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die Sehnsucht nicht mit Verzicht aus drohende Verwirklichung genießt, wie alle echten Roman­tiker, sondern als die beschwingte Vorwegnahme einer gewissen Weltzukunft heute schon verbürgt und befiehlt.

In vier Gruppen gliedert sich das Werk. Die erste feiert in hymnischen Oden deutsche Heroen, in deren Geist der deutsche Segen offenbar ge­worden durch ihr Werk oder ihr Wesen, oder das deutsche Verhängnis durch ihre Rot oder ihren Verderb: Goethe und Hölderlin. In den­selben Bereich gehört der dunkle Gesang auf die Kinder des Meeres, Verkörperungen der eie- menlarischen Helle. Weite und Regsamkeit, wo­mit der Dichter die Trübe und Schwere seines Volkes lösen möchte. Zu den großen Menschen und der schönen Ratur, menschlicher und irdischer, kommen die ungeheuren Ereignisse, Weltkrieg und Umsturz. . . auch sie nicht als aktuelle Zeitgeschichte ergriffen, sondern als Zeugnis des ewigen Wandels, nicht von den Parteten und Völkern auS. sondern von den Lebenskräften, deren Sinnbilder oder Wirkstoffe die Zeit bietet. Doch sind die Gedichte dieser ersten Gruppe von denen der nächsten unterschieden durch den Be­zug auf Geschichte oder Gegenwart durch Blicke von Gestern und Heute auf das Immer und Ewig.

Die nächste Gruppe: .Winke",Gebete", .Burg Falkenstein",Geheimes Deutschland",Der Gehängte", .Der Mentch und der Drud",Ge­spräch des Herrn mit dem römischen Haupt­mann",Ter Brand des Tempels" sind hymnische oder dramatische Beschwörungen der ewigen Ge­walten selbst mit nahem oder fernem Blick auf daS dringliche Heute. Sie find nicht gerichtet an noch wandelbare Helfer und Opfer, sondern sie winken den steten Lenkern, Heilanden, Dämonen. Mächten oder Gesehen der georgischen Welt, heidnischen christlichen, geheimen und offenbaren, bald deutlich verkörperten, bald unterirdifch re­gen, bald naturifchen, bald ereigneten.

Die dritte Gruppe, .Spruche an die Lebenden" undSprüche an die Toten", erweitert die Winke Georges an die Seinen aus den .Tafeln" de- Siebenten Ringes". Ihre einmaligen Qlrten und Lagen, Gefahren, Röte, Gaben, tote sie ihm der l

Oberhessen.

V Mainzlar, 19. Dez. In unserem Orte tout> Dkl.ad) beklagt, daß unsere Kirche noch immer ohne Heizung ist. Unter diesem Rachteil hat bedauerlicherweise auch der Kir­chenbesuch im Winter zu l.iben. Da beim Dau der Kirche ein Kamin nicht vorgesehen wurde, käme jetzt wohl nur der Einbau einer elektrischen Heizanlage in Betracht. Sehr begrüßt würde es von unserer Bürgerschaft auch werden, wenn die Gemeindevertretung dafür sorgen würde, daß die feit dem Kriege still stehende Turm­uhr nun wieder in Gang käme. Seil diese Uhr nicht mehr schlägt, fehlt vielen Bewohnern unse­res Ortes ein Stück heimatlicher Dorfgeschichte.

t Treis a. d. Lda., 19. Dez. Der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes hielt im Saale des Mitgliedes L e m p einen Fa­milienabend ab. Rach einem Eröffnungschor des hiesigen Ki chengesangvereins hielt Pfarrer Wohl lButzbach) einen Vortrag über die Ge» benskraft W Evangeliums. Im Anschluß an einen weiteren Ehor des Kirchenchores zeigte Pfarrer D ö ch n e r, hier, Lichtbilder von. der Wartburg, die allgemein erfreuten. Rach einem kurzen Dankeswort des Vorsitzenden W. Ginne« struth und noch einigen verstandnisvrll vorge» tragen en Liedern des KirchengesangveremZ konnte der sehr schön verlaufene Abend geschlossen werden.

& Alten-Duseck, 19. Dez. Der hiesige Frauenchor, der unter der Leitung seines Dirigenten KonradRicolai (Grohen-Buseck) schon" oftmals zur Verschönerung des Gottes­dienstes beigetraien hat, veranstaltete am Sonn­tag seinen diesjährigen Familienabend. Die Mitglieder, sowie eine große Anzahl Gäste füllten den Rühlschen Saal bis auf den letzten Platz. Rach Eröffnung und Begrüßung durch Pfarrer Hartmann wickelte sich ein reichhaltiges Pro­gramm ab. Theaterstücke, Musikchöre, Vorträge und gemeinsame Lieder wechselten in schöner Reihenfolge miteinander. Um das gute Gelingen des Aberä>s hatte sich besonders Frau Pfarrer Hartmann, die das Einüben der Theaterstücke übernommen hatte, verdient gemacht. Mit Dan- kesworten des Pfarrers Hartmann an sämtliche Milwirkende sand die wohlgelungene Feier ihren Abschluß. Es würde von vielen, die wegen Platz­mangels der Veranstaltung nicht beiwohnen konn­ten begrüßt werden, wenn im Laufe der nächsten Zeit eine Wiederholung der Aufführung statt- finden würde.

: Beuern, 19. Dez. Am Sonntagabend hielt der hiesige Volksbildungsverein seinen ersten Vortragsabend in diesem Winter ab. Dr. Balser, Daubringen, sprach über das ThemaDie Entstehung von Rorddeutschland, Eiszeit, sowie eine Reise nach Helgoland". Der Redner legte in fern durchdachtem Vortrag den aufmerksam lauschenden Zuhörern seine Theor.en in gut verständlicher Weise dar. Zahlreiche Licht­bilder zeigten den Werdegang der Entstehung der norddeutschen Liesebene, die Ueberflutungen mit ihren Ablagerungen, die Spuren der Eiszeit und die Folgen der Gletscherwanderung. Eine Dildserie einer Reise nach Helgoland, vom Redner selbst erlebt und auf genommen, bildete den Schluß Lieser interessanten wie lehrreichen Veranstaltung. Lebhafter Beifall belohnte den Redner für seine Darbietungen. Der erste Vorsitzende, Referendar Hermann, sprach dem Redner den Dank der Versammlung aus. Di« Holzhaue rarbev- t n in den hiesigen Gemeindewaldungen haben ihren Anfang genommen. Drei Rotten zu je zehn Mann find' mit dieser Arbeit beschäftigt.

* Hungen, 19. Dez. Am 1. Januar 1929 werden 40 Jahre verflossen sein, daß Fi au Emilie Rickel, hierfelbst, ihr Amt als Get- chenbesorgerin ausübt. Die Jubilarin steht jetzt im 66. Gebcnsjahre.

I Langd, 18. Dez. In der »origen Woche hielt Millionär Walther, Beuern, hier eine Evangelisationswoche ab. Gr hat in diesen Tagen eine ganze Reihe ernster Themen, unmittelbar aus dnn Geben gegriffen, behandelt und jedesmal vor vollbesetz er Kirche gesprochen.

LJ Rodheim a. d. Horloff, 19. Dez. Vor einigen Tagen haben die Holzhauerarbei­ten in unserem Gern ein bewald ihren Anfang genommen. In den zwei Arbeiterrotten finden

i viele Leute lohnenden W in terverd lenst.

s. Utphe, 19. Dez. Im Auftrage der Land- wirtschaftskammer hielt Dr. Wagner in der Rühlsckea Wirtschaft hier einen Vortragüber

Erziehungs- und Ehe-Beratung an der Volkshochschule.

Von Dr. Johannes Neumann, Gießen.

Die Gemeindeschwester geh! durch das Dorf und kommt zu einer Fcau, die aufgeregt in handgreif­licher Auseinandersetzung dem schreienden Kind ist. Die Schwester sodert sie aus, am Abend in den Dor. rag überSchwerecziihöare Kinder" zu kommen, um zu hören, wie man mit solchen Kindern zurechckommt. Die Antwort:Ich weiß allem, wie ich mein Kind erziehen soll."

Ist es wirklich eine Privatangelegenheit, welche Auffassung man in Erziehengsfragen hat? Dos meint mancher Erzieher, bis et mit feinen Me­thoden bankerott macht. Der Heilpädagoge be­kommt von El ern, die ih.e Kinder zur Behand­lung oder in die Ecziehnngsberatungsstelle brin­gen, immer dasselbe Klagelied zu hören:Ich habe es km Guten versuch'., ich habe es geschlagen, es nützt alles nich!s."

Riem.nnd wird bei der Anlage einer elektrischen Lich lei ung, oder bei der Montage eines Motors nach eigenem Gu.dünken schal en zu dürfen mei­nen; aber in der Menschenbehandlrmg glaubt jeder nach zufälliger Anschauung vorge^n zu können. Sehr oft scheint Strenge zu beten; man macht das Kind dem Willen des Erziehers unter­tan undbrich " denbösen Willen" des Kindes. Laßt sich das Kind einschüchtern und folgt, dann wiegt derErzieher" sich in der Illusioner­zogen" zu haben, während er nichts wei er er­reicht hat, als daß er das Kind zum Verzicht einer Ginzelhandlung gebracht hat aus Angst vor Schmerz. Wir können aber erst erziehen, wenn wir den fehlerhaften Cinzelausdruck des Kindes als eine Charakterstörung ansehen. Was ist mit dem Charakter des Kindes geschehen?

Es hat erneut die Erfahrung von der willkür- lichen Gewalt des Erziehers gemacht und wird künftig, wenn sein Mut zu sich selbst durch die Wacht des Erziehers noch nicht ganz zer- brochrn wurde, nach listigen Auswegen suchen, seinen Willen Durchzusetzen, ohne in Konflikt mit dem Erzieher zu geraten. Heimlich.uerei, Ausredm, Lügen,Faulheit", Verwahrlosung sind die Folgen solcher Erziehung.

Run weift mancher strenge Erzieher mit Recht darauf hin, daß auch der entgegengesetzte Weg, dem Kind allen Willen zu lassen, zu keinem posi­tiven Crziehungsergebnis führt. Kinder, die Immer ihren Wi len durchsetzen können, werden allmählich zum Tyrannen- brr Eltern.

Ja, wie sollen wir denn erziehen? Rach den Gesehen, nach denen das Seelen'eben abläuft, wie wir ja nicht anders eine Waschin.' montieren, als nach der Kenntnis des MaschinenbauesI Menschenkunde" ist heute eine Wissenschaft, die die neuere Psychiatrie und Psychologie erarbeitet hat. Am Rervösen fand man, daß (bestimmte Erkrankungen ausgenommen) Nervosität nich s ist als Ausdruck eines gestörten Seelenlebens, Folge von Störungen im Charakter aufbau In der K nd- heit: d. h. es gibt keinen nervösen Erwach.enen,

dessen Kindheit nicht bereits Schwierigkeiten zeigte, ilnb umgekehrt: Kinder, dir von den Eltern eine unrichtige Behandlung erfahren, erhalten die Anwartschaft aus spätere Nervosität. 'Ski er ste tte die Forschung fest, daß Rervosität, Schwer­er ichbar elt, Dk.rwahrlLs .ng K im nalität, ® ft» sucht (Alkoho ismus u. aJ, sexuelle Perversionen nur verschiedene Formen d.Tselben see.ischen Er­krankung sind: d. IX lie sind Ausdruck von Cha­rakterstörungen, zu denen die Wurzel in der Kind­heit gelegt wurde, mögen sie auch lange Zeit latent geblieben fein.

An den Erkrankungen des Seelenlebens fand man fee i che Gcsehmäßigkei en. Man konnte fest­stellen, daß solche 'eelische He nmungen bei Kn- dem und Erwachsenen aus bestimmten Erzie- bungssehlcrn resultierten. Folg ich konnte man sagen: Schlagen oder Verwöhnung (um nur zwei Er .iehungsfehler zu nennen) darf nicht fein, sonst wird das Kind sch'wererz^bbar ober nervös. UnD wenn eine Mutter ein Kind hat, mit dem sie nicht mehr fertig wird, kann man ihr zeigen, welche Er irhungsfehler sie gemacht hat und wie sie sich künftig verhalten muh, um mit dem Kind zurechtzukommen.

So wird die Behandlung schteererziehbarer und nervöser Kinder zur Beratung der Mutter. Da wird dann sichtbar, daß die Mutter das Kind nicht ohne Schwierigkeiten erziehen kann, weil sie selbst in seelischen Konflikten steckt, die in ihrer Kindheit entstanden find. Und weil sie innere e hat, bereiset ihr auch baZ Eheleben Sorgen. Da bestehen Spannungen zwischen den Ehegatten um Crziehungsfragen, Politik, Welt­anschauung; oder Der Mann ist heftig, er trinkt, spielt, oder die Frau ist launisch, oder man ver­steht sich nicht mehr und macht sich gegenseitig das Geben schwer. Auch solche Störungen zwi­schen Ehegatten oder Brautleuten zeigen Cha­rakterschwierigkeiten, die äu beheben sind.

Run hat aber nicht jeder die Mittel, um sich für sein Kind oder sich eine private Beratung leisten zu können. Deshalb hat die Volks­hochschule sich in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Wollte die alte Volksbildung Wissen verbreiten, so ist das vornehmste Ziel der neuen Einstellung, Menschen zu bilden, ihnen durch Kurse und Arbeitsgemeinschaften innere Güter zu vermitteln zum Aufbau ihres Inneren Men­schen. So wird gerade die Charakterbildung zu einem integrierenden Bestandteil der neuen Volksbildungsarbeit. Durch Kurse allein kann dieses Ziel nicht erreicht werden, es muß hier auch praktische Arbeit am einzelnen geleistet werden.

Deshalb haben wir feit einem Jahr eine Er - ziebungsberatungsstelle an der Volks­hochschule, deren Besuch jedem zugänglich ist. Vom Januar nächsten Jahres ab wird dort auch eine Eheberatungsstelle eröffnet werden.

Schweinezucht, der sehr gut besuch! war. Der Redner verbreitete sich über die Schweine­rassen und die Fütterung. Bei der Behandlung dec Aufzucht wies er darauf hin, daß viele Züchter einen Fehler begehen, indem sie zu junge Tieve schon zur Zucht benutzen, anstatt sie l/g brs 2 Jahre alt werden zu taffen. Auch die Pausen zwischen den einzelnen Würfen sollten größer fein. Heber Die Ferkelaufzucht schloß sich eine kurze Aussprache an.

Kreis Friedberg.

WEN. Friedberg, 19. Dez. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 356 Ferkel aufgetrieben. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alte 20 bis 25 Mark, acht bis zwölf Wochen alte 25 bis 30 Mark. Der Markt wurde geräumt

L Melbach, 19. Dez. Dieser Tage veranstal-> tete der Kriegerverein einen Licht bil- Deroortrag überDie Schlacht vor Verdun 1916, zu dem Oberstleutnant a. S). von Hagen in klarer und gemeinverständlicher Form die Er­läuterungen gab. Gr machte die Zuhörer mit den Gründen, die zu der Schlacht geführt haben, ver­traut, schilderte die einzelnen Phasen der Schlacht, die Einnahme und die heldenhafte Verteidigung

Umgang vor Augen brachte, oder furchtbare Ge­schicke, womit der Krieg eintritt in seinen näch­sten Kreis, faßt George hier in gedrungene Sähe, abermals die schmerzliche Stunde heilend oder sühnend mit Dem Wilsen um iht Gesetz oder mit dem amor fati. Der aus jeder neuen Drohung der Liebe oder des Todes den ihm notwendigen Sinn ruft, das heißt schafft wie Die Orakel Der Alten weniger weissagten was kommen sollte, als durch Aussage beschworen, was da war.

Das Werk schwingt aus Im Lied. Die letzte Gruppe, die man mythische Volkslieder oder Bal­laden nennen könnte, kehrt aus dem eifervollen Drang, Ruf und Dann, aus her Sammlung des Gottesdienstes an Volk und Gemeinde wieder heim und hinaus in das schwebende Element sei­nes SehnenS und Sagens, in die gnädige Musik deS reinen Wortes, das zugleich die Regung seiner Ratur trägt und den Sinn seines Geistes. Alle Werke Georges huldigen mit ganz ge­löstem, leichtem, freiem Sang, am Kampfesende Der unbeschwerten Gnade, wodurch er siegt über jeden Druck der schweren Welt. Im leichten Lied, der Stimmwerdung Der vormenschlichen Schöpfung, der Sinnwerdung des r i len Da-Scins im durchdrungenen Menschen, feiert George je­desmal den Abschied und den Urlaub aus dem Zwang seiner Gesichte. So schließt derTep­pich des Lebens" das Ringen mit dem Engel und der Gang durch das Schicksal, mit den Liedern von Traum und Tod" ... so warnt er imZeitgedicht" desSiebenten Ringes" die allzuernsten Greise davor, In feinen Flüchen fein ganzes Wesen zu sehen:

Und der heut eifernde posaune bläst

Und flüssig feuer sch'eudert weih daß morgen Leicht alle schönheit. traft und grobe steigt Aus eines tnaben fttllem flbtenlleh.

So schließt sogar das strengste und härteste feiner Werke,Der Stern des Bundes" mit dem heiligen Loblied:

Von aller färbe, fang und tanz umschlungen Von aller furcht und blute duft umDnxngen.

Und der Anruf an Gott beim Ausgang der Feh­den und Fahrten Ist bei diesem Richter feiner Zeit niemals das schwere Wort, sondern der

der Forts Douaumont. Zum Schlüsse gedachte er in dankenden und ehrenden Worten derer, die ihr Herzblut fürs Vaterland gegeben. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine Ausfüh­rungen

WSR. Langenhain, 18. Dez. Vorgestern nachmittag landete hier unterhalb des OrteS im Vogeltal der LuftballonD r o r y" vom Frankfurter Verein für Luft­fahrt. Der mit vier Personen besetzte Ballon war vormittags nach 11 Uhr am Frankfurter Festhall.ngelände ausgestiegen. Ballonhülle und Kdrb wurden verpackt und zur Weiterbesorderung nach Dad-Rauheim verbracht.

Kreis Büdingen.

!l Büdingen, 19. Dez. Der Gefell- schaftsverein hielt am Samstagabend seiic Weihnachtsfeier ab. Tir Veranstaltung nahm einen sehr schöner, Verlauf. Im Mittel­punkt der F:ier stand ein reizendes Kinderstück Aschenbrödels Weihnachten", das unter Geltung von Lehrer Petrie einen vollen Erfolg hatte. Die Kapelle K n a f bereicherte Den Abend mit guten Musikdarbietungen. Der Dereinsvv.sitzende, Rechnungsrat Glanz, gab mit einer Ansprache der Frier noch eine besondere Rote.

schwebende Ton. Rur wer ganz bis zum Grund beladen war, findet Die selige Freiheit und ihre Musik: auch Georges grausamer Ernst reift ihn nur zur lieblichen Freude.

Lustige Geschichten von Kainz.

Einige unbekannte Geschich en von Kainz, die uns Die ganze Geniattäc dieses großen Schau­spielers In Hellem Lichte zeigen, erzählt Dr. Gu­stav Manz in den Th ä ece.innerungen, die et inW eftermanns Monatsheften" ver- öffen.licht. Auf der Generalprobe zu W i l - b randtsArria und Messalina" ha te Kainz o hinreißend gespielt, daß am Schluß einer großen Szene alles, was auf der Bühne um hn Herumstand, in stürmischen Beifall ausbrach Kainz aber, offenbar von dem Wunsch erfüllt, den künstlerischen Erregungszustand möglichst rasch abebben zu lassen, riß einem der Llmstehenktzn eine Zipfelmütze aus der Hand und lief nun als Hanswurst im Kreise umher, hielt die Mütze hin und bettelte in seinem österreichischen Dia­lekt:Geh'S Kinder, schentt's mir wo-! 3 hob' so schön g spülll 'An Derar.igen burlesken Ein­fällen war fein sprudelndes Temperament reich" berichtet M..ntz wei.er.Einmal hatten er und Max Pohl Die große moralische S and.ede deS Königs Heinrich IV. an seinen Sohn und dessen stolze An.wort darauf womöglich noch hinreißen­der durchgesührt als an andern Abende.r Durch Den eben geschlossenen Vorhang klang das Rau­schen eines pausenlosen, immer sich steigernden Beifalls. Was aber geschah? Eben hatte sich die dem Tode nnhe bri.ische Majestät langsam vom Sessel erhoben, um nach hinten die Bühne zu verlassen, als ihr schon der ungera cne Sohn rittlings auf den Schultern saß, um sich hinaus- tragen zu lassen! Ich werde niemals die er­heiternde Wirkung vergessen, die sich aus dem Gegensatz ergab zwischen der ernsthaften Gemes­senheit Pohls und Der knabenhaften Ausgelassen- httt von Kainz . . . Ein andermal soll e Kainz als Prinz Heinz in Shakespea esH.inrich IV. unter dem Baldachin zum Krönungszug aus der Kulisse treten, als der auf der Dühre stehende Georg Engels, der den Friedensrichter Schaal

hr. Echzell, 19. Dez. Einen großen ßrfoTg errangen Die Mttgtteder des hiesigen Ge­flügelzuchtvereins auf der 3. Bezirks- geflügelausstellung der vereinigten Ee- slügelluchtversine der W-tterau in WeckeSheim. Don 44 Ehrenpreisen gingen 23 in den Besitz der Mitglieder des hiesigen Vereins über, während sich der Rest auf die Züchter der anderen Ver­eine verteilte. 11. a. kam ein vom Bunde Deutscher Geflügelzüchter gestifteter Ehrenpreis in Den Be­sitz eines hiesigen Vereinsmitgiiedes. deS be­kannten Züchters Ludwig Wogk. Weiter er- hietten Ehrenpreise Die Mitgl.eder Philipp O st - heim, Etisabeth R e ich, Iohs. Treusch, Heinr. Mogk3., Wilhelm Rau. Wilhelm Reih2., Wilhelm M ö b s, Wilhelm Groß, ' Wilhelm Schughard (Gettenau), Bürgermstr. S p e n g - le r (Grund-Schwalheim), Philipp Schäfer (Dingenheim), Heinrich Christ, Adolf Roos. Willy Mogk.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 19. Dez. Ein Einbruchs-' Diebstahl wurde in der vergangenen Rächt durch die städtische Polizei vereitelt und der Einbrecher fest genommen. Ein frühe­rer Komplize des Täters, Der mit diesem jetzt verfeindet ist, meldete Der Polizei, es treibe sich ein gewisser O. S. aus Beuern in Der Stabt herum, Der vermutlich bei Der Firma R. Spier Söhne, Die hier ein Manufakturwarengeschäft be­treibt, einen Einbruch verüben wolle. Zwei Schutz­leute legten sich daher in Der Rähe Der Schnei > derwerkstätte der Urma Spier abends auf die Lauer, und es Dauerte auch nicht lange, als sie den Einbrecher platt auf Dem Dache lie ' g e n d, dessen Ziegel er zum Einsteigen bereit« abgedeckt hatte, wahrnahmen. Als ihm die Beamten ihre Revolver r> o r D ieiten, unterließ Der Täter den beabsichtigten Flucht­versuch, wurde fest genommen und in das hiesige Amtsgerichtsgesängnis eingeliesert. S. ist früher als Lehrling bei einem Sattler in 2llsfeld tätig gewesen und war daher mit Der Oertlichkeit genau vertraut. Im Hofe fand man verschiedene Cinbrecherwerkzeuge, Die beschlagnahmt wurden.

-er. Homberg a. d. Ohm, 19. Dez. Dio hiesige Freiwillige Sanitätskolonne veranstal.ete am Sonntag in d:r Stndthalle einen Theaterabend, Der als WohltÜtigkeits - Veranstaltung durchgeführt wurde. 11. a. kam ein Spill in vier Bild.'mDas Rote Kreuz als F.ied.nsstitter" zur Au führung, das bei Den Besuchern lebhaften Bei, all fand. 3n diesem Stück wurde die werktätige Rächstmllebe int Santtätskolonnenwrsen eindrucksvoll Dargestellt.. Die Einübung und di: Spielleitung bei dieser Aufführung, wie auch bei Der vorangegangeneiv Darstellung eines Lustspi.ls lag in Den Händen- des Kol nrenvorsitzenden, Lehrer Allendör- f er, D:t in einer Ansprache auf Die große Be­deutung der Sanitätskolonne auch für unsere Stadt hinwies. Tie Sanitätskolonne kann mit dem finanziellen Erfolg deS Abends zusrleDen sein.

Starkenburg.

Mord an einer Kaffeehausbesihenn.

MSN. D a r m st a d t, 19. Dez. Heute nacht kurz nach 3 Uhr tötete Der 28 Jahre alte Kellner Fritz Wilhelm 6 t o j f o m Die Frau Des Kaffeebaus- befttzers ,Lum SportcafS", Hilde Kraft, Durch einen Reooloerfchuß in Die Schläfe und jagte sich dann s e 1 b st eine Kugel in den Kopf. Während Frau Kraft f o f o r t tot war, wurde Stojkow in hoffnungslosem Zu- [taube nach Dem Stadtkrankenhaus verbracht. Das Motiv der Tat ist noch nidjt ganz einwandfrei ge­klärt, Doch kann mit einiger Bestimmtheit ange­nommen werden, daß Stojkow, Der der hübschen jungen Inhaberin verschiedentlich Liebesanträge ge­stellt hatte, aber abgewiesen wurde, aus ver­schmähter Liebe zur Waffe griff.

Die polizeilichen (Ermittelungen haben ergeben, daß Stojkow, Der gestern seinen freien Lag hatte, als häufiger Gast hn Sportcase war. Er hatte m t Dem Wirt Kraft unD einigen Kollegen in Der StaDt verschieDene Lokale besucht; sie hatten sich dann zu­sammen in das Sportcafö zurückbegeben. Der In­haber Kraft ging gegen 12 Uhr zu Bett, und Stojkow entfernte sich für kurze Keil aus Dem Lokal. Er ging in seine Wohnung uno holte Dort einen Revolver, mit Dem er sich in Das Kaffeehaus zu rückbegab. NachDern sich Die letzten Gaste, die an an einem Tasch Karten spielten, entfernt hatten und Der in Dem Lokal tätige Kellner in Der Küche war.

spielte und Dem Publikum Den Rücken zukehrte, feinem FreundePepi" die greulichsten Grimas­sen schnitt, um ihn zum Lachen zu bringen. Kainz erwiderte ^diefe stumme Gebärdensprache, indem er sich tote ein Kreisel um sich selber dreh:«. Stieß aber dabei mit Dem Kops gegen Den Bal­dachin unD hob ihn von den Tragsiaagen ab. Cs drohte eine Katastrophe, aber die Träger wußten unter krampfhaft abgewürgtem Gelächter in Se­kundenschnelle den Schaden zu fefeLigen, und schon schritt der junge Fürst in seiner unnach­ahmlichen Königshaltung heraus . .

Wie Hollywood entstand.

International wie das Schauspielerensemble. Das heute im kalifornischen LichtspielparadieS Hollywood filmt, ist auch der Trupp von Pionieren gewesen, Der das Stück Land, auf Dem jetzt Hollywood steht, vor Jahrzehnten ur­bar machte: Kurz nach 1870 tauchten dort Die Dänen Ben Duin und Ise Hansen, Dec Deutsche Heinrich Claußen. Der Ire Sul­livan. der Baske A m e st o y , Die Mexikaner Villa, Sepuloeda, Lopez unD Lina­res, Der Spanier A n D r a D a , Der Amerikaner Stu11on und ein entlaufener Bagnosträfling auf und erwarben von Den Indianern Land für den Spottpreis von anderthalb Dollar für Den Morgen. Das eigentliche Hollywood wurde im Jahre 1887 von Hocace Wilcox gegründet. Im Iabre 1911 wurde in einer Scheune und einer allen Kneipe Das erste Filmatelier ein­gerichtet. Der Erfolg Dieser Reugründung ver­anlaßte einige von auswärts zugezogene arme Schlucker, ebenfalls Filmateliers aufzumachen, und Da Diese gut gingen, so kamen sie auf Den GeDanken, eine Art Weltzentrale Des FilmS zu schaffen. Wie gut sie ihren Plan durchzufüh­ren verstanden, zeigt die Tatsache, Daß Holly­wood heute 130 000 Einwohner zählt gegen nur 700 im Jahre 1903, ferner 33 Bankgeschäfte, 15 öffentliche und 18 private Schulen, 35 Kirchen, Tempel unD Synagogen. Jahr um Jahr ver­sendet Hollywood mehr als 700 neue Filme, deren Preis sich auf 100 000 bis t Millionen Dollar pro Stück stellt.