liummuslk und Rohrwasser, der Hallenschwimmbadeersatz, ein Geschenk der Stadt Mainz und viele andere Gruppen erregten schallende Heiterkeit. Prächtig anzusehen war die Gruppe des Mainzer Automobilklubs „Laßt Blumen sprechen". Ein riesiger Kater, Aschermittwoch, schloß den Huldigungs- zug. Da auch der Wettergott ein Einsehen gehabt batte, waren von fern und nah Tausende Schaulustiger herbeigeströmt.
Folgen des Karnevals.
LPD. Frankfurt a. M., 20. Febr. Als Zeichen dafür, daß man am Rosenmontag in Mainz mit Herz und Seele beim Karne- v a l war, mag dienen, daß am heutigen Rach- mittag es in gewissen Stunden unmöglich war, eine telephonische Verbindung mit Mainz zu bekommen und daß nach einer Mitteilung des Fernsprechamts Frankfurt sämtliche telephonischen Anmeldungen von Amts wegen gestrichen tourien, weil es sich als unmöglich herausgestellt hat.e, in «ine auherkarnevalrstiscle Verbindung mit dem Goldenen Mainz zu gelangen.
Oberheffen.
Landkreis Gietzen.
CO Klein Linden, 20. Febr. Am Sonntagabend trat die hiesige evangelische Jugend- Vereinigung im Saale der Kleinkinderschule mit einem Elternabend an die Oesfentlichte.t. Eine Musikkapelle von Zupf- und Streichinstrumenten spielte Märsche, Reigen und Konzertstückchen. In seiner Begrüßungsansprache erläuterte der Vorsitzende Zweck und Ziele der Vereinigung. An der Hand von Schattenbildern mit begleitenden Worten und Liedern wurde in die Arbeit der Jugendoereini- gungcn eingeführt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Ueberreichung des Abzeichens des Bundes ev. Mndchcnvereine für Hessen bzw. Deutschland, das mehr als 30 Mitgliedern verliehen wurde. Auch erfolgte die feierliche Aufnahme von fünf neuen Mitgliedern. Mehrere dreistimmige Mädchenchöre fügten sich stimmungsvoll in den Rahmen der Veranstaltung ein.
n. Großen-Linden, 20. Febr. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag seine diesjährige Abendunterhaltung ab. Die Turnhalle war gut besetzt. 'Zur Einleitung spielte die Musik den Turner- marsch von Kleiber. Hierauf folgte die Begrüßung durch den Vorsitzenden. Die turnerischen Darbietungen waren recht gut. Ein Theaterstück wurde gut gegeben, ebenso ein Reigen mit Gesang und ein humoristisches Duett. Zum Schluss« folgte der übliche Tanz.
* Watzenborn-Steinberg, 20. Febr. Am Samstagabend feierte der Gesangverein „E i n - tracht" in seinem Dereinslokale „Zum grünen Baum" in Steinberg bei vollbesetztem Saale sein diesjähriges W i n t e r oe r g n ü ge n. Im Hinblick auf das erst kürzlich veranstaltete Konzert wurde der größte Teil des Abends der Geselligkeit gewidmet. Ein flottgespieltes Theaterstück wurde von den Spielern meisterhaft bewältigt und von den zahlreichen Besuchern durch Beifall reichlich belohnt. Auch die Lachmuskeln konnten in ausgiebiger Weife befriedigt werden durch ein humoristisches Stück. Nachfolgender Tanz hielt die Anwesenden noch lange beisammen.
* L i ch , .20. Febr. Der frühere Fuhrunternehmer und Kriegsocteran von 1870/71 Friedrich Wilhelm Gondolph hat gestern in geistiger und körperlicher Frische sein 8 0. Lebensjahr vollendet.
*Älten-Duseck, 20. Febr. Der hiesige Krieger- und Schützenverein hielt am Samstagabend im vollbesetzten Saale von Rühl einen Familienabend ab. Aach der Begrüßungsansprache LeO-Lehrers Dr. Meurer sprach der Vezirksvorsteher Prof. Dr. Krae- mer /Gießen), über die Ziele und Zwecke der Kriegervereine, sowie des Hassia-Verbandes. Sieben Mitglieder, die über 50 Jahre dem Verein angehören, erhielten die übliche Hafsia-Auszcich- nung, der frühere Vorsitzende Rabenau das Ehrendiplom des Hassiaverbandes. Der Vorsitzende wünschte den Ehrenmitgliedern, daß es ihnen vergönnt sein möge, noch lange Jahre dem Verein anzugehören. Die Kapelle Rico- l a i aus Großen-Duseck bereicherte den Abend mit ihren instrumentalen Darbietungen, ferner wurden zwei Theaterstücke flott aufgeführt. Den Beschluß der Veranstaltung bildete der übliche Tanz.
Ö Lollar, 20. Febr. Die Mitglieder der Sängervereinigung Lollar hatten sich zu der Jahreshauptversammlung zusammengefunden, die durch den Gesangsvortrag des Liedes „Zieh mit" eingeleitet wurde. Der 1. Vorsitzende, Adam Ären ter, erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein 80 aktive und 180 passive Mitglieder Zählt. Der Gesangstundenbesuch war zufriedenstellend Der 1. Rechner, Karl Wagenbach, gab die Rechnung bekannt, die mit einem Kassen- bestand von rund 500 Mark sehr günstig abschließt. Die Vorstandswahl brachte eine Aeubesetzuno für mehrere Aemter, da die seitherigen Inhaber aus Gesundheitsrücksichten oder wegen Arbeitsüberlastung baten, von einer Wie- oerwahl Abstand zu nehmen. Der Vorstand seht sich nunmehr wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Georg Schnell, 2. Vorsitzender Heinrich Henkelmann, 1. Schriftführer Karl Sa« letfd) l„ 2. Schriftführer Theodor Pfaff, 1. Kassierer Ludwig Klinket, 2. Kassierer Heinrich Klinket, Beisitzer Adam Kreu ter, Heinrich Espich, Heinrich Bier au, Wilhelm Zecher, Zeugwart Johann Dietz. Der Vortrag von „Rheinglaube" und „Grüß dich Gott, du schöner Rhein" beschloß die Versammlung, nachdem der Sangesbvuder Heinrich Espich anseuernbe Worte für das weitere Blühen und Gedeihen der Sängervereinigung Lollar gesprochen hatte. Der Verein, der seit einigen Jahren unter der ausgezeichneten Leitung des Chor- meisters Richard Rohde aus Marburg .tehend, zu einem stattlichen Klangkörper an- gewachsen ist, wird am 7. und 8. Juli anläßlich des Bundesfestes des Lahntalsängerbundes in Kirchham zum ersten Male im friedlichen Wettstreit sein Können zeigen.
A MHenborf ad. Lumda, 20. Febr. Bei Der dieser Tage im Stadtwalde abgehaltenen zweiten Holzversteigerung" kosteten: Duchenknüppelholz 16 bis 20 Mk., Fichtenrundscheit 20 bis 24. Mk., Fichtenscheitholz, gespalten 16 bis 20 Mk., Fichtenknüppelholz 14 bis 17 Mk Kicfernknüppclholz 16 bis 18 Mk.. Eichenknüppelholz 13 bis 15 Mk. je 2 Raummeter. Buchenreisholz 13 bis 17 Mk., Eichenreisholz 12 bis 15 Mk., Fichtenreisholz 5 bis 6 Mk. je 5 Raummeter. Das mitversteigerte Kiefern- und Fichtenbauholz war sehr begehrt. Die Tarifpreise tour
beit fast durchweg überschritten. — SamStag abend hielt dec hiesige Turnverein 190 7 sein diesjähriges Wintervergnügen im vollbesetzten Saale des Gastwirts Ranft ab. Zu Beginn der Veranstaltung hielt der 1. Vorsitzende, Sattlermetster Faulstich, eine kurze Ansprache, in der er auf die Ziele des Turnvereins hinwies und die aktiven Turner ermahnte, die Uebungsstunden recht fleißig zu besuchen. Den musikalischen Teil des Abends hatte die Kapelle Becker aus Treis übernommen, deren Vorträge reichen Beifall fanden. Heitere Borträge, Tombolaverlosung und Tanz füllten den Rest des wohlgelungenen Abends aus.
r. Allendorf a. Lda., 20. Febr. In der Rächt zum Samstag wurden durch heftigen Sturm zwischen Londorf und Allendorf mehrere Telegraphen st angen auf das Eisenbahngleis geworfen, so daß der Frühzug nach Gietzen erst nach Beseitigung des Hindernisses die Fahrt fortsetzen konnte. Die Insassen des Zuges beteiligten sich an der Räumung, worauf der Zug nach etwa dreiviertel Stunden Verspätung weiterfuhr.
v. Londorf, 20. Febr. Die Zigarrenfabrik Rinn & Cloos kaufte den Saal und die Kegelbohy des Gastwirts Boeger, um in diesen Räumest eine Zigarrensabrik zu eröffnen. Mit dem Betrieb soll alsbald begonnen werden. — Am Samstagabend fand hier eine Besprechung bei Gastwirt Rahrgang statt, um über den Bau einer Volkshalle Vorschläge entgegenzunehmen. Man war allgemein der Ansicht, daß sich das Projekt verwirklichen läßt. Es sollen alsbald Schritte unternommen werden, um der Ausführung näherzukommen.
< Allertshausen, 20. Febr. Im Rathaussaal fand dieser Tage in gut besuchter Versammlung ein Vortrag des Landwirtschaftsamtes Grünberg über „ F e l d - Bereinigung" statt. Dr. Selzer erläuterte in mehr als zweistündigen, fe felnden Ausführungen die Vorteile einer Feldbereinigung. Eine größere Besprechung widmete er der Kosten- frage und der Aufnahme von Krediten für die Durchführung der Feldbereinigung. Bürgermeister Reinhardt, der die Versammlung leitete, dankte dem Redner für seine interessanten Ausführungen. Die Aussprache befaßte sich mit einigen Fragen, die sich auf die Durchführung der Feldbereinigung bezogen, insbesondere wurde die Kostenfrage nochmals von verschiedenen Seiten beleuchtet. Dr. Selzer gab zu diesen Fragen die erforderlichen Aufklärungen und wies den Landwirten einen Weg, wie sie die Feldbereinigung auch in der heutigen kapitalarmen Zeit zur Durchführung bringen können. Cs ist bestimmt damit zu rechnen, daß man in diesem Jahre noch mit den Dermessungsarbei- t e n beginnt.
Kreis Büdingen.
WER. Büdingen, 20. Febr. Der diesjährige B ü d i n g e r P e t r i m a r k t hat am Sonntag mit dem üblichen historischen Festzug seinen Anfang genommen. Von nah und fern waren Tausende von Schaulustigen herbeigeeilt, um den wvhlgelungenen Festzug zu bewundern, der wiederum ein Stück oberhessischer Heimat und oberhessischen Volkstums verkörperte.
Ridda, 20. Febr. Auf dem Wege nach Ober-Schmitten verunglückte ein hiesiger Fuhrmann. Er wollte, auf dem Hinterteil der Deichsel stehend, den Pferden die Decken zurecht legen, rutschte dabei aus und fiel zur Erde, so daß der schwere Mehlwagen über bei de Beine hinwegging. Die ärztliche Untersuchung muß ergeben, welche Verletzungen sich der verunglückte zugezogen.
y. G e i ß « N i d d a , 20. Febr. Hier beging die ölte st e Bewohnerin unserer Gemeinde, Katharina Margarete Lind geb. Koch, ihren 9 1. Geburtstag. Sie ist die Witwe des 1897 verstorbenen langjährigen Bürgermeisters Johannes Ludwig Lind I. und erfreut sich noch einer vorzüglichen Gesundheit und Rüstigkeit.
. Ranstadt, 20. Febr. Hier geriet das dreijährige Söhnchen des Landwirts August Knopp mit der Hand in eine Fleischhackmaschine, wobei sämtliche Finger der linken Hand schrecklich zerquetscht wurden.
# Ober-Widdersheim. 20. Febr. Dieser Tage sand die Verpachtung derhiesigen Gemeindejaad auf sechs Jahr« statt. Cs hatten sich verhältnismäßig wenig Pachtliebhaber eingefunden. Den westlich der Strecke ©ie» hen—Gelnhausen gelegenen Teil der Feldmark mit den Walddistrikten Schauerwald und Hochwald steigerte Kaufmann Borner (Friedberg) für 220 Mk., während bei der anderen Halste Landwirt Viktor Schneider von älnter-Wid- dersheim mit 200 Mk. Höchstbietender blieb.
# älnter-Widdersheim, 19. Febr. Das elektrische Ortsnetz war in den Kriegs- lahren zumeist unter Verwendung von Eisendrähten erbaut worden. In wochenlanger Arbeit ist nun ein Umbau mit Kupferleitungen und Vereinfachung der Leitungsanlagen vurch geführt worden. — Trotz der wirtschaftlichen Aot des Bauernstandes sind die Preise für Ackerland nicht rückgängig. Ein auswärtswohnender (in Gießen) Grundbesitzer erhielt für cm Grundstück von 4200 Quadratmeter 2940 Mark, für das Quadratmeter also 70 Pf. Es mun dabei allerdings in Betracht gezogen werden daß es sich um gutes Ackerland handelt, das nahe an einem besestigten Feldweg liegt
> älnter-Schmitten, 20. Febr. Da bei der hiesigen Wasserleitung sich im vergangenen Herbst Wassermangel zeigte, be- cwfichtigt die Gemeinde, eine w e i t e r e Q u e l l e 8 u f a f s e n und dem Bassin zuzuführen. Da die zu erfassende Quelle auf staatlichem Gelände sicy befindet, sollen baldige Verhandlungen ein- geleitet werden. — Infolge der günstigen Witterung hat die Bausaison bereits auf dem Lande begonnen, und die hier zahlreich vertretenen Maurer haben ihre Tätigkeit ausgenommen. Auch die beiden Zimmermannsbetriebe, die einzigen in einem weiten Ufa- kreis, sind bereits gut beschäftigt.
Kreis Schotten.
ch Gedern, 20. Febr. Zwecks besserer Erforschung der Heim atgesch ich te hat man aus dem Bezirke des Lehrervereins einen Ausschuß gewählt, dem Lehrer Ries von- Sichenhausen, Lehrer Sauer von Ober-Lais Lehrer L a u n in Gedern, Lehrer Westrupp in Ober-Seemen und Lehrer Colmar in Kaul- stoß angeboren. Die Vorarbeiten sind bereits so weit vorgeschritten, daß bis zum 1. April dieses Jahres die Flurnamen endgültig gesammelt sein werden. Man wird dann im Laufe des Sommers die Forschungen fort« fetyen, so daß eS möglich wird, auf Grund
Schach-(§cke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Echach- redaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 149.
a
b
h
D
4
3
Don I. Äotre.
Schwarz, c d e
a b c d e t g h
Weiß.
Weitz zieht und setzt in drei Zügen matt.
Weih: 8 Steine. Kdl; Df6; Lai, fl; Sg3; Bb3, c5, d6.
Schwarz: 8 Steine. Ka3; Lei; Ba2 a4, b4, d2, d7, f3.
Partie Nr. 96.
Nachstehende kurze, aber inhaltreiche Partie wurde in der zweiten Runde des Berliner Iubi- läumstumiers gespielt.
Spanische Partie. Weitz: L. Steiner, Budapest. Schwarz: Helling, Berlin.
1. e2-e4
2. Sgl -f3
3. Lf I — b5
4. Lb5-a4 5. 0-0
6. Tfl-el
7. La4-b3
1. e7-e5
2. Sb8-c6
3. a7 —a6
4. Sg8-f6
5. Lf8-e7
6. b7-b5
7. 0-0
Auch 7. .... d6 ist gut spielbar.
8. c2-c3
Dieser nicht empfehlenswerte Zug in dieser Variante bringt vorläufig den weißen Damcn- sprineer außer Gefecht. Durch das nachfolgende von Marshall herrührende Bauernopfer erlangt Schwarz einen gefährlichen Angriff, der sehr schwer abzuschlagen sein dürste. Bekannte, zu gutem Spiele führende Fortsetzungen sind hier 8. a4 oder 8. d4 oder auch 8. Sc3 nebst Se2 usw.
8..... 8 d7-d5
Die Korrektheit dieses Opfers ist noch nicht
erklärt.
9. e4Xd6
10 Sf3xe5
11. TelxeS
12. d2-d4
13. Te5-el
14. h2-h3
9. Sf6xd5
10 Sc6xe5
11. Sd7-f6
12. L-7-d6
13. Sf6-g4
Die Fortsetzung 14. g3 hätte 14..... Sxh2
15. Kxh2, Dh4-b 16. Kgl, Lxg3! zur Folge.
14..... 14. Dd8-h4
15. Ddl-f3?
Wie der junge Berliner nachweist, ist dies ein grober Fehler; zum Ausgleich dürste dagegen 15. Le3! führen, denn hierauf hätte der Rach- ziehende nichts anderes als 15. '..., Sxe3, weil sonst Sd2 mit gutem verte.digungs.ähigen Spiele folgt; also 15. ...» SXe5 16. Txe3, Df4 17. Ld5!
und der Weihe dürste eine ausreichende Verteidigung haben.
15..... 15. Sg4xf2!
Dies führt zur Entscheidung.
16 Dt3-f2 16. Ld6-h2 +
©r>fort 16..... Lg3? wäre ein Fehler, wegen
der Antwort 17. Dxf7 + nebst 18. Te8 matt. 17. Kgl -11 aber jetzt ist 17.....17 Lh2-g3!
ausgezeichnet, denn die Folge wäre- 18. Df2xf7-t-? wonach 18.....18 Tf8xt7+ sofort entschied.
Falls der Weihe 18. De2 gespielt hätte, so würde Schwarz durch 18 . .. ., Lxh3 19 gxh3, Tae8! 20. Dxe8, Dxh3+ den Sieg rasch erzwungen haben.
Lösung des Problems Rr. 146.
Don W. v. Hvlzhausen.
1. Sg4-h2!. Kh3xh2
1....., Kh3-g3 (U4)
1..... Tf4-f8
1......Tf4 - a’4
1...... Tf4 — f7
1......Tf4-h4
2. bhö —f5 matt.
2. Sh6-f5 matt.
2. Sh6-f5 matt
2, Sh6-g8 matt.
2. Sh6-g4 matt.
2. Shöxf / matt.
2. Dh8-c3 matt.
Richtige Lösungen: Zum Problem Rr. 146: H. Kappes, Langsdorf; zu Rr. 145 und 146 E. Röhrich (Schüler), Gießen.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redaktionstisch.
Unfreiwilliger Humor in der Schule.
Die „Tägl. Rundschau" veröffentlicht folgende heitere Blutenlese aus deutschen Aufsätzen.
„Die deutschen Ka.ser hatten immer einen Drang nach dem Papste."
„So wird Europa immer die große Rolle spielen, 'selbst wenn sich die anderen Erdteile von Jahr zu Jahr vermehren."
„Das zweite Metall, das zum Lebensunterhalt gehört, ist das Salz."
„Die Taucher sind von Geburt an Malaien."
„Die Gesandten drückten durch Mienen ihre
Bedürfnisse aus." ■
„Der Pfarrer Rösselmann hatte einen ungefleckten Charakter."
„Da das Alpenvorland sehr bewässert ist, so ist auch die Bevölkerung dementsprechend."
„Cäsars Rede bewirkte im Heere einen allgemeinen Stimmwechsel."
„Don den heidnischen Volksliedern der Germanen sind nur wenige Reste erhalten, z. B. die Bibelübersetzung des ällsilas."
„Wodans Raben haben auf dem Kysfhäuser deutliche Spuren zurückgrlasfen."
„Friedrich Wilhelm I. war in Preußen der Begründer der königlichen Absolut.on."
„Als einst Graf Eberhard aus dem Wildbad entfliehen wollte, Lichtete er die „Schwäbische Kunde", in welcher er die Treue seines Volkes pries."
Einen Aufsatz über Uhlands „Schwäbische Kunde" beginnt ein Schüler: „Vor vielen Jahren zog ein schwäbischer Kunde ins Heilige Land."
„Schon früh gab sich Hölty der Poesie hin und starb deshalb im 28. Lebensjahre an der Schwindsucht."
„Die Geschäfte der Städter werden größtenteils im geschloffenen Zimmer gemacht, während die des Landmannes im Freien stattfinden. Letzteres ist der Gesundheit zuträglicher."
„In meiner Heimat ist sicherlich mein Vaterhaus für mich die bedeutendste und anzüglichste Stelle."
„Rose Blank (in Heyses „Colberg") steht am Fenster und betrachtet die äleberschwemmungen, die ihr Onkel Rettelbeck mit seinem Schweiße angerichtet hat."
genauer historischer Unterlagen für jede Gemeinde das Glenzfche Heimatbuch auszufüllen.
_L Ober-Lais, 20. Febr. Der Gesangverein „Liederfreund" hielt sein diesjähriges Wintervergnügen im Saal des Gastwirts Heinrich Theiß ab. Die Veranstaltung nahm unter der Leitung des Präsidenten Lehrer S t r ö f f i n g c r einen schönen Verlauf. Liedervorträge des Vereins, Einzelgesänge sowie zwei recht gut gespielte Theaterstücke brachten den sehr zahlreichen Besuchern des Abends — auch aus den Rachbarorten waren viele Freunde des Vereins erschienen, so daß der Saal überfüllt war — einen fröhlichen Abend. — Runmehr sind alle Arbeiten an der neuhergerichteten uralten Iohanniterkirche beendet, so daß die Rechnung gestellt werden kann. Die Gesamtausgaben für die Renovierung belaufen sich auf 16 000 Mark. Die Herstellung ist außen und innen so gründlich erfolgt, daß das Gotteshaus nun auf Jahrzehnte hinaus den Stürmen der Zeit widerstehen wird. Mögen sich andere Gemeinden an dem Opfersinn unseres Kirchspiels ein Vorbild nehmen. — Der Autoomnibus des Zweckverbandes Ridda-Ulfa holte heute die Bürgermeister und Angehörigen der G e m e inbebertretungen aus den an der Einrichtung einer Kraftwagenlinie Ridda— Hirzenhain intereffferten Gemeinden zu einer Sitzung nach Ridda. Es wurde beschlossen, ab Mittwoch, 22. Februar, die Strecke probeweise zu befahren. Von den Ergebnissen des auf drei Wochen berechneten Probebetriebes soll die endgültige Gestaltung der Fahrpreise und des Fahrplans abhängen. Der Fahrplan scheint sich dadurch etwas zu komplizieren, daß außer den bisher in Aussicht genommenen Gemeinden Wallernhausen, Fauerbach, Ober-Lais, Glashütten und Hirzenhain auch noch die Gemeinden Schwickartshausen und Steinberg um Anschluß an die neue Linie nachgesucht haben. Durch diese Erweiterung der Fahrstrecke dürfte nach Beschaffung eines neuenWagens eine Aufteilung der Strecke notwendig werden. Auf alle Fälle wird für Ober-Lais eine Abend- Verbindung von den Spätzügen der Eisenbahnlinien von besonderer Wichtigkeit sein. Es ist zu hoffen, daß das neue Verkehrsmittel während der Zeit des Probebetriebes recht rege benutzt wird, damit die Einrichtung für die Dauer ichergestellt ist.
Kreis Alsfeld.
(!) Kestrich, 20. Febr. Dieser Tage fand die zweite Holzversteigerung aus dem Freiherrlich von Schencksclen Forstrevier statt. Zieht man zwischen den jetzt erzielten Preisen und denen bei der letzten Versteigerung eino.i Vergleich. so muß gesagt werden, daß die Preise be
deutend in die Höhe gegangen sind. Buchenknüppel 1. Klasse gal'.en im Durchschnitt 33 bis 34 Mk., während sie Lei der letzten Versteigerung im allgemeinen 29 bis 31 Mt. kosteten. Buchen- scheiter 1. Klasse tarnen auf 44 bis 45 Mk. Außer (Steigerern von hier waren solche noch erschienen von Stumpertenrod und Groß-Felda.
Kreis Lauterbach.
la. Lauterbach, 19. Febr. Rahe am Bahnhof von Fulda her, am Westhang des Veits- oerges, hat sich in der vergangenen Rächt am Bahnkörper ein bedeutender Dammrutsch ereignet. Hier macht die Bahn durch den Fuß des Veitsberges einen Einschnitt. Rach Osten zu ist der hohe Basaltfelsen mit seinen Schutthalten gelegen, nach Westen hin ist die Böschung von. geringer Höhe und fällt sofort zur Lauter ab. Seit mehreren Wochen wurden von der Bahnverwaltung Veränderungen des Bahnkörpers festgestellt, und täglich mußten Bahnposten vor dem ersten Morgenzug die Stelle begehen. In der letzten Rächt hat sich nun, wohl als Folge der bedeutenden Riederschläge, der . Bahnkörper mit der westlichen Böschung etwa 65 Zentimeter seitlich ve schoben und das Schienengeleise 20 Zentimeter gesenkt. Der Wachsamkeit toer Bahnleitung ist es zu danken, daß heute ein großes Verkehrsunglück verhindert wurde. Von dem östlichen hohen Hang des Veitsberges drohen jetzt die Schutthalten abzubröckeln und auf das Bahngeleise niederzustürzen. Der Zugverkehr konnte heute noch ohne älmfteigcn aufrecht erhalten werden, doch erlitten die Züge erhebliche Verspätungen. Cs wurden sofort alle erreichbaren Arbeiter herangezogen, und so konnte die Unterbrechung des Verkehrs vermieden werden. Mit dem Bahnkörper hat sich auch die Telegraphenleitung verschoben, so daß Draht und Masten zu brechen drohen. Etwa 20 Telegraphenarbeiter weilen an Ort und Stelle, um weiteren Storungen vorzubeugen. 3m ganzen sind heute gegen 100 Arbeiter an der Gefahrstelle tätig. Die Ursache der Rutschungen dürfte darin zu s uchen sein, daß der Untergrund aus Lette besteht.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
R o d h e i m a. d. Bieber, 20. Febr. ~ e letzten Monate brachten uns eine rege Vereinstätigkeit. Leider wird ater das Streben unserer Vereine durch das Fehlen eines geeigneten Saales mit Bühneneinrichtung stark behindert. Es darf angenommen werden, daß bei dem Vorhandensein eines großen öffentlichen Raumes öfters eine gemeinsame Betätigung aller Ortsvereine moglid; wäre. Cs muß in diesem Zusammenhänge hervorgehoben werden, daß unsere Ortsvereine bestrebt sind, ihre Kräfte in


