trage von 23,60 Mk. nebst 5 Prozent Zinsen Dom Tage der Klageerhebung ab. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Beklagten zur Last gesetzt.
3. Klage des Rudolf Roth in Friedberg auf Aushebung des Bescheids des Kreisamts Friedberg wegen Versagung des Wandergewerbe,cheins für 1928. Der Klag« wurde stattgegeben und der nachgesuchte Wandergewerbeschein erteilt. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Kläger zur Last gesetzt.
4. Gesuch der Anna (Seim zu Lardenbach um Erlaubnis zum Betriebe einer Konditorei mit Kafsceausschank. Der Gemeinderat der Gemeinde Lardenbach lehnte das Gesuch der Genannten ab, da bereits drei Wirtschaften in der Gemeinde bestehen und daher die Bedürsnisfrage verneint wurde. Das Kreisamt Schotten hegte daraufhin Bedenken, die nachgesuchte Erlaubnis zu erteilen, und legte den Antrag dem Kreisausschuh vor, der ihn ablehnte. Der Brovinzial- ausschuh, dem die Akten zur zuständigen Entscheidung vorgelegt wurden, schloß sich ben Entscheidungen der genannten Instanzen an und verurteilte die Gesuchstellerin in die Kosten des Verfahrens.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
*Groften-Linden, 19. Rov. Gestern abend fand im Saale des Svang. Derernshauses ein Christlicher Volksabend statt. Er wurde eingelextet mit dem (Semeinbegefang: .Großer Gott wir loben dich", nachdem der Posaunenchor die Motette: „Herr, deine Güte reicht so weit" aut zu Gehör gebracht hatte. Dann folgte ein kurzer Vortrag über das 3efuStoort: .Ich gehe Bin, euch die Stätte zu bereuen" von Prediger Meng. Ein Lichtbkldervortrag schloß sich dem an über „Die Wunder der Sternenwelt". Dieser Vortrag fesselte von Anfang bis zu Ende denkende Menschen. Der Gemischte Chor umrahmte den Vortrag mit zwei schönen Liedern. „Wer pflanzte die Blumen ins grüne Feld" und „Di« Himmel erzählen des Ewigen Ehre". Mit Gebet und Gemeindcgesang wurde die Abendfeier geschlossen. Der Besuch war sehr gut. Eintritt wurde nicht erhoben.
ltz Lollar, 19. Rov. Der 38jährige L. R, von hier wurde seit Sonntagabend vermißt. Durch Orlseinwohner wurde heute nachmittag eine Abbuchung des Lumdabaches vorgenom- men, wobei die Leiche nach Oeffnen der Schleuse ge, unten wurde. Ob ein Unfall oder Freitod des feit Jahren unter epileptischen Anfällen leitenden Mannes vorliegt, muß erst die Untersuchung erge en.
S Alten-Buseck, 19. Nov. Mit einem wohlgelungene» . o n 3 e r t im Saale des Gastwirts PH. Emhöuser trat der diesige Mandolinenklub nach seinem schon meyrfcihrigen Bestehen am Sonntag zum erstenmal vor die Oeffentlichtelt. Unter Mitwirkung von Mitgliedern des Wielecker Mandolinen- Vereins und des hiesigen Gesangvereins „Sängerver- einigung* wurde den zahlreich erschienenen Besuchern ein gmgewähltes und mit lebhaftem Beifall auf- genammenes Programm dargeboten. Der gute Verlauf der Veranstaltung läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß unser Mandolinenklub der Einwohnerschaft in Zukunft wiederholt derartige genußreiche Stunden bereiten wird.
5 Bollnbach bei Saasen, 19. Nov. Bei dem günstigen Wetter sind die Schafe noch im Freien. 9n der Nacht zum Montag brachen remde Hunde In den Pferch unsrer Herde ein; angeblich sind es die Hunde eines anderen Schäfers gewesen. Die Schafe durchbrachen die Hürden, trotzdem wurden vier Stück ein Opfer der Hunde, auch find noch mehrere verletzt, bei denen es fraulich ist, ob sie nicht noch obgeschlachtet werden müssen.
Lang-GönS. 19. Rov. Bei der gestrigen Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung wurden Ehren- und erstePreise an folgende Züchter vergeben: A. Ehrenpreise. Hühner und Gänse: Otto Velten (Emdener Gans), Wilh. Henrich (Plymouth R.), Karl Stoll (Rhodeländer), Hch. Zeih (Wyand. schwarz.), Äorb. Grünebaum (Wyand. weiß), Otto May (Minorka, schwarz.), O. Velten (Darnefel- ber, gesäumt), Willi Frey (rebhuhnf. Italiener), K. Müller X. (gelbe Italiener), Karl Schmidt (schwarze Italiener), Alfred Rompf (Dominika- ner), Albert Schmidt (Rhodeländer Zwerg), Otto Heß (Wyand. schwarz. Zw.), Wilh. Reusch (gold- hals. Kämpfer), Karl Müller (porzellanfarbige Zwerge) zwei Ehrenpreise. — Tauben: Albert
Najarro r
Vornan von L. Schneider-Koerstl.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. So.
1. Fortsetzung Nachdruck verboten.
Richthofen griff langsam nach dem Clfenbein- hebel der Kaifeemaschme und ließ die dicken, duftschweren Tropfen in seine Lasse sickern. „Dein, klagn tut er netl — Weißt Hettingen, und bas Redn nutzt nix. Gin Arzt braucht Patienten und eine gute Lag und ein bisserl ein Vermögen, daß er sich einrichtn kann! Das hat der Fehmann alles nicht. — Und ihm Gew anbietn — ich möcht dem armen Kerl nicht weh tun —"
Maria Lichthofens Gesicht blieb nach wie vor falt und abweisend.
Hettingens Augen lagen von den langen Wimpern halb verschlossen. Gr suchte nach etwas, über das er sich im Moment« nicht ganz klar werden formte. „Weiht du vielleicht eine Möglichkeit, Poldi, wie sich ihm eventuell unter die Schultern greifen liehe? Ich würde eS so gerne tun!"
„Ich glaub dir's eh, Joachim I" — Aber wann ich dir ratn darf, lah fein. Ich hab schon einmal den Versuch gemacht, und er hat mich abblitzen laffn, und wie! — Unb dir ging's ebensol"
Dann sprang man von diesem Thema auf ein anderes über. Es gab so viel in dem großen Wien, über das sich reden lieft. Wichtiges und Unwichtiges, und es war vieles ixrrunter, das dem Baron durch seine lange Abwesenheit tm Auslande neu und unbekannt und darum von Interesse war.
„Guten Morgen, Herr Davon I"
Auf lautlos gleitenden Gummiradern tollte die breite Glastüre zur Seite, die den ArbettS- raum des Bankiers Hetttngen mit dem Speisezimmer verband.
Ein breiter Sonnenstreifen zitterte über dem ockerfarbenen Teppich und kletterte langsam das dunkle Leder der hohen Stühle hinauf.
Schmidt (Kröpfer, blau), Wilh. Reufch (ebenf.), Richard Kaiser (Kr., weih) 3 Ehrenpreise, Willy (SbeL — Kaninchen: Willy Dechert (weise Riesen), 2ak. Wagner (Kleinsilber). — B. Erste Preise. Karl Swll (Rhodel.), Hch. Zeih (Wyand. schwarz), R. Grünebaum (Wyand. wh.), Otto May (fchw. Minorka) zweimal, Willy Frey (rebhuhnf. Italiener), Karl Müller X. (gelbe Italiener) Kd. Brückel (schwarze Italiener) zweimal, Alf. Rompf (Dominll.), Wllh. Henrich (Langshan, Zw.), O. Heh (rebh. Wyand., Zw.), O. Eckhardt (Silber-Bantam), Karl Müller (porz. Zwerge und Antw. Bartzwerge, schw.), Richard Kaiser (Kröpfer, weih).
(D Grüningen, 19. Nov. Der Gustao« Ad olf-Ve retn veranstaltete in der hiesigen Kirche eine Doriührung des Films „Glaube und H e i m a t". Die Aufführung erfreute sich eines guten Besuchs; nahezu 300 Personen hatten sich eingerunben. — Für die Wahl der Kirchen- gemeinöeDertretung war hier nur ein Wahttrorschlag eingereicht worden, weshalb sich eine Wahl erübrigte. Rach der Bestätigung durch die Kirchenbehördc wurde nun die Wahl des Kirchenvorstandes vorgenommen. Das Ergebnis war die einstimmige Wiederwahl der seilherigen Mitglieder Bürgermeister Euter, Ludwig Hammel, Heinrich Karl Leidich, Wilhelm Ernst Hosmann. Reugewählt wurden Konrad Christian Engel und Peter Christian Engel.
1 Hungen. 19. Nov. Am Samvtagnachmittag fanden sich die Mitglieder des Bezirkslehrervereins Hungen im „Solmser Hof" zu einer Tagung zusammen. Lehrer Schmidt (Hungen), der Vorsitzende des Vereins, begrüßte als neues Mitglied den Schulgehilfen B ö 11 g e r (Steinheim) und behandelte einzelne Vereinsangelegenheiten. Lehrer Arnold (Utphe) zeigte in einem Vortrag die nach, teilige Wirkung des Abbaues von Schul« stellen und bewies mit klarem Material, daß ein Wiederaufbau eine dringende Notwendigkeit sei, die die maßgebenden Stellen nicht außer acht lassen dürfen, wenn nicht das gesamte Dolkswohl Darunter leiden soll.
A Bellersheim, 19. Nov. Nachdem der Ge« meinderat im vorigen Monat die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellte, ist nun auch in Der hiesigen Fortbildungsschule Der haus- wirtschaftliche Unterricht eingeführt roor- den, was von Der Einwohnerschaft mit Freuden begrüßt wurde. Daß diese Einrichtung den Wünschen der weiblichen Jugend entspricht, zeigt der Umstand, daß eine größere Zahl schon der Fortbildungsschulpflicht Entwachsener sich y.im freiwilligen Besuche des Unterrichts gemeldet haben. Mit der Gemeinde Ob • bornhofen schweben gegenwärtig Verhandlungen, die den Zweck verfolgen, die Dortige weibliche Jugend an dem hiesigen landwirtschaftlichen Unterricht teil- nehmen zu lassen.
s. äl t p h e, 19. Rov. In bm letzten Tagen wurde hier Heu and Stroh für den Landwirt Hu blitz in Trais-Ho . Io ft gesammelt, dem kürzlich die Scheuer mit sämtlichen Vorräten abgebrannt ist. Da die Ernte in diesem Jahr gut ausgefallen ist, wurde sehr reichlich gespendet. Ebenso wurde in der letzten Zeit in Trais selbst, in Inheiden, Hungen, Steinheim, Rodheim, Bellersheim u. a. Orten für den schwer Betroffenen gesammelt. Ein Glück war es, daß vor dem Band die Frucht bereits ausgedroschrn war, so daß wenigstens die menschliche Ernährung sichergestellt ist.
Kreis Friedberg.
Bad-Nauheim, 19. Nov. Eine eindrucksvolle Schubert-Gedenkfeier veranstaltete gestern der Bildungsoerein in der Turn« balle. Die Gedenkrede hielt Schulrat Has fing er (Darmstadt), der meisterhaft Leben und Werk des großen Liederfürsten würdigte. Den musikalischen Teil der in feiner Auswahl getroffenen Vortrags- folge, die nur mit Werken des Meisters bekanntmachte, bestritten der von Lehrer W. Diehl geleitete Schülerchor der Stadtschule, ferner Frau Kramer-Düche, Friedberg (Violine), Lehrer Fischer (Klavier), Fräulein E. Diehl (Sopran). Sämtliche Darbietungen standen auf beachtlicher Höhe.
Kreis Bedingen.
△ Ridda, 19. Rov. Der ehemalige Stabs- Photograph beim Generalstabe des 26. Reserve- Armeekorps hielt hier im Gambrinussaale einen Lichtbilder vortrag über die Kämpfe um VPern, die Schlacht an der Somme, in der Champagne, Vormarsch- und Rückzugsgefechte 1918. An Hand zahlreicher guter Original-Aufnahmen schilderte der Vo.tragende in dreistündiger Rede die erste Vpernschlacht 1914, die erste große Gasschlacht des Weltkrieges 1915,
den Durchbruch bei Oangemarf, Pilkem, Poel- kapelle, Weftroosebeke, Paschendaele und dieStel- lungstämpfe östlich des Vftrkanals. Zum Schlüsse zeigte er Bilder aus der Sommeschlacht und aus den Kämpfen in der Champagne 1916 bis 1918. Der interessante Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern, unter denen sich viele Kriegsteilnehmer mit ihren Angehörigen von hier und den umliegenden Orten befanden, mit Beifall ausgenommen.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
(d Dischofften, 19. Nov. Gestern mittag fanden Straßenpassanten zwischen Bischoffen und Nieder« Weidbach den 30jährigen Motorradfahrer Schnei« der aus Bechlingen tot neben seinem M o« torrabe liegend auf. Schneider hatte vormit
tags femanb auf seinem Motorrade nach hier gefahren und befand sich auf der Heimfahrt. Da das Hinterrad keine Lust hatte, nimmt man an, daß sich Schneider mit seinem Motorrad überschlagen hat und am Boden geschleift ist. Er trug dadurch schwere Kopfverletzungen davon, die seinen sofortigen Tod herbeiführten. Der auf so tragische Art ums Leben gekommene Mann hinterläßt eine Frau mit drei unmündigen Kindern.
Dillkreis.
(D Offenbach, 19.Nov. Die Aussperrung tm Ruhrgebiete wirkt sich auch in unserer Gegend aus. Die hiesige Grube „R o t l a n b' wirb am Dienstag ben Betrieb stillegen, da die Besitzerin, die „Gute Hoffnungshütte (Oberhausen), in der Aus« sperrungszone liegt. Es werden dadurch etwa 150 Mann von Offenbach unb Umgebung arbeitslos werben.
Turnen, Sport und Spiel.
Gauschwinimertag Hessen D. T.
—o— Eine planmäßige ilebungäftunbe führte Schwimmer und Schwimmerinnen aus dem Tum- gau Hessen am Soantagvormittag in boS Stadt. Volksoad zu Gießen zus-ammen. Gauschwimm- wart Franz Sauer (Gießen) leitete die älebungsfolge, an der sich die Abteilungen der Turnverein zu G.eßen (Tv. 1846 und Mtv., des Tv. Alsfeld, Tv. 1860 Bad-Rauheim, Tum- gemeinde Friedberg, Tv. Hungen, Tv. Lauterbach, Tv. 1860 Marburg, To. Rieder-Ohmen und Tv. Wetzlar beteiligten.
Einleitend wurde die Schwimmleiftung für das Turn- und Sportabzeichen abgenommen; dx Forderung, Schwimmen (beliebig) über 300 Meter in 9 Minuten, wurde von vier Prüflingen erfüllt. In Riegen aufgelöst, tourten dann die einzelnen Schwimmlagen eingehend methodisch durchgearbeittt. Im Brustschwimmen unterrichtete Georg Mayer, Mw.Gießen, im Rückenschwimmen Christian Weeg, TV. 1846 , Gießen im Hand-über-Hand-Schtoimmen LudwigG e r h a r d, Tv. 1846 Gießen: das Springen vom 1-Meter- Brett leitete Ferdinand Götz, Tv. Wetzlar vom 3-Meler-Brett Wilhelm Schäfer, Tgde. Friedberg, in eins ach m Formen für Anfänger als auch in 'schwierigeren Sprüngen für Fortgeschrittene. Ein Tellertauchm als Vorübung zum Streckentau- chen und Trockenübungm an Land bildeten den Schluß. In einfache Wass rsp leie mannigfacher Art M froher -Unterhaltung und zugleich zur Heranbildung schwÄttnerischcr Ausdauer führte der Gauschwimmwart ein und leitete die Entwicklung ftufennnäftig dem Wasserballspiel zu, das von zwei Mannschaften unter schiedsrichterlicher Wertung durchgeführt wurde.
Eine Versammlung am Rachmittag war der ersten Einstellung aus das Rettungsschwimmen gewidmet. Datei wurden durch Erklärung, eigne Klebung und allgemeine Aussprache die Grundlagen für technisch richtige RetcungS- und Selbstbefreiungsgrifse geschaffen, sowie Aickeftung zu Wiederbelebungsversuchen gegelten. Rasse Hebungen auf diesem sozialen Derwendungs- gebtet der eignen Schwimmkunst werden sich in den nächsten Vorschwimmerstunden anschlteßen.
Handbatt-Verbandsspiele im Mannerturnverein (O. T.)
Mtv. 1. — Tv. 1860Marburg 5:2 (1:2) Mtv. 2. - Tv. Ridda 1. 1:2 (1:1).
Das Spiel gegen Marburg stellte die MLnner- hirner vor eine besondere Ausgabe. Tv. Marburg hat sich in den diesjährigen VerbandS- spielen bis jetzt nicht durchsetzen können, um ft> mehr überraschte am Sonntag ihve derzeitige Spielstärke. Gleich zu Beginn des Spiels merkte man, daß man es mit einem spielstarken Gegner zu tun hatte. In der ersten Halbzeit sah es nach keinem Sieg der Männerturner aus. Marburg führte ein flüssiges Kombinationsspiel vor und war in Schnelligkeit und Ballbehandlung der Gießener Mannschaft überlegen. Bei dieser vermißte man die präzisen und sicheren Vorlagen. Der Sturm konnte sich zu feiner einheitlichen Handlung zusammenfinden. In der zweiten Spielhälste änderte sich das Kräfteverhältnis. Die Männerturner gingen mehr aus sich heraus und zeigten nunmehr einen geschlossenen Mann- schastslörper. Durch bessere Anwendung des Flügelspiels gelang es ihren, den Ausgleich zu erzwingen. Die mit großem Eifer vorgetragenen
Angriffe brachten kurz darauf einen weiteren Erfolg und somit die Führung. Marburg kämpfte nun mit allen Mitteln — leider auch mit unturnerischen — um den Ausgleich, aber die Männerturner verstanden es, allen Gefahren zu trotzen, vielmehr konnten sie durch gutes Zusammenspiel noch zwei weitere Erfolge für sich buchen. Die Kampflraft der Marburger erlahmte hierauf. Die Männerturner gingen aus diesem Spiel — zweifelsohne das schärfste Spiel in der diesjährigen Verbands runde — als sicherer Sieger hervor. Durch diesen Sieg haben di« Mtv.er ihre Spitzenstellung im Gau Hessen weiterhin befestigt.
Die 2. Mannschaft mußte unverdient in Ridda eine Riederlage einstecken. Dem Spielverlauf nach wäre ein Unentschieden am Platze gewesen. In Zukunft muß mehr auf die Dviel- fähigleit des Platzes Wert gelegt werden, denn der Platz in Ridda konnte in dieser Hinsicht keinesfalls genügen. Die Svielweise leidet hierunter Rot, und es gelingt keiner M.rnnschaft, ihn» Fähigkeiten voll und ganz zu entwickeln.
Handball im Turnverein 1846 Gießen.
Da infolge der heftigen Regen der älniversi- tätsfpvrtpl.h spielunfäßig getoorben war. mußte das Spiel der 1. Mannschaft gegen Eießen- Duseck abgesagt werden.
Die 2. Mannschaft t ug i. Wetzlar-Riede güirefl das fällige Rückspiel aus. Das Spiel litt start darunter, daß der Schiedsrichter es nicht verstand, die beiderseits entstehenden Härten von Qlnbeginn streng zu unterbinden. Rachdem mit dem Stande 1:1 gewecks.lt worden war, legten die Girmeser ein sehr eifriges und flinkes Spiel vor, mit dem fie noch 2 Tove errangen, Tie Tv.-Mannschaft, die in der 2. Halbzeit vollständig zerfahren spielte, konnte nur noch 1 Tor erzielen, so daß die zwei Punkte verdient dem Platzverein zufielen.
Handball in Heuchelheim.
Tv. Heuchelheim 1 — Tv. Metzlar 11 3:3 (1:1).
Am Sonntag standen sich in Heuchelheim dies« Mannschaften zum fälligen Rückspiel in der Dev- bandssptelserie gegenüber. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein äußerst lebhaftes Spiel. Wetzlar eröffnete den Torreigen durch einen Strafwurf, dem Heuchelheim bald daraus daS''Ausgleichstor entgegensetzte. Rach Seitenwechsel erhöhte Heuchelherm die Torzahl auf zwei. Die Gäste ließen sich aber dadurch nicht entmutigen und konnten kurz hintereinander noch zweimal einsenden. Stand 3:2 für Wetzlar. Run entspann sich ein Endlampf um die Punkte: Wetzlar wollte den Dorsprrmg sichern, Heuchelheim toollte aber unter keinen älmständen verlieren. Kurz vor Schluß wurden die Bemühungen der Einheimischen mit Erfcklg gekrönt: das AusgleichStor fiel.
Handball im Lahn - Oünsberg - Gau.
To. XDtefaf I — Tv. Garbenleich 1 1:9 (1:4).
Mit einem hohen Sieg über Wiefeck holte sich ©arbenteid) am Sonntag in Wiefeck zwei weitere Punkte. Während Garbenteich ein sehr gutes Spiel vvrführte, war Wieseck, welches nue mit 10 Mann und mit Ersah spielte, gegen früher« Spiele nicht wiederzuerkennen. WieseckS beste« Spieler war der Torwart, der die Mannschaft durch fehr gute Leistungen vor einer höheren Riederlage bewahrte. Bei Garbenteich war befl
Zwei halberblühte Sammetrofen neigten sich über den schweren Schliff der Vase, die in der Mitte des ovalen Tisches stand, auf welchem drei Gedecke blitzten.
Die weißen nervösen Hände des Bankiers fuhren glättend über den melierten Spitzbart von dunklem ^Blond, wahrend die scharfen, tiefblauen Augen ungeduldig nach der Türe suchten.
„Die 5rau Baronin lassen um fünf Minuten Geduld bitten,“ kam es von dem Platze, wo der Diener stand. Eine Drehung am Lichtschalter lieft ein dumpfes Summen in der Teemaschine vernehmen.
Knapp vor der angegebenen Minutenzeit betrat eine in den vierziger Jahren stehende, aber noch immer jugendlich schöne, anmutige Frau den Raum. Ihre tunflen Augen leuchteten wie Brände, als sie dem Manne, der rasch auf sie zuschritt, die Lippen bot „Ich habe mich so beeilt, Artur, da ich dachte. Joachim würde sonst auf uns warten müssen!"
„Bestellen Sie meinem Sohne, daß es Früh- stückszeit ist." Der Bankier wandte sich dabei kaum nach dem Diener um, der lautlos am Tische hantierte.
Em verlegenes Räuspern. „Der Herr Baron Joachim — sind — noch nicht zurückgekommen!"
„Wie? —“
„Der junge gnädige Herr — haben — heute nacht nicht zu Hause geschlafen!"
Hettingens noch immer stattliche Gestalt straffte sich. Man sah es seinem Gesichte an, daß er sich nur mit Rücksicht auf die Dame des Hauses beherrschte. „Sie haben ftch geirrt, Oskar! Sehen Sie nach und sagen Sie meinem Sohne, daft wir auf chn warten."
Ohne irgendwelche Gegenrede klappte die Türe hinter dem Bedienten ins Schloß.
Die schöne Frau legte besorgt ihre ring- geschmückten Hände auf den Arn: des Gatten. „Wir dürfen ihn nicht mehr so am Gängelbande halten. Liebster! Er ist achtunzwanzig! — Unb er hat uns doch immer nur Freude gemacht, Artur! Immer nur Freude! Richt? — Unb wenn er nun wirklich diese eine Rächt außer Hause war---“ ,
„Dann werde ich ihm klarmachen, wohin er gehört!" war die in unterdrücktem Zorn gegebene Antwort. Während der Gatte nervös gereizt das 3immer mit langen Schritten durchmaß, lieft sich die Baronin am Tische nieder, um Aprikosenmerk auf die butterbelegten halbierten Brote zu streichen.
„Es hat so sehr geregnet heute nacht! Vielleicht hat ihn das abgebalten, nach Hause zu kommen!" Sie wandte chr Gesicht bittend nach dem Manne, der in einiger Entfernung von ihr stehengeblieben war.
„Du vergißt, daß es Fahrgelegenheit gibt in Wien, meine liebe Margot. Wir haben Fiaker, Tramways und Autotaxen. Außerdem hätte er nur anzuklingeln gebraucht, um ben Wagen da oder dorthin zu bestellen. Ich hoffe nicht, daß er sich in Weibergeschichten ehtLäftt! — Das ginge noch ab.“
„Müssen denn immer Frauen im Spiele fein," milderte die Baronin die Schärfe seiner Worte. „In feinem Qtlter hat man doch auch Freunde! — Man ..
„Der Herr Baron Joachim sind soeben zurück- gekommen!" Der Diener trat einen Schritt zurück, um dem Sohn des Hauses den Vortritt über die Schwelle zu lassen.
„Guten Morgen, liebe Mama! Papa recht guten Vormittag!"
„Wo treibst du dich herum?" Bang es ihm heftig aus dem Munde des Vaters entgegen, während die Mutter sich von dem Sohne küssen lüft. „Abgesehen von der Sorge, die man trägt, wenn du Rächte übet weg bleibst--“
„Es ist das erstemal, Papa--"
„Das ist feine Entschuldigung! — Man kann um sechs Hftr früh nach Hause kommen, meinet» wegen auch um acht Uhr — aber nicht erst um zehn Uhr vormittags. — Laß dir von deiner Mutter em Brot streichen und dann habe die Güte, mit in die Dank zu kommen. In den acht Tagen, die du hier bist, hast du noch keinen Fuß hineingesetzt. Ich habe gestern Direktor Wvmer Anweisung gegeben, dich anzuleiten!"
^Papa, ich habe dir bereits gesagt —"
Der Baron schnitt dem Sohne das Wort mit einer befehlenden Geste der Linken ab. „Ich danke dir, Margot!" Er nahm die Tasse, welche chm feine Frau reichte, und führte fie an die Lippen.
Die Mutter schickte einen bittenden Dllck nach dem Söhre und stre'ichslte verstohlen die eine ferner sattgebräunten Hände, die neben ihr aut der blendenden Weiße des Damastes lag. Sekundenlang ruhten ihre kühlen Finger in zärtlichem Drucke darüber.
„Wo warst du übrigen» — wenn die Frag« erlaubt ist?"
Der Blick de« Bankiers hastete mit leichtem Spott in den großen, tiefblauen Augen, die ohnq Scheu den feinen begegneten.
.Erst im Theater an der Wien.. .*
„Seh dir keine Diva in den Kops!" warf beti Vater trocken hin. „Ich denke, du wirst wissen, waS du uns schuldig bist."
,Ich habe keinerlei Verbindung in diesen Kreisen. Papa!" Joachims Stimme flang ohne jedo Schärfe. .Rach Schluß der Vorstellung waren wir im Simplizissimus."
.Wer ist das .wir"?"
.Richthofen — Dr. Feßmann — und meine Wenigkeit, Papa! — Ich Hof e nicht, daß du etwas einzuweaden hast gegen meine Freunde!"
.Rein!" kam es befriedigt. — .Obwohl — ich muß dir ehrlich gestehen, daß ich Richthvfen mit seinen vierunddreißig Jahren für vernünftiger gehalten hätte, als die ganze Rächt durchzu- zechen!"
.Ich war sein Gast, Papa!"
,Sooo!"
Das keine, sekundenlange Aufblitzen hi den Augen des Vaters trieb Joachim eine ungewollte Röte in die Wangen. Er ärgerte sich darüber. Es war wirklich kein Gruird für ihn vorhanden, verlegen zu werden, weil er einmal eine Rächt im Hause Richthofen gefchlafen hatte.
Er wußte nicht, wie abwesend dabei sein Blick sich in8 Leere verlor.
(Fortsetzung folgt)


