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Oie Weiterlage.
durch das Reich ge-
gleichmäßig
hessischen Landtages befaßte sich mit dem des Bauernbundes auf Einsetzung
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Antrag d
daß die Landes- Vezirks
Verwal-
Verwal-
kanzlers, erwidern auf diesem Wege tun Reichspräsidenten und er telegraphiert.
Dr. Eckener und vier
stattet wird. Dazu gehört auch eine tungsgerichtsbarkeit bis hinauf zum tungsgericht.
Zum dritten Punkt ist erforderlich, Zusammenarbeit zwischen den
zu dürfen. Lediglich dem Präsident Eoolidge habe
Baltimore bewirbt sich sehr um die Erlangung eines Flughafens. Der Empfang beim deutschen (3e- schäftsträger, Botschaftsrat Dr. Kiep und Gattin gestaltete sich zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis Washingtons. Die Zahl der Besucher stceg von Minute zu Minute, alle suchten nach einer Ge- legenheit, dem kühnen Luftschifführer die Hand drücken zu können.
Hacken und Spaten nicht verwenden und muhten mit den Händen an das Wegräumen des Schuttes gehen. Die Arbeit wurde zeitwerse unterbrochen, um auf Hilferufe aus dem Innern der Trümmer zu lauschen.
Von der Katastrophe werden schreckliche Einzelheiten bekannt. So war ein Arbeiter bis zur Brust in die Trümmer eingeklemmt. Beide Beine waren gebrochen und furchtbare Schmerzens- lauke entrangen sich dem blutüberströmten Mund. Mit einem Gummischlauch wurde ihm Wasser zu- geführt. Als ihn die Kräfte verließen, legte sich der Feuerwehrarzt neben ihn auf den Boden, ergriff durch ein Loch in dem Balken und Steinen den schon erkalteten Arm des Unglücklichen und machte ihm eine Morphiu-neinsprihung. Der Schwerver- letzte erlag seinen schrecklichen Verletzungen. Die Hoffnung, die noch unter den Trümmern des Hausneubaues Verschütteten, zu retten, wird von Stunde zu Stunde geringer. Um 8.30 Uhr hatte man noch, aus weiter Ferne kommend, ein schwaches Stöhnen vernommen, das jedoch bald aufhörte. Besonders tragisch ist der Fall eines der während der Aufräumungsarbeiten im Verlauf der Rächt verstorbenen Arbeiters. Lr ist Vater von a ch t K i n - dern. Seiner Frau, die auf der Unglücksstäkte umherirrt, hat man den Tod ihres Mannes noch nicht mltzuteilen gewagt, sondern ihr lediglich erklärt, daß dieser ins Krankenhaus gebracht worden sei. Lin junger italienischer Arbeiter namens Rice IN war so unglücklich zwischen den Trümmern eingekeilt worden, daß es lange unmöglich war, ihn zu befreien. Man muhte seinem Todeskampf hilflos zusehen und versuchte, ihn durch Kampferein- fprihungen zu lindern. Erst nach 27stündigen Bemühungen hat man Ricelli aus den Trümmern der Unglllcksstätke bergen zu können. Er wurd ins Krankenhaus geschafft, wo er kurz nach seiner Einlieferung gestorben ist. Dies erhöht die Zahl der geborgenen Toten auf zwölf. Daß nach einer der unter den Trümmern Liegenden, deren Zahl auf sieben bis acht geschäht wird, lebt, ist nicht onzuneh- men. Der Untersuchungsrichter hat gestern abend die Verhaftung des italienischen Architekten und Hauseigentümers Provini und des Maurermeisters Toscani verfügt.
Puris, 19. Oft ($il) Die Rachricht von der Einsturzkatastrophe in Vincennes, die sich in den Abendstunden des Donnerstag wie ein Lauffeuer durch Paris verbreitete, hat überall große Bestürzung hervorgerufen. Da der Einsturz des Hauses sich mit großer Schnelligkeit vollzog, gelang es, von den etwa 30 Arbeitern nur wenigen, der Katastrophe zu entgehen. Unter den Trümmern sind besonders die im zweiten Stockwerk beschäftigten Arbeiter begraben, während der größer» -Teil <ter in den oberen Stockwerken tätigen Arbeiter auf die Straße geschleudert wurde. Die meisten Opfer finb Italiener. Zwei Arbeiter, die im 6. Stockwerk beschäftigt waren, entgingen dem Tode dadurch, daß sie auf die Straße geschleudert wurden und wie durch ein Wunder mit geringen Verletzungen davonkamen. Ein gegenüber wohnender Augenzeuge konnte beobachten, wie das Haus inderMitte auseinanderbar st, eine Sekunde lang hin und herschwankte, um dann »wie eine Ziehharmonika" mit donnerähnlichem Krach und einer ungeheueren Staubwolke in sich zusammenzusinken.
r i u m. Außerdem stattete er dem Staatssekretär im Kriegsministerium, Davis, sowie im Handelsministerium einen Besuch ab. Gelegentlich des Besuches Dr. Eckeners bei Hoover äußerte dieser, jede Ver- kürzuna der Verbindungswege führe zu einer größeren Annäherung zwischen Den Völkern und trage zu einem guten Verständnis der Eigenschaften und Vorzüge des anderen Teiles bei. Dr. Eckener und feine Kameraden machten dann einen Flug über Washington und den Potamac-Fluß hinauf bis Mount Vernon, der Grabstätte Washingtons.
Dr. Eckeners kürzliche Bemerkung, daß W a - fhingt 0 n sich wegen seiner außerordentlich günstigen Windverhältnisse und seiner topographischen Lagen wegen gut a l s Endflughafen für eine Europa - Amerika • Fluglinie eigne, hat hier starken Eindruck gemacht und bereits zu eingehenden Besprechungen zwischen Regierung und Fachleuten geführt. Auch das nahegelegene
ohne einen fachmännischen Baumeister zu Rate zu ziehen. Ein Architekt dieser Gesellschaft besichtigte bann unb wann ben Fortgang ber Arbeiten. Der Llnternehmer hatte bereits das unterste Stockwerk bezogen. Da ihn die Hauptschüld an ber Katastrophe zu treffen scheint, wurde er zur gerichtlichen Vernehmung auf die Polizeiwache gebracht. Auf dem Wege dahin unternahm er einen Selbstmordversuch. Provini führt die Schuld an dem Unglüd auf die schweren Regenfälle in den letzten Tagen zurück, bei denen große Wassermassen in den Reubau ein gedrungen seien. Hierdurch seien Risse entstanden, die anscheinend zu schnell ausgebessert wurden. Auch der Unterbau des Hauses scheint den bautechnischen Vorschriften nicht entsprochen zu haben.
Die Aufräumungsarbeiten wurden unter Leitung des Pariser Polizeipräfekten und in Anwesenheit von Innenminister S a r r a u t beim grellen Licht von zahlreichen Scheinwerfern und Fackeln durchgeführt. Um ein Zusammensinken des sieben Meter hohen Trümmerberges zu verhüten, konnten die Rettungsmannschaften
Das Haus gehörte einem italienischen Bauunternehmer Prcvini, der es mit Hilfe einer Hypothekengesellscha,t nach den Angaben eines bekannten Bauunternehmers aussühren Vc;,
Die Einsturzkatastrophe in Vincennes.
Zwölf Tote geborgen.-Aoch weitere acht Opfer unter den Trümmern. Keine Hoffnung auf Rettung.
bureaus seinen Landsleuten in Deutschland mit- zuteilen, daß er für die unendlich zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach, Amerika zugegangen feien, herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passagieren nur das unbedingt notwendige Gepäck unb baher auch keinen Privatsekretär mitnehmen können, unb so habe er keinen der Glückwünsche, nicht einmal den des Herrn Reichskönnen. Er bitte, dies
behörden und Reichsbehörden eines dadurch gestärkt wird, daß für wichtige, kolle-
eines Ausschusses zur Aufstellung von in Hessen zu ergreifenden Sparmaßnahmen. Nach eingehender Debatte unter Berücksichtigung der Erklärungen des Finanzministers, die dahingingen, daß noch einige Wochen darüber vergehen würden, bis die erforderlichen Grundlagen des Reichsfparkom- miffars vorlägen, daß aber bis dahin der ßanbtag schon selb st zusammengekommen sein werde, wurde der Antrag von den Antragstellern dahin abgeändert, daß die beantragte Kommission sich nur aus Mitgliedern des Landtages zusammensehen solle. Zu der gleichen Frage war unterdes ein Antrag Heinstadt (Z.), Reiber (Dem.) und Kaul (Soz.) eingegangen: Die Regierung wird ersucht, den Bericht des Reichssparkommissars oder etwa ihr zur Weitergabe freigegebene Teilberichte seiner Beamten zum frühesten ihr möglichen Zeitpunkt dem Landtage zuzuleiten. Zur Entscheidung der
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'Lvc ^Voraussage.
3m Rorbwesten ist es zur Entwicklung einer Sturmzhklone gekommen, bie über den nörblichen Teil ber britischen Inseln einen Barometerfall bis unter 720 Millimeter zeigt. Dä sie sich weiter sübwärts erstreckt, wirb sie auch unserem Gebiet unter zeitweise zunehmender Luftbewe- gung unb rasch wechselnder Bewölkung unfreundliches, regnerisches, aber mildes Wetter bringen.
Voraussage für Sonntag: Llnbestän- diges, wechselnd wolkiges Wetter, mit zeitweisen Riederschlägen, zum Teil lebhafte südwestliche bis westliche Winde.
Aussichten für Montag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, etwas frischer, einzelne Regenschauer.
Lufttemperaturen am 19. Oktober: mittags 14,4 Grad Celsius, abends 11,3 Grad Celsius; am 20. Okt: morgens 10,7 Grad Celsius. Maximum 14,6 Grad Celsius, Minimum 9,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 19. Oktober: abends 9,7 Grad Celsius, am 20. Oktober: morgens 8,6 Grad Celsius. — Niederschlag 0,4 Millimeter. — Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.
Eckener in Washington.
Als Gast im Weißen Hanse.—Der künftige Luftschiffhafen.
Washington, 19. Okt. (WTB.) Dr. Eckener ist heute bei strahlendem Sonnenschein hier eingetroffen unb wurde von einer großen Polizeieskorte auf Motorrädern zum Hotel geleitet. Hier empfing er Pressevertreter, denen er mitteilte, daß er hoffe, die an dem »Graf Zeppelin" notwendigen Reparaturen bis Dienstag zu beenden unb Mittwoch in aller Frühe zu seinem Rundflug über West- unb Mittelamerika aufzusteigen. Hierbei wird er wahrscheinlich mit Henry Ford und einigen anderen Gästen an Bord Chicago überfliegen. In der Rächt zum Donnerstag wird das Luftschiff in ber Halle von East St. Louis bleiben unb Donnerstag abend wieder in Lakehurst sein. Rach Beendigung ber letzten Vorbereitungen beabsichtigt Dr. Eckener, am Samstag bieRück- fahrt nach Europa anzutreteii. Morgen fährt Dr. Eckener nach A k r 0 n (Ohio) zu Besprechungen mit den Goodyear-Werken, unb Montag mit seinem Sohn Knud unb bem Navigationsoffizier v. Schiller nach Chicago.
Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolff-
Oas Schicksal des Welfenfchatzes
Nach verschiedenen Pressemitteilungen steht jetzt der Abschluß des Vertrages über den Verkauf des Welfenfchatzes unmittelbar bevor. Ein Wiener Antiquitätenhändler ist vom Herzog von Braunschweig beauftragt worden, den Kaufvertrag so bald wie möglich abzuschließen. Als Interessenten kommen, wie bereits bekannt, eine Reihe amerikanischer Großkaufleute in Frage und es wird sogar von einem regelrechten Konsortium mehrerer amerikanischer Multimillionäre, die sich für den Schatz außerordentlich interessieren, gesprochen. I Der frühere Herzog von Braunschweig lehnt den
von der preußischen Staatsregierung durch die Presse gemachten Vorschlag, die zwölf wertvoll st en Stücke des Welfenfchatzes gegen vier Millionen Mark abautreten, ab und zwar, weil der Herzog sich einer Zerreißung des in feiner Geschlossenheit einzigartigen Kunstdenkmals widersetzt und weil ihm verbindliche Kaufangebote vorliegen, die für den gesamten SF) a tz Kaufsummen nennen, die den von der preußischen Regierung genannten Preis um ein Vielfaches über ft eigen.
Aus aller Wett.
Die Beisetzung der Kaiserin-Witwe von Rußland.
Am Freitagmittag begannen in der russischen Kirche in Kopenhagen die Beisehungsseierlich- keiten für die Kaiie^in-Witwe Maria Feobo- rowna. An brr Mes,e nahmen alle hier anwesenden Fürstlichkeiten, darunter u. a. bie Töchter der Entschlafenen, ferner die K niginncn von Dänemark und Rorwegen, der Thronpratcndent Großfürst K)rill, der Großherzog von Mecklenburg, der Kronprinz von Schweden und der Herzog von Bork, teil. Unter den ehema igen russischen Hof- leuten und Generalen bemer.te man den früheren Chef der russischen Garderegimenter General B e- sobrasow, den Herzog Karl Michael von Mecklenburg und den ehemaligen Ministerpräsr- denten Trepow. Rach der Seelenmesse wurde der Sarg von Kammerherren in ruf i cher Hoftracht hinausgetragen und dann in feierlichem Zug zum Bahnhof übrrgeführt. Das militärische Ehrengeleit hatten die dänischen Garderecimenter zu Pferde und zu Fuß gestellt. In -R 0 es- k i l d e, der alten Königsstadt, formierte sich der Zug aufs neue. Hinter dem Sarge schritten die männlichen Mitglieder der Herrscherhäuser. Vor dem Dom. dem Pantheon der dänischen Könige, wurde der mit einer dänischen und einer russischen Rationalfahne bedeckte Sarg von dänischen Gardeoftizieren in roter Galauni'orm unter Vorantritt ber lutherischen unb russischen Geistlichen in die Grablapelle getragen und neben den Sarkophagen Känig Christians IX. und seiner Gemahlin, den Eltern der verstorbenen Zarin, nieder- gesetzt. Rach einem Choral folgte die Gedächtnisrede des dänischen Hofpredigers und darauf eine kurze griechisch-katholische Seelenmes e. Unter ben Klängen von »Ein' feste Burg ist unser Gott" verließen die Fürstlichkeiten und das Gefolge die Kirche, um im Sonderzug nach Kopenhagen zurückzukehren. Kopenhagen unb Roes- kilde waren mit halbmast gehißten Fahnen geschmückt.
Lin Hirsch läuft in» Motorrad.
Auf einer Geschäftsfähig von Trier nach L 0 s h e i m (Hochwald) fprang am hellichten Tage ein kapitaler Hirsch einem Motorradfahrer auf der Landstraße in die Maschine. Während das Wild, wahrscheinlich nur leicht verletzt, das Weite suchte, stürzte der Fahrer schwer und blieb bewußtlos auf der Straße liegen. Ein später die Unfallstelle passierendes Postauto fand ihn mit schweren Verletzungen am ganzen Körper auf und brachte ihn ins nächstgelegene Kreiskrankenhaus.
Drei Tot« durch ein explodierendes Artillerie- geschah.
/In der serbischen Gemeinde Maria Almas, wo vor kurzem Artillerie-Schießübungen statt- fanden, fand der Landwirt Podgajac auf seinem Acker eine Granate, die er auf seinem Wagen nach Hause bringen wollte, äln- terwegs warf er jedoch die Granate vom Wagen, wodurch sie zur Explosion gebracht wurde. Podgajac, sein Ibjähriger Sohn und ein anderer Landwirt' wurden getötet, zwei weitere Personen schwer verletzt. Auch die beiden Pferde deÄ Podgajac wurden getötet.
Frage, wie und wann der Landtag in die dann einzusetzende Arbeit der Verwaltunasoereinfachung sich einschalten soll, tritt sofort nach Eingang der Berichte der Heltefknrat und, wenn nötig, im Anschluß daran das Plenum zusammen. — Da die Beratungen sich sehr in die Länge zogen, ließ der Präsident gegen alle Gewohnheit über die beiden Anträge abstimmen. Dabei wurde der Antrag des Bauernbundes abgelehnt, der Antrag der Koalitionsparteien dagegen angenommen. In abgeänderter Fassung wurde der Antrag des Bauernbundes bann für das Plenum aufrechterhalten.
gialer Behandlung bedürftige Fragen e i n einheitliches gemischtes Gremium geschossen wird, in dem diese Fragen g e - meinsam verhandelt und gelöst werden.
Endlich aber zum vierten Punkt werden die Länder gut tun, die parlamentarische Verfassung, die für Regierungen mit großer politischer Verantwortung unentbehrlich ist, aber sich dort nicht eignet, wo verwaltet werden muh, durch eine Verfassung zu ändern, die ähnlich, wie es bei den preußischen Provinzen und den Städten ber, Fall ist, die Wahl der Regierung auf Zeit vorsieht.
Wenn durch diese Neuerungen bie Voraussetzungen dafür gegeben sind, daß ein einheitlicher Wille in Deutschland herrscht, die Ausführung aber bei blühenden und gut organisierten Ländern Kreisen und Gemeinden liegt, so liegt kein Grund vor, bie Zuständigkeit des Reiches zu erweitern, sondern ist bie Möglichkeit gesteigert, bie ßanbesbe- Hörden zu lebendiger Mitarbeit auch für die Reichsaufgaben heranzuziehen.
Die Tätigkeit des Reichssparkommissars in Hessen.
Der Landtag verlangt baldmöglichst Teilbericht.
Dar m st a d t, 19. Oktober. Der Ae Heften-
Mengen Arbeitswilliger zu ihren Arbeitsstellen zurückkehren werben. Die Straßenbahn konnte gestern toieber in Betrieb gesetzt werben. Die Kellner, die Friseure unb bie Angestellten ber Krankenkassen sinb zur Arbeit zurückgekehrt.
Was sagt der Steuerzahler dazu?
Rund eine Million Mark kostet das kommunistische Volksbegehren.
Berlin, 19. Okt. (Priv.-Meld.) lieber bas Volksbegehren können abschließende Ziffern noch nicht gegeben Werbern Am 24. Oktober mittags soll ein vorläufiges Ergebnis bekannt gegeben werden. Andererseits ist bekannt, baß in D^lrnund in beiten Kreisen Düsselborf (Ost unb West) bie vorläufigen Zahlen vorliegen, ebenso ui tfyan- fen. Danach steht unzweifelhaft fest, bah nicht einmal bie Stimmen ber Kommunisten bei ber letzten Reichstagswayl in diesen Kreisen für bas Begehren zusammen- gekommen sinb. Heber bie Höhe ber Ko st e n hat das Reichsministerium bes Innern noch keine Entscheidung getroffen. Bei bem ^Esbegehren betreffend bie Fürsten ent eignung srnb Z 9 8 v 0 u Mark vom Reich gezahlt worden. Die Gemeinten haben Vierfünftel ihrer Kosten erstattet erhalten. Danach würde bas ^ursten- enteignungsbegehren Im ganzen r unb eine Million gekostet Haden. Im wesentlichen wird mit dieser Summe auch diesmal zu rechnen sein. Eine nette Bescherung, bie man mit diesem von vornherein gänzlich aussichtslosen unb baper auch völlig überflüssigen „Volksbegehren tem Steuerzahlen aufgebrummt hat, wobei noch Yin- zukomrnt, bah bie Urheber dieser Verschwendung von Steuergelbem am eigenen Sacket die Ausgabe vermutlich am wenigsten spüren werben.
Koch-Weser zur Reichsresorm.
Der Neichsjustizminister wünscht eine sofortige Endlösung.
Berlin, 20. Oktober. (Priv.-Tel.) Im Demokratischen Zeitungsdienst beschäftigt sich Reichsjustizminister Koch-Weser mit den Vorschlägen für eine Reichsreform, die der Luthersche Bund für Erneuerung des Reichs gemacht hat. Koch stellt die tfrage, ob die propagierte Zwischenlösung wirklich notwendig oder ob nicht vielmehr gleich die End- löfung des Problems angestrebt werden müsse. Zn diesem Zusammenhang weist Koch unter Anführung der Ziffern bei der Reichstagswahl darauf hin, daß in Baden und Würt- t e m b e r g nach Ausweis der letzten Reichstagswahlen zweifelsfreie Mehrheiten für eine endgültige Reichsform vorhanden seien und daß auch in Bayern die Mehrheit der abgeneigten Parteien in Wirklichkeit viel g e - ringer sei, als der Bund zur Erneuerung anzunehmen scheine. Er wisse überhaupt nicht, wie der Bund seine Reform besser zum Ziele bringen wolle, als durch eine Endreform, er sehe vielmehr aus einem Zwischenzustand nur neue Gefahren aufsteiaen. Koch schreibt bann zum Schluß: „Was brauchen wir von den süddeutschen Ländern und Sachsen, um zum Einheitsstaat zu gelangen? Es läßt sich in vier Forderungen umreißen, es ist:
1. ihre Bereitwilligkeit, sich bei denjenigen Angelegenheiten, die nicht ihre eigenen Angelegenheiten sind und bleiben, sondern die sie als Angelegenheiten des Reiches a u f - kragsweise ausführen, den Weisungen des Reiches zu unterwerfen:
2. ist erforderlich, daß der Verwaltungsunterbau der Länder, namentlich die Organisation ihrer Städte und kreise,
_____ . _____ ____ weitere Herren vom „Graf Zeppelin" waren heute mittag Gäste des Präsidenten Eoolidge bei einem Frühstück im Weißen Hause, an dem auch Marinesekretär Wilbur sowie die Sekretäre für die Kriegs- und Handelsmarine teilnahmen. Nach dem Frühstück im Weißen Haus begab sich Dr. Eckener in die Privatwohnung des Präsidentschaftskandidaten Hoover und von dort aus in das Marinemini st e-
Führerwechsel im Zentrum.
Marx hat Nücktrittsabsichten.
Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) Die „Westdeutsche Arbeiterzeitung", bas von bem Reichs- tagsabgeorbneten Joos geleitete Blatt ber katholischen Arbeitervereinigungen in München-Glad- bach, bemerkt in einem Artikel „Von kommenden Dingen", daß sicherem Vernehmen nach der Reichsparteitag (der in Düsseldorf abgehalten wird) der Partei einen neuen Vorsitzenden zu geben haben werde. Es verlaute, daß Reichskanzler a. D. Dr. 2Harj fein Amt ni'ederzulegen gezwungen sei. Ernste gesundheitliche Gründe verbäten ihm die fernere Führung ber Partei. Es erhebe sich baher bie Frage nach bem neuen Mann. Die „Voss. Ztg.", bie gleichfalls von bem bevorstehenden Rücktritt Marx' berichtet, bemerkt: Diese Rücktrittsabsichten werten zwar mit Gesundheitsrücksichten begründet, man hat aber den Eindruck, daß Marx aus politischen Gründen zu seinem Entschluß gelangt ist, auf die Führung des Zentrums zu verzichten. Man weiß nämlich, daß Marx mit seiner These, das Zentrum solle gegenüber dem Kabinett Müller- Franken Zurückhaltung üben und auf eine weitergehende Bindung verzichten, was praktisch also auf eine Verhinderung der Großen Koalition hinauslausen würde, nicht durchgedrungen ist. Als Rachsol- ger nennt man den ehemaligen Reichsarbetts« Minister Dr. Brauns, der der Kandidat des katholischen Volksbundes ist, mehr aber noch die Abgeordneten Stegerwald, Esser und Joos.
Oie Jührerfrage
bei den Deutschnationalen.
Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) Gestern nachmittag haben Vorbesprechungen zu ber heutigen xagung ber teutschnationalen Parteivertretung ftattgefunben. Es scheint, so erklärt bie „Deutsche Tageszeitun g", baß bei biefen Erörterungen ber Gebanke eines Parteibirektoriums in irgenbeiner Form an Boten gewonnen ffat. Jedoch hanbelt es fick nur um unverbinbliche Besprechungen. Zur Personalfrage bemerkt bas Blatt, baß sehr beträchtliche Parteikreise entscheibenben Wert barauf legen, baß bei einem Eintritt bes Geheimrats H u g e n b e r g in ben engeren Parteivorftanb auch ber Verkehrsminister im letzten Kabinett, Dr. Koch, in gleicher Weise an ber Parteiführung beteiligt wirb.
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