irtschafi
[ii
Zoröerungen der westdeutschen Wirtschaft.
Qki der am Dienstag in Düsseldorf statt - gehabten Tagung des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen führte der Dorsitzende, Paul R e u s ch -Oberhessen. in einer längeren Rede über die allgemein« Wirtschaftslage u. a. auS: Die deutsche Wirtschaft habe in ten letzten Jahren zweifellos gewisse Erfolge zu verzeichnen. Diese seien aber teilweise auf Gründe zurückzuführen, deren Auswirkung begrenzt sei. Die deutsche Wirtschaft sei von einem normalen, gesunden Zustand noch weit entfernt. Die tatsächliche Lage werde am besten durch folgende Ziffern beleuchtet. Im Jahre 1913 betrug da« Aktien k ab ital der 4773 vorhandenen deutschen Aktiengesellschaften plus Reserve 19,3 Milliarden Mark. Bei der Goldmarkeroffnungs- brlanz 1924 betrug das Aktienkapital der inzwischen auf 9372 gestiegenen Zahl derselben 17,5 Milliarden Mark, hatte also trotz der Verdoppelung der Gesellschaften und der eingetretenen Geldentwertung einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen. Die sozialen Lasten, die im Jahre 1913 gleich 1,12 Milliarden Mark betragen hatten, stellen sich heute auf rund 5 Milliarden Mark. Die Beiträge, die in den Jahren 1924 M« 1927 über den Sozialetat von 1913 hinaus zu sozialen Zwecken geleistet werden muhten, fcien nahezu so hoch, als die gesamte Ausland- verschüldung, und 2 Milliarden höher als die kurzfristige und die langfristige Auslondverschul- bung der deutschen Wirtschaft. Die dringend notwendige Bildung von Reserven sei bei einem großen Teil der deutschen Industrie heute leider erne Unmöglichkeit. Die Tatsache, daß die Selbstkosten wichtiger Wettbewerbsländer zum Teil 30 bis 50 Prozent unter den deutschen Selbstkosten liegen, erschwere unsere Ausfuhr und beeinträchtig« unser« Handels- und Zahlungs- bilcrnz. Sehr von der Ungunst der Zeiten sei auch die Landwirtschaft betroffen worden. Weiterhin setze er für die Verbilligung unseres öffentlichen Verwaltungsapparates dessen Umgestaltung und Erneuerung voraus.
Als -weiter Redner sprach der Preußische Finanznlinister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f. Er gab ein längeres Referat über die Zersplitterung Deutschlands in eine Fülle von Ländern und Landesteilen. Diese Zersplitterung führe dazu, daß in einheitlichen Wirtschaftsgebieten verschiedene Gesetze und Verordnungen bestehen. Die Gesetzgebung müsse überall Sache des Reiches sein. Er bezeichnete als Schlimmstes, daß die Aufteilung der Staatsgewalt auf eine Reichsregierung und ein Reichsparlament und 18 Länder- regierungen und -Parlamente eine entschlossene und zielbewußte Wirtschafts- und Steuerpolitik rmd die so dringend notwendige Reform der Verwaltung nahezu unmöglich mache. Als Abhilfe dieser im Interesse der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands nicht mehr tragbaren Zustände forderte der Redner bei der Reugliederung des Reiches die Anlnüpfung an die Preußischen Provinzen und die deutschen Mittel- staaten, bezeichnet« ober die Aufteilung Preußens und di« Ausstattung der preußischen Provinzen mit den heuttgen Machtbefugnissen der deutschen Länder als verfehlt.
An dritter Stelle sprach Kommerzienrat Dr. Wieland, W. d.R.. lllm. über Fragen der . amerikanischen Haushaltsgebarung. Regierung und Parlament der 11. 0. A. hätten bewiesen, daß l das reichste Volk sein Budgetverfahren revolutioniere, um eine sparsame Ausgabewirlschäft zu T erzielen. Er glaube, daß man ohne weiteres dazu übergehen könne, ein ähnliches Blldgetbureau da- • durch zu schaffen, daß man die Haushaltsabtci- lung des Finanzministeriums von diesem lvs- trennt und mit dem Bureau des Sparkommissars vereinigt.
Oie Krage einer Oiskontermäßigung.
Der Ausweis der Reichsbank vom 15. Juni --eigl einen Rückgang der gesamten Kapital« anlaae um 256,8 auf 2096,9 Millionen Mark. Damit ist eine neue.sehrerhebliche (Snt- l a stung eingetreten, die zugleich die derzeitige flüssige Lage des Geldmarktes widerspiegelt. Besonders ausfällig ist der starke Wechselrück- fluß, der sich auf nicht weniger alS 313 Millionen Mark beläuft, so daß sich das Wechselportefeu i ll c der Reichsbanl auf dem niedrig- st e n S t a n d des laufenden JahreS befindet. Die Ultinwonspannuna vom Mai ist damit nicht nur ausgeglichen, sondern sogar um mehr als 100 Millionen Mark unterschritten worden. Auf der anderen Seite ist Wohl infolge der durch die
Konfunkturdämpsuna eingetretenen Wendung zu kurzfristigen Dispositionen der Wirtschaft eine erhöhte Inanspruchnahme von Lombardgeld und von Giromitleln eingetreten, so daß sich die gesamte Entlastung der Reichsbank nicht so hoch stellt, wie es der Reduktion des Wechselbestandes entsprechen würde. Dieses Bestreben der Wirtschaft und der ölfenllichen Hand zu knapperen Dispositionen kann darauf hindeuten, daß bereits mit der in der Oeffentlichkeit diskutierten Möglichkeit einer Herabsetzung des Diskonts gerechnet wird. Da der Halbjahresuktimo unmittelbar bevvrsteht, muß selbstverständlich erst das Ausmaß der Anspannung zum Halbjahres- ultinw abgewartet werden, ehe überhaupt die Reichsbank der Frage einer Diskontermäßigung nähertreten kann. Zu berücksichtigen ist. daß die Erntesinanzierung große Mittel beansprucht. Von den Vorbereitungen für sie, über die bereits Besprechungen der Reichsbank mit dem Reichsernährungsministerium und den Spitz en verbänden der landwirtschaftlichen Kredit- organisativnen stattgefunden haben, wird die Entscheidung in der Frage einer Diskontermäßigung abhängen.
Neue Pläne in der Welikunstsei-enindustne.
Die Ausdehnungsbewegung in der internationalen Kunstseidenindu- strie, die gerade im letzten Jahre einen Er- pansionsdrang großen Umfanges aufzuweisen Hot, macht weiterhin Fortschritte und erfaßt Kreise, die den bisher bestehenden Konzernen völlig fern- stehen. Rach einer Meldung des ^Konfektionär" wurde in Frankreich ein neues Kunstfeiden- wert mit einem Kapital von 11 Millionen Fran- ken gegründet, ein Unternehmen, welches als Vertikalbetrieb ausgebaut werden soll, indem es nicht nur das Kunstseidengarn erzeugt, sondern im eigenen Betrieb verwebt und veredelt. Die Tatsache, daß die Gründer dieser Firma bisher noch nicht in der Kunstseidenindustrie tätig gewesen sind, ist bei der engen Verflechtung der internationalen Kunstseidengruppen besonders auffällig. es wiederholt sich aber hierbei andererseits eine Entwicklung, wie sie auch in anderen Industriezweigen vor sich gegangen ist, in denen immer Außenseiter entstanden, solange die Tendenz nach oben zeigte. (Stickstoffindustrie. Düngemittelindustrie. Zementindustrie.) Auch in anderen Ländern schreitet die Ausdehnung der Kunstseidenindustrie vorwärts. Rach einer Meldung des ,Konfektionär" wird in Rumänien eine neue Fabrik errichtet, die die Banka Ro- maneasca zusammen mit deutschen Interessenten finanziert, und auch Rußland beabsichtigt, den bereits in Moskau bestehenden Kunstseideunternehmen den Aufbau weiterer Fabriken in Leningrad und Minsk folgen zu lassen.
* Die Frankfurter Hypotheken, dank kündigt im heutigen Anzeigenteil die Auf- legung von fünf Millionen Mark 8prozentiger Goldvfandbriefe zum Kurse von 97,50 v. H. und 5 Millionen Mark 8prozentiger Goldkommunal, obligationen zum Kurse von 94,75 v. H. an. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen.
* Rheinisch« Stahlwerke 21.-®., Essen. Die Verwaltung der Gesellschaft wird der am 12. Juli In Essen statt finden den Hauptversammlung di« Verteilung einer Dividend« von 6 Prozent Vorschlägen.
* Gründung der Rew QJort A For- eign Jnvesting Corporation. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, haben die Firmen Lazard Speyer-Gllissen K. G. a. A. Frankfurt a. Main-Berlin und Gebr. Teixeira deMattos, Llansterdam, in Gemeinschaft mit einer amerikanischen Bankengruppe, welche aus den Firmen Spei)er & Co.. Reuyork. Lehman Brothers, Reu- hork, und Lawrence Stern & Co.. Chicago besteht, eine amerikanische Gesellschaft unter dem Rainen „Rew Bvrk & Foreign Jnvesting Corporation" gegründet. Der ^schäftsd« reich der neuen Gesellschaft umfaßt die Finanzierung bestehender kommerzieller und industrieller Unternehmungen. den Erwerb. Besitz, Handel und das Underwriting derartiger Werte. Das Aktienkapital besteht aus Dollars 5 000 000, 6,5prvz. Cumulative Prefered Shares (Rom. Betrag Dollar 100) und 175 000 St. Common Shares (ohne Rennwert), von denen zunächst 100 000 Stück als Reserve im Besitz der Gesellschaft bleiben. Die Gesellschaft erhält das Recht, unter gewissen Bedingungen bis -um vierfachen Betrage ihres voll eingezahlten Vorzugsaktienkapitals eigen« Obligationen auszugeben, wobei in erster Linie an die Placierung von Anleihen in Amerika, «vtl. auch in Europa gedacht ist. Cs ist beabsichtigt, die Prefered Shares (mit einem Bonus auf Common Shares) in Holland
äu emittieren. Ein ansehnlicher Teilbetrag ist oereits in Deutschland. Amerika, England und der Schweiz freihändig placiert worden.
* Der französische Außenhandel in den ersten fünf Monaten 1 928. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1928 betrug die Einfuhr nach Frankreich 19 746 773 Tonnen im Werte von 21 626 023 000 Franken, was gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Rückgang um 2 462 450 Tonnen und um 127 149 000 Franken darstellt. Die Ausfuhr belief sich aus 16 608 697 Tonnen im Werte von 21 035 339 000 Franken, was eine Zunahme von 1 471 301 Tonnen bei einer Verminderung des Wertes um 1388043000 Franken darstellt.
D i e Lage der englischen Kohlen- i n d u st r i e. Aus der letzten Vierteljohresstatistik des englischen Bergwerksdcportements geht hervor, daß im ersten Quartal dieses Jahres alle Kohlenreviere Großbritanniens mit Verlust gearbeitet haben, wenn auch in einigen Gebieten eine entschie bene Besserung erkennbar ist.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. TI., 21. Juni. Tendenz: freundlich. — Nachdem schon an der gestrigen Abendbörfe eine Erholung festzustellen war, gestaltete sich die Tendenz an der heutigen Börse weiter freundlich. Die festere Haltung der gestrigen Neu- yorker Börse und die leichtere Verfassung des Geldmarktes gaben der Börse heute eine kräftige Stütze. Der weitere Rückgang der Arbeitslosenziffer und die angeblich stärkere Beteiligung des Auslandes und der privaten Kundschaft am Börsengeschäft veranlaßten die Spekulation zu weiteren Deckungskäufen. Die starke Nachfrage nach Spezialpapieren gab der Börse einen starken Rückhalt. Die (Stimmung war sehrzuversichtlich. Mit Ausnahme der Spezialpapiere, in denen immer noch zeitweise Materialknappheit bestand, war das Geschäft jedoch minimal. Von Kaliwerten waren Salzdetfurth mit plus 7 v. H., Aschersleben mit plus 6 o. H. rege verlangt. Westeregeln gewannen jedoch nur 3,5 v. H. Verstärktes Interesse machte sich ferner für Zellstoff Waldhof mit plus 3 v. H., am Elektromarkt für Siemens mit plus 2,5 v. H. und am Bankenmarkt für Reichsbank mit plus 3 o. H. bemerkbar. Bevorzugt waren am Montanmarkt Rheinische Braun- kohlen und Rheinstahl mit je plus 2,5 v. H. Am Ehemiemarkt waren Farben, nachdem diese anfänglich recht lebhaft gefragt waren, vernachlässigt. Für Holzverkohlung bestand dagegen mit plus 2 o. H. verstärktes Interesse. Scheideanstalt verloren 1 v. H. AEG. zogen 1,25 v. H. und Mannesmann 2,5 v. H. an. Am Bauunternehmungsmarkt waren Holzmann 2,5 und Zement Heidelberg 1 v. H. gebesiert. Einiges Interesse machte sich noch für Daimler mit plus 1,25 v. H. bemerkbar. Sonst waren im allgemeinen nur Kursbesserungen bis zu 1 v. H. festzustellen. Am Rentenmarkt war die Tendenz ebenfalls freundlich. Anleihen ohne Option waren mit plus 0,75 gefragt. Ausländer eröffneten nur behauptet. Im Verlaufe kamen nur noch in Spezialpapieren Umsätze zustande. In I.-G.-Farben konnte sich recht lebhaftes Geschäft entwickeln, I.-G.-Farben plus 2 v. H. Auch die Kaliwerte konnten erneut etwas anziehen. Tages- geld mit 5 v. H. unverändert. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1835, gegen Pfund 20,418, London gegen Kabel 4,88, Paris 124,18, Madrid weiter schwach 29,92, Mailand 92,88, Hol- land 12,0975.
Berliner Börse.
Berlin, 21. Juni. Die schon an der heutigen Abendbörse einsetzende Erholung konnte bereits im heutigen Dormittagsverkehr weitere Fort- schritte macken. Die allgemeine Lage wurde, abgesehen vielleicht von der innerpolitischen Situation, als günstiger betrachtet, dabei beruhigte der festere Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse. Auch sonst wurde die Meldung von der Gründung der Neuyorker Foreign and Jnvesting Corporation beachtet, die Löwensteinanleihe in Neuyork Macht Fortschritte. Das Geschäft war aber auch zu Beginn der Börse nicht wesentlich umfangreicher als gestern. Nur Spezialwerte hatten lebhaftere Umsatz- t ä t i g f e i t. Das Kursniveau konnte sich, in erster Linie auf Deckungen der Spekulation (neue Orders von außen trafen nur spärlich ein), ziemlich einheitlich um 1 bis 4 v. H. heben. Bei den Favoriten betrugen die Erhöhungen bis zu 10 v. H. Kaliwerte waren bis 12,5 v. H. gesteigert. Kunstseidenwerte erzielten ebenfalls Gewinne bis zu plus 9 v. H Stark beachtet wurden die Papiere, über die morgen die Entscheidung fällt, ob sie zum Terminhandel zu- gelassen werden sollen. So waren Norddeutsche Wolle, Schubert & Salzer, Thüringer Gas, Feld- mühle aus diesem Grunde stärker gesteigert. Deutsche Anleihen ruhiger. Ausländer überwiegend schwächer. Besonders Bosnier schwach und 1 v.H. unter gestern. Pfandbriefmarkt still. Geldmarkt vielleicht eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld 6 bis 7,5 v. H. und vereinzelt darunter. Obwohl London seinen Diskont auch heute nicht erhöht hat wurde es im Verlaufe
bei nachgebendem Geschäft eher wieder schwächer. Nur in Spezialwerten war es weiter lebhaft, beson. ders am Farbenmarkt entwickelte sich großes Ge- schäft auf die morgige Einführung der Farben- Bonds.
frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 21. Juni. Der hiesige Pro- duktenmarkt verkehrte heute auf Grund der etwas festeren Auslandmeldungen ebenfalls in festerer Haltung Das Geschäft bewegte sich aber nach wie vor in engen Grenzen, und die Umsätze blieben minimal. Die Preise konnten sich im allgemeinen gut behaupten. Es notierten Weizen 26,50 Mark: Roggen 28,50; Hafer, inländischer, 27,50 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches (Spe- zial 0) 36,75 bis 37,25; Roggenmchl 38,75 bis 39,25; Weizenkleie 14 bis 14,15; Roggenkleie 16,50 Mark. — Tendenz: fester.
frankfurter Lchlachtvichmarkt.
Frankfurt a. M.. 21 Juni. Auftrieb 101 Rinder; 1147 Kälber. 95 Schafe. 763 Schweine. Es kosteten: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 79; mittler« Mast- und Saugkälber 70 bis 74 geringe Kälber 63 bis 69; vvllflettch^e Schweine oon ca. 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 70; von ca. 200 bis240Pftrnd Lebendgewicht 68 bis 72; von ca. 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 67 bis 71; fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 60 bis 65. Marktverkauf; Schwein« bei regem Handel ausverkauft. Kälber und Schafe mäßig rege, geräumt.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 20. Juni. Die von den Auslandmärkten gebotenen Anregungen kamen saft nur in der Preisgestaltung am Lieferungsmarkte zum Ausdruck, während das Efsekt.tvgeschäft weiter ziemlich stift liegt. Soweit vom Ausland« Weizenofferten Vorlagen, lauteten die Forderung«, höher. Roggen wurde dagegen billiger als gestern angeboten. Auf dem etwas höheren Preisniveau erfolgten einige Abschlüsse hx hochgradigem Manitobaweizen. Das Inland beharrte aus seinen Forderungen für Weiten und Roggen, die Mütz- len zeigten sich weiter zu Reuanschaffungen wenig geneigt, da am Mehlmarkte Umsätze wex- ter nur auf dringendste Bedarfsdeckungen beschränkt bleiben. Am Lieferung-Markte lösten die festeren Auslandmeldungen, namentlich von Äver- pool, Deckungsnachfrage für Weizen aus. Roggen tendierte dagegen bei ruhigem Geschäft etwa» schwächer. Hafer weiter in schwierigem Geschäft und eher etwas nachgiebiger
Schöffengericht Gießen.
’ Gießen. 20. Juni. Der Fuhrmann Wilhelm E. Don Gießen wohnte im Herbst 1927 bei zwei alleinstehenden Damen zur Miete. Diesen kamen damals bares Geld und verschiedene Lebensmittel weg. E. machte sich durch verschiedene Aexlherungen dritten Personen gegenüber verdächtig und wurde deshalb angcflagt. Heute wurde er trotz seines Leugnen- des Rückfall- biebstah ls überführt und zu l Jahr Zuchthaus verurteilt.
Anter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen hiesigen Arbeiter weaen versuch- ten SittlichkeltSverbrecbenS verhandelt. Er wurde wegen tätlicher Beleidigung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.
Ein Verfahren wegen Tabakfteuerhin- terziehung gegen zwei Geschäftsleute von, hier mußte ausgesetzt werden, da es sich alS notwendig herausstellte, noch weitere Zeugen zu laden.
Kunst und Wissenschaft.
Arnstadter Verband mathematischer und naturwissenschaftlicher Verbindungen.
Währexxd der 21. DerbandStag im Vorjahre gelegentlich der großen Tagung des ..Deutsche« Wissenschafter-DerbandeS" in Heidelberg stattgefunden hatte, wurde die diesjährige Vertreter- Versammlung der DerbandSkorporatioixen und Alt-Herren-Verbände wieder im traditionellen Tagungsorte Arnstadt abgehalten. Im Vordergründe der Beratungen standen vor allem Fragen der inneren Arbeit und hochschulpolitischer Art. — Die seit einigen Semestern stetig wachsend« Zunahme im Studium der Mathematik und Ra- turwissenschaftcn zeitigte ein weiteres Empor- blühen des (seit 1868 bestehenden) Verbandes in Groß- und Äleinftabt-llniberfitäten. An anderen Hochschulen, wo der A. V. bis dahin nicht vertreten war. entstanden durch tatkräftig« ilnkt- stützung der A.-H.-Ortsgruppen neue A.-V.-Ver- bindungen. so daß der A. V. als stärkster, fach- wissenschaftlicher Verband an fast sämtlichen dem- schen Hochschulen vertreten ist. Die diesjährige Tagung war getragen vom Geiste engster Zusammenarbeit mxd Einmütigkeit.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angesübrten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardäinsfuß 8 Prozent.
Jrantfurt a. M
Berlin
Femilrfurr o. M
Berlin
Schlug« flnre
1-Uhr- Kur»
Schluß fiurt
Unfang fiur*
Schiutz- flurs
»'Uhr- fiurs
Schiuh- fiut»
Anfang fiuri
Datum
19. 6.
20.6.
| 19.6.
| 20. 6.
Datum:
19. 6.
M 6.
| 19. 6.
| 20.6.
Di. Rctd*mleU)e v. 1927 . .
87,13
—
87.5
-
A.E.«.............
178
179.26
176.25
179.5
Di. Änl.-Mtlöf.-6d)u!b mit 8u6- lof-SirAlcn........
Tr»(|l. utjnc WluMo|.«9lc(6te . . .
7% (Xrantf. Hyp.-Bl. ®ofbpf. unkündbar bi« 1932.......
4ft% Rheinische Hyp.-Ban! Liqu- (gulbpl............
51. g 18.63
18.75
61.5
18.75
51.5
18.6
Bergmann.....«... 9
tflfftr. Lieferungen.....10
Licht und Srasi ...... 10
fXellcn 4 Guilleaume.....6
226.5
129,3
lllli
201,6
170.25
223.5 128
207.75
171.5
228
131.5
76
87
Scs. f. tflrttr. Untrru.. ... 10
Hamb. Olcttr. Werke .... 10
263.5
»66
261.25
159.75
264,75
160
U.ä.S. adg. Vortrieg ».Obligation.
rückzahlbar 1933.......
Rhein. Sletlr...... 9
Lchlcs. Cfifttr....... . 10
«chuckcri...... .... 8
Llernens 4 HalSke.....IS
16«
204
166.5
250
802.25
159.13
256.5
204.75
Schweiz. Buodelb-Anl.. .
96.5
—
—
35t
353.5
317.5
552,25
1% Oesterrrichische »oldrtc.. . .
—
—
—■
—»
Tean4rabic>.........8
—
—
151.75
155,25
4,20% Oestrrr. Silbe rrto. ...
3.35
—
—
—
Lahmever 4 Lo.......10
175
175
174
174
4% Cefterrrid). dntjätl. Rte. .
—
—
—
—
Buderus .......... 5
83,5
84,25
83.25
84.5
4"„ Ungarisch, «oldrte......
4% Ungarisch« Staaisr. v. 1610 .
26,15
623,85
26,25
26.13
Deutsch« Erdöl.......6
Essener Steinkohle......S
135,5
137
135
126
132.5
129
4M% betal. von 1918.....
4% Ungarische Kronenrie.....
4% Türk. Sollanlei&e v. 1911 . .
*% lütfild), Bagdabbabn-«»!.
Gerte 1...........
4% brSflL Serie 11.......
4"v SiumAnrn convert. Site. . . - Rumänen dolbanl. von 1913
lT 11.8
11.8
1.75
13
1.7
«eljenkirchener ... f. H 3- <
Harpener ......6
Voesch Eisen...... 8
alle Bergbau ........ 6
Hl
141
162
140.75
160.13
139.65
250
141
162
11.75
12.5
11.8
RIMnrtrorrtf ........ 7
>31
132.5
130.13
132,75
U.8
12
—
üeln «eurisen........S
136
138.5
20.4
-
20.65
Mannesmann........ 8
Mansselder.........7
Lderschlcs. Eisend. Bedarf. . . 5
cderschles. Setswcrke.....6
PhLnir Bergbau......5H
139,5
117.5
142
118.5
138.75
117
144
117,25
Allg. Deutsche insenvabn . . 4H
Hamdura-Amerika Paket ... 8
Hamb.-Lübam. Dampssch. . . 8
6an|c $anipHd>lf|.....10
168
16«.9
167
169
98.84
„7.
103
113.2.
98.13
104.25
116,6
98. U
—
—
206,5
209.5
9ibemi>che Braunkohlen... 10
ilheinsiahl . . 1. *1 Jahr <S
;>dj
U9
302.5
161.5
298.5
147.5
302
161.75
Sivrddeuischer Lloyd.....S
159.33
—-
158.25
159.9
Nieberk Montan......7F
—
■
158
—
NHg Deutsche Urediiaost. . . 10
—
—
141.75
141.9
Pcrrtnlatt ^tahNo. ..... C
98
—
98.25
98,5
v armer Lantoerrin .... 10
147
147.5
146.75
146.75
.......1 ih
Pali McherSIeben ..... 10
—
53
53,5
»edintt PandeUgcieUich. . . lü
—
—
271.25
*74 5
250
.56
245.4
.'56.5
Lommer»- und Privai-Sauk. 11
190.75
192
190.25
192.75
kLeileregeln...... 10
Sollwert eal<betfurtl ... 16
256.5
260
252.75
261
Dormst. u. Rationalbank . . 18
-'«1.5
282
278
»1.5
448
155
442
454.5
Deutsch« Bank......10
ÄnL. . 10
Dresdner 8an!......10
«Meldeuiiche «reditbauk ... 9
Btiatoan!.........»
RH4»»!........1t
167.75
164.5 167
14«.~5 27»
167,5
164
167
147
*83
168
164.9
167
207
145.7» «76.5
168 165.25 167.5 306.5
147 #83.5
3.®. irnben-JnbufM» . • . 18 TDnatmt Nebel ....... 6 -Lcherdeanltalt........ 9 »owschmtdi ........5
Riüger« werte ........ 8
Mr tätige lelUchafr. ..... 11
273
207
99.5
99.5
273 5
*06 100.5 101.5
«70,66
99.13 99.5
274
10179
101
Frmtbsuri a. M
Berlin
Schluß, flun
1-Uhr- Kur,
Schtus, Kur,
Anfang Kur»
Datmn:
19.6.
| 20. 6.
| 19. 6.
! 20. 6.
PbUivv Holzmann......1
148,5
150.75
147.25
150
Heidelberger Cemcnl. . • . 10
Semeni Äadftabt ...... 8
142
175
143
—
Wayb 4 Freitag ...... 10
145,75
146,5
—
Schultheis Patzendoser ... 15
—
—
350
355
CltiDfde .........12
—
309.5
315
8er. Vianjüoss ...... 18
*
*
666
685
_
SeDfU-H ©albhof.....12
305
.308
303.25
10»
.telMoss «schassenburg ... 12
207.75
209. *5
306.25
210
UdaUottenburger Dasser ... 7
—
—
120
130.5
Desiauer Sias........8
—
—
213.65
216.75
Daimler Motoren......0
115.5
ns.?:
114,75
116
Demag..... 0
-
-
56.5
57.75
Ädlcrwerke Alev« ...... 5
112.5
113,75
109
113,75
Ludw. Loewe ....... 10
—
*
238
—
Nai. Automobil ....... 0
-
—
89
90.75
Oren Nein 4 Aovbel ..... 5
d
123.75
122.25
Leonbard Tier.......6
_
—
307.6
311.25
Bamag-Megutn ....... 0
—
_
L'>
—
zraukfl Mwchlnen ...... 6
78.5
—•
M.5
—
Oiriiin«..... 11
139
—
HO
—
VCDhatnflacbt ....... 0
28.75
—
-
*
Iuiighan«..... 4
88.25
—
88
—
Lechwerte....... 8
114
•
*
Mainkrasiwcrke ....... 8
123
—
--
«tag...........io
119.5
—
149
149,25
Äetarsulm«........8
—
66,5
65,5
—
Bet et» Unton........«
111
•
111.25
—
»edr Norder ....... 10
—
—
Voigt 4 Harsfuer......8
—
—
tu
—
Südd. Zucker........8
150.8
|31
151
—1
Bcefwotee.
Ptrltn. 30.
>9eib
ItatrttaW .....
.162
4.1«
Belgische Äotm .......
DLrft che »trtrn .......
56.31
111.78
58.57
112.22
36
44
®«DifeiuRÄttt Berlin—Frankfurt a. HL
Berltit, 20 3«nd
"eid
--TOT-
Jramöriftbe Noten......
volläavrsche Noten...... Italienische Noten ...... Nortxregftche Noten......
7 eurich Dtfirrr .4100 Jtronrn Rumänische '.'loten......
Schwedische Noten......
Schweife Noten.......
Evanische Noten.......
Tichecholiowakiiche Noten . » Ungarische Noten......
168,31 21.96
111,78
53. tt 1,54
111,88
68,26 12.34 72,70
11.45 168.99
n.M 111,23
59,07 2.5«
112.38 80,76
68,. »4 12,40 73. HO
Telegraphische A»Szahl»vg.
19. Juni
20. ItMi
amtliche Noneruna
«mtiiche JIotttruH,
itteld
1 «ne,
"CID
Brief
flmfl.- 'Rott
Bnen ÄireS
168,6t
1.779
168,95
1.763
168,58
1,779
- ifc.rt“
1,70
y ra.-Ärrro
58,365
58,485
58,365
5».185
Thrifkiania
111,92
112.14
111,91
1U.I3
Qcpenbaotn
UZ,06
112.28
112,04
112.26
Stodtolm .
112,15
112.37
112,11
112,13
HelsingforS.
10.518
10,538
10,518
10,538
dtoltrn . . .
31,96.»
32,005
.1.925
.1.9'5
London. . .
394
30,434
30,383
AI, 433
Nenvoek . .
4,1795
16,425
4.1875
4.1795
4,1871
Pari«. . . . Schwei, . .
16,465
16,4*
16.4«
50..W
MJ.74
60.56
xo,7X
Svaor-n . .
6*. 31
68.47
6-33
68.47
Jovan . . .
*ü) de g<m.
1.948
1,952
1.9<b
1.952
,.4995
M.5015
4 »95
U.501j
Vien m D -
Cdt abgeft.
'8,835
58,355
58.84-6
M,<*5
Brag ....
. .
12.387
12,407
12.3*9
12,499
7.563
7,877
7.359
7.273
vadavcst. . ®nlTortai
72.8»
3.022
73,03
5,028
72.89
3.019
73.OS
J. "25
Lissabon . .
18.68
18,72
18.78
l*. 82
Ton da. . . Sonst.-nein-
81.49
81,65
0,49 2,12t
81,65
2,128
8.132
2,129
Ätbtn. . .
-.42.»
5,435
3.405
5,415
Canabe .
4,170
4.178
4. IW
4.177
Um tnn) . .
4.276
4,284
4.266
4,274
<air» . . .
W.9U
«E
* *
3i.S»


