Einzelbild herunterladen

t

i& 3««

66

50

17

33

39

04 44 170

47

72

39 fit

Kti 109 170 ,03 125 ,02

,71

149

135 177 174

168,36 y.oo 111,58 68,78 r,«o

111.« 88.4? 69.» ss

1,781

Hl.» 112.14 112.-9 10,58? 2|,9t-» ft',40 4.1800 16,425 6O'J,« 68,99

U,50l5 **: fS s A S

i0.« «,D 118.-2 H.'« 8,5*5 HJ.fi SO.-4 0.:< 18.40 -.kJ

o. a

i, 68 Men, 626 Sui Schafe, 4741 Schw.^ ! r: Ochsen: DoUflcnd) chtwerts, jüngere 60.

9; sonstige »Meiste, bis 50. Bullen jünger Werts 55 bi» 57; jf sgemöslete 50 bi« *' , höchsten Tchlachiw-. chigc ober ausgemaiu 41; gering gnohrte. en, 3ungrinber): «.

chsten SchlachlMN- 60; sleischige 52 bis " Saugkälber 78 bis Iber 73 bis u , gönn:: ine; $cttld)Wfint ubrr q bis 72: oollstefch'9- «Pfund Lebendgewicht;

,5 240 Psund 5-din ,a 160 bis 200 M"'- ebendgewicht nbermartt rege fc?

,Md..Mberunb-<'

ML

,n ^erte boten, «:,

Ä9 2 ° fi.u ' n 0^ v. ft / chvö.

^ek^A^V-r' Jen $om!, nr^-/

JhSSWjhq ,Qum Oite,?...0" 1

Woltoerk Um ; '

.S-Ä'XS'te Ä,n x7.2v^-

S8s?Ä fl»en fitaS & S^ÜlaDrt^

?Qc^er lagen 8 D f d fiherUkne5Qro,li w: °^U"d5töhr mi . "verändert. Ausland

8 L05, Der SelbZ «ft 5 bis 7 o ft etwoslebh» !.- «fcJW-irfÄ !etbm>ot. Salinen, °- H. erhöht. Berliner osbanf tonnten bis Wj lagen Nauer oer garbenmarh war

^rankstrl

38 6l<61Mi

iteibcbötje, , Sunt Der Sranlhn- Ktc aus Anlaß btz gen in großer id Doggenmehl trnrc ingeboten. Delondrr- nit minus 0.50 Dar gcm Umfange zu De I: Weizen 26.50 Har 27,50 bis 28,25: >,75; MaiS Igelbi >. iehl, süddeutsches Cfr ^ehl 39,25 bis 3.3; 25; Doggenlleic Ito Qualität für Six';- je nach Qualität L en lüdSeutfchkS, gu. ükijen« unb fagiw 5,50; Weizen- unb 5 biS 4,50; Trete. ' rt Tendmz: IchwaOi

chßrzchmarft.

B.Suni. Austrieb; 1.

1.7$ >8. <» inj4 118.'* Ilt«' »JS S.H'

15.*5 80.72 «'S

S.51« 46,94

Ä LZ iS ilj

Hr. 142 Erstes Blaff

178. Jahrgang

Bicnsfag, 19. Znnl 1028

Erscheine »ÜgUch, außer Sonntags anb Tjnrrtags.

Bellagea;

Blehever JarntlieBMÄtter Heimat im Bild

Die Scholle

Bionats-Bejeaspreh;

2 Reichsmark unb 20 ^eichspfeKittg für Träger» lohn, and) bei Richter- Ichemen einzelner Nummern nfolg« holderer Gewalt.

Fernfpr«chan|chlÜff«:

61, 64 unb 112.

«uschrfst für Drahtnach» richten: 3w)dger «letze».

postfcheckkoMo:

Äfenhnn am Blain 116M.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

»m<! wirtDtrfai: llwt»«filto.Bidf md Sttbi6rnderti H. taugt In «It&en. $d>rtftlettigg nitö 6ef<l)äfti#t8e: Sdjnlftrale T.

.-anayme »mi Anzeigen für bie lagt»nunmfr bis ag vorder.

Preis |ur 1 mm HSbe für Anzeigen von 27 mm 5rette örtlich 8, ausmärta 10 Relchspfennig; für Re» Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reiitzspsennnz. Platzvorsidritt 20* . mehr.

iTbefrrbakttuT

Dr. Fnedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Peluitz Dr. Je Wilh Lange für Femkleton Dr 5> Ibgnet, für ben übrigen Iril Ernst Dlumschein: für ben An­zeigenteil Hurt fiinmnnn, sämtlich in (Sieben

Oie Heimkehr der Ozeanflieger.

, Der Heimat Gruß!

(Tn feiner ®ttmPenma<rebc auf die Begrüßung an Bord des Dampfers eHolumtmü" auf der litte hon Bremerhaven schilderte im Flamen der anderen Flieger Herr v. Hüneseld. tote er am Morgen beim Erwachen aus dem Bullauge feiner Äafüile zum ersten Male feit Monaten wie­der deulfches Land hot feinen Äugen lie­gen fah und nun erst begriff, haft dereinst Odysseus nach Beandigung ferner Irrfahrt nte- dersiei und den heimatlichen Boden kühle. Man kann sich wohl horfteUen, tote in diesem toelt- geschichtltchen Augenblick unseren Fliegern zumute war, zumal bald darauf aus den jugendlichen Äcblen deutscher Schüler, die auf einem Sonder­schiff hinausgefahren waren, den Heimkehrenden zum Truhe daS Lied erscholl: .Deutschland, Deutschland über alles.- Unb beim Betreten deutschen Bodens stimmte die vieltausendköpfige Wenge an Land und auf dem Schiff entblößten Hauptes abermals daS Lied an, das unS allen fo zu Herzen geht: über alles in der Welt!

Än Triumphen unb Thrungen reich sind Ä6bl, Hüneseld unb der 3re Fitzmaurice aus Amerika nach Deutschland heimgekehrt Fitzmaurice frei­lich nicht als Hcimkehrendcr. sondern als Be­sucher, aber als einer, der sich hosfenllich mit seinen deutschen Stamcrabcn vom ersten Augen­blick an in Deutschland heimisch gefühlt hat. Drüben jenseits des Atlantischen Ozeans ist dieS breiblättntic Kleeblatt (übrigens das Wappen­zeichen Irlands- mit einer lieberschwänglichkeit gefeiert worben, toie man sie kaum für möglich Sten hätte. Wir haben bereits bei ihrem ang in Washington unb Reuyott auf die politische Bedeutung dieses Ereignisses hingewiesen, die um so sinnfälliger war, als sie flän*Iid) ungewollt war. Die Flieger selbst haben uns bestätigt, bah wie mit einem Schlage auch bet lebte Best von 5k rregsst immun gen gegen 'Deutschland auSgelöschk worben ist. Hoffentlich bleibt es so und hoffentlich wirb btefe Wir­kung In Zukunft noch vertieft. Wenn weiter nichts durch den beispiellosen Flug bet drei Helden erhielt worden wäre, so hatten sie wahr­lich dadurch allein dir Thrungen verdient, die ihnen zuteil geworden fmb und in diesen Lagen in der Heimat zuteil werden. Rein menschlich betrachtet jedoch liegt die Bedeutung der Tat auf einem ganz anderen Gebiet. An Politik haben die drei nicht gedacht, wohl aber daran, bah e- galt, der Welt zu zeigen. waS nach sorg­samer äleberlegunq und Vorbereitung drei mutige Männer zu leisten vermögen, eingedenk des Goetheschen Wortes:

Allen Gewalten zum Trub sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Arme der Götter herbei!"

Vor her Tat gab eS reichlich Kritik, die aus Besorgnis um das Leben wertvoller Männer entsprungen war. Run aber, nach der vollende­ten Tal, ist bie Kritik verstummt unb bie Dc- tounberung für den an den Tag gelegten Mut unb bie Ausdauer um so gröber. (Sine jede Pioniertal trägt ben Jug d*s Abenteuerlichen an sich, unb daS gilt ganz besonbers für ben unter schwierigsten Umständen durchgeführten Ozeanflug der Drei in der Richlung von Oft nach West. Wie dem ersten geglückten Flug in bet umgekehrten Richtung anbete folgten, so werden der ungleich schwierigeren Errungenschaft von Köhl, Hünefelb und Fitzmaurice andere folgen. Wenn erst einmal bas EiS gebrochen ist, unb wenn man auS ben Erfahrungen der Vorgänger lernen kann, bann ist für bie Nachfahren das Werk nicht mehr fo schwer. Hierin liegt sowohl bie menschliche wie die technische Bedeutung des ersten Fluges von Europa nach Amerika. Wir freuen uns unb sind stolz daraus, daß eS Deutsche waren, denen der grobe Wurf ge­lungen ist. Wir freuen unS unb sind stolz darauf, daß die beiden Deutschen unb bet Jrc trotz ber plötzlich auf ihre Häupter gehäuften Ehren die Anspruchslosigkeit unb Bescheibenheit sich bewahrt haben, bie bai Kennzeichen echter Kulturpioniere find. Auf bie rauschenden Feste in Amerika folgen jetzt rauschende Feste und Ehrungen in Fülle auf heimatlichem Boden und den Abfchluh werden bann ähnliche DiMe auf ber smaragdenen Insel Irland bringen. Dann aber tritt die Rüchternheit des Alltags auch an sie heran. Für sie unb die Heimat erhebt « - r .t>ana- $ic Appelle Frage, wie sind die von Kohl, Hüne eld und Fitzmaurice gemachten Er­fahrungen a u s z u nu h e n unb zu verwerten? □Sie vermögen wir bie beiben Deutschen in ihrem ureigensten Sfrment als Bezwinger der Luft weiter nützllch zu beschäftigen und uns zu er­hallen?

Gerade diese letztere Frage wirb für uns um so ernster, als verlockende Angebote in Fülle jenseits des Ozeans an dis. Flieger herangctreten sind. Soll sich wieder einmal das besamende Schauspiel wiederholen, bah im kleinen Streit der Interessengegensätze wertvollste Äräfte uns verloren gehen, weil sie jenseits des Ozeans lohnendere Verwendung finden? Ober sollen sich nicht Mittel und Wege finden lassen, um uns die Tätigkeit eines Mannes, wie Köhl, zum Autzen der gesamten Fliegerei bauernd zu erhalten?

Dies« Frage sollte ben Unterton der festlichen Veranstaltungen bilden, bie jetzt von allen Seiten zur Durchführung gelangen. GS ist nicht bamit getan, daß man unsere Helden ehrt, sondern man soll sie richtig ehren dadurch, bah man ihnen daS gewünschte Feld weiterer Betätigung cr- jchlieht. Hilfst nur im Jubel, sondern Im ernsten 6 treben soll wiederum daS Motto fein: Deutschland, Deutschland über alles!

Zn gespannter Erwartung.

Ter Pilgerzug nach Vrcmcrhaven.

Bremen, 18. 3uni. (TU.) Ganz Nordwesl» deulfchland ermattet mit großer Spannung das (Eintreffen der deutschen Ozeanflleger. In den fest­lich geschmückten Straßen Bremerhavens, wo die Brenienfliegcr zuerst wieder deutschen Boden be­treten werden, herrscht reges Leben und Treiben. In geschloßenen Abteilungen, kleineren Gruppen und auch einzeln pilgern die Bewohner, Abord­nungen und Vereine feil den frühenJJlorgcnftun- ben zum Kolumbus-Quai, dem Anlegeplatz des Dampfers. Einige Betriebe haben für den bedeu­

tungsvollen Tag die Angestellten und Arbeiter be­urlaubt. Die Hotels haben leit Samstag nachmittag einen großen Fremdenziislrom zu bewältigen. Aus der Landsttaße von Bremen nach Untenoeser wimmelt es von Tausenden von Lastkraftwagen aller Art. Der Gau Via (Weser Ems) des A.D.A.E. ist seit den frühen Morgenstunden bemüht, die Spollerbildung seiner Mitglied er ordnungsmäßig durchzusühren. Leichte Regenschauer am Vormittag konnten die Menge von ihrer srohen Feststimmung nicht abhalten. Die Staffel der Verkehrssliegerschule Berlin sowie zahlreiche andere Flugzeuge trafen heute früh in Brmerhaven ein, um an dem (Emp­fang ihrer Fliegerkameraden keilzunehmen. Lm Geschwader stattete am frühen Vormittag, um der Columbus" entgegen)!!fliegen. Auch Bremen felbft steht ganz im Zeichen der ankommenden Stieger. Aus der Umgegend find zahlreiche Son- Verzüge und unzählige Kraftwagen cingetroffcn. Die großen Hotels haben teilweise in den Reichs-, teils in den bremischen Farben geflaggt. Ganze Häuserzüge sind mit Tannengrün und Girlanden und in den bayerischen und irischen Flaggen ge­schmückt.

Vegeistetter Empfang in Bremerhaven.

©er erste Willkomm.

Tic Begrüßung dcöEolumbutz".

Berlin, 18. Juni. (TU.) Schon frühzeitig fetzte auf bem .Tolumbu»' regeS Leben ein. Mit dem Ausbooten ber Passagiere begann man be­reits um 6,30 iltrr. Llnunterbrvchen gingen bie Tenber vom Schiff zu bem Quai unb in bk Hafenstatton lief Zug um Jug em, Auto um Au do fuhr vor. Die Ankonnnenben würben von ber Kapelle bes Aorbbeutschen Llohb mit frohen Weisen begrüßt. Unter den ersten, bk zum iSoIumbuK' herüberkamen, befanden sich natür­lich bie Familienangehörigen ber Ozeanslieger und viele gute Bekannte unb Freunde. Als Ab» aefanbter ber Reichsregierung traf Minifterial- birettor Dranbenburg vom ReichSverlehrs- ministerimn ein, ber von ben Vertretern ber Stabt Bremen und bem Direktor beS Qtorbbeut- schen Lloyd, Stabtlänber. begleitet war. Die geladenen Gäste unb Pressevertreter wurden um 9 Uhr von bem Dampfer ^Rolanb" birett auf ben .Eolmnbus", ber wie alle anberen im Hafen liegenden Schiffe über bie Toppen ge­flaggt hatte, gebracht. Äirrx nach Ankunft auf bem .Eolumbus" erschienen bie Flieger Köhl, Fitzmaurice und v. Hünefelb mit ihren Angehörigen auf ber Kommanbobrücke, wo sie »unächst in ein Kreuzfeuer ber zahlreichen Prefsephotographen genommen wurden. Alle drei Flieger trugen das von ber amerikanischen Re­gierung verliehene FliegerehrenkreuK, Fitzmaurice irische - Fliegerunisorn!. Alsbalb begannen mit Menschen bicht besetzte Dampfer ben .CollrmbuS" zu umkreisen, bie ben Fliegern begeistert zu­jubelten. Flugzeuggeschwaber entboten ben Heimkehrenden die durch lebhafte- Tücher- schwenken bankten, die ersten Grüsze aus ber Luft.

An Bord desColumbus".

Bremerhaven, 18.Juni. (DB.) Kurz nach 10 Uhr begann in der großen Gefellfchafrc-haUe des Columbus" die erste offizielle Begrüßungs­feier, zu dcr sich mit den Fliegern deren Ange- hörigen, die Herren der Reederei, in Vertretung der Reichsregicrung Ministerialdirektor Bran­denburg. für den Bremer Senat Dr. Duck- w i y . der Bremer amerikanische und englische Äon- sul, sowie zahlreiche Prefsevertteter aus dem gan­zen Reiche cingefunben hatten. Als die Flteger die Halle betraten, wurden sie mit lebhaften Beifalls- kundgebungen empfangen.

Geheimrat Stimming vom Norddeutschen Lloyd überreichte den Ozeanfliegern als Gabe der (Erinne­rung und ber Rückschau auf bie Tage, die die Flie­ger an Bord dieses schönen Schiffes erlebten, eine Medaille, die ber Norbbeulfche Lloyb prägen ließ, um bie (Erinnerung an die Tatsache wachzu- halten, daß der Norddeutsche Lloyd mit der Ge­schichte bes Ozeanflugs berBremen" in gewisser Weise verbunden ist und daß die Maichine der Ozeanflieger ben Namen ber Freien Hanfastadt Bremen, zugleich aber auch ben Namen e;res ber beiben großen Schiffe trägt, bie ber Norbbeutfche Lloyb noch in biefem Jahre glücklich vom Stapel lasten zu können hofte, als neues Glied in der Kette der Verbindung zwischen Vst und West. Geheimrat Stimming dankte daraus den Fliegern für den idealen Schwung, der ihrem Unternehmen inne mahnte und der einen fo ungeheuren Widerhall in dem großen Lande drüben unb barüber hinaus in ber ganzen Welt gehmben hat. Dieser Schwung, biefer Wille zur Tat, biefer Glaube seien mora­lische Kräfte, bk auch in bem Wiederaufbau unseres beutschen Vaterlandes lebendig geworden feien und weiter lebendig fein würden. Dafür, daß die Flieger die Tatsache des Vorhandenseins die­ser moralischen Kräfte so unmittelbar vor Augen gerückt hätten, dafür gebühre ihnen unser Dank. Hierauf richtete der Redner in enallscher Sprache warme Worte ber Begrüßung unb ber Anetten-

mmg kamerabschofllichen Fliegergeistes an Major Fitzmaurice.

Weitere Begrüßungsansprachen.

Ministerialdirektor Brandenburg vom ReichSvettehrsministernnn ettlärte, die Reichs- regierung habe den Wunsch gehabt, die drei Flieger beim Betreten deutschen Bodens will­kommen zu heihen, ehe die offizielle Be­grüßung in Berlin statlfinden werde. In Ausführung dieses Wunsches habe er sich herz­lich gern hierher begeben unb heiße die Ozean­überwinder im Hamen der Reichsregierung und im Hamen der Luftfahrt herzlich willkommen. Staatsrat Dr. D u ck w i tz überbrachte die Grüße Bremens, das eifrig für ben morgigen Empfang rüste. Im Rainen der Presse richtete bann Direktor Gustav Richter, geschäftsführender Vorsitzender des ReichSverbandeS der deutschen Presse, u. a. folgende Worte der Begrüßung an die Flieger: 2m Hamen des Reichsverbandes der Deutschen Press« habe ich bie Ehre, Sie bei Ihrer Rückkehr in bie Heimat herzlichst zu be­grüßen und Ihnen auch namens der beutschen Prefse zu danken für Ihre kühne unb groß« Tat. Ihnen unb Ihrer bewunderungswürdigen Lei­stung gegenüber ist bie deutsche Presse in der glücklichen Lage gewesen, von der Kritik, bie ja auch ihres Amtes ist, zur reinen Bewunde­rung zurilckzukehren. Wieder einmal hat sich unser Voll bewundernd um eine große deutsche Kulturtal geschart und ist trotz aller leidigen Zerllüftung und Zerissenheit - - zum Bewußtsein seiner unverbrüchlichen Einheit gekommen. Das bauten wir Ihnen und Ihrer hervorragenden Leistung. Sie werben gejühll haben, daß Sie bei Ihrer Fahrt nach Amerika begleitet, be­schirmt und getragen waren von ben heißen Wünschen Millionen beutscher Herzen. Rach weiteren Dcgrühungsanfprachen durch den ameri­kanischen und engfischen Konsul in Bremen ergriff

Hauptmann Köhl, von stürmischem Beifall begrüßt, das Wort, um im Namen der Flieger den Dank für die herzliche Be­willkommnung zum Ausdruck zu bringen:Wir bringen Ihnen", fo erklärte Köhl,die Grüße unserer Landsleute aus Amerika. Wir haben zahlreiche amerikanische Großstädte besucht und überall sind uns unter den begeisterten Begrüßungen die Worte entgegengerufen worden: «Hoch Deutschland! Grüßt mir die deutsche Heimat!" Hierauf stellte Köhl den treuen Kampfgenossen der beiden deutschen Flieger, Major Fitzmaurice, unter herzlichem Jubel der Anwesenden vor. (Er schloß feine Dankrede mit einem Gruß an die deutsche Heimat.

Nie Landung.

Hünkfclds Tank an Deutschland.

Langsam fuhr unterdessen der .Golumbus" in die Kaiserschleule ein, die zu beiden Seifen von tausenden von jubelnden Menschen umlagert war, die ihrer Deg.isterung in brausenden Hochrufen Ausdruck gaben. Köhl. Fitzmaurice und von Hünefelb standen auf der Kommando­brücke und winkten 'ichtlich erfreut der Menschen­menge zu. Die Schupo-Kapelle intonierte das Deutschlandlied, das von den Tausenden tn tiefer Bewegung mitgesungen wurde. Aller Jubel aber wurde übertönt durch das Geheul dcr Si­renen sämtlicher im Hafen liegenden Dampfer und durch das Motorengeknatter eines halben Dutzend von Flugzeugge!chwadern. die dauernd den .Columbus" umkreisten. Kurz vor 12 llhr legte der Dampfer in der Schleuse fest. Hierauf begaben sich die Vertreter der Bremerhave- .er Behörden und ein Ehrenausschuß der Einwohner­schaft der älnterweserstädte an Bord. Rach herz­lichen Degrühungsworten des Oberbürgermeisters von Bremerhaven nahm Freiherr von Hünefelb, sichtlich statt bewegt das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er ausführte:

Alle für einen, einer für alle, das ist bet wahlfpruch unseresSremen"-Zkuges gewesen.

unb so soll e» auch bleiben. Nachdem wir roll (Bol­te» gnädiger Hllse in die Heimat zuruckgekehrt sind, in diesem Augenblick, da derColumbus" die deutsche Muttererde wieder berührt hat, möchte ich Ihnen, zugleich auch im Namen meiner Kame­raden, tiefbewegten Dank sagen für den so herz­lichen Cmpfang. Wir wißen genau, daß so wie wir unsere deutsche Heimat lieben, ehren und achten. unser unerschrockener ÄfflDttUb if,- m a u r i c e sein grüne» Irland über alle» liebt, unb gerade deshalb habe ich da» Bewuhtsrin. auch In feinem Hamen die Gefühle auszudrücken. die uns in diesem Augenblick bewegen. Al» ich heute früh beim Erwachen hinaussah au» dem kleinen Fenster meiner Kabine und da» deutsche Land vor mir lag. zum erstenmal nach den 7sto- nalen. die für un» so Unerhörte» an Gescheiten und Erleben gebracht haben, rote wir un» e» nie­mals erträumt hätten, da habe ich erst einen Be­griff von bem bekommen, rea» ber alte Dichter Homer seinen Odysseus erleben läßt, da dieser bei seiner Heimkehr nleberfniet und den heilt- gen Boden de» Mutterlandes küßt. Mehr zu sagen, vermag ich Im Augenblick nicht, und fo lassen Sie mich für die Itllnehmcr de» BremcnM-3Higee Dank sagen. Wir nehmen da» herzliche Willkommen, das Sie uns bieten, an als für unsere Vaterländer bestimmt.

DieBremen".Flieger wurden burd) erneuten herzlichen Beifall lebhaft gefeiert, dann spielte die Kapelle das Deutschlandlied, das die Anwesenden mitsangen, und bie irische Nationalhymne.

Die Flieger sprechen.

Bei dem Frühstück, bas bann der Rorb- deutsche Lloyb an Borb bes ..Eolumbus" gab, unb zu bem sich mit ben Fliegern imb ihren Angehörigen bi« Vertreter bes Rordbeutschen Lloyb. ber Reichsregierung, beS Bremer Senats unb ber Press« vereinigten, begriißte zunächst Geheimrat Sttmming bi« Gäste.

Hauptmann Köhl

sprach als Erst« ber Besatzung ber ..Bremen". AlS bie ..Bremen" in ber ersten Rächt in ben Kampf mit ben Elementen geriet, ba sei in ben drei Fliegern ein Gebet zu Gott enrpor- gestlegen. ..Herr, laß biesen Flug nicht scheitern um Deutschlands willen." Der Flug sei nicht angetreten, um Geld zu erwerben, sonbern aus bem sportlichen Impuls heraus, dasselbe zu lei­sten unb an demselben Ziel mitzuarbeiten, das die anderen europäischen Länder sich gesteckt hatten Die Schiffahrtsgesellschaften und in­sonderheit der Rorddeutsche Lloyd hät­ten die Grundbedingungen für diesen Slug über­haupt erst geschaffen. Hauptmann Köhl schil­derte weiter die Verdienste der Junkers- Werke um das Gelingen des Fluges, und weiter die Freude, die sie empfanden, als in Irland der ehemalige Kriegsgegner, Major Fitzmaurice, als Freund zu ihnen traf. Gerade die treue Freundschaft mit dem ehemaligen Kriegsgegner Fitzmaurice sei es ge­wesen, was ihnen so viele Freunde drüben in Amerika erworben habe, denn es zeige sich bar n ber gute Wille, die Völker einander näbcrzn- b rin gen undzu versöhnen. Diesem Ziel soltte ver freundliche Wettkampf dienen. Der Redner schlost mit dem Gelöbnis, daß er und seine beiden Freunde weiterarbeiten würden an ber fort- schreitenben kulturellen Verbindung der Völler.

Major Fitzmaurice

dankte in humorvoller Weife auf englisch für bie Ehrungen. Zwar habe er kein Wort von aLen ben Reden verstanden, aber daS habe er aus den Worten Köhls .Kein Freund Zitz, maurice" herausge^rt. daß er gemeint fei, und deshalb bestätige er alleS. was K. hl von ihm gesagt habe. Er freue sich, nach Deutschland gekommen zu fein; denn er kenne seit 1914 die Deutschen und finkte sie riesig nett. Oer Haupt- anteil an dem Erfolg fei ihnen zuzulchr.'iben. Er müsse daher überaus dankbar fein, daß man auch ihn fo feiere und daß. er an dem Jubel über den Erfolg teilnehmen bür e. Gr fei gerührt über bie Begeisterung, mit der man sie überall au ge­nommen habe und danke vielmals für bie Liebe, bie ihm das deutsche Volk entgegenbringe,e- fonders danke er dem Rorddeuttchen Lloyd, der Bevölkerung Amerikas für die in der Rot ac- leistele Hilfe und nun auch dem deutschen Volke, daS er feiner wärmsten Sympathie versichern könne.

Freiherr von Hünefelb

gab fobann der Freude Ausdruck, nunmehr die Kameraden begrüßen zu können, die seinerzeit auch das Mißlingen des e r st e n Fluges miterleb- ten. Der Flug habe eine Brücke nicht nur zwi- foen den Menschen, sondern auch zwischen der alten uno der neuen Welt geschaffen. Fitzmaurice sei ihnen nicht nur ein Kamerad gewesen, sondern auch zu ihrem Freunde getoor- beu. Als sie in Daldonnell angekommen seien, seien sie dessen bewußt gewesen, daß sie als Sol­daten der alten W-lt von der neuen begrüßt worden seien und als Vortämpfer neuer Ideen. Er gedenke besonders dem Zusammen­treffen mit Friftoft R ans en, das er als ein