor­poration" gegründet. Der ^schäftsd« reich der neuen Gesellschaft umfaßt die Finanzierung be­stehender kommerzieller und industrieller Unter­nehmungen. den Erwerb. Besitz, Handel und das Underwriting derartiger Werte. Das Aktien­kapital besteht aus Dollars 5 000 000, 6,5prvz. Cumulative Prefered Shares (Rom. Betrag Dollar 100) und 175 000 St. Common Shares (ohne Rennwert), von denen zunächst 100 000 Stück als Reserve im Besitz der Gesellschaft blei­ben. Die Gesellschaft erhält das Recht, unter gewissen Bedingungen bis -um vierfachen Be­trage ihres voll eingezahlten Vorzugsaktien­kapitals eigen« Obligationen auszugeben, wobei in erster Linie an die Placierung von Anleihen in Amerika, «vtl. auch in Europa gedacht ist. Cs ist beabsichtigt, die Prefered Shares (mit einem Bonus auf Common Shares) in Holland

äu emittieren. Ein ansehnlicher Teilbetrag ist oereits in Deutschland. Amerika, England und der Schweiz freihändig placiert worden.

* Der französische Außenhandel in den ersten fünf Monaten 1 928. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1928 betrug die Einfuhr nach Frankreich 19 746 773 Tonnen im Werte von 21 626 023 000 Franken, was gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Rück­gang um 2 462 450 Tonnen und um 127 149 000 Franken darstellt. Die Ausfuhr belief sich aus 16 608 697 Tonnen im Werte von 21 035 339 000 Franken, was eine Zunahme von 1 471 301 Tonnen bei einer Verminderung des Wertes um 1388043000 Franken darstellt.

D i e Lage der englischen Kohlen- i n d u st r i e. Aus der letzten Vierteljohresstatistik des englischen Bergwerksdcportements geht hervor, daß im ersten Quartal dieses Jahres alle Kohlen­reviere Großbritanniens mit Verlust gearbeitet haben, wenn auch in einigen Gebieten eine entschie bene Besserung erkennbar ist.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. TI., 21. Juni. Tendenz: freund­lich. Nachdem schon an der gestrigen Abendbörfe eine Erholung festzustellen war, gestaltete sich die Tendenz an der heutigen Börse weiter freundlich. Die festere Haltung der gestrigen Neu- yorker Börse und die leichtere Verfassung des Geld­marktes gaben der Börse heute eine kräftige Stütze. Der weitere Rückgang der Arbeitslosenziffer und die angeblich stärkere Beteiligung des Auslandes und der privaten Kundschaft am Börsengeschäft veran­laßten die Spekulation zu weiteren Deckungs­käufen. Die starke Nachfrage nach Spezialpapieren gab der Börse einen starken Rückhalt. Die (Stim­mung war sehrzuversichtlich. Mit Ausnahme der Spezialpapiere, in denen immer noch zeitweise Materialknappheit bestand, war das Geschäft jedoch minimal. Von Kaliwerten waren Salzdetfurth mit plus 7 v. H., Aschersleben mit plus 6 o. H. rege verlangt. Westeregeln gewannen jedoch nur 3,5 v. H. Verstärktes Interesse machte sich ferner für Zellstoff Waldhof mit plus 3 v. H., am Elektromarkt für Siemens mit plus 2,5 v. H. und am Bankenmarkt für Reichsbank mit plus 3 o. H. bemerkbar. Bevor­zugt waren am Montanmarkt Rheinische Braun- kohlen und Rheinstahl mit je plus 2,5 v. H. Am Ehemiemarkt waren Farben, nachdem diese anfäng­lich recht lebhaft gefragt waren, vernachlässigt. Für Holzverkohlung bestand dagegen mit plus 2 o. H. verstärktes Interesse. Scheideanstalt verloren 1 v. H. AEG. zogen 1,25 v. H. und Mannesmann 2,5 v. H. an. Am Bauunternehmungsmarkt waren Holzmann 2,5 und Zement Heidelberg 1 v. H. gebesiert. Einiges Interesse machte sich noch für Daimler mit plus 1,25 v. H. bemerkbar. Sonst waren im allgemeinen nur Kursbesserungen bis zu 1 v. H. festzustellen. Am Rentenmarkt war die Tendenz ebenfalls freundlich. Anleihen ohne Option waren mit plus 0,75 gefragt. Ausländer eröffneten nur behauptet. Im Verlaufe kamen nur noch in Spezialpapieren Umsätze zu­stande. In I.-G.-Farben konnte sich recht lebhaftes Geschäft entwickeln, I.-G.-Farben plus 2 v. H. Auch die Kaliwerte konnten erneut etwas anziehen. Tages- geld mit 5 v. H. unverändert. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1835, gegen Pfund 20,418, London gegen Kabel 4,88, Paris 124,18, Madrid weiter schwach 29,92, Mailand 92,88, Hol- land 12,0975.

Berliner Börse.

Berlin, 21. Juni. Die schon an der heutigen Abendbörse einsetzende Erholung konnte bereits im heutigen Dormittagsverkehr weitere Fort- schritte macken. Die allgemeine Lage wurde, ab­gesehen vielleicht von der innerpolitischen Situation, als günstiger betrachtet, dabei beruhigte der festere Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse. Auch sonst wurde die Meldung von der Gründung der Neuyor­ker Foreign and Jnvesting Corporation beachtet, die Löwensteinanleihe in Neuyork Macht Fortschritte. Das Geschäft war aber auch zu Beginn der Börse nicht wesentlich umfangreicher als gestern. Nur Spezialwerte hatten lebhaftere Umsatz- t ä t i g f e i t. Das Kursniveau konnte sich, in erster Linie auf Deckungen der Spekulation (neue Orders von außen trafen nur spärlich ein), ziemlich ein­heitlich um 1 bis 4 v. H. heben. Bei den Favoriten betrugen die Erhöhungen bis zu 10 v. H. Kaliwerte waren bis 12,5 v. H. gesteigert. Kunstseidenwerte erzielten ebenfalls Gewinne bis zu plus 9 v. H Stark beachtet wurden die Papiere, über die morgen die Entscheidung fällt, ob sie zum Terminhandel zu- gelassen werden sollen. So waren Norddeutsche Wolle, Schubert & Salzer, Thüringer Gas, Feld- mühle aus diesem Grunde stärker gesteigert. Deutsche Anleihen ruhiger. Ausländer überwiegend schwächer. Besonders Bosnier schwach und 1 v.H. unter gestern. Pfandbriefmarkt still. Geldmarkt vielleicht eine Klei­nigkeit leichter. Tagesgeld 6 bis 7,5 v. H. und ver­einzelt darunter. Obwohl London seinen Diskont auch heute nicht erhöht hat wurde es im Verlaufe

bei nachgebendem Geschäft eher wieder schwächer. Nur in Spezialwerten war es weiter lebhaft, beson. ders am Farbenmarkt entwickelte sich großes Ge- schäft auf die morgige Einführung der Farben- Bonds.

frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 21. Juni. Der hiesige Pro- duktenmarkt verkehrte heute auf Grund der etwas festeren Auslandmeldungen ebenfalls in festerer Haltung Das Geschäft bewegte sich aber nach wie vor in engen Grenzen, und die Umsätze blieben minimal. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Es notierten Weizen 26,50 Mark: Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,50 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches (Spe- zial 0) 36,75 bis 37,25; Roggenmchl 38,75 bis 39,25; Weizenkleie 14 bis 14,15; Roggenkleie 16,50 Mark. Tendenz: fester.

frankfurter Lchlachtvichmarkt.

Frankfurt a. M.. 21 Juni. Auftrieb 101 Rinder; 1147 Kälber. 95 Schafe. 763 Schweine. Es kosteten: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 79; mittler« Mast- und Saugkälber 70 bis 74 geringe Kälber 63 bis 69; vvllflettch^e Schweine oon ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 70; von ca. 200 bis240Pftrnd Lebendgewicht 68 bis 72; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebend­gewicht 67 bis 71; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 60 bis 65. Marktverkauf; Schwein« bei regem Handel aus­verkauft. Kälber und Schafe mäßig rege, geräumt.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 20. Juni. Die von den Ausland­märkten gebotenen Anregungen kamen saft nur in der Preisgestaltung am Lieferungsmarkte zum Ausdruck, während das Efsekt.tvgeschäft weiter ziemlich stift liegt. Soweit vom Ausland« Weizen­offerten Vorlagen, lauteten die Forderung«, höher. Roggen wurde dagegen billiger als gestern angeboten. Auf dem etwas höheren Preisniveau erfolgten einige Abschlüsse hx hochgradigem Ma­nitobaweizen. Das Inland beharrte aus seinen Forderungen für Weiten und Roggen, die Mütz- len zeigten sich weiter zu Reuanschaffungen wenig geneigt, da am Mehlmarkte Umsätze wex- ter nur auf dringendste Bedarfsdeckungen be­schränkt bleiben. Am Lieferung-Markte lösten die festeren Auslandmeldungen, namentlich von Äver- pool, Deckungsnachfrage für Weizen aus. Roggen tendierte dagegen bei ruhigem Geschäft etwa» schwächer. Hafer weiter in schwierigem Geschäft und eher etwas nachgiebiger

Schöffengericht Gießen.

Gießen. 20. Juni. Der Fuhrmann Wil­helm E. Don Gießen wohnte im Herbst 1927 bei zwei alleinstehenden Damen zur Miete. Diesen kamen damals bares Geld und verschiedene Le­bensmittel weg. E. machte sich durch verschiedene Aexlherungen dritten Personen gegenüber ver­dächtig und wurde deshalb angcflagt. Heute wurde er trotz seines Leugnen- des Rückfall- biebstah ls überführt und zu l Jahr Zucht­haus verurteilt.

Anter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde ge­gen einen hiesigen Arbeiter weaen versuch- ten SittlichkeltSverbrecbenS verhan­delt. Er wurde wegen tätlicher Beleidigung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.

Ein Verfahren wegen Tabakfteuerhin- terziehung gegen zwei Geschäftsleute von, hier mußte ausgesetzt werden, da es sich alS not­wendig herausstellte, noch weitere Zeugen zu laden.

Kunst und Wissenschaft.

Arnstadter Verband mathematischer und naturwissenschaftlicher Verbindungen.

Währexxd der 21. DerbandStag im Vorjahre ge­legentlich der großen Tagung des ..Deutsche« Wissenschafter-DerbandeS" in Heidelberg stattge­funden hatte, wurde die diesjährige Vertreter- Versammlung der DerbandSkorporatioixen und Alt-Herren-Verbände wieder im traditionellen Tagungsorte Arnstadt abgehalten. Im Vorder­gründe der Beratungen standen vor allem Fragen der inneren Arbeit und hochschulpolitischer Art. Die seit einigen Semestern stetig wachsend« Zunahme im Studium der Mathematik und Ra- turwissenschaftcn zeitigte ein weiteres Empor- blühen des (seit 1868 bestehenden) Verbandes in Groß- und Äleinftabt-llniberfitäten. An an­deren Hochschulen, wo der A. V. bis dahin nicht vertreten war. entstanden durch tatkräftig« ilnkt- stützung der A.-H.-Ortsgruppen neue A.-V.-Ver- bindungen. so daß der A. V. als stärkster, fach- wissenschaftlicher Verband an fast sämtlichen dem- schen Hochschulen vertreten ist. Die diesjährige Tagung war getragen vom Geiste engster Zu­sammenarbeit mxd Einmütigkeit.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angesübrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardäinsfuß 8 Prozent.

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