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Aus der yrovknzialhauptstadi

Gießen, den 20. Dezember 1928.

Oer Weihnachtsstollen.

Es sind leine geringen Sorgen, die sich die Hausfrau um.den Weihnachtsstollen macht. Stellt schon die Geld,'rage vor allerlei Berechnungen uird Erwägungen, so erst recht die Frage: Wie stelle ich es an, daß das Gebäck gerat und schmeckt? Wan kann sich kaum einen größeren Verdruß denken, als wenn so ein Stellen trotz aller Mühe, die man sich um ihn gegeben, doch mißlingt. Und ec hat manchmal seine Launen für sich.

Da hat man wocheiüang darauf vorbereitet, hier gespart, dort geknapst, um zu dem Beitrag, den man von dem für die Geldangelegenheiten in vorderster Linie verantwortlichen Eheherrn er­wartet, noch etwas zulegen zu rönnen. Weist i>dt ja der, dem es obliegt, das nötige Geld zu beschallen, keine Ahnung davon, was so ein Stollen kostet. Entweder er ist großzügig genug und seht den Betrag viel zu hoch an. was seltener vorkommen dürfte, oder er rechnet mit einem viel au geringen Betrag und bekommt angelweite Augen, wenn ihm die richtige Summe genannt wird.

Zu.aten! Auch das ist ein Kapitel, das Kopf- schmerzen verurfachen kann. Das beste Rezept nützt manchmal nichts. Auch ein wenig Er­fahrung gehört dazu und etwas Fingerspitzen­gefühl. Ein bißchen zu viel, und es wird ein Stollen, der zerbröckelt oder undankbarerweise mit dem gefürchteten Schlief belohnt. Ein Ge­ringes zu wenig, und er schmeckt wie Stroh und wird so hart, daß sich die Weihnachtsgäste die Zähne ausbeißen. Eine Kleinigkeit zu wenig oder zu viel Hefe, und wieder ist es nichts mit der ersehnten Herrlichkeit. Und wenn es gaiu schlimm kommen soll, kann auch dem Bäcker noch ein Unglück geschehen: der Stollen kommt aus dem Ofen, wie wenn er von den Mohren aus dem Worgenlande abgefärbt hätte, obwohl die jetzt noch weit sind.

Desto größer ist die Freude, wenn der Weih- nachtssto.len gelungen ist. ES ist der Schmaus, den niemand entbehren möchte, erst recht nicht die Kleinen, die ihre kleinen Leckermäulchen spitzen, wie wir e- auch getan.

Also möge der Weihnachtsstollen überall recht gut gelingen oder schon gelungen sein! S.

Öb.rmedizinalral Dr.dalser 703* alt

Am heutigen 20. Dezember vollendet der Geh. Obermedizinalrat Dr. Balser in Darmstadt, der weit über Hessens Grenzen bekannt ist. fein 70. Le­bensjahr. Er ist in vielen Fragen der Volksgesund­heit bahnbrechend vorgegangen. Dr. Baiser wurde in Gießen geboren, besuchte hier das Gymnasium und studierte in Gießen Medizin. Nach seiner Tätig­keit in Gießen, Berlin, Leipzig. Münzenberg, Assen- heim, Alsfeld und Mainz wurde er 1912 mit der Bezeichnung Obermedizinalrat ins Ministerium des Innern berufen und 1920 zum Ministerialrat er­nannt. Aus Gesundheitsrücksichten trat er 1923 in den Ruhestand. Er hat auf dem Gebiete der Hebung der Volksgesundheit Besonderes geleistet und war von 1920 bis 1924 Vorsitzender und Leiter der Zen­trale für Mutter- und Säuglingsfürsorge.

Oer Verkehr mit Feuerwerkskörpern.

Wer Feuerwerkskörper Frösche, Schwärmer und dergleichen ferlhalten will. muß hiervon dem Kreisamt Anzeige machen. 3m Kausladen dürfen nicht mehr als 2yz Kilogramm, im Hause außerdem nicht mehr als zehn Kilogramm vor­rätig gehalten werden. Aus Rachweis eines be­sonderen Bedürfnisses kann, ausnahmsweise eine Lagerung im Hause bis zu fünfzehn Kilogramm zeitweilig gestaltet werden. Die Aufbewahrung muß in einem auf dem Dachboden (Speicher) be- legenen, mit keinem Schomsteinrvhr in Verbin­dung stehenden abgesonderten Raume erfolgen, welcher beständig unter Verschluß gehalten und mit Licht nicht betreten wird. Die Behälter müssen mit fest geschloffenen Deckeln versehen fein.

Die Abgabe von Feuerwcrkskvrpern an Per­sonen, von denen em Mißbrauch derselben zu befürchten ist. insbesondere an Personen un*er 16 Jahren, ist verboten. Diese Vorschrift findet keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz ge­ringe Mengen von Sprengstoffen enthalten. Zünd­plättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm Sprengmischung (Knallsalz) auf 1000 Plättchen enthalten, dürfen als Spielwaren nicht in den Derkehr gebracht werden. Gewecbeireibeirde, die gegen diese Vorschriften verstoßen, haben neben gerichtlicher Bestrafung zu gewär.igen, daß ihnen der Handel mit Feuerwe ckskö rpern untersagt wird.

Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen Werden mit Geldstrafe bis zu 150 Quart oder mit Haft bestraft, soweit nicht höhere Strafen Ge­fängnis von drei Monaten bis zu zwei Jahren verwirkt sind.

An bewohnten, oder von Menschen besuchten Orten ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern »erboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafe bis au 150 Mark oder mit Hast bestraft.

Wenn Eltern, Vormünder oder andere Per­sonen. deren Obhut Kinder unter 12 Jahren oder sonstige unzurechnungssähige Personen an- vertraut sind, es an der erforderlichen Aufsicht haben fehlen laffen und diese Personen während der Zeit, wo sie ohne solche Aufsicht waren, eine darartige Uebcrlreiung begangen haben, so wer­den die zur Beaufsichtigung verpslich.eten Per­sonen beim ersten Falle polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfälle bis zu einem Dritteil der auf die Hebertretuny selbst gesetzten Strafe belegt.

Taten für Freitag, 21. Tezeurber.

Sonnenaufgang 8.02 Uhr, Sonnenuntergang 15.54 Uhr. Mondaufgang 1256 Uhr, M-onduntergang 0.42 Uhr.

1375: der italienische Dichter Giovanni Bocaccio in Certaldo bei Florenz gestorben (geboren 1313); 1639: der französische Dramatiker Jean de Racine in La Ferte Milon geboren (gestorben 1699); 1748: der Dichter Ludwig Holty in Mariensee ge­boren (gestorben 1776); 1804: der englische Staatsmann Benjamin ©Israeli, Earl of Beacons­field, in London geboren (gestorben 1881).

Woch:.rmarllpreife.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarki: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,10 bis 2,20; Malte 30 bis 35; Wirsina 12 bis 20; Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 20 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 30 bis 40: Zwiebeln 12 bis 20;

Verkehrs-Aufklärung durch Kraftfahrer.

Eine lehrreiche Fahrt mii dem Oberhesfischen Automobil-Club und der Verkehrswachi Gießen.

Veranlaßt durch die guten Erfahrungen mit der Aufklärung^fahrt im Frühjahr 1927 veranstaltete der Oberhessische Automabil-Club im Zusammenwirken m.t der Verkehrswacht Gießen am Dienstagnachmittag eine neue A u f klärungsfahtt. Zweck der Fahrt war, den Behörden, die sich mit Verkehrsfragen zu beschäf­tigen haben, namentlich aber den auf diesem Ge- biete amll.ch tätigen Herren Gelegenheit zu geben, sich aus eigener Anschauung über den Verkehr auf Den Straßen und aller einschlägigen Fragen selbst ein Urteil zu bilden. Die Fahrt erfolgte in Kraft­wagen, die von Mitgliedern des Oberhessischen Autv- mobil-Clnbs zur Beifügung gestellt und meist von diesen selbst« gesteuert wurden. Jeder Wagen hatte eine Strecke von etwa 40 Kilometer zu befahren. Die Fahrtzeit war derart eingeteilt, daß die Fahrt zum Zielpunkt noch bei Tageslicht erfolgte, die Rück­kehr aber in der Dunkelheit vorzunehmen war. An der Fahrt beteiligten sich zahlreiche Vertreter der Justizverwaltung, die Leitung der Gießener Polizei, Herren der Gendarmerie, der Amtsvorstand der oberhcssistl)en Straßenbauoerwallung, ein Vertreter des Krcisamis Gießen, Offiziere unserer Garnison, die Leiter der hiesigen Schulen, Vertreter des Fuhr- urtternehmer-Cewerbes, der Radfahrerverein und der Presse.

Nach Instruktion der Fahrer und der Beobachter durch den technischen Betrat, Regierungsbaurat Steinbach, und einer kurzen Begrüßung der Fahrtteilnehmer durch den Vorsitzenden des Ober­hessischen Automobil-Clubs, Dr. Gail, bei der man auch mit dem Zweck der Fahrt vertraut gemacht wurde, erfolgte gegen 4 Uhr vom Clubheim, dem Hause des Gejellschaftsoereins, aus die Ausfahrt. Strahlenförmig ging die Fahrt über alle Land­straßen unserer näheren Umgegend, und zwar nicht nur der Provinz Oberhessen, sondern auch der an­grenzenden preußischen Kreise. Etwa von 5.30 Uhr ab kehrten die Wagen zum Ausgangspunkt, dem Clubheim, zurück. Hier vereinigte man sich alsbald unter der Leitung des Vorsitzenden des Oberhefsi- schen Automobil-Clubs, Dr. Gail, zu einer Besprechung über die Beobachtungen während der Fahrt.

Daß man dabei mancherlei Beschwerden über mangelnde Beachtung der Verkehrs­vorschriften durch Fuhrwerkslenker. Rad­fahrer und auch Fußgänger hören konnte, ist schließlich kein Wunder, da eben trotz aller War­nungen und Aufklärungen die Erziehung zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr, und zwar sowohl in der Stadl tote auf dem Lande, beim breiten Publikum nur langsame Fortschritte macht. Mit warmer Anerkennung ist aber zu verzeichnen, daß dank der verständnisvollen Bemühungen der vberhessischen Straßenbauverwaltung die verschie­denartig steil Verkehrszeichen in sorg fähig­ster und zweckmäßiger Weise auf den Landstraßen angebracht worden sind und damit der Verkehrs­sicherheit eine starke Förderung zu eil geworden ist. Mit Befriedigung ist auch festzustellen, daß von der Provinzial-Straßenbauverwaltung der

Zustand unserer Landstraßen, insbesondere der D-Skafeeu, in den letzten zwei Zähren wesent­lich eerbq'fetd wurde.

Die großen Geldopfer, die von der Provinz für die neuzeitliche Herrichtung der Straßen bisher zu [elften waren, haben also schon gute Früchte getragen. Jedoch ist nicht zu vcükennen. daß auf den Bezirks st raßen, die in der Hauptsache dem lokalen Fährverkehr für Fahrzeuge aller Art dienen, an vielen Stellen noch erheb­liche Arbeit au leisten ist. Hierbei hairdelt es sich aber nicht um eine Frage der Technik des Straßenbaues, sondern fast ausschließlich nur um die Frage der Finanzierung. Man darf die Hoffnung hegen, daß die maßgebenden Stellen unserer Provinz auch im nächsten Jahre nach besten Kräften bemüht fein werden, den Derbesse- rungsnotwendigkeiten für diese Straßen Rechnung zu Lagen.

Eil.«.' eingehenden Besprechung wurde die Frage unterlagen, wie es zu ermöglichen sei, daß die Herren der Justiz, dte in Prozessen über Fragen des Krajtwagenverkehrs durch Urteil zu ent­scheiden haben, die Möglichkeit erhalten, sich selbst die notwendigen Kenntnisse des Krattsahrweiens anzueigneiu Als dringend wünschenswert wurde es sowohl von feiten eines Richters, als auch von feiten der Kraftfahrer bezeichnet, daß man

durch Auto-Unkerrichlsstunben den Herren der Justiz wenigstens theoretische üennlnie de» straftsahrwcsens ermögliche,

damit der Richter bei einander widersprechenden Sachverständigengutachten in her Lage ist, durch eigene Kenntnis dec Dinge im Urteil das Richtige zu tresfen. Es wurde empfohlen, den Herren des Gießener Gerichts diesen Autounterricht mitHlls« der Autos der Provüczialverwaltung von deren bahrmeister erteilen zu lassen. Dahinzielende Schritte sollen an der maßgebenden Stelle unter­nommen werden.

Eine weitere sehr bedeutungsvolle Frage des Deckehrs schnitt man an bei der Erörterung des Verhaltens desPublikums beim Passie­ren der Straßen und gegenüber den Kraftfahr­zeugen. Von allen Seiten wurde hierbei aner- tanni, daß die Kraftfahrverbände, wie auch die für die Regelung des Straßenverkehrs zuständigen Behörden schon alle möglichen Anstrengungen zur Erziehung des Publikums nach den Ersorder- nissen des modernen Straßenverkehrs gemacht haben. Der Erfolg dieser Erziehungsarbeit ist bisher aber sehr gering gewesen. Einig war man sich darin, daß in dieser Hinsicht die Hoffnung auf die Jugend gesetzt werden muh. Rur wenn die Heranwachsende Generation schon von Kindheit an mit den Rotwendigkellen und den

gesetzlichen Anjordecungen der aus größte Sicher­heit für Fußgänger und Fahrer abz-elenden Ver­kehrsregelung vertraut gemacht wird, lann man erwarten, daß tun। tigern auch die Zahl der Un­fälle und her Schädigungen an Menschenleben und Ma.ecial hecaogemmhert werden. Um dieses erstrebenswerte Ziel zu erreichen, soll nach dem einhelligen Wunsche her Versammlung

In den Schulen eine großzügige Aufklärungs­arbeit über die Verkehrsregelung durchgeführt werden.

In diesem Zusammenhänge wurde empfohlen, nach dem Docbilde des Freisinnes Sachsen täglich etwa eine Viertel stunde obli­gatorischen Verkehrsunterricht in den Klassen zu erteilen.

Bei der Besprechung von Fragen der Ver­kehrsregelung in der Stadt wurden verschiedene Wünsche hinsich'.lich der Zeichen­gebung dec Verk?hrspoliz.ib:am en vocgebracht. Es ergab sich, daß in fri.fer Hinsicht unsere Gie­ßener Polizei nach dem Muster grohstäd ischer Verkehrs reg. lang instruiert und dabei den loialen Erfordernissen in wei gehendem Mcll,e Rechnung getragen ist. Auch bei diesem Teile dec Aus­sprache trat aber zutage, dcrß vielfach das Ver- Hal en des Publikums Grund zu Beanstandungen gibt.

Die Mitwirkung der Reichsbahnver­waltung an der Lösung der Aufgaben der modernen Verkehrsregelung und wei.nehenben Verkehrssicherung durch bestmögliche Beleuchtung von Bahnübergängen usw. wurde aneriarmt,_ dar­über hinaus aber noch einige mehr lokale Wünsche geäußert, 6er. n Erfüllung durch die Reichsbahn man erhofft. Bitter« Klagen wurden laut über

die durchaus ungenügend? Sicherung der Bahn­übergänge bei den Privatlahnen.

die schon häufig die Ursache von Unglücksfällen gewesen ist. Ueberein stimm end wurde die Forde­rung laut, daß die Privatbahn-Unternehmungen zu größerer Sicherung der Strahen- Uebergänje durch ausreichende Beleuch­tung und durch zweckentsprechende War - nungszeichen heranzuziehen sind. Der tech­nische Beirat. Regierungsbaurat Steinbach, empfahl dringend Oie versuchsweise Anbringung von sog. Katzenaugen. Diese bestehen aus einem roten Glaskörper mit vielen Eleinen Flä­chen, hie has Licht der Scheinwerfer auffangen unh zurückwerfen. Die Katzenaugen erforhern nur einen verhältnismäßig geringen Geld- aufwand beim Anbringen an den Schranken Der Bahnübergänge bzw. seitlich der ungesicherten Straßenüberführungen bei Privatbahnen. Irgend­welche Wartungskosten kommen, da es sich ja um eine ganz mechanisch wirkende Einrichtung handelt, überhaupt nicht in Betracht. Der Vorschlag wurde allgemein als sehr zweckdienlich betrachtet, seine Verwirklichung soll den zuständigen ©teilen her Bahnen empfohlen werden. Die Einrichtung sop Katzenaugen kann man übrigens jetzt schon in dem rückwärtigen kleinen roten Licht an zahl­reichen Fahrrädern bemerken.

Diesen hauptsächlichsten Wünschen schlossen sich noch mancherlei Anregungen kleinerer Art an. Alles In allem ist zu fugen, daß diese Auf- klärungsfahrt sehr nutzbringend für die weitere Vervollkommnung der Verkehrssicherheit in Stadt und Land unserer engeren Heimat und für die fachlich fördernde Orientierung der mit Verkehrs­angelegenheiten in Berührung kommenden Be­hörden gewesen ist. Die vielfältigen Eindrücke und Anregungen auf der vorgestrigen Fahrt, mit deren 'Veranstaltung der Oberhessifche Auto- mobil-Club und die VerkehrswacA Gießen sich ein neues Verdienst um die Allgemeinheit er­worben haben, gaben der Fahrtleitung Anlaß, schon jetzt eine weitere Fahrt für das nächste Jahr mit dem gleichen Zwecke der Llusllärung und Erstrebung vertiefter Sachkunde anzukün­digen.

Der Straßenbau in Oberhessen im äahre 1929.

Wie wir auf Anfrage bet der ProvinzLal- trirefiion erfahren, wird die Provinzial- verwaltung den Körverschaf.en der Provinz Oberhessen als Straßenbauprogramm für 1 9 29 folgendes Vorschlägen:

Für die Unterhaltung der B-Stra­ßen: Materiallieferung 461 000 Mk., Walzkosten für 21 Kilometer 171000 Mart, Oberflächenbe­handlung für 35 Kilometer 176 000 Mark.

Für die Unterhaltung der D-Stra- ß en: 150 000 Mark, Walzkosten für 6 Kilo­meter 45 000 Mart, Oberflächenbehandlung für 54 Kilometer 270 000 Mark, Kleinpflasterung für 25 Kilometer 1 313 000 Mark, mittelschwere Decken für 15 Kilometer 586 000 Mark.

Die Beschaffung der Geldmittel für moderne Straßenbefestigung soll auf dem Anleihe­wege und durch 3. an pruchnehme der Kraft­fahrzeugsteuer e ,

Als Derwaltungskoften für die 6tra - henunterhaltung sind für das nächste Jahr 2520C0 Mark vorgesehen. Für allgemeine Unter Haltungskosten cinschl ich der Arb.iterlöhne werden 614 000 Mark in Ansatz gebracht; hiervon entfalten allein aus Löhne und soziale Versicherungen 540 COä Mark. Diese Auf­wendung :n, sowie d.e Kosten für die Unterhaltung der D-Straßen sind durch Umlagen zu decken.

Ueber die Durchführung di« er Vorschläge haben her Provinzialausschuß unh der Provinzialtag das entscheidende Wort noch zu sprechen. Man darf aber Wohl annehmen, daß die Bemühungen zur Derbesserung unserer Landstraßen bei beiden Stellen volles Verständnis finden werden.

gen. Freitag, findet Ml zweite Oderetten aast spiel d«S Frnnklurter Reuen Operettentheaters tn dieser Woche statt. DaS Ensemble bringt als Erst­ausführung die OperetteDas SchwalbennestE von Bruno Gcanichstaedten cn her Inszenierung des Spielleiters Fritz D i e st e l und unter der musikalischen Leitung des Kapellmeisters Gustav G ö r l i ch heraus. 3n den hervortretenden Rollen und Partien sind neben dem Gast Alohs R e s n i hie Damen Lyhia Petri unh Käthe 311 e t, sowie bi« Herren Rorbert Fels. Mario Hain- b o r f f, Karl Reul, Richarb G u 11 m a n n, Hermann Hauschmann und Leo B a l b u 1 beschädigt. Sonnlag. 23. Dezember, 15 Uhr. KindervorstellungPinkepunk", 18.30 Uhr, zu er­mäßigten Preisen Bruno FranksPertentomö- bie als Fremdenvorstellung. Für ben ersten Weihnachtsfeiertag ist TolstoisUnh bas Licht scheinet in her Finsternis" zum 100. Geburtstag bes verstorbenen Dichters vorgesehen. Für ben zweiten Feiertag, 14.30 Uhr,Pinkepunk", 18.30 Uhr, einmalige Wiederholung der Operette Liebe und Trompetenblasen" (Gastspiel bei Frankfurter Reuen Operettentheaters).

*

** Dien st im Zollamt am Weihnachts- feste. Das Hauptzollamt Gießen wird am ersten Weihnachtsfeiertage von 10 bis 11 Uhr vormittags zur Abfertigung von aus dem Auslände eingehen­den WeihnachtsPoftpakcten geöffnet fein.

** Aus dem Gießener Standesamts­register. Es verstorben in der Zeit vom 1. bis 15. Dezember: 2. Dezember: Katharine Belle.

GkM! M UWlMll Wl!

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Hausangestellte, 76 Jahr« alt, Sonnenstraße 25; 3.: Gustav Tropp, ohne Beruf, 78 Jahre alt, Sieber Straße 74; 4.: Wilhelm Egly, Zigarren­fabrikant. 37 Jahre alt, Landgraf-Phi'ipp Platz 7; 6.: Eugenie Weiß, geb. Volkenrath. Witwe, 72 Jahre alt, Licher Straße 74; Elise Metz, geb. 3rle, Witwe, 77 Jahre alt, Lichec Straß« 74; 9.: Johanna Levi, geb. Wolf, Witwe, 73 3ah re alt, Licher Straße 74; Alwine Seibel, geb. Drill, Witwe, 65 Jahre all. Ludwiasplatz 13; 10.: August Zoll, Kaufmann, 57 Jahre alt, Ludwig- strcche 28; 13.: Katharina Willenbücher, geb. Forler, Witwe, 85 3ab re alt, Ludwigstraße 29; 14.: Käthchen Elisabeth Sack, Privatsekretärin. 19 3ahre alt, Landgrafenstraße 3; Marie Döl- ftng, geb. Schmidt, Witwe, 72 Jahre alt, Kepler- strahe 9; 15.: Anna Daubel, geb. Decker, Witwe, 89 Jahre alt. Südanlage 7; Margaret« Roth, geb. Quaas, 67 Jahre alt. Marburger Straße 20.

** Erne Wohlfahrts-Wertlotterie wird vom Katholischen Deutschen Frauenbund in Hessen im Anzeigenteil unseres Heu izen Mat­tes angefünbigt Der erste Hauptgewinn besteht in einem Einfamilienhaus im Werte von 25 000" Mari ober 22 500 Mark in bar. Insgesamt kom­men 24 357 Gewinne im Werte von 160 000 Marl zur Verlosung. Das Einzellos kostet eine Mark daneben werden aber auch noch sog. Glücksbriefe mit fünf oder zehn Losen abgegeben. Ueber die hiesigen Vertriebs stellen der Lose ist Roheres aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

W eihnachtS- und Reujahr v- Gluckwunschtelegramme sind für Me Zeit vom 15. Dezember 1928 bis 2. Januar 1929 versuchsweise auch im Inlands verkehr -uge- lassen worden. Der Wortlaut dieser Telegramms muh den beabsichtigten Zweck eines Glückwun­sches oder Grußes erfenrxen lassen, tm übrigen ist der Text wahlfrei. Die Gebühr beträgt 5 Pf. für bai Wort (Mindestgebühr 75 Pf.).

* Reue günstige Schnellzugverbin­dung Süddeutfchlanb Ostpreußen. Zwischen Leipzig und Cottbus ist mit Beginn des Winterfahrplans ein neues Schnellzugpaar I) 101/102 eingelegt worden, das wie vielfach noch wenig bekannt ist eine außerordentlich gurrstige, dirck e Verbindung zwischen Süddeutsch- land und Ostpreußen in beiden Richtungen ver­mittelt und auch gleichzeitig die längste deut­sche v-Zugverbindung barsteM. Die 1635 Kilometer lange Strecke Basel-Eydtkuhnen wird in durchschi.i ttich 28 Stunden 18 Minuten durchfahren. Der Schnellzug D 101 fährt ab Leipzig 6.37 Uhr und trifft in Cottbus 8.40 Uhr em. 3n Leipzig wird dieser Zug erreicht von den Schnellzügen aus Basel ab 16.32 Uhr, über Frankfurt a. M. ab 22.53 Uhr, aus Stuttgart ab 17.51 Uhr, und aus München ab 20.30 Uhr. In Cottbus wird der Anschluß nach Küstrin an 10.27 Uhr, und dort nach Königsberg i. Pr. an 18.22 Uhr, und Eydtkuhnen an 20.50 Uhr, erreicht. 3n der Gegenrichtung besteht diese Ver­bindung in folgendem Fahrplan: Ab Eyd!kühnen 8.08 Uhr, ab Königsberg 10.34 Uhr, ab Küstrin 18.35 Uhr, ab Cottbus 20.38 Uhr, an Leipzig 22.50 Uhr, an München 9.44 Uhr, an Stuttgart 9.03 Uhr, an Frankfurt a. M. 6.24 Uhr und an Basel 13.09 Uhr.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank- f u r t e r Schlachtviehmarkt: 2252 Kälber, 415 Schafe und 1701 Schweine.

Briefkasten ver Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.)

P. 6. Heimarbeitsanzeigen veröffentlicht der Gießener Anzeiger" nicht, weil es sich ha meist um schwinbelhafte Anerbieten hanbelt.

Berliner Börse.

L e r l r n, 20. Dez. (WTB. Funkspruch.) Im heu­tigen Frühoerkehr ist das Geschäft zwar weiter sehr still, die Grundstimmung scheint aber durchaus freundlich zu bleiben, und man taxiert die gestrigen Abendkurse eher Gelb. Farben 267 (Geld) und Siemens 423 (Gelb). Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,04, Mailand 92,65, Spanien 29,80, das Pfund 485,60 und den Dollar 4,1935.

Meerrettich 50 bis 1.50; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5; Aepfel 20 bis 40; Birnen 10 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 90 bis 1,20; Rüsse 60 bis 65; Eier Stück 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20; Endivien 10 bis 20; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Wirsing Zentner 10 bis 12; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15; Aepfel 20 bis 35; Birnen 10 bis 20: Kartof­feln 3L0 bis 4,50.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Oberhefsischer Geschichtsverein Gießen: Dortrag von

Professor Dr. E. Stengel (Marburg) überDer Kuroerein von Rhens und seine Stellung in der großen Politik der Zett", 8.15 Uhr im Horsaal 44 des Dorlesungsgebäudes. Oberhessische Gesell- schaff für Natur- und Heilkunde: Festsitzung zur Feier des 100. Geburtstages des Ehrenmitgliedes der Gesellschaft Geh. Hofrat Prof. Dr. A. Thaer, 20.30 Uhr im Hörsaal 44 des Landwirtschaft. Instituts. Schützenverein (Kleinkaliber-Schützen-Abteilung): Winter-Preisschießen, 8.30 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhvfftraße:Die Leibeigenen". Astoria-Lichl- spieke:Maciste und die Javanerin".

©tabttfjeater Gießen. Aus dem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Wor-

Kirchliche Nachnchten.

Israelikifche Religiansgemrinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlagel Samstag, den 22. Dezember. Dorabend 430 Uhr; morgen« 9 Uhr; abends 4.40 und 5.20 Uhr.

Israelitische Religionvgefellfchaft. Sabbatfeier den 22. Dezember. Freitag abend 4.05 Uhr, Samstag vormittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbat- ausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7.10 Uhr; abends 4 Uhr.

Sprechstunden der Redaktion

12 bis 1 Uhr mittag», 5 Ms 7 Uhr nachmittags« Samstag nachmittag geschloffen.