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Oie Wetterlage,

Flugzeugege

be. Ec machte Dann

Der Herr Reichspräsident empfing Den neugewählten ersten Vorsitzenden des Vereins für das Deutschtum im Ausland, Gesandren z. D. Wirkl. Geheimen Rat Freiherrn v. d. Busche, Der von dem zweiten Vorsitzenden des Vereins, Konteradmiral a. D. Seebohm. be­gleitet war. Der Herr Reichspräsident äußerte sich sehr befriedigt über die Tätigkeit des Vereins und wünschte ihm für seine künftige Arbeit besten Erfolg.

Reichsauhenminister Dr. Stresemann wird in der kommenden Woche einen m ehrwöchigen Erholungsurlaub antreten, den er im südlichen Schwarzwald verbringen wird.

Rach Meldungen auS Straßburg hat Baron Elaus Zorn von Bulach, der beim An­tritt seiner Haft in da- Anstalt-kranken- haus eingeliesert worden war. wegen einer schweren RervenkrisiS in eine Privatkli» nik gebracht werden müssen.

Das englische Oberhaus hat den Gesetzentwurf, der den Frauen im Alter von 21 Jahren das gleiche Wahlrecht verleiht wie den Män­nern, in dritter Lesung ohne Debatte ange­nommen. Der Entwurf, der bereits im Unter­haus angenommen war. wird nun Gesetz werden.

4Se ttc rvo i a US j age.

In der Rinne tiefen Druckes, die sich in westöstlicher Richtung über die britisch«, Inseln. Hüt' landinavien und das Baltitum erstreckt, be­wegt sich eine Störung, die über Rordwesteu- ropa Riederfchläge gebracht hat. Auch sie dürfte beim Dorüberzug in unserem Gebiet unter noch etwas ansteigenden Temperaturen zu zeitweisen Riederschlägen führen.

Voraussage für Mittwoch: Wechselnde Bewölkung. Temperaturen noch etwa- anstei­gend, zeitweise Regenfälle.

.2 o r a uSsage für Donnerstage Wolkig m»t Aufheiterung. Temperaturen sc^vankend, ohne wesentliche Riederschläge.

Lufttemperaturen an. 18. Juni: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 8,5 Grad Celsius; am 19 Juni: nwrflen5 11,9 Grad Celsius. Maximum 15 Grad 'Huis. Minimum 7,9 Grad Celsius Erdkernpera-

^0 Zentimeter Tiefe am 18. Juni: abends l?.7 6cad Celsius; am 19. Juni: morgens 12,7 Krad Celsius. Niederschlag 3-8 Millimeter. Sonnen- scheindauer 454 Stunden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident hat an den Herrn Reichsverweser von Ungarn. Admiral von Horthh in Budapest, folgendes Telegramm ge­richtet: Eure Durchlaucht bitte ich. meine wärm st en Glückwünsche zur Vollen­dung des 6 0. Lebensjahres entgegen- nchmen zu wollen. Don Herzen wünsche uh, es möge Ihnen vergönnt sein, noch viele gesegnete Jahre in voller Gesundheit und Rüstigkeit zu erleben. In alter Kameradschaft und mit besten Grützen bin ich Ihr

Reichspräsident v. Hindenburg.

Ein neuer Versuch mit -em Raketenwagen.

LPel fährt am Tamstag bei Hannover.

Frankfurt a. 21Z., 18. Juni. (ZU.) Die Ge- schwindigkeilsoersuche des Opel-Rokelen.wa­ge n sR a f IIP sind endgültig auf Samstag, den 23. Juni, nachmittags 2 Uhr, festgelegt. Die jal)d findet auf der Eisenbahn st recke Burg­wedel-Celle slall. Das Versuchsprogramm um- fahl drei verschiedene Fahrten mit jeweils gesteiger­ter Geschwindigkeit. Sollten die versuche den Er­wartungen entsprechen und insbesondere die bisher unberechenbare Haftung des Fahrzeuges am Boden ausreichen, so wird Fritz von Opel bei einem vierten Versuche die höchste bisher von einem Fahrzeug erreichte Ge­schwindigkeit von 333 Stundenkilometer zu überbieten versuchen. Die Bremsung des Fahrzeuge» erfolgt durch automatisch ausgelöste Bremsvorrichtungen, in der Hauptsache jedoch durch Bremsrakete«, die nach Durchlaufen der Strecke entgegengesetzt der Fahrtrich­tung entzündet werden. Die «Bremswirkung ist so berechnet, datz auch bei Erreichung von Rekord­zeiten der Bremsweg von drei Kilometer nicht über­schritten wird.

Woldemaras fordert Wilna.

K o w n o, 18. Juni. (WB.) Am Montag fand in Kowno eine Zusammenkunft des litaui­schen Schützen Verbundes statt, an dem auch Ministerpräsident Woldemaras und Lan- desschutzministcr Generalleutnant Dauf antas teilnahmen. Woldemaras führte in seiner Ansprache aus, daß die Liste der für das Vaterland gefalle­nen Schützen noch nicht geschloffen sei. Man werde die Unabhängigkeit Litauens vertei­digen und die Hauptstadt Wilna zurück- gewinnen müßen. Die großen Staaten forder­ten Litauen auf, mit Polen Frieden zu schließen. Die litauische Regierung würde aber bk Interessen Litauens tatkräftig verteidigen. Die Schützen mutz­ten aus diesem Grunde auf der Dacht sein. Der Ministerpräsident sprach die Hoffnung aus, datz unter den Fahnen des Schüs^nverbandes. die hrf)

Otto Hammann f.

Berlin, 19. Juni. (ZU.) Der langjährige Leiter der Presseabteilung des Auswärtige« Amtes, TTllai- sierialdirektor a. D. Exz. Dr. Otto Hamman«, ist am Montag im Aller von 76 Jahren in Fürsieaberg (Mecklenburg) gestorben.

Königin Wilhelmina der Rieder­lande und die Kronprinzessin Juliana sind Montag morgen in Stockholm eingetroffcn.

waren. Die einzelnen Punkte dieser Richtlinien wurden du. ^gesprochen. Ein Teil von ihnen ist bereits in einer Konferenz der übrigen für die Koalition in Frage kommenden Parteien be­sprochen worden. Anscheinend ist hierüber auch schon eine llebereinftimmung erzielt wor- den Lieber eine Reihe anderer bisher noch nicht besprochener Forderungen der Wirtschaftsvartei wird der Abg Müller-Franken zunächst mit dem sozialdemokratischen Frakiionsvorstond verhan- dcln. Sollte dabei eine Hebereinftimmung erzielt werden, so wird wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch eine allgemeine Aussprache zwischen Öen sämtlichen für eine Große Koalition in Frage tommenöcn Parteien mit Ein - schluh der Wirtschaftspartei über bie noch offenen Punkte erfolgen. Dor Mittwoch dürs­ten weitere Verhandlungen nicht in Frage kommen.

Oie Nachforschungen nach derItalia".

Nobile lichtet die norwegischen Flieger.

Rom, 18. Juni. (Wolff.) Wie von der ,Eitta di Milano" gemeldet wird, sind die Flieger R i j- f er Larsen und Lützow-Holm von ihrem bereits gemeldeten GrkimdungSslug zurückge­kehrt. ohne Robile gesichtet zu hoben. Dagegen Hot Robile dieGitta di Milano" funktelegra- phisch angerufen und mitgeteilt, datz er die

nicht im Saale befänden, die Litauer in der Hauptstadt einmarschieren würden. Ge- neraliculnant Da u k an las hab in seiner Rede Herrn-, der Völkerbund habe die Litauer oufgefor= dert. Palen gegenüber nachzugeben. Litauen wallte und walle auch jetzt kein Blutvergießen, wenn es aber notwendig sein würbe, die Unabhängigkeit zu I verteidigen, so würde sie verteidigt werden. Im Augenblick könne man noch nicht Vorhersagen, wie die palnisch-litauische Angelegenheit sich im Sep­tember entwickeln werde. Das litauische Volk werde aber den Kampf bis zuletzt führen. Es würde siegen ober fallen.

Zusammentreffen der Vorkämpfer neuer Ideen in Amerika empfunden habe. Sie seien keine Hel­den, sondern nur tapfere Soldaten, die einer Idee dienen wollten, die der Menschheit nütze und dem Vatcrlande Helse. Er hoffe, datz ihre Tal Deutschland in der Welt nützen werde Sie würden für ihre Ideen weiter kämpfen und notfalls erneut ihr Leben für die Herstellung einer Brücke zwischen der allen und der neuen Welt einfetzen. Um 4 Llhr nachmittags wurde dieColumbus'" von der Kaiserfchleuse nach dem Ankerplatz des Kaiserhafens verholt. Die Flie­ger blieben an Bord des Schiffes, auf dem abends im kleinen Kreise eine Familienfeier stattfand.

Bremen inSrwattung derFlieger

Bremen, 19. Juni. (WTD. Funkspruch). Die alte Hansestadt steht vom frühen Morgen an im Zeichen der Heimkehr derBremen"-Flieger Die umfangreichen Vorbereitungen zu ihrem fest­lichen Empfang sind beendet. Gin Flag­genmeer von seltenem Ausmaß, Tau­sende von Wimpeln und reiche Kranzgebinde schmücken die Häuser und Gebäude aller Straßen im besonderen der Innenstadt und der Fest­straßen, weiche die Flieger bei ihrem Ginzug passieren werden. Eine außerordentlich eindrucks­volle Ausschmückung hat vor allem der historische Marktplatz erfahren, insbesondere daS alle Rathaus, das in reichem Girlanden- und Ä schmuck mit den Bremischen, Bayerischen, und den Aeichsfarben drapiert, einen überaus imposanten Eindruck macht, nicht mürber der Schütting, das Haus der Handelskammer, die Börse, der Dom und alle weiteren zum Marktplatz gehörenden Gebäude. Durch die Straßen der Stadt wogt schon jetzt seit den frühen Morgenstunden unablässig eine in Er­wartung der Dinge freudig bewegte Menschenmenge. Alm die Mittagstunde wer­den die DureauS der sämtlichen Privatunter- nehmunaen, sowie der staatlichen Behörden ge­schlossen werden, um den Angestellten Ge­legenheit zu geben, an der Einzugsfeier teil­zunehmen. Die Beteiligung an dieser dürfte daher aller Voraussicht nach ganz gewaltig fein, zu­mal das Wetter seit gestern Rachmittag wieder sonnig und wärmer geworden ist.

Aus aller Welt.

Dertreterversammlung des Deutschen AnwaltsberetnS.

Der Deutsche Anwaltsverein hiell in Leipzig eine Bertre erversammlung ab, die sich haupt­sächlich mit dem Reuaufbau des Vereins zu be­fassen hatte. Es wurde eine neue Satzung aus­genommen, die insbesondere eine Bezirks- gruppcngliederung des Vereins vvrsieht. die gleichzeitig mit der Reugliederung beantragte

®Offene*, o»eatai® «reuig. G oeaecii eRtgeÄ Vfcn« 6 Gr »WM. e *eo#i K »*w<ttrr^)winajtine.«Q,

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Hermann Müllers Verhandlungen.

Bislang kein Ergebnis erzielt.

Berkin, 18. Juni. (Privatinformation.) Die Heu tigen interfraktionellen Verhandlungen über die Re­gierungsbildung dauerten bis noch 14 Uhr, ohne daß ein Ergebnis erzielt worden wäre. Sie werden am morgigen Dienstag, vormittags 10.30 Uhr, fortgesetzt werden, nachdem heute nachmittag zum Teil die Fraktionen davon die Deutsche Deutsche Dolkspartei unter Teilnahme von Dr. otrefemann zum Teil die Fraktionsvorstände erneut beraten haben werden. Im wesentlichen drehte sich die heutige Besprechung um Finanz, und W i r t s ch a f t s f r a g e n. Dabei verlangten die So­zialdemokraten Verminderung der Einkommensteifer für kleinere und mittlere Einkommen und schärfere Vermögenssteuern. Die Demokraten forderten ein Steuervereinheitlichungsgesep, dagegen wurde aber von der Bayrischen Volkspartei entschieden Wider­spruch erhoben. In einigen anderen Punkten sind die Parteien sich offenbar nähergekommen. Auf ollen Seiten aber äußert man sich wenig befriedigt über den bisherigen Verlauf der Besprechungen. Es wird darauf hingeroiefen, daß ein so großer Kreis nur sehr schleppend verhandeln kann. Ziemlich all gemein ist die Ansicht, daß die Regierungsbildung noch ziemlich lange Zeit in Anspruch nehmen muß, wenn der Derhandlungsmodus nicht geändert wird.

Oie Richtlinien der Wirtschaftspartei.

Berlin. 18. Juni (B.D. Z.) Im Reichstag fand heute nachmittag eine Besprechung des Abg. Müller-Franken (6.) mit den Ver­tretern der Wirttchaftsparlei. den Abg Dre­witz und Mollath. statt Zur Besprechung standen die R t ch t l i n i c n der Wirtschaftspak­tes. die schon am Freitag überreicht worden

Verlegung des DereinSsitzes von Leipzig nach Berlin wurde abgelehnt, so daß es bis zu- nächsten Dertreterversammlung in vier Jahren in dieser Beziehung beim alten bleibt. Der zweite Hauptgegenstand der Tagesordnung, nämlich die Frage, ob der Heber'rülümg des AnwallSstandeS öinxf) Zulassungsbeschränkung gesteuert werten soll, mutzte vertagt werden. Sr wird in eurer im Herbst dieses Jahres stattfindenden neuen Versammlung zur Erörterung gestellt werden.

Ein ZeppelinFernstug FriedrichshafenKalifornien geplant.

Associated Preß meldet aus Long Beach (Kali­fornien): Bürgermeister Hauge kündigte an. er habe von Dr. Eckener die Rachricht erhallen, daß der neue Zeppelin, der in Friedrichshafen fetner Vollendung entgegengeht, im Juli einen direkten Fernflug von Friedrichs- hafen nach Long Beach versuchen werde. Dre Ankunft des Luftfchifses werde während der in Long Beach stattfindenden Ausstellung der pazlfrschen Südweststaaten erfolgen Die Be- amten der Ausstellung erklärten, sie würden dce Washingtoner Regierung ersuchen, den in "Panama transportablen Verankerungs­mast nach Long Beach schaffen'zu^ttrsien.

Gründung der Bayrischen Zugspihbaha-A.^S.

Wie einer Berliner beteiligten Firma mitge- teut tmrb. erfolgte in München die Gründung der .Bayerischen Zugspitzbahn A A" mit ernem Kapital von 5 Millionen Reichsmark und dem Sitz in Garmisch. Zweck der Gesellschast ist der Dau einer gemischten Rei­bung S- und Zahnradbahn vom Bahnkwf Dar- misch-Pattenkirchen über 6ibfee zum Platt und einer Standseilbahn vom Platt auf den Zug- spitzgipsel. Die Baufrist läuft bis 31. Dezem­ber 1932.

Schneefall im Riesengebirge und in Böhmen.

In der Rocht zum Sonntag hat es im Riesen­gebirge mehrfach kräftig geschneit, und auch im Laufe des Sonntags kam es auf dem Hochgebirge noch mehrfach zu starken Schnee- und Graupel- fällen. Dazu herrschte -eine empfindliche Kälte. 2luch 'n den böhmischen Randgebieten fiel ge­stern in der Höhe von 1000 Metern überall Schnee.

vahnränber zwischen Halle und Leipzig.

In einer der letzten Rächte ist der Postzug auf der Sttccke Halle-Leipzig beraubt worden. Man hat schon wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß aus den auf dieser Strecke verkehrenden Zugen Postpakete gestohlen worden sind. Diesem Zag, der gegen 121 . Uhr in Richtung Halle fährt, waren mehrere Paketwagen mit Post angehängt. Der Raub wurde bemerkt, als ein aus Richtung Halle kommender Zug e i n en S a ck Bettfedern, der auf dem Gleise lag. überfuhr und zerstreute. Runmehr stellte man durch Rach­forschung fest, datz in der Rähe von Grohkuqel eine Menge Pakete auf den Schienen lag, die meist durch den Sturz beschädigt waren und Kaffee. Medikamente. Fahrradteile ufw. ent­hielten. Von den Dieben fehlt jede Spur. Sbensv konnte man sich bisher nicht erklären, wie sie zu den Gegenständen in den abgeschlossenen Wagen gelangt sind.

Schwere» Autounglück.

. $n Leipzia fuhr in der Ctsenbahnsttahe ein "hwerer Personenkraftwagen in eine ® nippe von Personen, die ein Kino nach Schluß der Vorstellung verließen. Zwei Frauen rour den sofort getötet, eine dritte fta r b auf dem Transpott zum Krankenhaufe. Mehrere Personen wurden schwer verletzt.

rroch genaue Angaben über seine augenblickliche geogratchische Positton. Sein neuer Standort ist jetzt 80 Grad 33 Minuten nervlicher Breite und 27 Grad 12 Minuten östlicher Länge. Dieser Punkt ist ungefähr fünf Meilen östlich von der Fohn- Infel und ungefähr acht Meilen von der früher angegebenen Stelle entfernt. Larsen teilt mit. daß er bei seinem Fluge die Strecke Nordkap- Platte und Insel Rops einhielt, wahrend Lüt- z o w - H o l m auf 88 Grad 40 Muutten bis zur Rordspitze der Karlinsel flog. Bei der Rückkehr sah er an der Kap-Platte die Spuren des Hundeschlittens, der am 13. von der Wahlen- bergbucht ausge^angen war, und folgte dieser- Spur. Gr frnib fic bei der Insel Sporresby und nahm die Anwesenheit zweier Men­schen wahr. Aus den Beobachtungen der Flie­ger ergibt sich daß in dem Gebiet, durch das die Gruppe Mariani marschiert, das Gis sich zum Marsche sehr gut eignet. Die beiden Flieger werden nach Umtausch eines Motors ihren Flug wieder ausnehmen, um an Hand der genauen Einzelheiten zu versuchen. Robile zu erreichen, welcher mitteilt, daß die atmosphäri­schen Verhältnisse und der Zustand des Eises sehr günstig sind. Gr hat gleichzeitig nach der Art der Behandlung eines Schienbein­bruches gefragt.

Otto Hammann hat vier Reichskanzlern gebient. Er trat 1894 in das Auswärtige Amt ein und verlieh es 1916. In diesen 22 Jahren hat er dauernd Ira politischen Kampf gestanden, an einer Stelle, deren Bedeutung einer kleinen Zahl Unterrichteter von jeher wohlbekannt war. von der aber die große Öffentlichkeit erst weiß, seit­dem sie mit den Kabinetten dem Wechsel der parlamentarischen Konstellation unterliegt. Ham- mann ist zwar mit seiner Person öffentlich nie­mals hervorgetreten, aber er hat bei den ReuHs- kanzlern, unter denen er arbeitete, eine Ver­trauensstellung eingenommen, die ungewöhnllch war und diel Reid hervorrief. Gegenüber an­deren Mitgliedern des Auswärtigen Amtes hatte er den Vorteil, daß er ein genauer Kenner der inneren Politik war, und wenn er auch das diplomatische Handwerk nie­mals ira Auslande aus geübt hat, so kann ihm doch nicht bestrllten werden, daß er außenpoli­tische Situationen in ihren entscheidenden Pha­sen und wichtigen Zusammenhängen mit Schärfe erfaßte und schnell und sicher in gefährlichen Situationen Rat erteilte. Er besaß bei hoher geistiger Feinheit eine Eigenschaft, die zum wahren Beamten gehört, mag sie auch nicht allzu häufig gefunden werden: Er sprach, wenn die Situation es verlangte, offen, rücksichtslos, selbst brutal und setzte sich für seine Auffassung mit aller Kraft, die ihm zu Gebote stand, ein.

Seinen Verkehr mit der Presse beschränkte Ham- mann auf tägliche Gespräche mit dem Leiter des offiziösen Wolff-Bureaus, Dr. M a n t l e r, und mit den ihm persönlich nahestehenden Vertretern der Kölnischen Zeitung, Hern von Huhn, und der Frankfurter Zeitung, August Stein. Diese drei waren in regem Gedankenaustausch bei ihm täg­liche Gäste. Das Verhältnis Hammanns zu dem jahrzehntelang allmächttgen Geheimrat von Hol­stein war nicht sehr hemlich. Holstein hiett den Pressechef wohl mit Recht für seinen Gegner, konnte ihm jedoch nicht, wie er dies mit vielen anderen getan hatte,erledigen", da die Position Hamrnanns zu stark mar. Erst 1916 mit Erreichung der gesetzlichen Altersgrenze trat Hammann in den Ruhestand. Er fühlte sich jedoch noch rüftig genug, um politisch und publizistisch wirken zu können. Im Winter 1917 erschien fein erstes Er innerungsbuchDer neue Kurs", dem bald drei weitere Bände folgten. Der Freimut und die Objektivität, womit in diesen Schritten der Gang der deutschen Geschicke unter dem kaiserlichen Re­gime geschildert wird, wurde allgemein anerkannt.

Oie deutsch-russischen Beziehungen.

Die Antwort desVorwärts".

Berlin, 19. Juni. (Tel.) DerVorwärts" nimmt zu dem Artikel der .I sve st i j a' über die deutsch-russischen Beziehungen und die Sozialdemokratie Stellung. Das sozialdenwkra- tische Parteiorgan weist darauf hin. daß der unbefriedigende Stand der Räumungsfrage und der gleich ungeschickte wie unbefuate Versuch Ialeskis. sich in diese Frage einzunnschen, nichts an derTBeftorientierung" der sozial­demokratischen Partei ändern könnten. Im Rah­men dieser Politik fei aber der toeiterc 21 u8b au der deutsch-russischen Be­ziehungen keineswegs unmöglich, sondern vielmehr möglich und wünschenswert. Ihr scheine die Rolle eines Mittlers, der auf beiden Seiten Dertrauen genieße und auch kein Mißtrauen erwecke, der geographischen Lage Deutschlands und der geschichtlichen Entwicklung angemeffen. Die Sozialdemokratie sei. wie man auch in Rußland toiffe. die schärfste Geg­nerin jeder Interventionspolitik. Die russische Presse habe allerdings ihre Geg­ner darüber nicht unterttchtet.

Der Moskauer Jngenieurprozeß.

Kownv. 19. 3uni. ($11.) Moskauer Zeitun­gen besagen, daß die Verhöre im Schachthpro- zeh in den letzten Tagen sehr beschleunigt wer­den, da auch in Moskau selbst das Inter­esse am Prozeß stark nachgelassen habe. Der schon lange erwartete Haupt- belastungsz.mge Kasarinvw fei noch nicht aufgetre­ten. Dagegen brachte die Montagssihung inso­fern eine Sensation, daß der Angeklagte Iu- s ch e w i h , der sich in der Voruntersuchung für schuldig erklätt hatte, jetzt sein Geständnis in vollem Umfang widerrief. Die Ver­nehmung hätte damals um 3 Uhr nachts statt­gefunden und da er eines Asthmaanfalles we­gen um Unterbrechung gebeten habe, die ihm verweigert worden wäre, habe er sämtliche Fragen bejahend beantwortet, um sich von den älntersuchungsqualen zu befreien.

Die von Dem Ingenieur Seebvld Der Firma Knapp abgegebene Erklärung über die Aussagen Badstiebers wurde am Montag durch Rechts- anwalt Münte dem Vorsitzenden Wischinfki über­geben. Die Absicht Seebolds, sich freiwillig dem Gericht zu stellen, hat im Zuschcmerraum große Bewegung hervorgerufen.

Staatsanwalt Kry len ko teilte mit. daß die vor deutschen Behörden unter Eid abgegebenen Aussagen KoesterS und Seebolds. sowie die Erklärung des Betriebsrates der Firma Knapp eingegangen seien. Die Aussagen Koesters und Seebolds seien formal allerdings bedeu­tungslos, da daS Sowjettecht den Eid nicht für einen formalen Beweis erachte. Krylenko meinte,, inhaltlich enthielten diese Aussagenu n - begründete" Widerlegungen der Er­klärungen Badstiebers, die von Personen aus- gehen, denen ein Kriminalverbrechen zur Last gelegt werde. Dennoch erachte es die Staats­anwaltschaft für zweckmäßig, diese Aussagen zu den Akten zu legen, sie spreche sich jedcch da­gegen aus, mit der Erklärung des Betriebsrates ebenso zu verfahren, da sie lediglich feststelle, daß nach der Sowjettmion nicht schlechtere Maschinen geliefert wurden, als nach Frankreich und Deutschland, und feine Widerlegung Der Be­hauptung enthalte, daß die Maschinen schlecht gewesen seien. Da das eingegangene Material sehr umfangreich ist. vertagte das Ge- ttcht seine Beschlußfassung in dieser Angelegen­heit auf morgen. Das Gericht gab Dann dem Gesuch des deutschen Ingenieurs Hobbe, Der im Donez-Becken arbeitete, ihn als Zeugen vor- zuladen, statt, Da er in seiner TätiKeit die Schad i g un gsar beit russischer Inge­nieure wahrgenommen haben will.

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