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Llnveröffentlichie Memoiren der Königin Hortense.

Tönende Stille

Don Anna Kappstein.

Frau Margarethe Ä e r n aus Gesundheitsrücksichten nieder.

P Schlitz. 19. Sept. Aach über 20jähriger treuer Dienstzeit legt mit dem I. Oktober die brs-

Mark bezahlt.

.tircie Lauterbach.

ag und eine Dacht aus verzauberter tönender Stille. . . Vertraute Land­schaft: Wiesen, QMume, Schilf, der breite blaue

fließ. Dikola hat sich nämlich zu der Stiftung berctt erklärt unter der Bedingung, daß erste Insasse dieser neuen Glavnjatscha GesüngniSdirektvr sein solle.

st en zu ihm gehalten, als alle ibn verliehen. Durch dre eben erschienene französische Ausgabe geht dem Werl der Auf einer geistvollen, zum Teil sehr dramatischen Schilderung voraus, die tief in da- intime und politische Leben Dapo- leons einführt und viele neue Ausschlüsse gibt und m der unS der liebenswürdige Charme der Königin, deren wechsclvvlles Schicksal an Romantik nichts zu wünschen übrig läßt, ent­gegen tritt. Wir kommen auf das Werk nach Erscheinen zurück.

Der Verlag F. Bruckmann in München kün­digt un- daS bevorstehende Erscheinen einer deutschen Ausgabe der Memoiren der Königin Hortense an. Die Veröffentlichung, der au- dem Jahre 1831 stammenden, bisher streng geheim gehaltenen Auszeichnungen, ist erst jetzt von der Familie Dapc^.on freig geben worden Hortense, Stieftochter Dapoleons und zugleich al- Gemahlin seines Bruder- LouiS Königin von Holland, stand dem großen Korsen besonder- nahe und hat in der Kalastrvphenzei sten zu ihm gehalten, als alle ihn

Waller gegangen und war seitdem verschollen. Aur R .olaS Mutter Hit noch einmal von ihm gehört (denn sie hatte chn vorher gut man agt: zu gut gefannt). Von diesem Onkel er­hielt Düola, der ®efang .nenmärter in Belgrad, eines Tag?» ein dickes, eingeschriebenes Vries- Paket auS de» Vereinigt m Staaten, in dem ihm mitgeteilt wurde, der Onkel habe feinem einzigen Veno andien in der Heimat die Kleinigkeit von 25 Millionen Dollar (faft einem- halb Milliarden Dinar k) vererbt. Aikola traute feinen Augen nicht: das Gerücht aber kam auch feinem Vorgesetzten, dem Direktor der Dlavn- jatscha zu Ohren. Der lieh sofort den glück­lichen Erben zu sich rufen und fragte ihn, ob die Geschichte wahr sei.Das weih ich wirllich nicht", entgegnete Ailola,aber den dicken Dries au- Amemka habe ich tatsächlich bekommen". .Änd was wirst du nun mit dem vielen Velde anfangen? Möchtest du davon nicht eine neue, moderne Glavnjatscha bauen lassen? Denk dir nur, das neue Gefängnis würde dann auch deinen Damen tragen, und du würdest in einer neuen, präch­tigen Uniform fein Hüter sein!"

Aikola blickte seinen Vorgesetzten sckief von der Seite an, so schief, wie es der schuldige Re­spekt überhaupt erlaubte und dann soll er eine Aeuherung getan haben, die wirklich wider- alle Subordination und militärische Pflicht ver-

lehrerverein aus eigenen Mitteln ange- schasft hat, Vorführungen für die Lchü- l e r statt. Diesmal wird daS ergreifende Märchen ..Der Holländermichel" vorgeführt. Zum Schlulle folgt eine Veran'chaulichung des Schneeschuh» fports. Für beide Darbietungen zeigen die Kin­der großes Interelle.

Kreis Schotten.

T AuS dem südlichen Vogelsberg, 19. Sept. Aach Beendigung der Grummeternte hat nun auch schon da» Kartoffelaus­machen begonnen. Im allgemeinen steht eine gute Ernte bevor. Unsere Gegend weist in diesem Jahr fast gar keine Aepfel auf. Für die Gcmeindekaf en bedeutet das e nen nicht unerheblichen GinnahmeauSfall. Gut ist die Zwctfchcnernte. Reckt beträchtlich: Wengen sind in den letzten Tagen von auswärtigen Händ­lern aufgefau't worden. Für den Zentner werden

Stelle wurde die Ehefrau deS Sattler- Johann Fischer vom Kuratorium der Anstalt zunächst probeweise auf ein Jahr mit Versehimg der erledigten Stelle betraut. Frau Kernbach wird dagegen auch weiterhin die Verwalt erst eile in der hiesigen Jugendherberge, die sich in der Hinterburg befindet, beibehalten. Am nächsten Sonntag feiert der Schl i tz e rlä n de r Reiterverein hier fein alljährlich stattfinden- deS R e i t e r f e st. Durch die Weihe einer Standarte bekommt da- Fest die-mal eine ganz besondere Bedeutung.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-ä- Dutenhofen, 19. Sept. In dm letzten Tagen hat aus unserer Eisenbahnstation eine rege Obstverladetätigkeit eingesetzt. Hauptsäch­lich kommen Zwetschen in größeren Wengen zum Versand, die von den Händlern in den umliegenden Orten auf getauft wurden. Für den Zentner gebrochener Zwetschen werden gegenwärtig 8 Mark bezahlt. Für Fall­äpfel. die jedoch nur in geringen Quantitäten vorhanden sind, werden bi» zu 6 Mark je Zentner bezahlt. Wie in anderen Gegenden, liefern auch hier nur die Zwctschenbäume eine volle Ernte, während Apfelbäume und Birn­bäume in den meisten Lagen versagen.

- - Lützellinden, 19. Sept. Die diesjährige letzte Versteigerung des Grumm et- grase» unserer Gemeinde brachte sehr niebrige Preise, da es sich um sehr saure Wiesen han­delte, deren Erträgnille kaum alS Diehfutter ver­wandt werden können. Für Parzellen in Gröhe von etwa 1500 Quadratmeter wurden 1 bi» 3 Wart geboten, ein Preis, der bei besserem Zustand der Wiesen um viele» höher gewesen wäre. Bei der ersten Grummetgrasversteigerung wurden für Parzellen in gleicher Gröhe mit gutem Grasbestand über 30 Mark geboten.

$ Groß-Rechtenbach, 19. oept In der ^ImlegungSsache der hiesigen Gemeinde bat das Kuüuramt den Auseinandersetzungs- Plan nunmehr vorläufig festgesetzt und feine Ausführung angeordnet. Die AuSführungSbestim- munoen liegen bei den Gemeindevorstehern zur Einsicht der Beteiligten au». Iragfäfcige. nicht mehr verpflanzbare Obstbäume dürfen nur mit Zustimmung der Planempfärmer. In deren neue Pläne sie fallen, entfernt werden. Zuwiderhand­lungen werden mit Geldstrafe bis zu 300 Mk. be­straft. Die Prvvinzial-straße Wetz­lar-Butzbach wird zur Zeit auf der Teil­strecke vom hiesigen südlichen OrtsauSgange bi» zum Waisenhaus Zoar. Hof Rechtenbach, durch Eindeckuna mit einer neuen Kleinfchlag - decke instandgeseht Während der Dauer der Instandsetzungsarbeiten ist diese Straßenstrecke für den öffentlichen Derk.hr gesperrt. Die 73er- kehr»Umleitung erfolgt über Hörn-HeimHochel­heim.

O Dor nho lzhau fen, 19. Sept. Ain Sonntag feierte d.e hiesige Kirchengemeinde ihr diesjähriges Mission-fest, da- sich bei präch­tigem Wetter eines sehr zahlreichen Besuche» er­freute. Im Feftgvltesdrinst freit Missionar Schä»

OaSGanovengenchi" richtet.

Bei der Aufklärung eines großen Iuwelen- einbruches in Berlin Spar cttenoura bie zu brr Verhaftung eines Hauptläter» führte, ist auch die Öffentlichkeit von einer seltsamenJustiz" unterrichtet morgen, die innerhalb der Ganoven ttetneben wird. Diese ist da» .Ganovengericht". da» in einer finsteren Gegend des Berliner Hor­ben» sein Domizil hat und nach eigenen Rechts» ftatuten über Gut and Böse der Zunft zu ent­scheiden hat. SS legt Stubenarrest und Geld­bußen in beträchtlicher Höhe auf, und die Kri­minalpolizei weiß fogar darüber au berichten, daß es schon wiederholl mit Todesstrafen für Ab­trünnige. Mc auS der Reihe getanzt sind, gedroht bat So ist eS auch dem soeben gefaßten Juwelen» etnbrecher geschehen, der bet seiner Vernehmung jegliche Au-sage verweigert, well er fürchtet, vom Ganovengericht zur Todesstrafe verurteilt ku toetotn Die Räuberromantik ist allo noch keineswegs ausgestvrbert und fte blüht am üppig- ften dort wo man sie am wen-gsten vermutet näm» stch geschäftigen Getriebe der Großstadt.

Mallenangebot ging der Preis von 10 auf 8 Mk zurück. Iirzwischen werden aber wieder 10 'Mk.

ür den Zentner bezahlt. Das ist für Zwetschen ein sehr ansehnlicher Preis. Da manche Ge­meinden eine vorzügliche Steinobst ernte haben, kommt der Erlös den Landwirten sehr zustatten. Zögernd, beim es ist bei Tage noch zu warm, und die Haltbarkeit der Knollen leidet darunter, letzt auch die Kartoffelernte ein. Der Er­trag ist auf feuchten Reckern ziemlich gut. In den trockenen Lagen s'md die Stöcke fast überall abgestorben und die Knollen Nein geblieben.

V Obbornhofen. 19. Sept. Aach mehrmo- natlicher Arbeit wurde in diesen 5>.gen die Wasserleitung mit Kanalisation d-s ganzen Dorfes beendet Obwohl anfänglich manche gegnerische Stimmen laut wurden, sv wird jetzt nach tadellosem Arbeiten der ganzen Anlage dieSteuerung allgemein begrüßt DaS Wassergeld und die Kanalarbühren halten sich durch den Verkauf de» Trinkbrunnens an die Hefrag und auch Gewährung eines annehmbaren Darlehen» in tragbarer Höhe. Die angelegte Aotwasserlritung konnte außer Betrieb gesetzt werden. Sämlliche Arbeiten der Wasserverfor- flung wurden von der Tiesbaufirma Stelan Kuhn- Inheiden auSgeführt. Die Kosten be­laufen sich auf rund 120000 Mark.

Kreis Kriedberg

o Butzbach, 19. Sept Die Tätigkeit des vor 55 Jahren gegründeten hiesigen Tierschutz- verein- hat in den letzten Jahren fast völlig geruht. Jetzt will man den Verein wieder neu beleben. ES werden wieder regelmäßig die Bei­träge erhoben, und die Mittel sollen zur Pflege deS Tierschutzgedankens Verwendung finden.

WGA. Butzbach 19. Sept Aoch ist die Rücksichtslosigkeit eine» Autofahrers, der vor einiger Zeit einen ckleberfahrenen hilflos liegen lieh, in aller Erinnerung, und schon wieder wird ein ähnlicher Fall gemeldet Am Sonntag abend wurde bei den Acguinwerken ein Mann angt« fahren und hilflos liegen gelallen. G» gelang, den rücksichtslosen Fahrer namentlich sestzu st eilen.

Q Steinfurth, 19. Sept. Durch die wieder­holte ilmlciiung de« Kraftwagen» rkehrs Frank­furtGießen über Steinfurth war di: Provin­zial st raße durch Steinfurth hn Oberbau so zerstört worden, daß sich darin Loch an Loch befand und ein sichere« Fahren unmöglich war. Bei Regenwetter war für Fußgänger ein Durch­kommen durch die Schlammassen beängstigend, und für den Autoverkehr war die Ortsdurchfahrt tn letzter Zeit gefährlich. Die Prvvinzialftraßenbau- verwaltung kommt daher einem sehr dringenden Bedürfnis entgegen, daß sie nun mit der Er­neuerung der Prcvinziulstraße Ha-ptitraße St in- furth. begonnen frit Damit der neue Oberbau der Straße eine kräftige Verbindung mit dem alten bekommt, wird dieser zuerst mit dem Straßenpsiug aufgerissen, mit neuangefahrenem Schotter gut überdeckt und bann gewalzt. Die Ortsdurchfahrt Steinfurth ist daher vom 17. bi» 27. d. M. für den Durchgangsverkehr Butzbach Bad-Rau Herrn gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Dieder-Weisel und Dieder-Mörlen

* Wvhnbach, 19. Sept. Die Rohbau- arbeiten am großen Wasserbehälter der .Hefrag zur Versorgung des Schwel- kraftwerkes Wölfer-Heim mit täglich bis zu 3000 Kubikmeter Wasser gehen dem önbe entgegen. Die Gesellschaft für Beton- und Eifenbetonbau in Gießen hat daS Werk, zu dem über 500 Bahn- wagen Baumaterial (Dasaltsplitt, Grus, Sand und Zement verarbeitet wurden in knapp einem Vierteljahr in modernem Beton-Diehverfahren vollendet Besonderen Aufwand benötigten die Aushubarbeiten wobei mittels elektrischer Boh­rungen größere Felsmassen gesprengt werden muhten. Der Wasserbehälter mit den Ausmaßen 39 x 44,5 Meter zerfällt in acht grobe Längs» kümmern, von denen jede bei 34 Meter Länge und 4 Meter Breite 544 Kubikmeter Wasser faßt, also insgesamt nahezu 4500 Kubikmeter. Dazu kommen noch zwei kleinere Wasserkammern für die Gemeinde Obbornhofen und das Lau­bach sche Hofgut, deren Wasserversorgung die »Hefrag" unentgeltlich durchzuführen hat

Kreis ©üfrittßcn.

Büdingen 18. Sept Gegenwärttg finden wieder in den einzelnen Bezirken unseres Kreises mittels des Kinoapparat», den der Kreis-

Fluß, Spätsommersonne über dunklem Grün und sattbunten Blumen. Anspruchslose märkische Schönheit, die dem Auac nicht Entdeckerfreuden bietet, nur wohliges AuSrutzen Gern schließt es sich dem Dlenden des heißen Lichts. daS der Wasserspiegel taufendstrahlig zurückwirst ilnö liegt man so im Grase, den Kops am Boden hingegeben dem stetig wirkenden heimlichen Da- kurgeschehen, so fängt die Stille an zu klingen

Erft ist es nur der Wind, den ich sausen höre, älnablässig. tn allen Registern. Brausend wie Weerflut, wenn er das baumhohe Schilf zerwühlt, da» urwalbbicht daS Werder schirmt, flüsternd wie Harfen, wenn er um die braunen Blüten- büfchel des Röhricht» spielt und leichte Weiden- zweige biegt, gcwitterdonnemd. wenn er stoß­weise tn die Wipfel alter Pappeln und Sichen fährt immer gegenwärtig al» Stimme der Luft, auch Wenn der Gefühlssinn keine Lustbewegung wahrnimmt Inselwind ... es ist ein wenig wie auf einem gleitenden Schiff. Man fühlt, daß man lebendig ist Hafenstille kann waS von Friedhofsstille Haden. Und es ist allzeit ein Rätsel um den Wind, wie schon dem wißbegierl- gen Aikodemn» Antwort geschah: .Du bare ft ein Sausen Wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt' Die Wetteriahnen zwar deuten die Degrichtung- doch wa» ist mir die» schulmäßige Wissen- Aber zu denken, daß der Wind, der von Süden kommt den Duft von Küssen mitführt, die er den Rosen und Mimosen an LiauricnS Küste raubte. daß der Wind vom Morgen- lande über Wüsten und Oasen reiste, goldrot gedörrten Sand wirbelte und Kronen der Dattel­palmen fächerte, daß im Rordwind der Ststzauch todeinsamer Gletscher!« tten. die jäh in» Welt­meer stürzen, nachschauert und bk feuchten Schwingen des Westwinds Keime der Fruchtbar­keit au» ft reuen: daß aller Wind k-i S Sturm sei» Hauch, die Einbildungekrast aufregt, macht chn dem Geist verwandt, für den di.

Sprachen das gleiche Wort dererihaI>en U

Schüler stets vorzeitig und war außerstande, seine Aufgabe fertigzu-nach^i. Dachdrm gu!- Worte nichts genutzt hatten, ließ der Lehre, von seinem Bruder, einem Zivilingenieur, eine sinnreiche Elektrizitätsmaschine bauen, deren Enden am Papier und am Rücken des Kna­ben mündeten. Sobald auf dem Schrobpapier ein übermäßig starker Druck erfolgte, erhielt der Junge einen elektrischen Schlag in den Rücken. Da» Radikalstzstem tat denn auch seine Wirkung, und der geschlagene Schüler wurde alsbald auch im Schreiben der Erste feiner Klasse.' Der erfinderische Päd goge erhielt jetzt anläßlich der Iahresversarnrnlu: g des Ober­sten Schulrates von England ein öffentliches Lob fürfein System".

Galsworthy, erhärt Hauptmann und Schnitzler haben mich bestohlen!"

lv) Budapest.

Fräulein Irma Schilling er ist eine Dame, die bi» vor kurzem ein ebenso biederes wie auch unbekanntes Leben im Verborgenen der unga­rischen Hauptstadt fristete. Diemand hat ge­wußt. daß Irma Schlllingrr, das sechszigjährnge Fräulein, die bedeutendste Schriftsteb lerin der Gegenwart ist. Das erfuhr man zum großen Staunen aller literarisch inlereffterlen Kreise erst anläßlich eines Pro­zesses, bei dem Irma Schillinger die bekannten Wiener Libretttsten Brammer und Grün­wald wegen Plagiat- vor Gericht zitierte. Aus einem Interview, Da» dieSchriftstellerin" einem ungarischen Journalisten gab. geht hervor, daß es keinen Schriftsteller in der gingen Welt gibt den Fräulein Irma nicht deS griffigen Dieb­stahls an ihren in Theaterbureaus lagernden Dra­men geziehen hätte. Die alte Dame gab wirllich schaudererregende Dinge zum besten. Sie be­richtete mit schmerz bebender Stimme über eine regelrechte organisierte Maffia, die mehr als sechzig ihrer Stücke (denn in jedem Lenz hat sie mindestens eine» geschrieben l) ge st ohlen hätte.Ich muß Ihnen fjgen, daß es besonders in Ungarn fürchterlich ist. Es gibt da eine Dramen- und Librettifabrik, eine g.»Heime lite­rarische Großhandlung, deren Organe mit sämt­lichen Theatern der Welt in Verbindung stehen und in den DirektionSzimmern die Pointen der eingereichten Stücke abschreiben. Alles, was irgendwie nett ist, g.istreiche Wortspiele, elegante Wendungen, liebenswürdige Scherze all das wird ein,ach gestohlen und von Bühnenschrift­stellern, die ihren Mang.l an Talent durch Geld ersetzen können, zu hohen Preisen gekauft Sämtliche französischen Schwan.dichter I ben seit Jahren von meiner Production. Dekobra hat vier Stücke von mir gestohlen. Von Gerhart Hauptmann will ich gar nicht erst reden. Sämtliche ungarischen Bühnendichter verdanken ihren Ruhm meiner Leistung. In erster Reihe Franz Molnar, der seinen Weltruhm aus meinen Stücken erschwindelt hat. Und dabei ist es herzbrechend, anzusehen, wie meine Sujets durch talentlose .Bühnenschriftsteller" m in- ftectoertige Tröpfe wie Pirandello. Galsworthtz. Schnitzler und andere mehr einfach verhunzt worden sind."

Die alte Dame hat wirllich ein bellaaeirswerteS Los. Aber nach Ansicht de» Journalisten, dem sie all ihr vieles Leid geflagt hatte, ist diese verkannte Dichterin ganz harmlos und die Ein­lieferung in eine Irrenanstalt scheint vorläufig nicht nötig.

Der reichste Mann IugoslakvienS.

(l) Belgrad.

Er war ein kleiner, ein ging kleiner Mann gewesen. Einer der Fleinften; Infanterist tn irgendeinem Provinzvegimenl, dann nach Belgrad verschlagen, wo er Gendarm im Staats-

f ä n g n i $, der berüchtigten .Glavnjatscha" wurde, öt war ein gewissenhafter befangenen» Äärter. nicht bestechlicher als andere jugoslawi­sche Polizeibeamte auch, tat seinen Dlenft brav und treu, und eines Tages wurde er Kor­poral.

Das war Aikola Dronjaks Lebenslauf bisher fürwahr, viel Absonderliches hatte er nicht aufzuweisen. Aber es gab ein Seltsames in Dikola» Dasein, und das war nun ja. das war der berühmte .reiche Onkel in Ame­rika." Dikvlas Großmutter hatte einen Bruder, dieser Bruder nahm ein Eheweib, und ein Detter eines Reffen dieser Frau ist über das große

die Stimmen des Winde» erzählen mir Ge­schichten.

Ein Blinder, der feinem Ohr vertrauen lernte, mußte nach dem Ton des Windes unterscheiden, ob er unter Linden oder Akazien oder schwer- blätterigen Platanen sitzt. Denn jedes Laubes Beschaffenheit gibt dem Wind einen anderen Ton. Doch leichter sind die Jahreszeiten zu er­kennen. Sprießende Blätter fäufeln zarter als vollfasiig ausgewachsene- Herbstlaub raschelt. Im kahlen Walde pfeift der Wind. In Dadelbäiunen orgelt er langgezogen, im Laube trompetet er frische, wirbelnde Melodien.

Aber der Wind gibt nur den Unterton für die zahllosen und melstimmigen übrigen Laute. Welle gluckst um Halm und Kraut, das ist wie schüchternes Anklopfen. Ruderschläge pettschen das Wasser, Segel knattern, Ankerkette raffelt. Bretter knarren.

2u» der Ferne faucht ein Dampfer - Möven, ausgeschreckt, heben sich mit schrillem Schrei. Schwärm« von Staren streichen brausend wie Wetterwollen mir zu Häupten.

Dann wird es wieder ruhig, so ruhig, daß ich die Mücken schwirren und die Gräser wispern Höre. Eine Sichel schürft irgendwo im Rasen, eine B^ene summt vorbei. Der Flügelschlag des Wasserhuhns verzitteri alS Klangspur. Ein dicker Käfer surrt mir um die Rase.Zink. zink", be­ginnt ein Specht die Unterhaltung.Pink, pink", antwortet die Melle. Und dann trillert sie. al» wäre eS Mai. Da» reizt den Zeisig, er kräht mit Eifer sein Behagen aus. Aber der Specht gehl an die Arbeit, bald hämmert fein Schnabel

< A^rinde. Wit kleinen ärgerlichen Zi- hu'cht das verscheucht« Eichkätzchen auf den näariten Baum, unter feinem Sprung prasseln Eicheln. ..Rabrab". ruft» von dürrer Baum- spitz«.

Hund« bellen drüben im Dor'. Autohupe gellt. Gän'e IcbnatVtm. 6in« .Kuh brüllt auf. Schaf« Mbten Dir ganze Landwirtschaft schimpft dem unsichtbar nie Blaue va senden Benzin teufet nach.

Mil seltsamem Ur laut schmettert Pferdewiehern m den Inselsrieden Mpchvlogische Borstellungen wachen aus wenn von fernem Donner der Boden letzt erbebt, fo fckreck ich eufamm«n. <rf» stampf« ber Kentaur tlinchuttg daher Oder war es das Rollen eme» Zuges jenfetts auf bem Eisenbahn-

dämm? Wälzen seine harten Stöße Lasten von Grdenleid an meinem verwunschenen Eiland vor­über. das Pan. der vertrieben«, sich zur Zuflucht erkor?

Drekeker" quakt «in Frosch. Silberner Klang der Tropfen perlt, da ein Fischlein springt. Grille zirpt zwischen Distelstauden. Trockene Blätter finfen, das gibt einen .unluftigen Ton tn der Luft. Ss knackt in den Zweigen, ein Hase schießt vorbei ins Weite. Verwundert sagt ein Vogel: Piep.

Ich erheb« mich von meinem Lauscherpoften. Mein Tritt knirscht im Sand«. Ich gehe dem Garten zu. Eine große Birne plumpst m die lodere Erde. SdrungbaIsaminen öffnen mit Flei­nern Knall die Samenkapseln und grünrote Kör­ner spritzen heraus. Durch das Dickicht des Schilfs hallt Musik vom Wasser. Mädchen fin­gen. SS wird Abend. Leiser rauschen bie Winde. Schwälbchen schwatzen vom Dachfirst.

Im Hause ttappevn Teller. Das Gong schwingt ... Weit über bie Flatt läuten di« Glocken von allen Türmen der Dörfer am Festland.

Wan eilt zu Tisch. Menschen reden. Ihr« Sprach« wirkt wesenlos. Das Gleichgültigste noch scheint Unwahrheit. Ss ist dem nachgespro­chen, wa» Hunderttautende andere vor ihnen sag­ten. Und weil es «richt Eigene» ist, klingt e» falsch. Verstimmte Instrument« ... Wenschen- seelen, die nicht auS der Tiefe fchöpsen können. Die Dacht quillt über vom Silberlicht des Mondes, der aus den Wellen widerglänzt. Innner iroch harft der Wind. Heimliches Leben reat sich im Schilf. Die Liehen rufen mit kurzer süßer Klage. Anderes Getier fällt ein. Au» Dostern seufzt und fragt eS. Sme Mldente fällt aufklosichend ins Waller ein. Füßchen schlei. chen, Flügel streichen. Sttahlen weben. Strahlen, über Bu«ch und Baum und Flur gesponnen, auf dem Fluß zu leuchtendem Dey geknüpft, sind wir Sttberfchrnlr«. sind bie Saiten einer Geigc Pan, der um Mittaa schlief, ist erwacht. Pan spielt di« große Geig« der Schöpfung Tier unb Pflanz« lauscht. Par ist Herr

Rehmt mich m eurer Kreis, nehmt mich in eure Andacht auf? Pan feVt und die Welt hebt an xu klingen

Oberheffen.

Landkreis Gietzen.

L Wieseck, 20. Sept. Am 22. Sept, wird der Werkmeister Philipp Kümmel von hier 8 0 Jahre alt. Der alte Herr ist körperlich und geistig noch sehr frisch und wandert jeden Tag zu seiner Arbeitsstätte bei der Firma Andreas Euler. Zigarrenlistenfabrik. Er war im März d. I bereits 41 Jahre bei der genannten Firma tätig und bat sich um die Entwicklung dieses Betriebes groß« Verdienste erworben.

Lollar, 19. Sept. Eine schöne Ehrung wurde dem Sänger Karl Thtelrnann in der letzten Gesangstunde feine» Vereins, der 6 ängtr Bereinigung Lollar, zuteil. Der Vorsitzende des Lahngaues des Deut'chen Sängerbundes, Herr Emil Koch aus Gießen, überreichte ihm mit Dankesworten für seine 50jährige aktive Mitgliedschaft den ihm vom Deutschen Sängerbund verliehenen Deutschen Sänaerbrief. Während die Sangesbrüder den Dlatz des Sängerveteranen mit Blumen reich geschmückt hatten, übergab der Vereinsvorsihende, Georg Schnell, bem Ju­bilar zum Andenken an diesen ehrenvollen Tag im Damen der Sängervereinigung Lollar eine prächtige Pergamentmappe für die Aufbewah­rung der Ehrenurkunde. Für alle Ehrungen dankte der Ausgezeichnete in warmen Worten.

V Mainzlar, 19. Sept. Runmehr ist auch die Kartoffelernte bei un» in vollem Gange. Der Ertrag ist zufriedenstellend, wenn auch einige Sorten infolge der Trockenheit in der Entwicklung und Im Ertrag zurückgeblieben sind.

ar. ®rünlngen. 19. Sept. Bei der gestrigen Obstversteigerung wurden hier sehr ansprechende Preise erziett. Es kosteten, schätzungsweise, Zwetschen das Pfund 6 biS 10 Pfennia, Aepfel 815, vereinzelt bis 20 Pf., und Birnen 47 Pf. Wenn man bedenkt, daß wir hier tn diesem Jahr eine sehr gute Zwet- fchenernte haben und daß durch Aufiäufer aus privater Hand der Zentner mit 8 Mk. bezahlt wird, so muß der Preis der Zwetschen am Daum als sehr hoch bezeichnet werden. Aus­schlaggebend für die Preisgestaltung waren die in stattlicher Anzahl erschienenen Händler.

() AusdemfudlichenKreiseGiehen. 19. Sept. Die große Trockenheit hat daS Obst schneller reifen lallen, und da in der Feldarbeit eine Ruhepause herrscht, außerdem einige Ge­meinden schon die Ob st Versteigerungen angesetzt haben, fangen die O b st z ü ch t e r mit derGrn 1 e an. Zunächst werden Dirnen und Zwetschen ge­pflückt. Sie werden meistens von Händlern auf» gekauft und an den Stationen verladen. End« der vorigen Woche sah man überall zahlreich« Fuhrwerke an der Rampe stehen. Durch dieses