Einzelbild herunterladen

Haus efngefteftrt vurven, grlgt. ®<mnrttr befanden sich j ecy s Ächwerorrletzte. Zur Zeil ist, da die Lohickiften der vier in dem auSgeöramrten Gebäude untergebrachien Betriebe nritverbrannt sind, noch nicht mit völliger Sicherheit zu sagen, ob wirtlich alle in dem Hause beschäftigten Per­sonen sich rechtzeitig retten konnten. Gegen 2 ilf>r nachmittags waven di« Löscharbeiten so weit fongeschritten, daß da- Feuer als nieder- gekämpft gellen konnte.

Die Firma Daecker & Eo., in deren Räumen das Feuer zum Ausbruch kam, stellte Radio- material her. insbesondere Spulen, die mit Zelluloid umkleidet sind. Diese Zellulotd- austhüllen werden mit Azeton verklebt. Die Firma hat ihre früheren Favnträume auf einem Ga- ragengrundstück aufgeben müssen, weil die Polizei Einspruch dagegen erhob, daß aus einem Grund­stück, wo Benzin lagerte, mit so hochfeuer­gefährlichen Stoffen wie Azeton und Zelluloid gearbeitet wurde, In den übrigen Betrieben des Grundstückes wurden im wesentlichen Papier und Holz verarbeitet.

Gegen 11 Uhr ertönte eine laute Deto­nation: im nächsten Augenblick hörte man die entsetzlichen Hilferufe von Leuten, die mit brennenden Kleidern a u s den Hof gestürzt kamen. Durch das Of^enbleiben der eisernen Tür, die aus den Fabrikräumen von Baecker auf das Treppenhaus führt, entstand ein L u f t z u g , der die Stichflamme der brennen­den Zelluloilworräte durch den Treppen- schacht emporjagte, so daß sehr rasch die Arbeiter in den oberen Stockwerken entdecken mußten, daß ihnen der Fluchtweg abge­schnitten war. Die Treppe ist eine Granit­treppe, deren Stufen sehr rasch unter der Ein­wirkung der Hitze in der Höhe der zweiten Etage barsten. Gleich darauf stürzten zwei ganze Treppenfluchten in die Tiefe. Zu allem Unglück waren die Fenster des Gebäudes durch eiferne Stabgitter unterteilt, so daß die Eingeschlossenen nicht ohne weiteres ins Freie gelangen konnten. Sie zwängten sich schließlich durch kleine, 40 Zentimeter breite Fenster auf den SimS hinaus, und einige sprangen in ihrer furcht­baren Angst au« der ersten undzweiten Stage auf das Pflaster des HofeS, wo sie mit Ann- und Beinbrüchen und inneren Verletzungen liegen blieben. Eine Gruppe von Arbeitern der Baeckerschen Fabrik bahnte sich einen Weg ins Freie durch das Privatkontor, wobei sie mit ihrem Körpergewicht zwei ver­schlossene Holztüren aufzusprengen genötigt wa­ren. Das Arbeiten der Feuerwehr war durch die Enge des Hofes außerordentlich b.hin­dert. 3n dem engen Flur nach Oec Straße liefen etwa zwanzig Schlauchleitungen, da die Feuer­wehr von den Dächern aller Rebengebäude wahre Wasserfluten auf den in riesige Qualm­und Dampfwolken gehüllten Brandherd schleu­derte. Gegen mittag wurden di« am Hof liegen­den, zu Wohnungen benutzten Seitenflügel des Gebäudelomplexes, innerhalb dessen sich die Fabrik befindet, geräumt, da mit der Gefahr des Einsturz«- der ausgebrannten Fabrik zu rechnen ist.

Zwei Tote beim Berliner Großfeuer.

Der Inhaber der Möbelfabrik Hawlitzki, der auS dem zweiten Stock herabge- sprungen war und sich außer Beinbrüchen noch schwere innere Verletzungen zu gezogen hatte, ist gestorben. Don den übrigen 32 verunglück­ten Personen liegen neun mit schweren Verletzungen, die meist beim Abspringen und durch Verbrennungen entstanden find, im Krankenhaus. Die Arbeiterin Slfriede Kraus«, bei der wegen ihrer schweren Brand­wunden von vornherem wenig Aussicht bestand, sie am Leben zu erhalten, ist gestern abend ihren Verletzungen erlegen. Das Be­finden der anderen Schwerverletz «n wurde von den Aerz en gestern in später Abendstunde noch als sehr ernst bezeichnet.

Reichsbahn und Länder.

Auch Bade« protestiert.

Karlsruhe, 18. Dez. (WTD.) DieKarls­ruher Zeitung" (.Badischer StaatSanz.") veröffentlicht ein« Zuschrift, die sich mit der Eriwnnung der vier neuen Derwaltungs- catsmitglieder der Reichsbahn be­schäftigt. Darin heißt es u. a.: Wir In Baden haben allen Anlaß, gegen das Vorgehen des Reiches den allerschärfsten Protest au echelen. Baden ist Greitzland und hätte daher um so größeres Interesse an einem Sih im Derwal- tungsrat der Reichsbahn, um so mehr als es durch den Unitarismus stets durchaus stiefmütterlich behandelt wird. DaS Reich hat sich bis beute noch nicht bemüht, die Regelung dec Zahlung der Eisenbahnschuld in Angriff zu nehmen. ES verzinst diese Schuld nicht einmal, schaltet aber die Gläubiger von jedem Witbestimmungs- recht aus. Für die weitere Sntwicklung der Be­ziehungen zwischen Reich und Landern, nament­lich zwischen Reich und deutschem Süden, kann dies Verhalten nur die Folg.» haben, daß die Länder um so zäher an den wenigen Rechten fest halten müsen, die sie noch besitzen. Der Retchsbahnkonslikt ist ein War­nungszeichen für alle jene Optimisten, di? glau­ben, daß in einemdezentralisierten" Einheits­staat auf die Länderinteresfen mäh nur die ge­ringste Rücksicht genommen toürae. Hier haben wir ein Beispiel, wie sich der Zentralismus mit gewis.er Rücksichtslosigkeit über alles selbst über rechtsgültig« Verträge himoegsetzt.

Bundeskanzler

Seipel über die Heimwehren.

Graz, 18. Dez. (WTB.) Auf Einladung der christlich-sozialen StadtorgLnisation sprach Bun­deskanzler Dr. Seipel über aktuelle politische Fragen. Er sagte u. cu: Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit ein Wort über die Heim­weh r e n sagen. Aichts rft falscher, als wenn behauptet wird, die Heimwehrbewegung be­droh« irgendwie die Demokratie. Im Gegenteil, die Sehnsucht nach wahrer Demokratie ist «ine der stärksten Triebkräfte der Heimwehr- bewegung. Deswegen vertraue ich auf sie und bekenne mich zu ihr. Deswegen bin ich nicht dazu zu haben, sie einem Scheinfrieden zu- lieve zurückzudrängen oder auch nur auf ge­wisse Telle unsere« Bundesstaates beschranken zu lassen. Ich kann (einer Partei zubilligen, jede Beteiligung im öffentlichen Lehen für sich und für da« Portetwesen in Anspruch zu nehmen, und ich wünsche andererseits nicht, baß in Oester­reich jede politische Partei chre eigene Garde hat,

Oer Völkerbund und Südamerika.

Oie streitenden Parteien beantworten Briands Telegramm. Annahme der Vermittlung einer amerikanischen Macht. Eine Ratstagung wird überflüssig.

Genf, IS.Dez. (WTB.) Das Generalsekretariat des Völkerbundes veröffentlicht ein Telegramm des bolivianischen Außenm.nisters an den Ratsoräsi- benten in dem Bezug genommen wird auf die dringenden Empfehlungen des Rates zur Vermei­dung neuer Zwischenfälle. In dem Telegramm heißt es dann:Meme Regierung g.bt unter An­nahme dieser Anregungen Eurer Erzellenz die Ver­sicherung, daß sie dem Chef der Militärposten den Befehl erteilt hat, jedes Vorrücken und jeden An­griff ihrerseits zu unterlassen und sich auf das Ergreifen von Defensiomaßnahmcn zu beschränken. Ich setze gleichzeitig den Völkerbundsral davon in Kenntnis, daß Paraguay die Mobilisa­tion der Klaffen im Alter von 18 bis 28 Jahren angeordnet hat. Bolivien be­schränkt sich auf die für feine Sicherheit unerläß­lichen Vorsichtsmaßnahmen "

Der Außenminister von P a r a g u a y hat an den Ratspräkidenten eine lange telegraphische Note ge­richtet. Zunächst weist die Regierung von Paraguay die Anschuldigungen der bolivianischen Regierung zurück, die als unerhörte Entstellung der Wahrheit bezeichnet werden, um dann dorzulegen, daß die bolivianischen Truppen ohne vor­herige Kriegserklärung entgegen den Me- ihoden der Kulturvölker das Gebiet Paraguays überfallen hätten. Paraguay habe von Anfang an eine Untersuchung verlangt und alle friedlichen Wege angenommen, ein Beweis dafür, daß Para­guay nicht die Rolle eines Angreiferstaates beige- messen werden könne, während Bolivien jedes Un­tersuchungsverfahren ablehnte.Meine Regierung,"

so schließt die Note,hat soeben die guten Dienste der Panamerikanischen Schiedskom­mission angenommen, und ihre Haltung ist ein neuer Beweis ihres loyalen Friedenswunsches." Die Aktion des Ratsprasiventen.

Vorläufig keine Einberufung des VölkervundSrals.

Paris. 18. Dez. (XXI.) Am Dienstagmittag fanden am Quai d Orsay Besprechungen zwischen dem derzeitigen Ra^spräsiveillen, Außenmini­ster Briond, dem Generalsekretär des Völker­bundes. Sir Eric Drummond, und dem Di­rektor der Politischen Abteilung im Völkerbund, Sugimura, über die Einberufung des Völker­bundsrates zur Schlichtung des Streitfalles zwi­schen Bolivien und Paraguay statt. Hieran schloß sich eine Besprechung mit dem Pariser Ge­sandten Boliviens und Paraguays. Wie verlautet, werden die beiden letztgenannten Staaten die Vermittelung einer drit­ten Macht, sei es der Vereinigten Staaten ober Argentiniens, anneljmen. Man erhofft hiervon eine günstige Lösung. Sollte es nicht gelingen, den Streit auf diesem Wege beizu­legen, so würde bet DöllerbundSrat hiervon be­nachrichtigt werden und zu einem späteren Zett- purckt zusammentreten. Im Augenblick ledrnfall» wird, wie von allen zuständigen Stellen bestätigt wird, an die Einberufung des Völker- bundsrateS zu einer außerordentlichen Session In Paris nicht gedacht-

Oer deutsch-polnische Handelsvertrag.

Die Wilhelmstratze gibt sich optimistisch

Berlin, 18. Dez. (Privat.) Wie verlautet, wird der sachliche Stand der Handelsvertrags- Verhandlungen mit Polen In unterrichteten politischen Kreisen keineswegs pes­simistisch beurteilt, wie es in den stimmungs- mäßigen Darstellungen der Piesse zum Ausdruck kommt, in die der Zusammenhang mit der Aus­einandersetzung zwischen dem polnischen und dem deutschen Außenminister hineinjpieli. Das augen­blickliche Stadium der Verhandlungen Wied dahin gekennzeichnet, daß das Vestreben vorherrscht, die Verhandlungen jetzt auf eine breitere Basis aufzubauen, und zwar müssen die Polen jetzt ihre Stellungnahme zu den deutschen Wün­schen in präzisere Form bringen, und dann sollen auf dieser Grundlage bekanntlich Anfang Januar die Delegationen die Verhandlungen fort- führen. 3m ganzen wird der Eindruck von dem augenblicklichen Stand der Ding« in Berkdn als nicht ungünstig bezeichnet.

Verfafsungsumbildung in Aalten

Mussolini vereinigt alle Ministerien in seiner Hand.

Rom, 19. Dez. (TU.) Wie Me Pressesklle des Minisierpräsidimns mitteilt, hat der König den Rücktritt deS Kolonialministers Federzont genehmigt und den Ministerpräst- benten Mussolini mit bet Leitung dieses Ministeriums betraut. Die Tatsache, daß Mus­solini nun ein weiteres Ministerium über­nommen hat, nachdem er außer dem Minister- Präsidium bereit- das Marine-, Kriegs-, Korpo- rattonS-, Innen-, Außenaninisterium und das Ministerium für Luftfahrt leitet, läßt darauf schließen, daß er allmählich auf den Zu stand hin­aus will, daß es nur noch einen verant­wortlichen Ministerpräsidenten und sonst nut Staatssekretäre gibt, was der BiHmarckschen Verfassung ent­sprechen würde, in der neben dem Reichskanzler nur StaotSselreLäre im Amt« waren.

Oie Wiederzulaffung der religiösen Orden in Frankreich.

Paris, 18. Dez. (WTD.) Die Regierung hatte angekündigt, bah sie bei Deratung bet Ra ch t tagskrebite für 1928 die Ver­trauensfrage für Annahme der Artikel stellen werde, die die Wiederzulassung von neun reli­giösen Ordens- und Missionsgesellschasten por- fehen. Heute beschäftigte sich der Finanzaus- s ch u h der Kammer mit der Angelegenheit. Wit 20 gegen 20 Stimmen sprach er sich zunächst gegen die Absonderung der Artikel betreffend die Kongregationen und mit dem glei­chen Stimmenverhältnis gegen den Heber gang zur Einzelberatung der Artikel der Rachtragskreolt- vorlage aus. Auf diese Weis« find indirekt auch di« Artikel über die Kongregationen ausge - schaltet worden. Hierdurch w rd eine äußerst komplizierte Lage geschasfen, über die sich wahr­scheinlich morgen die Regierung vor dem Finanz­ausschuß äußern wird.

Oie mazedonische Frage.

Das Hindernis für eine Verständigung der füdslawifchen Staaten.

Sofia, 18. Dez. (TU.) Zn einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der BelgraderPolitika" geißelte der bulgarische Ministerpräsident Liaptscheff mit scharfen Worten die lächerlichen und unwahren Meldungen über Bulgarien, die in letzter Zeit von Belgrad aus in die Welt gesetzt worden seien. Im Zusammenhang damit berührte Liaptschesf auch die Beziehunaen Bulgariens zu Jugoslawien und stellte fest, daß nach dem bisherigen Verhalten Jugoslawiens der Weg zu einer jugo­slawisch-bulgarischen Verständigung noch weit sei. Von irgendeiner Verständigung oder gar Freundschaft könne nicht die Rede sein, solange Jugoslawien seine Grenze gegen Bulgarien geschlossen halte. Auf leinen Fall werde Bulgarien den ersten Schritt zur An­näherung tun, denn dies lei die Aufgabe des Stär­keren, de» Siegers, also Jugoslawiens.

Erregt lieh sich Liaptscheff über die mazedo­nische Frage aus: Belgrad rühr« immer wie­der diese Frage auf, aber sobald ein Mazedonier jenseits der Grenze es wage, von her mazedonischen Frage zu sprechen, so roerhe er von den Serben ins

Aus aller Welt.

Awti Todesopfer eines Gasrohrbruchs.

3n Bad Wildlingen hat ein Rohrbrnch der Gasleitung zwei Menschenleben gefordert und eine Reihe weiterer Personen an den Rand de» Tode» gebracht. Die Bruchstelle konnte bi» in die Miltag»- slunden noch nicht feftgestelll werden. Sie befindet sich wahrscheinlich unter dem Hani« Rönt- genstrahe 15, von wo an» da» Ga« In den Zachwerkban eindrang und da» im Parterre schlafende Ehepaar Znhrhattrr Ad­ler töte le. Eine im fjauf« wohnende Jrau, die nach « Uhr die erste Meldung zur Polizei brachte, halte ebenfalls schon |o viel Ga» eingeatmet, daß sie auf der Polizei ohnmächtig umfiel und erst, al» fie wieder zu sich tarn, nähere Einzelheiten er zählen konnte, weitere in dem Haufe wohnend« Per­sonen. Sinder und Erwachsene, fchwebien einige Zeit in Lebensgefahr, doch gelang e» schließlich den Aerzten, sie wieder zum Bewußtsein zn bringen.

Dichter Rebel über Südengland.

London, 19. Dez. (WTD.-Funlspruch.) Seit gestern vormittag liegt über London und vielen Bezirken Süd-Englands Rebel, der sich im Laufe des Abends immer mehr ausbreitete und Der# dichtetL. Infolgedessen muhten Einschrän­kungen im Eisenbahnverkehr vorge­nommen werden. Da nach Angabe des Luft- fahrtministeriums Fortdauer des gegenwärtigen Wetters in Aussicht steht, befürchtet man. daß der Weihnachlsverkehr in Mitlei­denschaft gezogen wird. Der White-Star- Dampser .W a i e ft l cM konnte gestern nachmittag nicht von Southampton in See gehen und wird daher vor dem Weihnachtsfefte Reu- York nicht mehr erreichen. Der deutsche Ost-Afrika-Dampser »Rjafs a, der von Durban nach Sou hampton unterwegs ist und gestern vor­mittag 11 ilfjr dort fällig war, ist ebenfalls vom Rebel aufgehalten worden.

Weihnachtsfeier des Deutfchen Vereins in London.

Die vom Deutschen Verein in London veranstal­tete Weihnachtsfeier vereinigte weit über 200 Mitt glieder des Vereins mit ihren Damen und zahlreiche Gäste in froher Geselligkeit. Die Feier wurde mit dem Vortrag von Weihnachtschören eingeleilet. Darauf folgte ein Essen. Zum Schluß des Essens wurde vom Vorsitzenden des Verein-, Max Lind­lar, der Trinkspruch auf den König aus- gebracht und io einem Telegramm an den König die Hoffnung auf vollständige baldige Genesung ausgedruckt, hierauf tranken alle Anwesenden auf das Wohl des Reichspräsidenten d. Hinden­burg. Der Vorsitzende begrüßte dann unter leb­haftem Beifall aller Anwesenden den Ehren­vorsitzenden des Vereins, den deutschen Bot­schafter und Frau Sthamer. Der Botschafter be­glückwünschte in seiner Dankrede den erst vor weni­gen Monaten ins Leben gerufenen Deutschen her­ein zu seinem großen Erfolg und gab der Hoff­nung Ausdruck, daß dieser Mittelpunkt des Deutsch­tums in London dauernd an Bedeutung und Ein­fluß wachsen möge. Ein Ball bildete den Schluß der wohlgelungenen Veranstaltung.

3uroe(enraub in Berlin.

Ein dreister Iuwelenrayb wurde in der Je­rusalemer StraßeEcke Leipziger Straße verübt. Ein junger Mann warf dort nach bekanntem Muster einen in Papier ein- gewickelten Mauerstein io die Schousenfter- scheibe der Iuwelerchandlung von Wilms. Die Scheib« ging in Trümmer und der Bursche be­nutzt« den nächsten Augenblick dazu, um zwei wertvolle Perlenketten tm Werte pon je 7000 Ml. aus Öen Auslagen pes Schaufensters gu stehlen. Passanten und Angestellte de« Iu- wellers hatten jedoch den Raub sofort bemerkt

Gefängnis geworfen.Warum haltet chr diese Leute in den Gefängnissen?" rief Liaptscheff dem serbischen Journalisten zu. Auf dessen Gegenfrage, wer wen gefangen Halle, verwies Liaptscheff auf d i e elf im S k o pl i e r-Zuchtha u s sitzen- den mazedonischen Studenten. Dann schnitt er brüsk jede weitere Unterhaltung über Mazedonien ab, indem er ausrief:Nein, nein dies ist recht unerfreulich!" Nach Liaptscheffs An­sicht ist die Grenze nicht nur seit einem Jahr, son­dern schon seit 1918 geschloffen, denn kaum ein Bulgare wage es, jugoslawisches Gebiet ohne triftigen Grund zu betreten: trotzdem habe nie verhindert werden können, daß von beiden Sei­ten jeder, dem daran lag, ohne Paß die Grenze überschritt. Wozu also die aufreizende Maßnahme einer formellen Grenzsperre.

unß nahmen Vie Verfolgung ves Diebe« aus. Der Täter wurde eingeholt und der Polizei über­geben. Es handelt sich um einen 24jährigen woh­nungslosen Arbeiter. Die beiden wertvollen Äch­ten wurden bei ihm noch vorgefunden.

Der Kampf im Insterborger Zuchthaus.

Der schwerverletzte Oberwachtmeister Rau- joks, der bei der Meuterei im Insterburger Zuchthaus im Kamps mit Derr.ecker einen Schuß durch die Schläfe erhielt, ist gestorben. Der Raubmörder Dernecker selbst, der sich be­kanntlich einen Kopfschuß beigebracht hatte, ist an den Folgen dieser Verletzung ebenfalls ge­storben.

Zwei Brüder von einer Lokomotive erfaßt und getötet.

Ein schweres Unglück ereignete sich auf der Bahn­strecke zwischen Hagelstadt und Äöfenng, der Haupt­strecke LandshutRcgensburg. Die brei in Regens­burg studierenden Söhne des Bahnbetriebsassistenten Völkel, der bei Hagelstadt ein Dienstgebäude be­wohnt, gingen abends gegen 7 Uhr auf der Strecke auf dem Gleise heimwärts, als eine A r - beitslokomotioe heronfuhr. Während der älteste der Brüder im letzten Augenblick z u r S e i t e springen konnte, wurden die zwei längeren im Alter von 12 und 17 Jahren überfahren und töd­lich verletzt.

Bandenüberfall in Serbien.

Im Dorle MalaMostanica in Serbien überfiel gestern nacht eine Band« von acht bis !ehn Räubern dos Gemeindehaus, obwohl ich darin eine Wach« von zehn Mann be- anb. Die Räuber nahmen das Gebäude unter Ge« wchrfeuer, das von den Wächtern teils aus Angst, teils wegen Munitionsmangel nur schwach erwidert wurde, erbrachen dann die Türe, zwangen die Wächter, sich unter den Betten zu verkrie­chen, und plünderten die GemeindekeZe, die 12 000 Dinar enthielt. Ein Einbruch in das ®e* meindewirtshaus blieb erfolglos, da die Kaffe leer war.

Eine Wellrundfrage der Srebsforfcher.

Die Kr«bS k orn mi ffi o n de« Völker­bundes. ein Ausschuß, in Dem Gelehrte fast aller Staaten der Well sitzen, tagt hi München. Sie beschäftigt sich mit der Melhod.k der Behand­lung des Krebses, mit dem Studium der Der- brettung des Berufs- und des Lungenkrebses. Die Kommission, deren Arbeiten recht erfolg­versprechend sind, hat an die bekann.esten Krei-s- forscher der Erde eine Rundfrage gerichtet. Es sollen die Krcbspro^lLme genannt werden, die mit Hilfe des großen inlemaiionalen Appa­rates des Völkerbundes studiert werden können und bei denen gleichzeitig Hoffnung auf prak- ttschen Erfolg bestehl. Die Krebskommission des Völkerbunds legi bei ihren Arbeiten den Haupt- wert nicht auf theoretische Erforschungen, fondew auf die praktische Inangriffnahme der Krebsbekämpfung.

Unter dem eigenen Fuhrwerk erstickt.

Tot aufgefunden wurde bei Feldkahl (Bayern, in einem Kalksteinloch an der Straß« der >Z- jübrige Dlerfahrer dev Aktien - Bierbrauerei Aschaffenburg. Di« Pferd« standen heil neben dem Loch. Der Wagen war um gefallen und der Leichnam lag, von einigen Fässern bedeckt, unten am steilen Abhang. Der Tkx- unglückte war abends gegen 9 ilf>r In Feldkahl abgefahren. Auf der vereisten Straß« tarn wohl der äßagen in» Rutschen und kippte um. Da sich der Verunglückte nicht mehr erheben konnte, muhte er jedenfalls ersticken.

Oie Wetterlage.

Dienstaa. L18.DezD.1928J

©wpnesin® wir»KeoeW

» Schatt a ireupti* "tee« l ernc-©wie«t,ntO-' sd« «kfttw Ost y lv4sua-oi q -ori-ts»

»lt Mtiif filtern mit «<r> wi*dt OK ep M* 5*0be*te sttatMtn U* Den gtOtri «K ItiP^tMtv» «n »* l <»***'** eti jUiCtt* e*f BMO««*1'* kelläretÄ

Wettervoraussage.

Das östliche Hochdruckgebiet liegt im Bereich« absinkender Luftmassen, sv daß bie Temperaturen erneut zurückgehen. Wenn auch In unserem Ge­biet ine Temperaturen nur 3 bis 4 Grad unter Aull lagen, so erreichen sie Im östlichen Deutsch­land Werte bis zu minus 18 Grad Eelsius. 3m weiteren Kalllustbnxnch hält der Frost an. Er dürste zunächst eine Zunahme erfahren. Da­bei lassen die Riederschläge vorerst nach.

Voraussage für Donnerstag: Wol­kiges Wetter. Zunahme des Frostes, meist trocken.

Aussichten für Freitag: Weiterhin Frost und überwiegend trockenes Wetter.

Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags 0,1 Grad Celsius, abends2,1 Grad Celsius; cm 19 Dezember: morgens 8,4 Grad Celsius. Maxi­mum 0,1 Grad Celsius, Minimum 3,6 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Dezember: abends 0,6 Grad Celsiusi 19. Dezember: morgens 0,7 Grad Telsiu». Lieder- schlag 0,1 Millimeter.