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Nachdem der hiefigc t Tagen der Dettmartl- jt war. und immer vir- ige aukulveisen hatte, cheren Meldungen von iigung der Sifoffertm >ine Wschwächung ein. ür Weizen auch reich- ziebigeren Prellen, ei fluft, da das Weizen- ; Siväen geraten ist. nach Polen weiter ge- legenden Gebote lauten briger als gestern und wollen nur zu 2 bis eisen laufen. Das An- Poch keineswegs stärker her sind zu MO'oncn >ggenmeh! sind bei sehr ige Preise nicht durcv- markte waren die Preise »arten rückgängig.

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Nr 93 Erstes Flatt

I78. Zahrgang

. §reitag, 20. April 1028

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Beilagen Biegen« Jamillenblättei Heimat im Bild

Die Scholle

Koian-l ejegipiets: 2 Reichsmark und 20 Heid)iptennig ftr Iräget» lohn, auch bet Richter- scheinen einzelner Hummern infolge hoher« Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 61, 54 und 112 >»|chrift für Drahtnach­richten Anzeiger Siege*, volfcheckfonto: treiftnrl am Main 1168t.

Gietzeim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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(Tbetrebahteur

Di Jnebt Wilh Longo. Derantmortltch tür Tohtili Dr Ar Wilh Lange für Feuilleton Di h ubpriot, für den übrigen Teil itrnft Blumlchetn, für den An» Ittgentetl Hurt fftDmann, lämtUd) tn Sieben

Deutschnationale Forderungen zur VersaffungSresorm.

Dir LtsUung des Rrichspräsidtnten Preußen und Äieich.

Berlin, 20. BpriL (IU.) Zusammen mit ihren Wahlaufrufen oeröffenllldjf die Deolfchnalionale Bolfeparlel eine Stellungnahme jur Derfaffungs- frage, lu der et u. a. heißt:

1. 7!ach der Weimarer Verfassung soll alle Ge­walt vom Volke autgehen. Tille wirkliche Gewalt aber liegt beim H e l d) » I a g , die Rechte bet enmiltelbar vom Dolf gewählten Reichspräsi­denten sind eng begrenzt. Der Hbfolnllt- mue bet Varlamentet bedeutet öle Allein- Herrschaft von Parteien, die im Aampfe am die Wacht auf die Erhaltung der Gunst der Wähiermafsen angewiesen find. JQr die Regierung bildet die Abhängigkeit von einer D a c - lamenttmehrheit bat fchwersle Hemmnit sachlicher Arbeit. Regierungtfrlfen, oerfchwende- rifche Wirtfchafl, Mangel an Führung slnb ble Folgen blefct Systemt. Darum forbern wir eine Stärkung der o e r f a | f u n g e m ä fj \ g e n Stellung bet Reichtpräflbenten. Lr fall bat Recht erhallen, eine Regierung zu berufen, bereu Forlbestanb nicht täglich durch ein Mlh- traueniootum bet parlamenlt in Frage gestellt werben kann. Der Artikel 54 ber Reichtverfasfnng muh beseitigt werden.

2. Dai von Bismarck mit genialer Staalskunsl geregelte Verhältnis zwischen Reich und Bundetstaalen ist durch die verfastung von Weimar in gefährliche Verwirrung gebracht wor­den. Wir fordern, dah die Zuständigkeiten zwischen Reich und Ländern klar abgegrenzt werden, damit unnötig« Nebeneinander und Gegeneinan­der behördlicher Arbeit beseitigt wird. Daher muh die EigenstaaNichkeit der Länder im Jnlereste einer freudig befahlen Relchiclnhelt, die keinen Einheits­staat aus Zwang verträgt, gewahrt bleiben. An die Stelle der allen organischen Verbindung ist der Dualismus zwischen Reich und preufoen ge­treten. Der Reichspräsident kann In sich die Staatsgewalt von Reich und Preuhen wieder zu einem einheitlichen Ganzen verbinden, sofern er Unabhängigkeit vom Mihtrauen»- ootum der Parlamente erhält. Unter dieser Voraus­setzung fordern wir: Der Reichspräsident soll z u - gleich preuhischer Slaatspräsidenl sein. Er soll die preuhischen Slaatsminisler nach den gleichen Grundsätzen wie die Reichsminister be­rufen und das Recht haben, die Aemler des Reichs­kanzler» und de» preuhischen Minlsterpräsidenlen in eine Hand zu legen.

Auch Sachsen/Anhalt undBaden gegen das Verbot der 2Roten Frontkämpfer.

Dresden, 19. April. Die Sntschliehung des Freistaates Sachsen über die Stellungnahme -u dem Aunderlah Keudells wurde heute nach­mittag 2.30 Hör getroffen. Wie der sächsische Innenminister, Dr. 2lpelt, mittellt, wird er in seiner Siaenschast als zuständiger Ressortminister und im Sinverständnis mit dem sächsischen Mi­nisterpräsidenten Heldt das Verbot des Roteir Frontkämpferbundes im Gebiet deS Freistaates Sachsen nicht durchführen und die Ent­scheidung des Staatsgerichtshoses anrufen. Auch da» Anhaltische StantSministerium wird gegen die Anregung des ReichSimten-' Ministers v. Keudell, den Roten Frontkämpfer­bund zu verbieten, Einspruch beim StaatS- gerichtShof einlegen. Ebenso hat der ba­dische Minister deS Innern die Aufforderung des Reichsinnenministers zurückgewiefen

Eine Protestkundgebung.

Berlin, 19. April. (WB.) Ium Protest gegen das Ersuchen des Reichsimwnministers v. Aeudell an die Länderregierungen, den Roten Arontkämpferbur.d zu verbieten, hatten der Roten Frontkämpferbund und die Kommunistische Partei auf heute abend Z Uhr ihre Anhänger zu einer Massenkundgebung nach dem Lustgarten ausgerufen. Trotz das regnerischen WetterS war die Beteiligung auhergewöhnlich stark. An 20 Stellen hielten die totnmunistischen Führer an die Massen Ansprachen, in denen sie dazu aus forderten. Ruhe und Disziplin zu bewahren und gegen eine Regierungsprakis zu kämpfen, die darauf ausgehe, die Kommunistische Partei zu zerstören. Bei den kommenden Wahlen würden die Gegner der Kommunisten ihre Quittung erhalten. Die Kundgebung vollzog sich ohne Zwischenfall.

Die Kandidaten der Shttfllich-Aationalen Vauernvar ei in Seffen-Aaffau.

Limburg, 19. April. Die Thristlich-Nationale Bauernpartei veröffentlicht jetzt für den Wahl­kreis Hessen-Nassau die Wahlkandidaten. Für den Retchstag weist die Liste folgende Namen auf: 1. Karl Hepp, Landwirt: 2. Johann Mink, Landwirt; 3. Josef Reif-Seck, Landwirt! 4. Hartwig, Landwirt: 5. Frau Maria Over­beck. Für den Preußischen Londtoa sind folgende Kandidaten aufgestellt: 1. Georg Keller. Landwirt, 2. Jakob Schmitt, Landwirt: 3. Georg Chri- stian, Landwirt: 4. Heinrich Hohl jun., Land- wirt: 5. Frau Adelheid Fischer; 6. August Kepper, Landwirt.

Oie Eiaiberaiungen des Hessischen Landtags.

Darmstadt, 20. April.. Die Beratungen deS Donnerstag haben den Etat nicht soweit vorwärts gebracht, daß wenigstens a i diesem Tage die allgemeine politische Aussprache hätte zu Ende gebracht werden.men, wie daS der Präsident deS HauleS und der Aeitestenrat be­absichtigt hatten. Gewiß wurde auch am Don­nerstag zum Etat gesprochen, aber der größte Teil der Reden bewegte sich doch um die Vor­gänge bei der letzten Regierungsbildung. Hatten die ersten Xcb.irr vom Zentrum und der Deutschen DolkSpartei sich In iwch verhältnis­mäßig ruhigen Bahnen bewegt, so wurde die Debatte heute sehr viel lebhafter, die Redner kamen bei der Beantwortung der Schuldfrage, die ia für den Wahlkamps eine beachtliche Rolle spielen dürfte, immer hrstiger aneinander. Gewonnen wurde dadurch wohl kaum etwas.

Abg. Cur von der Sozialdemokratischen Par­tei sprach als erster am Donnerstag zum Etat, den er in seinen Haupttiteln behandelte und dazu die Stellung seiner Fraktion darlegte. Der Zentrumsabgeordnete Heinstadt will seinem Parteigenossen Kirnberger noch Zeit lassen, um den vorliegenden Etat, der noch von seinem Vorgänger stammt, mit seinem Geiste erfüllen und durchführen zu können Er geht dann auf die Vorgänge bei der Regierungsbildung ein und reitet eine Attacke g?gen die VoUSpaNei, auf die ihm später Dr. Riepoth von der Deut­schen Volkspartei in sehr temperamentvoller Weise erwidert. Rachdem vorher noch für den Bauerichund Abg. Glaser besonders über die Rot der Lantwrirtschaft gesprochen hatte, hielt Abg. Hammann eine kommunistische Wahlrede über den Klassenetat und .Klassenstaat, so daß das Haas nach einigen sehr spaßhaften Szenen sich gegen 2.30 LIhr vertagte, einmal weil Herr Hammann die Geduld der Zuhörer auf eine zu lange Probe stellte und außerdem noch mehrere Redner zur Generalaussprache sich angemeldet haben.

(Sitzungsbericht.

Präsident Delo eröffnet um 10 Uhr da» gut besuchte Haus und gibt in Fortsetzung der unge­meinen Aussprache zum Etat 1928 das Wort dem

Abg. Lux (Soz.)

der erklärt, daß im Gegensatz zu den Darlegungen des Bauernbundes für die Beurteilung der hefll- schen Finanzlage nicht die Defizite erststellig matz- gebend seien, sondern die D e r m ö g e n » I a g c des Staates. Hessen habe 1914 eine Schuldenlast von 450 Millionen zu tragen gehabt, heute dagegen nur ungefähr 40 Millionen. Heute sei nur das Reich Gläubiger Hessens aus den besonderen Lasten für Arbeitslosenunterstützungen für 1926. Der Haus- halt 1927 sei durch die flotte Wirtschaftslage günstig beeinflußt worden. Im Etat 1928 sei besonders das Kapitel der öffentlichen Betriebe erfreu« lich, die nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zur größtmöglichen Rentabilität haben. Der For st Verwaltung spricht der Redner für ihre erfolgreiche Tätigkeit feinen Dank aus. Die Pacht- unb Siedlungsgebühren würden wahrscheinlich teil­weise Ermäßigungen notwendig machen. Die Re­gierung möge doch die oberheffilchen Ba- altbrüche bester auswerten. Auch das fris­ierte Kapitel der allgemeinen Finanzverwaltung chließt mit einem Ueberfchuß ab. Das hessische Volk bringe an Reichssteuern jährlich 60 Millionen auf, von denen das Reich ein Viertel für sich behalte, während die Gemeinden 35 Prozent bekämen. Der Redner wendet sich scharf gegen den Vorwurf des Bauernbundes, daß beute Leute Landessteuern be- schließen, die zu diesen Steuern nichts beitragen. Etwa 90 Prozent der in Hessen verbrauchten Reichsfteuern würden von Lohn- und Ge­haltsempfängern aufgebracht. Von der Grundsteuer bringe die gesamte Landwirtschaft etwa zwei Millionen Mark auf, woran auch Ar­beiter und Gewerbetreibende mit ihrem kleinen Stückchen Land beteiligt seien. Schon vor dem Kriege seien die steuerlichen verhältniste in Preu- ßen g ü n ft i g c r gewesen als in Hessen. In Hessen entfielen auf den Kopf der Bevölkerung 1,58 Mk. an Einnahmen aus staatlichem Landbesitz, in Preu- ßen dagegen 3,48 Mark. Wenn das Reich den Län- dem neue Lasten aufbürde, wüste es ihnen auch helfen. Der endgültige gerechte Finanzausgleich sei möglichst umgehend zu verabschieden. Der Redner fordert von der Leitung der Polizei, sich der möglichsten Sparsamkeit zu befleißigen. Das_ Kapitel der Schulen erfordere 37 Mill. Mk. für Aus­gaben: an Einnahmen erschienen nur 7 Mill. Mk. An diesem Kapitel könnten Ersparnisse ge- macht werden. Bei aller Sparsamkeit in der öffent­lichen Verwaltung fordert er Steigerung der Pro­duktion und des Verbrauches, Hebung der allge­meinen Kaufkraft, Vermehrung der inneren Ra- pitalsbildung. Die überspannten Schuldzinsen müß­ten abgebaut werden. Unter diesen Bedingungen glaubt er an eine Ausbalanzierung des Etats.

Abg. Heivstadt (Zentr.)

will abwarten, wie sich die Tätigkeit des neuen Fi- nanzministers in dem von feinem Vorgänger über­nommenen Etat auswirke. Das Zentrum habe sich gegen die Aufgabe des Inne nminifteriums hüt allen Kräften gewehrt, bis ihm die Waffen von einer anderen Partei aus der Hand ge­schlagen worden seien. Er bittet, gegenüber der Verlautbarung der Deutschen Volksvartei ihm zu glauben, daß das Zentrum nicht auf ferne Forderungen verzichtet habe. Aber die Dvlks- bartet habe durch ihre Zugeständnisse den Wider­

Neues schweres Erdbeben in Bulgarien.

Große Verwüstungen in Philippopel. Diele Oorfschafien zerstört. Lieber hundert Tote.

stand des Zentrum- gebrochen. Man könne doch nicht das Zentrum dafür verantwortlich machen, wenn heute die Deutsche DolkSpartei die Demo­kratisierung der Verwaltung zugestehe. DaS Zen­trum wolle h.er nur die alte Imparität in der Besetzung der böheren Stellen beseitigen. Darum habe die Volksparlei die alten kulturkämpse- rischen Behauptungen dabei in den Vordergrund gestellt? DaS Zentrum wolle bei seinen Schul­forderungen nur Freiheit auch für seine kultur­politischen Forderungen erreichen. In seinen Ausführungen zum Etat erklärte der Redner, daß er glaube, mit den alten Fehlbeträgen fertig au werden, wenn die schwebenden Ver­handlungen mit dem Reich zu einem günstigen Ergebnis gekommen seien. Der berech­tigte Anspruch Hessen- auf besonder« Beachtung der hessischen Finanzlage fei jetzt von mehrer-'n ReichSininiftern anerkannt worden. Mit der Reichshil^e allein könnten die wiederkehrenden Fehlbeträge nicht gedeckt werden, ein gerech­terer Finanzausgleich sei notwendig. Daß der Einheitsstaat billiger sei alS der Föde­rativstaat werde auch von dem preußischen Mi­nisterpräsidenten Braun nicht mehr behauptet. Die Selbsthilfe sei da- einzige sonst verbleibende Hilfsmittel. Verpflichtungen auS dem Gut­achten des Sparkommissars würden nicht an­erkannt werden können, wenngleich' seine Erfah­rungen nutzbar gemacht werden müßten.

Abg. Glaser (Bbd.j

erklärt, seine Fraktion habe weniger Anträge eingebracht, weil man sich einer geschlossenen Mehrheit gegenübersehe. Sachlich werde sie auch weiterhin Mitarbeiten. Der Bauernbund sei nicht gegen gute Bezahlung der Beamten, wohl aber gegen den übermäßig angewachs enen Verwaltung-apparat. Da- Gutachten des SparkommissarS werde -eigen, was die hes­sische Regierurvg falsch gemacht habe. Er erblickt un Einheitsstaat keine Hilfe. Die Rente für die älteren Arbeiter will er ancrfernien. fordert sie aber auch für die älteren Landwirte. Keine Regierung habe gegen die vom deutschen Volk an landwirtschaftlichen Erzeugnissen geübte Sa­botage angekämpft. Auch dem Lairdwirt könne daS Streikrecht nicht abgesprvchen werden.

Abg. Dr. Tliepoch (D. D. P )

bespricht die Verhandlungen zur Regierungs­bildung und verliest Aeußerungen auS der Zen- trumspreffe sowie die Forderungen be- Zen­

trum- bei den Verhandlungen zwischen den Parteien im Jahre 1922. Die Volk-Partei bube nach den früheren Erfahrungen mit dem Zentrum Berechtigung zu ihrer Haltung gehabt Er fordert gleiche Behandluniz aller Beamten, die dem Staate pflichtgemäß dienen. Der Redner fordert eine Einheitsfront bei den Verhandlungen mit dem Reich und erwartet vom Finanzminister eine vorfichtige Haltung bei der Abänderung deS SteuerverteilunaSfchlüfseiS. Die Steuervereinheillichung müffc unbedingt vor­genommen werden, um Klarheit zu schaffen. Der Redner wünscht wieder Veröffentlichung der SteneranSschläge der Gemeinden wie früher. Or erblickt in dem neuen Etat eine Rechtfertigung der vorjährigen Haltung seiner Partei. Die An> gaben hätten sich sedoch durch Uebemahme her Reich-Vorschriften erhöht. Bei den erfreulichen Einnahmen dürfe die Reichshilfe nicht zu hoch eingesetzt werden. Er will auch die Taten be-3 neuen Finanzministers abwarten und verspricht ihm Unterstützung bei seinen vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abdeckung bei Desi it? Uc r die Umgestaltung der Staatsbetriebe in Gesellschaften teilt er mit sich reden lassen, fordert jedoch, daß auch in ihnen die Opposition ihre Kontrolltätigkeit auSüben könne. Auch bei der Linderung ber 'Bauernnot werde seine Fraktion immer den berechtigten Wünschen nad)fomn;cn. Der Redner stimmt einem zweijährigen Etat zu. Dem Sparkommissar könne, wie eS Abg. Reiber fordert, nicht seine Aufgabe vorgeschrieben werden. Auch die Deutsche DolkS- pariei sei für den Einheitsstaat und würde sein baldiges Zustandekommen begrüßen: Hessen dürfe aber vorher nicht auSge- b_ö 611 werden durch Abzwingung wichtiger Wirtschaftsorganisationen oder Unternehmungen.

Präsident Delp ruft den Abgeordneten Kindt (Dn.) wegen deS Zwischenrufe- .Schwin­del" zur Ordnung.

Abg. Hammann (Äom.) verliest au- dem .Älaffenetar verschiedene Ziffern Der Hessisch« Staat habe Interesse an einer .Dunkelkammer- Politik", um das Volk dummzuhalten Lr bekämpft ebenso die Volksgemeinschaft der Mitte. Da er auf die zahlreichen Zwischenrufe au» dem Hau- eingebt, entwickelt sich häufig eine humoristische Debatte mit den wenigen noch an­wesenden Abgeordnetem Da e- unmöglich ist. die Generalaussprache bei der vorliegenden Redner­liste heute au schließen, vertagt Vizepräsident Blank um 2,30 Uhr die Beratungen auf Freitag.

Sofia, 19. April. (TU.) Bulgarien ist von einem neuen schweren Erdbeben heimgesuchi worden, da» stärker war al» das am letzten Samstag. Rach den bi»hcr eingegangenen Meldungen liegt der Mittel­punkt de» Erdbeben» bei PhiIippopeI und ha »kovo. Die Telephon- und Telegraphenleitun-. gen nach der Provinz sind zerstört. Doch bemüht sich da» Innenministerium, genaue Nachrichten zu er­halten. Der Kommandant der Garnison erklärte, daß in Philippopel saft alle großen Gebäude eingestürzt sind, darunter die sechsstöckigen Ge­bäude de» Taöakdepot». Die Lichtanlagen der Stabt sind zerstört, so daß ganz Philippopel in vollständige» Dunkel gehüllt ist. Durch Kurzjchtuß entstand eine Anzahl Brände. Ein Militärdepot ist völlig abgebrannt 3m Militärklub sind oieleIotezu verzeichnen und ungewöhn- lichoiele Derrounbele. Au» der Stabt Has- kooo, südlich von Philippopet liegen gleichfalls schlimme Nachrichten vor. Der Gebäudeschaden soll dort besonder» groß sein. 3n Philippopel dauern die Erdstöße an.

Die internationalen Züge haben den Verkehr durch Bulgarien e l n g e ft e 111. Südlich und östlich von Philippopel ruht jeber Bafjn- verkehr, da die große Maritzabrücke unbefahr­bar ist. Die Häuser, die an den hügeligen Ab­hängen der Stabt stauben, stürzten bei dem Erd­beben eine» auf da» andere. Die Bevölkerung der heimgesuchten Stadtteile lagern im Freien. Sie lei­den stark unter der zunehmenden Kälte und unter dem Mangel an Lebensmitteln. Da» Erdbeben wurde auch in Sofia stark bemerkt Die Glocken der großen Kathedrale schlugen an. Menschen sind hier nicht zu Schaden gekommen. Auch wurde kein Sachschaden angerichtet Oer Umfang der Katastrophe.

Sof.ia. 19. April. (WTB. Funksvruch.) Der Umfang drs Erdbebens in Philippopel ist we­se n t 11 ch schlimmer als man nach den ersten Mitteilungen annehmen konnte. Viele in der Umgegend Philippopel- gelegene Ortschaften sind dcrart heimgefucht worden, daß kaum noch ein Haus aus den Trümmern hervor­ragt In Dvrissovgrad sind sämtliche Häuser, die beim ersten Erdbeben noch stehen geb lieben waren, zerstört. Die Zahl der Toten wächst ständig. Es sind bisher mehr als 100 Tote festgestellt worden. Während deS Beben-

wurden interessante Raturerschrinungen beobach­tet In einigen Dörfern wurde der Boden auf- gerissen und nach dem Erdbeben sprangen meterhohe Wassersäulen h.roor, d edaS Land überschwemmten. Außer den Sisendahnen wurden große Landstraßen zerstört Die Papazly mit Philippopel verbindende Straße wurde be­sonders stark beschädigt und infolge der zahl­reichen Löcher und Riffe unbefahrbar. "Der Orientexpreß und andere Züge, die vor dem Bahnhof Papazly anhalten und die Aus- besseruna der Gleise abwarten mußten, konnten heute abend weiterfahren. König Do­ris besuchte Philippopel und die heimg'suchten Dörfer und gab persönliche Anordnungen für schnelle Hilfe. Die Bevölkerung in Sofia ist immer noch von Panik ergriffen. Viele Familien verliehen die Hauptstadt, um auf dem Lande die Rächt zu verbringen. Man sieht nicht selten Automobile und Fahrzeuge jeder Art, die zu Schlaf Hätten hergerichtet r - den sind. Der Schaden, den das neue Grdbe an- gerichtet^hat, beläuft sich auf mehrere lOu Mil­lionen LevaS. Der Ministerpräsident und der Minister für öffentliche Arbeiten haben sich nach Philippopel begeben. In Tschirpan, das bcreitS in der vorigen Woche von einem/ Erd­beben schwer heimgesucht wurde, bemächtigte sich der Bevölkerung eine solche Panik, daß mehrere Personen den 'Verstand oertoren.

Bis heute abenb wurde die Zahl der durch bas Erbbeben am Mittwoch in Philippopel zerstörten häuserauf 2136 angegeben, baoon sind 1036 ganz zerstört unb 1100 schwer beschäbigt. Diese Ziffern beziehen sich erst auf zwei Stadtteile. Die Zahl der loten in Philippopel hat sich auf 20 erhöht: 60 Schwer- und über 100 Leichtverletzte werden dort gezählt Aus fünf Dörfern in der Umgegend der Stadt Philippopel werden 27 Tote und viele Ber- lehte gemeldet

Einigung im Äankgewerbe.

Berlin, 19.>rit (WTB.i Dach sehr lan­gen Verhandlungen wurde heute zwischen dem Deutschen Dankbeamtenverein und dem Reichsverband der Deutschen Bankleitungen auf Grund de- am 31.März aelällten Schiedsspruches eine freie Derei n- oarung über die Verlängerung des ReichS- tarifvertrages abgeschlossen. Danach verbleibt es bei der zugesprochenen Gehalts st eigerung unb der bisherigen Gehalt-st affet Für