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Oie Weiterlage.

durch das Reich ge-

gleichmäßig

hessischen Landtages befaßte sich mit dem des Bauernbundes auf Einsetzung

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Antrag d

daß die Landes- Vezirks

Verwal-

Verwal-

kanzlers, erwidern auf diesem Wege tun Reichspräsidenten und er telegraphiert.

Dr. Eckener und vier

stattet wird. Dazu gehört auch eine tungsgerichtsbarkeit bis hinauf zum tungsgericht.

Zum dritten Punkt ist erforderlich, Zusammenarbeit zwischen den

zu dürfen. Lediglich dem Präsident Eoolidge habe

Baltimore bewirbt sich sehr um die Erlangung eines Flughafens. Der Empfang beim deutschen (3e- schäftsträger, Botschaftsrat Dr. Kiep und Gattin gestaltete sich zu einem großen gesellschaftlichen Er­eignis Washingtons. Die Zahl der Besucher stceg von Minute zu Minute, alle suchten nach einer Ge- legenheit, dem kühnen Luftschifführer die Hand drücken zu können.

Hacken und Spaten nicht verwenden und muhten mit den Händen an das Wegräumen des Schut­tes gehen. Die Arbeit wurde zeitwerse unter­brochen, um auf Hilferufe aus dem Innern der Trümmer zu lauschen.

Von der Katastrophe werden schreckliche Einzel­heiten bekannt. So war ein Arbeiter bis zur Brust in die Trümmer eingeklemmt. Beide Beine waren gebrochen und furchtbare Schmerzens- lauke entrangen sich dem blutüberströmten Mund. Mit einem Gummischlauch wurde ihm Wasser zu- geführt. Als ihn die Kräfte verließen, legte sich der Feuerwehrarzt neben ihn auf den Boden, ergriff durch ein Loch in dem Balken und Steinen den schon erkalteten Arm des Unglücklichen und machte ihm eine Morphiu-neinsprihung. Der Schwerver- letzte erlag seinen schrecklichen Verletzungen. Die Hoffnung, die noch unter den Trümmern des Haus­neubaues Verschütteten, zu retten, wird von Stunde zu Stunde geringer. Um 8.30 Uhr hatte man noch, aus weiter Ferne kommend, ein schwaches Stöh­nen vernommen, das jedoch bald aufhörte. Beson­ders tragisch ist der Fall eines der während der Aufräumungsarbeiten im Verlauf der Rächt ver­storbenen Arbeiters. Lr ist Vater von a ch t K i n - dern. Seiner Frau, die auf der Unglücksstäkte um­herirrt, hat man den Tod ihres Mannes noch nicht mltzuteilen gewagt, sondern ihr lediglich erklärt, daß dieser ins Krankenhaus gebracht worden sei. Lin junger italienischer Arbeiter namens Rice IN war so unglücklich zwischen den Trümmern einge­keilt worden, daß es lange unmöglich war, ihn zu befreien. Man muhte seinem Todeskampf hilflos zusehen und versuchte, ihn durch Kampferein- fprihungen zu lindern. Erst nach 27stündigen Be­mühungen hat man Ricelli aus den Trümmern der Unglllcksstätke bergen zu können. Er wurd ins Kran­kenhaus geschafft, wo er kurz nach seiner Einliefe­rung gestorben ist. Dies erhöht die Zahl der ge­borgenen Toten auf zwölf. Daß nach einer der un­ter den Trümmern Liegenden, deren Zahl auf sie­ben bis acht geschäht wird, lebt, ist nicht onzuneh- men. Der Untersuchungsrichter hat gestern abend die Verhaftung des italienischen Architekten und Hauseigentümers Provini und des Maurermeisters Toscani verfügt.

Puris, 19. Oft ($il) Die Rachricht von der Einsturzkatastrophe in Vincennes, die sich in den Abendstunden des Donnerstag wie ein Lauffeuer durch Paris verbreitete, hat überall große Be­stürzung hervorgerufen. Da der Einsturz des Hauses sich mit großer Schnelligkeit vollzog, ge­lang es, von den etwa 30 Arbeitern nur wenigen, der Katastrophe zu entgehen. Unter den Trüm­mern sind besonders die im zweiten Stockwerk beschäftigten Arbeiter begraben, während der größer» -Teil <ter in den oberen Stockwerken tätigen Arbeiter auf die Straße geschleu­dert wurde. Die meisten Opfer finb Italiener. Zwei Arbeiter, die im 6. Stockwerk beschäftigt waren, entgingen dem Tode dadurch, daß sie auf die Straße geschleudert wurden und wie durch ein Wunder mit geringen Verletzungen davon­kamen. Ein gegenüber wohnender Augenzeuge konnte beobachten, wie das Haus inderMitte auseinanderbar st, eine Sekunde lang hin und herschwankte, um dann »wie eine Zieh­harmonika" mit donnerähnlichem Krach und einer ungeheueren Staubwolke in sich zusammen­zusinken.

r i u m. Außerdem stattete er dem Staatssekretär im Kriegsministerium, Davis, sowie im Handelsmini­sterium einen Besuch ab. Gelegentlich des Besuches Dr. Eckeners bei Hoover äußerte dieser, jede Ver- kürzuna der Verbindungswege führe zu einer grö­ßeren Annäherung zwischen Den Völkern und trage zu einem guten Verständnis der Eigenschaften und Vorzüge des anderen Teiles bei. Dr. Eckener und feine Kameraden machten dann einen Flug über Washington und den Potamac-Fluß hinauf bis Mount Vernon, der Grabstätte Washingtons.

Dr. Eckeners kürzliche Bemerkung, daß W a - fhingt 0 n sich wegen seiner außerordentlich gün­stigen Windverhältnisse und seiner topographischen Lagen wegen gut a l s Endflughafen für eine Europa - Amerika Fluglinie eigne, hat hier starken Eindruck gemacht und bereits zu eingehenden Besprechungen zwischen Regierung und Fachleuten geführt. Auch das nahegelegene

ohne einen fachmännischen Bau­meister zu Rate zu ziehen. Ein Archi­tekt dieser Gesellschaft besichtigte bann unb wann ben Fortgang ber Arbeiten. Der Llnternehmer hatte bereits das unterste Stockwerk bezogen. Da ihn die Hauptschüld an ber Katastrophe zu treffen scheint, wurde er zur gerichtlichen Ver­nehmung auf die Polizeiwache gebracht. Auf dem Wege dahin unternahm er einen Selbstmordver­such. Provini führt die Schuld an dem Unglüd auf die schweren Regenfälle in den letzten Tagen zurück, bei denen große Wasser­massen in den Reubau ein gedrungen seien. Hier­durch seien Risse entstanden, die anschei­nend zu schnell ausgebessert wurden. Auch der Unterbau des Hauses scheint den bautechnischen Vorschriften nicht entsprochen zu haben.

Die Aufräumungsarbeiten wurden unter Lei­tung des Pariser Polizeipräfekten und in Anwesenheit von Innenminister S a r r a u t beim grellen Licht von zahlreichen Scheinwerfern und Fackeln durchgeführt. Um ein Zusammen­sinken des sieben Meter hohen Trümmerberges zu verhüten, konnten die Rettungsmannschaften

Das Haus gehörte einem italienischen Bau­unternehmer Prcvini, der es mit Hilfe einer Hypothekengesellscha,t nach den Angaben eines bekannten Bauunternehmers aussühren Vc;,

Die Einsturzkatastrophe in Vincennes.

Zwölf Tote geborgen.-Aoch weitere acht Opfer unter den Trümmern. Keine Hoffnung auf Rettung.

bureaus seinen Landsleuten in Deutschland mit- zuteilen, daß er für die unendlich zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach, Amerika zugegangen feien, herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passagie­ren nur das unbedingt notwendige Gepäck unb baher auch keinen Privatsekretär mitnehmen können, unb so habe er keinen der Glück­wünsche, nicht einmal den des Herrn Reichs­können. Er bitte, dies

behörden und Reichsbehörden eines dadurch gestärkt wird, daß für wichtige, kolle-

eines Ausschusses zur Aufstellung von in Hessen zu ergreifenden Sparmaßnahmen. Nach ein­gehender Debatte unter Berücksichtigung der Erklä­rungen des Finanzministers, die dahingingen, daß noch einige Wochen darüber vergehen würden, bis die erforderlichen Grundlagen des Reichsfparkom- miffars vorlägen, daß aber bis dahin der ßanbtag schon selb st zusammengekom­men sein werde, wurde der Antrag von den An­tragstellern dahin abgeändert, daß die beantragte Kommission sich nur aus Mitgliedern des Landtages zusammensehen solle. Zu der glei­chen Frage war unterdes ein Antrag Heinstadt (Z.), Reiber (Dem.) und Kaul (Soz.) eingegangen: Die Regierung wird ersucht, den Bericht des Reichs­sparkommissars oder etwa ihr zur Weitergabe frei­gegebene Teilberichte seiner Beamten zum frü­hesten ihr möglichen Zeitpunkt dem Landtage zuzuleiten. Zur Entscheidung der

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'Lvc ^Voraussage.

3m Rorbwesten ist es zur Entwicklung einer Sturmzhklone gekommen, bie über den nörblichen Teil ber britischen Inseln einen Barometerfall bis unter 720 Millimeter zeigt. sie sich wei­ter sübwärts erstreckt, wirb sie auch unserem Gebiet unter zeitweise zunehmender Luftbewe- gung unb rasch wechselnder Bewölkung unfreund­liches, regnerisches, aber mildes Wetter bringen.

Voraussage für Sonntag: Llnbestän- diges, wechselnd wolkiges Wetter, mit zeitweisen Riederschlägen, zum Teil lebhafte südwestliche bis westliche Winde.

Aussichten für Montag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, etwas frischer, ein­zelne Regenschauer.

Lufttemperaturen am 19. Oktober: mittags 14,4 Grad Celsius, abends 11,3 Grad Celsius; am 20. Okt: morgens 10,7 Grad Celsius. Maximum 14,6 Grad Celsius, Minimum 9,8 Grad Celsius. Erdtempera­turen am 19. Oktober: abends 9,7 Grad Celsius, am 20. Oktober: morgens 8,6 Grad Celsius. Nieder­schlag 0,4 Millimeter. Sonnenscheindauer eine halbe Stunde.

Eckener in Washington.

Als Gast im Weißen Hanse.Der künftige Luftschiffhafen.

Washington, 19. Okt. (WTB.) Dr. Ecke­ner ist heute bei strahlendem Sonnenschein hier eingetroffen unb wurde von einer großen Poli­zeieskorte auf Motorrädern zum Hotel ge­leitet. Hier empfing er Pressevertreter, denen er mitteilte, daß er hoffe, die an dem »Graf Zeppelin" notwendigen Reparaturen bis Dienstag zu beenden unb Mittwoch in aller Frühe zu seinem Rundflug über West- unb Mittelamerika aufzusteigen. Hierbei wird er wahrscheinlich mit Henry Ford und einigen anderen Gästen an Bord Chicago überfliegen. In der Rächt zum Don­nerstag wird das Luftschiff in ber Halle von East St. Louis bleiben unb Donnerstag abend wieder in Lakehurst sein. Rach Beendigung ber letzten Vorbereitungen beab­sichtigt Dr. Eckener, am Samstag bieRück- fahrt nach Europa anzutreteii. Morgen fährt Dr. Eckener nach A k r 0 n (Ohio) zu Be­sprechungen mit den Goodyear-Werken, unb Montag mit seinem Sohn Knud unb bem Navi­gationsoffizier v. Schiller nach Chicago.

Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolff-

Oas Schicksal des Welfenfchatzes

Nach verschiedenen Pressemitteilungen steht jetzt der Abschluß des Vertrages über den Verkauf des Welfenfchatzes unmittelbar bevor. Ein Wiener An­tiquitätenhändler ist vom Herzog von Braunschweig beauftragt worden, den Kaufvertrag so bald wie möglich abzuschließen. Als Interessenten kom­men, wie bereits bekannt, eine Reihe ameri­kanischer Großkaufleute in Frage und es wird sogar von einem regelrechten Konsortium mehrerer amerikanischer Multimillionäre, die sich für den Schatz außerordentlich interessieren, gesprochen. I Der frühere Herzog von Braunschweig lehnt den

von der preußischen Staatsregierung durch die Presse gemachten Vorschlag, die zwölf wert­voll st en Stücke des Welfenfchatzes gegen vier Millionen Mark abautreten, ab und zwar, weil der Herzog sich einer Zerreißung des in feiner Geschlossenheit einzigartigen Kunstdenkmals widersetzt und weil ihm verbindliche Kaufangebote vorliegen, die für den gesamten SF) a tz Kaufsummen nennen, die den von der preußischen Regierung genannten Preis um ein Viel­faches über ft eigen.

Aus aller Wett.

Die Beisetzung der Kaiserin-Witwe von Rußland.

Am Freitagmittag begannen in der russischen Kirche in Kopenhagen die Beisehungsseierlich- keiten für die Kaiie^in-Witwe Maria Feobo- rowna. An brr Mes,e nahmen alle hier anwesen­den Fürstlichkeiten, darunter u. a. bie Töchter der Entschlafenen, ferner die K niginncn von Däne­mark und Rorwegen, der Thronpratcndent Groß­fürst K)rill, der Großherzog von Mecklenburg, der Kronprinz von Schweden und der Herzog von Bork, teil. Unter den ehema igen russischen Hof- leuten und Generalen bemer.te man den früheren Chef der russischen Garderegimenter General B e- sobrasow, den Herzog Karl Michael von Mecklenburg und den ehemaligen Ministerpräsr- denten Trepow. Rach der Seelenmesse wurde der Sarg von Kammerherren in ruf i cher Hof­tracht hinausgetragen und dann in feierlichem Zug zum Bahnhof übrrgeführt. Das militärische Ehrengeleit hatten die dänischen Garderecimenter zu Pferde und zu Fuß gestellt. In -R 0 es- k i l d e, der alten Königsstadt, formierte sich der Zug aufs neue. Hinter dem Sarge schritten die männlichen Mitglieder der Herrscherhäuser. Vor dem Dom. dem Pantheon der dänischen Könige, wurde der mit einer dänischen und einer russischen Rationalfahne bedeckte Sarg von däni­schen Gardeoftizieren in roter Galauni'orm unter Vorantritt ber lutherischen unb russischen Geist­lichen in die Grablapelle getragen und neben den Sarkophagen Känig Christians IX. und seiner Ge­mahlin, den Eltern der verstorbenen Zarin, nieder- gesetzt. Rach einem Choral folgte die Gedächt­nisrede des dänischen Hofpredigers und darauf eine kurze griechisch-katholische Seelenmes e. Unter ben Klängen von »Ein' feste Burg ist unser Gott" verließen die Fürstlichkeiten und das Ge­folge die Kirche, um im Sonderzug nach Kopen­hagen zurückzukehren. Kopenhagen unb Roes- kilde waren mit halbmast gehißten Fahnen ge­schmückt.

Lin Hirsch läuft in» Motorrad.

Auf einer Geschäftsfähig von Trier nach L 0 s h e i m (Hochwald) fprang am hellichten Tage ein kapitaler Hirsch einem Motorradfahrer auf der Landstraße in die Maschine. Während das Wild, wahrscheinlich nur leicht verletzt, das Weite suchte, stürzte der Fahrer schwer und blieb be­wußtlos auf der Straße liegen. Ein später die Un­fallstelle passierendes Postauto fand ihn mit schwe­ren Verletzungen am ganzen Körper auf und brachte ihn ins nächstgelegene Kreiskrankenhaus.

Drei Tot« durch ein explodierendes Artillerie- geschah.

/In der serbischen Gemeinde Maria Almas, wo vor kurzem Artillerie-Schießübungen statt- fanden, fand der Landwirt Podgajac auf sei­nem Acker eine Granate, die er auf seinem Wagen nach Hause bringen wollte, äln- terwegs warf er jedoch die Granate vom Wagen, wodurch sie zur Explosion gebracht wurde. Podgajac, sein Ibjähriger Sohn und ein anderer Landwirt' wurden getötet, zwei weitere Per­sonen schwer verletzt. Auch die beiden Pferde deÄ Podgajac wurden getötet.

Frage, wie und wann der Landtag in die dann einzusetzende Arbeit der Verwaltunasoereinfachung sich einschalten soll, tritt sofort nach Eingang der Berichte der Heltefknrat und, wenn nötig, im An­schluß daran das Plenum zusammen. Da die Beratungen sich sehr in die Länge zogen, ließ der Präsident gegen alle Gewohnheit über die beiden Anträge abstimmen. Dabei wurde der Antrag des Bauernbundes abgelehnt, der Antrag der Koa­litionsparteien dagegen angenommen. In abgeän­derter Fassung wurde der Antrag des Bauernbun­des bann für das Plenum aufrechterhalten.

gialer Behandlung bedürftige Fragen e i n einheitliches gemischtes Gremium geschossen wird, in dem diese Fragen g e - meinsam verhandelt und gelöst werden.

Endlich aber zum vierten Punkt werden die Länder gut tun, die parlamentarische Verfassung, die für Regierungen mit gro­ßer politischer Verantwortung unentbehrlich ist, aber sich dort nicht eignet, wo ver­waltet werden muh, durch eine Ver­fassung zu ändern, die ähnlich, wie es bei den preußischen Provinzen und den Städten ber, Fall ist, die Wahl der Regierung auf Zeit vorsieht.

Wenn durch diese Neuerungen bie Voraussetzun­gen dafür gegeben sind, daß ein einheitlicher Wille in Deutschland herrscht, die Ausführung aber bei blühenden und gut organisierten Ländern Kreisen und Gemeinden liegt, so liegt kein Grund vor, bie Zuständigkeit des Reiches zu erweitern, sondern ist bie Möglichkeit gesteigert, bie ßanbesbe- Hörden zu lebendiger Mitarbeit auch für die Reichs­aufgaben heranzuziehen.

Die Tätigkeit des Reichssparkommissars in Hessen.

Der Landtag verlangt baldmöglichst Teilbericht.

Dar m st a d t, 19. Oktober. Der Ae Heften-

Mengen Arbeitswilliger zu ihren Arbeitsstellen zurückkehren werben. Die Straßenbahn konnte gestern toieber in Betrieb gesetzt werben. Die Kellner, die Friseure unb bie An­gestellten ber Krankenkassen sinb zur Ar­beit zurückgekehrt.

Was sagt der Steuerzahler dazu?

Rund eine Million Mark kostet das kommunistische Volksbegehren.

Berlin, 19. Okt. (Priv.-Meld.) lieber bas Volksbegehren können abschließende Ziffern noch nicht gegeben Werbern Am 24. Oktober mittags soll ein vorläufiges Ergebnis bekannt gegeben wer­den. Andererseits ist bekannt, baß in D^lrnund in beiten Kreisen Düsselborf (Ost unb West) bie vorläufigen Zahlen vorliegen, ebenso ui tfyan- fen. Danach steht unzweifelhaft fest, bah nicht einmal bie Stimmen ber Kommu­nisten bei ber letzten Reichstagswayl in diesen Kreisen für bas Begehren zusammen- gekommen sinb. Heber bie Höhe ber Ko st e n hat das Reichsministerium bes Innern noch keine Entscheidung getroffen. Bei bem ^Esbegehren betreffend bie Fürsten ent eignung srnb Z 9 8 v 0 u Mark vom Reich gezahlt worden. Die Gemeinten haben Vierfünftel ihrer Kosten er­stattet erhalten. Danach würde bas ^ursten- enteignungsbegehren Im ganzen r unb eine Million gekostet Haden. Im wesentlichen wird mit dieser Summe auch diesmal zu rechnen sein. Eine nette Bescherung, bie man mit diesem von vornherein gänzlich aussichtslosen unb baper auch völlig überflüssigenVolksbegehren tem Steuerzahlen aufgebrummt hat, wobei noch Yin- zukomrnt, bah bie Urheber dieser Verschwendung von Steuergelbem am eigenen Sacket die Aus­gabe vermutlich am wenigsten spüren werben.

Koch-Weser zur Reichsresorm.

Der Neichsjustizminister wünscht eine sofortige Endlösung.

Berlin, 20. Oktober. (Priv.-Tel.) Im Demokra­tischen Zeitungsdienst beschäftigt sich Reichsjustiz­minister Koch-Weser mit den Vorschlägen für eine Reichsreform, die der Luthersche Bund für Erneue­rung des Reichs gemacht hat. Koch stellt die tfrage, ob die propagierte Zwischenlösung wirklich notwen­dig oder ob nicht vielmehr gleich die End- löfung des Problems angestrebt wer­den müsse. Zn diesem Zusammenhang weist Koch unter Anführung der Ziffern bei der Reichstags­wahl darauf hin, daß in Baden und Würt- t e m b e r g nach Ausweis der letzten Reichstags­wahlen zweifelsfreie Mehrheiten für eine endgültige Reichsform vorhanden seien und daß auch in Bayern die Mehrheit der abgeneigten Parteien in Wirklichkeit viel g e - ringer sei, als der Bund zur Erneuerung anzunehmen scheine. Er wisse überhaupt nicht, wie der Bund seine Reform besser zum Ziele bringen wolle, als durch eine Endreform, er sehe vielmehr aus einem Zwischenzustand nur neue Gefahren aufsteiaen. Koch schreibt bann zum Schluß:Was brauchen wir von den süddeut­schen Ländern und Sachsen, um zum Einheits­staat zu gelangen? Es läßt sich in vier Forderun­gen umreißen, es ist:

1. ihre Bereitwilligkeit, sich bei denjenigen Angelegenheiten, die nicht ihre eigenen Angelegenheiten sind und bleiben, sondern die sie als Angelegenheiten des Reiches a u f - kragsweise ausführen, den Weisungen des Reiches zu unterwerfen:

2. ist erforderlich, daß der Verwal­tungsunterbau der Länder, namentlich die Organisation ihrer Städte und kreise,

_____ . _____ ____ weitere Herren vomGraf Zeppelin" waren heute mittag Gäste des Prä­sidenten Eoolidge bei einem Frühstück im Weißen Hause, an dem auch Marinesekretär Wil­bur sowie die Sekretäre für die Kriegs- und Han­delsmarine teilnahmen. Nach dem Frühstück im Weißen Haus begab sich Dr. Eckener in die Privat­wohnung des Präsidentschaftskandidaten Hoover und von dort aus in das Marinemini st e-

Führerwechsel im Zentrum.

Marx hat Nücktrittsabsichten.

Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) DieWest­deutsche Arbeiterzeitung", bas von bem Reichs- tagsabgeorbneten Joos geleitete Blatt ber katho­lischen Arbeitervereinigungen in München-Glad- bach, bemerkt in einem ArtikelVon kommenden Dingen", daß sicherem Vernehmen nach der Reichsparteitag (der in Düsseldorf abgehalten wird) der Partei einen neuen Vorsitzen­den zu geben haben werde. Es verlaute, daß Reichskanzler a. D. Dr. 2Harj fein Amt ni'ederzulegen gezwungen sei. Ernste ge­sundheitliche Gründe verbäten ihm die fernere Führung ber Partei. Es erhebe sich baher bie Frage nach bem neuen Mann. DieVoss. Ztg.", bie gleichfalls von bem bevorstehenden Rück­tritt Marx' berichtet, bemerkt: Diese Rück­trittsabsichten werten zwar mit Gesundheits­rücksichten begründet, man hat aber den Ein­druck, daß Marx aus politischen Grün­den zu seinem Entschluß gelangt ist, auf die Führung des Zentrums zu verzichten. Man weiß nämlich, daß Marx mit seiner These, das Zen­trum solle gegenüber dem Kabinett Müller- Franken Zurückhaltung üben und auf eine weitergehende Bindung verzichten, was praktisch also auf eine Verhinderung der Großen Koalition hinauslausen würde, nicht durchgedrungen ist. Als Rachsol- ger nennt man den ehemaligen Reichsarbetts« Minister Dr. Brauns, der der Kandidat des katholischen Volksbundes ist, mehr aber noch die Abgeordneten Stegerwald, Esser und Joos.

Oie Jührerfrage

bei den Deutschnationalen.

Berlin, 20. Okt. (Priv.-Tel.) Gestern nachmit­tag haben Vorbesprechungen zu ber heuti­gen xagung ber teutschnationalen Parteivertretung ftattgefunben. Es scheint, so erklärt bieDeutsche Tageszeitun g", baß bei biefen Erörterungen ber Gebanke eines Parteibirektoriums in irgenbeiner Form an Boten gewonnen ffat. Jedoch hanbelt es fick nur um unverbinbliche Besprechun­gen. Zur Personalfrage bemerkt bas Blatt, baß sehr beträchtliche Parteikreise entscheibenben Wert barauf legen, baß bei einem Eintritt bes Geheimrats H u g e n b e r g in ben engeren Parteivorftanb auch ber Verkehrsminister im letzten Kabinett, Dr. Koch, in gleicher Weise an ber Parteiführung beteiligt wirb.

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