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Drainagearbeiten, etwa 20 000 Meier, in mehreren Lasen und

Grabenarbetten, etwa 300 Meier, vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wabin die Angebote verschlossen, mit entsprechen- der Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnuugstermin am

Freitag, dem 28. Dezember 1926 vormittag» 9J4 Ahr einzureichen sind.

Zuschlagsfrist drei Wochen.

Gießen, den 17. Dezember 1928.

Hessisches Kulturbauamt.

H. S t e i nbach, Regierungsbaurot.

Amtsgericht Gießen.

Vor einiger Zeit wurde ein Dienstmädchen wegen Unterschlagung eines Fahrrades zu einer dreiwöchigen Gefängnis st tote verurteilt; heute erhielt ihr damaliger Lieb­haber, der es banu angestiftet hat, sechs Wochen Gefängnis. Das Mädchen war von ihm in geldlicher Hinsicht in ganz gemeiner Weise ausgenutzt morden; er äußerte sich auch dahin, zu­letzt bliebe ihm ja in Geldverlegenheiten immer noch das Rad seines Mädchens. In einer solchen Verlegenheit bestimmte er dann aud) dieses zum Verkaufe, obwohl er genau wußte, daß es dasselbe nicht oerkausen durste und sich dadurch strafbar

schoß Stojkow die Ehefrau Kraft durch drei Schüße in den Kopf nieder. Er selbst brachte sich dann einen Schuß In den Kopf bei. Die Polizeibeamten, die zur Bewachung des nahen Christbaummarktes aus dem Mercksplatz stationiert waren, hörten die Schüsse und kotierten in die verschlossene Wirtschaft ein. Hier fanden sie Frau Kraft in einer Blutlache tot am Boden liegend. Stoskow in unmittelbarer Nähe neben ihr. Stoskow, der noch Lebenszeichen von sich gab wurde sofort nach dem Krankenhaus über- geführt, sein Zustand ist jedoch hoffnungslos.

«egierungsraf Juchs vor Gericht.

LPD. Darmstadt 19. Dez. Heute vormit­tag begann hier die Gerichtsverhandlung gegen den Regierungsrat Fuchs, dssen Ver­haftung seinerzeit großes Au sehen erregte. Man vermutet, daß Fuchs In Verbindung mit Spio­nageaffären gestanden hat, worüber bis jetzt allerdings noch keine Beweise erbracht find. Fuchs unterhielt u. a. Beziehungen zu einer Kontoristin, die mit Desatzungsstellen in Verbindung stand. Heute wurden nur kleinere Dachen verhandelt. 11. a. wurde dem Ange­schuldigten vorg-worsen. daß er sich Darlehen erschwind:lte und mehrere D e st e ch u n g s f 2 I le zuschulden kommen ließ. Rach fast 12stündiger Verhandlung wurd? das Urteil gefällt. Ter An­geklagte wurde W Betruges In drei Fäl­le n für schuldig befunden, und -war wegen des Betruges an der Polizeikasse Lampertheim zu 2OO Mark Geldstrafe, wegen des Be­truges an der Polizeikasse Friedberg zu 1 O O *2H E. und wegen des Betruges an der Polizeikasse Gonsenhrim zu 1 50 Mark Geldstrafe. We­gen Bestechung In fünf Fällen wurde der An- gettagte zu 200 M k. Geldstrafe verurteilt. 3m Falle der Richtbeibringung tritt an Strlle von je 10 Mark ein Tag Gefängnis. 3m übrigen wurde der Angeklagte in 15 Fällen freigespro­chen. Spionage konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Der Ange­klagte nahm das Urteil an und erklärte, auf das Mittel der Revision verzichten zu wollen. Der Mert W durch strafbare Handlungen Erlangten wird zugunsten der Staatskasfe ringe., ogen. Die Kosten des Verfahrens hat der Verurteilte zu tragen, abgesehen von den Fällen, in denen Frei­sprechung erfolgte.

Preußen.

4VV-Aalir»Gcdenkcn

des Lutherischen Katechismus.

Berlin. 19. Dez. (WB.) Rachdem der evan­gelische Oberkirchenrat veranlaßt hat, daß am Sonntag noch Epiphanias, 2 0. Januar 1 92 9, in den Hauptgottesdiensten des kostbaren Be­sitzes gedacht wird, den Luther vor vierhundert Jahren dem deutschen Volke mit dem Kate­chismus geschenkt hat, hat der Minister für Kunst. Wissenschaft und Volksbildung, Dr. B e d e r , dem Amtlichen Preußischen Pressedienst

zufolge, daS Prvvinzialschutkollegium und die Regierungen angewiesen, daß in allen Schu­len. In denen 5er Kleine Katechismus Luthers im Gebrauch ist, im Religionsunterricht des Gedenktages In würdiger Form gedacht wird.

Oer angebliche Marburger Raubmörder ermittelt.

WSR. F r a n k f u r 1 a. M., 19. Dez. Der anaeb» liche Gröbling, der des Raubmordes an Dein Melker Gesang verdächtig tft, hat bereits ermit* teil werden können. Es handelt sich um den am 28. September 1909 in Zell in Bayern geborenen Schreiner und Autoschlosser Willi Drödlin (nicht Brödling), der sich zurzeit in der Strafansta 11 Frankfurt a. M. - Preungesheim befindet. Der mit der Bearbeitung des Falles betraute Kri­minalkommissar Fritze von der Kriminalpolizei in Kassel hat sich nach Frankfurt a. M. begeben, um den Beschuldigten eingehend zu vernehmen.

Kreis Wetzlar.

jZ Wetzlar, 17. Dez. Die Verlegung des Gymnasiums aus seinem jetzigen Heim in Räume b.T Spilburgschule und feine Vereint- gung mit der staatlichen Aufbau- schule un'er einem gemeinsamen Direktor be- schäftigt feit einigen Tagen die interessierte Leh­rer- al3 auch Elternschaft. Die Beschwerden über die Unzulänglichkeit der (Räum? de8 Gymnasiums sind schon all und haben sich ii öfteren Anträ­gen auf Verbesserung beim Provin^ialschulk: lle- gium in Koblenz bemerkbar gemach. Rachdem der bisherige Direktor des Gymnasiums in Ruhe­stand getreten ist. soll nun diesem Mangel durch eins gemeinsame ilnierbri igung der beiden An­stal en in der Spilburgschule abgehol en werden. Die Verhandlungen ml: der Stadtverwaltung si.rd vor vierzehn Tagen wieder ausgenommen wor­den und sollen so beschleunigt werden, daß die neuen Verhältnisse zu Ostern nächsten Jahres Platz greifen können. Aus Kreisen der Bürger­schaft werd n aber gegen die Verlegung des Ghmnaliums. das auch vor einem größeren Teil auswär.iger Schüler besucht Wird, angesichts der großen Entfernung der künftigen Sage vom Bahnhof ernste Bedenken vorgebracht, und besonders die Eltern auf dem Lande machen sich diese Befürchtungen sehr stark zu eigen. Sollte die Verlegung durchgeführt werden, fo bleibt nichts anderes übrig, als die Schüler hauptsächlich bei schlechtem Wetter vom Bahn­hof zur Spilburg mit Omnibussen der Verkehrs - ges.llschaft zu befördern, wie dies schon für die Schülerinnen des Lyzeums grschicht, was jedoch nur durch Zuschüsse der S adt möglich gewesen ist. Weiter befürchtet man ei le Abwande­rung von Schülern aus höhere Anstalten der Rachbarstädte. Die Stadtverwaltung wird es sich daher sehr zu überlegen haben, ob sie diesen Plänen ihre Zustimmung geben kann, so sehr es im In eresse des Gymnasiums auch er­wünscht erschrint.

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Kreis Biedenkopf.

4 Hartenrod, 19. Dez. Am Dlenotagnach. mittag geriet das Auto des praktischen Arztes H. aus Weidenhausen beim Ausweichen eines Fuhr­werks infolge der Schneeglätte am Ausgange des Dorfes der Böschung zu nabe und stürzte hinab, sich dabei überschlagend. Zum Glück der Insassen hemmte ein Gartenzaun den ge« Eichen Fall und verhütete somit ein größeres

_ ück. Das Auto wurde schwer beschädigt, während die beiden Insassen mit dem Schrecken davonkamen.

Mainaav.

WER. F r a nf f u r t a. M.. 19. Dez. Die letzte Stadtverordnetenversammlung vor Weihnachten brschäftigte sich u. a. mit einem dringlichen Antrag der Sozialdemokratischen Par­tei, der forderte, auch an solche Erwerbslose eine Weihnachtsbeihilfe zu geben, die über drei Monate ununterbrochen erwerbslos find, sowie an Sozialrentner, Arbeilsinvaliden und Kleinrentner, sofern diese nicht bereite in die vorgesehenen Maßnahmen einbegriffen sind. Für Verheiratete sollen 20 Mark und für jedes Kind 5 Mark gegeben werden. Ledige mit eigenem Haushalt sind den Verheirateten glrichzuftellen. Der Antrag wurde angenommen. Zur Deckung des entstandenen Lheaterdesizits hatte der Magistrat die Bewilligung von 153 000 Mark beantragt. Diese Summe wurde ohne Debatte bewilligt. Dem Spielvlan soll in Zukunft er­höhte Aufmerksamkeit gewidmet werden.We'en Heiratsschwindeleien ist der 33jLh.ize Werkzeugmacher Gottselig hier f e ft g e n o m- m e n worden. Er hat mehreren Mädchen die Hei­rat in Aussicht gestellt und ihnen erhebliche Geldbeträge abgefchwindelt. Gottselig verstand es, sich hier längere Zeit verborgen zu halten. Der Rektor a. D. Schmitt, der vom Erweiterten Schöffengericht wegen fortgesetzter Untreue und schwerer Urkundenfälschung zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis verur.rilt worden war, hat gegen dieses Erkenntnis Be­rufung eingelegt, fo daß sich die Große Straf­kammer nochmals mit dieser Materie zu befassen haben wird.

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machte. Den Erlös benutzt« er fast ausschließlich für ich. Mit Rücksicht auf seine gemeine Gesinnung er- sielt er die doppelte Strafe, zu der das Mädchen elnerzeit verurteilt worden ist.

Weißbinder haben nachts ihre Gerüste durch La­ternen u. dgl. zu beleuchten. Anzeigen, daß die- nicht geschieht, gehören nicht zu den Seltenhetten, erfordern aber oft ein längeres Ermittelungsver­fahren zwecks Feststellung, ob ein Verschulden des Weißbinders vorliegt, denn diese behaupten meist, ihren diesbezüglichen Pflichten nachgekommen zu sein, ein etwaiges Erlöschen der Laternen sei auf unabwendbare Zufälle zurückzuführen. Das voa dem heutigen Angeklagten ausgestellte Gerüst war in der fraglichen Nacht von $11 Uhr ab nicht be­leuchtet gewesen. Es gelang ihm aber nachzuweisen, daß bei Eintritt der Dunkelheit, wie angeblich <m jedem Abend, eine brennende Laterne Im ersten Stock des Gerüstes angebracht worden war und daß sie auch etwa eine Stunde darnach noch ge­brannt hat. Anhaltspunkte dafür, daß die Lampe mit unzureichendem Brennstoff versehen oder mit einem Defekt behaftet war, lagen nicht vor: wohl aber wurde festgestellt, daß in Ermangelung einer Leiter das Gerüst leicht erklettert werden konnte. Das Gericht mußte daher mit der Möglichkeit rech­nen, daß die Laterne durch unbefugte Menschen» Hand aus Schabernack oder in Verübung groben Unfugs ausgelöscht worden ist, und den Angeklagten sreisprechen.

Aus dem Amtsverkündiaunasblaii.

* DasArntsverkündigungsblattNr.91 vorn 18. Dezember enthält: Reichssteuerüberweisun- gen. Behandluna der Zugtiere im Winter. Der- kehr mit Feuerwerkskörpern. Schafräude in Stan­genrod. Dienstnachrichten.

Kunst und Wissenschaft.

Clemens Krauß als Direktor der Wiener Staatßopec verpflichtet.

Aach einer Mrlduim aus Wien teilt die Generaldirekton der Dundestheater mit: Di« Generaldirektion der Bundestheater hat mit bem Intendanten des Frankfurter Opern­hauses, Clemens Krauß, einen Vertrag ab­geschlossen, wonach Krauß für fünf Jahre als Direktor der Staatsoper verpflich.et wurde. Da der gegenwärtige Direktor der Staa'.soper, Franz Schalk, sich bece'.t erklärte, die Geschäfte des Instituts noch bis Ende der laufenden Saison zu fuhren, und Krauß seinersefts noch verschiebens Verpflichtungen, darunter eine Amerikareise im Frühjahr, zu erfüllen hat, so wird der neue Di­rektor der Staatsoper sein Amt erst am 1. Sep­tember 1929 airtreten.

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