Kundgebungen für ine Meger fehl Ende nehmen w kalten.
Ehrung in der Handelskammer.
Köhl zum Braunschweiger Ehrendoktor promoviert.
Am 2tt>enb veranstaltete die (Bremer Handelskammer zu Ehren der Ozeanflieger im Hause Schütting ein Festessen, zu dem nefcn den Fliegern und ihren Angehörigen zahlreiche Gäste erschienen waren. Der Präsident der Handelskammer begrüßte die Ehrengäste mit einer Rede, in der er nochmals erwähnte, daß eS im wesentlichen (Bremer Kaufleute gewesen sind, die im (vertrauen auf die bewährte Tüchtigkeit Köhls und v. HünefeldS sich für (Beschaffung der notwendigen Geldmittel einsetzten. Der Geist, der im Schüttinghause den Gedanken zu Kapitän König- erster Lieberquerung des Ozeans unter Wasser entstehen lieh, sei nicht geschwunden. Der Redner überreichte den Fliegern sodann im Romen der Bremer Kaufmannschaft mit dem Wappen der Handelskammer und alten (Bremer Talern geschmückte Teller als Ehrengabe. 3m weiteren Verlaufe des EssenS gab der Rektor der Technischen Hochschule Braunschweig die Ernennung des Hauptmanns Kohl zum Ehrendoktor dieser Hochschule bekannt, wofür ber Ernannte mit warmen Worten dankte.
Herr b. Hüneselb sprach ebenfalls seinen Dank für den freundschaftlichen Geist der Worte des Präsidenten aus. Wir sind, so sagte Hüne- feld, unS voll bewuht, bah wir nur an einem Anfang stehen, dah wir alle noch Arbeit zu leisten haben, wenn das große Werk, das begonnen wurde, zum guten Ziel geführt werden soll. 3n Bremen sei seine politische Einstellung wohl bekannt. Gerade deshalb auch freue er sich besonders, bah seines Wissens zum ersten Male Stahlhelm und Reichsbanner Hand in Hand gegangen seien. Rur durch Einigkeit könne das deutsche Volk und das Deutsche Reich wieder zu neuer Blüte geführt werden. Als Vertreter des Wehrkreises Vi überbrachte Generalmajor Fritsch die Grüße der alten Armee und Marine und die Grüße der jungen Reichswehr und der jungen Marine, die den Fliegern in begeisterter Verehrung zujubelten, worauf Major Fihmaurice im Qiamen der Flieger dankte. 3m Verlaufe des Abends verlangten die auf dem Marktplatz versammelten Zehntausende immer stürmischer das Erscheinen der Flieger. Diese folgten gern der Aufforderung, wobei Herr v. Hüneselb eine unter stürmischen Hochrufen aufgenommene Ansprache an die Menge hielt, die darauf spontan das Deutschlandlied anstimmte.
Eine Bitte
her „Bremen"-Flieger.
Einfache Autzqcstaltuna der Empfangsfeierlichkeiten.
Berlin, 19. Juni. (WTB.) Die Ozeanflieger Hauptmann a. D. Köhl und Freiherr von Hüneselb haben zugleich im Rarnen ihres Kameraden, Major Fitzmaurice, dem Herrn Reichspräsidenten die (Bitte unterbreitet, dahin zu wirken, dah die für die Ozeanflieger in verschiedenen deutschen Städten geplanten festlichen Empfänge in möglichst einfachen Grenzen gehalten werden und etwa hierfür zur Verfügung gestellte Geldmittel der Wohltätigkeit zufliehen: so sehr sie auch über die Zeichen der Sympathie weitester Be- völkerungSschicyten des Vaterlandes erfreut seien, so seien sie doch überzeugt, daß die Herzlichkeit tdeS Willkommens durch einfache Ausgestaltung der Empfänge in keiner Weise leide, na- Tmentlich, wenn gleichzeitig Mittel für die Opfer der KciegS- und Rachkriegs- ' ze i t dadurch frei gemacht werden. Der Herr Reichspräsident hat diesen Wunsch der Ozeanflieger bcm für die Vorbereitung der Empfänge federführenden Verkehrsministerium mit dem Ersuchen übermittelt, dieser Anregung bei den geplanten Empfangs'estlichkeiten unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse nach Möglichkeit Rechnung zu tragen.
Oer Präsidenischastskampf in Amerika.
Die Neuporker Hochfinanz gegen die Kandidatur HooverS.
Re uv ort, 20. 3unL (WTB. Funkspruch.) Der Washingtoner Korrespondent des „Journal of (Sommeree“ erfährt von einer dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Hoover nahestehenden Seite, daß dieser entschlossen sei. in der Außcnpolitik die Richtlinien der Plattform, die er selbst mit ausgearbeitet habe, genau zu befolgen. Hoover sei gegen den Wunsch der Reuyorker Großbanken ernannt worden, denen seine starre Ablehnung einer Revision der Kriegsschulden und sein Widerstand gegen die" Gewährung von Anleihen an ausländische Staaten nicht passe. Die Wallstreet habe sich im letzten Augenblick wohl oder übel der 'Demonstration für Hoover anschließen müssen, ohne daß jedoch der Kandidat den internationalen Bankiers irgendwelche Zusagen gemacht hätte. Künftig akut werdende Fragen der internationalen Finanz werde Hoover — der a l S Quäker überzeugter Friedensfreund sei — stets daraufhin prüfen, ob eine (Nachgiebigkeit in diesen Punkten nicht etwa den Militarismus in Europa stärke, anstatt in erster Linie zur wirtschaftlichen Erholung beizutragen. — Die Zeitung .Public Ledger' in Philadelphia betont, daß der Abschnitt des republikanischen Parteiprogramms. der sich mit der Außenpolitik und der Regelung der alliierten Kriegsschulden befasse, im ganzen Lande Zustimmung finden müsse, schon allein des- wegen, weil das Parteiprogramm in diesen Punk- ten die bisher tg e Politik fortsetze und sich diese Politik der Fernhaftung vom Völkerbund und der Ablehnung der Revision der Schulden- rcgclung durchaus bewährte.
Die demokratische
Präsiden tschastskandidatur.
N e u y o r k. 19. Juni. (WB) Die Aussichten des Neuyorker Gouverneurs Alfred Smitd in Houston, z u m demokratischen Präsident schaftskandidaten nominiert zu werden, haben sich noch e r h c b l i cd gebessert, ba der Gouverneur von Maryland, Albert Ritchie leine Kandidatur zugunsten Alfred Smith» zurückzoq
Am Totenbett her Kleinen Entente.
Oie Konferenz von Bukarest.
Don unserer Berliner Redaktion.
Berlin, 20.3uni. Am Mittwoch wird in Bukarest die Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente zusammentreten. Heute eine Angelegenheit, die eigentlich nur noch zu respek- tiven Betrachtungen reizt, da die politische Rolle der Kleinen Entente fast gänzlich apsgespielt ist. Sie war eine Erfindung des viel gewandten Herrn Bene sch, der die Entdeckung machte, dah die Tschechoslowakei eigentlich das Herz Europas ist. Er litt infolgedessen an diplomatischem Größenwahn und wollte durch den Zusammenschluß mit 3ugoslawien und Rumänien eine große Rolle spielen. Der Anlaß, der diese drei Staaten zusammenführte, war die gemeinsame Angst, dah Ungarn, auf dessen Kosten sie sich im wesentlichen saturiert hatten, eines Tages den Versuch machen könnte, ein Stück des geraubten Landes zurückzuerobern. Frankreich sah diese Gruppenbildung nicht ungern, erstens, weil ihre Politik im französischen Fahrwasser segelte, dann aber auch, weil die Kleine Entente nebenbei den französischen Schuhmann an der deutschen Ostgrenze abgeben konnte und ja auch tatsächlich abgegeben hat.
Aber der Kitt hielt nur so lange, als die gemeinsamen Raubinteressen noch alle anderen Erwägungen überwogen, er wurde brüchig in dem Augenblick, wo auf der diplomatischen Landkarte eine Verschiebung sich zu zeigen begann, die das System der Sieger und der Unterlegenen durchbrach. Eine solche Entwicklung nahm ihren Ausgang von Italien, das auf dem Balkan nur einen natürlichen Gegner hatte: Jugoslawien, und das sich nach Bundesgenossen umsehen mußte, um Jugoslawien zu überspielen. Dazu war Ungarn das gegebene Feld: Mussolini hat ziel- bewußt alles getan, um Ungarn wieder in die aktive Politik hineinzudrängen und hat dabei auch die vorübergehende Unterstützuna Englands gefunden. Während Muffolini gleichzeitig einen Keil in die Freundschaft zwischen Bukarest und Sofia trieb, wurde Herrn B e n e s ch aber die Lage so nahe der Balkankrise einigermaßen unbehaglich. Vielleicht hätte sich In den Anfängen noch das ganze System halten lassen, wenn es gelang, Polen in den Kreis der Kleinen Entente hineinzuziehen. Aber hier waren wieder die Gegensätze nicht nur nach der tschechischen Seite hin zu groß.
So ist heute, je mehr das Schwergewicht der europäischen Politik sich nach dem Balkan verlagerte, die Kleine Entente günstigenfalls noch ein Todeskandidat, dessen Lebenszeit durch regel
mäßige Kampferspritzen verlängert wird: aber auch auf nur begrenzte Zeit. Jugoslawien und Rumänien müssen sich anders orientieren, Herr Benesch ist das dritte Rad am Wagen, er unterliegt zudem der Gefahr, daß er wirtschaftlich zwischen Deutschland und Ungarn in die Zange kommt. Er hat deshalb das Schlagwort von der Donausöderation geprägt, was ja doch nichts weiter heißt, als der Wiederaufbau Oesterreich-plngarns in anderer Form Ein Gedanke, der begreiflicherweise von Deutschland abgelehnt wird, beiten Erörterung aber allein schon zeigt, wie brüchig auch in den Augen ihrer eigenen Staatsmänner die Kleine Entente schon ist. Mag fein, daß sie sich noch einmal platonisch gegen llngam zusammenfindet, politisch ist sie erledigt und wird heute oder morgen durch ein anderes Gebilde ersetzt, das sich auf die Reuorientierung des BalkairS zwangloser einzustellen vermag.
Gühslawien ist saturiert.
Eine Unterredung mit König Alexander.
Paris, 19. 3uni. (WB.) 3ules Hauerwein vym ,Matin" hatte eine llnterrebung mit König Alexander von Serbien. Dieser erinnerte an die KriegSjahre und stellte die Behauptung auf, dah fein Königreich aus einer einhei tlichen Rasse zusammengesetzt sei. und fuhr fort: Sie wohnen hier einer politischen Diskussion bei. aber wenn Sie näher prüfen, werden Sie sich klar werden, daß es sich lediglich um einen Streit um die Methode, nicht aber um das 3beal handelt, da- f ü r alle das gleiche ist. Wenn sich jemals jemand einbilden sollte, dah wir ein nicht völlig harmonisierter Staat seien, dah man uns veruneinigen könnte unb bah wir, wie es in der diplomatischen Sprache heißt, das Zentrum des geringsten Widerstandes bildeten, fo würde er sich sehr Irren. Wenn unser Volk jemals den Eindruck haben sollte, daß man es demütigen will, fo würden sich alle wie ein Wann um den Herrscher scharen wie einst, bereit zu sämtlichen Opfern. Aber wir sind durchaus nüchtern. Wir haben genug zu tun. Wir sind ein Land, das mit seinem Schicksal zufrieden ist, das wegen der wunderbaren Verschiedenheit feiner Hilfsquellen unb feines arbeitsamen Geistes s i ch selbst genügt. Wir verlangen nichts besseres, alS unS restlos dem Werke des Friedens widmen zu formen, und wissen, daß unsere Doktrin sich mit derjenigen unseres großen Alliierten, Frankreich, deckt.
Niichic erklärte, cs sei osfensichtlich, daß die große Mehrheit der Demokratischen Partei in fast allen Teilen des Landes die Nominierung Smiths wünsche. Man nimmt an, daß noch weitere bisherige K ndidaten für die demokratische Nominierung dem Beispiel Ritchies folgen werden und Smith das Feld überlassen, damit er schon bei den ersten Wahlgängen des Parteikonvents die zur Nominierung erforderliche Zweidrittelmehrheit erlangen werde.
Eine Krau bezwingt hen Ozean
An zwanzig Stunden über den Atlantik.
London, 19. 3unt (Priv.-Tel.) Miß Amelia Earhart hat als erst« Frau den Ozean überflogen. Sie landete in ihrem Flugboot „Freundschaft" mit ihren drei (Begleitern gestern mittag 12.40 älhr bei Durch Port in Südwales am Bristol-Kanal. Das Flugzeug konnte den geplanten Flug nach Southampton nicht fort- setzcn. da die Brennstoffvorräte zur (Beige gingen. Für die 1700 Seemeilen lange Strecke von Reu- funbtanb bis Südwales hat das Flugzeug knapp zwanzig Stunden gebraucht.
Der Flugzeugführer Korvettenkapitän Wilmer Stultz machte nach der Landung kurze Mitteilungen über den Flug. Fast während der am Zeit der Lieberfahrt ist bas Flugboot geflogen. Der Pilot war auf seine 3n- ftrumente angewiesen unb hat das Wasser die ganze Zeit über kaum gesehen. Rach ISftünbiger Fahrt kam das erste Land an der Ostküste von SüdwaleS in Sicht. DaS Flugzeug versuchte an der Küste entlang die Fahrt nach Southamp- ton fortzusetzen, war jedoch gezwungen, auf dem ersten Hafen, den es sichtete, zu landen und machte an einer Boje fest.
3n Southampton hatte sich zum Empfang der Flieger eine riesige Menschenmenge angesammelt, während die Landung bei Durch Port f a st unbemerkt vor sich ging. Erst ein langsseits kommendes Motorboot stellte fest, dah es sich um die erwarteten Ozeanflieger handelte. Der Flug wurde finanziert durch die ^rou des englischen Unterijauäabgeoröneten Kapitän Guest. Am Dienstagvormittag sind btc Ozeanflieger in Southampton eingetroffen. Der Willkommen in Southampton war international; der Menge der Amerikaner, unter denen sich auch Oer amerikanische Konsul befand, schlossen sich die Passagiere des holländischen Dampfers „üjambara'* unb die Matrosen dreier chilenischer Zerstörer an, die sich auf dem Deck ihrer Schiffe versammelten und ihren Willkommen ausriefen, der fast von dem Ehor der Sirenen aller tm Hafen liegenden Dampfer erstickt wurde. 3n den Straßen jubelten Tausende von Menschen den Fliegern zu. denen die Bürgermeisterin der Stadt einen Empfang gab.
Auf her Suche nach Nobile.
Schwierigkeiten deS EiSnreerS.
Oslo, 19.Qunl. (WB.) 11,30 Uhr nachts. Die Besatzung des Dampfers „H o b b y" der aus Nordostland (Spitzbergen) nach Kingsoay zurück- gekehrt und von dort nach Norwegen abgefahren ist, erklärte, daß die Eisverhältnisse außerordentlich schwierig seien. Das Cis bestehe aus schwimmenden Eisfeldern, die mehrere Meilen lang seien. Das Eie östlich vom Nordkap längs der Küste von Nordostland (Spitzbergen) sei wahrscheinlich undurchdring- l i ch An mehreren Stellen in der Nähe des Nordkaps seien Depots angelegt worden. — Zwei Mann mit Schlitten, die den östlichen Teil von Nordostland durchquert haben, lind wieder auf der Bragonza" eingetroffen. Nijser Larsen und L ü tz o w Holm wurden bei der Rückkehr von ihrem gestrigen Fluge unterrichtet, daß sie von No- blle in einer Entfernung non etwa zwei Kilometern
gesichtet wurden. Mit bewunderungswürdigem Eifer unternahmen beide sofort mit demselben Apparat einen neuen Flug, aber auch diesmal gelang es ihnen nicht, das rote Zelt Nobiles zu erblicken. Dtajor Maddaleno überflog die „Braganza" in der Nähe des Nordkaps in dem Augenblick, al» die norwegische Maschine zurück- kehrie. Auch Maddalena gelang es nicht, Nooile zu finden Nobile wurde dahin unterrichtet, dah er oei dem nächsten Fluge der „8.55* dem Flugzeuge radiotelegraphisch die Route angeben solle, sobald bas Flugzeug in Sicht käme.
Die von bat Fliegern erstatteten Bericht« unterstreichen Übereinstimmenb, baß es äußerst schwierig für sie fei, zwischen Den Eisblöcken bas Zelt ober menschliche Gestalten zu erkennen. inSbefonbere daß die Eisflächen von Strecken offenen Wassers unterbrochen finb, auf denen die Sonne sehr stark reflektiert. Das Sonnenlicht erzeugt zwar bei dem Beobachter das Gefühl, daß ihm bie Wahrnehmung dadurch erleichtert wird, aber es bringt gleichzeitig täuschende Schattenwirkungen hervor. Wan hat Vorbereitungen getroffen, um von den Flugzeugen gewiss« Stoffe ab werf en zu lassen, bie beim Verbrennen große Rauchsäulen entwickeln. Man hofft, dah aus diese Art General Robile in den Besitz eines Signals gelangt, mit dem er den Fliegern bie emzu- schsagende Richtung anzeigen kann.
Keine Aachnchi von Amundsen.
Oslo, 20. Juni. (WB.) Gestern abend wurden in Oslo Gerüchte verbreitet, wonach esAmundsen gelungen sei, bis zu Nobile oorzudrin- gen. In der ganzen Stadt, in den Restaurants usw. riefen diese Meldungen große Begeisterung und Genugtuung hervor. Irgendeine Bestätigung ist aber bis zur Stunde nicht cingctroffen, so daß man beginnt, die Richtigkeit dieser Meldungen zu bezweifeln. Von dem französischen Flugzeug Amund- sens hat man weder auf den norwegischen Radio- stationen auf der Bäreninsel, noch auch in Green Harbour irgend etwas bemerkt. Das einzig Tatsächliche ist, daß man nicht weiß, wo sich das Flugzeug mit Amundien augenblicklich befindet. Le- dialich in den ersten Stunden nach dem Abflug der „Lcttham" hat das Geophysische Institut in Tromsö Meldungen des Flugzeugs aufoefangen. Die Verbindung hörte ober plötzlich auf, da der elektrische Strom in Tromsö unterbrochen wurde. Die funken- telegraphische Station der Bäreninsel hat die „La- tham" weder gesehen noch gehört. Auf Spitzbergen herrscht immer schönes Wetter. Hier ist man über das Schicksal der „Lcttham" nicht beunruhigt, da man allgemein glaubt das Flugzeug sei unmittelbar nach dem Standort der Italia“- Mannschaft geflogen.
Oie Haftentlassung Ricklino und Rosses abgelehnt.
Paris, 19. 3uni. (Tel.) Wie aus Eolmar gedrahtet wird, hat ba6 Kassationsgericht bas Gesuch Ricklins unb Rossos, Faß Hauers unb Schalls auf vorläufige Freilassung abgewiesen. Kurz vor 12 älhr wurde ihnen im Gefängnis von Eolmar dieser (Beschluß mitge- teilt Schall soll ihn mit gleichgültigem Lächeln auf genommen haben. Fahhauer dagegen rief: ..3d) habe eS vvrhergesehen!" unb (Ritftin erklärte »Das ist sehr bedauerlich! Das ist ein Unglück?" — Rossö befindet sich bekanntlich im Gefängnis von Mühlhausen. — Der katholische elsässische Abgeordnete Michel Walter erklärt, daß er im Hinblick auf die Ablehnung seinen in der vergangenen Woche zurückgezogenen Antrag wiederaufnehme, unb daß er bie Frei lass ung der beiden von der Kammer jetzt bestätigten Abgeordneten verlangen werde
Aus aller Well.
Großer
Imveleneinbruch am Berliner Kurfürstendam».
3uweleneinbrecher suchten in der vergangenen Rächt das Geschäft Schilling, in bcm Hause 3oachimsthalerstraße 9. Ecke des Kurfürsten- dammes, heim. Herr Schilling war früher Mitinhaber der 3uwelenhandlung von Linker in der Friedrichstraße, die seinerzeit von der Kolonne Borries unb Genossen auSgeplündert wurde. Die Verbrecher gingen vom Hof aus durch die Keller vor. Zwei Türen öffneten sie mit Rachschlüsseln, eine dritte bohrten sie an imb schnitten aus der Mitte ein Stück heraus, so daß ein schmächtiger Mensch gerade hin durch kriech en konnte. Dieser beseitigte von innen das Schloß und lieh seine Komplizen ein. Die Einbrecher kamen so zunächst in den Lagerkeller eines Kol on i a l w a r e n g e s ch ä s te S. das neben dem Juwelen laden liegt Sie bohrten bann ein 50mal 40 Zentimeter großes Loch durch die Decke, die anS einer Beton- unb zwei Holzschichten besteht Durch das Loch st.eg wahrschcin- lich nur wieder der Schmächtige hinauf unb machte sich an bie Schaufenstern u-s la,g e heran. Gr holte die wertvollsten Sachen 3uwelen und Golbwaren aller Art. Brillantringe usw. mit den Kartvuchen heraus und reichte sie seinen Komplizen hinab. 3m Keller leerte die Bande die Kartvuchen. Bevor sie den Ort ihrer Tätigkeit verliehen, taten sie sich in dem Vorrats- keIler der Kolonialwarenha-b'ung an Speisen und Getränken gütlich. Den Rückweg nahmen sie wieder über den Hof unb den Hausflur. Der Gesamtwert der (Beute beträgt nach den bisherigen Feststellungen 50 000 Mk.
Der ITlorbfUm al» Beträtet.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat sich zu Atoei Verhaf tungen entschlossen, die das Rätsel um einen der geheimnisvollsten der Berliner Krimrnalfälle der letzten 3ahre zu lichten geeignet sind. Beamte der Kriminalpolizei erschienen in der Wohnung des GroßkaufmannS 3ohannes G l e i ß n e r in Lichterfelde-West, sowie in der Wohnung der Witwe des unter geheimnisvollen ilmftänben verstorbenen Droßkaus- manns Hugo Pernetta in der Aleranderstrahe und nahmen beide unter dem dringenden Verdacht. Pernetta im Mai 1927 ermordet zu haben, fest. Schwerwiegendes Delastungsmomertt ist die Tatsache, daß Gleihner und Frau Pernetta zusammen einen Film versaßt hatten, in dem die Mordtat, wie sie sich abgespielt haben könnte, beschrieben war Als die Staatsanwaltschaft von diesem Manuskript Kenntnis erhielt, entschloß sie sich zu erneuter Verhaftung und sagte Glcißner auf den Kopf zu, daß er bei dem Tode PernettaS zugegen gewesen fei.
Lin Erdstoß am Mittelrheiy
Andernach, 20 Juni. (WTB. Funkspruch.) Am gesttigen Abend gegen 8.30 Uhr wurde hier ein Erdstoß verspürt. In den weniger festen Häusern wurde der Stoß ziemlich empfindlich bemerkt. Möbelstücke schwankten, Fensterscheiben klirrten. Der Stoß, der von bonnerartigem Getöse begleitet war, bauerte einige Sekunden. Die glei- chen Erscheinungen wurden nach übereinftimmenben Berichten auch in ber Umgebung von Anbernach im Kreise Mayen unb in der Dordereifel bemerkt.
Hitzewelle in Spanien.
Wegen der übermäßigen Hitze ist ein Dekret des Unterrichtsministeriums erschienen, das den Nachmittagsunterricht bis zum 15. September in allen Schulen Spaniens verbietet. In manchen Dörfern beginnen die Brunnen infolge der Hitze auszudorren.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Gin XiefauAläufer. ber sich südwärts bis nach Deutschland hin erstreckt, führte in unserem Gebiet zu kräftigen Rieberschlägen. Da von Westen her unter Zufuhr kühlerer Luftmassen ber Luft- bruck cnfteLgt, so wird bie Erwärmung feine nennenswerten Fortschritte mehr machen. Die Bewölkung ttnrb zwar abnehmen unb zeitweise Aufheiterung einsetzen, jedoch treten immer noch vereinzelte Riederschläge auf.
Voraussage für Donnerstag: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, Rachlassen der Rlederschläae.
Voraussage für Freitag: Zeitweise bewölkt, keine stärkere Erwärmung, noch vereinzelt (Neigung zu Rieberschlägen.
Lufttemperaturen am 19. Juni, mittags 13,1 Arad Celsius, abend» 12,3 Grad Celsius; am 20. Juni morgens 12 Grad Celsius. Ma;imum 15,7 Grad Celsius, Minimum K),2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 19. Juni abends 15,6 Grad Celsius; am 20. Zuni: morgens 13,6 fflreb Celsius. — Nieder- Mage 9,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer eine Stunde.


