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ltr.94 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)Samstag, 21 April (928

Wandem und Reisen Bäder und Sommerfrischen.

Frühling an der Bergstraße.

Don Hans Hilmar.

Die oberrheinische Tiefebene ist der harten Deutschlands. Und läng» der .B e r g st r a h e, so hecht des Odenwalds terralsensörmiger West- Hong, do breiten sich die gesegneten Gefilde der Obstplantagen und Weingarten den küssenden Strahlen der FrühlingSsonne direkt nach Westen xu entgegen. Widrige Ostwinde werden durch die breite, kuppelige Masse de» Odenwalde- ab» gehalten, und nach Rorden zu hat der hohe Kamm deS Taunu» sich alS schützender Wall vorgescho­ben. Und wenn nun aus dem Süden der leuch­

tende Götterjüngling, der Mai, in diese Lande gekommen ist. dann schäumt ein einzige- großes Blütenmeer aus und spült mit schimmernden Wellen die Berge hinan, das; alle die reuenden Dörfer und alten Städtchen und modernen Billenplätze in solcher seligen Blütenpracht zu ertrinken scheinen. Bur der kahle Dipsel des hohen. markant gezeichneten Berges mit dem diabolischen Rarnen MelibokuS. den aber da- Dolk im Gegensatz zu den zünftigen Geographen .Molchen" nennt, dieser alte Philister schaut griesgrämig au» der festlich geschmückten Land­schaft heraus wie <v t alter, mürrischer Hochzeiter, sich all des überflüssigen Brimborium- ärgernd und bo-host lächelnd, daß alle Schönheit, alle Jugend, alle Frühlingswonne dem Winter und dem Tode dach schließlich anheimsallen müsse.

Die Eisenbahn von Frankfurt au- zur'Bcrg- straste" hin. Frankfurt ist ja für alle Wege zum Rhein der gegebene Ausgangspunkt. durchquert zuerst deS uralten Rcich-walde- breite, sandige Ebene bi» Darmstadt, wo sich Hoet- ger» moderner Hochzeitsturm mit fünf kolossalen Walzen wie ein ausgerichteter Tank in den Him­mel bohrt. Und sogar hinter Darmstadt sind noch düstere Föhren und gelbe Sanddünen zu sehen, daß man glauben könnte, in der Lüneburger Heide oder der Mark Brandenburg zu sahren.

Doch ganz plötzlich ändert sich das LandschastS- bllb: Soweit da» Auge reicht, ein farbenfrohes Gemälde von blühenden Obstbäumen oller nur denkbaren Sorten, von leuchtenden Kaftanien- und blauzarten Mandelbäumen tut sich auf. dazu daS frische Grün der schlanken Pappeln und mächtigen Platanen und anderer Kulturbäume mehr. Und in diese heitere Gartenlandschaft sind viele idyllische Dörfer und uralte Städtchen ein- aestreul. wie Zwingenberg. Auerbach. BenSheim. Heppenheim. Weinheim 3n der Ferne aber wird daS schöne Bild ge­schlossen durch den Zug deS dunkelgrünen Oden­walde- mit seinen bizarr geformten Bergkuppen, die so manche stolze Burg und efeuumsponnene Ruine tragen wie Schloß Auerbach oder die Starkenburg oder die Ruine Windeck. DaS alles zusammen macht die berühmte .Bergstraste" aus. die sich da linker Hand von der Eisenbahn alS farbenprächtiges Panorama ausbreitet, bis Hei­delberg erreicht ist.

Aber nicht im lärmenden Heidelberg verlassen wir heute den Zug. An diesen glänzenden Früh­lingstagen ist Heidelberg von Touristenschwärmen cruS aller Welt überlaufen, ist von den unver­meidlichen AutoS und Autobussen durchrattert und durchstänkert. Auch die Billenstädte Wein­heim und BenSheim und andere mehr oder weniger mondäne Kurorte sind heute nicht ver­lockend.

3m alten, einfachen Landstädtchen Zwingen­berg jedoch, in dessen enge Gassen und winklige Plätze der MelibokuS steil hinabschielt. ist gut sein, hier ist noch Ruhe und Beschaulichkeit. Die kleinen Wohnhäuser sind nach gutem, alten Ge­schmack gemütlich gebaut, einige haben ©tein- treppen zur Tür mit Barock-Geländer, und die Fassaden sind durch Rokoko-Ornamente verziert. Die krummen Gassen schmiegen sich dem bergigen Terrain wundervoll an. Auf einem Felsen über der Stadt erhöht liegt die kleine, weistgetünchte Kirche mit stumpfem Turm wie eine Burg, da­neben ist ein Teil der alten Stadtmauer mit Torbogen noch erhalten, älnd in den Gärten zwischcm den altersgrauen Häuschen ist jetzt mär­chenhaftes Blühen der vielerlei Obstbäume und Spalier-Sträucher. Dazu haben die Kastanien­bäume ihre duftenden, weihevollen FrühlingS- kerzen aufgesteckt. 11 nb über das bröckelnde Gar­tengemäuer hängen die blauen Trauben der Glyzinien und duften füh und betäubend.

Bon hier fuhren weit ausholende Serpentinen, die fich durch Obstgärten und über Weinterrassen reizend schlängeln, langsam den Berg, den Meli­bokuS hinauf Ueberraschende 'Durchblicke nach unten und nach den Seiten tun sich überall auf. Und hoch in Lüften flngt die unsichtbare Lerche ihr FrühlingSlied.

BiS der Wanderer auf den kahlen, unwirt­lichen Gipfel des MelibokuS gelangt, wo jegliche Gartenkultur und der ganze blühende Frühlingezauber zurückgeblieben ist, wo rauhere Winde aus Rorden unb au» Osten streichen, wo wucherndes Heidegestrüpp sich breit macht und auf wüstem Steingeröll nordische Äiefem mühsam Boden finden Aber schön und überraschend ist die Aussicht von dieser freien Höhe und lockt nach allen Richtungen in die Weite. Rach Osten zu über die welligen Höhen und Tiefen des OdenwaldeS. Rach Süden längs der .Dergstrahe" sieht man daS Gebirge plötzlich in die breite Rheinebene abfallen. Unb an biefem Ranbe aus den Gipfeln eine Burg und eine Ruine neben der anderen, bis nach Heidelberg, wo der blin­kende Reckar aus den Bergen fällt und fich in den Rhein ergießt. Rach Westen zu öffnet sich die herrliche oberrheinische Tiesebene mit dem leuchtenden Silberband des Rheins. Dunlle Pap­pelchausseen verbinden Dörfer unb Stabte, und

ganz in blauer Ferne tauchen die verschwommenen Umriffe de» jenseitigen Gebirge- aus. deS Huns­rücks mit dem hohen Donnersberg. Und schliest- lich im Rorden steigt der kantige TaunuS hoch.

Der Abstieg vom Meliboku- geschieht am besten nach Osten zu durch herrliche Buchenwälder, deren jungfräuliches Blattgrün erst vor kurzem auf- geknospet ift. Der Weg führt an verwitterten Felspartien vorbei durch dunkle, kühle Schluchten, wo in feuchten Gründen keusche Maiglöckchen in Massen blühen, in daS Hochftädter Tal. Hier haben sich die vielen Heinen plätschernden Wässerlein zusammengefunden zu einem rauschen­den Bach. Der treibt hier mehrere Wassermühten mit hohen, gleichmäßig mahlenden Schaufel­rädern. und aus den Gebüschen am Ufer tönt das selige Schlagen einer Rachtigall. wenn nun die sanfte Dämmerung sich naht.

Mit einbrechender Rächt kehren wir in die dunklen Gaffen Zwingenberg» zurück.

Waldeck wird preußisch!

Aus Öen ©ent und Sehenswürdigkeiten eines Ltliput-Zreisiaates.

Don Paul Heidelbach-Kaffel.

Bor kurzem ist nach langen Derhandlungen der Anschluß des einstigen Fürstentums Wal­deck an den größten deutschen BundeSstaat. an Preußen, beschlossen worden. Dieser bedeutungs­volle Wandel hat einmal wieder die Blicke auf daS uralte Waldecker Ländchen gelenkt, das frei­lich schon längst auS seinem Dornröschenschlummer in das Helle Licht der öffentlichen Anteilnahme gerückt wurde einmal, als Bad Wildun­gen Weltruhm gewann, und sodann, seitdem in dessen Rähe die große Edertalsperre geschossen wurde. Seit dieser Zeit gibt es wohl kaum einen Deutschen oder Ausländer, der nicht von Wil- dungen aus oder nach dem Besuch der weltberühm­ten Wilhelm-Höhe bei Kassel auch die Edertal­sperre in sein Reiseprogramm mit einstellt.

Das Walbecker Land bilbet geographisch ein Derbindungsglied zwischen dem rheinischen Echiesergebirge unb der Fulda-Werra- Weser-Derglandschaft. wird politisch von den preußischen Provinzen Westsalen und Hessen- Rafsau begrenzt unb gehört zu den höchst- gelegenen Landschaften des nordwestlichen Mittel­deutschlands. Der Westen und Südwesten ist eigentliches Gebirgsland: das sog. Upland (Ober­land) steigt bis zu 850 Metern auf. Bei seinen dichten Wäldern hat Waldeck großen Quellen­reichtum. Alle Gewässer des Landes werden in Eder und Diemel der Weser zugeführt. Die sorellen- und goldreiche Eder sie beschäftigte lange Zeit hindurch Goldwäschereien entspringt am Ederkops im Rothaargebirge, durchströmt das Maldecker Land unb fließt dann am Fuße der alten hessischen BvnisatiuSstadt Fritzlar vor­bei zur Fulda.

Zu den weltlichen Herren, bk aus Waldecll- schem Boden begütert waren, gehörten auch die Herren von Walbecke, die die Burg Waldeck inne hatten, aber zu den späteren Grasen von Waldeck in keiner Beziehung standen. Der Be­sitz dieses im 14. Jahrhundert aussterbenden Ge­schlechts war jedoch schon 200 Jahre vorher an die Grasen von Schwalenberg übergegangen. Einer dieser Schwalenberge brachte um 1150 die Burg Walbeck in seinen Besitz: sein auf dieser Burg wohnender ältester Sohn führte zuerst den Rarnen eine- Grasen von Waldeck. Mit feinem Ressen wurde das Fürstentum Walbeck gegründet, dessen Umfang nun rasch anwuchs. Unter den Rachkommen brachten wiederholte Teilungen eine Zersplitterung des Landes, bis 1692 die Allein­herrschaft dauernden Bestand gewann. 3m Schloß xju Arolsen wohnten die Fürsten des Landes und residierte auch der letzte Waldecker Fürst bi- 1918. Roch heute hat er hier seinen Sitz.

Der Waldecker Staat umfaßt drei Kreise: den der Twiste mit der Hauptstadt Arolsen, den de» Eisenbergs mit der Hauptstadt Eorbach, und denjenigen der Eder mit Bad Wildun - ?e n. Derselbe Fürst, der im Anfang des 8. Jahrhundert- das imposante Arolser Barock­schloß erbaute, war auch der Schöpfer der Re­sidenzstadt Arolsen. Gleichzeitig mit dem Schloh- bau ließ er für den Hof, die Behörden, Kauf­leute und Handwerker jene köstlichen Häuser erstehen, die noch heute das Entzücken aller Frem­den bilden. Diese geraden Straßen mit ihren

einander so ähnlichen und doch wieder in der Einzelarchitektur differenz erten Häuschen mit den traulichen Mansardendächern, wie wir sie an den S)ugcnottcnbauten kennen, und den wunder­vollen kleinen alten Gärten, die sich dahinter auftun. zeugen stummberedt von den Zeiten eine» guten, soliden Geschmacks. Feierliche Sonntag»- ftimmung überfällt uns. wenn wir dieses eigen­artige. blitzsaubere und stille Städtchen durch­schreiten mit seinen alten Alleen von Linden. Kastanien. Ahorn und Ulmen und seiner einzig­artigen. I1/. Kilometer langen, sechsreihigcn Eichenallee. Die schmucklose Kirche birgt die Mormorftatuen Glaube, Liebe und Hoffnung als Geschent des zu Arolsen 1877 als Sohn eines Kammerdieners geborenen Bildhauers Christian Daniel Rauch, der u. a. das berühmte Reiter­denkmal Friedrichs des Großen Unter den Lin­den zu Berlin geschaffen hat. Auch Wilhelm v. Kaulbach, der Maler, war wie sein Schü­ler und Detter Friedrich Kaulbach ein Sohn Arolsens.

Bon Arolsen nur wenig entfernt liegt daS für den Freund mittelalterlicher Städteschönheit interessante und ein fleißiges Ackerbürgertum beherbergende Städtchen Mengeringhou- sen. rn dessen Pfarrhaus der Dichter Rico- l a i feine 3ugsnd verlebte. 3n starker Steigung führt nun die Straße in- Corbacher Hochland, und bald breitet fich das lebensvolle Stadt­bild Eorbachs vor un» aus, beherrscht von dem höchst redenden Turm der Kilianskirche. die den gotischen StU in einer Dollendung verkörpert wie keine zweite Kirche deS Landes. Welcher Wohlstand und Kunstsinn muß hier geherrscht haben, der auf der Höhe ein Gotteshaus wie daS zum 6t. Kilian erstehen lleß! Allein da­reichgeschmückte Portal gibt davon Kunde. Die Gewände und Füllungen deS hohen Spitzbogens sind neben seinem ornamentalen Zierwerk mit Figurenschmuck übersät. Wir sehen den Heiland beim jüngsten Gericht walten, sehen die Toten sich aus den Gräbern erheben, sehen Engel. Heilige. Bischöfe, die Jungfrau Maria, an der Spitze de» Giebels aber, das aelockte Haupt auf die Hand gestützt, wohl den unbekannten Künstler felbft, der diese gewaltigen Steinmassen zu einem kühn und leicht anstrebenden Gebilde auf türmte. Auch die geschmackvollen Reubauten passen sich dem Charakter des Stadtbildes mit seinen schö­nen alten Bürgerhäusern in den Irummtoinlligcn Straßen an. Mit einem der lieblichsten Land­schaftsmotive überrascht uns in dem zwischen waldreichen Hängen verschwindenden Odetal die von schwindelnder Höhe herabgrüßende, über 700 Jahre alte Burg Lichten sels.

Den Südostzipse! des Lande- nimmt da- W i l- hunger Derg 1 and ein mit seinen uner­meßlichen Tannen- und Buchenwaldungen und dem in ihrem Schoß gebetteten, seit Iahrhunder- ten seiner hellkräftigen Quellen wegen geprie­senen. Geblieben Wildungen. Schon im 15. und 16. Jahrhundert berichten die Chroniken von der wohltuenden Widung des dortigen Sauer­brunnens. Rach langen Zeiten des Dersalls lenkte der Altmeister der ärztlichen Kunst, der berühmte Huseland. wieder das Interesse auf die Heilkraft der Wildunger Mineralquellen hin. Das Bad nahm einen ungeahnten Aufschwung

und ist nun seit Jahrzehnten Wellbad. Aus der 1 durcheinander, von überall her kommen die Rieren- und Blasenleidenden, um an den Quel­len Wildlingen» Heilung zu suchen und xu fin­den. Den schönsten Blick aus da» Bad und leine saft märchenhaft schöne Umgebung hat man von dem nahen, auf Seifen thronenden Schloß Friedrichstein. an dessen Fuß die berühmte- nigsquclle liegt, die scyon vor säst 700 Jahren als Trinkbom in Gebrauch war.

Alte Sachsensiedlungen sind noch heule im Waldecker Land zu finden. Da ist Sachfen­haufen und da- wohlhabende Städtchen Freienhagen, wo sich vermutlich eine alte Dolksgericht-slätte der Sachsen, und in der Rähe. am Steinborn, der Sluhl deS Freigericht» be­fand. Heber Domäne Selbach gelangen wir zwi­schen bewaldeten Höhen nach Waldeck. Schon von weitem hebt sich die Silhouette der alter»« grauen Burg in ihrer ganzen imposanten Wucht vom blauen Himmel ab. Stell und mühsam ist der Ausstieg auf den Schlohberg. vorbei an dem alten, winzigkleinen Städtchen, aber eine herz­liche Höhenluft und eine treffliche Fernsicht sind der Lohn. Drei gewaltige Tore müssen wir passieren, ehe wir m den Burghof eintreten, in dem wir den ganzen masfigen Komplet der ein­zelnen Burggebäude auf un» wirken lassen. Wie alt die Burg ist. die dem Lande seinen Rarnen gab niemand weih e». 3m 3ahre 1634 wurde sie von den Schweden erobert, im Siebenjährigen Krieg von den Franzosen besetzt: 1870 war sie Obdach zahlreicher sranzösischer Gefangener. Der Blick von dieser ..Wald-Ecke" auf schroffem Delo- mitgeftein ist einzigartig. Großartige Wald­gebirge schließen ring» die Täter ein. Die Türme von Corbach. die Weidelsburg. Fritzlar mit fei­nem Dom. den Schlohberg beim Homberg alle» umfaßt daS Auge. DaS köstlichste Bild aber tut sich auf. wenn wir hinabblicken auf die Stätte, wo einst in gewundenem Tal die Eder sich zwischen mächtigen Bergwänden silberhell durch den saftigen Wiesengrund zog und heute der 27 Kilometer lange und 45 Meter tiefe, bi» zu 1000 Meter breite Stausee der größten Tal­sperre Europas liegt. Sie soll nicht nur gegen Hochwasser schützen, sondern auch den gesamten Wasserstand im Gebiet der Fulda und Weser regeln und schließlich die Wasserkräfte zur Strom» gewinnung ausnuhen.

So groß auch die Segnungen sind, die aus diesem Kulturwed erstanden, so tief und erschüt­ternd war die wirtschaftliche Umwälzung. die c» verursachte. Drei Dörfer find völlig, zwei weitere zum Teil unter dem Wasser verschwunden. 150 Familien mußten HauS und Hof verlassen, die schon die Hrväter erbauten. Roch ragen al» Rest einstiger Herrlichkeit die Trümmer de» De- richer Klosterktrchleins über der Wassersläche empor.

Diese Talsperre zu Fühen de- Waldecker Schlosse» mit ihrer an landschaftlichen Reizen so verschwenderisch ausgeftatteten Umgebung zieht alljährlich eisten gewaltigen Fremdenstrom nach dem schönen Waldecker Land, das jetzt durch die Angliederung an Preußen In den Mittelpunkt de» Interesse» gerückt ift.

Wanderfahrten.

Bieber HvhensolnS Dla^bachtal Wehlar.

Don Bieber, unserem Ausgangspunkte, wan­dern wir durch das schöne Biebertal, an liier Mühlen vorbei, nach den hochgelegenen Seriem Königsberg, wo wir die Burgruine besichtigen, und HohenlolmS. Don dem mit mächtigen Bäu­men bepflanzten Markiplah, auch Hals genannt, in deren Rähe daS fürstliche Schloß, haben wir eine weite Fernsicht. Bei Wirt Führer ist gute Unterkunft. Don HohensolmS führt unS die Land­straße am Fuße des Altenberg- her, dessen Besteigung in früheren Jahren äußerst genuhre ch war. Gut gepflegte Wege führten auf den Gip'el deS bewaldeten Berges, den em steinerner Turm krönt, von dem man eine prachtvolle Rundschau genoß. Heute sind die Pfade verwachsen, und der Turm ist unter Mitwirkung von rohen Duben- händen beinahe zur Ruine geworden, so daß seine Besteigung sehr gefährlich ist. Die zri- sländige Verwaltung wäre deS Danke- der Wandertreunde gewiß, wenn sie fich zur Instand­setzung der Wege und deS Turme- verstehen würde. Wir folgen der Landstraße, die unS durch da» liebliche DlaSbachtal nach DlaLbach leitet. Kurz hinter dem Ort führt ein Weg links hinauf zur S öh:, wo wir auf rote S.riche stoßen, die uns über Herrmannstein bis -um Endziel Wetziar da- Geleit geben. Dauer der Wanderung fünf Stunden.

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