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Gegen die britische Rheinlandbesatzung.

Ein Antrag der Arbeiterpartei euf Zurückziehung der britischen Truppen vom Rhein wird im Unterhaus abgelehnt.

Eine Entschließung der bayerischen Bauernschaft.

München, 20. März. (WB.) 3n der von der oberbayrischen Kreisbauernkammer einberufenen Versammlung der Bauernschaft im Zirkus Krone, an der etwa 7000 Personen teilnahmen, erklärte Ministerpräsident Dr. Held, eine Wende für die Landwirtschaft könne nur kommen in einer anderen Gestaltung der Handels­politik. Heber das, was das Reich in Aussicht stelle, hinaus werde die bayrische Regierung im Rahmen des Möglichen das ihrige tun. Danach wurde eine Entschließung angenommen, in der dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben wird, dah die Behandlung des Rot- Programms im Reichstage einen so schleppenden Verlauf nimmt und weiter erklärt wird: Werben die Forderungen der Bauernschaft innerhalb kürzester Zeit nicht der Verwirklichung nahegebracht, dann muh die Landwirtschaft aus dem Zwange der Rot zu der ihr geeignet erscheinenden Selbsthilfe greifen.

Oie Rentenbankkreditanstalt.

Berlin, 21. März. (Priv.-Tel.) Rach der Börsenzeitung beschäftigte sich das Reichs - k a b i n e t t im Verlauf seiner gestrigen Be­ratungen unter Hinzuziehung eines Vertreters der preußischen Regierung mit dein Renten- bankkreditgeseh. Rach dem Ergebnis der gestrigen KabinettSsihung darf man annehmen, daß die der Erledigung dieses Gesetzes im Reichsrat bis­her noch entgegenstehenden Schwierigkeiten be­hoben werden. Wie verlautet, soll eine Eini­gung zwischen der Reichsregierung und der preußischen Regierung gestern angebahnt worden sein. Wie der$ag mitteilt, soll das Kompromiß die Billigung des Reichs­kabinetts gesunden haben. Das Kompromiß wird heute noch formal vom preußischen Staats­ministerium behandelt werden. Es wird dann die Grundlage der Verhandlungen des Reichs­ratsausschusses bilden, der die Verhandlungen des Reichsratsplenums vorbereitet. Das letzt­genannte Blatt will weiter wissen, dah sich das Reich zu einer Beteiligung an der Preußenkasfe verpflichtet habe. Heber die Höhe dieser Beteiligung form das Blatt jedoch keine Angaben machen.

Die Verhaftungen in Rußland

Ein Tßnamitdiebstastl als Ursache?

Berlin, 20. 2Narz. DieKreuzzeitung" ver­öffentlicht folgende Mitteilung einer aus dem Do- nezbecken nach Berlin zurückgekehrten Persönlichkeit übet die Gründe der Verhaftung der deutschen In­genieure: 3n den Zechen, über die die Ingenieure die Aufsicht haben, waren durch russische Ar­beiter 1 5 Pud Dynamit entwendet wor­den. Als die G. p. 21. davon in Kenntnis gesetzt wor­den war. beschloß sie. alle möglichen Maßnahmen zu treffen, unter die auch die Verhaftung und die Vernehmung der zuständigen Abteilungs­leiter. die deutsche Ingenieure sind. fiel. Inwiefern die Ingenieure für den Diebstahl des Dynamits haftbar gemacht werden, entzieht sich der Kenntnis des Vertrauensmannes des Blattes.

Heber den Stand der Verhandlungen mit der Sowjetunion kann nicht viel Reues gesagt werden. Cs kann nach nicht amtlich bestättgt werden, daß ein Dritter der verhafteten sreige- lassen worden sei und daß der Generalkonsul von Charkow einen B e s u ch bei den verhafteten hat machen können. Cs ist auch nicht geklärt, ob der sechste der verhafteten mit Kamen Koster ein Reichsdeutscher ist. vielleicht ist er ein deutschstäm­miger russischer Staatsangehöriger.

Rückwirkungen.

Koblenz, 20. März. (WTD.) Eine Anzahl sowjetrusfiicher Ingenieure. Vertreter s o - wjetrusfischer Eisenwerke, hatten ge­beten, in Begleitung eines Sekretärs der Sowjet- Handelsvertretung zur Besichtigung ver­schiedener Werke der Eisenindustrie in Deutschland zugelassen zu werden. Die durch Vermittlung der hiesigen Industrie- und Handelskammer um Erteilung der D e s i ch t i - aungserlaubnis angegangenen Werke haben jetzt angesichts der Verhaftung deutscher Ingenieure in Sowjetruhland erklärt, daß sie ihre Zusagen zurückzögen und die sowjet­russischen Ingenieure nicht empfangen würden.

Das Parteiprogramm der A.E.P.D.

Dresden, 20. März. (WTD.) Der Partei- vorstand der Alten Sozialdemokrati­schen Partei Deutschlands veröffentlicht heute das elf Abschnitte umfassende Partei­programm der A. S. P. D. Im ersten Abschnitt, der den Dienst an Volk und Staat behandelt, heißt es u. a.: Die A. S. P. D. ist eine Partei der schaffenden Bevölkerung. Ihre Einstellung zum Staate liegt jenseits aller taktischen Zweck­mäßigkeitserwägungen. Aus dem Grundsatz der Gesinnung dient sie dein Staate und ist sie be­reit, sich dem Gebote der staatlichen Rotwendigkeiten bedingungslos zu unterwerfen. Weiter heißt es: Die A. S. P. D. ist eine sozialistische republikanische Partei. Sie tritt für wahrhafte Völkerversöhnung ein. Ihr außenpolitisches Prog a nm um­faßt folgende Punkte: Außerkraftsetzung des Ver­sailler Vertrages, Beseitigung der durch den auf- gezwungenen Schuldspruch auferlegten Lasten, Durchführung der Abrüstung aller Länder bis auf den Stand der deutschen Abrüstung, Revision der erzwungenen Landesgrenzen, Rückgabe der früheren deutschen Kolonien und Bereinigung Oesterreichs mit Deutschland.

Oie Arbeitszeitverhandlungen im Ruhrbergdau.

Essen, 20.März. (WB.) Die heute fort­gesetzten Derhandlungen über das Mehrarbeits­abkommen im Auhrbergbau verliefen ergeb­nislos. Die Gewerkschaften blieben bei Ihrem Verlangen nach einer Verkürzung der Schichtdauer unter und über Tage auf sieben bzw. acht Stunden, die unter Hinweis auf die Höchstkosten und die Absatzlage des Ruhrberg, baues vom Zechenverband a b g e l e h n t wurden Die Gegenvorschläge des Zechenverbandes wurden von den Gewerkschaften gleichfalls ab gelehnt Der Zechenverband hat den

London, 20. März. (WB.) Pas Arbeiter­mitglied Kenworthy, über dessen Stellung­nahme gegen eine weitere Beteili­gung Englands an der Rheinland­besetzung bereits kurz berichtet wurde, führte in der heutigen Hnterhaussitzung u. a. aus, irgendwo in Deutschland stehe eine kleine bri­tische Armee mit einem sehr großen Stab. Die Kosten dieses Stabes seien ganz unverhältnis­mäßig hoch. Wenn die Besahungsarmee nicht ganz zurückgezogen werden könne, so sollte sie wenigstens noch weiter verkleinert wer­den. Die Truppen verständen sich so gut mit der Bevölkerung, daß Hunderte von Heiraten zwischen englischen Soldaten und deutschen Mäd­chen stattfinden könnten. Hoffentlich würden diese Ehen glücklich sein. Aber es wäre besser, wenn diese jungen Soldaten in England mit englischen Mädchen in Berührung gebracht würden. Ken­worthy sprach die Hoffnung aus, daß der Kriegs­minister von seiner Beredsamkeit und feinem Einfluß im Kabinett Gebrauch machen werde, damit diese Armee sobald als möglich re st los zurückgezogen würde. Sie sei schon viel zu lange dort. Die ganze Besetzung bringe keinen Rutzen. Sie rufe bei denen, die jetzt auch Mitglieder des Völkerbundes sind, Groll und Verstimmung hervor. Sie sei nutzlos als Bollwerk gegen eine Invasion, nutzlos vom poli­tischen und vom allgemeinen Standpunkt aus. Das Arbeitermitglied Kelly nannte die Bei­behaltung der britischen Desatzungsstreitkräfte am Rheineine Art von bewaffnetem Frieden zwischen den beiden Rationen". Auch

Berlin, 20. März. (VDZ.) Im Reichstag beginnt die zweite Beratung des Kriegsschäden- fchlußgesetzes. Abg. Duchwih (Soz.) erklärt: Die Regierung habe es beim Kriegsschäden- schluhgeseh an der richtigen zielklaren Führung fehlen lassen. Die große Zahl der Klein- und Mittelgeschädigten werde benachteiligt zugunsten der kleinen Zahl der Grohgeschädigten. Trotz der Enttäuschung, die die Vorlage vielen Geschädigten bringt, sei es notwendig, ein Echlußgesetz zu machen. Die ungelöste Frage der Liquidations- und Gewaltschäden würde eine dauernde Beunruhigung der Wirtschaft bleiben. Der Redner verlangt eine Kürzung der Beträge für die Grohgeschädigten, damit die Barentschädigung auf 10 000 Mark erhöht werden kann. Seine Freunde könnten der Ausschußvorlage nicht zustimmen.

Abg. Dr. Schneider -Tyüring. (Dn.) betont, die Entente habe den völkerrechtswidrigen Raub des Privateigentums der Kolonial- und Aus­landdeutschen verschleiern wollen mit der Fest­stellung der Entschädigungspflicht des Reiches. Sie habe aber dem Reich nicht die Mög­lichkeit zur Erfüllung dieser Pflicht ge­geben. Das Reichsentlastungsgesetz habe den Ge­schädigten einen Rechtsanspruch auf an­gemessene Entschädigung bei wieder­hergestellter finanzieller Leistungsfähigkeit des Reiches gegeben. Das vorliegend Gesetz erfülle diesen Anspruch nicht. Die von der Regierung vorgetragenen reparationspolitischen Bedenken seien nicht von allen Ausschuhmitgliedern geteilt worden. Bei den Geschädigten werde der Ein­druck entstehen, dah in gewissen Kreisen d i e Erfüllungsbereitschaft nach auhen größer sei als den eigenen Volksgenossen gegenüber. (Sehr richtig!) Wenn trotz aller dieser Bedenken die Deutschnationalen der Vor­lage zustimmen, so seien sie dazu veranlaßt durch die Zwangslage, in die die Regierungskrise den Reichstag gebracht habe. Den Geschädigten werde nun zwar wenig, aber das We­nige schnell gegeben.

Abg. Dr. S ch e f t e r (Zentr.) führt aus, sämt­liche Parteien hätten im Ausschuß die ursprüng­liche Regierungsvorlage nicht als eine brauch-

Schlichter, der an den heutigen Verhandlun­gen teilzunehmen verhindert war, angerufen und ihn ersucht, die Echlichtungsverhandlungen am 28. und 29. März abzuhalten.

Oie elsässischen Auionomisten.

P a r i s, 20. März. (WB.) Wie demPetit Jour­nal" aus Mülhausen berichtet wird, hat der mit der Autonornistenangelegenheit beauftragte Unter­suchungsrichter gestern Abbs Haeggi als Zeuge einem vierstündigen Verhör unterworfen. Außerdem hat der Untersuchungsrichter den Abbö Z e m b s ebenfalls lange verhört. Zembs, obwohl einfacher Landpastor, soll eine Million zur Schaffung der ersten inzwischen verbotenen autonom.stischen Zei­tungDie V o l k s st i m m e" zur Verfügung ge­stellt haben. Man habe, so schließt die Meldung des Petit Journals", feftstcllen können, woher diese beträchtlichen Gelder gekommen seien.

Kleine politische Nachrichten.

In politischen Kreisen rechnet man damit, daß der hessische Landtag auf Dienstag, 27. März, einberufen werden wird. Die Tagung ist insbesondere deshalb notwendig, well am 31. März 1928 das hessische Finanzgesetz abläuft, so dah eine Verlängerung des Gesetzes vermutlich um zwei Monate erforderlich ist, bis der neue Etat eingebracht und beraten worden ist.

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Der demokratische Antrag, dasStudenten- recht in Hessen nach dem preußischen Muster zu regeln, ift in dem Fi.cmzausschuß des Hessi­schen La dtags mit den Stimmen der Demo­kraten, der Sozia de.no. rclle i und des Zentrums angenommen worden. Da nit würde in Hessen die zwangsorganisierte Selbstverwaltung auf« gehoben.

Der Preußische Landtag hat das Frankfurter Eingemeindungsgesetz mit großer Mehr- I heit en bloc angenommen.

das Arbeitermitglied Lawson krittsierte die Auf­rechterhaltung des brllischen Desatzungsheeres am Rhein.

Oer Staatssekretär für den Krieg, Worthington Evans

erwiderte, das britische Besatzungsheer sei ein T e i l einer internationalen Streitkraft, die auf Grund des Friedensvertrages dort stehe. Die Politik seiner Aufrechterhaltung dort fei eine Frage, die heute aus technischen Gründen des par­lamentarischen Verfahrens nicht erörtert wer­den könne. Die tatsächliche Zahl der Streillräste sei nicht 7255, wie Kenworthy erklärt habe, sondern 6228 einschließlich der 93 Mitglieder des Bahn- Schutzes im Saargebiet Durch Vereinbarung sei das britische Heer am Rhein während des letzten Jahres um etwa 1000 Mann vermindert worden, und die augenblickliche Stärke sei einige hundert Mann unter seiner normalen Stärke. Die Truppen Jeien in Kasernen und seien nicht sckftecht untergebracht und versorgt. Es sei äußerst bemerkenswert, wie sehr die britischen Besatzungstruppen bei denen be­liebt seien, mit denen sie am Rhein in Fühlung kommen. Zweifellos seien sie im gegenwärtigen Augenblick in der Stellung, die sie einnehmen, nicht unwillkommen. Kenworthy fragte, weÄ^alb es notwendig sei, daß ein Hotel als General­hauptguartier für dieses kleine Heer ge­braucht wird. Worthington Evans erwiderte, der Stab eines Besatzungsheeres fei keineswegs wie der Stab zu Hause. Der Stab des Rheinlandheeres habe sehr viele Obliegenheiten zu erfüllen. In An­betracht dieser Obliegenheiten fei er überzeugt, daß der Stab nicht vermindert werden könne. Ken­worthys Antrag wird mit 222 gegen 129 Stimmen abgelehnt.

bare Cndlösung betrachtet. Das Bestreben, den nun schon jahrelang wartenden Geschädigten end­lich Hilfe zu bringen, hätte die Mehrheit des Ausschusses bewogen, die erheblich verbesserte, wenn auch immer noch unbefriedigende neue Vorlage anzunehmen. Der Rechtsanspruch auf volle Entschädigung sei damit nicht erfüllt, aber auch d i e übrigen Gläubiger des Reiches hätten sich große Abstriche gefallen lassen müssen.

Abg. 2)aud) (D. V.) erklärt, die Beschlagnahme deutschen Privateigentums fei ein Kampfmittel unserer Feinde gewesen, das allen Grundsätzen des Völkerrechts und der internationalen Sicherheit widerspricht. Wenn England heute so eifrig den Bolschewismus bekämpft, so müsse daran er­innert werden, daß England als erster Staat Privateigentum in Staats­eigentumverwandelt und damit B o l s ch e - wismus getrieben hat. Damit habe England überall das Vertrauen verloren, dem es früher feine Stellung als Weltbankier verdankte. Amerika, das jetzt die Stellung als Weltbankier einnehmen will, bat aus guten Gründen das beschlagnahmte deutsche Privateigentum wieder herausgegeben. Angesichts der durch die Regierungskrise entstandenen Zwangs­lage könne den Geschädigten die notwendige schnelle Hilfe nur gebracht werden durch die Annahme des jetzt vorliegenden Ausschußentwurfs.

Abg. Dr. Heuß (Dem.) bezeichnet die Ver­handlungen über dieses Gesetz als eine Folge von Grabreden vor eingesargten Hoffnungen, Rechten und Zusagen. Das Gebimmel einer Re­solution werde wenig Trost bringen. Die Zu­spitzung der innerdeutschen Erregung dürfe uns aber nicht vergessen lassen, daß die Quelle von Rot und Hnrecht rn dem Eigentums­raub der fremden Mächte ruht. Der Redner bedauert, daß der Gedanke des bloßen Abfindungsgesehes zu eng fengeyalten wurde und erwartet, daß die Richtlinien zum Billig- keitssond noch einige Besserungen schaffen. Völlig unbefriedigend sei die Lösung der Wertpapier­frage. Auch das Problem der Ausgleichs­gläubiger müsse baldigst in Angriff genommen werden.

Weiterberatung Mittwoch.

Im Verlaufe der Untersuchung der Affäre auf dem britischen SchlachtschiffRoyal O a t" hat die Ad­miralität Konteradmiral William K e r r an Stelle des Konteradmirals Collard zum Befehlshaber des ersten Schlachtgefchwaders der Mittelmeerflotte ernannt.

Der amerikanische Senat nahm die Iohnson-Re- solution an, die eine Hinausschiebung des Inkraft­tretens der nationalen Abftammungs- Häufel des Einwanderungsgefetzes um ein weiteres Jahr Vorsicht. Durch die Annahme der Resolution bleibt das gegenwärtige Quotenverhältnis unverändert. Der Entwurf geht nunmehr dem Repräsentantenhaufe zu.

Das amerikanische Staatsdepartement ver­öffentlicht den ersten Band der Kriegsdoku- mente, der das Jahr 1914 behandelt. Weitere Bände bis 1919 werden folgen. Das Gesamt­werk ist nach dem Vorbild der deutschen und britischen Aklenpubii ationen zusanunengestellt und bringt eine fast vollständige Wiedergabe aller im Staatsdepartement vorhandenen, den Weltkrieg betreffenden Schriftstücke.

Oas hessische polizeibeamtengeseh.

Darmstadt, 20. März. Der Gesehge- bungsausschuh nahm die zweite Lesung des Polizeibeamtengesetzes vor. Die noch rückständigen Artikel 16 und 17 wurden in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen. Zu Artikel 14 wurde ein Antrag Schreiber angenommen, der die Altersgrenze für Polizeibeamte im Voll­zugsdienst auf das 60. Lebensjahr und im Ver- ; waltungsdienst aus das 65. Lebensjahr festsetzt. Bei Artikel 43 und bei Artikel 8 wurden die dazu gestellten Anträge abgelehnt und die Re­gierungsvorlage wieder hergestellt, worauf dann das ganze Gesetz angenommen wurde. Der Ausschuß trat sodann in die Generalaus­sprache der Regierungsvorlage über elek­trische Hochspannungsleitungen und Gasfernleitungen ein.

Das Kriessschädenschlußgesetz vordem Reichstag.

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LÄeUervoraussage.

Die westlichen Druckstörungen brachten heute morgen über Frankreich, im Äanalgebiet und England verbreitete Riederschläge. Auch bei uns hat bereits stärkerer Lustdruckfall eingesetzt. Die Störungen dürften aber in unserem Gebiet nur zum Auftreten von etwas Bewöllung füh­ren und nur im Süden dürste Reigung zu Riederschlägen vorhanden sein.

Wettervoraussage für Donners- t a g: Zeitweise etwas bewölkt, Temperaturen nur wenig verändert, trocken.

W i 11 e r u ngsa u ssich ten für Frei­tag: Keine wesentliche Ae.derung.

Lufttemperaturen am 20. März: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 2,1 Grad Celsius: am 21 März: morgens1,4 Grad Celsius. Maximum 8,3 Gxad Celsius, Minimum3,5 Grad Celsius. Erdtempe­raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 20. März: abends 4,5 Grad Celsius: am 21. März, morgens 1,3 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer: 8% Stunden.

Aus aller Wett.

Tie Jbsenfeier in Lslo.

Die Ibsen°100-Iahrseier fand mit der feier­lichen Begehung von Ibsens Geburtstag ihren Höhepunit. Auf dem Crlöserfriedhof, wo Ibsen beigesetzt ist, sand eine eindrucksvoile Feier statt. Hnter den zahlreichen Kränzen, die an Ibsens Grab niedergelegt wurden, befinden sich auch sehr viele, die von Vertretern des Aus­landes herrühren. Hm 12 Hhr wurde auf allen norwegischen Festungen zum Gedächtnis des Dichters ein Salut von 21 Schüssel gefeuert Auch die Schulen veranstalteten Qtebenffeiern. Die H n i De r f i t ä t hatte zu einem Festakt rn der großen Hniversitätshalle geladen, bei der u. a. der Storthingpräftdent sprach. Die Reden waren eingerahmt von musila'ischen Dar­bietungen des Philharmo nschen Orchesters und dem Vortrag aus Werken des Dichters. Die Feier schloß mit der Rationalhymne. Professor Roman W o e r ne r (Würzburg), Professor Va­se nius (Helsingsors), Sir Edmund Gosse (London), Pierre La Chesnais (Paris) wur­den zu Ehrendoktoren der Hniversität promoviert. Den Abschluß der Osloer Feierlichkeiten bildete eine Vorstellung vonR o s m e r s h o l m" im Rationaltheater, der die gesamte königliche Fa- milie beiwohnte. Später gab die Regierung ein Bankett, zu dem außer den Mitgliedern des Kabinetts und der Ministerien Vertreter des Storthings, des diplomatischen Korps, sowie aus­ländische Gäste aus Literatur-, Kunst- und Theaterwelt erschienen waren. Die ausländischen Gäste, unter denen sich auch Max Halbe be­fand, überbrachten Grüße aus ihren Ländern. Als Huldigung der Jugend für Ibsen fand ein Fackelzug statt.

Ein Kind zu lobe gemartert

Der Heilkundige Wilhelm Haase und die Arbeiterin Luise H tz i g wurden vom Schöffen­gericht Lichtenberg wegen fortgesetzter Kindes- misftandlung und Körperverletzung verurteilt, und zwar Haase zu zwei Jahren Zucht­haus unb die Htjig zu einem Jahr sechs Mo­naten Zuchthaus. Haase, ein Mann von 75 Jahren, lebte davon, Kinder polnischer Schnitter in Pflege zu nehmen. Das ist ihm aber schließlich untersagt worben. Im De­zember vorigen Jahres nahm der alte Haase trotz des Verbotes wieder zwei polnische Schnitter­kinder in Pflege, zwei Brüder im Alter von 9 und 18 Monaten, die er in unglaublicher Weise mißhandelte. Mit einem Rohrstock schlug er besonders das jüngste Kind, so daß es schließlich rechtseitig gelähmt war. Wenn die Kinder schrien, gab Haase ihnen Schnaps zu trinken. Die Kinder mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Dort starb das Jüngste an den Folgen der erlittenen Mißhandlungen. Wie man später feststellte, hatte sich auch die Hhig an der Mißhandlung der Kinder beteiligt.

Winker Wetter in Toscana.

In Toscana herrscht wieder Winterweüer. Auf den Bergen liegt Schnee. Das Thermometer zeiyt 5 Grad unter Null. Aus Triest berichten die Blätter über einen schweren Sturm, der schon feit elf Tagen wütet. Auch dort ist die Temperatur stark gesunken. In R o rn weht seit einigen Tagen kalter Wind. Aus S ü d i t a 1 i e n wird anhaltender Regen gemeldet.

Feuer im Zuchthaus Sing-Sing.

Das Innere der Matratzenfabrtk des Reuyorker Zuchthauses Sina-Sing wurde durch Feuer zerstört. Drei Zuchthäusler wurden bei der Bekämpfung des Brandes vom Rauch be­täubt. Obwohl 200 Zuchthäusler außerhalb der Zuchthausmauern arbeiteten und die Zuchthaus- tore geöffnet wurden, um die Ossininger Feuer­wehr hereinzulassen, machte keiner der Ge­fangenen einen Fluchtversuch.

Oie Weiterlage.

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