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Nr. 195 Erster Blaff

178. Jahrgang

Montag, 20. August 1028

Erich«,,» täglich, «tzer Sone tag» 3«i erlag*.

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2 Reichsmark und 20 Vet*spfewwtg fir Irägct» lohn, auch bet -lichter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer (BetoalL Fer nfprecha nschlässe:

51, M und 112 Anschrift für vrohmach- richten- L,zelger »letze».

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

jreiftwriSS?me71*11ei*, vnick und Verlag: vrühl'sche UUtverstlätL'vtlch. und Sfeinöridtrel n. Lange in Gietzen. Schriftlettung und KeschSftrNeNe: 5chnlftraZe 7.

N>Y»e Injeiaew für Tage*nummer bt* IM* RochmlNaq oorbn.

Prell iir | »« höhe ft:.r.n)f:acn von 27 mm Smit örtlich b, onimärt» 10 Retchsptennig. für R klfloitärati^tn von 70 mm Smit 35 *tiAtp1eeaig, Vlatzvorschnft 20', mehr.

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Dr. Anedr IDilb Lange. Verantwortlich für Tolttili Dr. Ar. Wilh Lange fit AeuiLelon Oi ^S Tbonot, Iir den übrigen Teil Ernst Blumschdn; für den An» -ergenleil Nun fiil'mann, sümllich in Giegen

^eparaiionsausklärung

Denn Deutschland am 1. September b. 3. in da« erste log. Rormaljahr der Dawes- annuitäten eintritt. wird man bte Dell ein­mal wieder nachdrücklich daran zu erinnern ho­ben dah da« Londoner Abkommen de« 3afnc» 1624 ausdrücklich al« ein Versuch gc- dacht mar von dessen Ausgang die Bemessung der deultchen Aeparationsgcsamtschuld und die Höhe der endgültigen Jahresleistungen abhängig gemacht werden sollten. Auch im deutschen Sprachgebrauch hat sich leider, wenn wn den Reparationen die Rede ist, allzu häufig die ebenso falsche, Vie verhängnisvolle Version cm- geschlichen als ob die Dawesannuftäten in ihrer Aormalhöhe" bereit« al« endgültig zu betrachten »eien Und ebenlo oft ist bedauerlicherweise, wenn non deutscher Seite die Forderung nach einer Revision besDawe-rlane» erhoben wurde, diese« Verlangen nur mit der Unmöglichkeit der hoben 3ahreS,ohlungen. saft niemals aber auch zugleich mit dem Hinweis aus den provisorischen Eharakter der ganzen LondonerRegelung begründet worden ö« ist hiernach kein Dunder. dah der Kamps unserer Reparationsgläubiger gegen das deutsche Abänderung-Verlangen mehr mit politischen Mitteln betrieben wird, zumal Deutschland bisher so ziemlich alle« unterlassen Hot. was geeignet wäre, darzutun. dah der effp^rimentelle Zweck de« Dawesobkom- mench nunmehr erreicht ist und dast auch im InteMlse der Gläubigerstaaten selbst eine schleu­nige önbregelung herbeigeführt werden muh 3« moq zughgeben werden, dah Deutschland aus polittschen Gründen einstweilen noch gut daran tut zu warten, bis die europäische Desamtlage und die Situation in den Vereinigten Staaten für eine Reparationsendregelung günstiger sind, als gegenwärtig, zumal wir un« keine Illusionen darüber machen dürfen, dah dos zu erstrebende Reparationsarrangement kaum wieder abzu- andem sein wird, wenigstens nicht in seinen mefent- lichsten teilen «Für etwa« kdnnten die zustän­digen Stellen inzwischen aber doch forgen: näm­lich für eine ausreichende zissern- mahige Darlegung der Velastuug.die unsere Wirtschaft al« Ganze« gesehen bisher schon au» den Tributzahlungen erfahren ho', und bei einer längeren Geltung de« Dawes alftnW^ men« erfahren muh. Die Ziffer von 2,5 Milliar­den jährlicher Reparationszahlungen besagt an »ich nämlich gar nicht«, wenn man sie nicht in eine hinreichende Relation zur deutschen Kapi- tolkrost, zu den Ginkommensverhältnissen de« deutschen Volke«, vor allem aber auch zu den steuerlichen und sonstigen Belastungen. die die deutsche Dirtschast zu tragen hat. stellt. Finanz­ministerium und Statistisches Reichsamt fänden hier ein ausreichende« Betätigungsfeld.

Unb man tollte fich untere« Grachten« mit tun- lichster Beschleunigung an diele Auskläru^s- arbeit machen, vor allem auch, um dem Aus- land darzulegen. dah dienormalen Dawes- leiftungen auf die Dauer zum wirtschaft­lichen Weihbluten Deutschland« füh­ren inüslen und dah unsere Reparattonsgläuknger auf dn.se Weile also selbst die berühmte Henne schlachten, hie ihnen die goldenen Gier legen soll. Die eben beginnenden Arbeiten am neuen Reichs- bautffhilt geben hierzu willlommenen Anlah. Denn wenn tonst noch icin Posten de« ganzen neuen GtalS absolut feststeht, die Dawesfumme. die der Haushalt de» iommenden Jahres enthalten wird, läht sich schon jetzt auf Heller und Pfennig errechnen. fie beträgt 1 5 4 0 Millionen Reichsmark. Das bedeutet gegenüber dem laufenden Gtatsjahr. in dem 1247 Millionen Mark zu zahlen sind, ein Mehr von rund 300 Millionen Mark, für die der ReichSsinanz- minifter irgendwo eine Deckung finden muh. Da­bei ist es nur mit Mühe und Rot gelungen, den geltenden Etat mit seinem st-MUliarden-Abschluß zum Balancieren zu bringen. Und es muhten für diesmal schon einmalige Ginn ahmen in den ordentlichen Haushalt eingcftellt werden, über die der Reichs iinanzorinster im kommenden Gtats­jahr höchstwahrscheinlich nicht verfügen wird. S.e Lage ist allo ernst genug, um der Oeffenllichlett dargelegt au werden. Wenn man weiter erwägt, dah die Momente rückläufiger Wirtschastskon» lunttur immer deutlicher in Erscheinung treten, wird man nur mit starker Besorgnis der Zukunft entgegenfebei. lönnen. Hält man sich einmal vor Augeii. dah die innerkeut^che Kapitaldildung vor dem Kriege iirnerhalb der gegenwärtigen Reichs­grenzen sich auf etwa 9 bi« 10.5 Milliarden Mark lahrUch belief die Vorkriegsgoldmark ist hier bereits auf Reichsmark mngevechnet und dah wir 1927. dem Jahre wirtschaftlicher Hochkonjunk- tur also, nur knapp 7 Milliarden Mark Reu- kapital bilden konnten, dann erkennt man erft. welche Belastung die Dawesannuitäten für und bedeuten. Vom 1. September d. 3. ab wird der Reparationsagent uns jährlich X5 Milliarden Mark Reukapital weg- nehmen. Ter verbleibende Rest wird in Jahren wirtschaftlicher Stagnation, wie fie uns aller Voraussicht nach nxllrrlcheinllch bevorstchen. bet einer wetteren Zunahme unserer Aus land Ver­schuldung vielleicht gerade ausreichen, um deren Zinsen zu decken.

(Seradc weil das Bild so trübe ist, sollte schon jetzt ernstlich versucht werden, alle politischen Kräfte Deutschlands zu sammeln, da­mit sie im geeigneter. Zeitpunkt geschlossen für die Remsionsverhandlungcn cingefqn werden können. Unö um des Eindrucks willen sollten schon jetzt bei der Fertigstellung des künftigen Rcichshaushalls alle Ressorts-'bemüht fein, äuherste Sparsamkeit walten zu lassen. Es märe schon sehr viel gewonnen.

Strefemann erwartet politische Unterhaltungen in Paris.

Der deutsche Reichsauhenrninifter Dr Stre- f e m a n n wird am kommenden Sam«tag nach Paris reisen und damit der erste deutsche Minister nach dem Är.cgc sein, der französischen Boden betritt Die Krise, die sich um seine Reise entwickelt halte, ist abgeslaut Der Zwei­brückener Zwischensall ist zur Zusriedenheit bei­der Mächte beigelegt worden. Kommissar Bauer wurde unverzüglich au« der Hast gelaßen, und die übrigen von dem Landauer Urteil Be­trosse nen werden aller Wahrscheinlichkeit nach, wenn nicht vor der Unterzeichnung de« Kriegs­ächtungspakte«. Io doch am Tage selbst be­gnadigt werden. Der Rüsselsheimer Bahnhos-bau kann weiter oonRatten gehen Es hat sich her- au«geftellt. dah die Haltung der Botschaster- kvnlerenz von unzutressenden Berichten beein- fluht war und auf ^rund der Beratungen des deutschen Botschafters in Pari« von Hoesch mit dem Quai d Orsay ist zu er­warten. dah der Gleisbau des Derladebohn- hosS Rüsselsheim freigegeben wird, so dah dann die Opelwerke endlich zu einem dem Umfang ihrer Fabrikation entsprechenden Güterbahnhof gelangen können Damit erledigen sich auch all die Gerüchte, die von einem Konkurrenzkampf Citroen contra Opel wissen wollten, der mit den unsauberen Mitteln der Militärdiktatur der Besatzungsarmee geführt würde. Verbleibt die Beteiligung der 8. irischen Kavallcriedivision an den französischen Manövem im besetzten Ge­biet. gegen die ja Deutschland leider nichts Durchgreifendes unternehmen kann.

Der KriegSächtungspakt farm, wenn nicht wider Erwarten irgendwelche anderen Zwi-^ fchentälle noch eintreten, unterzeichnet werden Jetzt handclt es fich aber noch darum, auch günftige Aussichten für die Konsequenz e n des .firiegsächtungopaltes zu erreiche.' 3n Panä hat man ja jetzt den Ministerrat zusammen- telegraphiert. Es heiht. dah da« Rheinland- Pro b l e m im Mittelpunkt der Erörterungen stehen soll. Briand wird also von feinem Dommersitz schon am 23. nach Pari« zurück- kehren müssen. Die Behandlung dieser Frage mit Deutschland bzw. mit Dr. 0 trefemann wird natürlich erst in Dens vonstatten gehen. Aber soviel kann man schon jetzt sagen, dah der seit langer Zcit erste Meinungsaustausch Stresemanns mit Briand über dieses Problem in Verfolg der Pariser Feierlichkeiten unbedingt zu einer toeite- *n Klärung der ganzen Frage ji.hi-en wird. Auch in Frankreich überwiegt jetzt die Anzahl derer, die eine Beilegung der ganzen Angelegen­heit herbelführcn wollen. Wenn dies jetzt möglich wäre, dann wäre endlich auch der Zeitpunkt ge­kommen. dah sich Suropa w eder auf feine großen interruropäischen Fragen besinnen könnte.

öfrciemann wieher in Berlin.

^Berlin. 20. Aun (Priv.-Tel. des WTB) Reichsauhenminister Dr. Ctrefcmann ist am Sonntagabend von Oberhof nach Berlin zur üage kehr t. fir übernimmt am Montag wieder die Geschäfte de« Auswärtigen Amtes.

'Die Unterzeichner des Kellogg-paktes.

Pari», 18. Lug. (XU ) Don zuständiger Iran zoflschcr ccitc wurde heute in spater Abendstunde die Liste derjenigen bevollmächtigten Staatsmänner betanntgegeben, die am 27. 21uguft in Paris den ÄclloggPakt unterzeichnen werden. Es werden unterzeichnen für

Deutschland: Außenminister Dr. Strefemann, vereinigte Staaten: .Hefiogg, Belgien: Außenminister Hymans, Frankreich: Luhenminifter Briand, Großbritannien und Indien: Lord Eulhendun, Australien: Maclan, Südafrika: Smith.

Kanada: Mackenzie Ring, Neu Seeland: Sir Parr, Irland. Gilligan, Japan: llshida, Tschechoslowakei: Luhenminifter Dr. Benesch. Don Polen und Italien liegen die Antworten noch nichi vor, doch rrwartet man den polnifchen Augennunister Zalefkt und den italienischen Unter ftaatsfefretar Grandi

Am 26. wird Staatssekretär Kellogg ein Diner für die bevollmächtigten Minister geben. Am 27. wird die Unterzeichnung des fiellogg Paktes im

Laufe des Nachmittag» am Duai d'Orsay stattsin den ^luhenminifter Briand gibt abend» ein Diner, an dem sich ein diplomatischer Empfang an- schließt Am 28., pormitiag». empfangt Präsident Doumergue auf Schloß Nainbouillet, da» 50 Kilometer von Pari» entfernt liegt Fiir den Nachmittag ist ein Empfang der Stadt Pari» im Stadthaus vorgesehen.

Steine Verhandlungen, aber Unterhaltungen

Berlin, 18. Aug. <Privatmeldung des WTB.) Zur Ginladung an Dr Strefemann zur Unterzeichnung de« Rellogg-Paktes wird be­kannt. dah die Ginladung an den Minister per­sönlich gerichtet ist. und dah deshalb, im Gegensatz zu Darstellungen in der Presse, aud) nicht beabsichtigt wird, leitende Be­amt« de« Auswärtigen Amtes mit­zuentsenden. Irgendwelche Verhandlun­gen mit der französischen Regierung über die allgemeinen politischen Fragen sind nicht vor­gesehen. doch wird der Besuch Gelegenheit zu Unterhaltungen über diese Frag en geben.

ZrankreiK noch nicht zur Häumun« bereit.

London. 19. Aug. (DB.) Der diplomatische Mitarbeiter der .Sunday Graphi«." schreibt, ein Beamter deS Foreign Ossice habe ihm erklär:. Frankreich glaube, der Augen­blick für d ie Räumung deS Rhein- landeS sei noch nicht gekommen. Wan müffe im Auge behalten, dah Deutschland und Frankreich in biefer Frage die Hauptinteressen» ten seien und nicht Vrohdritannien oder andere Länder, GS stehe auher Zweifel, dah Groß-

(Eigener Drahtdericht desGießener Anzeigers".)

Berlin, 20. Aug. Nach Londoner Meldungen sollte das englisch - französische Ma- rineabkommen noch in dcr vergangenen Woche veröffentlicht werden. Das ift nicht geschehen, und man weih auch nicht, inwieweit Herr Stel­logg vor seiner Europareise von dem Inhalt dieser Abmachungen Mitteilung gemacht worden ist. Alle Berichte über dieses Geheimabkommen müssen da­her einstweilen unbestätigt bleiben, so auch eine Äersion, die jetzt von Paris aus gut unterrich­teten dortigen Streifen verbreitet wird. Danach sollen in dem Abkcmmen drei bisher vertraulich behandelte filaufein vorhanden fein. Zu­nächst ist angeblich eine

Aufteilung de» Mittelmeeres in zwei Eiiisluh- sphären

in dem Vertrag festgelegt worden, von denen die östliche Großbritannien, ?.< westliche Frankreich zustehen solle. Diese Abmachungen rouren natürlich besonders gegen Italien ge­richtet. Es erscheint fraglich, ob sich England wirk­lich zu einer solchen Bindung hergegeben hat. Aller­dings Iaht sich beobachten, daß die noch vor we­nigen Jahren sehr eng liierte Politik Londons mit Nom in letzter Zeit eine Entfremdung erfahren hat Weiter soll das Abkommen angeblich eine Klausel enthalten, in der eine

englisch-französische Zusammenarbeit der beiden Flotten im fernen Osten

vorgesehen ist. Diese Regelung würde sich aus die Gewässer an der chinesischen Rüste südlich von Hongkong bis nach Indochina und dem Male ischen Archipel erstrecken, wobei noch mitgeteilt wird, daß England und Frankreich für diese Gebiete auch die holländische Regierung zur Zusammenarbeit r.ngt- laden hätten. Und schließlich als dritte Bedingung sollen Grohbritannien und Frankreich sich gegen­seitig verpflichtet haben,

sich einander in allen Fällen zu unterstützen, wo eine der beiden Mächte im Raume des Atlan­tischen Ozean» in einen Krieg oerro (feit würde.

Diese Angaben über das englisch sranzosiiche Mo rineabkommen bedeuteten praktisch eine derartige

Britannien jederzeit bereitwillig der Räumung au ft mmen würde 5 r a n I- re ch habe die Macht, da« ent'che.txnde Wort zu sprechen, aber gegenwärt g wv .le alles daraus bin. dah e« dazu noch nicht bereit | e L

OerTemps" über diepariserReiseSiresemanns

Pari«, IS. Aug lWLB.l Die bevorstehende Reife Dr. Strefemann« nach Paris wird vom ,.L e m p S" als neue Etappe auf dem Wege her Politik der Gntfpannung und Verständigung, der Wiederverfölinung und der Annäherwig gewürdigt Das Blatt schreibt: ..Dah noch nicht ,^ehu Jahre nach dem Kriege und nach älnterzeichnung des Vertrage« von Versailles der deutsche Tim.her der aus­wärtigen Angelegenheiten oftlzlell nach Pari« kommen faixn. um hier einen Pakt zur Aechtung des Äriege» al« Werkzeug der nationalen Politik zu unterze.chnen. ist ein Zeichen der Zeit über da« man fich nicht täuschen kann Gs dringt zum Ausdruck, dah trotz aller Schwierigkeiten auf die man noch stöht. trotz aller Probleme, die in ihrer anfänglichen Verwickeltheit weiter be­stehen. sich in Guropa etwas geändert ha:. Die leit 1924 eingetretene vollständige Aen- derung der politischen Atmosphäre mach! beute einen offiziellen Besuch bc« Reichsauhenministe:« in Paris möglich, nid): zur Regelung der zwischen Frankreich und DeutschlaTid l»estehenben fragen, Imibeir. zwecks Beitritt zu einer Akte, die jeden imperialistischen Krieg, jeden Angriffs- und fir- oberungefrieg verwirft. Man muh anerkennen, dah co für Dr. Strefemann eines gewißen politischen Mutes bedurfte, um diesen fint- fchluh zu fasten angesichts der lebhaften Cam­pagne der reaktionären deutschen Prelle gegen jeden SchrUt des deutschen Munsters in Pari»,

Bindung der englischen rtzefamtpolltik, besonder» In Hinsicht auf Italien, aus Japan und aus Amerika, dah man sic einstweilen nur mit aller Skepsis ausnehmen kann Die englische Politik der Bor- und Nachkriegszeit lief immer wieder kn-raus hinaus, sich keinessalls sestzulegen und mughdjft jcde enge Iestelung mit einem kontinentalen ctaat ju vermeiden. Deutschland ist zwar direkt n.cht berührt, aber mittelbar um so mehr, da ein solche» englisch-französisches Ularineabfommen überhaupt ein hohes Matz an gemeinsamer Politik dieser bei- den Mächte ooraussetzcn würde

Amerikanische Verstimmung.

London. 19. Aug. (XU.) 3m Wethen Haufe wird nach Berichten au« Washington bestä­tigt dah Prälldent fie oUbgc die durch den kürzlichen 2lbschkuh de« franzöfifch -engli- schen Flottenabkomme ns g.schas cne Lage al« ernst ansieht Der Prülldent Hilt die Mög­lichkeit für g-geben, bah das Abkommen die amerikanische Stellung zur See be­rührt. da sie die amrrikanifche Flotte in eine untergeordnete Stellung g g.nüber der bereinig­ten britifch-'ranzösische.i Flotte bnngl Weiler wird [leftätigt. dah in amerikanischen R e - gierungSkreisen erwogen wird, für die nächste Tagung der vorbereitenden Ab­rüstungskonferenz in Gmf keine ame­rikanische Abordnung zu endenden Da« StaotSLepartement fern aber zu der lleberzeu- gung. dah die Anw.-fenheit einer amerikonitchen Abordnung Frankreich und Grehbritannien zwin­gen könnte. "(At Flottenfrage aufzurollrn. Von privater, aber w^hi unterrichteter ilc wird erklärt, dah wenn Drostbritannien und Franl- reich auf den eben abgeschlossenen Abkommen bestehen sollten eine weitere Begren­zung der Flotte nrü st ung unmöglich feit: würde. Der Rochsolger fioo lbje* werde in diesem Fall den Äcngref) zu er uch.m haben, einem ausgedehnten amerikanisch en Bauprogram-n zuzus i.nmcn, um t-;x Bedro­hung einer bereinigten bri isch-sran^ö ischen Flolte zu begegnen.

Das englisch-französische Mrineablvmmen

wenn cs gelingen würde, die Endsumme des neuen Haushalts nicht über die des lautenden Etats hin­aus zu steigern, da bann immerhin Ichon mehrere bunbert Millionen Mark trog erhöhter Repara­tionsleistungen gespart wurden Unter allen Um­ständen muh jedenfalls verhütet werden, daß der Reparationsagent uns etwa noch einmal ein Me­morandum wie da» vom Herbst o. I. auf den Tisch legt.

Hainisch an Hindenburg.

Berlin. 16. Aug. |W2 ) Der Bundes- präs.dent Oesterreichs. Dr. Hämisch, hat dem Reichspräsidenten lernen Darck für dellen Slückwünsihe zum 7 0. Geburtstage in fol­gendem Te egramm ausgesprochen: >Für die io überaus herzl.chen und warmen Dorre, die Sie. hochverehrter Herr Re.chspräiident. anläßlich meines 70. Geburtstages an mich zu richten die Güte hatten, bitte ich Sie. den Ausdruck meines t.efempsundenen Dankes entgegennehmen zu wol­len Ich weih diese Dünsihe um so mehr zu

schätzen, al« sie von dem allseits verehrten Ober­haupt des stammesaleichen Deul'chen Reiches aus- gehen. dessen Wohlfahrt und Gedeihen wir alle in Oesterreich von der Vorsehung erhoffen, gez. Bundespräsi dent Hainis ch "

Vor einer Regierungskrise in Thüringen.

Weimar, 19. flug. (DB) lieber die demo 11 kratische Parteitagung ist eine Erklärung oerössentsicht worden, in der es heiht: «Der sehr stark besuchte außerordentliche Paneitag des Lan- desoerbandes Thüringen der Deutschen Demokrati­schen PaNei muh nach eingehender Aussprache mit Bedauern feststellen, dah sich die Thüringer Politik während der letzten Monate nach einer Richtung entwickelt hat. die die Demokratische Partei als verderblich für die Zu - fünft des Thüringer Landes ansieht. Insbesvnbere wurde unter dem Einfluß von Land­bund und Dirtichastspartei die Ge'etzgebvno und

BermaUung immer einseitiger gestattet. Die Demo­kratische Partei richtet dah.r an ihr- Parteifreund­in der Regierung die Bitte, aus der «etzigen Regierung auszujcheiden. Der Parteitag steht dabei auf dem Standpunkt, dah eine Regie­rung auf der (Srundlage der Großen 9oa- lition, wie sie jetzt im Reich verwirklicht ©or­ten ist. auch für Ihunngen da» Gegebene ist. Un­ter allen Umständen ist eine Aenderung der jetzigen Regierung notwendig.

Oeutsch-chmefisches Zollabkommen.

Berlin. 18. Aug -WB.) Der deutsche Ge­sandte in Ehma. Dr. v. Borch. und der Auben- minister b;r nat.onalfoziallltilchen Reg-.erung in Th'-na. Dr. E T. Wang, haben am 17. d. M. 'n Ramen ihrer Regierungen c nen Vertrag unterzeichnet, durch den sich beide Länder völlige Gleichstellung in Zoll- und Der- wandet Angelegenh< ten zu'-chern und verpflich­ten, sobald als möglich in Verhandlungen über den Ab^ch.'ust etr.eS enbgültigen HandelSverttages auf der gle chen Grundlage einzutreten.