Einzelbild herunterladen

an Polen wünschen und den Tag ihrer Betret» ung kaum noch erwarten können. Tatsächlich liefen aber die Dinge so. daß bei der Volksabstimmung in den masurischen Kreisen rund 280 000 Stimmen sich für Deutschland entschieden, während nur 2000 Stimmberechtigte sich zugun- st en Polens aussprachen. Dennoch haben die Polen es verstanden, auf deutschem Boden zahlreiche Vereine ins Leben zu rufen, deren Aufgabe darin besteht, national polnische Propaganda zu treiben. Eben erst hat in Bromberg eine Tagung dieser Vereine statt- gefunden, auf der offen ausgesprochen wurde, da) sie auf eine LosrethungOstpreuhens vom Deich hinarbeiten.

Trotzdem wagte es Zalefki in Lugano, deni deutschen Dollsbund. der sich stets loyal ver­halten hat und durchaus keinen separa­tistischen oder staatsfeindlichen Tendenzen huldigt, -Hochverrat vorzuwerferr Welche Minderheiten eine Gefahr für den ©oftfloat bilden, dürfte die Bromberger Tagung zur Genüge bewiesen haben. Hoffentlich wendet der Völkerbund auch einmal seine Aufmerksamkeit der polnischen Wühlarbeit in Ostpreußen zu.

Reupolnische Pressefreiheit.

Beschlagnahme deutscher Zeitungen in Pommcretlen und Oberschlesien.

Danzig, 19. Dez. (WB.) Wegen der Be­richterstattung über die Auseinandersetzung zwi­schen dem deutschen und dem polnischen Auhen- Tninister in Lugano wurde die gestrige Dummer des .Pommereller Tageblatt" in Dir- schau beschlagnahmt, obwohl das Blatt nur die auswärtigen Presfestimmen wiedergegcben und nicht einmal die Berliner Presfestimmen ver­öffentlicht hatte. Aus Anordnung der Wor- wodschaftspolizei find auch sämtliche inKatto- witz und Königshütte erscheinenden dmrt- scheu Blätter beschlagnahmt worden. Die Beschlagnahme erfolgte wegen der Ver­öffentlichung des Offenen Briefes des Deutschen Dolksbundes an Zalestt. in dem die Irrtümer des polnischen Außenmini­sters richtiggestellt und die von ihm gegen den Deutschen Volksbund in Lugano vorgebrachlen Vorwürfe zunickgewiesen werden. Die Polizei hat auch Befehl erhalten, aus polnischem Boden alle reichsdeutschen Blätter zu be­schlagnahmen. die Berichte über den Offenen Brief oder Auszüge aus ihm r-eröffentlichen.

Kleine politische Nachrichten.

Deichstagsabgeordneter Dingeldey hat sei­nen Entschluß mrtgeteilt, sein Mandat im Hessischen Landtag nunmehr nieder­zulegen. 'Rechtsanwalt Dingeldey glaubt, daß er durch die Tagungen des Reichstages so stark in Anspruch genommen sei, daß er den Pflichten eines hessischen Abgeordneteil nicht mehr in dem ihm wünschenswert erscheinenden Maße Nach­kommen könne. 3m übrigen bleibt Rechtsanwalt Dingeldey nach wie vor Landesvorsitzender der Deutschen Dolkspartei in Hessen. Für den Ab­geordneten Dingeldey tritt Bäckerobermelster Kunkel aus Worms tn den Hessischen Land­tag ein.

Reichsminister Dr. Strefemann hat Mitt- wvch mit dem fahrplanmäßigen Schnellzug kurz nach 17 Uhr die Rückreise nach Berlin angetreten, wo er Donnerstag nachmittag wieder eintrifft. Zum Abschied hatten sich Vertreter der deutschen Kolonie mit dem Konsul Franken an der Spitze am Bahnhof erngefunden.

Der Berliner Botschafter der Sowjetunion und' Frau Krestinski gaben zu Ehren des neuernannten Botschafters In Moskau. Herrn v. Dirksen. ein Frühstück, an dem der Reichskanzler mit Gat­tin, Frau Streftmann, die Rcichsminister Koch und Dietrich, tri? Staatssekretäre v. Schubert und Pünder fptoie die leitenden Beamten der russi­schen Botschaft, der russischen Handelsvertretung und des Auswärtigen Amtes mit ihren Damen teilnahmen.

Am 18. Dezember ist der Gesandte in Heising- fors, Hauschild, im Alter von 48 Jahren g e - ft o r b e n. Aus dem sächsischen Verwaltungsdienst hervorgegangen, trat er 1910 in den auswärtigen Dienst ein. Seit 1925 war er Gesandter in Hel- singfors. Der verstorbene Gesandte war ein aus­gezeichneter Kenner der Ostfragen. In seiner letzten diplomatischen Stellung als Gesandter in Finnland hat er es mit großem Gesch.ck verstanden, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Finnland und Deutschland zu pflegen und weiter zu vertiefen. Er hat sich in allen innegehabten Stellungen her­vorragend bewährt und Ausgezeichnetes geleistet.

*

In Hamburg wurden der 1 Bürgermeister Dr. Petersen und der 2. Bürgermeister Roß wie­dergewählt.

Wie aus zuverlässiger privater Quelle mit- geteilt wird, ist der feit Jahren in der italieni­schen V-rbannung lebende Tiroler Rechtsanwalt Dr. Äoldin am Sonntagabend in Salurn an­gekommen. Sein Gesundheitszustand soll befriedi­gend fein.

Die Tatsache, daß der Leibarzt des Königs Georg Lord Dawson, Donnerstag nachmittag zur gewohnten Stunde den König nicht besuchte, sowie das Ausbleiben eines Berichtes werden in den Hvfkrrisen als gute Zeichen angesehen und als Beweise dafür, daß die Besserung fonschreitet.

Aus aller Welt.

Schon wieder ein Iabrikbrand in Berlin.

Berlin, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Heule um 5 Uhr morgens, taum zwei Tage nach der furchtbaren Brandkatastrophe in der Schonleinstraße, hat Berlin bereits wieder einen Fabrikbrand er­lebt, der hinsichlllch der äußeren örllichen Verhält­nisse stark an die Brandkatastrophe in der Schon- leinstroße erinnert, aber angesichts dev frühen Stunden, erfreulicherweise keine Opfer an Menschenleben und keine Schweroerwunde- ten gefordert hat. Es brannte auf einem Grundstück in der Strahlauer Straße im O st e n B e r l i n s ein Fabrikgebäude im zweiten Hof eines Gebäudekom- plexes. Auch hier sind vier Betriebe, nämlich eine Mützen-, eine Schilderfabrik u. a., untergebracht, dessen drei obere Stockwerke in Flam­men entgingen. Der Sachschaden ist beträcht­lich. Die Feuerwehr, die angesichts der vorliegenden bitteren Erfahrungen sofort mit dem beträchtlichen

Siaaisgmchishof und Mchsregimmg.

Vor der Entscheidung des Reichspräsidenten.

Berlin. 20. Dey (Priö. XeL) Die Besetzung der erledigten Stellen im D e r w a 11 u n g s r a t bet Reichsbahn durch die Reichsregierung (unmittelbar vor dem Termin am Slaatsgerichts- haf über den Antrag Badens auf Erlaß einer einst, roeiligen Verfügung) Hal. wie gemeldet, den Reichsgerichtspräsidenten Dc. Simons als Vorsitzenden des StaalsgerichtLhofes veranlaßt, sich beschwerdefnhrend an den Reichs- Präsiden len zu wenden. Dr. Simons hat diese Beschwerde schriftlich eingereichl. Die Entscheidung des Reichspräsidenten wird in einigen Tagen erfol­gen. Anzvnehmen ist, daß der Reichspräsident sich vorher auch über den Standpunkt und die Gründe der Reichsregierung wird unterrichlen lassen. Da das Reichskabinett heute nachmittag verfam- mell ist, dürste es sich auch mit dem Vorgehen des Reichsgerichtspräsidenten befassen und dazu Stel­lung nehmen. Ls wird sich in einer Sitzung am Freitag erneut mit der Besetzung der Verwal­tungsratsstellen bei der Reichsbahn beschäftigen. 3n parlamentarischen Kreisen werde darauf ver­wiesen, daß eine Basis zu einer befriedigen- den Verständigung zwischen Reichsgerichts- Präsident und Reichskabinett um fo notwendiger ge­funden werden muffe, als die vom Reichsgerichts­präsidenten gerügte mangelnde Informa- tion offenbar nicht beabsichtigt und nur durch eine Verkettung unglücklicher Um­stände veranlaßt worden fei.

Rückintisabsichten

-es Reichsgerichtspräsidenten.

Ersatz für die parlamentarische WeihnachtskrisiS.

Berlin, 20. Dez. (Priv.-Lel.) Die Blätter» melvungen, die von einem Rücktritt des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Si­mons im Zusammenhang mit dem Konflikt ReichsregierungStaalsgerichtshos zu berichten wußten, glaubt der Demokratische Zeittmgsdienst

beftätigen zu töraten. Dr. Simons habe sein Rücktrittsgesuch bereits eingereicht. Die Korrespondenz erklärt dann treuer: Auch wenn das Vorgehen des Aei^s.^rrchlsprasiben- ten in Sachen des 'Verwaltungsrates Cer Reichs- bahn nicht richtig war, da die Rei^sregierun.g in ihren Maßnahmen dem Reichstage verantwort­lich ist, so sollte man doch hoffen, daß es ge- singen wird, in diesem Solle eine Einigung herveizusüyren, um den Reichsgerichtspräsideinen, dessen Lättgkeir allgemein geschätzt und anerkannt wird, in seinem hohen Mute zu belassen, nicht zuletzt wegen des internationalen Ansehens, das Dr. Simons als Richter und als Mensch sich erworben Hai. So viel ist jedenfalls sicher, daß innerhalb der Reichsregierung nie­mand daran gemacht hat, den Reichsgerichts- Präsidenten als Vorsitzerrden des Staatsgerichts­hofes oder den Staatsgerrchishof selbst tn ferner Würde zu beeinträchtigen.

In der Berliner Presse kommt allgemein zum Ausdruck, daß der Rückttill Dr. Simons, der sich als Jurist im In- und Ausland eines hervorragenden Rufes erfreut, einen Verlust für Deutsch­land bedeuten wurde. DieDAZ." ist der Auf­fassung, daß diese Entwicklung des Konfliktes hätte vermieden werden muffen. Die Reichsregierung habe in der ganzen Angelegenheit eine recht un glückliche Hand gehabt. Es scheine fast, als ob die beteiligten Herren das Bedürfnis gehabt hätten, rasch noch einen Ersatz für d i e ausgeblie­bene Weihnachtskrise zu beschaffen. Der ,Lok.-Anz." sagt, wenn jetzt Dr. Simons wirklich als Opfer feines Eintretens für die Unantastbarkeit der verfassungsrechtlichen Stellung des Staatsge- richlshofes fallen sollte, so würde dieser Ausgang der Affäre eine moralische Niederlage für d i e Reichsregierung bedeuten. DieBor- sen-Zeitung" schreibt, die Ueberspitzung der juristi- scheu Meinungsverschiedenheiten zwischen Reichs- regierung und dem höchsten Richter in Deutschland wäre sicher zu vermeiden gewesen. Es scheine, daß das Kabinett hier nicht ganz von der Schuld freizusprechen fei. DieBoff. Ztg." meint, wenn sich die Gerüchte vom Rücktritt Simons be­stätigen sollten, wäre damit eine Losung des Kon­fliktes erziett, der auf andere Weife kaum zu be­reinigen wäre. DieGermania" bedauert es, wenn Dr. Simons wegen dieses Konfliktes aus fei­nem hohen Amte ausscheiden würde und hofft, daß dieser folgenschwere Schritt durch eine Bereinigung des Konfliktes noch vermieden werde.

Die Zrmdkataßwphe in der Berliner Miofabrik.

Das vorläufige Ergebnis der Untersuchung.

Ungenügende Betriebssicherungeir bei der Verwendung von Zelluloid.

Berlin, 19. Dez. (WB.) Auf Grund der Er- gebniffe des an der Brandstätte abgehaltenen L o kaltermins wird voraussichtlich gegen den In­haber der Fabrik für Radiozubehörteile Bäcker & Co., Trotzki, ein Verfahren wegen fahr­lässiger Brandstiftung eingeleitet werden, zumal durch diese Fahrlässigkeit Menschen zu Tode gekommen sind. Das Fabrikgebäude war ursprüng­lich für Tischlereien bestimmt. Die Einrichtung des Trotzkischcn Betriebs, die im Frühjahr erfolgte, ist nicht ordnungsmäßig bei der Bau­polizei gemeldet worden.

Aus dem Ergebnis der ersten Linkers uchungen veröffentlicht die ,D. Z. a. M." Ei rzelherten, wonach, wie schon gemeldet, die Katastrophe auf d i e Fahrlässigkeit einer jungen Ar­beiterin zurückzasührsn ist, jedoch wird nicht mehr die inzwischen bereits verstorbene Arbei­terin Mayer, sondern eine Charlotte Schöne- m a n n genannt, die ebenfalls äußerst schwer ver­letzt Word n ist und an deren Aufkommen ge­zweifelt wird. Wichtig ist ferner, daß der In­haber des Betriebes, Trotzki, ein früherer Buchhändler, nicht die Sicherheitsmaß­nahmen, die für einen solchen Betrieb n.'t- toenbig sind, getrosten hat. Er ist übrigens per­sönlich schwer betroften, da fein Betrieb nicht versichert war. Sein Sohn hak fo schwere Ver­brennungen im Gesicht erlitten, daß er wahr­scheinlich das Olugenli j)t verlieren wird. Die Schuld Trotzkis ergibt sich daraus, daß nach den Bestimmungen nur die für eine Tages­produktion erforderliche Menge Zel­luloid im Arbeiteraum aufbewahrt werden darf, während alle übrigen Vorräte, auch Ab­fälle, in feuersicheren Räumen unter­gebracht oder unterWasser gehalten werd n müssen.

Die in Trotzkis Betrieb verwendeten P r ä ge­rn a f d) i n e n waren mit einer Anwärmvorrichtung, bestehend aus offenen Gasflammen, ver­sehen. Auch in dem Umstand, daß für diese Heiz­flammen fein besonderer Schutz vorgesehen war, dürste ein -Zerstoß gegen die entsprechenden Vorschriften vorliegen. Wie bereits begannt, hat e ne Arbeiterin, um die Anwärmevorr.chtung ihrer Maschine zu entzünden, -einen Zelluloid- ft reifen an der Gasflamme einer an­deren Prägemaschine anftccken wollen und den brennenden Streifen, da sie sich die Finger versengte, in einen .haften mit Zellu­loidabschnitten fallen lassen. Als der Kasteninhalt ausloderte, stieß sie ihn vom Tisch, wobei er auf neben dem Tisch aufgestapelte Säcke mit Zelluloidabfällen im Gewicht von etwa fünf Zentner fiel, die sofort Feuer fingen. Rach den Aussagen eines 16jährigen Arbeiters, der heute vernommen wurde und als wesenttichster Zeuge in

Betracht kommt, war das Benutzen von Zelluloid­streifen zum Anzünden der Maschinen eine im Betrieb allgemein übliche Unsitte. Auch der zum Sieben des Zelluloids verwendete Stoff Azeton ist außerordentlich feuergefährlich.

Roch zwei Vermißte.

Ei« drittes Todesopfer.

Auf der Suche nach Vermißten.

Berlin, 20. Dey (ptio. Id.) wie schon gestern knr; gemeldet, hat die Brandkatastrophe in der Lchövleinstraße noch ein dritte» Todesopfer gefor­dert, do die Arbeiterin Margareta Marja ihren Verletzungen erlegen ist. wie sich jetzt herausflellt, werden noch zwei Arbeiterinnen ver­mißt. Man hatte zunächst angenommen, daß In der Aufregung und in der Panik der ersten Stun- den zahlreiche in dem Fabrikgebäude Beschäftigte davongelaufen feien. Die beiden vermißten Arbeiterinnen sind aber bis zum Mittwoch morgen nicht in ihren Wohnungen erfchienen und auch sonst nirgends gesehen worden, wenn sie sich, was befürchtet wird, unter den Trümmern des Gebäudes befinden, fo besteht kein Zweifel, daß sie auf der Stelle getötet worden sind. Die Berliner Feuerwehr, deren Mannschaften sich dauernd auf dec Brandstätte ablöfen, räumt fieberhaft den Schutt beiseite, um nach den Vermißten zu fuchen.

Eins Erklärung des Polizeipräsidenten.

Der Betrieb nicht angemeldet. Ermittlungsverfahren gegen den Inhaber.

Berlin, 19. Dez. (WB.) Der Polizeipräsident teitt zu dem Brandunglück in der Radiofabrik Dr. Bäcker u. a. mit: Nach den geltenden Bestim- mungen hatte der Inhaber der Fabrik, Trotzki, die Verpflichtung, feinen Betrieb der Polizei anzumelden, wenn er dauernd oder auch nur vorübergehend mehr als 50 Kilogramm Zelluloid in den Betriebsräumen verarbeitete oder lagerte. Trotzki ist dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, so daß die Gewerbe­polizei von dem Vorhandensein größerer Mengen Zelluloid nichts wußte. Hätte Trotzki ordnungs­mäßig feinen Betrieb angemeldet, so würde die Ge werbepolizei in engster Zusammenarbeit mit der Feuerpolizei sofort ge rüst haben, ob und inwieweit der Betrieb in den Räumen Schönleinstraße zu- gelassen werden konnte. Da nach dem Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen feststeht, daß sich der In- Haber Trotzki durch seine Nichtbeachtung der gelten­den Vorschriften und burd mangelhafte Beaufsichti­gung des Betriebes der fahrlässigen Brandstiftung und der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht hat, so ist gegen Trotzki ein kriminalpolizeiliches Ermittlungs- verfahren eingeleitet worden.

Aufgebot von acht Zügen erschienen war, konnte mit einem großen Aufwand an Schlauchleitungen innerhalb zwei Stunden das Feuer Niederkämpfen. Ein Mann, der von dem Feuer im Schlaf überrascht worden war, und dem der Weg ins Freie durch die starke Rauch­entwicklung oertegt worden war, konnte über eine Hakenleiter gerettet werden

Jür fünf Millionen Dollar Rauschgifte in Reuyork beschlagnahmt.

Die Beschlagnahme und Untersuchung der Pa­piere des vor kurzem ermordeten Spielers und i Schmugglers Rothstein, der durch Finanzie- rung des Handels mit Rauschgiften sich ein Mil­lionen vermögen erworben hatte, hat es den Bundes-

1 beworben ermöglicht, in der letzten Nacht im Neu-

yorker Hafengebiet geschmuggelte Rausch­gifte im Gewicht von einer Tonne und nach amerikanischer Taxe im Wert von fünf Millionen Dollar zu beschlagnahmen, die kurz vorher heimlich von dem französischen DampferRochambeau" am Hudson-Rioer-Dack an Land gebracht worden waren und nach Phlladelphia an die Adresse einer Persönlichkeit weitergehen soll­ten, die als das Haupt eines internationalen Rauschgiftschmuggel-Syndikats gilt. Allein im Dezember sind außer dieser Sendung bereits Rauschgifte im Werte von nahezu zehn Millionen Dollar beschlagnahmt worden. Der Bundesanwatt erklärte, es handele sich uni ein Schmuggclsyndikat von ungeahntem Ausmaß, dessen Sitz Frankreich oder die Schweiz (ein müsse. Man beabsichtige, auf Grund der inter­

nationalen Verträge zu erreichen, daß Me an diesem Unternehmen beteiligten Personen je nach der Pechtslage eraweder an Amerika ausgeliefert oder von den Gerichten ihres Heimatlandes zur Verantwortung gezogen werden.

'XaubübetfaU auf die S.cttioaskaffe in Kulmbach.

Am Mittwoch abend drangen zwei Räuber mit vorgehaltenen Revolvern in die in der ©üteratkr izungsstelle uittergebrachte Sta­

tt o n s k as f e der Station Kulmbach ftn und raubten, während sie den Kasfenverwalter mit der Waffe bedrohten, 9000 Mark. Die Räu­ber flüchteten daraus mit einem Mietauto nach Lichtenfels, wo sie am Stadteingang von der in­zwischen benachrichtigten Gendarmerie a n ge­halten wurden. Während der Führer des Mietautos die Bremse zog. schossen die bei­den Räuber durch die Fenster des Autos auf die Gendarmeriebeamten und verletzten dabei einen Oberwachtmeister am Arm. Sie flüchteten dann im Schutz der Dunkelheit in Richtung Michelau, verfolgt von den gesamtenBeamten der Gendarmeriestation Lichtenfels. Die Gen­darmeriebeamten der umliegenden Stationen wur­den verständigt, ebenso die Landespolizei in Ko* bürg und Bamberg. Das gesamte Gelände ist abgefperrt worden und wird jetzt mij Hilse von Polizeihunden durchsucht.

Einbruch in ein Kottbuser Juweliergeschäft.

Einbrecher drangen die letzte Rächt in das Kottbuser älhrwaren- und Iuweliergeschäft von F. H. Lauterbach ein und raubten Waren im Werte von zirka 30 000 Mk. Die Einbrecher find über das Rachbargrundstück ent­kommen und mit einem Auto davongesähren. Auf dem Dach des Rachbargrundstückes wurde eine Alten t afche m.it Goldsachen ge­funden. die die Diebe anscheinend dort ver­loren haben.

von einem Moulagegerüst erschlagen.

Auf der Abteilung August-Thyssen-Hütte der Bereinigten Stahlwerke in Hamborn ftürtie ein für Len Erweiterungsbau der Gaszentrale aus­gestellter eiserner Montagemast infolge Lösens der Haltevorrichtung um und begrub drei Arbeiter unter s i ch. Während zwei von ihnen mit ^rrh- und Knieverletzungen davo-n- kamen, toi. ** der dritte Mann von dem Gerüst erschlagen und konnte nur als Leiche aus den Trümmern geborgen werden.

Oie Wetterlage.

o

TTtewT

Nitlv/ocn d d.19.DezD.1928.7'* äDds.

©vontefliox o nenn q nre ocdttxt » wo**.», a oeoec*»nece* Scsnee a CirevPf i° e ritm X »rwittgr @wiaditinc. seW erkhttr Ost £> Sudiwwtn «uremcne» "ordwts»

le Pfeift flieoen <mi dem winde Oie ec een MdUone« stewtMtn zai> »n »eöe* die Tem»er*tur an Oie Limen /eromde» Qew eil tef »eecrecnurtea toitdre«»

Wettervoraussage.

Ein« Warmluftstasfel des sich bis über die britischen Inseln und die Rordsee erstreckenden Tiefs brachte in Westdeutschland wieder Erwar­mung, so daß die Temperaturen dort um Rull und etwas darüber lagen. 3n Holland führte die Warmluft bereits zu Aegensällen. Sie läßt es in unserem Gebiet auch zu stärkerer Bewöl­kung sowie Erwärmung und Riederschlägen kom­men. Der Umschlag dürfte aber nut vorüber­gehend fein, denn Kaltluftmassen bringen Wetter über Island vor.

Vorhersage für Freitag: Vorwiegend bedeckt, Temperaturen ansteigend imd um Rull und darüber liegend, Niederschläge. (Schnee ober Regen.)

Aussichten für Samstag: Tempera­turen wahrscheinlich wieder sinkend. Rachlassen der Riederschläge und mehr vereinzeltes Au treten-

Lufttemperaturen am 19. Dezember: mittags 2,6 Celsius, abends2,7 Grad Celsius', am 20. Dezember: morgens3,8 Grad Celsius. Maxi­mum1,8 Grad Celsius, Minimum4 Grab Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 19. Dezember: abends 0,7 Grad Celsius: am 20. Dezember: morgens 0,6 Grab Celsius.

Dintersportnachrichten der Hess, Wetter dievsiftellc.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Wetter: wolkig, Temperaturen minus 10 Grad Celsius, Schneehöhe 30 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt. Sportmög­lichkeit für Ski sehr gut.

Odenwald (Tromm): Wetter: wolkig, Schnee­höhe 25 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt, Tempe­raturen minus 7 Grad Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Neunkircher Höhe: Wetter: wolkig, Schneehöhe 27 Zentimeter, Be­schaffenheit: gekörnt, Temperaturen minus 5 Grab Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut

Sauer fand (Winterberg): Bewölkt, minus 8 Grad Celsius, 24 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski gut, Rodel mäßig.

Taunus (Kleiner Feldberg): Bewöltt, minus 9 Grad Celsius, 21 Zentimeter Schnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel sehr gut.

Schwarzwald (Feldberg): Heiter, minus 10 Grad Celsius, 105 Zentimeter Schnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel sehr gut.

A l p e n (Garm sch Partenkirchen): Minus zehn Grad Celsius, 61 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.